Balou

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Hallo Ihr,
zufällig bin ich über dieses Forum gestolpert, und hoffe ein wenig Rat zu finden.
Ich bin 42, m, verheiratet und habe 3 Kinder. Meine Kinder sind schon 18,14,12 Jahre alt, also nicht mehr ganz so klein.
Tja, zu meinem Problem. Ich bin zwar verheiratet, sollte mich aber schon lange scheiden lassen. Seit gut 10 Jahren gehts mit meiner Ehe bergab, und die letzten 4 Jahr sind eigentlich die Hölle auf Erden.
Meine Frau ist sehr hart, und ich bin dummerweise eher das genaue Gegenteil davon. Positiv ausgedrückt: sensibel, Negativ ausgedrückt: ein Weichei. Ich glaube dass ich meine Frau nur geheiratet habe weil ich mit meinen (wenigen) früheren Beziehungen nur Kathastrophen erlebt hatte, sodaß ich "froh war" eine Frau zu finden die emotional gar nicht viel von mir möchte. Das hat auch lange funktioniert, aber in den letzten 10 Jahren habe ich gemerkt, dass mir massiv etwas fehlt.
Meine Frau ist emotional eben "sehr unterkühlt". Sie braucht keine Vertrautheit oder tiefe Emotionalität. Bei ihr geht es im Wesentlichen um "Funktion". Das gilt für's Auto, den Mann und die Kinder. Alles muss funktionieren.
Die letzten 4 Jahre belastet mich das zunehmend. Mir wird das Fehlen von Zuneigung, Zärtlichkeit, Vertrautheit schmerzlich bewußt. Themenfelder von denen ich lange Jahre geglaubt habe sie nicht zu brauche, weil ich früher öfters damit Schiffbruch erlitten habe.
Da meine Frau mit den Kindern zunehmend weniger zurechtkommt, und ich sozusagen den "emotionalen Part" der Erziehung abdecke, kann ich mich nicht zur Scheidung entschliessen. Die Kinder leiden, genau wie ich, unter der Härte und Kälte meiner Frau. Eine Scheidung wäre ein Verrat. Ich würde die Kinder "zurück lassen". Ich weiß dass ich nach wie vor für sie da sein könnte, aber eben nicht "zeitnah". Ich muss sehr oft abends ausbügeln was meine Frau bei meinen Kindern "angerichtet" hat.
Kurz und gut bringe ich es einfach nicht über mich meinen Kindern sagen dass ich gehen werde. Ich stehe vor der Wahl entweder meinen Kindern weh zu tun, oder weiterhin mir. Das ist meine Situation.
Ich habe gehofft so lange durchhalten zu können bis meine Kinder größer sind, aber sie brauchen ihren Vater eben immer noch. Vielleicht sogar mehr als kleinere Kinder.
Die letzten 4 Jahre haben mich so viel Kraft gekostet, dass ich nicht weiß wie lange ich dass noch schaffe. Inzwischen fühle ich mich sehr einsam, und leide sehr darunter. Einsam unter Menschen
Wenn ich abends ab und zu mal alleine weg gehe, dann komme ich mir wie ein Außerirdischer vor. Ich gehe unsichtbar durch die Stadt.
Vielleicht habt ihr einen Tipp wie ich da herausfinde, oder zumindest meine Situation verbessern kann.

Gruß Balou

28.12.2007 14:35 • 28.05.2008 #1


226 Antworten ↓


Gast


Hallo Balou,
deine Geschichte hat mich sehr berührt, da ich aus so einem Elternhaus komme, wie du deine Ehe beschreibst. Bei mir hat nur der Vater den "harten Part". Der hat sich aber wohl erst durch einige Schicksalsschläge vor ca. 20 Jahren richtig manifestiert und ist seitdem nicht durchbrochen und gehört mittlerweile zu ihm. Ich kann mich noch dunkel an einen anderen Vater erinnern, meine Geschwister nicht mehr. Ich kann dir nur sagen, dass ich sehr unter meinem Vater gelitten habe und mindestens genauso unter der gelebten Hilflosigkeit meiner Mutter und heute (mit 27) dabei bin, die Spätfolgen in einer Therapie zu kurieren. Meine 2 jüngeren Geschwister hingegen scheinen ganz gut damit zurecht gekommen zu sein.
Gäbe es denn keine Möglichkeit, dass Du die Kinder zu Dir nimmst? Sie sind ja nicht mehr die jüngsten und soweit ich weiß, hat man zumindest an 14 hier ein Mitbestimmungsrecht. Ich hätte mich sofort für meine Mutter entschieden, wenn ich die Möglichkeit gehabt hätte.
Meine Eltern sind übrigens immer noch zusammen, haben einen Weg gefunden, recht gut aneinander vorbeileben zu können, aber meine Mutter ist mittlerweile auch "erkaltet", hat Bluthochdruck, steht nur unter Strom, kann sich auf kein Gespräch konzentrieren, vergisst alles, versteht alles falsch, sieht nur das schlechte, fühlt sich von jedem sofort angegriffen,... ich könnte schreien, wenn ich das mit ansehen muss! Aber ich denke, dass sie einfach auch zu lange versucht hat "wegen der Kinder" alles so zu machen wie bisher...

LG

28.12.2007 15:55 • #2


Balou


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Lieber Gast,
ja, ich denke oft daran die Trennung zu wagen. Aber ich bin mir nicht sicher ob die Kinder tatsächlich mit mir gehen würden. Meine Frau schafft es auf eine besondere Art und Weise die Kinder an sich zu binden. Die Psychologen würden wohl von "Bindung duch Schuld" sprechen.
Ausserdem hat mir ein Anwalt erzählt das Familiengerichte im Zweifelsfall das Sorgerecht immer bei der Mutter sehen. Auch bei größeren Kindern. Ich hätte nur eine Chance wenn ALLE Kinder darauf bestehen würden mit mir zu gehen. Und dass kann ich eben nicht mit Bestimmtheit sagen. Mir ist das "Risiko" zu groß.
Ich mache mir wirkich große Sorgen wenn ich sehe welches Vaterbild ich abliefere und welchen Eindruck von Ehe meine Kinder haben ! Ich befürchte dass meine Kinder (zumindest meine Tochter) unter meiner Hilflosigkeit stark leiden. Manchmal habe ich den Eindruck dass mich meine Kinder manchmal wegen meiner "Schwäche" hassen, obwohl ich für sie mehr Ansprechpartner bin als ihre Mutter.
Meine Kinder sind alle 3 wirklich "wohlgeraten" und ich bin sehr stolz auf sie. Aber ich mache mir große Vorwürfe welche "Spätfolgen" sich bei meinen Kindern einmal einstellen werden. Für meine Kinder ist partnerschaftliche Liebe, zumindest bei ihren eigenen Eltern, nicht sichtbar. Ich bedauere jeden der an solchen Kindheitserfahrungen auch im Erwachsenenalter herumdoktern muss. Meinen Kindern würde ich das gerne ersparen, aber ich steuere ganz tief hinein.
Ich muss dazu sagen dass meine Frau ein wirklich harter Brocken ist. Stolz und eigensinnig. Der wirkliche Krieg wird mit der Scheidung und der Sorgerechtsfrage losbrechen. Und da hat "frau" nun mal die besseren Karten. Zumal meine Frau vor nichts zurückschrecken würde. Das wird mit Sicherheit genau die Schlammschlacht werden, die ich meinen Kindern gerne ersparen würde. Ich kann also zwischen Pest und Cholera wählen.
Ich weiß dass ich den Schritt irgendwann gehen muss. Wahrscheinlich eher früher als später. Aber ich weiß einfach nicht wie ich's angehen soll. Ganz zu Schweigen von meiner Angst bzgl. Sorgerecht zu verlieren.
Es wäre für mich halb so schlimm wenn ich wüßte dass meine Kinder bei meiner Frau gut aufgehoben wären.
So versuche ich heute meinen Kindern ein möglichst guter Vater zu sein (was ich natürlich nicht bin....siehe oben...) und "die Flamme möglichst klein zu halten". Ich halte das im Moment für meine Kinder für die kleinere Katastrophe.
Was ich für mich nicht einschätzen kann ist aber die Frage: wie sehen meine Kinder ihren Vater ? Viel wichtiger: welchen "Schaden" nehmen sie in ihr späteres Leben mit ?
Du schreibst von deiner Therapie ? Wenigstens hast du "das Problem" erkannt und diesen Schritt gewagt. Aus deiner Sicht: Was ist für Kinder das kleinere Übel ? Scheidung mit allem Schmerz und allen Ängsten, oder ein Elternteil der sich "runtermachen" lässt ?

