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PDF Ratgeber Panikattacken von Dr. Doris Wolf

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Symptome bei Panikattacken
Eine Panikattacke ist ein Zustand intensiver Angst. Die Panikattacke beginnt abrupt und völlig unerwartet und erreicht innerhalb weniger Minuten ihren Höhepunkt. Sie dauert einige Minuten an, nur selten aber länger als 30 Minuten. Die Panikattacke wird begleitet von unterschiedlichen Körpersymptomen, die jedoch nicht alle bei jedem Menschen mit einer Panikstörung auftreten und die auch nicht alle als gleich bedrohlich erlebt werden.
Kennzeichen einer Panikstörung sind wiederkehrende intensive Panikattacken.
Panikattacken zeichnen sich insbesondere durch diese Merkmale aus:
- intensive Angst bis hin zu Todesangst
- plötzliches, spontanes Auftreten, aus heiterem Himmel
- sie erreichen innerhalb weniger Minuten einen Höhepunkt und dauern mindestens einige Minuten bis hin zu 30 Minuten.
Panikattacken äußern sich in Gedanken, Gefühlen, körperlichen Reaktionen und dem Verhalten.
a) Gedanken
Die Gedanken kreisen darum,
- dass man sterben könnte,
- dass man eine schwere Erkrankung wie z.B. einen Hirntumor oder einen Herzfehler haben könnte,
- dass man die Kontrolle über sich verlieren könnte,
- dass man in Ohmacht fallen könnte,
- dass man ersticken könnte.
b) Gefühle
- Angst, Kontrolle zu verlieren
- Angst zu sterben
- Panik
- Angst, verrückt zu werden
c) körperliche Reaktionen
Körperliche Symptome treten immer auf, aber nicht jeder hat jedes Symptom.
- Herzklopfen, Herzrasen
- Schweißausbrüche
- Zittern
- trockener Mund
- Atembeschwerden
- Beklemmungen in der Brust, Erstickungsgefühle
- Übelkeit, Erbrechen
- Schwindel, Schwäche oder Benommenheit
- Eindruck, alles sei unwirklich
- Hitze- oder Kältegefühl
- Gefühllosigkeit, Taubheit oder Kribbeln
- verschwimmen vor den Augen
- Gefühl, auf unsicheren Beinen zu stehen
d) Verhalten
- Meidung von Orten und Situationen
Die körperlichen Symptome (insbesondere Herzrasen, Schwindel und Atemnot) werden als so unangenehm und lebensbedrohlich empfunden, dass Betroffene eine starke Angst vor solchen Panikattacken entwickeln und beginnen, Situationen zu meiden, in denen ihre Panikattacken auftreten könnten. Man spricht dann von einer Panikstörung mit Agoraphobie.
Zunächst meiden Betroffene meist die Situation, in der die Panikattacke zum ersten Mal aufgetreten ist, später dann auch andere Situationen. Überall dort, wo sie keine Fluchtmöglichkeiten sehen, unangenehm auffallen könnten oder glauben, nicht ärztlich versorgt werden zu können, macht sich Meidung breit.
Die als lebensbedrohlich erlebten körperlichen Symptome von Panikattacken (Herzrasen, Schwindel und Atemnot) führen zu Todesängsten und der Angst, die Kontrolle zu verlieren oder verrückt zu werden. Diese Erfahrung ist so traumatisch, dass Betroffene fortan ängstlich in sich hineinhören, ob sich wieder ein solcher Anfall ereignen könnte. Das Vertrauen in ihren Körper geht verloren und die Angst macht sich breit, sie könnten solche Anfälle wieder erleben und daran sterben.
Dies erklärt, warum Menschen mit einer Panikstörung ein sehr großes Sicherheitsbedürfnis haben. Sie brauchen immer wieder die Bestätigung von Ärzten, dass sie organisch gesund sind und ihnen nichts passieren kann. Und sie entwickeln eine erhöhte Sensibilität gegenüber ihrem Körper. Sie horchen ständig in sich hinein und beobachten ihren Körper genau. Kleinste körperliche Veränderungen oder Unregelmäßigkeiten, denen sie früher keine Beachtung geschenkt haben, werden nun als Anzeichen einer lebensbedrohlichen Erkrankung oder einer neuerlichen Panikattacke angesehen.
Dadurch, dass harmlose körperliche Symptome als lebensbedrohlich bewertet werden, kommt es zur Verstärkung dieser und anderer Symptome und dies bestätigt Betroffene noch mehr in ihrer Befürchtung, dass mit ihnen etwas nicht stimmt. Ein gedanklicher Teufelskreis, aus dem Betroffene nur schwer ausbrechen können.
Dies hat weitreichende Folgen.
- Suche nach Hilfe:
Sie gehen nicht mehr alleine aus dem Haus, fahren nicht mehr alleine Auto.
- Einsatz von Hilfsmitteln:
Sie nehmen Hilfsmittel für den "Ernstfall" mit, z.B. das Handy, die Rufnummer des Arztes, etwas zu essen, Beruhigungsmittel, etwas zu lesen
- Sicherheitsmaßnahmen
Sie setzen sich bei Veranstaltungen immer an den Rand, suchen in einer fremden Stadt nach der Nummer des Notarztes, ...
- Einnahme von Suchtmitteln
Sie nutzen Psychopharmaka, Alkohol, Essen oder Drogen, um die Angst zu lindern.
- Ablenkung
Sie versuchen sich abzulenken durch Unterhaltung, Rätsel, lesen, singen, Radio hören, ...
Panikattacken sind heilbar. Wenden Sie sich an einen erfahrenen Psychotherapeuten und lassen sich helfen. Sie sind weder verrückt noch müssen Sie mit Panikattacken leben. Es gibt Hilfe. Die alleinige Einnahme von Medikamenten ist keine Lösung! Diese lindern bestenfalls die Symptome der Panikattacken, können diese jedoch nicht heilen.
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