Der Begriff PTBS ist die Abkürzung für eine Posttraumatische Belastungsstörung. Die Diagnose steht im ICD-10 (International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems, 10. Auflage) unter F43.1. Nur Spezialisten (Ärzte / Psychotherapeuten / Psychiater) können eine gesicherte Diagnose stellen. Dieser Artikel dient lediglich zur Information.

Wie kann das Selbsthilfe Forum helfen?

Durch die Tabuisierung von psychischen Erkrankungen und der Scham vieler Betroffenen, gelangen diese oft erst spät zu einer geeigneten Hilfe und fühlen sich häufig alleine mit ihrem Leiden. Oftmals können sie nicht mehr erkennen, dass es möglich ist, aus der Traumatisierung heraus zu kommen. Es kann Betroffenen helfen sich gegenseitig hier im Forum auszutauschen und über Symptome, aber auch z.B. um sich über sogenannte Skills, also Fertigkeiten und Techniken um mit bestimmten Situationen und Gefühlen besser umzugehen, auszutauschen. Durch den Austausch untereinander sehen Betroffene, dass sie nicht alleine mit ihrer Situation und Erfahrung sind. Das gegenseitige Verständnis und die Hilfestellung untereinander ist ein großer Schritt, um das Geschehene zu verarbeiten und zu erkennen, dass die Situation nicht ausweglos ist.

Bei der PTBS besteht ein erhöhtes Suizidrisiko! Bei konkretem Drang diesen auszuführen bitte umgehend ins Krankenhaus fahren. Bei einem Versuch bitte den Notruf wählen.

Jeder Betroffene erlebt und empfindet Traumata anders. In diesem Forum werden Beispiele genannt, Diagnosekriterien aufgelistet und etwas zu der Diagnose erzählt. Da es viele mögliche Ereignisse gibt, welche Traumata hervorrufen können, werden hier nur ein paar Beispiele genannt, ohne auf diese näher einzugehen um betroffene Personen zu schützen. Ebenfalls können entsprechende Reaktionen der Betroffenen je nach Lebensalter variieren. Das bedeutet, Kinder und Jugendliche reagieren oft anders als Erwachsene.

Eine PTBS tritt als verzögerte Reaktion auf ein extrem belastendes, katastrophales Ereignis auf, wie zum Beispiel nach einem Krieg, nach schweren Unfällen, nach Vergewaltigungen und nach anderen Gewaltverbrechen oder Naturkatastrophen. Während des Ereignisses, das sogenannte Trauma, kommt es bei den Betroffenen zu Angst und Schutzlosigkeit, zum Gefühl der Ohnmacht und Hilflosigkeit und zum Empfinden des Kontrollverlustes.

Zu den Diagnosekriterien:

Die Personen sind einem Ereignis von kurzer oder längerer Dauer ausgesetzt, welches sich als katastrophal oder als außergewöhnliche Bedrohung für die Personen darstellt. Ständiges Wiedererleben des Ereignisses, aufdringliche Erinnerungen bzw. Nachhallerinnerungen (auch Flashbacks genannt) und Albträume (Träume müssen nicht vom Ereignis selber sein, können aber in Zusammenhang mit dem Ereignis stehen).

Vermeidungsverhalten:

Die Personen vermeiden Orte, Geräusche, Personen etc., die sie an das Ereignis erinnern könnten oder in Zusammenhang mit dem Ereignis stehen. Die Personen können sich vollständig, gar nicht oder nur zum Teil an das Ereignis oder wichtige Aspekte des Ereignisses, erinnern und/oder es gibt anhaltende Symptome psychischer Erregbarkeit und Labilität, wie zum Beispiel: Schlafstörungen, Reizbarkeit, Wutausbrüche, Affektstörungen (zum Beispiel Depressionen, emotionale Stumpfheit, Gleichgültigkeit), Konzentrationsschwierigkeiten und Schreckhaftigkeit.

Die Diagnosekriterien müssen je nach Alter berücksichtigt werden. Auch muss nicht jedes Symptom vorhanden sein, um von einer PTBS zu sprechen. Ebenfalls können auch komorbide Störungen zusätzlich auftreten. Häufig kommt es neben der PTBS zu Angststörungen, Affektstörungen und somatoformen Störungen. Diese Komorbiditäten können auftreten, müssen aber nicht.

Erlebte Traumata werden häufig erst spät behandelt, da psychische Erkrankungen auch heutzutage immer noch ein Tabuthema darstellen. Zudem schämen sich viele Betroffene (etwa nach Gewaltverbrechen) und fühlen sich schuldig. Hierbei ist es wichtig, dass den Personen gezeigt wird, dass sie nicht selbst schuld sind an dem, was passiert ist, und sie unterstützt werden und benötigte Hilfe (generell in Form einer Therapie) bekommen. Je früher das Erlebte aufgearbeitet wird, desto besser sind die Heilungschancen.

Eine PTBS kann verschiedene Auswirkungen haben, wie oben beschrieben. Es gibt Betroffene die weitestgehend einen normalen Alltag führen können, es gibt aber auch Betroffene, die z.B. arbeitsunfähig werden. Je nach Trauma soll die Person ermutigt werden ggf. so schnell wie möglich die Polizei zu informieren und ins Krankenhaus zu fahren, z.B. nach Gewalterlebnissen, damit die Gewalt dokumentiert werden kann. Auch hier ist es wichtig die Person zu unterstützen. Es kommt häufig vor, dass der/die Betroffene/r das Erlebte nicht eigenständig wiedergeben oder nicht verstehen kann. Dazu sollte, wenn möglich, ein Spezialist hinzu gerufen werden.

Eine PTBS muss nicht direkt nach einem Ereignis auftreten, sondern kann auch erst mehrere Monate und Jahre später auftreten. Das ist häufig bei Kindern und Jugendlichen der Fall. Entsprechend sind auch Verjährungsfristen zu beachten. Wichtig ist, eine betroffene Person nicht dazu zu zwingen eine Anzeige zu erstatten. Bitte vorsichtig annähern, aufklären und Grenzen respektieren. Bewusst gemacht werden sollte dennoch, dass ohne Anzeige niemand verurteilt wird und der Täter ggf. mit den Taten weiter machen kann (bitte von einem Spezialisten thematisieren lassen, wenn zusätzlich eine starke Bindung zum Täter, ein so genanntes Stockholmsyndrom besteht, und / oder die Personen Suizidankündigungen ausspricht bei der Thematisierung).

68 Themen

Hits

Antworten

Letzter Beitrag