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3

M

Mahabharata
Gast

Hallo,
hat jemand auch ein Problem damit, sobald er aus dem Haus geht, auf Toilette zu müssen und es ist keine da?
Das Spiel nennt sich neben "Imperativer Harndrang" auch noch "Drang- Inkontinenz", was ein bißchen irreführend ist, da kein Problem mit der Blase vorhanden ist und diese "dicht hält" sondern das Problem ist, die Angst zu haben, es nicht bis zur Toilette zu schaffen, obwohl es gar nicht nötig wäre, eine aufzusuchen.
Kann nicht mehr ins Kino oder Theater, spazierengehen oder shopping sind kompliziert.
Freunde wenden sich schon von mir ab, weil mit mir nix mehr zu unternehmen ist.
Bei jeder Fahrt in die Stadt mit Bus und U- Bahn muß ich damit rechnen, daß ich unterwegs mehrfach aussteigen muß, um in Panik eine Toilette aufzusuchen.
Bin arbeitslos und habe für demnächst einen Job in Aussicht- bin jetzt schon in Angst vor der Panik, weil ich doch nicht ständig in der Arbeit zur Toilette laufen kann...
Wäre schön, von Leidensgenossen zu hören und zu erfahren, wie sie mit dem Problem umgehen und was sie dagegen tun?
Grüße

03.02.2018 #1


369 Antworten ↓
animositas

animositas
Mitglied

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Liebe Community,

ich kenne das Problem zu gut.
Bei mir begann es im Alter von 16 Jahren, mitte der 10. Klasse.

Vorher hatte sich meine Angst anders geäußert, ein Problem dass ich fast im Griff hatte.

Menschen, die unter Panikattacken und Angststörungen leiden greifen bekanntlich nach jedem Strohhalm, ob teure Lektüren, Ratgeber, Medikamente, Klinikaufenthalte usw. Ihr versteht mich sicherlich.
Auch ich habe einiges ausprobiert und nahm 2 1/2 Jahre SSRI, die meine Stimmung stabilisieren sollten und mir helfen die Panik zu bewältigen.

Ich habe mir hier einiges durchgelesen und es ist traurig, dass so viele Menschen darunter leider und niemand Hilfe findet, niemand eine richtige Lösung gefunden hat.

Jedoch kann ich aus eigener Erfahrung davon berichten, dass es besser werden kann.
Ich hab mich der Angst immer wieder gestellt, auf den härtesten Wegen, probierte Reizkonfrontation und auch die Art, die nur stufenweise konfrontiert.

Ich ging trotz der Angst und Panik, bzw. gerade deshalb auf Konzerte, bis jetzt nur drei. Das erste war nur 40 min. entfernt (Mein erstes Konzert überhaupt) mit ca. 1000-2000 Menschen, das nächste verlangte eine Strecke von glatten 8 Stunden Zugfahrt mit 8000 Menschen. Ich stand ewig Schlange und fragte mich im Nachhinein immer und immer wieder, wie ich das schaffte, da ich anfangs Panik in Supermärkten hatte, wie viele hier. Ob es mir geholfen hat, mich derart zu konfrontieren? ich weiß es nicht. In Akutsituationen vergisst man wohl alle seine Erfolge. Doch muss man es versuchen, man muss sich der Angst wirklich aussetzen; ohne Ablenkung, keine Musik, Gespräche, im Hier und Jetzt sein. Das war schwierig, verdammt schwierig und es war auch sehr ermüden und anstrengend. Aber auch nicht einmalig. Eigentlich konfrontiere ich mich jeden Tag. Ich gehe arbeiten, jeden Tag, bin insgesamt 12 Stunden tgl. weg mit Zugfahrt und nach Hause laufen.
Aber das ist gut.
Es ist anstregend ja, es ist teilweise grauenhaft und manchmal will man aufgeben. Aber ich hab schon so viel schönes erlebt, in den letzten Jahren, trotz meiner Angst. Das Leben ist nicht vorbei und man kann es sehr wohl hinbekommen.

Nach längeren "Konfrontationslosen-Pausen" aufgrund von Krankheiten oder sonstigem, wird alles schlimmer, immernoch. Und es wird immer so sein.
Wir müssen uns klar machen, dass es mit einmal konfrontieren nicht getan ist, man muss sich immer wieder stellen. Man braucht jede Menge Mut, aber ihr müsst euch in den Kopf rufen, dass ihr das für euch tut.

