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filiaumbrae
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Hallo, bin bei der Suche im Internet auf dieses Buch gestoßen, es ist ein Ebook, also zum Herunterladen, wenn man den Betrag von 28 € bezahlt.

Kennt von euch jemand das Buch? Wenn ja, wie ist er damit zufrieden?

Danke euch schonmal

Die hier neu eingetroffene Filia

18.11.2009 #1


31 Antworten ↓
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winston
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Zitat von Christina:
Tiefenpsychologischen Verfahren hätte ich solchen Erfolg nicht attestiert. Und wiederum vermischst Du Psychologie mit Psychotherapie und dann noch mit Ratgeberbüchern. Das sind nicht nur Äpfel und Birnen, da sind auch noch ein paar Tomaten dabei...


Die Ratgeberbücher, die ich meine, sind von Psychologen.
Daß sich dazwischen noch jede Menge extremer Quacksalberei drängt ist umso bedauernswerter, weil der Laie ja nicht mal zwischen unbrauchbar und völlig unbrauchbar bis gefährlich unterscheiden kann.


Zitat von Christina:
Da wären die Rogers-Anhänger dankbar, wenn es so wäre, ebenso die NLPler, die MEGler, die Neuropsychologen u.v.a.m. Aber dass die so wenige Bereiche zur Zulassung ausreichen, finde ich auch nicht okay.


Ich sehe das aus 2 Blickwinkeln:
Erstens ist es zweifelsohne nicht so einfach, in der Psychologie oder in der Psychotherapie etwas nachzuweisen. Aber zweitens ist es nun mal m.M. nach für die Menschen am hilfreichsten, wenn sie es mit etwas zu tun haben, was eine fundierte Grundlage hat - GERADE, wenn sie psychisch im Ungleichgewicht sind.
Ich orte vor allem in der PT-Forschung aber einen massiven Widerstand gegen solche Bestrebungen, obwohl hier sicher einiges möglich wäre, vorausgesetzt, man WILL es und man fürchtet sich nicht vor dem Ergebnis.
Studien alleine sind zu wenig, denn auch eine Pharma-Firma kann Studien machen, die das aussagen, was die Firma gerne hören will. Da braucht es unabhängige Institutionen.

Zitat von Christina:
Der GEK-Report zieht allerdings Schlüsse, die nicht nachvollziehbar sind. Das Fazit, ambulante Psychotherapie wirke sich nicht nennenswert auf den Gesundheitszustand der Behandelten aus, steht im Widerspruch zu den von der GEK selbst erhobenen Daten. Untersucht hat die GEK zum einen, wie oft ambulante Psychotherapie in Anspruch genommen wird und wie sie sich auf die Häufigkeit von Arztbesuchen, Medikamentenverschreibungen und Krankenhausverweiltagen auswirkt. [...]
Der GEK ging es jedoch hauptsächlich um die Frage, ob sich Psychotherapie „positiv auf den Gesundheitszustand“ der Patienten auswirkt. [...]
Nicht untersucht wurde die Wirkung von Psychotherapie auf den psychischen Gesundheitszustand der Patienten – eigentlich die wichtigste Frage.


Zum Gesundheitszustand gehört aber nun auch der körperliche Teil, denn z.B. Angst ist auch etwas, was massive körperliche Auswirkungen hat. Genauso wie ich es falsch finde, nur Medikamente zu schlucken, so finde ich es auch falsch, Probleme nur auf die psychische Ebene zu reduzieren.

Zitat von Christina:
Dass man mit Statistik lügen kann, ist doch wohl nicht neu. Und ist es nicht ein Zirkelschluss, einer empirischen Wissenschaft eben wegen der Empirie die Wissenschaftlichkeit abzusprechen und dies mit empirischen Beweisen zu begründen?


Wegen der Empirie nicht, aber wegen der Ergebnisse, welche diese liefert. Die sind nämlich weder so eindeutig wie öffentlich dargestellt und vielfach besagen sie sogar das Gegenteil.

