Zitat von Coru: Meine primäre Frage ist eher warum es manchmal PTBS und manchmal KPTBS drauf steht ob das einer weiß und selber kennt. Es gibt ja einen neuen ICD aber es wird nach dem ICD10 noch geschrieben und da ist alles unter PTBS.
Hm.. also für mich persönlich sind diese "Diagnosen" z.B. auch nicht wichtig, solange die Leute auf meine Beschwerden eingehen. "Paranoide Schizophrenie" .. wurde da auch schon häufig mal anders "umschrieben". Aber auch nicht mehr. Und geändert wurde es auch nie. Dass das dann Depression, PTBS, Realitätsverlust, Halluzinationen usw. in manchen Phasen beinhaltet, und eigentlich danach evtl. eher "nur" noch "Depression", "Ängste" und "PTBS" wären.. wenn man nicht akut ist.. naja.. ist ja auch allen egal. Zudem sieht es eben jeder Arzt dann auch etwas anders, was dann "Schwankungen" in den Diagnosen zur Folge haben kann. Kommt ja auch drauf an, welchem man wieviel und was genau erzählt hat, oder erzählen konnte.
Und ja, für mich sind es übrigens auch andere Gedanken und andere Auslöser, und andere "Methoden", wenn man eher seit der Kindheit leidet. Ich denke, die "Zeit" spielt allgemein auch eine große Rolle. Je länger man etwas hat.. desto schwerer, "festgefahrene" Ansichten loszuwerden. Und wenn etwas seit der Kindheit beschäftigt, ist es evtl. auch wirklich "schwieriger", weil man es dann unter Umständen schon immer "so" betrachtet hat. Da kennt man es evtl. nicht "besser". Wo andere auf eine Zeit "zuvor" blicken könnten.. hat man da evtl. weniger etwas zum daran "festhalten". Also ka.. finde ich bei KPTBS und PTBS dann schon "ähnlich", aber wie gesagt.. doch "schwieriger" bei KPTBS.. auch wenn es wohl bei beidem um "verarbeiten" und "loslassen" geht.
Man sagt zwar häufig, man solle nicht irgendwie "vergleichen", ist für jeden "gleich" schwer. Ja.. aber es gibt eben doch "Unterschiede". Ist ja zB auch etwas anderes, ob ich in meinem Fall - für andere - häufig in "irrealen" Horrorfilmen z.B. gefühlt mehrere Leben lange gefangen war.. oder ob man "realen" Problemen gegenübersteht. Dummerweise sind die "irrealen" Dinge aber in akuten Phasen von Psychosen auch "real".. was dann eben eine PTBS zur Folge haben kann.. die viele Psychiater dann auch nicht "anerkennen". Darüber redet man auch oft nicht, weil es ja eh als "irreal" abgestempelt wird. Ist ja nicht wirklich passiert. Naja.. "doch". So steht man dann mit der PTBS meist alleine da.
Zitat von Hotin: Kann es bei psychischen Erkrankungen überhaupt eine Heilung geben?
Aus meiner Sicht.. "ja". Aus schulmedizinischer Sicht.. oft "nein". Da heißt es sehr häufig "man müsse mit den Dingen leben". "Schizophrenie" ist ja z.B. auch eine Diagnose bei der man sagt, es kann immer zu einem Rückfall kommen. Auch, wenn man gerade nicht akut ist. Eine "chronische" Psychose eben.
Wenn ich das selbst glaube.. wird es auch so sein. Weil ich mich dann nie als "gesund" betrachten könnte.. und den Ärzten "glaube", dass ich immer rückfällig werden kann. Somit würde immer ein Zweifel bestehen bleiben. Hätten sie das nicht von Anfang an gesagt.. wäre ich evtl. sogar längst "gesund".. weil ich dann nicht immer mehr Gründe für die "Krankheit" gesucht hätte.. sondern evtl. Gründe dafür, warum ich "gesund" bin. Hätte man mich damals einfach im Glaube gelassen, es war ein Horrorfilm, der jetzt einfach vorbei ist.. und mir nicht zig Medis eingetrichtert.. und den Glaube, ich werde nie wieder gesund werden.. wäre das sicher anders gelaufen.
Ich sage ja oft auch.. "offener Dialog" in Finnland.. 80% "Heilquote".. fast ohne Medis. Für mich im Grunde genug "Beweis", dass man psychische Krankheiten auch "heilen" kann. Bei uns wird oder wurde ja lange sogar NLP in Frage gestellt, obwohl NLP bei jeder "Gesprächstherapie" stattfindet. Und bei jedem "Umdenken". Man braucht eben so lange andere Ansichten, bis diese fürs Unterbewusstsein "normal" werden, und man nicht mehr über diverse "Vergangenheiten" nachdenken "muss".. weil neue, positive Dinge.. diese "überlagern".
Genau das wäre für mich dann auch die "Heilung".. nicht mehr daran denken zu "müssen". Und wenn was hoch kommt.. schon eine Antwort für sich zu haben, so, dass es auch zügig wieder losgelassen werden kann.. oder/und eben ohne Gefühle darauf blicken zu können.. oder sogar über manches im Nachhinein "lachen" zu können.
Zitat von Hotin: "Toll, was ich schon alles kann. Was ich bereits gelernt habe"
Das wäre für mich z.B. auch noch kein "geheilt" sein, sondern ein Zwischenschritt auf dem Weg zur "Heilung"... da der Gedankengang dann wohl eher noch wäre: "Toll, was ich
schon alles kann.. was ich bereits gelernt habe..
obwohl ich ja krank bin". Ich betrachte mich selbst z.B. als "geheilt", wenn ich sagen kann "ich könnte wieder alles tun, wenn ich wollte". Da wäre die einzige Beschränkung, ob ich etwas tun möchte, oder nicht.
Sry.. die 2 Themen.. "Diagnose" und "Heilung" .. gehen und gingen mir natürlich auch sehr lange nach. Auch, dass man es nur nach mehrmaligem erwähnen bei mir auch als "PTBS" betrachten konnte.. aber die "Diagnose" bekomme ich trotzdem nicht. Da ja die Schizophrenie irgendwie alles beinhaltet. Keine Ahnung. Wie gesagt.. daher sind mir Diagnosen mittlerweile auch egal. Sollen sie auf den Zettel schreiben, was sie wollen. Meine Psychiaterin hat zB auch oft bei Gesprächstherapien den Bericht von vorher einfach kopiert, und das Datum geändert.. über Jahre hinweg. Hab das irgendwann mal alles angefordert, und erst dann gesehen.
Ja.. und da mich das auch Jahre beschäftigt hat.. auch hier ein paar mehr Zeilen dazu
Euch noch einen schönen Abend
🍀