Ob man mit diesem imperativen Harndrang jemals normal leben kann ist fraglich, denn es kann weggehn, jedoch auch immer und immer wieder kommen.

Ich war in Therapie und bin es bald wieder, das wichtige ist: Regelmäßigkeit! Einmal im Monat ist umsonst, da kann mans direkt lassen.

Es ist ein ewig langer Weg und ich will euch nur sagen, dass wir das alles schaffen. Irgendwie, Irgendwann.

Im Gegensatz zu "normalen" Menschen müssen wir stetig an uns arbeiten, aber ist das denn so schlimm? Durch diese, wenn auch ekelhaften, Erfahrung lernen wir sehr viel über uns selbst.
Und jeder der nur einen Auslöser sucht ist falsch, denn es sind so viele Ursachen, die man wohl garnicht mehr rausfinden kann.

Ich kann euch gerne auch Bücher empfehlen, in denen man auch etwas über die Prozesse im Körper während einer Panikattacke erfährt.

Ich will so gerne irgendwie anderen Menschen helfen, denen es geht wie mir. Sei es nur mit langweiligen Konfrontationsberichten oder meinen bis jetzt geschafften Weg.

Falls jemand reden möchte, schreibt mir gerne!
Wenn das auch nur irgendwie hilft, vielleicht uns beiden, sollte das schon ein guter Anfang sein.

27.03.2017 19:34 • x 1 #368


Zum Beitrag im Thema ↓

A


Imperativer Harndrang

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S

Sympath
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Hallo ihr Lieben,

hiermit reiht sich ein weiterer Leidensgenosse ein. Ich habe sehr viele Beiträge aus dem Thread gelesen und kann die GEfühle und Gedanken sehr gut nachvollziehen. Wobei ich das Glück habe, dass es bei mir nicht so ausgeprägt ist.

Kurz zu mir.

Ich bin Männlich und 22 Jahre jung. Studiere in Berlin und wohne in einer WG mit 2 guten Freunden.

Ich weiß nicht genau wann das Problem bei mir begonnen hat. Aber ich bin der Meinung das ich in der Schulzeit keine Probleme damit hatte. Zumindest erinnere ich mich nicht, Angst in der Abiturprüfung davor gehabt zu haben o.ä..
Allerdings gab es eine unangenehme Situation bei meinem damals besten Freund zu Hause. Ich bin mit ihm zusammen aufgewachsen und wir kennen uns sehr gut, haben über fast ein Jahrzehnt jeden Tag zusammen verbracht. Irgendwann (so mit 16/17) hat er mich mal darauf angesprochen, als wir bei ihm saßen, warum ich denn heute ständig auf Klo renne. Ich hatte keine Ahung. Vorher bestand das Problem nicht. Seit dem war es mir immer etwas unangenehm wenn ich bei ihm war, allerdings war das kein größeres Problem.
Kein Problem in der Öffentlichkeit.
Kein Problem in der Schule.
Kein Problem in der SBahn.
Nach dem Abitur begann mein Zivildienst. Zu der Zeit hatte ich ein kleines Dro.. Welches ich aber nach 2-3 Monaten selbst bewälltigt habe. Allerdings ist zu der Zeit das Problem verstärkt aufgtreten, das ich ständig auf Klo musste, konnte es aber auch irgendwie managen.
Gefühlsmäßig begann zu der Zeit der Stress wie es weiter geht. Was fange ich mit meiner Zukunft an? Was will ich denn nun wirklich werden? etc.
Persönlich mache ich mir sehr viel Druck sehr Erfolgreich zu werden und viel Geld zu verdienen. Ich habe schon während meiner Schulzeit viel nebenbei gearbeitet und daher einen gewissen Lebensstandard im vergleich zu Mitschülern gehabt, ansonsten komme ich aber aus einem ganz normalen Haushalt.

Okay ich schweife ab. Sorry.

