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Trennung ja oder nein?

201711.02




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Hallo zusammen,

ich habe ein Problem welches mich sehr belastet und ich leider keinen habe mit dem ich darüber sprechen kann. Wahrscheinlich wäre eine Psychologin die richtige Person, aber einen Termin zu bekommen ist so schwer, daher vllt. hier jemand der mich versteht.

Mein Freund (33) und ich (30) sind seit 8 Monaten zusammen. Soweit klappt alles ganz gut. Er ist sehr rücksichtsvoll, hilfsbereit, akzeptiert meine zwei kleinen Fellmonster :), hilft mir im Haushalt, was den Sex betrifft (was ja auch nicht unwichtig ist) könnte es besser auch nicht sein usw. Eigentlich könnte alles ganz schön sein, bis auf einige Punkte die mich so belasten, weil ich sie nicht aus meinem Kopf bekomme und damit gerade wohl die Beziehung gegen die Wand fahre.

Was mich extrem stört ist, dass er seit seiner Trennung von seiner Freundin bei seiner Schwerster wohnt die Zwillinge hat und alleinerziehend ist. Eigentlich war es nur vorübergehend gedacht, aber er findet keine Wohnung - sucht jetzt seit ein paar Monaten aber so richtig gestört hat es ihn wohl bisher nicht weil er damit eben auch Geld spart meint er und er möchte gerne bei sich im Dorf bleiben wo er auch seinen Verein hat und da wird nicht allzu oft eine bezahlbare Wohnung frei.

Zweiter Punkt allgemein seine Familie. Meine Ex Freunde hatten immer ganz liebe Eltern mit denen ich sehr gut ausgekommen bin. Sogar shoppen mit der Mutter meiner Ex-Freunde war nicht selten, gemeinsam Weihnachten feiern mit den Familien usw. Alle haben sich sehr gut verstanden, was ich sehr schön fande weil ich ein totaler Familienmensch bin.
Mein Freund und seine Familie ist komplett zerstritten, Eltern getrennt, kaum Kontakt, Mutter arbeitslos und beschimpft öffentlich irgendwelche Menschen, es herrscht fast nur Streit, Vater interessiert sich gar nicht für seine Kinder - ich würde sie als asozial bezeichnen. Genau deswegen hat mein Freund auch schon seit längerer Zeit den Kontakt zu seiner Familie bis zu seiner Mutter und Schwester (mit der er zusammen wohnt) abgebrochen - ihm ist seine Familie sehr peinlich und er möchte sie mir auch nicht vorstellen. Er sagt, er hat Angst dann auch abgestempelt zu werden.

Dritter Punkt ist meine eigene Mutter. Meine Mutter hat mich allein großgezogen. Gearbeitet wie für zwei, alles getan für mich, bin behütet aufgewachsen und meine Mutter wollte und will nur das BESTE für mich egal um was es geht. Als ich angedeutet habe, wie die famliären Verhältnisse meines Freundes sind war sie geschockt. Sie meinte, sowas hat sie sich für Ihre eigenen Tochter nicht gewünscht! Nicht solche Schwiegereltern! Sie wünscht sich wenn sie vllt. mal nicht mehr da ist Schwiegereltern für mich, die mich wie ihre eigene Tochter aufnehmen und wünscht sich auch ein Freund der mir etwas bieten kann im Leben. Mein Freund arbeitet handwerklich und verdient weitaus weniger als ich.

Ich merke, dass ich aufgrund der Situation einfach nur noch Zweifel in mir spüre und diese merken natürlich auch mein Freund. Ich bin letztes Jahr in meine eigene Wohnung gezogen. Eine sehr schöne Wohnung auf die ich sehr stolz bin und viel gearbeitet habe bzw. arbeite um mir diese leisten zu können.

Mein Problem sind einfach meine dauerhaften furchtbaren Gedanken, aus welchem Elternhaus mein Freund kommt, dass ich nie seine Eltern kennenlernen würde bzw. auch nicht meiner Familie zumuten will und kann. Was passiert wenn wir heiraten würden? Ich wüsste nicht wie ich meine Familien zusammenbringen soll, weil ich mit solchen Leuten einfach noch nie zu tun hatte und mir solche negativen Menschen auch nicht gut tun. Seinen Namen könnte ich niemals mit stolz annehmen. Unsere Kinder - würden die vllt. komplett nach seiner Familie kommen und auch so asoziale Gene bekommen oder sogar noch so aussehen wie die - wie Menschen die ich gar nicht kenne, die gleichen Gesichtszüge haben? JA SORRY, solche Dinge gehen mir durch den Kopf! :( Meiner Mutter habe ich klar gemacht, sie soll sich nicht mehr einmischen, aber ich merke an ihrem Tonfall es passt ihr nicht - das tut mir schrecklich weh.

