▷ Hyperhidrose: Behandlung & Therapie bei starkem Schwitzen

Hyperhidrose Behandlung

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Hilfe, Behandlung & Therapie bei starkem Schwitzen

Menschen mit Hyperhidrose leiden unter übermäßigem Schwitzen – sie haben also das Problem, dass sie mehr als andere Menschen schwitzen, und zwar oft derartig, dass sie darunter leiden. Da Schweiß in unserer Gesellschaft allgemein als eklig empfunden wird, schämen sich die Betroffenen aufgrund ihres vermehrten Schwitzens in Achselhöhlen, an Händen, Füßen oder sogar am ganzen Körper.

Dabei ist die Hyperhidrose bei den Betroffenen unterschiedlich stark ausgeprägt und reicht von wenig Feuchtigkeit bis hin zu tropfendem Schweiß. Eine Behandlung der Hyperhidrose ist allerdings möglich.

Wie kann eine Hyperhidrose behandelt werden?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Hilfe zur Überwindung einer Hyperhidrose. Da gäbe es zum einen die psychologische Behandlung des Schwitzens, zum anderen die medizinische.

Wie sieht eine psychologische Behandlung der Hyperhidrose aus?

Bei der Hyperhidrose spielt die Psyche der Betroffenen eine wichtige Rolle.

1. Verglichen mit Menschen, die nicht unter überstarker Produktion von Schweiß leiden, fangen die Betroffenen generell schnell an zu schwitzen. Bei seelischen Belastungen, Angst- oder Ärgergefühlen und/oder Stress setzt bei ihnen die Schweißproduktion ein.

2. Durch Scham und Ärger über das Schwitzen entstehen wiederum Angst und Anspannung. So schwitzen die Betroffenen tendenziell noch mehr – ein echter Teufelskreis.

Eine kognitive Verhaltenstherapie hilft den Betroffenen dabei, ihre Psyche zu stabilisieren und so nicht mehr so schnell mit dem Schwitzen anzufangen. Wichtig ist, dass der seelische Druck abgebaut wird – die Betroffenen müssen sich selbst akzeptieren und die Angst vor der Bewertung durch andere Menschen abbauen. Mittels Entspannungs- oder Atemübungen lernen sie, sich zu beruhigen, bevor sie mit dem Schwitzen anfangen. Die Betroffenen müssen erkennen, dass es einen starken Zusammenhang zwischen den eigenen, ängstlichen Gedanken und der Hyperhidrose gibt – denn die Gedanken der Betroffenen, die starke Angst vor dem Schwitzen ist es oft erst, die dann zusätzlich die Schweißproduktion anregt. Mit positiveren Denkmustern lässt sich aber gezielt dagegen ansteuern.

Was passiert bei einer medizinischen Behandlung der Hyperhidrose?

Es ist möglich, eine Hyperhidrose medikamentös zu behandeln. Hierbei kommen Medikamente zum Einsatz, die verhindern, dass die Schweißdrüsen dazu veranlasst werden, Schweiß zu produzieren. Auf diese Weise schwitzen die Betroffenen dann weniger, müssen aber auch mit starken Nebenwirkungen leben – Übelkeit, Verstopfung oder Schwindelgefühle kommen häufig vor. Ein Beispiel für ein wirksames Medikament ist Odaban.

Botox bei Hyperhidrose?

Es ist möglich, eine Hyperhidrose mit Botox zu behandeln. Botox verhindert, dass die Schweißproduktion überhaupt erst beginnen kann. Es ist allerdings notwendig, etwa jedes halbe Jahr zu spritzen, damit die Betroffenen dauerhaft weniger schwitzen. Zudem ist die Behandlung auch relativ teuer.

Behandlung der Achseln

Die Behandlung der Achselhöhlen erfolgt bei Betroffenen nicht nur durch Botox. In erster Linie werden meist sogenannte Achselpads verwendet. Diese Pads vermeiden zwar, dass sich Schweißflecken auf der Kleidung bilden, bekämpfen aber nicht die Ursachen der Schweißproduktion. Sie sind zudem ebenfalls eher teuer. Wer nicht so stark unter dem Schwitzen leidet, der sollte es mit Gerbstoffbädern probieren oder mit aus Eichenrinde gemachtem Gerbstoff-Puder.

