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B

Balou
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Hallo Ihr,
zufällig bin ich über dieses Forum gestolpert, und hoffe ein wenig Rat zu finden.
Ich bin 42, m, verheiratet und habe 3 Kinder. Meine Kinder sind schon 18,14,12 Jahre alt, also nicht mehr ganz so klein.
Tja, zu meinem Problem. Ich bin zwar verheiratet, sollte mich aber schon lange scheiden lassen. Seit gut 10 Jahren gehts mit meiner Ehe bergab, und die letzten 4 Jahr sind eigentlich die Hölle auf Erden.
Meine Frau ist sehr hart, und ich bin dummerweise eher das genaue Gegenteil davon. Positiv ausgedrückt: sensibel, Negativ ausgedrückt: ein Weichei. Ich glaube dass ich meine Frau nur geheiratet habe weil ich mit meinen (wenigen) früheren Beziehungen nur Kathastrophen erlebt hatte, sodaß ich "froh war" eine Frau zu finden die emotional gar nicht viel von mir möchte. Das hat auch lange funktioniert, aber in den letzten 10 Jahren habe ich gemerkt, dass mir massiv etwas fehlt.
Meine Frau ist emotional eben "sehr unterkühlt". Sie braucht keine Vertrautheit oder tiefe Emotionalität. Bei ihr geht es im Wesentlichen um "Funktion". Das gilt für's Auto, den Mann und die Kinder. Alles muss funktionieren.
Die letzten 4 Jahre belastet mich das zunehmend. Mir wird das Fehlen von Zuneigung, Zärtlichkeit, Vertrautheit schmerzlich bewußt. Themenfelder von denen ich lange Jahre geglaubt habe sie nicht zu brauche, weil ich früher öfters damit Schiffbruch erlitten habe.
Da meine Frau mit den Kindern zunehmend weniger zurechtkommt, und ich sozusagen den "emotionalen Part" der Erziehung abdecke, kann ich mich nicht zur Scheidung entschliessen. Die Kinder leiden, genau wie ich, unter der Härte und Kälte meiner Frau. Eine Scheidung wäre ein Verrat. Ich würde die Kinder "zurück lassen". Ich weiß dass ich nach wie vor für sie da sein könnte, aber eben nicht "zeitnah". Ich muss sehr oft abends ausbügeln was meine Frau bei meinen Kindern "angerichtet" hat.
Kurz und gut bringe ich es einfach nicht über mich meinen Kindern sagen dass ich gehen werde. Ich stehe vor der Wahl entweder meinen Kindern weh zu tun, oder weiterhin mir. Das ist meine Situation.
Ich habe gehofft so lange durchhalten zu können bis meine Kinder größer sind, aber sie brauchen ihren Vater eben immer noch. Vielleicht sogar mehr als kleinere Kinder.
Die letzten 4 Jahre haben mich so viel Kraft gekostet, dass ich nicht weiß wie lange ich dass noch schaffe. Inzwischen fühle ich mich sehr einsam, und leide sehr darunter. Einsam unter Menschen
Wenn ich abends ab und zu mal alleine weg gehe, dann komme ich mir wie ein Außerirdischer vor. Ich gehe unsichtbar durch die Stadt.
Vielleicht habt ihr einen Tipp wie ich da herausfinde, oder zumindest meine Situation verbessern kann.

Gruß Balou

28.05.2008 #1


226 Antworten ↓
C

Cathy
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Selber Hallo ,

Zitat:
ich versuche meinen Kindern keine Idylle "vorzuspielen". Meine Kinder wíssen was Sache ist.
Aber ich möchte sie nicht mit etwas belasten mit dem ich selbst noch keine Klarheit habe.
Das kann ich nachvollziehen, es gibt aber Punkte und Themen über die Du Dir doch schon klar bist...ich meine auf emotionaler Ebene, oder? Kommt da nicht auch Deine Traurigkeit her? Den Eindruck hatte ich, jedenfalls...Dass Du traurig bist, weil da eben kaum noch was in Dir ist, dass Dich selbst überzeugt, motiviert und "richtig" erscheint um eben so "weiter zu machen" wie bisher - bzgl. der Beziehung zwischen Dir und Deiner Frau, meine ich...

Mit Idylle "vorspielen" meine ich, dieses "alles ist wie immer, ich bin wie immer..." . Dass Eure Kinder mitkriegen, dass bei Euch zu Hause, in der Beziehung zwischen ihren Eltern so einiges im Argen liegt, ist ja klar...sie sind ja auch ein Teil dieser Familie...aber in letzter Zeit hat sich viel in Dir verändert...Du hast Dir die "Situation" z.b. mal aus einem anderen Blickfeld angeguckt, stellst Dir Fragen, möchtest und KANNST auch gar nicht mehr die Augen verschließen und fühlst das sehr starke Bedürfniss bestehene Strukturen aufzulösen - nicht um irgendetwas zu zerstören, sondern weil diese "alten" Verhaltens und Denkweisen nicht mehr funktionieren um eben einfach weiter zu machen....passt nicht mehr, geht nicht mehr, überzeugt Dich selbst nicht mehr, erscheint Dir selbst nicht mehr "richtig"...


Zitat:
Soll ich meine Kinder auf eine Scheidung vorbereiten, die ich mir bis vor kurzem, noch gar nicht zugesetehen konnte ?
Selbst wenn Du das wolltest, ich glaube nicht, dass Du das überhaupt könntest...nicht weil ich DICH für ungeeignet halte, sondern weil ne Trennung genau wie die Beziehung an sich, auch immer ALLE Beteiligten involviert - Du weißt ja auch nicht was passieren wird. Aber in erster Linie möchtest Du Dich ja von Deiner Frau trennen und nicht von Deinen Kindern...für MICH ginge es jetzt also eher darum, die Innere Kraft und Überzeugung aufzubringen, den Noch-Partner "einzuweihen" und eben nicht knall auf Fall vor vollendete Pläne und Aktionen zu stellen- wie und was und wann ihr dann Euren Kindern erzählt, liegt ja sowieso nicht NUR bei oder an Dir...was würdest Du sagen? Fühlst Du Dich emotional überhaupt noch verbunden? Ist ja oft so, dass die emotionale Trennung schon viel länger existiert und gelebt wird - und der verbalen/physischen Trennungsabsicht lange vorausging...wie ist es bei Dir?

ich würd Dir gerne sagen, wie Deine Frau reagieren wird oder was sie fühlt, aber das kann ich nicht, und Du auch nicht...mal überzogen beschrieben: Du befindest Dich(vielleicht?) schon in der Trauerphase während Deine Frau vielleicht immer noch (aus Wut? Verzweiflung?Überzeugung? Glauben?) jeden Tag ins Krankenhaus rennt und dort Schwestern und Ärzte drängt und nötigt den "Patienten" (Eure Ehe) weiter zu beatmen ...aber wie gesagt, ich weiß natürlich nicht, was in Deiner Frau vor sich geht...vielleicht wartet sie auch nur ängstlich und doch sehnsüchtig darauf, dass "man" (Du) ihr sagt, dass der Patient "gegangen" ist und sie sich jetzt auch endlich verabschieden und trauern kann...Schock, Verzweiflung, Aufatmen, Wut, Enttäuschung, Schuldsuche, Sinnsuche, innerer Frieden, Verweigerung...was und wie sie als erstest überfallen wird, weiß keiner (Gleiches gilt für die Kinder)...Du fühlst Dich ja selbst auch völlig überrollt und wirr von Deinen eigenen Gefühlen...diese Beziehung, diese Ehe, war Euer Leben...um bei diesem morbiden Vergleich zu bleiben...ICH glaube (was nicht wissen ist)indem Du schon mal alle "Vorbereitungen" und "Formalitäten" erledigst, machst Du es Niemandem leichter mit dem eigentlichen Verlust umzugehen...im schlimmsten Fall wird Dir dann nur vorgeworfen, "verheimlicht" zu haben was wirklich mit dem "Patienten" los ist ...vielleicht würden sie verstehen, dass Du solange gezögert hast, um sie zu schützen, um ihnen die Hoffnung, Routine und Sicherheit nicht zu nehmen bevor DU 100 %sicher warst...vielleicht aber auch nicht...

Zitat:
Ich hatte selbst eine kalte und (emotional) sehr harte Kindheit. Es war immer mein Bestreben meinen Kindern genau so etwas nicht zuzumuten.
Meine Kinder können nichts dafür, dass ich mir dummerweise die falsche Frau ausgesucht habe. Aber wenn es zwischen Mama und Papa nicht mehr stimmt dann möchte ich wenigstens insgesamt ein entspanntes Klima haben.
Wir spielen vor den Kindern keine Show, und zanken uns "hinter den Kulissen". Das wäre mies.
Aber "sich in guter Absicht" in eine schlimme Situation hineinmanövriert zu haben ist nicht sehr viel mieser als ........, das meiste sonst.
Siehste, das ist sowas dass ICH gar nicht in Frage stelle, auch nicht, dass Du und Deine Frau irgendwann mal ehrlich und wirklich überzeugt davon waren, dass ihr ein gutes Team seit - keiner von Euch hat einfach alles hingeschmissen oder sich ganz simpel (wie viele Andere das tun) Nebenbei Jemanden für Körper und Seele gesucht um sich heimlich seine eigenen Bedürfnisse eben außerhalb zu befriedigen und dafür alle hintergangen und betrogen etc...Hör mal, ihr habt Euch beide viele Jahre versucht genau mit dem zurecht zu finden und genau mit dem zufrieden zu geben, was da war...ihr wolltet beide eine Familie und Kinder und Du wolltest Vater sein, bist gerne Vater, beteiligst und kümmerst Dich ganz selbstverständlich und engagiert - genau wie Deine Frau...das könnt ihr Euch - meines Gefühls nach - riesen groß auf EURE Fahne schreiben...das ist doch keine Frage von Richtig und Falsch,oder?

Ich kenne natürlich weder Dich noch Deine Frau und letztendlich sind es immer die Kinder selbst, die je nach Verständnis, Alter und Reife, das Verhalten und die Erziehungsmethoden ihrer Eltern "beurteilen"...aber so traurig und bedauernswert das auch ist...wenn ich mich umgucke, dann ist Eure Beziehungssituation wirklich kein Sonderfall und/oder die riesen Ausnahme...Über viele Jahre habt ihr erfolgreich und engagiert Eure Familie(die Kinder) geschützt, gehütet, erzogen und geleitet, habt Euch hier und da vielleicht ganz wunderbar ergänzt...aber für EURE Paarbeziehung hat das vermutlich nicht gereicht...ihr seid auch beide nicht, mit der Geburt des ersten Kindes oder mit der Hochzeit stehen geblieben...natürlich hattet ihr beiden jeden Tag aufs neue eine "Wahl" ...richtig/falsch...nachträglich ist man immer schlauer...erwartest Du jetzt nachträglich von Dir selbst, dass Du vor 20 Jahren viel weiser und vorausschauender hättest sein müssen? Ich konnte mir vor 20 Jahren nicht mal vorstellen, dass ich überhaupt so alt werden würde, wie ich geworden bin..ist immer wieder ne Überraschung...

Was ich mit "mies" meine ist, dass es ganz simpel nicht die Aufgabe Eurer Kinder ist, Dir oder ihrer Mutter die Selbstzweifel auszubügeln, Fragen zu beantworten oder sich für einen von Euch zu entscheiden oder sich mit einem von Euch zu identifizieren - ob und wie sie das trotzdem tun oder vielleicht schon immer getan haben, ist ne ganz andere Geschichte...und auch das ändert und verändert sich je nach Reife, Verständnis und subjektivem Empfinden, eigenen Erfahrungen etc...deswegen - finde ich - dass Kinder wenigstens wissen sollten, was da in ihren Eltern vor sich geht und was da von denen von ihnen erhofft, erwartet usw wird...aber wie gesagt, für mich ist das immer noch in erster Linie ne Sache die erstmal zwischen Dir und Deiner Frau statt findet und rein theoretisch (ob das realistisch ist, kann ich nicht beurteilen) solltet ihr dann gemeinsam darüber sprechen und entscheiden, wie ihr was wann und warum Euren Kindern erzählen bzw. berichten wollt...letztlich ist aber in Dir, nichts wie immer...weißte was ich meine? Und deshalb finde ich, dass Du schon deshalb darauf verzichten solltest bei Deinen Kindern nachzuforschen...die machen sich ihre eigenen Gedanken, aber eben auf der Grundlage, dass Mama und Papa wie immer drauf sind...biste aber nicht mehr...