Zitat von Christina:
Das stimmt. Hat aber erstens mit Angststörungen nicht viel zu tun und geht zweitens auf die Missachtung des Grundsatzes "Therapiere nie einen Gesunden" zurück. Schließlich entwickelt nur ein Teil der Betroffenen eine PTBS, und das ist zum Zeitpunkt des Geschehens nicht absehbar.


Die Realität sieht so aus wie z.B. bei dem letzten Amoklauf.
Da gibt es Schulpsychologen, da gibt es Psychologen, die im Fernsehen reden (und sich gegenseitig widersprechen) und da gibt es Psychologen, welche den Opfern sagen, was gut für sie ist, egal, ob sie das wollen oder nicht (dazu gab es einen guten link, den ich adhoc nicht parat habe).
Die realen Probleme werden aber ignoriert - eher stellt man noch weitere 3 Psychologen in den Schulen ein, bevor man sich der Realität stellt.
Und das was hier im großen passiert, passiert in den PTs in kleinem Rahmen. Realitätsverweigerung und Illusion.

Zitat von Christina:
Sie gilt für Angststörungen und bedeutet, dass 80 - 90 % der mit kognitiver VT behandelten Betroffenen eine deutliche Besserung ihrer Beschwerden erfahren, die auch noch mindestens fünf Jahre nach der Behandlung anhält.


Nun, Studie hast Du dazu offenbar keine - schade.
"Angststörung" ist ja ein weitläufiger Begriff ...

Zitat von Christina:
Du hälst Internetforen für repräsentativ und "viele" für aussagekräftig? Wie war das nochmal mit der Empirie?


Natürlich ist das keine wissenschaftliche Abhandlung. Aber es wäre mal interessant, all diese Menschen in eine Studie einzubeziehen.
Ich habe viel Zeit in Foren verbracht und gerade was Angst betrifft gibt es m.M. nach kaum jemand, der noch gar nichts probiert hätte - oder mit anderen Worten: der Regelfall ist, daß die meisten einige Therapien hinter sich haben, die null positive Wirkung hatten.
Da muß die Frage legitim sein, wieso das so ist - und das muß eigentlich nicht ich als Klient hinterfragen, sondern jene Leute, die sich selbst als Experten titulieren und diesen Zustand aber ignorieren.

Zitat von Christina:
Vielleicht hattest Du grottenschlechte Therapeuten, jedenfalls zeigst Du hier, dass Du VT anders verstanden hast, als sie gedacht ist und von fähigen Therapeuten praktiziert wird. Es geht eben nicht darum, einfach nur rein in die Angst, was uns nicht umbringt, macht uns härter. Und es geht nicht ums Umprogrammieren, das machen die NLPler.


Und um was geht es dann, wenn ich fragen darf ?
Zunächst nur 2 Dinge: Erstens kam ich mit den Therapeuten menschlich ganz gut klar und therapeutisch bin ich der Meinung, daß ihnen ihre eigene Methode im Weg stand. Es war jedenfalls keiner dabei, der dazu fähig war auf Unwirksamkeit zu reflektieren außer ich selbst (und ich hätte wohl am wenigsten davon gehabt, das einfach mal so zu behaupten, um den Therapeuten zu ärgern). Höhepunkt war bei mir sicher, daß es mir am Ende der letzten Therapie schlecht wie nie ging und mir zu meinen Erfolgen gratuliert wurde.
Ähnlich gelagerte Fälle kenne ich dutzende. Deshalb auch meine Forderung nach Kontrolle. Es kann nämlich nicht sein, daß Leute jahrelang in Therapien festgehalten werden und Geld ausgegeben wird und sie sich nachher oftmals sogar schlechter fühlen als vorher.
Und zur Verhaltenstherapie:
Ich denke nicht, daß mir VT noch rgendetwas Produktives beibringen könnte, was ich nicht schon selbst zum Thema Angst wüßte oder den Zustand verbessern könnte. Vielmehr halte ich vieles sogar für kontraproduktiv.
Und wie gesagt: Ich bleibe dabei: Auch hier werden Dinge so dargestellt, daß sie unhaltbare Illusionen schaffen - als Beispiel nur die Lobhudelei auf Seiten wie diesen:
www.psychotherapie.de
Dem entgegen stehen Schaaren von Leuten, bei denen es nicht wirkt.
Würden die kolporierten Zahlen (80-90% Wirksamkeit) stimmen, dann wären sämtliche Angstforen nahezu menschenleer. Die Realität sieht aber leider anders aus - es gibt immer mehr Betroffene und immer mehr Betroffene, die immer länger keine Symptomverbesserung erfahren.
Selbst wenn man annimmt, daß alle therapieresistent sind, dann ensteht automatisch die Frage, wieso die Methode therapieresistente Klienten produziert. Bei einem unwirksamen Antibiotikum sage ich ja einem Patienten auch nicht, "nun sie sind selbst schuld, weil sie eine Resistenz haben", sondern ich gebe eben ein anderes.

