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Ursachen von Panikattacken

Nach dem Modell der kognitiven Verhaltenstherapie werden plötzlich auftretende Panikattacken nicht von äußeren Situationen verursacht. Betroffene haben den Eindruck, sie kämen aus heiterem Himmel. Meist lösen jedoch von den Betroffenen wahrgenommene Körperempfindungen und Gedanken die Panikattacken aus. Bisher gibt es noch keine Bestätigung der Annahme, dass Panikattacken erblich bedingt sind.

Die erste Panikattacke tritt häufig in einer chronischen Stresssituation auf, z.B. nach dem Verlust eines nahen Angehörigen durch Trennung oder Tod, in einer Mobbingsituation, Überforderung im Beruf.

Die Panikattacke äußert sich in den unterschiedlichsten körperlichen Symptomen. Die körperlichen Symptome können Folgen von starken Gefühlen wie Ärger oder Wut, Erregung, körperlicher Anstrengung, Koffein, Hitze, Enge, und ähnlichem sein. Der Betroffene nimmt diese körperlichen Symptome wahr und bewertet sie als Hinweis auf ein ernst zunehmendes gefährliches gesundheitliches Problem. Er sieht sich in Lebensgefahr.

Nach einer Panikattacke geht das Vertrauen in den eigenen Körper verloren. Der Betroffene beginnt, sich zu beobachten, und ruft sich immer wieder die Situation in Erinnerung, in der er die erste Panikattacke hatte, und baut Erwartungsangst auf. Besonders in Situationen, in denen er Zeit zum Nachdenken hat, beschäftigt er sich mit diesen Katastrophenphantasien.

Aufgrund der verstärkten Selbstbeobachtung und der als gefährlich eingestuften Symptome kommt es zu vermehrten körperlichen Symptomen und Ängsten und schließlich zu weiteren Panikattacken. Oftmals ist sich der Betroffene seiner negativen Gedanken und Katastrophenphantasien nicht bewusst.

Generell ist es so, dass Betroffene sich verstärkt beobachten, kleinste körperliche Veränderungen wahrnehmen und als Gefahr bewerten. Meist wurde die verstärkte Konzentration auf den Körper und die Bewertung kleinster Veränderungen als gefährlich in der Kindheit gelernt.

Die folgenden Faktoren begünstigen die Entstehung von Panikattacken:

- erhöhtes allgemeines Angstniveau, starke negative Gefühle wie Trauer, Wut
- körperliche Erkrankung, Erschöpfungszustand, hormonelle Schwankungen und Kreislaufstörungen, Medikamente, Drogen, Nikotin, Koffein
- Krisensituationen wie Trennung und Verlust, Partnerkonflikte, finanzielle Schwierigkeiten, Mobbing

Panikattacken und Agoraphobie sind heilbar. Wenden Sie sich an einen erfahrenen Psychotherapeuten und lassen sich helfen. Sie sind weder verrückt noch müssen Sie mit diesen Angstattacken leben. Es gibt Hilfe. Die alleinige Einnahme von Medikamenten ist keine Lösung! Diese lindern bestenfalls die Symptome der Panikattacken, können diese jedoch nicht heilen.

Wie sieht der Teufelskreis einer Angst-Panikattacke aus?

Menschen mit einer Panikstörung geraten sehr leicht in einen Teufelskreis von ängstlichen Gedanken, bedrohlich erlebten Körpersymptomen und Panikgefühlen. Kennen Sie das auch, dieses Aufschaukeln der Angst, dieses sich immer mehr in die Angst hineinsteigern? Vermutlich ja. Schauen wir uns diesen Teufelskreis etwas genauer an. Dies wird Ihnen helfen, Ihre Reaktionen bei einem Anfall besser zu verstehen.