Zitat:
Ich halte mich nicht für einen besseren Menschen. Ganz im Gegenteil, mein offensichtliches Versagen mit meiner Frau auf Augenhöhe reden zu können kostet mich recht viel Selbstachtung.

Vermutlich kommt das jetzt auch wieder wie ne knallharte Kritik rüber...ist es aber ganz ehrlich und wirklich nicht, weil ich finde, Du selbst haust Dir selbst mit solchen Überzeugungen eine rein und knockst Dich aus...offensichtliches Versagen...Mein lieber Scholli...dass das ne extrem schwierige Situation ist ist wohl klar, es geht um lebensverändernde Dinge und nicht darum Deiner Frau zu sagen, dass Du ihr Lieblingskleid abscheulich findest, oder dass Du sie oft zu laut findest... da gibts keine "perfekte/richtige" Lösung oder Vorgehen - wenn Du Dein Bestest gibst, dann geht nicht mehr...

Ich seh bzw. empfinde Dich z.B. überhaupt nicht als Jemanden, der sich dominieren oder INNERLICH einschüchtern oder schnell mal überzeugen läßt, deshalb quatsch ich mit Dir auch nicht wie mit nem kranken Esel ...nicht weil ich Dich gut zu kennen glaube, sondern weil ICH hier NIE den Eindruck hatte, dass Du nicht hinter dem stehst, was Du sagst oder dass Du irgendwie fremdgesteuert wirkst - manchmal verwirrt und emotional aufgewühlt und sich im Kreis drehend ja - ich meine, Du steckst gerade mitten in einer Sinn und Ehekrise.und stellst viele Dinge in Frage, die Dir lange Jahre eine Basis geboten haben...aber ich mach mir null die Rübe, dass Du einfach mal so das für Dich übernimmst, was ich oder sonstwer Dir hier erzählt oder antwortet und für mich ist ganz offensichtlich, dass Du Dich auch nicht mental oder emotional Deiner Frau untergeodnet oder angepasst hast...sonst hättet ihr ja die Probleme gar nicht...für MEIN Empfinden hast Du Dich keineswegs ergeben und aufgegeben, sondern weißt und fühlst sehr klar, was für Dich wichtig und maßgegebend ist und war...und darum geht es...jedenfalls für mich...wenn ich nicht ich wär und Dir Seitenweise Tipps gegeben hätte, wie Du Deine Frau zu betuteln und becircen hast, hättest Du vermutlich auch nur gedacht "Spinnt die, ich will weg von meiner Frau und sie nicht auch noch bestärken!".

Was meinst Du denn mit "Versagen" Balou? Du magst doch ihre Art sich auszudrücken, nicht mal - das ist ne Hürde um überhaupt mit ihr das Gespräch zu suchen...aber innerlich stehst Du zu Dir und Deinen Überzeugungen...das ist - für mich - ein Level - ...Weißte, ob und wie sie Dir zuhören wird, ob sie das was Du zu sagen hast ernst nimmt oder darüber nachdenkt oder ob sie gleich und spontan und laut reagiert...das obliegt einfach NICHT Deinem Einfluss, war es auch nie wirklich...Du kannst sie genauso wenig verbiegen, wie sie Dich - und genau das läßt Euch doch von Hause aus auf Augenhöhe miteinander sein...oder glaubst Du, Du hättest schon längst lautstark und massiv Ansagen machen müssen? Dass Du Dir auf diese Art mehr Respekt hättest erkämpfen müssen bzw. können?

Ich lass mich auch nicht gerne und selbstverständlich anbrüllen und Verständnis hab ich dafür auch nicht...dass es Leute gibt, die auf diese Art und Weise mit mir kommunizieren, kann ich nicht ändern...aber letztlich zählt, was die damit erreichen...gar nix...jedenfalls nicht das, was sie eigentlich wollen und oft einfach nur das Gegenteil..und innerlich tatsächlich einschüchtern oder von meiner Überzeugung abbringen funktioniert nicht über laut und Vorwürfe und Ausbrüche...

...solange Du aber bei Dir bleibst und nur das sagst und ausdrückst, was in Dir vorgeht und worüber Du Dir langsam aber sicher klar geworden bist (so gehts nicht mehr) - genauso wie HIER...solange bist Du nicht umzuwerfen oder überhaupt auf einem niederen Level mit irgendwem...ich will Dich wirklich nicht anstacheln und dahin treten, Deiner Frau das Ende Eurer Beziehung um die Ohren zu hauen, ganz gewiss nicht...es geht hier nur um Dich und meine Eindrücke...und mein Eindruck ist eben nicht, dass Du Dich innerlich überhaupt unterbuttern läßt...


Zitat:
Oder ist Mistkerl = Egoist ?
Ich schätze es kommt immer drauf an, wer involviert ist und was gerade ansteht...es gibt sogar Wissenschaftler, die sagen Leute die ehrenamtlich irgendwo arbeiten oder ihren Lieben Geschenke machen tun das aus reinem Egoismus...ist vermutlich eher ne philosophische Fragestellung...wer nicht sagt, dass er Hunger hat, bekommt meistens auch nichts zu Essen...und wer sich nicht selbst sein Süppchen kochen kann oder will, der wird halt andere bitten müssen...wenn Du jetzt nicht den Urlaub mit dem Freund entschieden und gebucht hättest, hätte Dich höchstwahrscheinlich Niemand in den Urlaub geschickt...wenn ich nicht ansage "Oi, ich brauch jetzt wirklich 10 Minuten Pause" dann könnt ich da auch ne ganze Woche ohne Pause sitzen und arbeiten...dann würde sich nach 2 Wochen irgendwer auch noch darüber beschweren, wenn ich einmal pünktlich Feierabend mache...weißte, das ist z.B. sone Situation, die ich wohl immer als sehr sehr unangenehm empfinden werde - menschlich...weil da das normale menschliche Bedürfniss zu nem Politikum bzw. Streitthema gemacht wird...und das empfind ich in Beziehungen nicht viel anders...da find ich es auch ein menschliches Bedürfniss dass die einzelnen Beteiligten mal ihre Auszeit oder Zeit für sich brauchen und haben wollen...kommt aber trotzdem immer auf die individuelle Situation an...

Zitat:
Es ist sicherlich ein Unterschied ob ich mir 1mal in 5 Jahren eine Urlaubswoche ohne Familie "heraus nehme", oder ob ich am Wochenende grundsätzlich alleine "losziehe" und Familie Familie sein lasse.
Ich weiß dass in dieser Woche ab und zu einmal die Fetzen fliegen werden. Das ist auch genau das was mir ein "schlechtes Gewissen" beschert.
Balou, Du brauchst doch wirklich hier nicht rechtfertigen, dass Du ne Woche Urlaub machst...ich versteh jetzt, warum Dir meine Statements als Kritik vorkommen und vielleicht sogar den moralischen Zeigefinger in Deinem Auge spürst...ich kenn Dich doch aber überhaupt nicht -bzw. das was Du tust und sagst und wie Du Deine Frau und Kinder behandelst, hat doch mit MEINEM Leben nicht wirklich was zu tun...genauso wenig, wie das was ich so tue und sage irgendwelche Veränderungen oder Einflüsse auf Dein Leben haben - sei froh, im Moment würd ich Dir die Bude zuqualmen...

...es ist überhaupt nicht mein Anliegen, Dir moralisch Druck zu machen noch erwarte ich dass Du Dich MIR erklärst - wenn es Dir irgendwas bringt hier eingehender und detaillierter Deine Gefühle und Dein Handeln zu erläutern und Du Dir dabei vielleicht selbst etwas sicherer wirst ganz simpel weil Du beim Schreiben das Chaos ein wenig ordnen kannst, dann wunderbar...und wenn Du entscheidest oder Dich nicht durchringen kannst oder noch nicht 100% sicher genug bist um das auch mit Frau und Kindern zu besprechen, dann find ich das natürlich schade für Dich, und nicht weil ICH das so will und meine Dir erzählen zu können, wie DEINE Beziehung und DEIN Leben und all das funktioniert bzw. DU es gefälligst zu leben hast....wenn ich jemals den Eindruck gehabt hätte, dass Dir von mir irgendwas sagen oder aufschwatzen läßt, und das aus eigener Unsicherheit vielleicht sogar direkt umsetzen oder ausprobieren würdest, dann hätt ich meine Klappe gehalten ...ich hab nämlich überhaupt kein Interesse daran, von nem völlig fremden erwachsenen Menschen vorgeworfen zu bekommen, DU BIST SCHULD, Du hast gesagt ich soll...etc...Und nur weil ich mir ganz sicher war, dass Du schon selbst sehr klare Vorstellungen von Dir und Deinen Grenzen hast, hab ich meinen Senf dazu gegeben...

genau aus diesem Grund müssen auch all meine liebsten und besten Freunde damit rechnen, dass ich entweder beide Seite hören und sehen will, oder ich tausend Frage stelle o.ä...einfach nur so mal mir Gegenüber z.B. über den Partner herziehen, den vielleicht noch lächerlich machen ist nicht...und auch das kritisier ich nicht, sondern mache die klare Ansage "Will ich nicht hören"...ist mir völlig schnuppe ob die sich dann kritisiert, missverstanden oder beleidigt fühlen...ich hab für mich einfach und simpel nur klargestellt: Will ich nicht hören, kauf ich Dir so nicht ab, oder da hätt ich dann noch n paar Fragen zu...

es betrifft mich und mein Leben doch nicht direkt und unvermittelt was Du tust, bei meinen Freunden, Bekannten und Verwandten ist das anders ...Du sprichst hier einfach nur Themen, Gedanken und Gefühle an, die Du in Deinem privaten Umfeld so (noch?) nicht ansprechen und besprechen kannst oder möchtest...und von meiner Seite kommt dann was mir aus meinem Erfahrung, aus meinem Erleben und meinem Empfinden meistens ganz spontan dazu einfällt...ich seh das hier nicht als meinen Job an...ich muß hier überhaupt nichts...Du auch nicht...

Ich hab's geschafft mit meiner Tochter "ehrlich" zu reden.
Wobei dass nur heißt dass ich mal ein Tabu-Thema angesprochen habe. Nämlich, wie ist der "Umgang" bei uns zuhause ist.
Es hat mich viel Überwindung gekostet.
Aber für sie ist keine Welt zusammen gebrochen weil sie das "Konstrukt" duchschaut hat, sondern sie war froh dass ich sie für voll nehme und ein Tabu durchbrochen wurde.

Zitat:
Ich ziehe hier keine Show ab um den Kindern eine tolle Ehe vorzuspielen.
Was ich mache, und was schlimm genug ist, ist es den Kindern "weißzumachen" dass man eine emotional belastende Situation durchziehen [b]muss.[/b]
sehe ich ähnlich...das erwartest Du aber vorrangig von Dir selbst am aller heftigsten, oder? Das mein ich Balou, Deine Kinder können Dir doch nicht "vorschreiben" wie Du das anders/besser/konstuktiver handeln solltest...ich meine, dass die ihre eigenen Ideen und Vorstellungen haben ist klar...aber Dir wirklich und ganz direkt sagen "Papa, Du machst das jetzt so und so und dann..."Selbst wenn sie das täten, selbst wenn Du ihnen voll und ganz zustimmst...umsetzen müßtest Du es immer noch...ich sag nicht, dass es Dir als Mensch und Vater egal ist, was Deine Kinder fühlen und denken...sondern dass der Ball in Deinem Handlungsfeld bleibt - so oder os...das ist verdammt schwierig...aber wie gesagt, ich glaube gar nicht, dass es da ein absolutes Richtig oder Falsch gibt...oder eine abschließende "Lösung"...Eure gemeinsame Geschichte hört ja nicht mit dem Moment auf, wo Du mit Deiner Frau offen über Deine Trennungswünsche sprichst...