Zitat von Christina:

Oh, das ist ein Missverständnis: von einem wissenschaftlichen Anspruch bin ich nicht ausgegangen. Das ist ja - neben der m.E. unseriösen Präsentation hier im Forum (sie war vor diesem Thread hier schon mal mit Werbung vertreten) - genau mein Kritikpunkt: Sie verallgemeinert von ihren ureigenen Erfahrungen und verbreitet ihre Wahrheit als die Wahrheit:


Das sehe ich ein wenig anders, da sie im Buch des öfteren darauf hinweist, daß sie eben nicht die Wahrheit für sich gepachtet hat.
Sie weist aber auf viele Dinge hin, die in Therapien - so muß ich aus eigener Erfahrung sagen - überhaupt keine Rolle spielen und macht auf Dinge aufmerksam, die viele Menschen gar nicht mehr wahrnehmen. Nicht mehr und nicht weniger.
Und dazu motiviert sie Leute noch zur Veränderung, daran kann ich nichts verwerfliches finden.
Für mich hat dieses (und auch andere Bücher) mehr brauchbares enthalten als jahrelange Psychotherapien, in denen wirklich nur heiße Luft geschwafelt wurde oder die Dinge künstlich verkompliziert wurden. Manchmal ist weniger einfach mehr.

Zitat von Christina:
Das ist leider wahr. Aber es mindert die Effektivität von VT nicht, wenn ein Verhaltenstherapeut statt VT EFT-Beklopfen oder NLP-Umprogrammieren anwendet...


Das wage ich ernsthaft zu bezweifeln und dafür nenne ich Dir auch konkrete Beispiele, weil ich selbst auch mit EFT in Berührung kam.
Heute muß ich sagen: EFT ist esoterischer Unsinn und das zeigt sich schon alleine daran, daß die Macher mittlerweile auch Dinge wie "Klopfen sie sich reich" anbietet. Da braucht es gar keine Studien mehr - sowas erklärt sich von selbst (leider werden die Leute mittlerweile im Vorabendprogramm mit dem Schwachsinn berieselt, so daß man meinen könnte, es würde sich um eine fundierte Methode handeln).
Zurück zum Beispiel (welches gar nicht so selten ist - muß ja nicht derselbe Therapeut sein):
Eine Frau mit Angst in Verhaltenstherapie stößt nebenbei auf EFT.
Sie stellt fest (wie übrigens viele, die EFT anwenden), daß die Angst nach EFT schlimmer wird und wundert sich, weil es ihr schon besser ging. Es wird ihr aber geraten weiterzumachen.
Warum ging es ihr schlechter ? Weil EFT nun mal null Wirkung hat und der einzige Effekt jener ist, daß sich die Leute mehrmals am Tag mit Angst beschäftigen und ständig "meine Angst, meine Angst" klopfen. Sich ständig auf Angst zu konzentrieren und sie dadurch zu beseitigen ist schlichtweg unmöglich.
Daß Meridiane nicht existent sind, brauche ich nicht extra zu erwähnen - EFT und Esoterik ist mit Wissenschaft sowieso auf Kriegsfuß und es gilt nur das, was den Machern in den Kram passt und ihnen möglichst viel Kohle einbringt. Die in der PT und der Esoterik oft strapazierte Aussage "was nichts nützt, kann nicht schaden" ist leider ein absoluter Irrtum. Schäden kommen nur deshalb kaum zu Sprache, weil sie offiziell nirgendes erfasst werden.