So lange ich alleine bin, habe ich überhaupt kein Problem. Ich kann x Stunden Autofahren oder auch täglich mit der Sbahn 30-60 Minuten. Problematisch wird es allerdings wenn Freunde oder Bekannte dabei sind (Es sei denn ich fahre selber).
Gestern gab es wieder eine Situation die etwas unangenehm war. Ich bin in die SBahn eingestiegen und habe einen Freund getroffen. Sofort war die Panik da. Ich bin mit einer Ausrede in der nächsten Station wieder augestiegen und habe (ohne auf Klo zu gehen oder zu müssen) die nächste genommen. Musste dann in der Uni zu einem Termin und bin kurz vorher auf Klo gegangen und dann zu dem Gespräch. Sofort war die Panik wieder da, weil ich ja nicht hätte rausgehen können. 10 Minuten später war ich wieder draußen und bin erst 2-3Stunden später auf Klo gegangen. Also wieder einmal eine absolut unbegründete Angst.

Naja und das übliche halt, Friseur, Zahnarzt etc. sind echt Problematisch. Wobei ich vor paar Tagen auch wieder beim Friseur war und es ging eigentlich. Am Anfang ist es schlimm und wenn ich merke der Friseur ist fast fertig fange ich an mich richtig wohl zu fühlen und könnte auch noch ewig weiter da sitzen. Aber dann ist es auch schon wieder vorbei.

Ich habe bei mir gewisse Zusammenhänge gemerkt. Wenn ich mich richtig gut fühle, also das Gefühl habe mein Leben im Griff zu haben kann ich mit dem Problem gut leben. Es ist zwar da aber hält sich sehr in Grenzen. Wenn ich aber wieder etwas schlechter drauf bin, haut es mich wieder volle Kanne um und das frustriert mich natürlich wieder.


Was mir etwas geholfen hat ist folgendes:

Lernen den Druck auszuhalten. Wenn ich zu Hause bin und den Drang verspüre auf Toilette zu müssen dann halte ich es so lange aus, bis es wirklich überhaupt nicht mehr geht. Auch wenn ich dabei im Zimmer auf und ab laufen muss und tief durchatmen muss. Dann setz ich mich wieder hin und es geht wieder 5 Minuten. Damit lerne ich, das ich meinem Körper nicht komplett ausgeliefert bin, sondern auch wenn ich wirklich super dringend muss es zurückhalten kann.

Anonsten hab ich die blöder Angewohnheit, wenn ich wieder Panik bekomme, mir ständig in den Schritt zu fassen. Dann geht es auch aber sieht natürlich sehr sehr bescheuert aus und geht in der Regel nicht. Ansonsten Herzrasen, Schweißausbrücke und zappeln.


So viel erstmal zu mir.

Ich bin zuversichtlich das wir es schaffen können! Wir müssen uns nur immer wieder in die Paniksituationen begeben. Ich denke die beste Form das Problem zu lösen ist eine Verhaltenstherapie und sich der Angst zu stellen. Schritt für Schritt. Vielleicht 10 Stufen aufschreiben die einem Angst machen. Die 1 macht mir ein wenig Angst und die 10 ist (vermeintlich) unerträglich. Dann anfangen sich von der 1 bis zur 10 hochzuarbeiten. Dabei an die Situationen denken in denen man mal kein Problem hatte und wie gut es sich angefühlt hat. (Persönlich habe ich immer ein enormes Glücksgefühl wenn mir im nachhinein auffällt das ich in einer bestimmten Situation keine Angst hatte).

Liebe Grüße an alle Leidensgenossen.

PS: Ich habe sehr großen Respekt vor euch, das ihr mit dem Problem offen umgeht. Ich habe noch nie mit irgendjemanden darüber gesprochen. Nicht mal mit meinem besten Freund und den habe ich wegen einer Manie schon 2 mal in der geschlossenen Besuchen müssen über mehrere Monate...

PS2: Ich denke es gibt viele die das Problem haben, ist mir in der Uni aufgefallen. Wir sitzen teilweise mit 500-1500 Leuten im Hörsaal und da ist mir schon öfter aufgefallen das manche die gleichen Symptome aufweisen wie hier beschrieben.

24.02.2012 10:47 • #206


Zum Beitrag im Thema ↓


Y
Hallo,
ich leide ebenfalls unter diesem Problem, es ist mittlerweile einfach nur noch lästig für mich!
Bei mir ist es besonders abends sehr schlimm, wenn ich schlafen gehen möchte muss ich vorher noch 4-5 Mal zur Toilette, aus Angst meine Blase würde zu schnell voll werden, leider habe ich auch sehr häufig das Gefühl dauernd zur Toilette zu müssen.
Auch in der Öffentlichkeit (im Auto, Bus etc.) habe ich das Problem!

