▷ Soziale Phobie Symptome - die Angst erkennen

Symptome der sozialen Phobie / Angst

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Die soziale Angst - woran erkennt man sie?

Die soziale Phobie bezeichnet die Angst davor, sich im Mittelpunkt der allgemeinen Aufmerksamkeit zu befinden – besonders ausgeprägt ist dabei oft die Furcht vor Blamagen und peinlichen Situationen. Die Betroffenen haben es im Alltag schwer, da ihre Ängste sie stark beschäftigen und einschränken.

Ganz alltägliche Aktivitäten, wie etwa Arbeiten, Busfahren, Einkaufen oder ein Kinobesuch, können zur Herausforderung werden. Diese Kontaktangst äußert sich durch die verschiedensten Symptome, die auch von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich sein können. Man unterscheidet hierbei auch zwischen körperlichen und psychischen Symptomen.

Die körperlichen Symptome bei der Angst vor Menschen

Da die körperlichen Symptome bis hin zu regelrechten Panikattacken reichen können, glauben viele Betroffene, dass sie krank sind oder ihnen etwas fehlt. Der Begriff Kontaktangst oder soziale Phobie ist für viele nicht geläufig. Daher gehen sie mitunter häufiger zum Arzt, der allerdings keine körperlichen Ursachen für die Panikattacken finden kann. In Wahrheit steckt dann die Psyche und die Angst vor Menschen hinter diesen körperlichen Symptomen der ansonsten gesunden Patienten:

  • klopfendes Herz, beklemmendes Gefühl im Brustbereich,
  • sich kalt oder taub anfühlende, kribbelnde oder nervös zuckende Glieder, Zittern
  • Schwitzen, allgemein übersteigertes Wärme- und Kältegefühl
  • Schwindelgefühle, Gefühl der drohenden Ohnmacht
  • einfachste Dinge können nicht mehr abgerufen werden,
  • einem Gespräch kann nicht mehr gefolgt werden
  • Erröten, Stottern, den Faden beim Reden verlieren, das Gefühl zu erstarren
  • Übelkeit, Unwohlsein, Krämpfe im Bauch, ein Gefühl von Trockenheit im Mund

Die häufigsten psychischen Symptome der Kontaktangst

Die psychischen Symptome der sozialen Phobie belasten die Betroffenen stark, da die Gedanken und Gefühle vor allem in der jeweiligen Situation als übermächtig empfunden werden. Der Betroffene ist nicht in der Lage, sich von seinen negativen Gedanken gegenüber anderen Menschen zu lösen und in sich selbst positive Gefühle auszulösen. Vor allem die folgenden Gefühle, Gedanken und Ängste herrschen vor:

  • die Angst vor Blamagen und peinlichen Situationen oder davor, ausgelacht zu werden
  • das Gefühl, unbeliebt, unattraktiv, inkompetent, langweilig, seltsam zu sein
  • das Gefühl, unter Beobachtung zu stehen oder permanent angeschaut zu werden
  • Ängste, unsicher zu wirken, wirr daherzureden, nicht verstanden zu werden,
  • die Angst davor und das Gefühl schlechter zu sein als andere und nicht dazuzugehören
  • das Gefühl, eine in irgendeinem Sinne unschöne Stimme zu haben
  • die Angst vor Zurückweisung oder Ablehnung
  • die Sorge darüber, was Andere wohl über einen sagen könnten, wenn man nicht dabei ist
  • das Gefühl, nicht ernst genommen zu werden und irrelevant oder uninteressant zu sein
  • der Gedanke daran, „weg“ zu wollen, eine Entschuldigung zu finden, zu gehen

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es – was kann man tun?

Es gibt viele Möglichkeiten eine Angst vor Menschen zu behandeln. Unabdingbar hierfür ist jedoch, dass sich die Betroffenen auch helfen lassen möchten. Eine medikamentöse Behandlung sollte bei der Therapie einer Kontaktangst nur als unterstützende Maßnahme fungieren – wichtig sind hier vor allem Verhaltenstherapien oder Konfrontationstherapien und Trainings, in denen die Menschen aktiv lernen, mit ihren Ängsten umzugehen und ihren Alltag wieder zu meistern. So sind beispielsweise Entspannungsübungen von Nutzen, da Betroffene oft permanent mit ihrer Angst beschäftigt sind und an ein entspanntes und freies Leben gar nicht mehr zu denken ist.

Zu den erfolgreichsten Therapiemöglichkeiten einer sozialen Angst gehört die kognitive Therapie, in der erlernt wird, inwiefern die eigenen Gedanken Einfluss auf die Gefühle und Verhaltensweisen haben. Hierbei geht es darum, konkrete Situationen zu lösen, die hier und heute auftreten. Als beste Methode hat sich herausgestellt, wenn eine kognitive Therapie mit einem Training sozialer Kompetenzen, sowie einer Konfrontationstherapie verbunden werden – dabei werden die Probleme nicht einseitig behandelt oder nur theoretisch analysiert, sondern es werden auch praktische Lösungsansätze geboten, die im Alltag aktiv angewendet werden können.

» Mehr zur Behandlung

Symptomatik Problem – Abgrenzung zu Schüchternheit

Es ist schwer zu sagen, wie viele Menschen in Deutschland in etwa unter einer sozialen Phobie leiden. Die Grenzen zwischen stark ausgeprägter Schüchternheit und einer leichten Phobie verlaufen nicht immer eindeutig. Schätzungsweise leiden allerdings bis zu 10 Prozent der Deutschen unter dieser besonderen Form der Angst. Zu hoffen bleibt, dass eine soziale Phobie ähnlich etwa den Depressionen oder auch dem Burn-out-Syndrom, mehr ins Licht der Öffentlichkeit rückt, damit dieses Tabu, welches oft auf diesem Thema liegt, gelockert werden kann und über die Thematik sachlich aufgeklärt wird. Denn erfolgreiche Behandlungsmöglichkeiten zeigen: die Angst vor Menschen ist gut behandelbar!

Soziale Phobie Symptome
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