Überlicherweise sind die Verhältnisse sonst eher gedreht. Eine Scheidung mit der man einen "üblen" Vater los wird kann für Kinder eine Erlösung sein (für die Frau natürlich auch). Aber was ist mit einer Scheidung bei der die Kinder (zumindest mit einer großen Wahrscheinlichkeit) ihren "guten Vater" verlieren ? (.....das klingt jetzt etwas anmassend...)
Ist das besser für die Kinder ?

Gruß Balou

28.12.2007 23:50 • #3


Gast


Hallo,

Du schreibst, das es überlicherweise anders herum ist. Da muß ich die leider wiedersprechen: bei mir ist es genauso, ich mußte auch immer nur funktioniern, auch das Leben mußte funktionieren. Es mußte immer alles da sein, wenn nicht gab es Krach.
Ich habe den Fehler gemacht mir die zuneigung meiner Frau zuerkaufen, sprich ich habe Ihr ein Leben vorgespielt, das so nicht möglich gewesen wäre.
Habe ohne Ihr wissen Kredite aufgenommen, und mir damit ihre achtung erkauft.
Jetzt bin ich seit 7 Monaten getrennt, und leide sehr darunter.

03.01.2008 20:42 • #4


GastB


Hallo Balou,

Deine Kinder sind mit 12, 14 und 18 bereits in einem Alter, in dem kaum noch etwas gegen ihren ausdrücklichen Willen gemacht werden kann. D.h., was genau willst du mit dem "Sorgerecht" kontrollieren können?

Es kommen doch - aus meiner Sicht - fast nur noch Fragen wie Ausbildung und Aufenthaltsort zum Tragen, abgesehen von Taschengeld, Ausgeherlaubnis u.ä. (Lasse mich gerne korrigieren, falls ich das zu eingeschränkt sehe.)

Wenn DU dich scheiden lässt, kann dann ein Gericht den Kindern in diesem Alter den Umgang mit dir und dir den Umgang mit den Kindern verbieten? Ich vermute, nein.

Wohingegen, wenn deine Frau mitbekommen sollte, dass du Scheidungsabsichten hast, und wenn sie wirklich so kalt ist, dann könnte deine Frau auf die Idee kommen, die Scheidung als erste einzureichen - und dann womöglich alles Mögliche über dich erzählen und dich in ein schlechtes Licht rücken ...?

Du spielst meiner Meinung nach ein in mehrfacher Hinsicht gefährliches Spiel, wenn du die aus deiner Sicht ja völlig verfahrene Ehe und deine inzwischen sehr gefährdete Psyche einfach so weiterlaufen lässt. Und ich glaube ehrlich gesagt, dass deine Kinder dich mehr respektieren werden, wenn du für dich einstehst und die Konsequenzen ziehst, als wenn du weiterhin den schwachen und unglücklichen Ehemann und Vater lebst wie bisher. Du musst nicht meinen, dass deine Kinder das alles nicht wahrnehmen. Im Gegenteil, du selbst lieferst sie weiterhin ihrer gefühlskalten Mutter aus, sie haben jetzt gar keine andere Wahl, als bei ihr zu bleiben. Erst wenn du dich dich von ihr trennst, können sie wählen.

Und sollten sie - erstmal - wählen, bei ihrer Mutter zu bleiben, dann solltest du das in eurer aller Interesse respektieren. Sehen kannst du sie ja - s.o. - sowieso. Und sie können sich jederzeit umentscheiden. UND vor allem die größeren sind in einem Alter, in dem du ohnehin sehr bald damit rechnen musst, dass sie freiwillig ausziehen. Was sie vielleicht besonders dann sehr bald machen werden, wenn es zu Hause sehr "ungemütlich" ist.

Stell dir mal vor, dass du möglicherweise in 2-4 Jahren allein mit deiner Frau zurückbleibst. Ist es das, was du möchtest?
Und was, wenn deine Kinder dir eines Tages genau das vorwerfen, nämlich dass du sie ihrer Mutter ausgeliefert und damit allzu früh aus dem Haus getrieben hast?

Da du ja weißt, dass deine Frau sich nicht ändern kann, weil es sich nicht einfach um ein bestimmtes unerwünschtes Verhalten handelt, möchte ich dir raten, deine Entscheidung still zu treffen, also sie auf keinen Fall vorher mit deiner Frau zu besprechen. Solltest du zu der Entscheidung kommen, dass du die Scheidung willst, dann solltest du sie erst selber einreichen und dann mit deiner Frau sprechen.
Das klingt fies und hinterhältig, aber ich weiß von Menschen, die sehr kontrollierend und kalt sind, dass sie sehr intrigant werden können, wenn sie ihre Felle davonschwimmen sehen. Und das wäre dann sehr übel für dich und deine Kinder, s.o.

Theoretisch könntest du dich auch für eine Trennung statt Scheidung entscheiden. Allerdings ist das für eine neue Partnerschaft oft ungünstig, aber kein absolutes Hindernis.

Ich wünsche dir eine gute Entscheidungsfindung.

03.01.2008 21:19 • #5


Balou


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Lieber GastB,
ja, meine Kinder sind nicht mehr klein und mir ist es (schmerzlich) bewußt dass sie wissen was Sache ist.
Hm, den Aspekt dass ich meinen Kindern die Möglichkeit nehme sich von ihrer Mutter zu "distanzieren" und zu wählen habe ich so noch gar nicht richtig betrachtet. Ausserdem muss ich dir zustimmen dass ich sicher kein sehr gutes Bild abgebe.

Na ja, die beiden Jüngeren brauchen mich schon noch recht viel. Aber vielleicht nur als Ausgleich zur Mutter.

Bisher bin ich mit meinen Scheidungsplänen nie über den Punkt hinausgekommen an dem ich mir vorstelle wie ich es meinen Kindern sage. Da bleibe ich hängen. Ich kann's nicht sagen wieso. Vielleicht weil ich als Kind selbst häufig Angst vor der Scheidung meiner Eltern hatte (die sich nie scheiden liessen).......ist aber eine schwache "Ausrede".

Wenn meine Frau von einer Scheidung was mitbekommt bricht der Krieg los. Ich fürchte dass meine Frau vor nichts zurückschrecken wird....
Diese Gefahr ist sehr real, und ich weiß dass der Kampf für mich dann erst richtig los geht. Da müßte ich mit allem rechnen.
Da eine Scheidung aber nicht von heute auf morgen über die Bühne geht wird eine Überrumpellungs-Taktik wahrscheinlich eh nicht funktionieren. Da bliebe meiner Frau genug Zeit die Messer zu wetzen.

Was mir erst so nach und nach bewußt wird, ist der Aspekt: welches Bild haben meine Kinder von ihrem Vater.

