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Phobien - wie sie behandelt werden
In dem meisten Fällen kann eine Phobie durch eine Psychotherapie geheilt werden. Am besten geeignet für die Behandlung von Phobien ist die kognitive Verhaltenstherapie. Eine klassische Behandlungsmethode bei Phobien ist die systematische Desensibilisierung, die besonders häufig bei Tierphobien (Spinne, Schlangen, Hunde) eingesetzt wird.
- Systematische Desensibilisierung
Bei der Systematischen Desensibilisierung wird zunächst zusammen mit dem Betroffenen eine Liste von den Situationen erstellt, die er vermeidet. Dann werden die Situationen nach Schwierigkeit geordnet. Bei einer Hundephobie können einzelne Schritte der Hierarchie z.B. so aussehen: Durchblättern eines Hundebuches, Beobachten eines Hundes durch ein Fenster, Beobachten eines Hundes durch den Zaun, in gesichertem Abstand an einem Hund vorbeilaufen, bei eine Hundehalterin stehen bleiben und sich mit ihr unterhalten, einen Hund streicheln ...
Der Betroffene entspannt sich mit Hilfe der Progressiven Muskelentspannung und stellt sich dann, beginnend mit der Situation, die er am wenigsten fürchtet, nach und nach jede Situation lebendig vor. Wenn er mit einer Situation keine Angst mehr verknüpft, geht er zur nächst schwierigeren Vorstellung über, bis er sich alle Situationen ohne Angst vorstellen kann. Statt sich zunächst die Situationen in der Vorstellung auszumalen, kann der Betroffene die Situationen auch sofort nach und nach aufsuchen und sich an die Situation gewöhnen.
Auch die Konfrontationstherapie - auch Expositionstraining genannt - kommt in der Behandlung von Phobien zum Einsatz:
- Konfrontationstherapie
Der Betroffene begibt sich in diejenigen Situationen, vor denen er Angst hat. Er beginnt mit der aus seiner Sicht bedrohlichsten Situation. Dies können die Fahrt mit der Bahn, mit dem Lift, eine Stadtrundfahrt, eine Autofahrt in eine fremde Stadt, eine Turmbesteigung, etc, sein. Wichtig ist, dass der Betroffene nicht flüchtet, sondern in der Situation bleibt, und dass er nicht seine Hilfsmittel zum Angstabbau einsetzt. In der jeweiligen Situation bleibt er, bis seine Angst deutlich nachlässt und er sich an die Situation gewöhnt hat.
- Kognitive Therapie
Die Kognitive Therapie konzentriert sich in der Behandlung der Phobien auf die Überprüfung der angstauslösenden Gedanken: Ist die Spinne wirklich gefährlich? Können Sie das Fahren im Lift wirklich nicht überleben? Wo sind die Beweise? Was würde passieren, wenn Sie in der Prüfung einen Blackout haben?
Überprüft werden auch die Vorstellungsbilder, die meist übertrieben und nicht der Realität entsprechend sind. Nach der Erarbeitung angemessener Bewertungen und Vorstellungsbilder gehen Betroffene mit der neuen Bewertung in die für sie bisher Angst auslösenden Situationen. Sie erleben, dass die Situation nicht gefährlich ist und dass sie auch die mit Anspannung und anderen körperlichen Reaktionen umgehen können. Daneben werden Atemtechniken und Entspannungsverfahren vermittelt.
Heute werden in der Behandlung von Phobien auch neue Techniken wie die virtuelle Konfrontationstherapie mit der Cyberbrille oder Training am Bildschirm eingesetzt.
Selbsthilfe Strategien bei Phobien
1. Analysieren Sie ihre Ängste: Mit welchen negativen Gedanken und Phantasien erzeugen Sie Ihre Angst? Wie reagiert Ihr Körper? Wie verhalten Sie sich?
2. Überprüfen Sie die Gedanken mit folgenden Fragen: Woher weiß ich, dass etwas Gefährliches passieren wird? Wie wahrscheinlich ist es? Wenn es passieren sollte, wäre es lebensgefährlich oder nur unangenehm? Was habe ich dann an Möglichkeiten? Haben alle Menschen vor dieser Situation Angst? Was machen diese anders als ich?
3. Erarbeiten Sie sich ein hilfreiches Gedankenprogramm: Was muss ich denken, um ruhig zu bleiben. Z.B: "Ich gehe jetzt in die Situation. Ich bin in Sicherheit. Meine Angstgefühle kommen nur, weil ich mir ängstliche Gedanken mache. Sie werden vorüber gehen".
4. Erlernen Sie ein Entspannungsverfahren wie die Progressive Muskelentspannung oder das Autogene Training. Sie können sich auch eine Atemtechnik aneignen.
5. Erstellen Sie eine Liste von ganz konkreten Situationen, von denen Sie Angst haben, und sortieren Sie die Situationen nach Schwierigkeit: Z:B: Bei einer Angst vor dem Lift: Sie sehen den Lift, Sie bleiben vor dem Lift stehen und holen ihn durch Kopfdruck heran, sie steigen ein und wieder aus, sie steigen ein und die Tür schließt sich und Sie steigen dann wieder aus, Sie fahren ein Stockwerk ...
Dann entspannen Sie sich mit Ihrer Entspannungsmethode und beginnen, sich die leichteste Situation vorzustellen. Wenn Sie diese angstfrei vorstellen können, gehen Sie zur nächsten Stufe über, usw.
6. Geben Sie die Meidung auf. Werden Sie aktiv und gehen Sie in die Situationen, die Sie bisher gemieden haben - mit Ihrer Angst. Wenn Sie möchten, können Sie sich die Situationen nach Schwierigkeit ordnen und mit der für Sie am leichtesten beginnen.
7. Bleiben Sie in den Situationen, bis die Angst nachlässt.
Machen Sie den Phobie Test, um herauszufinden, ob Sie unter einer Phobie leiden. Der Psychotherapie Test kann Ihnen bei der Entscheidung für oder gegen eine Psychotherapie helfen. In den Informationen zum Ablauf einer Psychotherapie erfahren Sie, wie eine Psychotherapie abläuft und wie man sie beantragt. Wenn Sie einen Psychotherapeuten für die Behandlung einer Phobie suchen, dann finden Sie hier die Namen und Anschriften kassenzugelassener Psychotherapeuten.
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