Zitat von Christina:
Ja, leider. Es gibt immer Therapeuten, die sich und ihre Methode überschätzen und glauben, die Wahrheit gepachtet zu haben. Und das finde ich verwerflicher als die Hybris einer Marion Bohn oder Lucinda Bassett oder Shirley Trickett oder wie sie alle heißen.


Das liegt nicht nur an den Therapeuten, sondern an den Schulen. Es ist ja signifikant, daß sich die Schulen gegenseitig anfeinden (z.B. Psychoanalyse vs. VT), weil natürlich jeder für sich recht haben muß. Allein diese Rechthaberei impliziert schon, daß unter dem Strich nichts vernünftiges dabei herauskommen kann, weil lernen tut man bekanntlich nur aus Fehlern und nicht aus Dogmen.
Ich sage ja: Das ist für mich Religion, nichts anderes. In die Kirche zu gehen hat den gleichen Effekt.
Und zu Marion: Also bitte ihr Buch ist dagegen harmlos. Und ehrlich gesagt finde ich die Aussagen von (Ex-)Betroffenen mittlerweile wesentlich vertrauenswürdiger als jene von Experten, weil die eine Angststörung oder ähnliches meist nicht selbst erlebt haben.

Zitat von Christina:
Das ist so pauschal schlicht nicht wahr. Wobei ein niedergelassener ambulanter Therapeut tatsächlich keinen Kontrollen mehr ausgesetzt ist, sofern er sich nicht selbst darum bemüht. Solche Therapeuten hatte ich auch schon - sehr zu meinem Schaden. Trotzdem würde ich mir aufgrund der Tatsache, dass es schlechte und schlampige Chirurgen gibt, den Blinddarm nicht ersatzweise vom Friseur rausnehmen lassen. Ich weiß, der Vergleich hinkt, aber die Schwächen des einen sind nunmal kein Beleg für die Stärken des anderen.


Du könntest Dir aber von jemand Tipps geben lassen, dem schon mal der Blinddarm entfernt wurde - so sehe zumindest ich Marions´s Buch.
Wo es in der PT Qualitätssicherung gibt, weiß ich allerdings immer noch nicht - bestenfalls in der Ausbildung - wobei es ja nutzlos ist, etwas upzudaten, was im prinzipiellen falsch ist (schließlich macht man auch keine SOPs für Kernfusionskraftwerke, solange Kernfusion nicht kontrolliert möglich ist)

Zitat von Christina:
Na, ein paar Neurologen arbeiten gerade daran, das adaptive Unbewusste experimentell nachzuweisen - sehr vielversprechend. Leider kann es in der Psychotherapie keine Belege geben, die doppelblinden Medikamententests entsprechen. Die Nachweislage ist schlecht und sogar schlechter als sie sein müsste. Das ist schade, aber kein Grund, ständig das Rad neu erfinden zu wollen. Nichts anderes tun die ehemals betroffenen Selbsthilfeautoren von Linden bis Bohn nämlich.


Bei Linden magst Du recht haben (kenne ich nur vom hören-sagen), bei Marion irrst Du, denn es ist nicht ihre Intention, das Rad neu zu erfinden.
Zudem ist es vielfach hilfreicher zu abstrahieren und nicht - wie die PT (spezielle die analytische) zu verkomplizieren. Wer hier alleine die eine oder andere Abhandlung liest, verstaucht sich das Gehirn.

Zitat von Christina:
Außer Bohn habe ich sie alle gelesen, und sie laufen alle auf eins hinaus: maßgeschneiderte, selbstgemachte kognitive VT nach der überaus trivialen Erkenntnis, dass nichts hilft, wenn man sich nicht selbst hilft.


Das mag stimmen - allerdings stellt sich die Frage: Wieso ist sie besser dazu in der Lage, auf entscheidende Punkte einzugehen als ein sogenannter Experte ?
Was macht den Experten zum Experten ? Daß er möglichst viele Fremdwörter verwendet oder in der Lage ist, Leuten weiterzuhelfen ?