Was ist für Kinder der größere "seelische Schaden": eine Scheidung (die in meinem Fall wahrscheinlich nicht im Frieden ablaufen wird) oder ein Vater der ihnen ein seltsames Männerbild mitgibt ?
Mir wird schlecht wenn ich daran denke dass ich, durch meine missratene Ehe, der Auslöser von späteren seelischen Problemen meiner Kinder sein könnte.

Das gefährliche Spiel wird für mich immer gefährlicher, weil ich mit jedem verstreichenden Monat merke wie mich die Situation mehr und mehr auslaugt. Mir macht das Fehlen von jeder Art von Zuneigung sehr zu schaffen und langsam fehlt mir die Energie. ' und so langsam habe ich Angst dass ich das nicht mehr sehr lange durchstehe. Die Zeit läuft gegen mich.

Tja, über deine Sichtweise und Anregungen muss ich mal intensiv nachdenken. Zugegebenermaßen bremst mich zudem die "Feigheit vor dem Feind". Aber auch dass taugt als Argument nicht beliebig lange.
Ich danke dir auf jeden Fall sehr für deine Anregungen !


Lieber Gast,
warum leidest du unter der Trennung ? Müsstest du nicht froh sein ihr "entronnen" zu sein !
Ich kann dir nachfühlen weil mir der Aspekt "eine schlechte Ehe ist immer noch besser als alleine zu sein" nicht ganz fremd ist. Das hat mich jahrelang zusätzlich fest gehalten. Aber zumindest von dem Aspekt konnte ich mich ein wenig frei machen.
Mach dich frei von dem Gedanken !! Versuche die Abwesenheit deiner Frau als Geschenk zu sehen !
Ich wäre froh wenn ich meine Frau endlich los wäre. Ich glaube dann würde ich mir nicht mehr so alleine fühlen !

Grüße
Balou

04.01.2008 00:05 • #6


GastB


Hallo Balou,

du bist offensichtlich ein intelligenter und feinfühliger Mensch - ich finde, du hast eine gefühlsmäßig befriedigende Partnerschaft verdient.

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Hast du eigentlich schon mal an eine Eheberatung gedacht?
Meinst du, dass deine Frau das mitmachen würde?

Weiß deine Frau eigentlich, dass du dich unglücklich fühlst?

Das soll jetzt kein Rat sein, es ihr stante pede zu sagen. Bei Menschen, wie du deine Frau beschreibst, bin ich sehr vorsichtig. Aber es hat wohl auch schon Fälle gegeben, in denen sich herausstellte, dass die Frau mit ihrer festen "Führerschaft" eigentlich auch gar nicht glücklich war, sondern diese Rolle deshalb eingenommen hat, weil ihr Mann diese Rolle nicht ausfüllte. Und dass die Frau dann - im Rahmen einer Eheberatung, Paartherapie - sogar recht gerne einen Teil ihrer Führungsrolle und Härte aufgab, wenn der Mann dies übernahm. Bist du ganz sicher, dass das bei euch nicht auch der Fall sein könnte? (Das soll keinen Zweifel ausdrücken, denn ich habe ja keine Ahnung davon - ich möchte es dir nur als Gedankenanstoß geben, für den Fall der Fälle.)

04.01.2008 01:00 • #7


Balou


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Hallo GastB,
meine Frau möchte immer und über alles die Kontrolle behalten.
Ich habe schon öfters versucht "das Ruder herumzudrehen". Bin aber immer wieder daran gescheitert dass meine Frau eisern eine Meinung hat, und die ist richtig. Alle anderen Meinungen zählen nicht. Es sind nicht nur "andere Meinungen" sondern barer Unsinn.
Ich glaube dass meine Frau ab dem Moment ein Problem mit mir hatte, ab dem ich mich ein Stück "emanzipiert" habe
Tatsächlich habe ich bereits an eine Eheberatung gedacht. Ich habe begonnen zu einer systemischen Beratung zu gehen in der Absicht meine Ehe wieder so "hinzubiegen" dass ich (und meine Kinder) damit klarkomme. Während der Beratung ist mir allerdings mehr und mehr bewußt geworden WARUM es die Probleme gibt.
Ich habe gemerkt dass ich ...... wie soll ich sagen........, ich glaube ich habe mein Leben lagen meine "Gefühlswelt" verleugnet. Ich habe mich immer dafür gehasst ein "emotionales Weichei" zu sein. Im Rahmen der Beratung ist es mir allerdings (ein wenig) gelungen diese Charaktereigenschaften zu schätzen, na ja, sagen wir mal zu akzeptieren.
Heute bin ich der Ansicht dass ich mir damals eine Frau gesucht habe die "emotional nichts von mir erwartet". Ich war froh weil ich mit mir selbst nicht sehr gut klar gekommen bin. In meinen 17Jahren Ehe habe ich allerdings immer gespürt dass mir massiv was fehlt. Heute weiß ich es. Mir fehlt Emotionalität, Vertrautheit, Zärtlichkeit. Dieser ganze Aspekt ist aus meinem Leben komplett ausgeblendet weil meine Frau das nicht braucht, und auch nicht geben kann. Ich will ihr deswegen keinen Vorwurf machen. Schliesslich hat sich bei mir etwas gedreht, meine Frau ist wie früher.
Im Rahmen der Beratung ist mir bewußt geworden dass ich es gar nicht möchte meine Ehe wieder so hinzubiegen wie es früher einmal gewesen ist. Heute weiß ich dass ich andere Bedürfnisse habe, die ich früher einfach verleugnet habe. Deshalb macht für mich eine Eheberatung keinen Sinn.
Meine Frau hat bis heute nicht verstanden was mit mir los ist. Ich hab's versucht, aber ihr fehlt das Verständnis (und vielleicht auch ein wenig der Wille) ihren Mann verstehen zu wollen der jahrelang "funktioniert" hat und seit ein Paar Jahren spinnt. Wahrscheinlich läuft das Thema bei ihr unter "midlife-crisis".
Aber ich habe bei der Beratung für mich entdeckt wer ich eigentlich bin und was ich für Bedürfnisse habe. Reichlich spät. Dafür kann meine Frau nichts. Für sie zählt eben nur das "funktionieren". Emotion ist Ballast (außer an Weihnachten). So ist sie, und so war sie schon immer.
Ich hoffe du verstehst wie ich das meine.
Meine Ehe kann ich nicht so hinbiegen um damit klar zu kommen, weil meine Frau und ich, heute um 180 Grad entgegengesetzte Vorstellungen von "wichtig" und "unwichtig" haben. Meine Frau ist starrsinnig und stolz genug sich nicht zu verbiegen. Es hat auch keinen Sinn. Dann müßte sie ein Spiel spielen dass nicht ihres ist. Das wird genausowenig funktionieren.
Heute muss ich sagen dass das Schicksal (na ja, ich geb's zu: ich war's schon selber) zwei Menschen zusammen gebracht hat die unterschiedlicher nicht sein könnten. Dummerweise habe ich das erst nach 17Ehejahren bemerkt.
Eine Eheberatung würde sie schon mit machen. Mit dem Ziel dass ihr Mann wieder so wird wie er einmal war. Aber das kann ich nicht. Das ist mir zum einen zu wenig, und zum anderen müsste ich "erkämpfte Freiheiten" wieder aufgeben. Mir sind heute eben andere Dinge wichtig, die sie mir aber nicht geben kann. Und dieses "nicht geben" können spürt sie, und es verletzt sie sehr. Da sie aber zu stolz ist sich ihre "Schwäche" einzugestehen hat sie sich dafür entschieden dass ihr Mann eben "spinnt". Nicht falsch verstehen, ich werfe ihr ihr "Versagen" nicht vor. Sie kann's einfach nicht.