Eine wirksame Behandlung, die allerdings die Haut reizen kann, ist das Tränken der Haut unter den Achseln mit einer Lösung aus Aluminiumchlorid. Die Schweißdrüsen werden damit verstopft und die Betroffenen schwitzen weniger.

Ist Aluminiumchlorid krebserregend?

In den Medien wurde vor einiger Zeit darüber diskutiert, dass der Wirkstoff Aluminiumchlorid, welcher in verschiedenen Deos und Mitteln zur Bekämpfung eingesetzt wird, krebserregend sei. Thema ist, dass durch das Einsprühen der Achseln, Brustkrebs ausgelöst werden könne. Auch in dem empfohlenen Mittel Odaban ist eine Aluminiumchlorid-Hexahydrat-Lösung enthalten. Wir können an dieser Stelle jedoch kein Urteil darüber abgeben, ob Aluminiumchlorid nun wirklich Krebs auslösen kann. Wir möchten Sie vielmehr dazu ermutigen, sich darüber zu informieren.

Behandlung von Händen und Füßen

Auch hier können wieder ein Gerbstoffbad oder Eichenrinden-Gerbstoffpuder helfen, wenn nur leicht übermäßig geschwitzt wird.

Möglich ist es, Hände und Füße mit der sogenannten Iontophorese zu behandeln, die die Schweißdrüsen verstopft. Das Prinzip ist einfach: Es werden Schalen mit Wasser aufgestellt, die mit einer Gleichstromquelle verbunden sind. Durch das Tauchen von Händen oder Füßen in das Wasser schließt sich der Stromkreis. Wirksam ist diese Methode allerdings nicht bei sehr schweren Fällen der Hyperhidrose. Die Behandlung darf außerdem nicht einfach wieder abgesetzt werden, denn dann kommen die Symptome wieder.

Die Hyperhidrose Operation

Wer unter sehr schwerer Hyperhidrose leidet, der kann sich für eine endoskopische thorakale Sympathektomie (ETS) entscheiden, bei der Nervenknoten und Nervenfasern mittels Operation (subkutanen Saugkürettage) ausgeschaltet werden. Da diese Behandlung allerdings starke Nebenwirkungen hat, ist ein solcher Schritt gut zu überlegen. Allerdings ist die Erfolgsquote enorm hoch. Doch es ist auch Vorsicht geboten. Bitte hier lesen: kompensatorisches Schwitzen.

Selbsthilfe Tipps und Ratschläge – Was können Betroffene selbst tun?

  • regelmäßig mit Deoseife duschen
  • bei Schwitzen unter den Achseln die Achselhaare rasieren
  • Nikotin, Alkohol, Kaffee und Tee sowie Cola vermeiden
  • allgemein heiße Getränke und sehr heißes Essen vermeiden
  • keine scharfen Gewürze essen
  • atmungsaktive Schuhe und Kleidung tragen
  • Kreislauf trainieren (Wechselduschen oder Sauna)
  • Deo mit Aluminiumchlorid nutzen
  • Salbei hilft bei weniger starkem Schwitzen
  • wer an den Füßen schwitzt, sollte oft barfuß gehen
  • viel trinken

Aber nicht nur diese praktischen Tipps helfen. Auch psychologische Strategien können weiterhelfen.

  • Entspannungstechniken erlernen
  • Atemtechniken erlernen
  • Eine Selbsthilfegruppe besuchen
  • psychische Ursachen des Schwitzens finden und angehen
  • genug Schlafen
  • oft bewusst entspannen
  • systematische Stärkung des Selbstbewusstseins

Wer unter Hyperhidrose leidet, sollte auf jeden Fall nicht nur die oben genannten Strategien zur Selbsthilfe nutzen, sondern sollte sich auch professionelle Hilfe suchen. Das ist vor allem deswegen wichtig, damit sich die Betroffenen nicht allein gelassen fühlen mit ihrem Problem – das wäre unnötig, denn eine Behandlung der Hyperhidrose ist möglich. Wer also zu stark schwitzt, sollte sich eingehend beraten lassen, um herauszufinden, woher die Hyperhidrose kommt und was am besten helfen kann – da das Schwitzen unterschiedliche Ursachen hat, ist es wichtig, individuell darauf zu achten, dass die Betroffenen die Hilfe bekommen, die sie brauchen.

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