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201719.06




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Hallo zusammen,

bin neu hier und derzeit in Behandlung zur SP (leide seit 20 Jahren drunter) und habe eine REHA verordnet bekommen, da
die Panikattacken bei mir ziemlich stark geworden sind.
Für die Leute aus der Region Niedersachsen: Was meint ihr, eher die Schön Klinik Bad Bramstedt
oder Bad Hersfeldt? Die letztere wurde mir von einer Bekannten empfohlen, die dort zur Behandlung
von Depressionen war. Bei beiden werden die Fachgebiete "soziale Angststörungen und Phobien" behandelt.

Danke euch im Voraus.
LG Manu

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  20.06.2017 12:59  
Manuel1985 hat geschrieben:
Hallo zusammen,

bin neu hier und derzeit in Behandlung zur SP (leide seit 20 Jahren drunter) und habe eine REHA verordnet bekommen, da
die Panikattacken bei mir ziemlich stark geworden sind.
Für die Leute aus der Region Niedersachsen: Was meint ihr, eher die Schön Klinik Bad Bramstedt
oder Bad Hersfeldt? Die letztere wurde mir von einer Bekannten empfohlen, die dort zur Behandlung
von Depressionen war. Bei beiden werden die Fachgebiete "soziale Angststörungen und Phobien" behandelt.

Danke euch im Voraus.
LG Manu


Hallo Manu,

ich habe auch eine Reha bewilligt bekommen. Komme auch aus Niedersachsen.
Habe mir da die Berolina Klinik in Löhne, bei Bad Oeynhausen ausgesucht, weil die mir sehr zugesagt hat.
Kannst ja mal gucken, was die Klinik so für einen Eindruck auf dich macht :)

LG
Muqq





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  21.06.2017 13:25  
Hallo Muqq,
danke erstmal für deine Empfehlung.
Habe mir mal zahlreiche Erfahrungsberichte zur Berolina-Klinik durchgelesen.
Für mich persönlich glaube ich nicht die richtige Einrichtung, da die soziale Phobie in Verbindung
mit Panikattacken ja sehr speziell ist.
So wie ich das gelesen habe, werden dort überwiegend Standard-Psychosomatische Beschwerden wie Depressionen
und Burn-Out therapiert.
Zitat von einer Bewertung:

"Erwartet nicht zuviel bei der Behandlung Eurer Erkankung. Angeboten wird letzlich ein Standardprogramm in das jeder reingepresst wird. In 3 bis 4 Einzelgesprächen passiert gar nichts. Die Basisgruppen sind meiner Meinung nach völlig sinnlos.

Da ich akut starke Beschwerden (auch Panikattacken) habe, werde ich wohl auf die Schön Klinik setzen, da dort von den Erfahrungsberichten her mehr Sozial Phobiker behandelt werden und es sogar wohl auch eine eigene Station für Sozial Phobiker geben soll. Nachteil ist hier halt, dass es Doppel - und Dreibettzimmer gibt.

Schwanke also noch zwischen Schön Kliniken und Bad Hersfeld Klinik am Hainberg.

Kann mir hierzu noch jemand Erfahrungen und Empfehlungen geben?

LG



39
Offenburg, Baden-Württemberg
17
  04.07.2017 23:51  
Eine soziale Phobie kann sich durchaus zu Panikattacken steigern, insbesondere wenn man sich zunehmend auf die körperlichen (Neben)Symptome und Ängste achtet. So selten wie du das meinst ist das sicherlich nicht.

Ich war im Schloss Waldleiningen in BW. Die war nicht zu groß mit 120 Betten, was ich sehr positiv erlebt habe.

Die Klinik ist eine psychosomatische, und je nachdem mit welchen Diagnosen/Problemen man anreist kommt man in verschiedene Gruppen - im Falle der sozialen Phobie, Panikattacken und anderen Angststörungen in eine Angsttherapiegruppe. Es wurden aber auch andere Dinge behandelt wie Depressionen, Traumata. Psychosomatisch heißt nicht dass dort keine SP/Panik behandelt wird.

Wie hilfreich die Einzelgespräche und Gruppentherapien sind hängt sehr stark von den Therapeuten ab.
In meinem Fall war der meiner Anreisegruppe zugeordnete Therapeut/Psychiater zunächst drei Wochen nicht da, so dass ich zwei andere als Vertretung hatte.