Ich weiß leider noch keine gute Lösung für dieses Problem, habe es aber mal versucht mich davon abzulenken, sobald ich merke das ich 'dringend muss' denke ich an etwas völlig anderes - einige Male hat es schon geholfen, leider aber nicht immer.
Ich bin sowieso eine Person die sehr viel am Tag trinkt (manchmal sogar 4 L) aber ich weiß nun das es damit nicht zusammenhängen kann.

Hast du es schon mal mit Ablenkung versucht, sei es sich auf ein bestimmtes Thema zu konzentrieren?
Ich wünschte ich würde mehr wissen was helfen könnte


glg,
Nicole

#2


M
Hallo, das ist zumindest mal schön, daß Du geantwortet hast- dachte schon, hier bin ich die einzige
Also, zu Hause habe ich gar kein Problem damit, egal, wie viel ich getrunken habe- bei mir setzt dieses Gefühl der Panik, zur Toilette zu müssen, erst ein, wenn ich das Haus verlasse, und eben obwohl es gar nicht nötig wäre.
Es hat ja- also bei mir!- nix mit der Blase als solches zu tun, sondern es ist die Umsetzung des Körpers, mit dem Thema "Druck loslassen" umzugehen.
Ich versuche meditatives Atmen oder auch Konzentration auf andere Themen oder Reiki, manchmal hilft es, manchmal nicht.
Ich weiß, daß es bei mir aufgetreten ist, weil ich total unter Druck stand durch einen Menschen, der mich ununterbrochen kritisiert hat, so daß ich- die eh Angst vor Ablehnung hat -gar nicht mehr wußte, was ich tun und lassen sollte.
Doch jetzt treffe ich diesen Menschen nicht mehr, und diese Panikstörung ist mir geblieben, obwohl ich diesen Druck, alles richtig machen zu wollen, gar nicht mehr habe.
Und sonderbarer Weise tritt es bei ganz harmlosen Unternehmungen auf- z.B. beim EInkaufen, was ja nun nicht so mörder aufregend ist ...

#3


S
Hey du,

ich hatte/bzw. habe das Problem auch, besonders vor dem schlafen gehen, und wenn ich weiß am nächsten Tag steht was an, vor dem ich mich fürchte.

Obwohl dieses Problem psychisch bedingt ist, kann es trotzdem sein, dass auch die Blase nicht ganz richtig funktioniert z.b. gereitzt ist, wenn man z.B. ein bestimmtes Wasser nicht verträgt oder ähnliches. Und wenn die Blase einmal erst gereitzt war, auch wenn die Fase wieder vorbei ist war tritt die Angst auch auf das man öfters auf dei Toilette müsse, weil dies ja auch schon mal passiert ist.

Ich habe es obwohl es psychisch war mit Granufink probiert und es wurde viel besser, vill. war es einfach nur auch der Glaube daran, "du nimmst das jetzt muss es besser werden mit dem harndrang". Ein Versuch wäre es doch auch wert oder? Ist ja sowieso pflanzlich..

LG

#4


M
Hallo,
das ist nett gemeint, aber was Du beschreibst (und auch Deine Vorschreiberin) trifft nicht meine Situation.
Das kennt ja jeder Mensch, daß er z.B. vor Prüfungen öfter zur Toilette rennt oder wenn er z.B. spezielle Kräutertees getrunken hat usw.
Mein Problem ist aber NICHT, daß ich tatsächlich öfters auf Toilette gehen müßte, weil die Blase schneller arbeitet oder voll wäre, sondern ausschließlich DAS GEFÜHL, jetzt auf der Stelle zur Toilette zu müssen, obgleich die Blase meist noch völlig oder nahezu leer ist.
Es ist die Panik, daß keine Toilette in Reichweite ist, verbunden mit der Einbildung, sofort eine solche zu benötigen.
Da hilft leider kein Granufink, nachdem auch bei Antichollinergika- Einnahme (spezielle Medikamente für Reizblase uä.) sich nichts geändert hat- weil mit meiner Blase eben alles in Ordnung ist.
Das sieht man auch daran, daß zu Hause keinerlei Problem besteht.
Das Problem sitzt im Kopf, und es kommt aus der Psyche.
Du kannst ja auch einen Höhenphobiker nicht mit Traubenzucker versorgen und auf den Eifelturm jagen- das wird ihm kaum helfen...
Viele Grüße!