Zitat:
Aber es wäre sicher nicht weniger "mies" wenn ich die Koffer packe und mich auf und davon mache. Oder ? Wenn's (für mich) einfach wäre, hätte ich's schon längst getan.
Ich kenne viele Väter die ihre Familie haben sitzen lassen, inzwischen eine neue Beziehung oder Familie haben und sich einen feuchten Kehricht um ihre Kinder kümmern. Das ist dann wenigstens eine klare Sprache.
Auch für die Kinder. Keine Show, kein Konstrukt !
Aber gut ist es nicht. Finde ich.
Gut...ich kenne Familien, da würd ich den Kindern wünschen, dass die Eltern einfach "verschwinden"...aber generalisieren kann ich da nichts...auch Familien wo sich der Vater einfach aus dem Staub gemacht hat bieten mehr als reichlich Raum für Konstrukte, Gerüchte, Halbwahrheiten und weiß der Henker nicht alles...ich kenne reichlich Kinder, die ihre leiblichen Väter nur aus Erzählungen kennen...und einige Fälle wo die Väter (einfach nur weil unverheiratet oder nicht leiblich) ganz simpel kein Besuchsrecht erhalten...aber weißte, ich finde mit solchen Geschichten solltest Du Dich und Eure Familie gar nicht erst vergleichen...Glücklicher Weise sind Eure Kinder schon alt genug, haben Euch beide wirklich kennen gelernt und einfach so verkrümeln kann und will sich auch keiner von Euch...dass Dir das manchmal als Idee durch den Kopf geschossen ist...Balou, ich glaube, solche Phantasien hegen auch so manche Paare mit Kinder, die eigentlich recht zufrieden und glücklich miteinander sind...aber das ist vermutlich auch eines dieser Tabus...über sowas darf man als Eltern nicht phantasieren...wenn ich selbst Mutter wär, würd ich vermutlich auch n schlechtes Gewissen haben, wenn mir sowas durch den Kopf schießt...bin ich aber nicht und deshalb brauch ich mich nur erinnern in wievielen Situationen ich mich sofort weggebeamt hätte als da zu bleiben...und - ich rede jetzt nur von mir...meistens bin ich geblieben weil ich entweder noch nicht weg wollte, oder weil ich wußte, einfach abhauen bringt noch mehr Ärger und Stress...aber das ist ja nur meine Sache...das kann ich auch nicht einfach verallgemeinern oder Dir aufdrücken...bei mir kommst Du jedenfalls nicht an, als wüßtest Du nicht was in Dir vorgeht und deshalb wirkst Du auf mich auch nicht als Mann/Persönlichkeit unsicher...aber ich vergesse nicht, dass ich Dich eigentlich überhaupt nicht kenne und Du mich nicht...nicht weil ich glaube, Du lügst hier rum oder weil ich grundsätzlich nur mal einfach Romane in Foren schreibe, die am nächsten Tag schon keinen Sinn mehr für mich ergeben...sondern weil ich Dich nie erlebt habe und nie erleben werde...und Du mich nicht...von daher kann ich weder Deine Situation, Deine Persönlichkeit und schon gar nicht die Deiner Frau beurteilen ...

23.05.2008 15:01 • #221


Zum Beitrag im Thema ↓

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Trennung verarbeiten

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Cathy
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Zitat von GastB:
Zitat von Cathy:
Kritik? Was ließt Du denn da an Kritik raus? Das sind Tatsachen

Ich kann es kaum glauben, Cathy.
Was verstehst du denn bitte unter "Kritik", wenn das, was du machst, keine Kritik sein soll?
Diese Frage meine ich ganz ernst!


Dieses Thema hatten wir jetzt schon ein paar Mal, oder?! In diesem Forum und auch per pm...ganz offensichtlich verstehen wir beide was anderes unter Kritik. Punkt! Es ist eine Sache wie Balou sich und seine momentane (na ja, 5 Jahre sind wohl nicht mehr momentan) Situation schildert und einschätzt und eine andere wie ich das sehe und empfinde...und das sage ich! Wenn er damit nichts anfangen kann oder ich völlig daneben liege, dann hat er mir das bisher immer auch ganz deutlich gesagt - Balou ist - wie die meisten anderen hier - ein erwachsener Mensch, ich gehe überhaupt nicht davon aus, dass der Mann sich von mir beeinflussen, kritisieren oder was einreden läßt...genauso, wie ich mir nichts einreden lasse...Er kriegt meine Sicht der Dinge und wenn ICH meine, ich sollte erläutern wie ich dazu kam, dann tu ich das - wenn Balou oder Dir meine Sicht nicht gefällt oder Du anderer Meinung bist oder einfach nur denkst ich komm her um Leute die in ner Krise stecken anzupöbeln - oder von mir glaube sie per Kritik "auf den rechten Weg" bringen zu wollen oder zu können - dann ist das Dein Eindruck von mir.

Zitat:
Du suchst dir immer wieder diverse Rechtfertigungen zusammen, um deine sogar recht harsche Kritik vor dir selber nicht als solche anerkennen zu müssen. Wobei es bisher völlig unklar ist, warum du das so verleugnen musst.
Was möchtest Du eigentlich von mir hören? Wenn Du nicht damit angefangen hättest, dann würd ich auch nicht versuchen mich oder das was ich schreibe zu rechtfertigen...Ich verleumnde dass ich hier Leute kritisiere? Weil? Weil ich unbedingt möchte, dass mich - auch wenn ich "In your face" Statements und Meinungen schreibe - unbedingt möchte, dass mich die Leute trotzdem für ein nettes und freundliches Mädchen halten? Genauso hätte es Balou als Respektlosigkeit empfinden können, wenn ich irgendwas in der Richtung wie "ach Du armer, wieso hast Du Dich denn solange quälen lassen" geschrieben hätte...

Wie, das was ich schreibe, bei Dir oder irgendwem ankommt, weiß ich vorher nie...genauso wenig kann hier Irgendjemand vorraussagen, wer wann und wie auf seine "Fragen" reagiert oder antwortet...und ehrlich gesagt, mach ich mir darüber (über mein Image) auch nicht sone riesen Rübe, wenn ich spontan aufschreibe was mir zu dem einen oder anderen Thema, oder wie in diesem Fall, zu Balou einfällt ...wenn er oder Du das als harsche Kritik auffassen, oder es so interpretieren, dann ist das so......hier gab es auch schon eine Teilnehmerin die meinte ich sollte gebannt und angezeigt werden...und ganz bestimmt gibt es hier auch Welche, die meinen, ich hätte nur nichts Besseres zu tun oder hätte keinen privaten/offline Kontakte...ist halt so...


Zitat:
Meinst du, wenn man jemandem unangenehme Tatsachen unter die Nase reibt, dann sei das keine Kritik
Ja, das meine ich - ganz besonders im Fall von Balou - denn letztlich beschreibt er das ja als die Sache, die ihm im Moment am meisten verwirrt...ich hab mir in meiner letzten Post an ihn nichts aus den Fingern gesogen, was ihn und die Differenzen zwischen seinem liebgewonnenen Selbstimage und seinen hin und wieder doch gar nicht mal so freundlichen Gedanken, Ideen und Gefühlen betrifft...dass das ne harte Nummer für ihn ist, ist ja wohl klar, dass ist sowas immer und für Jeden...aber gleichzeitig hat ihn das ganze hin und her und drumherrum auch mal bewußt gemacht, dass er gar nicht so weichig und beeinflussbar und lenkbar ist, wie er immer dachte...wenn ich ihm irgendwas unter die Nase reibe, wo er ne völlig andere Meinung drüber hat, dann sagt er das klar und deutlich...das ist auch ne Tatsache.

ICH könnte mir auch vorstellen, dass seine Frau gerade ähnliches erlebt...nur eben anders rum...sie zeigt und demonstriert nach Außen seit Jahren, ihre Härte und Stärke und Dominanz und all das....aber ICH könnte mir auch vorstellen, dass sie langsam aber sicher (genau wie Balou) spürt und merkt, dass das ihre Kräfte übersteigt, dass diese IHRE Fassade und IHR Selbstimage (toughe, starke Frau und Mutter, die alles alleine regeln kann) langsam aber sicher zu bröckeln beginnt...Davon bin ich auch überzeugt, bzw. halte es für sehr, sehr wahrscheinlich... Genauso hab ich Balou nie abgenommen, dass er ein durchgeweichtes Bärchen ist...Das könnt ich auch ganz Allgemein in Watte verpacken " Niemand kann eine einseitige Fassade auf Dauer aufrecht erhalten"...Tatsache...

Zitat:
Oder wenn du selbst etwas Ähnliches wie der Angeschriebene "auch schon selber erlebt" hast - eine sehr häufige von dir vorgebrachte Rechtfertigung für vorhergegangene harsche Kritik -, dann würde das alles wieder rückgängig machen, was du vorher an "Schlägen" (kräftiger Kritik) ausgeteilt hast?
Ich hab keine Ahnung auf was Du hinaus willst, Gast B...

Zitat:
Und meinst du, wenn Balou schreibt: "Danke für jede Art von ernstgemeinter Kritik", dass deine Postings damit nicht auch gemeint sind? Weil du ihn ja angeblich gar nicht kritisiert hast?
Dass ich ihn ernst nehme muß ich nicht erklären, das ist für mich selbstverständlich - wenn er meine Posts als persönliche Kritik auffasst, dann ist das so...ich glaube nicht, dass ich ihm irgendwas gesagt oder beigebracht habe, was er nicht schon selbst wußte oder gespürt oder geahnt hat...ich kann ihm auch nichts vormachen und er mir nicht...meine Lebenserfahrung, meine Eindrücke, meine Gedanken und Gefühle dazu und Parallelen ...nicht mehr und nicht weniger...

Für mein Empfinden stehen Balou und ich auf einem und den gleichen Level, wenn wir hier kommunizieren...ich hab nicht Rechter als er oder Du oder sonst wer - wir sind beide überzeugt von dem was wir sagen - ...ich lass mir von ihm nur nicht "einreden", dass er durch und durch verweichlicht und eigentlich immer aus den edelsten Motiven handelt - ist mir egal, ob er das will oder nicht - ich fänd es respektlos ihm gegenüber wenn ich so täte als ob, oder ihm per Wattestäbchen reinreibe,wie ich das sehe...genausowenig würde er mir abnehmen, dass ich eigentlich ein possierliches Schnurrkätzchen bin, das sich immer ganz vorsichtig an Menschen und Dinge herantastet...Mich hat damals und Heute keiner gefragt, ob ich an den Beziehungsdramen der Eltern, Freunde, Verwandten, Kollegen teilnehmen möchte...Fakt. Genauso wenig fragen Balou und seine Frau, ob ihre Kinder an dem schwelenden Ehedrama teilnehmen möchten...das ist keine Kritik sondern einfach so wie es ist...Eltern sind auch nur Leute und welche Alternative hätten die beiden denn? Das ist doch die knallharte Realität...die Eltern mögen sich nicht mehr und die Kinder sitzen zwischen den Stühlen...

Klar kann er oder Du so Statements wie "es ist echt unfair und fies, von den Kindern ne Entscheidung zwischen Euch beiden zu erwarten/verlangen" als persönliche Kritik auffassen...und natürlich steht es Dir frei anzunehmen, dass ich sowas schreibe weil ich meinte, Balou zu kritisieren/zu maßregeln ist jetzt wirklich angebracht...ich komme aber mit solchen Statements aus ner anderen Ecke, als Du es offenbar annimmst...da ist in meinem Hinterkopf kein "So, jetzt sag ich dem Balou mal, dass das falsch ist und zeige ihm auf, wie´s richtig geht"...denn:

1. halte ich Balou nicht für einen Schwachkopf, der selbst nicht ganz genau weiß, dass er seine Kids damit in ne echt finstere Situation bringt (das gilt für ALLE Paare mit Kindern)
und
2. weiß ich halt aus meiner Erfahrung und aus dem was ich in anderen Familien gesehen habe, dass Kinder und Teenager lange nicht so naiv und gutgläubig oder ignorant sind, wie Erwachsene (ihre Eltern) das hin und wieder gerne hätten...auch wenn sie das nicht glasklar erfassen, aber dass da was von ihnen verlangt wird, n knallhartes Psychospielchen ihrer Eltern ist, das spüren sie sehr wohl...auch wenn diese Aufgabe letztlich nur und einzig aus guten und liebevollen Ambitionen heraus an sie gestellt wird...das ist too much!

Ok, ich formulier das mal für Dich nochmal um: "Lass das Balou, das geht nach hinten los, erinner Dich daran, wie das für Dich als Teenager, Kind war, und wie Du das empfunden hast und jetzt darüber denkst, oder wie Du Dich fühlst, wenn sich ein befreundetes Pärchen trennt und jeder versucht, den Freundeskreis auf seine Seite zu ziehen"...Das ist meine Ecke, Gast B...und ich lass mir nicht einreden, dass ich aus unerfindlichen Gründen nicht weiß oder zugeben kann, dass ich da Balou einfach nur mal eine reinwürgen will, weil ICH meine, der braucht das und weiß es alleine nicht besser...der Mann war selbst mal Sohn.