Zu meinem Freund meinte ich, dass ich zumindest seine Schwester kennenlernen möchte bei der er wohnt. Er meinte nur sie ist nicht so der Typ der jemand einladet und irgendwann werd ich sie schonmal sehen. D.h. er ist eigentlich immer bei mir und ich war noch nie bei ihm und weiß gar nicht wie er so wohnt. Kenne seine Schwester und Neffen nur von Bildern. Eigentlich ist mir das auch völlig egal, ob sie es möchte oder nicht ICH will wissen wie und wo mein Freund mit wem wohnt und nicht nur auf Bildern sehen! Ist das denn nicht wenigstens mein gutes Recht?

Mein Freund kann mich auch verstehen und er meint ihm tut es auch sehr leid wie es ist und er würde es sich auch anders wünschen, aber ich merke, dass ich damit gar nicht klar komme. Aber er bedeutet mir halt viel und vermisse ihn auch wenn er nicht bei mir ist. Trotzdem hatten wir die letzten Wochen nur unnötige Diskussionen, weil er meinte er hätte das Gefühl er kann mir nichts mehr recht machen. Womit er vllt. auch recht hat...

Bei meiner Mutter hab ich mal angedeutet wir wollen eventuell wenn mein Freund keine Wohnung findet zusammenziehen. Also dass er zu mir zieht. Sie war so geschockt und meinte nur:"Klar, welcher Mann würde das nicht gerne. Tolle Wohnung, wunderschöne Möbel komplett bezahlt, nur die Hälfte Miete zahlen müssen und selber weniger verdienen als die Freundin". Ich bin daraufhin aufgestanden und habe das Haus meiner Mutter verlassen und die nächsten Tage fast nur geheult

Mein Freund und ich haben uns nun seit ein paar Tagen nicht mehr gesehen und wollen morgen über die Zukunft sprechen. Ich fühle mich total überfordert... Ich werde 31. Eigentlich wollte ich spätestens mit 30 ein Kind haben, einen festen Freund. Endlich mal einen wo es passt und jetzt stehe ich wieder hier mit meinen Gedanken und bin kurz davor mich vllt. Morgen von einem Mensch zu trennen der mir zwar viel bedeutet aber alles drum herum so extrem schwierig für mich ist und so weit weg von dem was ich mir wünsche.

Und ganz ehrlich ist es wirklich so, dass ich Zukunftsängte in mir habe. Ich habe nicht allzu viele Freundinnen und das stört mich auch nicht, weil ich nicht der Mensch bin dem das soooo extrem wichtig ist. Ich genieße gern mal Zeit für mich und genieße es alleine zu sein. Meine Mama ist eigentlich einer der wichtigsten Menschen in meinem Leben. Was ist wenn sie nicht mehr da ist? Dann habe ich vllt. einen Mann und wenn dem irgenwas passiert dann habe ich keinen mehr... Nicht mal in dem Fall Schwiegereltern. Habe große Angst mal irgendwann allein dazustehen und darf an sowas gar nicht denken. Mein Freund ist auch einer der extrem jammert wenn er krank ist und allgemein sehr sensibel ist, wahrscheinlich weil er selber wenig Zuneigung erfahren hat in der Kindheit - das überfordert mich oft auch und bin es eher gewohnt, dass ich jammere und meine Freunde so die starke Schulter für mich waren. Bisher habe ich mich bei den Eltern meiner Freunde auch immer so aufgefangen gefühlt, wenn ich mir das mal so überlege... Vielleicht weil ich selber ohne Papa aufgewachsen bin, hab ich es genossen mit der Familie von meinem Ex-Freund und den Geschwistern. Es war einfach so familiär, wunderschön an Weihnachten zusammen zu feiern - ich vermisse das so sehr. Gleichzeitig versucht mein Freund auch alles um mich zu halten, weil er merkt mir fehlt das aber er meint er kann es ja leider auch nicht ändern... Und damit hat er ja recht! Im Moment wird er dann auch oft sauer und schreibt sowas wie "ja ich weiß, ich bin nur der dumme Handwerker der weniger verdient als du, ein altes Auto fährt, keine eigenen Wohnung hat und eine asoziale Familie..."

