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Konfrontationstherapie & Konfrontationstraining

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Konfrontationstraining - Informationen zur Behandlung

Wer unter Panikattacken, Phobien oder Platzangst leidet, der sollte sich auf jeden Fall Hilfe suchen. Für den Anfang helfen Selbsthilfegruppen oder Foren, in denen sich die Betroffenen austauschen können. Aber langfristig sollte auf jeden Fall eine Therapie in Erwägung gezogen werden, um die Symptome loszuwerden und der Wurzel des Problems auf den Grund zu gehen.

Es gibt verschiedene Formen einer Therapie – gute Hilfestellung kann hier beispielsweise eine Konfrontationstherapie leisten.

Doch was genau ist eine Konfrontationstherapie, wie funktioniert sie und wie kann sie dabei helfen, Panikattacken und Phobien in den Griff zu bekommen?

Was ist eine Konfrontationstherapie eigentlich?

Die Konfrontationstherapie ist auch unter dem Namen Expositionstherapie bekannt. Diese Therapieform ist eine Unterform der Verhaltenstherapie und Teil der kognitiven Verhaltenstherapie. Bei der Konfrontationstherapie werden die Betroffenen mit genau den Situationen konfrontiert, die bei ihnen die Angst auslösen.
Sie konzentrieren sich hierbei bewusst auf das, was in ihrem Körper während den angsteinflößenden Situationen vorgeht und welche Rolle ihre Psyche dabei spielt.

Für viele Betroffene ist die Konfrontationstherapie ein ganz neuer Ansatz, haben sie vorher doch oft versucht, ihren Ängsten aus dem Weg zu gehen und angsteinflößende Situationen so gut wie irgend möglich zu vermeiden.

Als sehr wirksam hat sich die sogenannte Konfrontation in vivo erwiesen, bei der die Betroffenen sich in ihrem realen Leben, also auch im Alltag, den Situationen aussetzen müssen, vor denen sie sonst fliehen. Sie bildet den Gegensatz zur virtuellen Konfrontation, bei der der Patient sich durch eine Cyberbrille eine Art Film ansieht, der sehr real wirkt und den Patienten auf die gleiche Weise reagieren lässt wie in einer realen, als bedrohlich empfundenen Situation. Beispiel für die virtuelle Konfrontation.

Der Patient kann die Angstsituationen beispielsweise in Härtegrade unterteilen, also festlegen, wann er sehr viel und wann eher wenig Angst hat. Er fängt dann zuerst damit an, sich mit der Situation zu konfrontieren, die ihm am wenigsten Angst macht und arbeitet sich so praktisch voran. Er lernt so in kleinen, machbaren Schritten, mit der Angst umzugehen, was auch gestufte Konfrontationstherapie genannt wird. Allerdings dauert es so natürlich auch seine Zeit, bis der Patient seine Ängste loswird.

Der Patient kann sich aber auch gleich in die Situation begeben, die ihm am meisten Angst macht. Diese sogenannte massive Konfrontationstherapie ist sehr wirksam und geht schnell – verlangt aber von den Betroffenen natürlich einigen Mut. Die massive Konfrontationstherapie wird auch Flooding genannt, denn sie überflutet den Patienten regelrecht mit Reizen. Diese Art der Reizkonfrontation wird bei sozialen Phobien, Angst vor Spinnen oder anderen Tieren, Panikstörungen oder der Agoraphobie oft angewandt. Das Gute daran ist, dass der Patient sehr schnell das Höchstmaß der Angst erleben und überwinden kann.

Die verschiedenen Arten der Konfrontationstherapie noch einmal im Überblick:

Welche Form der Konfrontationstherapie die richtige für den Patienten ist, sollte der Therapeut von Fall zu Fall entscheiden und aufgrund seiner Erfahrung beurteilen.

Name der
Konfrontations- therapie
Erklärung Anwendungs-
bereiche
Vorteile Nachteile
Gestufte
Konfrontations- therapie
Die Angst wird schrittweise bewältigt.Der Patient kann sich langsam und in machbaren kleinen Schritten mit ihren Problemen
auseinandersetzen.
> Phobien ohne Panikattacken
> Zwangs-
störungen
> Posttraumatische Belastungs-
störungen
> Menschen, die schnell überfordert sind
- Auch für erschöpfte und gestresste
Menschen geeignet.
> Auch alleine ohne Therapeuten anwendbar
> Kein Sprung ins kalte Wasser
Braucht Zeit.
Massive
Konfrontations- therapie / Flooding
Der Patient wird „ins kalte Wasser geworfen“, stellt sich sofort seinen schlimmsten Ängsten, ohne schrittweise vorzugehen. > Panikattacken
> Agoraphobie
> Tierphobie
> Soziale Phobie
> Andere spezifische Phobien
Schneller Erfolg schon nach Tagen
möglich.
Braucht viel Mut und Überwindung.
Konfrontation in sensu Der Patient stellt sich in entspannter Stimmung lebhaft vor, was alles Furchtbares passieren kann. Er denkt seine Angstgedanken bewusst zu Ende, wird systematisch desensibilisiert.  Generalisierte Angststörung
(Zukunftsangst)
   
Konfrontation in vivo Der Patient stellt sich in der Realität, also auch im Alltag, den Situationen die ihm Angst machen.   Schrittweise auch alleine ohne
Therapeuten anwendbar.
Misserfolg bei Anwendung ohne
Therapeuten kann negativ wirken.
Virtuelle
Konfrontation
Der Patient sieht durch eine Cyberbrille eine Art real wirkenden Film, der die typischen Symptome auslöst.   Schnelle Erfolgserlebnisse. Ersetzt nicht die reale Konfrontation.