Fakt ist: Ich bin keine Mutter, ich kann es mir "leisten" (weil ich eben nicht in dieser Misere sitze und mich als Mutter nicht hin und wieder selbst fragen muß, ob und warum ich dies und jenes richtig mache oder was ich hiermit und damit wohl bei meinen Kindern anrichten könnte etc) ganz klare Ansagen darüber zu machen wie ICH das persönlich erlebt habe und als Erwachsene erlebe und erinnere, was ICH davon halte und dass ich es für sehr wahrscheinlich halte, dass SEINE Kinder auch nicht auf dem "Oh, meine Eltern, wollen immer nur ganz uneigennützig das allerbeste für mich, die wissen schon was gut für mich ist" Dampfer fahren...Für ihn als Vater, für alle Eltern ist so eine familiäre Situation auch ein Drahtseilakt und da gibt es kein Richtig oder Falsch...

Die Kinder sowie die Eltern sind auch nur Menschen und jeder Einzelne hat seine ganz eigenen Eindrücke und Empfindungen zu sammeln und zu verdauen und einzuordnen...damit sag ich hier wohl Niemandem was Neues...und ICH hab den Eindruck, dass Balou damit auch umgehen kann...dass ihm das gerade im Moment, wo er sich selbst erstmal sortieren muß, nicht immer sofort und als erstes mitbedenkt und auch gar nicht immer mit einschließen KANN...das ist wohl auch nur menschlich...wenn sich Balou oder sonst irgendwer kritisiert fühlt, wenn ich - für mich - völlig alltägliche und ganz normale unperfekte Vorgehen anspreche und schildere, dann ist das ehrlich gesagt, nicht mein Problem...ich stecke, genau wie die meisten anderen hier auch nur mitten im Leben...und da ist rein gar nix perfekt und ganz einfach...für NIEMANDEN...


Zitat:
Das Verdrängen der dunkleren Seite, die du bei Balou so energisch aufdeckst und bekämpfst, machst du genauso, Cathy. Du schlägst zuerst fest zu und behauptest dann, du wolltest auf gar keinen Fall zuschlagen, nichts liege dir ferner ...
Nichts läge mir ferner? Glaub mir mal, wenn ich zuschlage, dann steh ich auch dazu und dann sehe ich auch zu, dass ich genau dahin treffe, wo´s weh tut, und sehe zu, dass der andere nicht mehr hoch kommt...manchmal klappt es und manchmal krieg ich halt auch auf die Fresse..keine Erklärungen, keine Entschuldigen, kein "Du hast aber angefangen, mich provoziert o.ä.".ich hab das schon mal gesagt - für mich ist das hier keine Kampfarena oder ne große Therapiegruppe...oder ein Wettbewerb, wer ist schlauer und weiser oder n Beliebtheitswettbewerb...wenn ich mies drauf bin oder schlechte Laune habe, dann komm ich einfach nicht her...weil ich sehr gut weiß, dass ich in soner Stimmung durchaus auch einfach mal draufkloppe...


Zitat:
Sorry, Balou, dass ich hier jetzt Cathy kritisiere, aber ich empfinde es als sehr unangenehm, wenn jemand eigenes verdrängt und bei anderen durchs Vergrößerungsglas sieht - und das trotz mehrfachen Feedbacks nicht wahrnehmen will und kann ....
Hierzu fällt mir eigentlich nur ein, dass ich mich nicht von Dir kritisiert fühle, Gast B...wir hatten dieses Thema jetzt schon einige Male am Wickel...Du glaubst zu wissen, dass mit mir was nicht stimmt, bzw. dass ich irgendwas vertusche und kaschiere, oder dass ich mich "überlegen" fühle und aus dieser Ecke Kritik übe aber es nicht zugeben will etc etc etc...und ich sage Dir, dass es nicht so ist...erkläre ausführlichst was wieso, warum, weshalb und zum Schluss kommt einfach nur wieder raus: Du verdrängst etwas...bei Dir entsteht der Eindruck...das ist halt so...und natürlich verdränge auch ich viele Dinge...aber nicht die, die Du hier anführst...und natürlich verteile ich auch Ratschläge, die ich selbst nicht unbedingt und immer so anwende...dazu sind gute Ratschläge da...um sie weiter zu geben (Oscar Wilde)...

ich versteh ja, dass ich Dich nerve und auch, dass Du dieses "Cathy ist unehrlich" und gibt dies und jenes nicht zu, kaschiert dies und das etc Ding immer wieder ansprichst, Du meintest ja auch mal, dass ich ruhig zugeben kann, wenn ich mich überlegen fühle Schönen Dank, tu ich aber auch nicht..Ich lieg hier nicht auf Deiner Couch...können wir das festhalten? .Nach diesem wieder mal völlig nervigen und langen Roman, weiß ich jetzt wirklich nicht mehr, was ich dazu sagen soll...und warum ich überhaupt noch darauf reagieren und eigehen soll...Wir sind uns wohl einig darüber, dass wir uns uneinig sind, ja?!

19.05.2008 13:46 • #212


Zum Beitrag im Thema ↓


G
Hallo Balou,
deine Geschichte hat mich sehr berührt, da ich aus so einem Elternhaus komme, wie du deine Ehe beschreibst. Bei mir hat nur der Vater den "harten Part". Der hat sich aber wohl erst durch einige Schicksalsschläge vor ca. 20 Jahren richtig manifestiert und ist seitdem nicht durchbrochen und gehört mittlerweile zu ihm. Ich kann mich noch dunkel an einen anderen Vater erinnern, meine Geschwister nicht mehr. Ich kann dir nur sagen, dass ich sehr unter meinem Vater gelitten habe und mindestens genauso unter der gelebten Hilflosigkeit meiner Mutter und heute (mit 27) dabei bin, die Spätfolgen in einer Therapie zu kurieren. Meine 2 jüngeren Geschwister hingegen scheinen ganz gut damit zurecht gekommen zu sein.
Gäbe es denn keine Möglichkeit, dass Du die Kinder zu Dir nimmst? Sie sind ja nicht mehr die jüngsten und soweit ich weiß, hat man zumindest an 14 hier ein Mitbestimmungsrecht. Ich hätte mich sofort für meine Mutter entschieden, wenn ich die Möglichkeit gehabt hätte.
Meine Eltern sind übrigens immer noch zusammen, haben einen Weg gefunden, recht gut aneinander vorbeileben zu können, aber meine Mutter ist mittlerweile auch "erkaltet", hat Bluthochdruck, steht nur unter Strom, kann sich auf kein Gespräch konzentrieren, vergisst alles, versteht alles falsch, sieht nur das schlechte, fühlt sich von jedem sofort angegriffen,... ich könnte schreien, wenn ich das mit ansehen muss! Aber ich denke, dass sie einfach auch zu lange versucht hat "wegen der Kinder" alles so zu machen wie bisher...

LG

#2


B
Lieber Gast,
ja, ich denke oft daran die Trennung zu wagen. Aber ich bin mir nicht sicher ob die Kinder tatsächlich mit mir gehen würden. Meine Frau schafft es auf eine besondere Art und Weise die Kinder an sich zu binden. Die Psychologen würden wohl von "Bindung duch Schuld" sprechen.
Ausserdem hat mir ein Anwalt erzählt das Familiengerichte im Zweifelsfall das Sorgerecht immer bei der Mutter sehen. Auch bei größeren Kindern. Ich hätte nur eine Chance wenn ALLE Kinder darauf bestehen würden mit mir zu gehen. Und dass kann ich eben nicht mit Bestimmtheit sagen. Mir ist das "Risiko" zu groß.
Ich mache mir wirkich große Sorgen wenn ich sehe welches Vaterbild ich abliefere und welchen Eindruck von Ehe meine Kinder haben ! Ich befürchte dass meine Kinder (zumindest meine Tochter) unter meiner Hilflosigkeit stark leiden. Manchmal habe ich den Eindruck dass mich meine Kinder manchmal wegen meiner "Schwäche" hassen, obwohl ich für sie mehr Ansprechpartner bin als ihre Mutter.
Meine Kinder sind alle 3 wirklich "wohlgeraten" und ich bin sehr stolz auf sie. Aber ich mache mir große Vorwürfe welche "Spätfolgen" sich bei meinen Kindern einmal einstellen werden. Für meine Kinder ist partnerschaftliche Liebe, zumindest bei ihren eigenen Eltern, nicht sichtbar. Ich bedauere jeden der an solchen Kindheitserfahrungen auch im Erwachsenenalter herumdoktern muss. Meinen Kindern würde ich das gerne ersparen, aber ich steuere ganz tief hinein.
Ich muss dazu sagen dass meine Frau ein wirklich harter Brocken ist. Stolz und eigensinnig. Der wirkliche Krieg wird mit der Scheidung und der Sorgerechtsfrage losbrechen. Und da hat "frau" nun mal die besseren Karten. Zumal meine Frau vor nichts zurückschrecken würde. Das wird mit Sicherheit genau die Schlammschlacht werden, die ich meinen Kindern gerne ersparen würde. Ich kann also zwischen Pest und Cholera wählen.
Ich weiß dass ich den Schritt irgendwann gehen muss. Wahrscheinlich eher früher als später. Aber ich weiß einfach nicht wie ich's angehen soll. Ganz zu Schweigen von meiner Angst bzgl. Sorgerecht zu verlieren.
Es wäre für mich halb so schlimm wenn ich wüßte dass meine Kinder bei meiner Frau gut aufgehoben wären.
So versuche ich heute meinen Kindern ein möglichst guter Vater zu sein (was ich natürlich nicht bin....siehe oben...) und "die Flamme möglichst klein zu halten". Ich halte das im Moment für meine Kinder für die kleinere Katastrophe.
Was ich für mich nicht einschätzen kann ist aber die Frage: wie sehen meine Kinder ihren Vater ? Viel wichtiger: welchen "Schaden" nehmen sie in ihr späteres Leben mit ?
Du schreibst von deiner Therapie ? Wenigstens hast du "das Problem" erkannt und diesen Schritt gewagt. Aus deiner Sicht: Was ist für Kinder das kleinere Übel ? Scheidung mit allem Schmerz und allen Ängsten, oder ein Elternteil der sich "runtermachen" lässt ?

Überlicherweise sind die Verhältnisse sonst eher gedreht. Eine Scheidung mit der man einen "üblen" Vater los wird kann für Kinder eine Erlösung sein (für die Frau natürlich auch). Aber was ist mit einer Scheidung bei der die Kinder (zumindest mit einer großen Wahrscheinlichkeit) ihren "guten Vater" verlieren ? (.....das klingt jetzt etwas anmassend...)
Ist das besser für die Kinder ?

Gruß Balou

#3


G
Hallo,

Du schreibst, das es überlicherweise anders herum ist. Da muß ich die leider wiedersprechen: bei mir ist es genauso, ich mußte auch immer nur funktioniern, auch das Leben mußte funktionieren. Es mußte immer alles da sein, wenn nicht gab es Krach.
Ich habe den Fehler gemacht mir die zuneigung meiner Frau zuerkaufen, sprich ich habe Ihr ein Leben vorgespielt, das so nicht möglich gewesen wäre.
Habe ohne Ihr wissen Kredite aufgenommen, und mir damit ihre achtung erkauft.
Jetzt bin ich seit 7 Monaten getrennt, und leide sehr darunter.

#4


G
Hallo Balou,

Deine Kinder sind mit 12, 14 und 18 bereits in einem Alter, in dem kaum noch etwas gegen ihren ausdrücklichen Willen gemacht werden kann. D.h., was genau willst du mit dem "Sorgerecht" kontrollieren können?

Es kommen doch - aus meiner Sicht - fast nur noch Fragen wie Ausbildung und Aufenthaltsort zum Tragen, abgesehen von Taschengeld, Ausgeherlaubnis u.ä. (Lasse mich gerne korrigieren, falls ich das zu eingeschränkt sehe.)

Wenn DU dich scheiden lässt, kann dann ein Gericht den Kindern in diesem Alter den Umgang mit dir und dir den Umgang mit den Kindern verbieten? Ich vermute, nein.

Wohingegen, wenn deine Frau mitbekommen sollte, dass du Scheidungsabsichten hast, und wenn sie wirklich so kalt ist, dann könnte deine Frau auf die Idee kommen, die Scheidung als erste einzureichen - und dann womöglich alles Mögliche über dich erzählen und dich in ein schlechtes Licht rücken ...?