Morgen wollen wir reden und ich weiß nicht was ich tun soll, mir laufen einfach nur Tränen über´s Gesicht. Für mich ist das alles sehr schwierig, weil ich selber sehr sensibel bin. Ich glaube sogar hochsensibel. Kann mir jemand einen Rat geben?

Viele Grüße

Auf das Thema antworten


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  11.02.2017 17:29  
Hallo,

wenn Du einen Menschen wirklich tief und innig liebst, sind solche Dinge wie Herkunft und Familie zweitrangig. Ein Mensch wird über das definiert was er tut, nicht woher er kommt.
Du solltest dich hinterfragen ob Du ihn liebst und vor allen Dingen deine Wertvorstellungen und Prioritäten definieren.

Ich denke Du machst dein Glück von zu vielen äusseren Faktoren abhängig. Ja das eine Familie ist eine große Ressource und eine schöne Sache. Aber da Du ohne deinen Vater aufgewachsen bist, halte ich es für gut möglich das Du da mehr Bedarf hast.

Auf der anderen Seite kann man keinen Kontakt abbrechen, wenn man mit jemanden zusammen wohnt. Nicht einmal wenn Du er nur in der Besenkammer wohnt. Spätestens beim schnappen des Wischmops wird man konfrontiert.
Wenn meine eigene Familie schädlich ist, würde ich den Wohnort auch verlassen. Verein hin oder her. Ein Verein ist für ihn eine wichtige Ressource, aber da er ein Auto hat könnte er dort auch vielleicht hinfahren?

Du solltest dich fragen ob er dich Liebt. Du solltest mit ihm zusammen besprechen wie jeder von euch sich eine Zukunft vorstellt, bzw. was für Wünsche er hat.

Du solltest für dich selbst herausfinden was Du willst, Prioritäten setzen, dich entscheiden und mit der Entscheidung leben (können).

Überstürzen würde ich nichts. Kommunikation ist wichtig.

Gruß
Cube

Danke1xDanke


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Status: Online online
  11.02.2017 17:48  
Hi,
ich denke auch am wichtigsten ist erstmal wie du ihn als Mensch unabhängig von seiner Herkunft und seiner Familie findest. Hast du das Gefühl er will sich bei dir ins gemachte Nest setzen, hast du das Gefühl es gibt Streit, weil er sich dir unterlegen fühlt? Meinst du ihr könnt das überbrücken?
Ob seine Familie zu dir passt finde ich nicht so entscheidend. Auch nicht, ob deine Mutter damit klarkommt. Natürlich ist es schön, wenn man die Familie mitheiratet und die eigenen Eltern den Partner lieben und man die Eltern des Partners liebt, aber leztlich würde ich davon nicht alles abhängig machen.
Schwieriger finde ich da schon eher, dass du eine starke Schulter suchst und Sorge hast, dass dein Freund dir da nicht genug Rückhalt bieten kann. Das würde mich eher belasten.
Seine Herkunft, seine Familie, deine Familie... all das kann dein Freund nicht ändern. Aber sein Verhalten zu dir, das muss passen und darauf hat er auch noch am meisten Einfluss. Frage dich, ob du mit diesem Menschen dein Leben verbringen willst, nicht mit seinen Eltern oder er mit deiner Mutter. Auch wenn ich den Wunsch durchaus verstehen kann, dass die Eltern den Partner mögen sollen. Aber vielleicht solltest du um dein Bedürfnis da zu decken nochmal in Ruhe mit deiner Mutter reden und ihr klarmachen, ob und warum dieser Mann der Richtige für dich ist, sobald du dir da sicher bist.
Dass man mit 31 einen gewissen Zeitdruck verspürt ist denke ich nicht ungewöhnlich, aber sollte nicht dazu führen überstürzte Entscheidungen zu treffen und sich an jemanden zu binden, der nachher doch nicht der Richtige ist. Man kann heutzutage auch noch mit 40 Kinder kriegen und dann lieber mit 40 sicher sein als mit 30 überstürzt. Aber das musst du natürlich auch für dich und mit deinem Partner entscheiden.
Und wie mein Vorredner schon sagte: Kommunikation ist super wichtig! Redet über alles, versucht euch in den anderen reinzuversetzen, sprecht eure Ängste offen aus und sucht gemeinsam nach Lösungen!
Alles Gute!