#5


S
okay schade hätte dir gerne geholfen..

Wünsche dir alles Gute! Vielleicht hat ja jemand noch nen hilfreichen Tip für dich

#6


M
Dankeschön für Deinen Versuch!

#7


K
Hallo liebe ,

Keine Sorge du bist nicht allein -mir gehts genauso! Ich werde zwar nicht glecih panisch aber ich muss zugeben es schrängt mich schon ziemlich ein ständig und überall Harndrang zu verspüren.....

Habe deshalb versucht einfach seltener auf Toilette zu gehen nur weil ich glaube zu müssen. Seitdem ist es etwas besser geworden.
Vielleicht hilft das auch dir.

LG Katja

#8


M
Hallo,
ohne Panik, also z.B. vor allem daheim, kein Problem, selten zu gehen- mit Panik unmöglich, da ja die Panik genau darauf zielt: einen auf Toilette zu jagen, weil der Körper sich einbildet, dadurch Druck loswerden zu können...
Wenn Du die Panik bei Deiner Form des Problems nicht hast, kannst Du das wahrscheinlich nicht nachvollziehen, was ich verstehe- aber es ist unmöglich, sich diesem Drang zu entziehen, wenn so ein Panikanfall kommt, und gelassen abzuwarten...
Du kämpfst voller abgrundtiefer Angst, jetzt gleich in die Hose pieseln zu müssen, bis Du es auf irgendeine Toilette geschafft hast, wo Du dann feststellst, daß Du ja gar nicht gehen mußtest...
Ich wandele halt immer auf dünnem Eis, auch wenn kein Panikanfall kommt, ist immer die berüchtigte "Angst vor der Angst" im Hinterkopf...
Viele Grüße

#9


L
Hi!
Mein Gott, bin ich froh, diesen Beitrag gefunden zu haben...ich glaube, ich weiß, wie es dir geht. Du musst eigentlich gar nicht, aber du bildest dir ein, dass du bald müssen könntest und damit fängt es an...sehe ich das richtig?

Grüße

#10


M
Hallo, Stranger !
Warum bist Du denn so froh, meinen Beitrag gefunden zu haben- geht es dir ähnlich?
Gruß

#11


A
Hallo,

auch mir geht es so.
Besonders beruflich belastet mich das sehr.
Obwohl ich weiß es ist "nur" psychisch" bedingt, muss ich trotzdem!! Ich war beim Urologen, habe alles abchecken lassen, es ist alles okay mit meiner Blase und dem Schließmuskel.
Ablenkung hilft nicht wirklich. Medikamente ebenso, nachts muss ich höchsten s einmal.........

Es sind ja nun schon einige, die sich hier gemeldet haben. Was macht ihr denn dagegen?

Gruß
allegra

#12


I
Hallo!

Das freut mich dass ich nicht die einzige bin
Wäre echt toll wenn ihr wisst wie/wo man Hilfe suchen könnte. Das macht mich wahnsinnig.

#13


M
Hallo!
Hast Du das Problem "nur" am Abend beim Zubettgehen oder auch tagsüber, wenn Du unterwegs bist, auf dem Weg irgendwohin oder sogar in der Arbeit?
Hast Du schon mal mit einem Therapeuthen darüber geredet?
Wenn Du es ausschließlich abends hast, bin ich mit meinen mir bisher erarbeiteten "Weisheiten" irritiert, denn wenn Du zu Bett gehst, bist Du ja eigentlich entspannt und mußt Dich nicht auf irgendwelche etwaigen (wenn auch nur eingebildeten)Druck- Situationen einstellen und den aufgebauten (und meist selbst erzeugten) Druck auf diese Weise wieder loswerden?
Außer, entschuldige, daß ich so deutlich meine Gedanken äussere, Du hättest evtl. in Deiner Kindheit schreckliche Dinge in den Nächten erleben müssen (Du schreibst, Du hast es, seit Du 5 oder 6 warst, das ist ja schon heftig früh)?
Dann wäre Angst vor der Nacht natürlich nur zu verständlich und nachvollziehbar.
Hast es schon mit irgendwelchen Medikamenten versucht, wenn ja mit was?
Viele Grüße

#14


I
Hallo Mahabharata!