Zitat von Christina:
Entspannungstechniken kann man bei aufkommender Angst anwenden, um evtl. die PA zu verhindern. Atemzüge zu zählen, ist keine Entspannungstechnik, sondern dient lediglich der Ablenkung, und das Aushalten von Angst muss und sollte keineswegs passiv erfolgen. Es gibt zu viele schlechte Therapeuten - unterstelle ich zu Frau Bohns Gunsten. Das verhilft ihr aber in meinen Augen auch nicht zu mehr Seriosität


Nun, auch hier bin ich Marions´s Meinung aufgrund meiner eigenen Erfahrung. Schon alleine aus dem Grund, weil es in einem extremen Panikzustand nahezu unmöglich ist, logisch zu denken. Was ja grundsätzlich auch einen Sinn hat, denn ein Hase, der einen Fuchs im Nacken hat, hat einfach keine Zeit, seine Gedanken zu sortieren, sondern muß in erster Linie auf deutsch gesagt einmal möglichst schnell abhauen, um zu überleben.
Ein Mensch in Panik ist physiologisch grundsätzlich in der gleichen Situation (auch wenn die Panik oft keinen nachvollziehbaren Auslöser hat).
Insofern halte ich von den ganzen Atemtechniken, Entspannungstechniken und Muskelrelaxation rein gar nichts. Vielfach wird die Selbstbeobachtung, die ohnehin schon groß ist, noch weiter verstärkt. Und mancher, der sich auf die Atmung konzentriert, hyperventiliert dann erst recht, WEIL er es tut.
Ich selbst tue mir da leichter, einfach zu versuchen, an gar nichts zu denken. Einfach ist natürlich relativ - für mich ist jedenfalls einfacher und effektiver als mir irgendetwas bestimmtes zu denken, was ohnehin null Effekt hat.
Ganz abgesehen davon hätte mir das bei meinen Autofahrängsten z.B. sowieso nichts gebracht, denn da kann man sich nicht mal kurz aus der Situation ausklinken, weil es eben ein Mindestmaß an Kontrolle erfordert.
Und wenn dann z.B. der Angstzustand so groß ist, wie wenn Du das Gefühl hast, daß Dir alle 2 Sekunden ein Kind vors Auto läuft, dann möchte ich sehen, wieviel Kopf hier jemand dafür hat, richtig zu atmen oder seine Gedanken zu kontrollieren.

Behandelt wird das übrigens in der VT von den Experten so:

http://www.ace-lenkrad.de/cps/rde/xchg/ ... _xHTML.htm

Herr Schneider trainiert schon 1 Jahr und die Ergebnisse sind geradezu überwältigend ...
(übrigens ähnelt meine und viele Geschichten jenen von Herrn Schneider, bloß, daß ich nie ein negatives Erlebnis beim Fahren hatte und es keine 15 jahre her ist, seit bestimmte Dinge nicht mehr funktionieren)

http://www.autofahren-ohne-angst.de/ (gegen dieses Buch ist jenes von Marion eine Diplomarbeit, der empfiehlt übrigens genau die von Dir beschriebene Atemtechnik ...)

Wieviel VT in diesem Fall nützt, kannst Du z.B. auch hier im entsprechenden thread nachlesen. Da kannst Du Dir dann ja selbst ein Bild darüber machen, ob die 80% bei einer Angststörung stimmig sind.

So nebenbei bemerkt: Ich bin hier nicht der Anwalt von Fr. Bohn - ich schreibe nur meine Meinung dazu. Mir hat 1h Lektüre sicher mehr gebracht als Jahre der Psychotherapie und wenn ich durch dieses Buch eines gelernt habe, dann, daß es DIE Lösung eben nicht gibt (und nicht etwa, daß sie mir diese geliefert hätte). In den PTs wurde mir genau das Gegenteil vermittelt, freilich ohne sie mir jemals zu präsentieren (was natürlich auch gar nicht möglich gewesen wäre)

06.07.2009 02:55 • #22


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"Ohne Angst leben" von Marion Bohn - kennt es jema

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Christina

Christina
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Zitat von winston:
Zitat von Christina:
Tiefenpsychologischen Verfahren hätte ich solchen Erfolg nicht attestiert. Und wiederum vermischst Du Psychologie mit Psychotherapie und dann noch mit Ratgeberbüchern. Das sind nicht nur Äpfel und Birnen, da sind auch noch ein paar Tomaten dabei...