Du spielst meiner Meinung nach ein in mehrfacher Hinsicht gefährliches Spiel, wenn du die aus deiner Sicht ja völlig verfahrene Ehe und deine inzwischen sehr gefährdete Psyche einfach so weiterlaufen lässt. Und ich glaube ehrlich gesagt, dass deine Kinder dich mehr respektieren werden, wenn du für dich einstehst und die Konsequenzen ziehst, als wenn du weiterhin den schwachen und unglücklichen Ehemann und Vater lebst wie bisher. Du musst nicht meinen, dass deine Kinder das alles nicht wahrnehmen. Im Gegenteil, du selbst lieferst sie weiterhin ihrer gefühlskalten Mutter aus, sie haben jetzt gar keine andere Wahl, als bei ihr zu bleiben. Erst wenn du dich dich von ihr trennst, können sie wählen.

Und sollten sie - erstmal - wählen, bei ihrer Mutter zu bleiben, dann solltest du das in eurer aller Interesse respektieren. Sehen kannst du sie ja - s.o. - sowieso. Und sie können sich jederzeit umentscheiden. UND vor allem die größeren sind in einem Alter, in dem du ohnehin sehr bald damit rechnen musst, dass sie freiwillig ausziehen. Was sie vielleicht besonders dann sehr bald machen werden, wenn es zu Hause sehr "ungemütlich" ist.

Stell dir mal vor, dass du möglicherweise in 2-4 Jahren allein mit deiner Frau zurückbleibst. Ist es das, was du möchtest?
Und was, wenn deine Kinder dir eines Tages genau das vorwerfen, nämlich dass du sie ihrer Mutter ausgeliefert und damit allzu früh aus dem Haus getrieben hast?

Da du ja weißt, dass deine Frau sich nicht ändern kann, weil es sich nicht einfach um ein bestimmtes unerwünschtes Verhalten handelt, möchte ich dir raten, deine Entscheidung still zu treffen, also sie auf keinen Fall vorher mit deiner Frau zu besprechen. Solltest du zu der Entscheidung kommen, dass du die Scheidung willst, dann solltest du sie erst selber einreichen und dann mit deiner Frau sprechen.
Das klingt fies und hinterhältig, aber ich weiß von Menschen, die sehr kontrollierend und kalt sind, dass sie sehr intrigant werden können, wenn sie ihre Felle davonschwimmen sehen. Und das wäre dann sehr übel für dich und deine Kinder, s.o.

Theoretisch könntest du dich auch für eine Trennung statt Scheidung entscheiden. Allerdings ist das für eine neue Partnerschaft oft ungünstig, aber kein absolutes Hindernis.

Ich wünsche dir eine gute Entscheidungsfindung.

#5


B
Lieber GastB,
ja, meine Kinder sind nicht mehr klein und mir ist es (schmerzlich) bewußt dass sie wissen was Sache ist.
Hm, den Aspekt dass ich meinen Kindern die Möglichkeit nehme sich von ihrer Mutter zu "distanzieren" und zu wählen habe ich so noch gar nicht richtig betrachtet. Ausserdem muss ich dir zustimmen dass ich sicher kein sehr gutes Bild abgebe.

Na ja, die beiden Jüngeren brauchen mich schon noch recht viel. Aber vielleicht nur als Ausgleich zur Mutter.

Bisher bin ich mit meinen Scheidungsplänen nie über den Punkt hinausgekommen an dem ich mir vorstelle wie ich es meinen Kindern sage. Da bleibe ich hängen. Ich kann's nicht sagen wieso. Vielleicht weil ich als Kind selbst häufig Angst vor der Scheidung meiner Eltern hatte (die sich nie scheiden liessen).......ist aber eine schwache "Ausrede".

Wenn meine Frau von einer Scheidung was mitbekommt bricht der Krieg los. Ich fürchte dass meine Frau vor nichts zurückschrecken wird....
Diese Gefahr ist sehr real, und ich weiß dass der Kampf für mich dann erst richtig los geht. Da müßte ich mit allem rechnen.
Da eine Scheidung aber nicht von heute auf morgen über die Bühne geht wird eine Überrumpellungs-Taktik wahrscheinlich eh nicht funktionieren. Da bliebe meiner Frau genug Zeit die Messer zu wetzen.

Was mir erst so nach und nach bewußt wird, ist der Aspekt: welches Bild haben meine Kinder von ihrem Vater.

Was ist für Kinder der größere "seelische Schaden": eine Scheidung (die in meinem Fall wahrscheinlich nicht im Frieden ablaufen wird) oder ein Vater der ihnen ein seltsames Männerbild mitgibt ?
Mir wird schlecht wenn ich daran denke dass ich, durch meine missratene Ehe, der Auslöser von späteren seelischen Problemen meiner Kinder sein könnte.

Das gefährliche Spiel wird für mich immer gefährlicher, weil ich mit jedem verstreichenden Monat merke wie mich die Situation mehr und mehr auslaugt. Mir macht das Fehlen von jeder Art von Zuneigung sehr zu schaffen und langsam fehlt mir die Energie. ' und so langsam habe ich Angst dass ich das nicht mehr sehr lange durchstehe. Die Zeit läuft gegen mich.

Tja, über deine Sichtweise und Anregungen muss ich mal intensiv nachdenken. Zugegebenermaßen bremst mich zudem die "Feigheit vor dem Feind". Aber auch dass taugt als Argument nicht beliebig lange.
Ich danke dir auf jeden Fall sehr für deine Anregungen !


Lieber Gast,
warum leidest du unter der Trennung ? Müsstest du nicht froh sein ihr "entronnen" zu sein !
Ich kann dir nachfühlen weil mir der Aspekt "eine schlechte Ehe ist immer noch besser als alleine zu sein" nicht ganz fremd ist. Das hat mich jahrelang zusätzlich fest gehalten. Aber zumindest von dem Aspekt konnte ich mich ein wenig frei machen.
Mach dich frei von dem Gedanken !! Versuche die Abwesenheit deiner Frau als Geschenk zu sehen !
Ich wäre froh wenn ich meine Frau endlich los wäre. Ich glaube dann würde ich mir nicht mehr so alleine fühlen !

Grüße
Balou

#6


G
Hallo Balou,

du bist offensichtlich ein intelligenter und feinfühliger Mensch - ich finde, du hast eine gefühlsmäßig befriedigende Partnerschaft verdient.

-------

Hast du eigentlich schon mal an eine Eheberatung gedacht?
Meinst du, dass deine Frau das mitmachen würde?

Weiß deine Frau eigentlich, dass du dich unglücklich fühlst?

Das soll jetzt kein Rat sein, es ihr stante pede zu sagen. Bei Menschen, wie du deine Frau beschreibst, bin ich sehr vorsichtig. Aber es hat wohl auch schon Fälle gegeben, in denen sich herausstellte, dass die Frau mit ihrer festen "Führerschaft" eigentlich auch gar nicht glücklich war, sondern diese Rolle deshalb eingenommen hat, weil ihr Mann diese Rolle nicht ausfüllte. Und dass die Frau dann - im Rahmen einer Eheberatung, Paartherapie - sogar recht gerne einen Teil ihrer Führungsrolle und Härte aufgab, wenn der Mann dies übernahm. Bist du ganz sicher, dass das bei euch nicht auch der Fall sein könnte? (Das soll keinen Zweifel ausdrücken, denn ich habe ja keine Ahnung davon - ich möchte es dir nur als Gedankenanstoß geben, für den Fall der Fälle.)

#7


B
Hallo GastB,
meine Frau möchte immer und über alles die Kontrolle behalten.
Ich habe schon öfters versucht "das Ruder herumzudrehen". Bin aber immer wieder daran gescheitert dass meine Frau eisern eine Meinung hat, und die ist richtig. Alle anderen Meinungen zählen nicht. Es sind nicht nur "andere Meinungen" sondern barer Unsinn.
Ich glaube dass meine Frau ab dem Moment ein Problem mit mir hatte, ab dem ich mich ein Stück "emanzipiert" habe
Tatsächlich habe ich bereits an eine Eheberatung gedacht. Ich habe begonnen zu einer systemischen Beratung zu gehen in der Absicht meine Ehe wieder so "hinzubiegen" dass ich (und meine Kinder) damit klarkomme. Während der Beratung ist mir allerdings mehr und mehr bewußt geworden WARUM es die Probleme gibt.
Ich habe gemerkt dass ich ...... wie soll ich sagen........, ich glaube ich habe mein Leben lagen meine "Gefühlswelt" verleugnet. Ich habe mich immer dafür gehasst ein "emotionales Weichei" zu sein. Im Rahmen der Beratung ist es mir allerdings (ein wenig) gelungen diese Charaktereigenschaften zu schätzen, na ja, sagen wir mal zu akzeptieren.
Heute bin ich der Ansicht dass ich mir damals eine Frau gesucht habe die "emotional nichts von mir erwartet". Ich war froh weil ich mit mir selbst nicht sehr gut klar gekommen bin. In meinen 17Jahren Ehe habe ich allerdings immer gespürt dass mir massiv was fehlt. Heute weiß ich es. Mir fehlt Emotionalität, Vertrautheit, Zärtlichkeit. Dieser ganze Aspekt ist aus meinem Leben komplett ausgeblendet weil meine Frau das nicht braucht, und auch nicht geben kann. Ich will ihr deswegen keinen Vorwurf machen. Schliesslich hat sich bei mir etwas gedreht, meine Frau ist wie früher.
Im Rahmen der Beratung ist mir bewußt geworden dass ich es gar nicht möchte meine Ehe wieder so hinzubiegen wie es früher einmal gewesen ist. Heute weiß ich dass ich andere Bedürfnisse habe, die ich früher einfach verleugnet habe. Deshalb macht für mich eine Eheberatung keinen Sinn.
Meine Frau hat bis heute nicht verstanden was mit mir los ist. Ich hab's versucht, aber ihr fehlt das Verständnis (und vielleicht auch ein wenig der Wille) ihren Mann verstehen zu wollen der jahrelang "funktioniert" hat und seit ein Paar Jahren spinnt. Wahrscheinlich läuft das Thema bei ihr unter "midlife-crisis".
Aber ich habe bei der Beratung für mich entdeckt wer ich eigentlich bin und was ich für Bedürfnisse habe. Reichlich spät. Dafür kann meine Frau nichts. Für sie zählt eben nur das "funktionieren". Emotion ist Ballast (außer an Weihnachten). So ist sie, und so war sie schon immer.
Ich hoffe du verstehst wie ich das meine.
Meine Ehe kann ich nicht so hinbiegen um damit klar zu kommen, weil meine Frau und ich, heute um 180 Grad entgegengesetzte Vorstellungen von "wichtig" und "unwichtig" haben. Meine Frau ist starrsinnig und stolz genug sich nicht zu verbiegen. Es hat auch keinen Sinn. Dann müßte sie ein Spiel spielen dass nicht ihres ist. Das wird genausowenig funktionieren.
Heute muss ich sagen dass das Schicksal (na ja, ich geb's zu: ich war's schon selber) zwei Menschen zusammen gebracht hat die unterschiedlicher nicht sein könnten. Dummerweise habe ich das erst nach 17Ehejahren bemerkt.
Eine Eheberatung würde sie schon mit machen. Mit dem Ziel dass ihr Mann wieder so wird wie er einmal war. Aber das kann ich nicht. Das ist mir zum einen zu wenig, und zum anderen müsste ich "erkämpfte Freiheiten" wieder aufgeben. Mir sind heute eben andere Dinge wichtig, die sie mir aber nicht geben kann. Und dieses "nicht geben" können spürt sie, und es verletzt sie sehr. Da sie aber zu stolz ist sich ihre "Schwäche" einzugestehen hat sie sich dafür entschieden dass ihr Mann eben "spinnt". Nicht falsch verstehen, ich werfe ihr ihr "Versagen" nicht vor. Sie kann's einfach nicht.