Ich habe das Problem eindeutlich nur am Abend beim Zubettgehen. Es ist so, dass ich meistens nicht einschlafen kann, liege eine bis zwei Stunden im Bett und ... gehe aufs Klo. Mit einem richtigen Therapeuthen habe ich noch nicht gesprochen, nur mir einer Homöopathin, die mir auch was verschrieben hat und meinte dass es am Stress liegt. Ich weiß leider nicht mehr wie die Pillen heißen, haben aber nicht geholfen. Ich habe auch mit gut bekannten Schlafmitteln (z.B Wein ) probiert und wenn ich schneller einschlafe, stehe ich auch nicht so oft auf.

Na ja,ich glaube nicht dass Du mit deiner "Weisheiten" so falsch liegst, weil genau beim Zubettgehen mache ich mir am meisten Sorgen und plane den folgenden Tag...

Wenn Du das sagst kann ich mich sehr wohl an eine Periode in meiner Kindheit erinnern, in der ich besonders labil war. Ich hatte, besonders abends, Angst vor Räuber (bei uns wurde eingebrochen) und natürlich wollte ich nicht einschlafen, damit mich "die Räuber" nicht im Schlaf erwischen. Und genau um diese Zeit war ich nachts meistens alleine mit meiner alten Oma und da sie mich nicht beschützen konnte, hatte ich richtige Panikattacken.....Es kann gut sein, dass mein Harndrang damals angefangen hat. Weil so hatte ich die Möglichkeit noch mal aufzustehen und zu überprüfen ob alle Türen abgeschlossen sind und ob sich vielleicht einer im Garten versteckt...Oh mann, brauche ich einen Therapeuten?

Viele Grüße

#15


D
Ich hatte das Problem immer in der Schwangerschaft vorher nicht und nachher nicht.

Meine kleine Tochter hat das anscheinend von mir geerbt. Sie muß auch ständig wenn wir gerade im Auto sitzen. Ich habe Sie auch schon mehrfach untersuchen lassen und es war immer in Ordnung. Auch muss sie so häufig das mein Mann schon sauer ist weil sie immer auf ihren Sitz pinkelt wenn wir nicht schnell genug halten können. Meistens bekommt sie eine Windel an wenn wir weg fahren und da ist dann aber so gut wie nie was drin.

Die arme Maus ich dachte immer sie macht das mit absicht

#16


M
Hallo, Iditta!
Das könnte ich mir schon vorstellen, daß Deine Angst vor Räubern aus der Kindheit ursächlich beteiligt ist an Deiner Unruhe am Abend bis in die heutige Zeit- aber es ist gut, daß es nicht etwas viel Schrecklicheres war, wovor Du Angst haben mußtest!
Dennoch hilft Dir das natürlich in Deiner Situation auch nicht weiter, daß es "nur" die Angst vor Räubern war, die diesen Mechanismus in Gang gesetzt hat.
Ich habe mehrere Monate Insidon genommen, obgleich ich wirklich nicht begeistert von Medikamenten bin, aber es handelt sich dabei nicht um ein Psychopharmakum, ist auch kein Stimmungsaufheller oder so etwas, und es besteht auch keine Abhängigkeitsgefahr.
Es ist gegen Angstzustände, kannst ja mal googeln, vielleicht fragst auch mal Deinen Arzt danach, mir schien schon, daß es etwas lockerer gemacht hat.
Vielleicht versuchst es einfach mal zwei, drei Monate und guckst, ob es Dir was hilft.
Auch bei Deinen Sorgen und Planungen bezüglich des nächsten Tages könnte Dir das vielleicht helfen.
Wobei ich auch sagen muß, daß natürlich der Zeitpunkt des Zubettgehens denkbar schlecht ist für solche Überlegungen, das weißt Du bestimmt selber auch ...
Hast Du schon mal versucht, bewusst vor dem Zubettgehen abzuschalten und zur Ruhe zu kommen, ein bißchen meditieren oder einfach ruhige Entspannungsmusik hören?
So etwas würde ich Dir unbedingt auch empfehlen.
Wobei es aufgrund der langen Dauer Deiner Beschwerden- ich weiß ja nicht, wie alt Du bist, aber sicher ist der Ursprung Deiner Ängste ja mindestens 15-20 Jahre her- wahrscheinlich nicht schlecht wäre, wenn Du mal einen Therapeuthen versuchen würdest, denn es ist nach so langer Zeit bestimmt nicht einfach, das Problem alleine in den Griff zu kriegen.
Auf jeden Fall würde ich Dir raten, etwas zu unternehmen, denn offensichtlich ist ja irgendwas im Argen mit Deiner Seele, und wenn man die Signale nicht ernst nimmt, kommt man nicht weiter und womöglich werden die "Hilferufe" dann irgendwann noch drängender und es kommt vielleicht noch irgendein Symptom dazu, und dann wird es noch schwieriger, was dagegen zu unternehmen
Viele Grüße