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  11.02.2017 18:25  
Vielen Dank für eure Antworten. Das ist ja auch das was mir zu denken gibt, wenn ich ihn wirklich richtig lieben würde dann müsste mir das doch völlig egal sein - ist es aber nicht, es belastet mich und lässt mich negativ in die Zukunft blicken.

Vielleicht ist es wirklich so, dass ich die komplette Familie in meinen Beziehungen suche, die ich selber nie wirklich hatte. So ein Zusammengehörigkeitsgefühl. Auch meine Mama so glücklich zu sehen zwischen mir und der Familie von meinem Ex Freund hat mich immer glücklich gemacht. Dass sich alle so toll verstanden haben, dass man irgendwie zu einer großen Familie geworden ist.

Mit der Schwester mit der er zusammenwohnt versteht er sich sehr gut, da gibt es keinen Streit, die halten zusammen. Er hat nur den Kontakt zu seinem Vater und der neuen Familie abgebrochen und fast komplett zu seiner Mutter. Für seine Schwester und ihre Kinder tut er auch sehr viel. Er geht am Morgen zum Bäcker, kauft für die ein, macht den Haushalt so wie er sagt... genau weiß ich es ja nicht, ich weiß nur das was er erzählt. Die restliche Familie wohnt nicht in dem Ort, die wohnen alle ein paar Orte weiter. Ich selber wohne ca. 20 km entfernt. Seine ganzen Freunde wohnen eben auch alle dort, aber er meinte schon dass er irgendwann halt dann mal Abstriche machen muss und von dort wegziehen würde. Er schaut sich auch in der Nähe von mir Wohnungen an, aber er bekommt nie eine Zusage - es geht einfach nicht voran. :(

Er sagt mir immer, dass er mich auf keinen Fall verlieren möchte und alles für mich tun würde. Mir tut das dann alles gleich noch mehr leid... Aber aus Mitleid kann man auch keine Beziehung führen. Er tut ja auch wirklich viel und versucht mir auch immer viel abzunehmen, aber es ist wie wenn mich das alles kalt lässt. Manchmal denk ich auch schon so wie meine Mutter oder habe wieder ihre Worte im Kopf "Klar tut er viel für dich, bei der Ausicht auf das was er bei dir hat würd ich das auch...".

Ich habe Angst die falsche Entscheidung zu treffen und mit 35 immernoch allein dazustehen. Ich hab das Gefühl mir läuft mit fast 31 die Zeit davon. Meine Bekannten kaufen Wohnungen/Häuser, heiraten, bekommen Kinder und ich stehe vor der nächsten Trennung und mach mir vielleicht so extrem viele Gedanken, dass ich ganz vergesse zu leben und mein Leben zu genießen. Oder mach mir Gedanken ob unsere Kinder mal nach seinen Schwiegereltern kommen könnten vom Charakter und Aussehen und frag mich wie ich das Kind dann lieben soll - das ist irgendwie auch nicht normal und sowas hab ich mir vorher auch NIE gedacht. :/

Es ist halt auch so, dass er so gutmütig ist, sensibel und man ihm sonstwas an den Kopf werfen könnte und er mir immernoch sagen würde er tut alles für mich. Er würde mir nie fremdgehen, mir nie richtig weh tun. Das ist zwar schön zu wissen und genau das was man sich als Frau wünscht, aber irgendwie will man doch auch mal dieses Gefühl haben für jemand bisschen kämpfen zu müssen oder eifersüchtig sein zu können.

Diese ganzen negativen Aspekte und das Feuer von früher welches nicht mehr so vorhanden ist lassen bei mir einfach die Gefühle für den Mensch so abflachen im Moment. Weil er einfach immer greifbar ist... Bzgl. dem zusammenziehen hat er nie von sicher selber gesagt, dass er gern zu mir ziehen würde, er meinte immer das sollte man nicht überstürzen. Ich glaube manchmal schon er fühlt sich mir unterlegen, oder denkt immer ich hätte ein Problem damit dass er weniger verdient - er hat leider auch nicht allzu viel Selbstbewusstsein und manchmal macht mich das so wütend dass es zum Streit kommt.