Die Ratgeberbücher, die ich meine, sind von Psychologen.
Also nur Äpfel und Birnen. Es ist nun mal so: Ein Psychologe muss kein klinischer Psychologe sein. Er kann mal kurz im Grundstudium in Überblicksveranstaltungen was von psychischen Störungen gehört und sich dann auf ganz andere Bereiche spezialisiert haben. Der weiß über klinische Psychologie dann weniger als ein interessierter Laie. Das wiederum weiß der Laie nicht, der meist annimmt, dass ein Diplom-Psychologe sich selbstverständlich mit klinischer Psychologie auskennt. Und zu allem Übel macht die Verleihung des Diploms auch aus Psychologen keine besseren Menschen... Und der andere, normalere Fall: Ein Diplom-Psychologe, der sich tatsächlich auf klinische Psychologie spezialisiert hat, ist noch längst kein Psychotherapeut. Er sollte sich zwar mit der Diagnostik psychischer Störungen auskennen, ebenso mit den verschiedenen Therapiemethoden und Krankheitsmodellen - das ist aber alles überblicksmäßig, da das Studium sonst ein paar Jährchen länger dauern müsste. Bevor aus diesen klinischen Psychologen nun schulenblinde Psychotherapeuten werden können, müssen sie erstmal die mehrjährige (5-7) Psychotherapeutenausbildung machen. In dieser Zeit ist die Bezahlung lausig oder nicht vorhanden, gleichzeitig müssen Ausbildung und Selbsterfahrung finanziert werden. Von den Ausbildungsinstituten zugelassen werden muss man auch noch, und es gibt eine Niederlassungsordnung bzw. massive -beschränkung. Tja, da wird mancher lieber Heilpraktiker für Psychotherapie oder nennt sich gleich Tiefenpsychologe oder Psychoanalytiker - beide Begriffe sind nicht geschützt.

Zitat von winston:
Zitat von Christina:
Der GEK-Report zieht allerdings Schlüsse, die nicht nachvollziehbar sind. Das Fazit, ambulante Psychotherapie wirke sich nicht nennenswert auf den Gesundheitszustand der Behandelten aus, steht im Widerspruch zu den von der GEK selbst erhobenen Daten. Untersucht hat die GEK zum einen, wie oft ambulante Psychotherapie in Anspruch genommen wird und wie sie sich auf die Häufigkeit von Arztbesuchen, Medikamentenverschreibungen und Krankenhausverweiltagen auswirkt. [...]
Der GEK ging es jedoch hauptsächlich um die Frage, ob sich Psychotherapie „positiv auf den Gesundheitszustand“ der Patienten auswirkt. [...]
Nicht untersucht wurde die Wirkung von Psychotherapie auf den psychischen Gesundheitszustand der Patienten – eigentlich die wichtigste Frage.


Zum Gesundheitszustand gehört aber nun auch der körperliche Teil, denn z.B. Angst ist auch etwas, was massive körperliche Auswirkungen hat. Genauso wie ich es falsch finde, nur Medikamente zu schlucken, so finde ich es auch falsch, Probleme nur auf die psychische Ebene zu reduzieren.

Aus derselben Quelle:
Zitat:
Unabhängig davon zeigt aber die nähere Betrachtung der Ergebnisse deutliche positive Effekte auf die drei untersuchten Parameter. Zusammengefasst zeigt sich, dass sowohl Arztbesuche als auch Krankenhaustage und Medikamentenverordnungen direkt mit Beginn der Psychotherapie zurückgehen. Die GEK hat diese Effekte zwar untersucht, aber nicht positiv hervorgehoben. Nach allem zeigt sich, dass psychische Krankheiten sich offensichtlich circa ein Jahr vor Beginn der Psychotherapie krisenhaft entwickeln und innerhalb der ersten beiden Jahre einer Psychotherapie deutlich zurückgehen.