Heute fühle ich mich in meiner Ehe so alleine wie Robinson Crusoe auf seiner Insel. Meine Frau macht "ihr Ding" weiter wie eh und je. Und mit jedem Jahr gehen meine Kinder mehr ihre eigenen Wege.
Ich hab mich dazu entschlossen so lange "auszuharren" bis meine Kinder mich nicht mehr brauchen. Ach ja: dummerweise sind zumindest meine beiden kleineren Kinder ihrem Papa charakterlich so ähnlich dass sie die selben Probleme mit ihrer Mutter haben wie ich. Beide leiden sehr unter ihrer Härte. Mein Part ist es diese "Leere" zu füllen. Ich mach das (gerne) und ich kann das auch (leidlich). Aber eine Trennung wäre (für mich) ein Verrat an den Kindern. "Ich könnte gehen aber ihr müsst (wahrscheinlich) bleiben".
Hört sich das alles idiotisch an ?
Ich erzähle keinem Freund oder Bekannten von meinen Problemen weil es niemand verstehen kann dass ich mich nicht scheiden lasse.
Heute bin ich mir unsicherer den je was der richtige Weg ist.
Ja wie soll ich sagen, da in meinem Leben der Aspekt Emotionalität sehr zu kurz gekommen ist (auch in den Beziehungen vor meiner Frau) schmerzt mich das komplette Fehlen heute doppelt.
Ich habe mir schon oft überlegt mir eine Freundin zu suchen, aber das ist nicht so einfach. Schliesslich geht es mir nicht "um das Eine", sondern um das Thema Zuneigung. Und die ist nun mal ziemlich rar.

Es ist einfach bitter, und ich spüre dass mir immer öfter die Kraft ausgeht und ich alleine bin. Heute stehe ich immer noch vor der Wahl: verletze ich meine Kinder oder leide ich weiter.
Dass meine Kinder heute auch schon leiden ist mir bewußt. Wie sehr weiß ich nicht. Aber meine Kinder brauchen mich. Meine Kinder fragen mich um Rat, nicht ihre Mutter. Selbst im Büro rufen sie mich an wenn irgend etwas zu entscheiden ist. Allerdings muss ich mir zum Aspekt "welches Bild haben sie von ihrem Vater" erst noch Gedanken machen.

Ich drehe mich seit Jahren im Kreis. Immer wenn ich für eine Scheidung "bereit " bin, komme ich wieder an den Punkt "und meine Kinder?".
Was ist richtig und was ist falsch ?!?!?!
Was ist für die Kinder das Beste, oder das am wenigsten Schlimmste ?

Grüße Balou

05.01.2008 17:07 • #8


GastC


Hallo Balou

Das mit der Paartherapie solltest du im Auge behalten !
Wenn sie dafür bereit ist, aus welchen Gründen auch immer, kann dies etwas zum Vorschein bringen wo sie auch mal über sich nachdenkt !
Oftmals weiß man erst was man verliert wenn man es verliert.

Mußte selbst diese Erkenntnis machen als meine Ex-Freundin mich vor 3 Monaten verließ. Auch wir waren 16 Jahre zusammen, haben ein Kind und ich war immer der Gefühls"lose" Part in unserer Beziehung.Wahrscheinlich weil ich mir bis heute nicht sicher bin ob ich sie überhaupt geliebt habe.
Als sie mich dann verließ ist eine Welt in mir zusammen gebrochen und ich hätte gern eine 2.Chance von ihr alles besser zu machen.

Weißt du denn ob deine Frau dich überhaupt noch liebt ?
Wenn ja wird ihr es weh tun das du "gehen" willst, und sie wird ihr eigenes Verhalten in Frage stellen. Vielleicht will dann auch sie eine 2.Chance und wird es versuchen besser zu machen.

Sollte sie dich nicht mehr lieben, ist eigentlich nur die Trennung ratsam. Deine Kinder sind alt genug um selber zu entscheiden was sie von dir zu halten haben. Sollten sie dich nicht mögen, dich für irgendwas abstempeln kannst du es eh nicht mehr gerade biegen.
Allerdings so wie ich das von dir herausgelesen habe scheinen sie dich sehr zu schätzen !
Du solltest davor keine Angst haben, zieh in ihrer Nähe, dann können sie dich immer besuchen und du kannst sie immer sehen.
Auch ich habe meine Tochter sehr lieb, bin ihret wegen in die Nähe meiner Ex gezogen obwohl es für mich verdammt schwer ist in ihrer Nähe zu sein.

Glaub mir, eine Beziehung aus Notdurft kann keinem helfen !

Trennt euch doch erstmal und dann abwarten was passiert.

08.01.2008 15:01 • #9


GastB


Hallo Balou und GastC ,

GastC hat genau das gesagt, was ich dir auch dazu antworten wollte, und das sogar aus dem noch glaubwürdigeren Blickwinkel der Gegenseite: Wenn deine Frau zu einer Eheberatung mitgehen würde, dann solltest du diese Chance auf jeden Fall nutzen.

Was sie dabei erwartet bzw. was du glaubst, was sie erwartet, brauchst du nicht zu berücksichtigen. Zum einen sollte man niemals glauben, einen anderen 100%ig zu kennen; praktisch jeder Mensch hat Winkel, in die er noch niemanden hat schauen lassen ... und fast jeder Mensch hat die heimliche Sehnsucht, genau diesen heimlichen Winkel wenigstens einmal offenbaren zu können - nur fehlt dazu meist der geschützte, sichere Rahmen.

Und zum anderen, wenn es ein/e gute/r Paartherapeut/in ist, dann kannst du es getrost diesem/dieser überlassen, deine Frau zu diesen bisher versteckten Punkten zu führen. Sein Ziel ist ja nicht, eure Ehe wieder so zu machen, wie sie mal war, sondern im Gegenteil, eure Ehe auf einer neuen Basis zu einer neuen Qualität zu führen.

Das würde ich an deiner Stelle also unbedingt tun.

Falls es dann doch zu keinem für dich befriedigenden Ergebnis führen sollte, kannst du dich immer noch trennen.

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Und was das "Verlassen" deiner Kinder angeht: Ich habe es ja schon vorher geschrieben und GastC schreibt genau dasselbe als Vater: Wenn du in der Nähe wohnst, ist es kein "Verlassen" der Kinder.
Und wie gesagt, es ist sogar die Chance für sie, aus einer bedrückenden Situation wegzukommen.


Aber vielleicht ist es gar nicht nötig, vielleicht hilft euch ja die Ehetherapie. Es würde mich für euch alle freuen.

08.01.2008 20:05 • #10


Gast


Hi Balou,
ich habe deine Beiträge mit wachsender "Empörung" gelesen. (erklär ich gleich - nichts gegen dich gerichtetes)

Meine Situation vor 2 Jahren gleicht deiner in weiten Bereichen - auch wie du die Verteilung von Stärken uns Schwächen beschreibst. Ich HABE mich getrennt und das war gut so - auch dazu gleich mehr.

Als erstes von MANN zu MANN:

DU bist kein WEICHEI!!!


wer dir das eingeredet hat, hatte MACHTINTERESSEN.
(oder glaubst du, die Welt ist in diesem erbarmungswürdigen Zustand, weil es ZUVIELE weiche, warmherzige Menschen gibt?!?)


DU hast ein RECHT dich für oder GEGEN jemanden zu entscheiden

Nicht einmal deine Kinder haben in dieser Entscheidung ein Mitspracherecht!

Wenn du sie nicht liebst (und danach hört es sich für mich an) macht es überhaupt keinen Sinn diese "Reparaturversuche" auch nur eine Sekunde weiterzuführen. Im Gegenteil: Sie schaden allen Beteiligten. Was vielleicht sinnvoll sein kann ist eine TRENNUNGSBERATUNG!