Natürlich kann man mit 40 noch Kinder bekommen, aber umso früher ich Kinder bekomme umso mehr bekomm ich von Ihrem Leben noch mit. So ist meine Denkweise. :(



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  11.02.2017 18:44  
Ok das mit der Schwester hatte ich anders verstanden.
Eine (bezahlbare) Wohnung zu finde ist bei der aktuellen Marktlage teilweise zäh.

Elfenkind1304 hat geschrieben:
Das ist ja auch das was mir zu denken gibt, wenn ich ihn wirklich richtig lieben würde dann müsste mir das doch völlig egal sein - ist es aber nicht, es belastet mich und lässt mich negativ in die Zukunft blicken.

Was ich damit meinte ist, dass dir seine Herkunft egal sein sollte. Liebe rechtfertigt aber nicht das man alles hinnimmt.

Zitat:
Oder mach mir Gedanken ob unsere Kinder mal nach seinen Schwiegereltern kommen könnten vom Charakter und Aussehen und frag mich wie ich das Kind dann lieben soll - das ist irgendwie auch nicht normal und sowas hab ich mir vorher auch NIE gedacht.

Das ist eine sehr harte Aussage. Die kann man in zwei Richtungen verstehen.
Gleiches Spiel. Wenn Du ein Kind liebst, ist es dir egal wie es aussieht. Charakter kann man beeinflussen. Von seiner Familie kann man sie beschützen.

Da du schon solche Gedanken hast, halte ich es für sehr wahrscheinlich, dass dir die Herkunft nicht egal ist.
Genau diese Einstellung spürt dein Partner. Aus diesem Grund solltest Du deine Gefühle auch hinterfragen.

Redet miteinander, hinterfragt eure Bedürfnisse und entscheidet euch. Klar Linien und Ehrlichkeit sich selber und dem Gegenüber sind wichtig.
Und zwar irgendwo zwischen überstürztem Handeln und Ambivalenz.

Meine Meinung ist mit Sicherheit nicht das Maß aller Dinge. Du solltest die verschiedene Meinungen anhören und aus allem das herausnehmen wo dich mit wohl fühlst.





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  12.02.2017 10:57  
Würde mich freuen wenn mir nochmal jemand was dazu schreibt.

Ansonsten, vielen Dank für die Antworten. Im Endeffekt muss ich die Entscheidung ja selber treffen und die kann mir leider auch keiner abnehmen. :(



  12.02.2017 11:14  
Und immer wieder die bucklige Verwandtschaft. 1.) Vergesse ganz schnell seine Herkunft wenn du ihn liebst! Kompromisse findet man immer wenn beide es wollen,
wenn die es später nicht wollen auch gut, ab in die Schublade. Viel wichtiger ist ob er damit zurecht kommt! Blut ist dicker als Wein, wenn es ihm nicht viel bedeutet
ist alles ok, wenn doch muss man wieder an Kompromisse denken.

2.) Wieso würden eure Kinder nach seiner Sippe schlagen? Ein Name bedeutet doch nicht das man Stolz drauf sein muss, kombiniert doch beide Namen (Doppelname)
oder nehmt deinen an, alles möglich heute oder ist da ein von und zu im Spiel?

3.) Werde du dir erst einmal klar darüber was du überhaupt möchtest! Deine Ansprüche liegen ziemlich weit oben und überdecken die Ansprüche deines Freundes,
man erkennt seine nicht! Wenn es dir wichtiger ist was deine Familie denkt über eure Beziehung und seiner Familie dann sehe ich hier wirklich schwarz! Was ist dir
wirklich wichtig, eure Liebe oder deine/seine Verwandtschaft?



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  13.02.2017 19:34  
Elfenkind1304 hat geschrieben:

Mein Problem sind einfach meine dauerhaften furchtbaren Gedanken, aus welchem Elternhaus mein Freund kommt, dass ich nie seine Eltern kennenlernen würde bzw. auch nicht meiner Familie zumuten will und kann. Was passiert wenn wir heiraten würden? Ich wüsste nicht wie ich meine Familien zusammenbringen soll, weil ich mit solchen Leuten einfach noch nie zu tun hatte und mir solche negativen Menschen auch nicht gut tun. Seinen Namen könnte ich niemals mit stolz annehmen. Unsere Kinder - würden die vllt. komplett nach seiner Familie kommen und auch so asoziale Gene bekommen oder sogar noch so aussehen wie die - wie Menschen die ich gar nicht kenne, die gleichen Gesichtszüge haben? JA SORRY, solche Dinge gehen mir durch den Kopf! :( Meiner Mutter habe ich klar gemacht, sie soll sich nicht mehr einmischen, aber ich merke an ihrem Tonfall es passt ihr nicht - das tut mir schrecklich weh.

