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Hallo,

mein bester freund leidet unter sozialer phobie (dazu gleich folgendes: um mit ihm in kontakt zu kommen und ihn zu halten musste ich einiges anstellen). Er hat probleme, freunde zu finden weil er nach Außen oft ablehnend und uninteressiert wirkt aber eigentlich nur angst hat, den Ansprüchen anderer nicht zu genügen.

wir versuchen gerade gemeinsam ihn für andere Menschen, auch was körperliche Nähe usw angeht, zu desensibilisieren.
Dazu wollte ich mal wissen, ob hier vl Leute zu finden sind, die das bereits selbst durchgemacht und geschafft haben.. Es wäre sehr hilfreich mit menschen reden zu können, die darin schon mehr erfahrung haben..

es gibt ja diese ratgeber-bücher über soziale phobie und selbsthilfe aber die waren bis jetzt nicht wirklich hilfreich, weil sie entweder nur spezifische sachen (wie angst vor erröten, zittern usw, was nicht unbedingt das ist, was auf meinen freund zutrifft)ansprechen oder die Ansicht vertreten, man müsse halt ganz einfach die angst überwinden aber nicht WIE.

liebe grüße =)

30.08.2011 09:05 • 17.09.2011 #1


4 Antworten ↓


Huhu,

also ich arbeite auch mit diversen Selbsthilfebüchern und da sind auch viele Aufgaben drin. Das WICHTIGSTE ist dass dein Freund seine schlechte Meinung über sich radikal ändert. Ich arbeite bspw. derzeit mit verschiedensten Affirmationen, die ich mir täglich mind. 20 mal in Gedanken oder laut sage - das hat mir bisher am meisten geholfen um erstmal überhaupt von der Idee ich sei schlecht, minderwertig etc. wegzukommen. Zweiter Schritt ist, dass sich dein Freund dann Ziele setzt. Aber lieber klein anfangen. Ich hab mir zum Beispiel eine kleine Angsthierarchie aufgestellt ... je nachdem was dein Freund für Probleme hat braucht er andere Ziele. Ich kann nur sagen, dass das wichtigste wirklich ist, dass dein Freund sich als liebenswert betrachtet, denn dann hat er keine so großen Hemmungen mehr sich mit anderen zu unterhalten etc.
Ich kann euch das Buch "Nur Mut zum ersten Schritt" von Doris Wolf sehr empfehlen! Da sind viele Übungssituationen enthalten!

LG

30.08.2011 10:47 • #2



Soziale Phobie - Selbsthilfe?

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ich weiß jetzt nicht, ob diese technik auch bei sozialphobien funkioniert, oder ob "euch" sowas überhaupt möglich ist....

seit 2 tagen grüße ich ganz stumpf jeden, der mir beim spatzieren gehen über den weg läuft.
zu 90% bekomme ich ein freundliches "hallo" zurück, was wirklich krass ist.
leute die recht mies gelaunt ausschauen, richten ihren kopf zu dir rüber und es kommt wirklich was freundliches zurück, hätte ich vorher nicht gedacht.

ich könnte mir vorstellen, dass "euch" sowas viel schwerer fällt als mir, aber vll probiert ihr es erstmal so...
wartet bis sie weggucken, und nickt ihnen dann einfach nur zu - also... son lautloser gruß,
oder flüstert das "hallo", so dass sie es gar nicht hören.

klar ^^ ich komm mir dabei auch n bissl bescheuert vor, wenn einem wirklich viele menschen entgegenkommen, und man alle 20-40 sec "hallo" sagt, oder "guten tag", macht "man" ja in der heutigen gesellschaft eigentlich nicht.
aber naja, die positive resonz zeigt, dass viele sich drüber freuen, es zumindest nicht als lästig oder dergleichen empfinden.

da viele leute ein "ziel" haben, wenn sie sich von A nach B bewegen, und eventuell gestresst sind, und ihr deswegen noch mehr angst habt, diese leute "anzusprechen", versucht es zu anfang bei leuten mit hund.
die gehen "nur" gassi, haben also kein ziel, vielleicht machen sie es nichtmal gerne, und sind demnach viel öffner für ein freundlicher wort.

ich weiß, alles theorie, aber mir tut es gut.

cp

02.09.2011 11:01 • #3


Hallo,
mir geht es genauso wie deinem freund.
ich habe eine gesprächstherapie gemacht was schon etwas geholfen hat mit jemanden zu reden der im prinzip nichts mit einem zutun hat.
aber ich denke was mir am meisten geholfen hat war, dass meine freunde zu mir gestanden haben und mich auch mal "gezwungen" haben raus zu gehen und etwas zu unternehmen.

lass ihn nur nicht alleine stehen und haltet zu ihm auch wenn er keine lust hat was zu unternehmen oder auf leute zuzugehen , manchmal muss man leute zu seinen glück zwingen aber immer in nem gewissen rahmen nur nicht übertreiben.

vielleicht hilft es ihm ja auch wenn er selbst mit leuten schreibt denen es ähnlich geht wie ihm. ich stehe gern zur verfügung.

lg chris

15.09.2011 20:58 • #4


Hallo, Angehörige2,

gib ihm einfach das Gefühl, ein Mensch zu sein und zeig ihm die Welt.
Ich fühle mich auch nur bei Menschen wohl, wo ich sicher bin, die akzeptieren mich wie ich bin. Und da gehe ich automatisch mehr aus mir heraus und traue mir mehr zu. Und daraus kann mehr werden, sodaß man seine Ängste vergißt.
Leider habe ich derzeit niemanden, der mich begleitet.

Gruß,
Joachim

17.09.2011 14:56 • #5




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