Die Vertretung in der Angstgruppe war sehr schlecht. Auch wenn man, und von Fall zu Fall unterschiedlich, auch dort noch etwas mitnehmen konnte - und hoffentlich nicht mit lauter geöffneten Paketen an Problemen herausgeht.

Der eigentliche Therapeut war dann das andere extrem. Sehr kompetent! Passender Umgang, Nachfragen, Diagnosen und Hilfestellungen.

Insofern kann man an einzelnen Erfahrungsberichten nicht unbedingt auf die Qualität der Klinik schließen.


Es freut mich, dass du nach 20 Jahren diesen Schritt gehst. Hast du bereits Behandlung? Mir hat die Reha definitiv aus einem Loch geholfen.

Auch wenn es mich (weit) vorab sehr belastet war dass ich in eine Reha gehen werde war die Anreise und das dort sein dann überhaupt nicht belastend.
Ich bin angereist mit der Erwartung, dass die Mitarbeiter ja dort sind um mir zu helfen und mich zu unterstützen, und die anderen Patienten ihre eigenen Probleme haben und diese anerkannt haben und versuchen zu bessern.
Die Reha ist ein super Ort um "sich neu zu erfinden", zu experimentieren. So viel Kontakt wie dort hatte ich in meinem ganzen Leben nicht.
Auch wenn ich keine (unbekannten) Gruppen von mir aus angesprochen habe habe ich einzelne Personen angesprochen, viele Kontakte geknüpft, und viele Unterhaltungen geführt.

Meine (Er)kenntnisse:

Bezüglich der Panikstörung:
In der Panik achtet man zunehmend auf die körperlichen Symptome, bis zur Angst du sterben.
Die Atmung wird flach/kurz und schnell, dadurch wird weniger Sauerstoff und Kohlendioxid ausgetauscht, man hat das Gefühl zu ersticken. Wichtig ist ruhig und tief zu atmen. Und sich auf den Atem zu konzentrieren.
Als Übung haben wir eine Hand auf die Brust und eine auf den Bauch gelegt, und dann (nur) in den Bauch geatmet. Durch die Nase ein, durch den Mund aus.
Diese Übung sollten die betreffenden Personen dreimal täglich üben, damit es in der Situation präsent und durchführbar ist.
Es wurde auch erläutert dass man an der Panik nicht sterben kann. Wenn man intensiv Sport treibt schlägt das Herz genau so schnell. Atmen tut man immer noch, wenn man ohnmächtig wird überlebt man auch. Die Angst manifestiert sich dort wo unklar ist was passieren kann - daher ist diese Erklärung und Erkenntnis wichtig. Neben der unangenehme Situation kann nichts nachhaltig negatives passieren.
Es gilt nur damit umzugehen und sich zu beruhigen, und durchzuhalten. Ich weiß nicht mehr genau ob Rückzug (etwa raus gehen aus dem Raum) ein probates Mittel ist, oder man in der Situation bleiben soll um auch zu erfahren dass nichts schlimmes passiert.
Wenn andere Personen es bemerken, was kann passieren? Nichts nachhaltig schlimmes. Am ehesten erfährt man noch Unterstützung, dass die Personen helfen möchten.
Und generell bei Angststörungen ist die Erfahrung wichtig, dass die Angst unbegründet ist. In der Situation zu bleiben bis die Angst nachlässt.

Bezüglich sozialer Phobie:
* Verhaltensexperimente; Leute ansprechen, Kontakte knüpfen, gerade in die Situationen gehen die einem Angst machen.
** Kognitionen (Gedanken, Überzeugungen, Einstellungen) überprüfen (unbegründete Ängste, "was kann schlimmstenfalls passieren"), korrigieren und übernehmen (vor allem vor und nach den Situationen)
** Erfahren Fehler und Abneigung auszuhalten, und auch einfach die Situationen
* körperliche Aktivität
* Entspannungsverfahren
* ggf. Medikamente (Antidepressiva) als Unterstützung

Ich wünsche dir viel Erfolg!





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  02.08.2017 22:29  
Vielen Dank für dein detailliiertes Feedback:)
Ich bin seit ca. einem Jahr in psychologischer Behandlung, nehme an wöchentlichen Entspannungsgruppen, psychologischen Gesprächen und einer Selbsthilfegruppe für die SP teil.
Die REHA beginnt voraussichtlich in ca. 3 Wochen.
Danach werde ich hier mal berichten.

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