Und ganz ehrlich ist es wirklich so, dass ich Zukunftsängte in mir habe. Ich habe nicht allzu viele Freundinnen und das stört mich auch nicht, weil ich nicht der Mensch bin dem das soooo extrem wichtig ist. Ich genieße gern mal Zeit für mich und genieße es alleine zu sein. Meine Mama ist eigentlich einer der wichtigsten Menschen in meinem Leben. Was ist wenn sie nicht mehr da ist? Dann habe ich vllt. einen Mann und wenn dem irgenwas passiert dann habe ich keinen mehr... Nicht mal in dem Fall Schwiegereltern. Habe große Angst mal irgendwann allein dazustehen und darf an sowas gar nicht denken. Mein Freund ist auch einer der extrem jammert wenn er krank ist und allgemein sehr sensibel ist, wahrscheinlich weil er selber wenig Zuneigung erfahren hat in der Kindheit - das überfordert mich oft auch und bin es eher gewohnt, dass ich jammere und meine Freunde so die starke Schulter für mich waren. Bisher habe ich mich bei den Eltern meiner Freunde auch immer so aufgefangen gefühlt, wenn ich mir das mal so überlege... Vielleicht weil ich selber ohne Papa aufgewachsen bin, hab ich es genossen mit der Familie von meinem Ex-Freund und den Geschwistern. Es war einfach so familiär, wunderschön an Weihnachten zusammen zu feiern - ich vermisse das so sehr. Gleichzeitig versucht mein Freund auch alles um mich zu halten, weil er merkt mir fehlt das aber er meint er kann es ja leider auch nicht ändern... Und damit hat er ja recht! Im Moment wird er dann auch oft sauer und schreibt sowas wie "ja ich weiß, ich bin nur der dumme Handwerker der weniger verdient als du, ein altes Auto fährt, keine eigenen Wohnung hat und eine asoziale Familie..."



Hey, ich weiß nicht ob du noch eine Antwort brauchst, ich wollte mich nur kurz melden, weil es mir ähnlich geht. Ich bin auch seit ca. 1 Jahr mit meinem Freund zusammen und habe nicht selten das Gefühl, es ist ein riesiger, anstrengender Anpassungsprozess, den ich so noch nicht hatte. Genauso wie du mache ich mir auch andauernd diese vielen Gedanken über die Zukunft. Und genauso fühle ich mich erdrückt von der Verantwortung über uns, da sein Selbstbewusstsein auch nicht sooo groß ist. In Momenten, in denen er sich "rar" machte, ist meine Zuneigung schlagartig gewachsen, also das typisch Ungesunde :)

Ich möchte auf keinen Fall die Schwierigkeit der Situation bei dir herunterspielen, sondern dir einfach nur meine Gedanken dazu schreiben. Ansprüche sind ja völlig in Ordnung, dass die da sind, und was dazu kommt sind eben auch "Traumbilder" (Heiraten, Kind mit 30 etc.), die sich, wo die Zeit reif ist, nicht mal eben in die Tat umsetzen lassen. Das ist Realität. Und die tut weh. Ich würde wagen, zu sagen, dass diese Gedanken der Art in jederlei Gestalt wiederkommen könnten, z.B. sobald das mit der Familie kein Thema mehr ist, kommt was Neues (Impotenz von ihm z.B. "Jetzt habe ich schon den lieben Freund, jetzt kann der nicht mal Kinder bekommen..."). Das heißt, du könntest eher an die Ursachen heran.