Am Anfang des Teufelskreises steht die Wahrnehmung körperlicher Reaktionen. Sie spüren vielleicht ein Herzklopfen oder Herzstolpern oder einen leichten Schwindel. In Sekundenschnelle bewerten Sie diese Körpersymptome als Hinweis, dass Sie nicht gesund sind, dass Ihnen etwas fehlt. Oder Sie werten diese Symptome als erste Anzeichen für einen bevorstehenden Panikanfall, vor dem Sie sich fürchten. Ihnen schießen ängstliche Gedanken durch den Kopf wie:

Ich bekomme wieder einen Anfall.
Etwas stimmt nicht mit mir.
Was ist nur los mit mir?


Als Folge dieser ängstlichen Gedanken verspüren Sie Angst und da Angst immer von körperlichen Symptomen begleitet wird, nehmen Ihre Körpersymptome zu oder werden stärker, d.h. Ihr Herz schlägt noch schneller, Ihr Puls ist noch höher, Ihnen wird noch schwindliger.

Diese stärker werdenden Symptome bestärken Sie darin, dass mit Ihnen etwas nicht stimmen kann, ja, dass Sie vielleicht sogar in Lebensgefahr sind. Die Gedanken, in Lebensgefahr zu sein, werden immer drängender, die Bedrohung wird immer realer für Sie. Nun gehen Ihnen Gedanken durch den Kopf wie:

Ich bekomme einen Infarkt.
Ich sterbe.
Ich werde gleich ohnmächtig.
Ich habe einen Hirntumor.
Ich ersticke gleich.
Ich werde verrückt.
Ich bekomme einen Schlaganfall.
Ich verliere die Kontrolle über mich.
Ich drehe gleich durch.


Aufgrund dieser panischen Gedanken werden Ihre Körpersymptome noch stärker - Ihre anfängliche Besorgnis und Angst steigern sich zur Panik. Nun spüren Sie sogar noch weitere Symptome, die Sie anfänglich gar nicht hatten, - Sie zittern vielleicht, haben Hitzewallungen oder Kälteschauer, haben Atemnot, Ihnen wird übel, Sie haben Beklemmungsgefühle in der Brust, und, und, und.

Ihre Panikgedanken, Panikgefühle und Körperreaktionen haben von Ihnen Besitz ergriffen. Das Angstkaroussell dreht sich immer schneller und die Panikgefühle schaukeln sich immer mehr hoch.

Sie fühlen sich bestätigt, dass Sie krank sind und allen Grund haben, Angst zu haben. Waren Sie anfänglich - als Sie z.B. nur ein leichtes Herzstolpern spürten - nur besorgt, mit Ihnen könne etwas nicht stimmen, nun ist in Ihren Augen daraus die Gewissheit geworden, dass dem so ist. Warum sonst sollten Sie solch heftige körperliche Reaktionen spüren, wenn Sie gesund wären?

Tatsächlich aber befinden Sie sich nur in einem Teufelskreis von ängstlichen Gedanken und Körpersymptomen. Durch Ihre ängstlichen Gedanken über das Herzklopfen oder Herzstolpern haben Sie sich in Angst versetzt und dadurch diese Symptome verstärkt - und als Sie merkten, dass die Symptome stärker wurden, ja, dass neue hinzukamen, verwandelte sich Ihre Angst in Panik, da Sie nun z.B. dachten, einen Infarkt oder Anfall zu bekommen. Ihre Gedanken an einen Infarkt verstärkten Ihre Symptome noch mehr, usw. Ein Teufelskreis in dem Sie sich immer mehr verstrickt haben.

Das ist wie beim Domino Effekt, bei dem die Dominosteine so in einer Reihe aufgestellt werden, dass der Sturz des ersten Steins den zweiten, dieser den dritten, usw. umwirft. Es entwickelt sich eine Kettenreaktion, die dem Teufelskreis einer Panikattacke nicht unähnlich ist. Ist dieser erst einmal in Gang gesetzt, entwickelt er eine Eigendynamik und es fällt schwer, ihn zu stoppen.

Dennoch: es gibt Möglichkeiten diesen Teufelskreis zu durchbrechen oder erst gar nicht in ihn hineinzugeraten. Mehr darüber unter Panikattacken Behandlung.

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