Heute fühle ich mich in meiner Ehe so alleine wie Robinson Crusoe auf seiner Insel. Meine Frau macht "ihr Ding" weiter wie eh und je. Und mit jedem Jahr gehen meine Kinder mehr ihre eigenen Wege.
Ich hab mich dazu entschlossen so lange "auszuharren" bis meine Kinder mich nicht mehr brauchen. Ach ja: dummerweise sind zumindest meine beiden kleineren Kinder ihrem Papa charakterlich so ähnlich dass sie die selben Probleme mit ihrer Mutter haben wie ich. Beide leiden sehr unter ihrer Härte. Mein Part ist es diese "Leere" zu füllen. Ich mach das (gerne) und ich kann das auch (leidlich). Aber eine Trennung wäre (für mich) ein Verrat an den Kindern. "Ich könnte gehen aber ihr müsst (wahrscheinlich) bleiben".
Hört sich das alles idiotisch an ?
Ich erzähle keinem Freund oder Bekannten von meinen Problemen weil es niemand verstehen kann dass ich mich nicht scheiden lasse.
Heute bin ich mir unsicherer den je was der richtige Weg ist.
Ja wie soll ich sagen, da in meinem Leben der Aspekt Emotionalität sehr zu kurz gekommen ist (auch in den Beziehungen vor meiner Frau) schmerzt mich das komplette Fehlen heute doppelt.
Ich habe mir schon oft überlegt mir eine Freundin zu suchen, aber das ist nicht so einfach. Schliesslich geht es mir nicht "um das Eine", sondern um das Thema Zuneigung. Und die ist nun mal ziemlich rar.

Es ist einfach bitter, und ich spüre dass mir immer öfter die Kraft ausgeht und ich alleine bin. Heute stehe ich immer noch vor der Wahl: verletze ich meine Kinder oder leide ich weiter.
Dass meine Kinder heute auch schon leiden ist mir bewußt. Wie sehr weiß ich nicht. Aber meine Kinder brauchen mich. Meine Kinder fragen mich um Rat, nicht ihre Mutter. Selbst im Büro rufen sie mich an wenn irgend etwas zu entscheiden ist. Allerdings muss ich mir zum Aspekt "welches Bild haben sie von ihrem Vater" erst noch Gedanken machen.

Ich drehe mich seit Jahren im Kreis. Immer wenn ich für eine Scheidung "bereit " bin, komme ich wieder an den Punkt "und meine Kinder?".
Was ist richtig und was ist falsch ?!?!?!
Was ist für die Kinder das Beste, oder das am wenigsten Schlimmste ?

Grüße Balou

#8


G
Hallo Balou

Das mit der Paartherapie solltest du im Auge behalten !
Wenn sie dafür bereit ist, aus welchen Gründen auch immer, kann dies etwas zum Vorschein bringen wo sie auch mal über sich nachdenkt !
Oftmals weiß man erst was man verliert wenn man es verliert.

Mußte selbst diese Erkenntnis machen als meine Ex-Freundin mich vor 3 Monaten verließ. Auch wir waren 16 Jahre zusammen, haben ein Kind und ich war immer der Gefühls"lose" Part in unserer Beziehung.Wahrscheinlich weil ich mir bis heute nicht sicher bin ob ich sie überhaupt geliebt habe.
Als sie mich dann verließ ist eine Welt in mir zusammen gebrochen und ich hätte gern eine 2.Chance von ihr alles besser zu machen.

Weißt du denn ob deine Frau dich überhaupt noch liebt ?
Wenn ja wird ihr es weh tun das du "gehen" willst, und sie wird ihr eigenes Verhalten in Frage stellen. Vielleicht will dann auch sie eine 2.Chance und wird es versuchen besser zu machen.

Sollte sie dich nicht mehr lieben, ist eigentlich nur die Trennung ratsam. Deine Kinder sind alt genug um selber zu entscheiden was sie von dir zu halten haben. Sollten sie dich nicht mögen, dich für irgendwas abstempeln kannst du es eh nicht mehr gerade biegen.
Allerdings so wie ich das von dir herausgelesen habe scheinen sie dich sehr zu schätzen !
Du solltest davor keine Angst haben, zieh in ihrer Nähe, dann können sie dich immer besuchen und du kannst sie immer sehen.
Auch ich habe meine Tochter sehr lieb, bin ihret wegen in die Nähe meiner Ex gezogen obwohl es für mich verdammt schwer ist in ihrer Nähe zu sein.

Glaub mir, eine Beziehung aus Notdurft kann keinem helfen !

Trennt euch doch erstmal und dann abwarten was passiert.

#9


G
Hallo Balou und GastC ,

GastC hat genau das gesagt, was ich dir auch dazu antworten wollte, und das sogar aus dem noch glaubwürdigeren Blickwinkel der Gegenseite: Wenn deine Frau zu einer Eheberatung mitgehen würde, dann solltest du diese Chance auf jeden Fall nutzen.

Was sie dabei erwartet bzw. was du glaubst, was sie erwartet, brauchst du nicht zu berücksichtigen. Zum einen sollte man niemals glauben, einen anderen 100%ig zu kennen; praktisch jeder Mensch hat Winkel, in die er noch niemanden hat schauen lassen ... und fast jeder Mensch hat die heimliche Sehnsucht, genau diesen heimlichen Winkel wenigstens einmal offenbaren zu können - nur fehlt dazu meist der geschützte, sichere Rahmen.

Und zum anderen, wenn es ein/e gute/r Paartherapeut/in ist, dann kannst du es getrost diesem/dieser überlassen, deine Frau zu diesen bisher versteckten Punkten zu führen. Sein Ziel ist ja nicht, eure Ehe wieder so zu machen, wie sie mal war, sondern im Gegenteil, eure Ehe auf einer neuen Basis zu einer neuen Qualität zu führen.

Das würde ich an deiner Stelle also unbedingt tun.

Falls es dann doch zu keinem für dich befriedigenden Ergebnis führen sollte, kannst du dich immer noch trennen.

------------

Und was das "Verlassen" deiner Kinder angeht: Ich habe es ja schon vorher geschrieben und GastC schreibt genau dasselbe als Vater: Wenn du in der Nähe wohnst, ist es kein "Verlassen" der Kinder.
Und wie gesagt, es ist sogar die Chance für sie, aus einer bedrückenden Situation wegzukommen.


Aber vielleicht ist es gar nicht nötig, vielleicht hilft euch ja die Ehetherapie. Es würde mich für euch alle freuen.

#10


G
Hi Balou,
ich habe deine Beiträge mit wachsender "Empörung" gelesen. (erklär ich gleich - nichts gegen dich gerichtetes)

Meine Situation vor 2 Jahren gleicht deiner in weiten Bereichen - auch wie du die Verteilung von Stärken uns Schwächen beschreibst. Ich HABE mich getrennt und das war gut so - auch dazu gleich mehr.

Als erstes von MANN zu MANN:

DU bist kein WEICHEI!!!


wer dir das eingeredet hat, hatte MACHTINTERESSEN.
(oder glaubst du, die Welt ist in diesem erbarmungswürdigen Zustand, weil es ZUVIELE weiche, warmherzige Menschen gibt?!?)


DU hast ein RECHT dich für oder GEGEN jemanden zu entscheiden

Nicht einmal deine Kinder haben in dieser Entscheidung ein Mitspracherecht!

Wenn du sie nicht liebst (und danach hört es sich für mich an) macht es überhaupt keinen Sinn diese "Reparaturversuche" auch nur eine Sekunde weiterzuführen. Im Gegenteil: Sie schaden allen Beteiligten. Was vielleicht sinnvoll sein kann ist eine TRENNUNGSBERATUNG!

DU hast ein RECHT darauf deine WÜNSCHE zu äußern, und deinen WILLEN

Du hast ein RECHT darauf, zu äußern, dass du bei den Kindern bleiben willst und SIE gehen soll, wenn es das ist was du willst!!
(und sie hat ein Recht darauf ihrerseits ihre Vorstellungen zu äußern)

Die Zeiten in denen schuldhafte Scheidungen zum Verlust aller Rechte geführt haben sind vorbei: AUCH FÜR MÄNNER. Wenn eure Beziehung nicht mehr von Liebe getragen ist (oder nie war), dann ist das eure GEMEINSAME Verantwortung. Niemand sagt, dass du alle Lasten aus einer Trennungsentscheidung alleine tragen musst, nur weil du der bist, der sie ENDLICH fällt.
DAS ist es was mich empört! Dass du dir nicht einmal den Gedanken erlaubst, die Dinge könnten so laufen, wie DU das wünschst, willst und für richtig hältst.

Ich sage dir folgendes zur Beruhigung: NIE hatte ich einen besseren Kontakt zu meinen Kindern, als jetzt, ein Jahr nach der Trennung (und das, obwohl sie nicht bei mir wohnen). Du kannst darauf vertrauen, dass deine Kinder WISSEN, was du für sie bist. DU brauchst da gar nichts tun, außer DA SEIN. Hab keine Angst um sie - die werden ihren Weg zu dir finden (in welcher Form auch immer) UND zu ihrer Mutter - was sie genauso brauchen.

Mach dich auf eine harte Zeit gefasst - hol dir für dich selbst alle Unterstützung und Beratung, die du kriegen kannst. Das was auf dich zukommt ist sehr schwer. ABER warte nicht bis einer von euch darüber KRANK wird, dass ihr das was nötig ist aufschiebt. Geh´s an. Ruhig, entschlossen, rational, gut vorbereitet und glasklar in deinen Ansagen.

Einen Krieg gibt es nicht, wenn du das nicht willst. Dazu gehören immer zwei. Je besser es dir gelingt zu DEINEN WÜNSCHEN ZU STEHEN, desto einfacher wird es!! Krieg löst du aus, wenn du NICHT zu dir stehst!


Balou, ich bin ganz betroffen und erregt, wenn ich das alles so lese - wenn du willst schreib mir. Wenn ich dir mit irgendwas weiterhelfen kann, sags mir.


EINS noch zum Schluss. Es ist gut, dass du ein engagierter Vater bist. Aber in der Situation, in der du stehst, geht es jetzt an ALLERERSTER Stelle um DEIN Wohl. Versteck das nicht hinter Verantwortungsideologie den Kindern gegenüber. Erst wenn du weisst, was du selbst für dich willst und dazu stehen kannst, kannst du überlegen, wie du die neue Situation, die du FÜR DICH entschieden hast, verantwortlich mit den Kindern gestalten kannst.

Verliere keine Zeit mehr, sei froh, dass die Kinder noch da sind, damit du ihnen zeigen kannst,
dass man so etwas nicht aushalten muss und wie man sich aus so einer Situation befreit. DAS bist du ihnen schuldig. Die haben nichts davon, wenn sie von dir lernen, wie man vor die Hunde geht über Jahrzehnte bis es zu spät ist. Verstehst?

Grüße
Flo
PS ich hoffe du verzeihst mir meine Vehemenz - die rührt natürlich aus MEINER Geschichte und nicht aus deiner. Aber wenn du vor mir stehen würdest, würde ich dich an den Schultern fassen und dich rütteln, bis dein Blick klar wird und du lachen kannst

#11


F
Ach zur Hölle mit diesem Auslog-Quatsch. Du blöder Automat, glaubst im Ernst mir meine Identität abspenstig machen zu können? Ich werd dir gleich zeigen, wer hier der Terminator ist.
der flo in wutschnaubend

#12


B
Hallo Zusammen,
ich muss zuerst einmal sagen dass ich mich sehr über eure Antworten gefreut habe !
Ich glaube nicht dass mir eine Eheberatung etwas bringt. Meine Frau ist mir inzwischen so fremd dass ich mir nicht vorstellen kann meine Ehe wieder so hinzubiegen wie sie einmal war. Und selbst dass wäre sinnlos, weil ich inzwischen für mich gelernt habe dass ich völlig andere Bedürfnisse habe.
Ich weiß natürlich dass sich das doof anhört, aber ich hab einfach die völlig falsche Frau geheiratet. Sie kann mir nicht das geben was ich brauche. Meine Frau ist rein rational veranlagt, und ich bin ein Gefühlsmensch. Das habe ich lange einfach nicht erkannt (hört sich bescheuert an, ist aber so !): Irgendwie hab ich mich früher verleugnet, und komme erst jetzt mit meiner "Gefühlswelt" klar. Früher hab ich's unter: "ich tick nicht ganz richtig" abgetan.
Es hat keinen Sinn mit meiner Frau. Sie wird sich nie ändern. Sie müsste sich verbiegen. Und das "nur" weil ihr Mann nach vielen Jahren Ehe erkennt was er wirklcih braucht.

