Für mich war der Kurs damals kostenlos, den gab's in der Schule als freiwilliges Nachmittagsangebot für uns Schüler. Eigentlich sollte man dabei Mediation erlernen, Streit schlichten, oder Schüler im Bus und auf dem Schulweg zurecht weisen. Aber weil man dazu auch ein enormes Selbstwertgefühl braucht, haben wir wirklich an allen Ecken angesetzt und gearbeitet. Auch Selbstbehauptung im Gespräch und Vorträge vor Gruppen und eben ganz massiv das Selbstbewusstsein trainiert. (Braucht man auch Alles, wenn man sich trauen will, pöbelnde Kids vor Anderen zurecht zu weisen, die alle gern glotzen, aber selten eingreifen und sich im schlimmsten Fall auch noch über dich lustig machen, weil du so "uncool" bist.) Ich wollte damals eigentlich "bloß" lernen, Schwächeren zu helfen, wenn die gemobbt werden, aber am Ende hat es mir sehr viel mehr gebracht als nur das. Nämlich mehr Selbstvertrauen und die Fähigkeit, offnener auf Andere zuzugehen und vor Bewertungen keine Angst mehr zu haben.
Ich kram mal eben für dich den Ordner und das Zertifikat raus: Ein halbes Jahr hat's gedauert, und Inhalte waren: Gesprächstraining, Konfliktanalyse, Grundlagen der Kommunikation, Selbstbehauptung im Gespräch, Neutralität, Phasen des Vermittlungsgesprächs.
Ich hab gerade die HP des Seminarleiters von damals besucht, sein Seminar schien hierrauf zurück zu greifen:
http://www.cnvc.org/deHat auf den ersten Blick wenig mit Selbstbewusstsein zu tun.. aber er hat die Ausbildung doch auch sehr stark danach aufgebaut, uns den Rücken zu stärken und uns eine dicke Haut anzutrainieren.
Es gibt auch von diversen Fortbildungszentren Angebote, aber die sind kostenpflichtig. Allerdings bieten Unis und auch die Arbeitsagenturen der Region immer mal wieder Intensiv-Kurse an. Bei uns z.B. ganz praktisch gegen Burn-Out-Syndrom, oder auch gegen Angst vor Vorträgen oder Versagensängste. Jede Uni hat mehrere Psychologen, die diese Kurse in kleinen Gruppen zum intensiven Training anbieten. Ich war jedenfalls stets sehr froh, das Angebot wahr genommen zu haben, und war auch mal mit meinem Freund bei einem dieser Kurse im BIZ, den fand ich auch sehr gelungen. (Die im BIZ sind meist kostenlos oder kosten bloß sehr wenig. Die an der Uni waren bisher alle kostenlos.)
Auf folgender Seite gibt es auch tolle Artikel, finde ich.
Aber wenn du sagst: "Ich will die Therapie in der Klinik!" -dann lass dich von mir um Gottes Willen nicht davon abbringen. Dann mach einen Termin zur Vorstellung aus und rede über deine Probleme und die Möglichkeiten, sie in den Griff zu bekommen. Wie gesagt: Jeder geht damit anders um. Aber zweitgleisig zu fahren kann ja auch nicht schaden; wenn du dann studierst, solltest du auf alle Fälle mal die Angebote der dortigen Psychologen anschauen und sie ggf. auch wahr nehmen.
Wieso hat dir denn die vorherige Therapie eigentlich nicht viel geholfen? Wenn du das weißt, dann fällt es dir jetzt bestimmt leichter, eine passende Lösung für dein Problem zu finden.
Ich möcht übrigens später auch gern eine Therapeutische Weiterbildung machen Aber die kosten ja verflucht viel, also muss erst mal ein solides finanzielles Polster und berufliches Standbein her, ehe ich mich da verwirklichen kann. (Also Ausbildung+Praxis, denn das will ja Beides bezahlt werden; und für die Praxis muss man erst mal noch die Buchhaltung lernen..)
Wartest du derzeit auf deinen Studienplatz in Medizin und arbeitest deswegen vorübergehend in der Apotheke? Drei Freundinnen von mir warten auch schon seit letztem Mai auf ihren Studienplatz, und hoffen jetzt, dass sie im Sommer endlich rein dürfen. Die Warterei ist für alle sehr frustrierend. Aber die eine macht ne Ausbildung zum Sanitäter, die Andere ein FSJ, und die Dritte tanzt derweil im Staatstheater
Liebe Grüße,
Bianca