DU hast ein RECHT darauf deine WÜNSCHE zu äußern, und deinen WILLEN

Du hast ein RECHT darauf, zu äußern, dass du bei den Kindern bleiben willst und SIE gehen soll, wenn es das ist was du willst!!
(und sie hat ein Recht darauf ihrerseits ihre Vorstellungen zu äußern)

Die Zeiten in denen schuldhafte Scheidungen zum Verlust aller Rechte geführt haben sind vorbei: AUCH FÜR MÄNNER. Wenn eure Beziehung nicht mehr von Liebe getragen ist (oder nie war), dann ist das eure GEMEINSAME Verantwortung. Niemand sagt, dass du alle Lasten aus einer Trennungsentscheidung alleine tragen musst, nur weil du der bist, der sie ENDLICH fällt.
DAS ist es was mich empört! Dass du dir nicht einmal den Gedanken erlaubst, die Dinge könnten so laufen, wie DU das wünschst, willst und für richtig hältst.

Ich sage dir folgendes zur Beruhigung: NIE hatte ich einen besseren Kontakt zu meinen Kindern, als jetzt, ein Jahr nach der Trennung (und das, obwohl sie nicht bei mir wohnen). Du kannst darauf vertrauen, dass deine Kinder WISSEN, was du für sie bist. DU brauchst da gar nichts tun, außer DA SEIN. Hab keine Angst um sie - die werden ihren Weg zu dir finden (in welcher Form auch immer) UND zu ihrer Mutter - was sie genauso brauchen.

Mach dich auf eine harte Zeit gefasst - hol dir für dich selbst alle Unterstützung und Beratung, die du kriegen kannst. Das was auf dich zukommt ist sehr schwer. ABER warte nicht bis einer von euch darüber KRANK wird, dass ihr das was nötig ist aufschiebt. Geh´s an. Ruhig, entschlossen, rational, gut vorbereitet und glasklar in deinen Ansagen.

Einen Krieg gibt es nicht, wenn du das nicht willst. Dazu gehören immer zwei. Je besser es dir gelingt zu DEINEN WÜNSCHEN ZU STEHEN, desto einfacher wird es!! Krieg löst du aus, wenn du NICHT zu dir stehst!


Balou, ich bin ganz betroffen und erregt, wenn ich das alles so lese - wenn du willst schreib mir. Wenn ich dir mit irgendwas weiterhelfen kann, sags mir.


EINS noch zum Schluss. Es ist gut, dass du ein engagierter Vater bist. Aber in der Situation, in der du stehst, geht es jetzt an ALLERERSTER Stelle um DEIN Wohl. Versteck das nicht hinter Verantwortungsideologie den Kindern gegenüber. Erst wenn du weisst, was du selbst für dich willst und dazu stehen kannst, kannst du überlegen, wie du die neue Situation, die du FÜR DICH entschieden hast, verantwortlich mit den Kindern gestalten kannst.

Verliere keine Zeit mehr, sei froh, dass die Kinder noch da sind, damit du ihnen zeigen kannst,
dass man so etwas nicht aushalten muss und wie man sich aus so einer Situation befreit. DAS bist du ihnen schuldig. Die haben nichts davon, wenn sie von dir lernen, wie man vor die Hunde geht über Jahrzehnte bis es zu spät ist. Verstehst?

Grüße
Flo
PS ich hoffe du verzeihst mir meine Vehemenz - die rührt natürlich aus MEINER Geschichte und nicht aus deiner. Aber wenn du vor mir stehen würdest, würde ich dich an den Schultern fassen und dich rütteln, bis dein Blick klar wird und du lachen kannst

08.01.2008 21:40 • #11


flojoflo


Ach zur Hölle mit diesem Auslog-Quatsch. Du blöder Automat, glaubst im Ernst mir meine Identität abspenstig machen zu können? Ich werd dir gleich zeigen, wer hier der Terminator ist.
der flo in wutschnaubend

08.01.2008 21:42 • #12


Balou


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Hallo Zusammen,
ich muss zuerst einmal sagen dass ich mich sehr über eure Antworten gefreut habe !
Ich glaube nicht dass mir eine Eheberatung etwas bringt. Meine Frau ist mir inzwischen so fremd dass ich mir nicht vorstellen kann meine Ehe wieder so hinzubiegen wie sie einmal war. Und selbst dass wäre sinnlos, weil ich inzwischen für mich gelernt habe dass ich völlig andere Bedürfnisse habe.
Ich weiß natürlich dass sich das doof anhört, aber ich hab einfach die völlig falsche Frau geheiratet. Sie kann mir nicht das geben was ich brauche. Meine Frau ist rein rational veranlagt, und ich bin ein Gefühlsmensch. Das habe ich lange einfach nicht erkannt (hört sich bescheuert an, ist aber so !): Irgendwie hab ich mich früher verleugnet, und komme erst jetzt mit meiner "Gefühlswelt" klar. Früher hab ich's unter: "ich tick nicht ganz richtig" abgetan.
Es hat keinen Sinn mit meiner Frau. Sie wird sich nie ändern. Sie müsste sich verbiegen. Und das "nur" weil ihr Mann nach vielen Jahren Ehe erkennt was er wirklcih braucht.

Ich weiß das ich meine Kinder nicht "verlassen" muss. Aber ich bin kein Wochendend-Papa. Ich glaube ich brauche meine Kinder um mich herum (egoistisch ?!?!?!).
Was mir vehement im Wege steht ist der Gedanke meinen Kindern sagen zu müßen dass ich gehe. Ich bring das nicht übers Herz.
Es wäre einfacher wenn ich wüßte dass meine Kinder alle mit mir gehen würden, aber trotz dem schlechten Verhältnis zu ihrer Mutter sind sie alle sehr auf Ausgleich bedacht, und ich weiß nicht wie weit diese Loyalität geht.
Ja, im MOment beschäftigt es mich sehr wie bedrückend meine Kinder die momentane Situation empfinden.
Der Aspekt ist mir bisher nicht so bewußt gewesen !
Ich glaube dass ich insgesamt ein klägliches Bild abgebe und sich meine Kinder manchmal einen Vater wünschen, der auch auf den Tisch haut.
Ich kenne meine Frau recht gut, und ich weiß dass unter der harten Schale jemand sitzt der sich aus Angst vor Verletzungen verschanzt.
Manchmal war ich nahe dran den "Panzer zu durchstossen". Ich habe keine Ahnung was dann passiert wäre.
Klar, das ist die große Unbekannte. Insofern kenne ich meine Frau gar nicht.
Ich glaube nicht dass meine Frau über sich nachdenken könnte. Alles bis heute hat sie nicht einmal ansatzweise dazu gebracht ihr Verhalten in Frage zu stellen ! Nicht einmal ein bißchen.
Sie ist sehr stolz und sehr von sich überzeugt.
Wir haben (früher) viel gestritten und viele Gespräche geführt. Die Quintessenz war immer dass "ich nicht richtig ticke". Ihre Ansichten sind ansolut "logisch", und jeder muss erkennen dass sie richtig sind. Alles andere ist Unsinn!
Sie wäre (wahrscheinlich) nicht in der Lage sich bei einer Eheberatung ein eigenes Fehlverhalten einzugestehen. Dazu ist sie zu stolz.
Wenn ich es dennoch mitnehmen würde, wäre das zu 99% das Ende meiner Ehe (die faktisch eh nicht mehr existiert). Ich fürchte nur die Konsequenzen für meine Kinder.
Wenn ich daran denke mit einer Scheidung "Unglück" über meine Kinder zu bringen, dann bricht mir das Herz (ja, ich weiß dass sich das "lächerlich" anhört bzw. liest).
Da halte ich lieber noch ein wenig aus.

