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Symptome der Dysmorphophobie (Angst, Einbildung, hässlich zu sein)
Die Dysmorphophobie, die Angst bzw. Einbildung hässlich zu sein, äußert sich im Denken, in den Gefühlen, den körperlichen Reaktionen und dem Verhalten.
a) Gedanken
Die Betroffenen beschäftigen sich unentwegt in Gedanken mit ihrem Äußeren, was sie daran ändern könnten, um perfekt auszusehen und wie sie auf andere wirken und wie diese auf sie reagieren könnten.
Über sich selbst denken Betroffene:
Du bist hässlich, du siehst total Scheiße aus.
Ich kann machen, was ich will, ich bin und bleibe immer hässlich.
Du wirst nie jemanden abbekommen, wer will mit sowas wie dir zusammen sein?!"
Guck dich doch mal an! Was glaubst du eigentlich wer du bist, wer soll sich denn in dich verlieben?"
Kann ich auch einmal etwas richtig machen?
Kann ich auch einmal derjenige sein, der etwas Gutes, etwas Bewundernswertes vollbracht hat?
Ich bin nicht von Bedeutung. Ich würde auch gerne etwas Schönes oder Besonderes können oder sein. Ich muss immer im Hintergrund dahin dümpeln und dankbar für jedes bisschen Aufmerksamkeit sein.
Kann ich einmal der sein, zu dem andere aufschauen? Oder muss ich immer der belächelte, einsame Mensch bleiben, der nicht so wichtig ist?
Ich muss perfekt sein, sonst bin ich es nicht wert, geliebt zu werden, oder
Wenn ich nicht perfekt aussehe, dann liebt mich mein Partner nicht mehr.
Ich bin zu nichts zu gebrauchen. Es gibt Nichts was ich gut kann
Ich bin eine talentlose, ekelhafte, widerliche, verabscheuenswerte Gesichtsbaracke und ich kann nichts dran ändern.
Ich bin ein Alptraum!
Wenn sie mit anderen zusammen sind, gehen ihnen Gedanken durch den Kopf wie:
Die Leute glotzen mich an und machen sich über mich lustig.
Die Leute reden über mich.
Warum starren mich alle an?
Warum machen sich alle lustig über mich?
Diese bescheuerten Menschen lachen über mich. Das ist ja normal, sich über hässliche Menschen lustig zu machen.
Angesichts solcher Gedanken ist es nicht verwunderlich, wenn sie sich total mies fühlen.
Die häufigsten negativen Gefühle sind:
Depressionen
Selbstunsicherheit
Minderwertigkeitsgefühle
Angst vor Ablehnung
Angst, etwas falsch zu machen, verlassen zu werden, zu enttäuschen
Angst auf andere Leute zuzugehen
Angst vor körperlicher Nähe und Sexualität
Neidgefühle
Wut und Hass auf sich und andere
Einsamkeitsgefühle
Mutlosigkeit
Verzweiflung
Eifersucht
verletzt und angegriffen fühlen
Und natürlich haben solch negative Gedanken und Gefühle eine Wirkung auf das Verhalten.
Das Aussehen wird zum Lebensmittelpunkt, ja, zum Lebensinhalt.
Wir betrachten und kontrollieren uns stundenlang im Spiegel oder können keine Spiegel ertragen.
Wir unterziehen uns Schönheitsoperationen.
Wir geben viel Geld für Schönheitsprodukte aus, um unsere vermeintliche Hässlichkeit zu kaschieren und möglichst gepflegt auszusehen, nach dem Motto: wenn du schon hässlich bist, dann musst du wenigstens gepflegt aussehen.
Wir verbringen mehrere Stunden am Tag damit, an unseren Aussehen zu feilen, um perfekt auszusehen und perfekt gepflegt zu sein.
Wir machen exzessiv Diäten und trainieren exzessiv im Fitnessstudio.
Wir kleiden uns als graue Maus, um keine Aufmerksamkeit auf uns zu ziehen.
Wir bekommen Suchtprobleme, etwa eine Kaufsucht oder Medikamentenabhängigkeit.
Wir entwickeln ein gestörtes Essverhalten wie Binge-Eating, Bulimie und Magersucht
Wir entscheiden uns gegen eine Partnerschaft aus Angst, der Partner könnte unseren Makel erkennen.
Wir vermeiden Aktivitäten, in denen wir im Mittelpunkt stehen.
Wir ziehen uns von anderen gänzlich zurück, entwickeln eine Sozialphobie.
Wir können keine Komplimente annehmen.
Wir sind Dauergäste bei Dermatologen, HNO- und Zahnärzten und Kosmetikern und wenn wir es uns leisten können, auch bei Schönheitschirugen.
Wir entwickeln Zwänge, etwa Zwangshandlungen wie ständiges in den Spiegel blicken, Waschen, Kontrolle der Frisur und des Äußeren.
Wir sind anderen gegenüber aggressiv.
Wir sind uns selbst gegenüber aggressiv, indem wir uns selbst verletzen.
Wir trinken viel Alkohol, um zu vergessen oder um lockerer zu werden und mit anderen zusammensein zu können.
Wir haben einen bösartigen und verletzenden Humor.
Wir bemühen uns besonders nett und lieb zu schauen und zu lächeln, um Ablehnung zu vermeiden.
Wir entwickeln eine feindselige Haltung gegenüber Männern oder Frauen.
Wir legen die Worte der anderen auf die Goldwaage.
Wir vergleichen uns ständig mit anderen, nur um festzustellen, dass diese attraktiver sind als wir.
Wir fragen andere immer wieder, wie sie uns finden, und hoffen, dass diese uns sagen, wir seien doch nicht so entstellt, wie wir uns empfinden.
Häufige soziale Folgen der Angst, hässlich zu sein
Fast alle Menschen, die unter einer Dysmorphophobie leiden, ziehen sich vom sozialen Leben mehr oder weniger zurück. In extremen Fällen verlassen sie über Monate, ja selbst Jahre hinweg, ihre Wohnung nicht mehr. Allenfalls nachts, wenn die Straßen leer sind oder wenn es absolut unausweichlich ist. Alles, was sie zum Leben brauchen, besorgen sie sich übers Internet oder das Telefon. Schüler gehen nicht mehr regelmäßig in die Schule, unternehmen nichts mehr mit Gleichaltrigen, die Kontakte zu Mitschülern beschränken sich auf das Handy.
Die meisten gehen nirgendwohin, wo viele Menschen sind, d.h. Discos, Schwimmbäder, Partys, Familienfeiern werden gemieden. Diejenigen, die noch rausgehen, können nicht auf andere zugehen und Kontakt aufnehmen. Sie sprechen niemanden an und hoffen, selbst auch nicht angesprochen zu werden.
DER BESONDERE TIPP FÜR BETROFFENE UND ANGEHÖRIGE
Hören Sie sich die MP 3 Beiträge zur Angst, hässlich zu sein, an.
Diese Beiträge sind auch als kostenlose Video Clips verfügbar.
Angst, hässlich zu sein Video
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