#17

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M
Hallo, opelfahrerin!
Also, daß Deine Kleine von Dir geerbt hat, daß sie diese Probleme im Auto hat, denke ich nicht.
Daß Du das Problem in der Schwangerschaft hattest, ist so ungewöhnlich nicht, hört man auch öfters, denn das ist ja ein körperlich zu erklärender Vorgang (ich sag mal ganz unmedizinisch Das Baby drückt auf die Blase ).
Deine Tochter hat aber anscheinend ein psychisches Problem mit ihrer Blase, denn Du sagst ja auch, Du hättest sie schon mehrfach untersuchen lassen ohne Ergebnis.
Auf jeden Fall würde ich Dir dringend empfehlen, Deinen Mann zu überzeugen, nicht sauer zu reagieren, wenn ein Malheur passiert ist oder sie den dringenden Wunsch äussert, halten zu wollen- denn durch Schimpfen und Ärger vergrößert sich erst recht der Druck bei dem Kind, jetzt eben eigentlich "nicht zu dürfen", was den Harndrang erst recht nach sich zieht.
Redet gemeinsam mit Eurer Tochter über ihr Problem- totschweigen ist auf jeden Fall das Verkehrteste!- und vermittelt ihr, daß sie keine Angst haben muß, wenn sie muß oder was passiert.
Vielleicht hilft ja das schon mittelfristig, wenn Ihr dieses Verständnis eine Weile durchzieht.
Ansonsten würde ich, wenn es dann nicht in ein paar Monaten besser geworden ist, in Erwägung ziehen, einen Kinderpsychologen zur Rate zu ziehen.
Aber ich könnte mir gut vorstellen, daß sich das Problem erledigt, wenn das Kind spürt, daß es für Euch kein Problem mehr ist.
Viel Erfolg und alles Liebe für Eure Kleine!

#18


W
Also ich hatte das auch schon. Weiß aber, dass das echt nur eine Kopfsache ist, das man trainieren kann.
Bei mir war es immer so: Vor dem zu Bett gehen nochmal aufs Klo gegangen und dann lag ich eine knappe Minute im Bett und bin noch 2-3 mal aufgestanden um...naja... für gar nix eigentlich . Das hat bei mir irgendwann dazu geführt, dass ich mir nebens Bett einfach einen Nachttopf gestellt habe (nur für ein sicheres Gefühl). Und dann gings plötzlich besser.

#19


N
Hallo,
ich habe das selbe Problem.
Zum beispiel gestern ist es wieder aufgetreten. Ich bin das erste Mal seit langem wieder in einen Bus gestiegen. War vorher auf der Toilette, doch sobald der Bus losgefahren ist stieg in mir Panik auf und ich hatte (mal wieder) so einen sarken Harndrang dass ich dachte ich nässe mich jeden Moment ein. Als ich eine Haltestelle später den Bus verlassen habe war das Gefühl weg.
So, bei mir ist das auch psychisch, habe alles abchecken lessen.
Habe auch eine Theraoie gemacht, hat anfangs auch gut geklappt. Das problem war dann weg, ist jedoch ende letzen jahres wieder aufgetaucht. Seit dem verlasse ich das Haus nurnoch wenn ich muss.

#20


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Prof. Dr. Borwin Bandelow
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