Ja, das mit dem Weichei ist so eine Sache. Ich habe früher immer gedacht dass ich einfach ein Stück weit "verrückt" bin. Leicht aus dem Konzept zu bringen, dazu noch recht nahe am Wasser gebaut (bei einem Mann einfach besch....) und sehr, sehr empfindlich. Meine Frau weiß inzwischen auf welchen Knopf sie bei mir drücken muss und schon bin ich in meinem Schneckenhaus und sie kann schalten und walten wie sie will.
Klar geht es da um Macht. Ich weiß das, aber irgendwie fehlt mir der Hebel das zu ändern.

Meine Frau liebt mich nicht. Sie liebt den Mann den sie geheiratet hat. Der Mann der immer "funktioniert". Es war schon immer so dass sie kein bißchen Verständniss oder Nerv dafür hatte wenn es mir mal schlecht ging. Da ist sie richtig wütend geworden ! = Fehlfunktion

Ich drehe mich seit Jahren im Kreis. Immer wenn ich an Trennung denke mache ich mir Gedanken welches "Unglück" ich über meine Kinder bringe, und dann bin ich wieder raus.
Es wäre halb so schlimm wenn ich meine Kinder bei meiner Frau in guten Händen wüßte. Aber meine Kinder (zumindest die "kleinen") haben die gleichen Probleme mit ihr wie ich auch. Da müßten sie einiges aushalten. Ich bin zuhause abends sehr oft "der Ausgleich" für sie. Ich weiß nicht ob ich dass nach einer Trennung auch so sein könnte. Ich hoffe zwar dass alle 3 mit mir gehen würden, aber sicher bin ich mir eben nicht.
Vor allem weil die Rechtsprechung das Sorgerecht standardmäßig immer eher bei der Mutter sieht.
Na ja. Ich weiß dass ich eines Tages diesen Weg gehen muß und gehen werde. Aber im Moment pack ich's nicht. Ich hätte ewig ein schlechtes Gewissen wegen meinem "Egoismus" meinen Kindern weh getan zu haben.

Ach ja, FlojoFlo, danke für die "harten" Worte. Ich habe vor einiger Zeit eine Beratung begonnen. Zuerst mit dem Anspruch meine Ehe "zu kitten" , dann mehr und mehr nur für mich. Ich hab dabei einiges gelernt und bin heute davon überzeugt dass eine Scheidung das einzig richtige ist. Alles was du schreibst habe ich mehr oder weniger so auch bei meiner Beratung gehört. Du hast recht. Intellektuell weiß ich dass das alles stimmt, aber ich kann's nicht umsetzen !

Grüße und gute Nacht
Balou

09.01.2008 22:46 • #13


Gast


ach Balou

Irgendwie tust du mir Leid.

Hast du schonmal mit deinen Kindern geredet ? Könntest du dich ihnen anvertrauen ?
Im Prinzip geht es doch nur noch um die jüngeren.
Der 18 Jährige geht doch eh seinen Weg.

Ich kann dir nur raten mach mit ihr die Beratung, und wenn es nur in die Richtung läuft das auch sie das beste für eure Kinder will.

Ich weiß absolut nicht wie bei mir die Zukunft aussieht, habe auch Angst davor dass die Beziehung zu meiner Tochter sich abkühlt. Kann aber leider nicht viel machen als zu hoffen und immer für meine Tochter da zu sein!

Leider muß man immer beide Seiten hören um einen genauen Einblick zu haben. Du stellst deine Frau als völlig Gefühlsarm hin, aber ist sie das wirklich ? Mich würde gern mal ihre Version interessieren wie sie eure Ehe sieht, was sie von dir hält !
Was für Gründe findest du warum sie noch bei dir ist, liebt sie dich, ist es nur Gewohnheit, das Altbekannte ? Was passiert wenn du sie ignorierst und nur noch für deine Kinder da bist ?
Rede mit Experten welche Möglichkeiten und Chancen bestehen die Kinder zu dir zu bringen, und vorallem was die Kinder wollen.

Auch meine Ex hat immer zu mir gesagt sie würde mich nie verlassen wegen dem Kind, und was hat sie gemacht ? Ist gegangen, allerdings weiß ich nicht wie das mit unserem Kind ausgeht, wie sie es verkraftet !

Ich sehe eigentlich nur 2 Möglichkeiten:
Die Paartherapie, oder mit deiner Frau und den Kindern reden !
Und letztendlich als Konsequenz zu gehen !

Tu dir das nicht selber an, du schadest auch deinen Kindern damit !

10.01.2008 00:14 • #14


arthus


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ist voll nervig diese Ausloggerei !!
letzter Beitrag kommt von mir !!

10.01.2008 00:17 • #15


Balou


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Hi Arthus,
mir ist absolut klar dass es immer 2 Seiten einer Medaillie gibt.
Ich mache meiner Frau auch überhaupt keinen Vorwurf.
SIe versteckt ihre Unsicherheit hinter ihrer Härte.
Das einzige was ich ihr zum Vorwurf mache ist dass sie nicht merkt dass sie bei den Kindern wegen den gleichen Dingen "aneckt."
Wir passen eben nicht zusammen. Früher habe ich mich so verbogen dass es irgendwie gepaßt hat, aber heute kann ich's nicht mehr. und ich will es auch nicht mehr.
Mit den Kindern reden hab ich mir schon lange vorgenommen.
Wenn's zur Trennung kommen sollte sollen sie auch nicht ganz ohne Vorwarnung damit konfrontiert werden.
Und Paartherapie bedeutet einen Weg einzuschlagen den ich nicht mehr verlassen kann.
Das wird dann ein Selbstläufer: das Ende ist entweder eine Trennung oder bekommen wir das irgendwie gekicktet (aber das möchte ich gar nicht). Also die Trennung. Und da hab ich mich wieder 1mal im Kreis gedreht.
Dreh- und Angelpunkt ist die Hürde meinen Kindern zu sagen: "ich gehe". Eventuell mit dem Nachsatz "kommt ihr mit". Doch das wird leider nur eingeschränkt funktionieren.
Anscheinend entscheiden Familienrichter in der Regel beim Sorgerecht nur in Ausnahemfällen für den Vater. Eben dann wenn alle Kinder zum Vater möchten.
Ja, da bin ich mir schon sicher dass meine Kinder mit mir gehen möchten. Allerdings versteht es meine Frau den Kindern ein schlechtes Gewissen zu machen. Ich bin eben nicht sicher dass es so ausgeht wie ich mir das vorstelle.
Irgendwie habe ich eben das Gefühl meine Probleme (mit meiner Frau) zum Problem meiner Kinder zu machen (Scheidung). Das sträubt sich mein "Gerechtigkeitssinn".
Wahrscheinlich bin ich nur zu sehr Hasenfuß :
In diesem Sinne. Gute Nacht
Balou

15.01.2008 22:08 • #16


Gast


hi Balou,
du richtest dich an Arthus - ich hoffe es ist ok, wenn ich dir ein paar Sachen dazu sage? Mir geht das nah, was du schreibst, weil es mich an meine eigene Trennung stark erinnert.
ich versuch mal trotzdem nicht zu drängeln ok?

Zitat von Balou:
..Mit den Kindern reden hab ich mir schon lange vorgenommen.

...ich finde das sehr gut und sehr wichtig: sprich aus, wie es dir geht. Erzähl von dir. Lass sie wissen, was dich beschäftigt. Das ist alles ok, solange du ihnen keinen Grund gibst, SICH UM DICH ZU KÜMMERN.
Das passiert ganz schnell bei Kindern (war jedenfalls bei meinen so). Wichtig ist es also immer dazu zu sagen, was du als nächstes TUN wirst, um mit deinen Problemen fertig zu werden, damit sie wissen, dass du die Verantwortung über dich behältst - auch bei ungelösten Problemen.
Auch dafür gibt es übrigens Beratung: für Kinder/Elternbeziehung in Trennungen (bei uns bietet das sogar die Behörde an).