Zitat von winston:
Zitat von Christina:
Dass man mit Statistik lügen kann, ist doch wohl nicht neu. Und ist es nicht ein Zirkelschluss, einer empirischen Wissenschaft eben wegen der Empirie die Wissenschaftlichkeit abzusprechen und dies mit empirischen Beweisen zu begründen?


Wegen der Empirie nicht, aber wegen der Ergebnisse, welche diese liefert. Die sind nämlich weder so eindeutig wie öffentlich dargestellt und vielfach besagen sie sogar das Gegenteil.
Dann geht es aber um die Anwender, nicht um die Methode. BTW würde mich das eine oder andere konkrete Beispiel interessieren.

Zitat von winston:
Die Realität sieht so aus wie z.B. bei dem letzten Amoklauf.
Da gibt es Schulpsychologen, da gibt es Psychologen, die im Fernsehen reden (und sich gegenseitig widersprechen) und da gibt es Psychologen, welche den Opfern sagen, was gut für sie ist, egal, ob sie das wollen oder nicht (dazu gab es einen guten link, den ich adhoc nicht parat habe).
Die realen Probleme werden aber ignoriert - eher stellt man noch weitere 3 Psychologen in den Schulen ein, bevor man sich der Realität stellt.
Und das was hier im großen passiert, passiert in den PTs in kleinem Rahmen. Realitätsverweigerung und Illusion.
Schulpsychologen sind ein gutes Beispiel für nicht-klinische Psychologen, auch wenn sie die klinische Psychologie nicht gar so weiträumig umgehen können wie bspw. Betriebspsychologen.

Zitat von winston:
Nun, Studie hast Du dazu offenbar keine - schade.
"Angststörung" ist ja ein weitläufiger Begriff ...
Ich empfehle Dir "Psychotherapie der Angsterkrankungen" von Markus Bassler und Stefan Leidig. Bei Interesse kannst Du die dort aufgeführten Studien und Metastudien ja ansehen und ggf. nachrecherchieren. Die Erfolgsquoten schwanken natürlich, sie sind bei spezifischen Phobien mit 80 - 95 % am höchsten, was wohl nicht überrascht, für Panikstörung und Agoraphobie um die 80 % (S. 246ff.). Für die stationäre Therapie fanden Peikert et al ("Effektivität stationärer Verhaltenstherapie bei schwerer Panikstörung und Agoraphobie" in: Verhaltenstherapie 2004; 14:253-263) die genannten hohen Erfolgsquoten.

Zitat von winston:
Zitat von Christina:
Du hälst Internetforen für repräsentativ und "viele" für aussagekräftig? Wie war das nochmal mit der Empirie?


Natürlich ist das keine wissenschaftliche Abhandlung. Aber es wäre mal interessant, all diese Menschen in eine Studie einzubeziehen.
Ich habe viel Zeit in Foren verbracht und gerade was Angst betrifft gibt es m.M. nach kaum jemand, der noch gar nichts probiert hätte - oder mit anderen Worten: der Regelfall ist, daß die meisten einige Therapien hinter sich haben, die null positive Wirkung hatten.
Da muß die Frage legitim sein, wieso das so ist - und das muß eigentlich nicht ich als Klient hinterfragen, sondern jene Leute, die sich selbst als Experten titulieren und diesen Zustand aber ignorieren.
Nein, die Frage ist so nicht legitim, denn dass es sich hier um einen Zustand bzw. Regelfall handelt, ist in Abwesenheit einschlägiger Studien nur Spekulation oder gefühltes Wissen. Und allein hier im Forum fallen mir spontan einige ein, die sehr wohl von Psychotherapien profitiert haben, zum Teil – so weit man da sicher sein kann – bis zur vollständigen oder weitestgehenden Heilung: no fear, Zerberus (okay, schreibt sich anders, war zu faul es nachzusehen), Pilongo, panicchief, Michael/Saarland, marni, kaysmama, BrudaSven, Ella 222, Nieve oder meine Wenigkeit, um nur einige zu nennen. Gatyo wurde sogar ausschließlich durch die Lektüre von Doris Wolfs Ratgeber angstfrei.

