Symptome der sozialen Phobie

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Wie äußert sich eine soziale Angst?

Unter einer sozialen Phobie versteht man die Furcht vor der Bewertung, Ablehnung oder Demütigung durch andere Menschen. Die soziale Angst tritt, wie der Begriff schon sagt, in sozialen Situationen, also in Gegenwart anderer Menschen auf. Sie tritt häufig auf beim gemeinsamen Essen, beim Sprechen in der Öffentlichkeit, bei Konferenzen, Vorträgen und Festen, beim Schreiben, bei Prüfungen. Die soziale Phobie kann sich in Gedanken, Gefühlen, körperlichen Reaktionen und dem Verhalten äußern.

Menschen mit einer sozialen Phobie haben nicht generell Angst vor ihren Mitmenschen. Sie haben hauptsächlich Angst in kleinen Gruppen, in denen sie (unangenehm) auffallen und unter der Beobachtung der anderen stehen könnten.

a) mit der sozialen Phobie verbundene Gedanken
Die Gedanken kreisen um die Reaktion anderer,
- dass sie nicht in Ordnung sind und andere dies bemerken,
- dass sie sich blamieren,
- dass ihr Verhalten peinlich ist,
- dass andere sie auslachen,
- dass andere sie ablehnen,
- dass andere sie als Versager sehen
- dass sie Versager und unfähig sind
- dass sie schwitzen, erröten oder zittern könnten
- dass sie die Kontrolle verlieren könnten
- dass andere ihre Angst bemerken und schlecht von ihnen denken könnten
- dass andere sie meiden könnten
- dass sie mit anderen nicht zurechtkommen könnten
- dass andere sich von ihnen abwenden könnten, wenn diese erkennen, wie sie wirklich sind
- was andere von ihnen denken könnten

Viele Betroffene haben morgens immer wieder die gleichen Gedanken:
Wie wird der Tag? Bist du gut gelaunt? Bist du locker genug, sodass du einen Zugang zu den anderen bekommst? Mögen dich die anderen? Lästern sie über dich? Wie komme ich bei den anderen rüber? Akzeptieren die mich so wie ich bin? Werden sie wieder über mich reden?

Beim Umgang mit anderen habe ich grundsätzlich nur einen Gedanken: Was denken dir von mir? Was denken Sie, wenn ich mich bewege, was denken sie, wenn ich was sage? Und wie ich es sage? Ich denke nur an die Wirkung von dem was und wie ich es tue, dass ich mich gar nicht darauf konzentriere, was ich eigentlich mache bzw. sage. Ich denke immer, ich mache mich irgendwie lächerlich oder blamiere ich.

b) mit der sozialen Phobie verbundene Gefühle
Das häufigste und stärkste Gefühl ist die Angst:
Angst vor unkontrollierten Bewegungen und Körperreaktionen wie Zuckungen im Gesicht, unsicheres Gehen, Schwanken,
Angst vor nervösen Reaktionen wie gekünsteltes Lachen, Weinen
Angst zu erbrechen
Angst vor Enttäuschung und Verletzung
Angst, andere anzusprechen
Angst, anderen zu begegnen
Angst vom Umfeld nicht anerkannt zu sein
Angst, dass sich andere lustig oder lächerlich über einen machen
Angst vor blöden Kommentaren
Angst, dass der Gesprächsstoff ausgeht
Angst, für langweilig gehalten zu werden
Angst, andere könnten merken, dass man minderwertig ist
Angst, andere könnten einem zuschauen und man könnte sich blamieren

Weitere Gefühle sind:
Ärger über sich selbst, dass man so sensibel ist. Man fühlt sich überall unverstanden und fremd, Unsicherheit, Scham, Verlegenheit, Depressionen

c) mit der sozialen Phobie verbundene körperliche Reaktionen
Erröten
Zittern
Harn- oder Stuhldrang oder Durchfall
Herzklopfen bis hin zu Herzrasen
Schwitzen
Übelkeit bis hin zu Erbrechen
Atemnot
Bauch- und Kopfschmerzen
Nervöser Magen
Anspannung, Verspannung, Verkrampfungen
Gehunsicherheiten
Innere Unruhe
Sprachlosigkeit
Schluckbeschwerden
Versprecher
Trockener Mund
Hyperventilation
Manchmal auch Panikattacken

d) mit der sozialen Phobie verbundenes Verhalten
- Meidung sozialer Situationen
- Flucht aus sozialen Situationen
- ständige kritische Selbstbeobachtung
- Manchmal Versuch, die Angst durch Alkohol, Drogen oder Psychopharmaka zu dämpfen.

Wer unter einer sozialen Angst leidet, erkennt gewöhnlich, dass die Angst und sein Vermeidungsverhalten irrational und übertrieben sind, hat jedoch den Eindruck, sich nicht anders verhalten zu können. Der Leidensdruck ist sehr groß. Betroffene können bedingt durch die soziale Angst berufliche Chancen nicht wahrnehmen, ihre Fähigkeiten nicht entfalten, tun sich schwer, einen Partner zu finden oder haben Probleme in der Partnerschaft.

Die Versuchung, durch Alkohol oder Drogen die Kontaktangst zu lindern, ist groß. Schließlich macht der Genuss von Alkohol locker, entpannt und man ist mutiger. Wenn Alkohol jedoch regelmäßig zur Überwindung sozialer Angst eingesetzt wird, ist die Gefahr groß, dass erst eine psychische Abhängigkeit vom Alkohol eintritt und nach längerem Genuss eine körperliche Abhängigkeit.

Verzichten Sie auf Alkohol und Drogen als Lockermacher. Diese sind keine gesunde Lösung für die Bewältigung einer sozialen Phobie, auch wenn sie kurzfristig helfen.

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