Zitat von Balou:
Wenn's zur Trennung kommen sollte sollen sie auch nicht ganz ohne Vorwarnung damit konfrontiert werden.

..weißt du ich finde das ja richtig. Meine hatten KEINE Ahnung, was mit mir los ist (nur der Große, der hats gerochen) und sind aus allen Wolken gefallen - schwerer Fehler. ich meine aber auch: das gilt auch für deine Frau. Wieviel weiß sie von deiner Unzufriedenheit; bzw. was befürchtest du, wenn du dich mit deiner Sicht auf die Dinge mehr zeigst bzw sie durchsetzt?

Zitat von Balou:
Und Paartherapie bedeutet einen Weg einzuschlagen den ich nicht mehr verlassen kann.
Das wird dann ein Selbstläufer: das Ende ist entweder eine Trennung oder bekommen wir das irgendwie gekicktet (aber das möchte ich gar nicht). Also die Trennung. Und da hab ich mich wieder 1mal im Kreis gedreht.

eine Paartherapie fordert mindesten Ergebnisoffenheit. Sonst kann kein Vertrauen entstehen. Und das was du schreibst heißt unterm Strich:
Du bist bereits zur Trennung entschlossen.
Wenn das so eindeutig ist, wie´s da steht ("aber das möchte ich gar nicht"), dann ist immer noch möglich eine Trennungsberatung gemeinsam zu machen. Du könntest das anbieten, es ist ein gutes Signal: ich will dass wir das fair hinkriegen.

Zitat von Balou:
Dreh- und Angelpunkt ist die Hürde meinen Kindern zu sagen: "ich gehe". Eventuell mit dem Nachsatz "kommt ihr mit". Doch das wird leider nur eingeschränkt funktionieren.


hey wow balou, so gaanz langsam kannst du dir vorstellen, wenigstens mal zart anzufragen, ob deine Wünsche vielleicht geteilt werden. Mehr Mut: Du darfst sagen, dass du dir das wünschst. Du darfst auch sagen, dass du das für richtig hältst und warum.
Ich glaube aber, dass das eine Frage ist, bei der zuerst eine Entscheidung zwischen dir und deiner Frau gefordert ist: Wie machen wir als Eltern es mit den Kindern nach der Trennung. (guter Grund in Trennungsberatung zu gehen)
Auch wenn deine Kinder schon groß sind: Du würdest sie mit einer solchen Frage "kommt ihr mit?" wahrscheinlich in einen tiefen Lojalitätskonflikt bringen, der von ihnen nur unter Selbstopferung zu lösen wäre.
Ihr als Eltern müsst eine Situation entscheiden, die im guten Fall einen Rahmen bietet, die den Kindern möglichst alle Optionen lässt. Die Kinder WOLLEN sich gar nicht trennen. DU willst das und das ist in Ordnung. Die Kinder haben ein RECHT auf BEIDE ELTERN.

Zitat von Balou:
Anscheinend entscheiden Familienrichter in der Regel beim Sorgerecht nur in Ausnahemfällen für den Vater. Eben dann wenn alle Kinder zum Vater möchten.

...dann tu alles dafür, dass der Familienrichter diese Frage nicht zu entscheiden hat! Je besser du dich (eben vielleicht auch mit Beratung) darauf vorbereitest, wie die Situation der Kinder gestaltet werden kann, umso stärker deine Argumente, sollte es trotzdem soweit kommen.

Es fällt dir sehr schwer dir vorzustellen, dass eine Trennung auch bei einseitigem Trennungswunsch fair verhandelt werden MUSS - GERADE wegen dem gemeinsamen Interesse am Kindeswohl.
Das ist übrigens eine generelle Überlegung:
Konzentriere dich auf eure GEMEINSAMEN Interessen, die auch nach der Trennung weiter bestehen. Kommunizier das, wenn es soweit ist - je besser das gelingt, umso geringer die Gefahr auf Schlammschlacht.
Der große Vorteil der Trennung ist dieser:
ALLES ANDERE KANNST DU DANN SEIN LASSEN.
Du kannst bei allen anderen Angeboten (kämpf mit mir, streite dich mit mir, mach mir Vorwürfe, hör dir Vorwürfe an und ähnliches...) einfach ruhig auf dein Getrenntsein verweisen und auf die exclusive Verhandlung der gemeinsamen Interessen bestehen. Was anderes habt ihr dann nicht mehr zu klären.


Zitat von Balou:
Irgendwie habe ich eben das Gefühl meine Probleme (mit meiner Frau) zum Problem meiner Kinder zu machen (Scheidung). Das sträubt sich mein "Gerechtigkeitssinn".
Balou

Mist Balou - ich hatte dir ja versprochen nicht zu drängeln. Aber hier gehts wirklich nicht anders: weil nicht allein du von diesen Sätzen betroffen bist, sondern deine Kinder.
Das, was du da befürchtest, findet JETZT GERADE statt: du hast ein Problem mit deiner Frau: du scheust vor der Konfrontation zurück - und deine Kinder müssen es ausbaden: Sie haben einen unsichtbaren Vater.
Da sträubt sich MEIN Gerechtigkeitssinn.
Und hier auch: Wer kümmert sich eigentlich so rührend wie du das mit deinen Kindern tust um den kleinen Balou? DU hast genauso viel Zuwendung verdient, wie sie - weißt von wem? Von dir.
glaub mal - DAS ist die größte Ungerechtigkeit von allen.

Gruß
flo

15.01.2008 23:36 • #17


flojoflo


jaaa war ich
flo

15.01.2008 23:37 • #18


GastB


Hallo Balou,

ich habe mich hier eine Zeitlang ausgeklinkt, weil hier so kompetente Berater am Werk waren. Ich kann ihnen allen nur zustimmen.
Ich klinke mich nur noch ein, um mich jetzt etwas unbeliebt zu machen (meine Spezialität ). Also:

Mir scheint nach der Lektüre deiner Antworten, dass es dir eigentlich doch am meisten um dein eigenes Interesse geht, nicht das um deiner Kinder und - natürlich erst recht nicht um das deiner Frau.

Ein bisschen hast du es schon selbst angedeutet ("egoistisch??"), als du schriebst, dass du deine Kinder abends um dich herum brauchst.
Aber das hat dann eben alles nichts mit einer Befürchtung zu tun, dass es deinen Kindern nach einer Trennung schlecht gehen könnte. Du scheinst mindestens genauso oder sogar noch mehr zu befürchten, dass es dir nach einer Trennung von den Kindern schlecht gehen würde.
Oder?

Was meinst du aber eigentlich, wie es deiner Frau nach der Trennung gehen wird, wenn du alle drei Kinder bei dir behältst? Hast du mal darüber nachgedacht? Ich meine das als Frage, denn ich selbst habe keine Ahnung, wie sich deine Frau fühlen würde. Wäre sie sehr traurig? Wäre sie erleichtert? Wäre sie frustriert, weil sie niemandem mehr zum Regieren hätte?

Ich denke jedenfalls, du solltest die Frage, ob Trennung oder nicht, nicht so völlig getrennt von dem Gedanken an die Situation deiner Frau behandeln. Schließlich war sie all die Jahre deine Frau und sie ist und bleibt die Mutter deiner Kinder - für deine Kinder bleibt sie das vor allem gefühlsmäßig immer weiter. Sie möchten natürlich nicht, dass ihre Mutter anschließend total traurig und unglücklich ist. Dazu muss sie ihnen gar keine Schuldgefühle einreden. So viel Einfühlungsvermögen und Verstehen haben Kinder von sich aus.