Bei mir ist es auch so. Ich kämpfe immer wieder damit, aus diesem Gedankenkleid herauszukommen, dass wir aus meiner Sicht nicht die gleiche Ebene haben. Ich dachte mir immer wieder: Könnte ich wenigstens ein bisschen zu ihm heraufschauen, von ihm lernen, wäre dieses Gefühl besser. Aber die Ungleichheit schmerzte sehr. Ich hatte und habe auch immer noch Bilder im Kopf. Von der tollen Familie, die ich mir so sehr wünsche. Aber wo dann auch bitte alles stimmen soll. Ich denke, das spürt der Partner. Dass er es dir nie recht machen kann. Das wird eine immer wiederkehrende Thematik sein. Und ich hatte das Gefühl, das ist noch viel schlimmer, als ein unerreichbarer Partner. Ein "zu" erreichbarer/williger/liebevoller Partner zeigt mir MEINE schlimmsten Abgründe auf, nämlich meine Verachtung, meinen Schmerz, meine Unfähigkeit mit Menschen/dem Leben umzugehen und am Ende auch MEINE Abhängigkeit und MEINE Unzulänglichkeit. Das muss jetzt nicht für dich so stimmen, ich fühlte mich nur so :D

Auch ähnlich mit meiner Mutter. Ich habe ihr gegenüber Schuldgefühle, Angst, ich müsste ihr irgendjemanden liefern und natürlich auch selbst das Gefühl, ich könnte niemals mit Gewissheit sagen, ich liebe ihn, geschweige denn vor einem Traualtar, obwohl ich total gerne heiraten würde. Und nach der Hochzeit kämen bestimmt die Gedanken wie: Ich bin jetzt eine der "Blöden", die nicht den Mut hatte, jemanden zu heiraten, der ihr gut tut. Aber das Kennenlernen eines neuen Partners würde ja auch wieder so wehtun - wenn ich das jetzt immer abklopfen muss, auf alle möglichen Faktoren, kann ich ja nie mehr mit Leichtigkeit (die wohl mal da war) lieben?!

Was kann ich also dagegen machen:
Was wäre genau besser, wenn all die Wünsche erfüllt wären? Wie sieht so eine Partnerschaft in der Balance überhaupt aus? Ich glaube, das Problem ist nicht die Anzahl der Kompromisse, die ich eingehen müsste, sondern meine innere Einstellung. (Für einen anderen mit toller Familie, der aber XYZ weitere Probleme hat, würde ich ja auch Gründe für die Liebe finden. (Und das wäre direkt erleichternd, genau dieses eine Problem nicht mehr zu haben ;) ) Ich glaube, die Angst ist einfach da, ob Beziehung oder nicht.)

Was du schreibst, klang auf jeden Fall so, als ob du ihn nicht annehmen magst, aber selbst total Angst hast, irgendwann alleine zu sein. Natürlich konntest du bisher immer jammern und hattest eine starke Schulter und die tut auch weiterhin gut, aber du bist dazu jetzt auch noch ein Mensch mit Verantwortung und Gestaltungsvermögen. Also könnte man es auch als Chance wahrnehmen: Du darfst jetzt selbst aktiv werden. Ganz unabhängig von der Beziehung. Du kannst Liebe nicht einfordern. Und du kannst nicht ganz genau einen Zustand hervorzaubern und halten. Es werden dich immer wieder Ereignisse durchrütteln. Ich nehme es auch als immer schwerer wahr: Früher sind die Trennungen eher undurchdacht gewesen und jetzt schlage ich mich ewig schon so lange mit meiner Problematik herum. Aber das ist eben der Gang des Lebens, die eigene Entwicklung, eigentlich ganz spannend :)

Was für mich auch ein wichtiges Thema in dem Zusammenhang war: Kompensation. Bei Zukunftsängsten will ich ja oft "absichern", im Jetzt etwas tun, mit einem Gedanken an die Zukunft. Und wenn der Typ (so wie bei uns) liebevoll und treu ist, dann haben wir das vermeintliche Glück, dass er uns später nicht fremdgeht. Und in dem sicheren Job ist es zwar anstrengend, aber er ist sicher. Ich mache jetzt etwas und dafür werde ich in der Zukunft "kompensiert", das lässt mich die momentanen Anstrengungen "aushalten". Ich will nicht sagen, dass wir davon Abstand nehmen sollten, denn das spornt ja auch zu Höchstleistungen an, ich will es nur bewusst machen. Ich kann nur im Jetzt finden, dass der Typ zu mir passt. Alles weitere kommt von alleine. Ich meine damit nicht, möglichst unvernünftige Sachen zu machen, sondern Verantwortung annehmen und herausfinden, woher der Druck kommt... Alles Liebe!



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Bayern
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  14.02.2017 11:15  
Hallo Elfenkind!