Ich weiß das ich meine Kinder nicht "verlassen" muss. Aber ich bin kein Wochendend-Papa. Ich glaube ich brauche meine Kinder um mich herum (egoistisch ?!?!?!).
Was mir vehement im Wege steht ist der Gedanke meinen Kindern sagen zu müßen dass ich gehe. Ich bring das nicht übers Herz.
Es wäre einfacher wenn ich wüßte dass meine Kinder alle mit mir gehen würden, aber trotz dem schlechten Verhältnis zu ihrer Mutter sind sie alle sehr auf Ausgleich bedacht, und ich weiß nicht wie weit diese Loyalität geht.
Ja, im MOment beschäftigt es mich sehr wie bedrückend meine Kinder die momentane Situation empfinden.
Der Aspekt ist mir bisher nicht so bewußt gewesen !
Ich glaube dass ich insgesamt ein klägliches Bild abgebe und sich meine Kinder manchmal einen Vater wünschen, der auch auf den Tisch haut.
Ich kenne meine Frau recht gut, und ich weiß dass unter der harten Schale jemand sitzt der sich aus Angst vor Verletzungen verschanzt.
Manchmal war ich nahe dran den "Panzer zu durchstossen". Ich habe keine Ahnung was dann passiert wäre.
Klar, das ist die große Unbekannte. Insofern kenne ich meine Frau gar nicht.
Ich glaube nicht dass meine Frau über sich nachdenken könnte. Alles bis heute hat sie nicht einmal ansatzweise dazu gebracht ihr Verhalten in Frage zu stellen ! Nicht einmal ein bißchen.
Sie ist sehr stolz und sehr von sich überzeugt.
Wir haben (früher) viel gestritten und viele Gespräche geführt. Die Quintessenz war immer dass "ich nicht richtig ticke". Ihre Ansichten sind ansolut "logisch", und jeder muss erkennen dass sie richtig sind. Alles andere ist Unsinn!
Sie wäre (wahrscheinlich) nicht in der Lage sich bei einer Eheberatung ein eigenes Fehlverhalten einzugestehen. Dazu ist sie zu stolz.
Wenn ich es dennoch mitnehmen würde, wäre das zu 99% das Ende meiner Ehe (die faktisch eh nicht mehr existiert). Ich fürchte nur die Konsequenzen für meine Kinder.
Wenn ich daran denke mit einer Scheidung "Unglück" über meine Kinder zu bringen, dann bricht mir das Herz (ja, ich weiß dass sich das "lächerlich" anhört bzw. liest).
Da halte ich lieber noch ein wenig aus.

Ja, das mit dem Weichei ist so eine Sache. Ich habe früher immer gedacht dass ich einfach ein Stück weit "verrückt" bin. Leicht aus dem Konzept zu bringen, dazu noch recht nahe am Wasser gebaut (bei einem Mann einfach besch....) und sehr, sehr empfindlich. Meine Frau weiß inzwischen auf welchen Knopf sie bei mir drücken muss und schon bin ich in meinem Schneckenhaus und sie kann schalten und walten wie sie will.
Klar geht es da um Macht. Ich weiß das, aber irgendwie fehlt mir der Hebel das zu ändern.

Meine Frau liebt mich nicht. Sie liebt den Mann den sie geheiratet hat. Der Mann der immer "funktioniert". Es war schon immer so dass sie kein bißchen Verständniss oder Nerv dafür hatte wenn es mir mal schlecht ging. Da ist sie richtig wütend geworden ! = Fehlfunktion

Ich drehe mich seit Jahren im Kreis. Immer wenn ich an Trennung denke mache ich mir Gedanken welches "Unglück" ich über meine Kinder bringe, und dann bin ich wieder raus.
Es wäre halb so schlimm wenn ich meine Kinder bei meiner Frau in guten Händen wüßte. Aber meine Kinder (zumindest die "kleinen") haben die gleichen Probleme mit ihr wie ich auch. Da müßten sie einiges aushalten. Ich bin zuhause abends sehr oft "der Ausgleich" für sie. Ich weiß nicht ob ich dass nach einer Trennung auch so sein könnte. Ich hoffe zwar dass alle 3 mit mir gehen würden, aber sicher bin ich mir eben nicht.
Vor allem weil die Rechtsprechung das Sorgerecht standardmäßig immer eher bei der Mutter sieht.
Na ja. Ich weiß dass ich eines Tages diesen Weg gehen muß und gehen werde. Aber im Moment pack ich's nicht. Ich hätte ewig ein schlechtes Gewissen wegen meinem "Egoismus" meinen Kindern weh getan zu haben.

Ach ja, FlojoFlo, danke für die "harten" Worte. Ich habe vor einiger Zeit eine Beratung begonnen. Zuerst mit dem Anspruch meine Ehe "zu kitten" , dann mehr und mehr nur für mich. Ich hab dabei einiges gelernt und bin heute davon überzeugt dass eine Scheidung das einzig richtige ist. Alles was du schreibst habe ich mehr oder weniger so auch bei meiner Beratung gehört. Du hast recht. Intellektuell weiß ich dass das alles stimmt, aber ich kann's nicht umsetzen !

Grüße und gute Nacht
Balou

#13


G
ach Balou

Irgendwie tust du mir Leid.

Hast du schonmal mit deinen Kindern geredet ? Könntest du dich ihnen anvertrauen ?
Im Prinzip geht es doch nur noch um die jüngeren.
Der 18 Jährige geht doch eh seinen Weg.

Ich kann dir nur raten mach mit ihr die Beratung, und wenn es nur in die Richtung läuft das auch sie das beste für eure Kinder will.

Ich weiß absolut nicht wie bei mir die Zukunft aussieht, habe auch Angst davor dass die Beziehung zu meiner Tochter sich abkühlt. Kann aber leider nicht viel machen als zu hoffen und immer für meine Tochter da zu sein!

Leider muß man immer beide Seiten hören um einen genauen Einblick zu haben. Du stellst deine Frau als völlig Gefühlsarm hin, aber ist sie das wirklich ? Mich würde gern mal ihre Version interessieren wie sie eure Ehe sieht, was sie von dir hält !
Was für Gründe findest du warum sie noch bei dir ist, liebt sie dich, ist es nur Gewohnheit, das Altbekannte ? Was passiert wenn du sie ignorierst und nur noch für deine Kinder da bist ?
Rede mit Experten welche Möglichkeiten und Chancen bestehen die Kinder zu dir zu bringen, und vorallem was die Kinder wollen.

Auch meine Ex hat immer zu mir gesagt sie würde mich nie verlassen wegen dem Kind, und was hat sie gemacht ? Ist gegangen, allerdings weiß ich nicht wie das mit unserem Kind ausgeht, wie sie es verkraftet !

Ich sehe eigentlich nur 2 Möglichkeiten:
Die Paartherapie, oder mit deiner Frau und den Kindern reden !
Und letztendlich als Konsequenz zu gehen !

Tu dir das nicht selber an, du schadest auch deinen Kindern damit !

#14


A
ist voll nervig diese Ausloggerei !!
letzter Beitrag kommt von mir !!

#15


B
Hi Arthus,
mir ist absolut klar dass es immer 2 Seiten einer Medaillie gibt.
Ich mache meiner Frau auch überhaupt keinen Vorwurf.
SIe versteckt ihre Unsicherheit hinter ihrer Härte.
Das einzige was ich ihr zum Vorwurf mache ist dass sie nicht merkt dass sie bei den Kindern wegen den gleichen Dingen "aneckt."
Wir passen eben nicht zusammen. Früher habe ich mich so verbogen dass es irgendwie gepaßt hat, aber heute kann ich's nicht mehr. und ich will es auch nicht mehr.
Mit den Kindern reden hab ich mir schon lange vorgenommen.
Wenn's zur Trennung kommen sollte sollen sie auch nicht ganz ohne Vorwarnung damit konfrontiert werden.
Und Paartherapie bedeutet einen Weg einzuschlagen den ich nicht mehr verlassen kann.
Das wird dann ein Selbstläufer: das Ende ist entweder eine Trennung oder bekommen wir das irgendwie gekicktet (aber das möchte ich gar nicht). Also die Trennung. Und da hab ich mich wieder 1mal im Kreis gedreht.
Dreh- und Angelpunkt ist die Hürde meinen Kindern zu sagen: "ich gehe". Eventuell mit dem Nachsatz "kommt ihr mit". Doch das wird leider nur eingeschränkt funktionieren.
Anscheinend entscheiden Familienrichter in der Regel beim Sorgerecht nur in Ausnahemfällen für den Vater. Eben dann wenn alle Kinder zum Vater möchten.
Ja, da bin ich mir schon sicher dass meine Kinder mit mir gehen möchten. Allerdings versteht es meine Frau den Kindern ein schlechtes Gewissen zu machen. Ich bin eben nicht sicher dass es so ausgeht wie ich mir das vorstelle.
Irgendwie habe ich eben das Gefühl meine Probleme (mit meiner Frau) zum Problem meiner Kinder zu machen (Scheidung). Das sträubt sich mein "Gerechtigkeitssinn".
Wahrscheinlich bin ich nur zu sehr Hasenfuß :
In diesem Sinne. Gute Nacht
Balou

#16


G
hi Balou,
du richtest dich an Arthus - ich hoffe es ist ok, wenn ich dir ein paar Sachen dazu sage? Mir geht das nah, was du schreibst, weil es mich an meine eigene Trennung stark erinnert.
ich versuch mal trotzdem nicht zu drängeln ok?

Zitat von Balou:
..Mit den Kindern reden hab ich mir schon lange vorgenommen.

...ich finde das sehr gut und sehr wichtig: sprich aus, wie es dir geht. Erzähl von dir. Lass sie wissen, was dich beschäftigt. Das ist alles ok, solange du ihnen keinen Grund gibst, SICH UM DICH ZU KÜMMERN.
Das passiert ganz schnell bei Kindern (war jedenfalls bei meinen so). Wichtig ist es also immer dazu zu sagen, was du als nächstes TUN wirst, um mit deinen Problemen fertig zu werden, damit sie wissen, dass du die Verantwortung über dich behältst - auch bei ungelösten Problemen.
Auch dafür gibt es übrigens Beratung: für Kinder/Elternbeziehung in Trennungen (bei uns bietet das sogar die Behörde an).


Zitat von Balou:
Wenn's zur Trennung kommen sollte sollen sie auch nicht ganz ohne Vorwarnung damit konfrontiert werden.

..weißt du ich finde das ja richtig. Meine hatten KEINE Ahnung, was mit mir los ist (nur der Große, der hats gerochen) und sind aus allen Wolken gefallen - schwerer Fehler. ich meine aber auch: das gilt auch für deine Frau. Wieviel weiß sie von deiner Unzufriedenheit; bzw. was befürchtest du, wenn du dich mit deiner Sicht auf die Dinge mehr zeigst bzw sie durchsetzt?

Zitat von Balou:
Und Paartherapie bedeutet einen Weg einzuschlagen den ich nicht mehr verlassen kann.
Das wird dann ein Selbstläufer: das Ende ist entweder eine Trennung oder bekommen wir das irgendwie gekicktet (aber das möchte ich gar nicht). Also die Trennung. Und da hab ich mich wieder 1mal im Kreis gedreht.

eine Paartherapie fordert mindesten Ergebnisoffenheit. Sonst kann kein Vertrauen entstehen. Und das was du schreibst heißt unterm Strich:
Du bist bereits zur Trennung entschlossen.
Wenn das so eindeutig ist, wie´s da steht ("aber das möchte ich gar nicht"), dann ist immer noch möglich eine Trennungsberatung gemeinsam zu machen. Du könntest das anbieten, es ist ein gutes Signal: ich will dass wir das fair hinkriegen.

Zitat von Balou:
Dreh- und Angelpunkt ist die Hürde meinen Kindern zu sagen: "ich gehe". Eventuell mit dem Nachsatz "kommt ihr mit". Doch das wird leider nur eingeschränkt funktionieren.


hey wow balou, so gaanz langsam kannst du dir vorstellen, wenigstens mal zart anzufragen, ob deine Wünsche vielleicht geteilt werden. Mehr Mut: Du darfst sagen, dass du dir das wünschst. Du darfst auch sagen, dass du das für richtig hältst und warum.
Ich glaube aber, dass das eine Frage ist, bei der zuerst eine Entscheidung zwischen dir und deiner Frau gefordert ist: Wie machen wir als Eltern es mit den Kindern nach der Trennung. (guter Grund in Trennungsberatung zu gehen)
Auch wenn deine Kinder schon groß sind: Du würdest sie mit einer solchen Frage "kommt ihr mit?" wahrscheinlich in einen tiefen Lojalitätskonflikt bringen, der von ihnen nur unter Selbstopferung zu lösen wäre.
Ihr als Eltern müsst eine Situation entscheiden, die im guten Fall einen Rahmen bietet, die den Kindern möglichst alle Optionen lässt. Die Kinder WOLLEN sich gar nicht trennen. DU willst das und das ist in Ordnung. Die Kinder haben ein RECHT auf BEIDE ELTERN.