Stell dir das mal konkret vor, ihr seid beim Gericht, der Richter fragt die Kinder, wo sie hinwollen, alle drei sagen: "zum Vater", und der Richter sagt: "Okay, die Kinder kommen zum Vater". Ihr geht nach Hause, du und die Kinder bleiben in der jetzigen Wohnung, da diese ja groß genug ist (oder gehört die Wohnung deiner Frau?), deine Frau muss sich eine neue Wohnung suchen, ihre Koffer packen und ausziehen.

Ist das so dein Wunschtraum? Oder wie sonst soll es laufen?


Außerdem meine ich schon oft gehört zu haben, dass die Kinder sich durchaus unterschiedlich entscheiden dürfen, manche zum Vater, manche zur Mutter. Und sich später sogar umentscheiden dürfen.

Es könnte also z.B. auch eine Tausch-Regelung gemacht werden (mit oder ohne Richter).

----------

Andere Frage: Liebst du deine Frau (noch) oder nicht?

Soweit ich das gesehen habe (habe ich es übersehen?), schreibst du nur, dass deine Frau dich nicht mehr liebt. Aber was ist mir dir?

----------

Und noch ein Gesichtspunkt: Wenn du deine Fähigkeiten, dich konstruktiv ein- und durchzusetzen, nicht verbesserst, dann läufst du sehr stark Gefahr, bei der nächsten Partnerin auf genau dieselben Probleme zu stoßen.

Gruß,
GastB

16.01.2008 16:34 • #19


Balou


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Hallo Zusammen,

Hm, dass hat gesessen......
(Danke. Nur die direkten Worte bringen einen weiter )

Lieber GastB,
sollten die Kinder nach der Scheidung alle zu mir gehen kann ich mir die Reaktion meiner Frau gut vorstellen.
Für sie bricht eine Welt zusammen !
Ihr Anspruch ist es eine gute Mutter und Frau zu sein. Sie genügt ihrem eigenen Anspruch dabei nicht, was sie so unglücklich und vielleicht auch so hart macht.
Mir ist bewußt dass ihre Härte und "Kälte" ein Schutzpanzer ist, unter dem ein kleines Mädchen sitzt und heult.
Ich habe mich in sehr auf die Kinder konzentriert, aber mir ist auch bewußt wie es meiner Frau gehen würde.
Aber was soll ich den machen ? Meine Wahl ist folgende:
- mit einer Scheidung verletzte ich meine Frau, und meine Kinder
- ohne Scheidung gehe ich vor die Hunde (zumindest mit den Jahren)

Ich würde niemals meine Kinder gegen meine Frau "aufhetzen" oder beeinflussen. Das tue ich nicht.
Was soll ich machen wenn sich meine Kinder für mich entscheiden würden ? Soll ich sie abweisen ?
Meine Wahlmöglichkeit ist "100% Verletzung" auf meine Frau, meine Kinder und mich zu verteilen.
Daran hänge ich seit Jahren fest !

Ich gebe zu dass ich meine Kinder brauche !
Aber ich versuche ihnen nicht das Gefühl zu vermitteln dass es so ist. Es kostet mich viel Mühe und Kraft meinen Kindern kein schlechtes Gewissen mir gegenüber zu machen. Ich weiß dass es schlimm wäre wenn sich meine Kinder für mich verantwortlich fühlen würden. Das macht mir große Sorgen, und ich habe viel Energie aufgewendet dem entgegenzuwirken (na ja. Ich hoffe mit gutem Erfolg).

Das beste wäre sicherlich sich eine "einvernehmliche" Regelung zu treffen. Aber ich glaube das wird nicht möglich sein. Meine Frau ist sehr, sehr stolz.
Wenn ich sie "verlasse" ist ihr Stolz verletzt und dann geht sie auf Konfrontation. koste es was es wolle.
Das ist meine Befürchtung. Ich hoffe das ich mich täusche.

Tja, liebe ich meine Frau ?! Eine gute FRage die mir sehr lange Kopfzerbrechen gemacht hat. Heute miss ich die Frage mir einem klaren "Nein" beantworten. Allerdings mit dem Nachsatz: ich habe sie einmal geliebt und ich werfe ihr nichts vor. Das Problem in unserer Beziehung bin ich. Ich ganz alleine. Meine Frau ist in ihrem Verhalten und Charakter konstant.
Ich habe mich in den letzten 10 Jahren "verändert". Soll heissen: ich habe viel über mich gelernt. Vor allem dass ich mich 20 Jahre lang "verbogen" habe. Diese "Erkenntnis" ist das, und ich kanns nicht ungeschehen machen.
Was soll ich jetzt damit anfangen ?
Ich hasse meine Frau nicht. Sie kann nichts dafür.
Meine Absicht ist auch nicht ihr weh zu tun. Vor 5 Jahren habe ich mich dazu entschieden mich nicht zu trennen.
Unser VErhältnis ist dadurch nioch schlechter geworden. Ich habe mich mehr und mehr von meiner Frau abgekapselt weil ich sonst verrückt geworden wäre (oder bin ich's schon ?). Meine Frau hat es nicht verstanden. Ich habe versucht ihre zu erklären was mir fehlt, aber sie versteht es nicht. Sie kann's mir nicht geben und das verletzt sie selbst.
Was soll ich den tun ? Wenn ich meinen Kindern und meiner Frau nicht wegtun möchte, dann mache ich so weiter wie bisher. Vielleicht gekingt es mir auch das Verhältnis zu meiner Frau zu verbessern. Dann sind alle zufrieden. Außer mir.
Das ist ein Weg ! Ich weiß. Ich hatte gehofft dass er für mich passt.
Aber mit jedem Jahr habe ich gemerkt dass ich ein Stück mehr auf den Wahnsinn zusteuere.
Ja, ich brauche meine Kinder um mich. Das ist egoistisch.
Das ist meine "Schuld".

Meine Frau weiß übrigens von meiner "Unzufriedenheit". Wir hatten schon die ein oder andere Aussprache.
Aber sie kann sich nicht ändern. Sie kann es einfach nicht.
Aber sie weiß was ich eigentlich "brauche".

Ja, Flo. Meine Wünsche ! Meine Wünsche sind der Fluch für meine Frau und meine Kinder. Wo fängt Egoismus an, und wo hört "Selbstfürsorge" auf ??

In euren Antworten lese ich den Konflikt der mich seit Jahren im Kreis herum treibt. Egoismus versus Leidensfähigkeit.

Jeder sagt mir: lass dich bei einer Trennung von den Kindern nicht "beeinflussen". Wenn du gehen möchtest, dann gehe.
= DAS ist doch egoistisch. Oder ?
Ist es auch fair?
Wenn keine "einvernehmliche" Trennung möglich ist (oder scheint), was dann ?
Dann bedeutet eine Trennung Schmerz (natürlich ist auch eine einvernehmliche Trennung Schmerz. zumindest für die Kinder).

Wat nu ?
Ich glaub ich muss Schluss machen. Mir schwirrt der Kopf.
Aber Danke für eure Ansichten: Sie speigeln eigentlich genau das wieder was sich seit Jahren in meinem Kopf abspielt (dann ticke ich also doch einigermassen richtig ).
In diesem Sinne
gute Nacht, Balou.


P.S. ja, es ist mir bewußt dass mein Konflikt- und Durchsetzungsvermögen eher sehr mäßig ist.
Ich mache mir praktisch ununterbrochen Gedanken dazu ob ich überhaupt beziehungstauglich bin.
Ein super emfindliches (Flo, hör weg !) Weichei. Das ist nicht jedermanns (natürlich jederfraus) Sache.

16.01.2008 22:33 • #20




Dr. Reinhard Pichler

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