Virtuelle Konfrontation – Hier ein Beispiel Video zur Überwindung der Höhenangst

Die Konfrontationstherapie als Hilfe bei spezifischen Phobien und generalisierter Angststörung

Menschen, die unter einer Phobie leiden, können sich in einer Konfrontationstherapie Hilfe suchen. Bei dieser Art von Behandlung tut der Betroffene genau das, was für ihn sonst ein Problem darstellt. Er fährt also mit dem Fahrstuhl, wenn er Klaustrophobie hat, er besucht eine Veranstaltung inmitten einer Menschenmasse bei Agoraphobie oder er besteigt einen Turm bei Höhenangst. Hat er Angst vor Spinnen, so muss er sich mit diesen Tieren näher auseinandersetzen usw. Wichtig ist, dass der Betroffene so lange in der für ihn so schrecklichen Situation bleibt, bis er keine Angst mehr hat und sich langsam an die Umstände gewöhnt. Wer eine generalisierte Angststörung hat und deswegen nicht in eine bestimmte Situation eintreten kann, die ihm Angst macht, der konfrontiert sich mittels der Konfrontation in sensu mit den angsteinflößenden Situationen, indem er sich bewusst vorstellt, was genau alles Schreckliches passieren könnte. Wichtig ist hier, dass das Denken nicht voller Angst abgebrochen wird, sondern dass die Gedanken auch zu Ende gedacht werden.

Wie kann eine Konfrontationstherapie bei Agoraphobie helfen?

Bei Agoraphobie wird die Konfrontationstherapie oft angewandt. Diese Form der Behandlung läuft so ab, dass der Therapeut mit dem Betroffenen zuerst darüber spricht, was Angst eigentlich genau ist, wie sie entstehen kann und wie die eigenen Gedanken dazu führen, dass sich Angstsymptome verstärken oder vermindern können. Der Therapeut zeigt auf, wie mit der Angst umgegangen werden kann – von Entspannungsübungen bis hin zu bestimmten positiven Denkmustern. Wenn der Betroffene diese „Grundkenntnisse“ hat, dann werden die Situationen aktiv angegangen, die die Betroffenen bisher gemieden haben. Dabei kann der Therapeut begleitend zur Seite stehen oder die Patienten lernen, allein mit der Situation umzugehen und diese auszuhalten, bis die Angst vorüber ist.

Wie funktioniert eine Konfrontationstherapie auch bei sozialer Phobie?

Eine Konfrontationstherapie hilft auch bei sozialer Phobie. Gerade wenn es sich um ganz konkrete soziale Situationen handelt, vor denen der Betroffene Angst hat, wird sie gern eingesetzt. Der Betroffene muss lernen, eben diese Situationen nicht mehr zu vermeiden. Er muss also beispielsweise einen Vortrag vor Menschen halten, in dem Wissen, dass diese ihn ansehen und beurteilen. Der Betroffene lernt, inwiefern eine negative Bewertung durch andere wirklich relevant ist und dass er durchaus in der Lage ist, mit Kritik umzugehen. Der Betroffene lernt auch, dass andere Menschen weitaus weniger schlecht von ihm denken, als er es immer geglaubt hat.

Wie gut ist die Aussicht auf Erfolg?

Die Konfrontationstherapie gehört zu den wirksamsten Therapieformen überhaupt, wenn es darum geht, Angststörungen zu behandeln. So können drei Viertel der Menschen, die an Agoraphobie leiden, geheilt werden – sogar 80 % der Menschen mit sozialer Phobie können ihre Lebensqualität dank einer solchen Behandlung verbessern. Was spezifische Phobien angeht, also beispielsweise die Angst vor Spinnen, Höhenangst oder Flugangst, so können ebenfalls 80 – 95% der Menschen ihr Leben in Zukunft wieder selbstbestimmt und nicht von der Angst regiert führen.

Eine Konfrontationstherapie ist – verständlicherweise – oft das letzte, was Betroffene eigentlich wollen. Sie möchten sich nicht mit vollem Wissen in Situationen begeben, die sie normalerweise so gut es irgend geht vermeiden. Daher erfordert es von den Betroffenen viel Kraft, Mut und natürlich auch den Willen, um an ihrer misslichen Lage etwas zu ändern. Allerdings müssen sich die Betroffenen darüber im Klaren sein, dass es möglich ist, in Zukunft wieder ein entspanntes Leben zu führen. Dafür benötigt es Eigeninitiative und den Willen, etwas zu ändern, aber dann haben die Betroffenen gute Chancen darauf, sich von ihren Problemen zu befreien. Je schneller gehandelt wird, desto besser ist es in jedem Fall.

Konfrontationstherapie
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