Zitat von Balou:
Anscheinend entscheiden Familienrichter in der Regel beim Sorgerecht nur in Ausnahemfällen für den Vater. Eben dann wenn alle Kinder zum Vater möchten.

...dann tu alles dafür, dass der Familienrichter diese Frage nicht zu entscheiden hat! Je besser du dich (eben vielleicht auch mit Beratung) darauf vorbereitest, wie die Situation der Kinder gestaltet werden kann, umso stärker deine Argumente, sollte es trotzdem soweit kommen.

Es fällt dir sehr schwer dir vorzustellen, dass eine Trennung auch bei einseitigem Trennungswunsch fair verhandelt werden MUSS - GERADE wegen dem gemeinsamen Interesse am Kindeswohl.
Das ist übrigens eine generelle Überlegung:
Konzentriere dich auf eure GEMEINSAMEN Interessen, die auch nach der Trennung weiter bestehen. Kommunizier das, wenn es soweit ist - je besser das gelingt, umso geringer die Gefahr auf Schlammschlacht.
Der große Vorteil der Trennung ist dieser:
ALLES ANDERE KANNST DU DANN SEIN LASSEN.
Du kannst bei allen anderen Angeboten (kämpf mit mir, streite dich mit mir, mach mir Vorwürfe, hör dir Vorwürfe an und ähnliches...) einfach ruhig auf dein Getrenntsein verweisen und auf die exclusive Verhandlung der gemeinsamen Interessen bestehen. Was anderes habt ihr dann nicht mehr zu klären.


Zitat von Balou:
Irgendwie habe ich eben das Gefühl meine Probleme (mit meiner Frau) zum Problem meiner Kinder zu machen (Scheidung). Das sträubt sich mein "Gerechtigkeitssinn".
Balou

Mist Balou - ich hatte dir ja versprochen nicht zu drängeln. Aber hier gehts wirklich nicht anders: weil nicht allein du von diesen Sätzen betroffen bist, sondern deine Kinder.
Das, was du da befürchtest, findet JETZT GERADE statt: du hast ein Problem mit deiner Frau: du scheust vor der Konfrontation zurück - und deine Kinder müssen es ausbaden: Sie haben einen unsichtbaren Vater.
Da sträubt sich MEIN Gerechtigkeitssinn.
Und hier auch: Wer kümmert sich eigentlich so rührend wie du das mit deinen Kindern tust um den kleinen Balou? DU hast genauso viel Zuwendung verdient, wie sie - weißt von wem? Von dir.
glaub mal - DAS ist die größte Ungerechtigkeit von allen.

Gruß
flo

#17

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F
jaaa war ich
flo

#18


G
Hallo Balou,

ich habe mich hier eine Zeitlang ausgeklinkt, weil hier so kompetente Berater am Werk waren. Ich kann ihnen allen nur zustimmen.
Ich klinke mich nur noch ein, um mich jetzt etwas unbeliebt zu machen (meine Spezialität ). Also:

Mir scheint nach der Lektüre deiner Antworten, dass es dir eigentlich doch am meisten um dein eigenes Interesse geht, nicht das um deiner Kinder und - natürlich erst recht nicht um das deiner Frau.

Ein bisschen hast du es schon selbst angedeutet ("egoistisch??"), als du schriebst, dass du deine Kinder abends um dich herum brauchst.
Aber das hat dann eben alles nichts mit einer Befürchtung zu tun, dass es deinen Kindern nach einer Trennung schlecht gehen könnte. Du scheinst mindestens genauso oder sogar noch mehr zu befürchten, dass es dir nach einer Trennung von den Kindern schlecht gehen würde.
Oder?

Was meinst du aber eigentlich, wie es deiner Frau nach der Trennung gehen wird, wenn du alle drei Kinder bei dir behältst? Hast du mal darüber nachgedacht? Ich meine das als Frage, denn ich selbst habe keine Ahnung, wie sich deine Frau fühlen würde. Wäre sie sehr traurig? Wäre sie erleichtert? Wäre sie frustriert, weil sie niemandem mehr zum Regieren hätte?

Ich denke jedenfalls, du solltest die Frage, ob Trennung oder nicht, nicht so völlig getrennt von dem Gedanken an die Situation deiner Frau behandeln. Schließlich war sie all die Jahre deine Frau und sie ist und bleibt die Mutter deiner Kinder - für deine Kinder bleibt sie das vor allem gefühlsmäßig immer weiter. Sie möchten natürlich nicht, dass ihre Mutter anschließend total traurig und unglücklich ist. Dazu muss sie ihnen gar keine Schuldgefühle einreden. So viel Einfühlungsvermögen und Verstehen haben Kinder von sich aus.

Stell dir das mal konkret vor, ihr seid beim Gericht, der Richter fragt die Kinder, wo sie hinwollen, alle drei sagen: "zum Vater", und der Richter sagt: "Okay, die Kinder kommen zum Vater". Ihr geht nach Hause, du und die Kinder bleiben in der jetzigen Wohnung, da diese ja groß genug ist (oder gehört die Wohnung deiner Frau?), deine Frau muss sich eine neue Wohnung suchen, ihre Koffer packen und ausziehen.

Ist das so dein Wunschtraum? Oder wie sonst soll es laufen?


Außerdem meine ich schon oft gehört zu haben, dass die Kinder sich durchaus unterschiedlich entscheiden dürfen, manche zum Vater, manche zur Mutter. Und sich später sogar umentscheiden dürfen.

Es könnte also z.B. auch eine Tausch-Regelung gemacht werden (mit oder ohne Richter).

----------

Andere Frage: Liebst du deine Frau (noch) oder nicht?

Soweit ich das gesehen habe (habe ich es übersehen?), schreibst du nur, dass deine Frau dich nicht mehr liebt. Aber was ist mir dir?

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Und noch ein Gesichtspunkt: Wenn du deine Fähigkeiten, dich konstruktiv ein- und durchzusetzen, nicht verbesserst, dann läufst du sehr stark Gefahr, bei der nächsten Partnerin auf genau dieselben Probleme zu stoßen.

Gruß,
GastB

#19


B
Hallo Zusammen,

Hm, dass hat gesessen......
(Danke. Nur die direkten Worte bringen einen weiter )

Lieber GastB,
sollten die Kinder nach der Scheidung alle zu mir gehen kann ich mir die Reaktion meiner Frau gut vorstellen.
Für sie bricht eine Welt zusammen !
Ihr Anspruch ist es eine gute Mutter und Frau zu sein. Sie genügt ihrem eigenen Anspruch dabei nicht, was sie so unglücklich und vielleicht auch so hart macht.
Mir ist bewußt dass ihre Härte und "Kälte" ein Schutzpanzer ist, unter dem ein kleines Mädchen sitzt und heult.
Ich habe mich in sehr auf die Kinder konzentriert, aber mir ist auch bewußt wie es meiner Frau gehen würde.
Aber was soll ich den machen ? Meine Wahl ist folgende:
- mit einer Scheidung verletzte ich meine Frau, und meine Kinder
- ohne Scheidung gehe ich vor die Hunde (zumindest mit den Jahren)

Ich würde niemals meine Kinder gegen meine Frau "aufhetzen" oder beeinflussen. Das tue ich nicht.
Was soll ich machen wenn sich meine Kinder für mich entscheiden würden ? Soll ich sie abweisen ?
Meine Wahlmöglichkeit ist "100% Verletzung" auf meine Frau, meine Kinder und mich zu verteilen.
Daran hänge ich seit Jahren fest !

Ich gebe zu dass ich meine Kinder brauche !
Aber ich versuche ihnen nicht das Gefühl zu vermitteln dass es so ist. Es kostet mich viel Mühe und Kraft meinen Kindern kein schlechtes Gewissen mir gegenüber zu machen. Ich weiß dass es schlimm wäre wenn sich meine Kinder für mich verantwortlich fühlen würden. Das macht mir große Sorgen, und ich habe viel Energie aufgewendet dem entgegenzuwirken (na ja. Ich hoffe mit gutem Erfolg).

Das beste wäre sicherlich sich eine "einvernehmliche" Regelung zu treffen. Aber ich glaube das wird nicht möglich sein. Meine Frau ist sehr, sehr stolz.
Wenn ich sie "verlasse" ist ihr Stolz verletzt und dann geht sie auf Konfrontation. koste es was es wolle.
Das ist meine Befürchtung. Ich hoffe das ich mich täusche.

Tja, liebe ich meine Frau ?! Eine gute FRage die mir sehr lange Kopfzerbrechen gemacht hat. Heute miss ich die Frage mir einem klaren "Nein" beantworten. Allerdings mit dem Nachsatz: ich habe sie einmal geliebt und ich werfe ihr nichts vor. Das Problem in unserer Beziehung bin ich. Ich ganz alleine. Meine Frau ist in ihrem Verhalten und Charakter konstant.
Ich habe mich in den letzten 10 Jahren "verändert". Soll heissen: ich habe viel über mich gelernt. Vor allem dass ich mich 20 Jahre lang "verbogen" habe. Diese "Erkenntnis" ist das, und ich kanns nicht ungeschehen machen.
Was soll ich jetzt damit anfangen ?
Ich hasse meine Frau nicht. Sie kann nichts dafür.
Meine Absicht ist auch nicht ihr weh zu tun. Vor 5 Jahren habe ich mich dazu entschieden mich nicht zu trennen.
Unser VErhältnis ist dadurch nioch schlechter geworden. Ich habe mich mehr und mehr von meiner Frau abgekapselt weil ich sonst verrückt geworden wäre (oder bin ich's schon ?). Meine Frau hat es nicht verstanden. Ich habe versucht ihre zu erklären was mir fehlt, aber sie versteht es nicht. Sie kann's mir nicht geben und das verletzt sie selbst.
Was soll ich den tun ? Wenn ich meinen Kindern und meiner Frau nicht wegtun möchte, dann mache ich so weiter wie bisher. Vielleicht gekingt es mir auch das Verhältnis zu meiner Frau zu verbessern. Dann sind alle zufrieden. Außer mir.
Das ist ein Weg ! Ich weiß. Ich hatte gehofft dass er für mich passt.
Aber mit jedem Jahr habe ich gemerkt dass ich ein Stück mehr auf den Wahnsinn zusteuere.
Ja, ich brauche meine Kinder um mich. Das ist egoistisch.
Das ist meine "Schuld".

Meine Frau weiß übrigens von meiner "Unzufriedenheit". Wir hatten schon die ein oder andere Aussprache.
Aber sie kann sich nicht ändern. Sie kann es einfach nicht.
Aber sie weiß was ich eigentlich "brauche".

Ja, Flo. Meine Wünsche ! Meine Wünsche sind der Fluch für meine Frau und meine Kinder. Wo fängt Egoismus an, und wo hört "Selbstfürsorge" auf ??

In euren Antworten lese ich den Konflikt der mich seit Jahren im Kreis herum treibt. Egoismus versus Leidensfähigkeit.

Jeder sagt mir: lass dich bei einer Trennung von den Kindern nicht "beeinflussen". Wenn du gehen möchtest, dann gehe.
= DAS ist doch egoistisch. Oder ?
Ist es auch fair?
Wenn keine "einvernehmliche" Trennung möglich ist (oder scheint), was dann ?
Dann bedeutet eine Trennung Schmerz (natürlich ist auch eine einvernehmliche Trennung Schmerz. zumindest für die Kinder).

Wat nu ?
Ich glaub ich muss Schluss machen. Mir schwirrt der Kopf.
Aber Danke für eure Ansichten: Sie speigeln eigentlich genau das wieder was sich seit Jahren in meinem Kopf abspielt (dann ticke ich also doch einigermassen richtig ).
In diesem Sinne
gute Nacht, Balou.


P.S. ja, es ist mir bewußt dass mein Konflikt- und Durchsetzungsvermögen eher sehr mäßig ist.
Ich mache mir praktisch ununterbrochen Gedanken dazu ob ich überhaupt beziehungstauglich bin.
Ein super emfindliches (Flo, hör weg !) Weichei. Das ist nicht jedermanns (natürlich jederfraus) Sache.

#20


A


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Dr. Reinhard Pichler
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