Ich kann dich auch ganz gut verstehen. Es sagt sich leicht, dass man das Umfeld ausblenden kann/sollte/muss, wenn man einen Menschen wirklich liebt. Aber so einfach ist es dann ja auch wieder nicht, weil ja keiner von uns im luftleeren Raum lebt und auch Partnerschaften sich nicht in einer isolierten Blase abspielen. Das ist ja bekanntlich auch nicht gut.

Mir ist folgender Satz von dir aufgefallen:
Zitat:
Vielleicht ist es wirklich so, dass ich die komplette Familie in meinen Beziehungen suche, die ich selber nie wirklich hatte. So ein Zusammengehörigkeitsgefühl. Auch meine Mama so glücklich zu sehen zwischen mir und der Familie von meinem Ex Freund hat mich immer glücklich gemacht. Dass sich alle so toll verstanden haben, dass man irgendwie zu einer großen Familie geworden ist.


Für dich ist Beziehung also nicht nur etwas zwischen zwei Menschen, sondern betrifft das ganze soziale System, sprich: die Familie und das Umfeld. Nun scheint sich für dich daraus aber ein Konflikt zu ergeben, dass er und damit eure Beziehung nicht in das System zu passen scheint.

Wobei ich den leichten Verdacht habe, dass der Konflikt eigentlich vor allem ein innerer Konflikt in dir selbst ist, nämlich zwischen dem, was du als Realität erlebst und die (Ideal)-Vorstellung davon, wie es sein sollte. Wenn man allerdings versucht, das Leben in die Richtung eines Idealbildes zu biegen, wird das schief gehen. Da spreche ich leider aus Erfahrung. Meine Oma, die eine einfache, aber kluge Frau war und im Krieg Schreckliches erleben musste sagte immer: man muss die Menschen verbrauchen wie sie sind...

Will damit sagen: das Leben ist NIE nur schwarz oder weiß, sondern mit vielen Zwischentönen. Perfekt gibt es eben nicht. Denk an Forrest Gump: Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel. Man weiss nie, was man bekommt... Und ich denke, dass es darauf ankommt, die Spannungen und manchmal auch Konfikte zwischen dem, was man sich idealer Weise vorstellt und dem, was man bekommt auszuhalten - und darüber nicht unglücklich zu sein.

Da kann es helfen, sich zu fragen, woher die Idealbilder eigentlich kommen (du hast die Antwort ja oben selber schon gegeben) und ob das Ideal nicht eigentlich eine tote Vorstellung ist, nämlich in deinem Fall sowas wie das Foto einer glücklichen Familie, an dem sich aber nichts mehr bewegen kann und darf. Wir alle haben ja unsere Klischees, aber oft ist es auch so, dass wenn sich Wünsche erfüllen, man gar nicht mehr weiss, warum man sich das gewünscht hat.

Und andererseits mal die Realität aus einer Art Vogelperspektive anzuschauen so wie sie ist - und nicht im Vergleich mit irgendwelchen Idealen und Klischees. Was ist eigentlich gut? In deinem Falle scheinen ja die Gefühle zwischen euch zu stimmen. Das ist doch mal die Hauptsache. Und was stört mich? Also mich selber, nicht mein Idealbild. Und wie kann ich damit umgehen? Was kann ich tolerieren? Wovon kann, will, muss ich mich abgrenzen? Denn das ist auch erlaubt und wichtig, denn in einer Beziehung soll man sich selbst ja nicht aufgeben - im Gegenteil.

Du wirst die Situation mit seiner Familie ja nicht ändern. Und wenn es DICH (nicht dein Idealbild) stört, musst du das, was dich stört, eben aus deinem Leben raushalten. Das stellt weder deine Gefühle, noch die Beziehung in Frage. Und das kannst und solltest du ihm ja vielleicht auch sagen.

Hoffe, es nützt,

lG

Danke1xDanke




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  20.04.2017 13:24  
Hallo zusammen, vielen Dank nochmal für eure hilfreichen Tipps! Auch wenn es spät kommt...

Seit vier Wochen sind wir nun getrennt und es fühlt sich trotz dem Gefühl teilweiser Einsamkeit richtig an. Hört sich vllt merkwürdig an, aber es ist so ein Gefühl der Erleichterung und meine Seele sagt mir irgendwie "da wartet noch jemand anderes für mich".

Viele Grüße und danke.

Danke1xDanke
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