Zitat von winston:
Zitat von Christina:
Vielleicht hattest Du grottenschlechte Therapeuten, jedenfalls zeigst Du hier, dass Du VT anders verstanden hast, als sie gedacht ist und von fähigen Therapeuten praktiziert wird. Es geht eben nicht darum, einfach nur rein in die Angst, was uns nicht umbringt, macht uns härter. Und es geht nicht ums Umprogrammieren, das machen die NLPler.


Und um was geht es dann, wenn ich fragen darf ?
Ich fasse mich kurz und in Stichworten, wenn Du es ausführlich möchtest, solltest Du Dir ein Therapiemanual zulegen: Vorbereitung der Exposition durch umfassende Information des Patienten, erarbeiten und einüben von Methoden, das unweigerlich kommende Angstplateau auszuhalten, ohne es unnötig zu verlängern. Ausschluss von Kontraindikationen! Wenn die Habituation trotzdem nicht gelingt, nicht einfach mehr von demselben, sondern überprüfen, ob kognitive Vermeidung vorliegt oder ob Krankheitsgewinne die Sache erschweren. Außerdem: nicht Konfrontation mit äußeren, sondern mit den inneren Reizen! Das ist leicht, wenn die identisch sind, aber wenn nicht, dann kann man Angstsituationen jahrelang trainieren und es nur schlimmer machen. Und selbstverständlich liegt die Entscheidung immer beim Patienten, es soll kein Druck ausgeübt werden. Die kognitive Umstrukturierung wird gerne als Umprogrammieren missverstanden. Es geht jedoch um eine Überprüfung von Einstellungen und Befürchtungen an der Realität, um den sog. rationalen inneren Dialog.

Zitat von winston:
Und wie gesagt: Ich bleibe dabei: Auch hier werden Dinge so dargestellt, daß sie unhaltbare Illusionen schaffen - als Beispiel nur die Lobhudelei auf Seiten wie diesen:
www.psychotherapie.de
Na, da hast Du aber eines der schwärzesten Schafe unter den Psychotherapeuten aufgetan! Die Seite ist eine verkappte Werbeseite des Psychotherapeuten Luchmann. Kassenzulassung hat er keine (mehr?), aber er ist tatsächlich Psychotherapeut und eine Schande für seinen Berufsstand. Ein Abzocker, der 250 Euro für kognitive VT mit ein bisschen Hypnose verlangt und tolle Versprechungen macht. Wenn Du Dich genauer mit der Seite beschäftigst, wird Dir auffallen, dass er versucht, alle anderen Methoden - auch solche, die mit seiner fast identisch sind - zu diskreditieren. Das Problem ist wieder einmal, dass der Laie natürlich nicht weiß, mit wem er es hier zu tun hat.

Zitat von winston:
Dem entgegen stehen Schaaren von Leuten, bei denen es nicht wirkt.
Würden die kolporierten Zahlen (80-90% Wirksamkeit) stimmen, dann wären sämtliche Angstforen nahezu menschenleer.
Wer sucht denn solche Foren auf? Doch nicht die, denen es gut geht. Wir haben hier keine Gruppe, die die Gesamtheit der Angstpatienten auch nur annähernd repräsentativ wiedergibt. Eher können wir damit rechnen, die Gesamtheit der internetnutzenden 10 - 20 % "Therapieversager" hier vorzufinden plus ein paar frisch betroffene Youngsters. Ca. jeder Zehnte ist von einer Angststörung betroffen, das sind Hunderttausende. Dieses Forum hier hat z.B. nicht mal 7000 registrierte Mitglieder, geschweige denn aktive. Was wir hier sehen, ist ein ganz spezieller Ausschnitt der Realität, nicht die Realität.

Zitat von winston:
Zitat von Christina:
Das ist leider wahr. Aber es mindert die Effektivität von VT nicht, wenn ein Verhaltenstherapeut statt VT EFT-Beklopfen oder NLP-Umprogrammieren anwendet...


Das wage ich ernsthaft zu bezweifeln und dafür nenne ich Dir auch konkrete Beispiele, weil ich selbst auch mit EFT in Berührung kam.
Heute muß ich sagen: EFT ist esoterischer Unsinn und das zeigt sich schon alleine daran, daß die Macher mittlerweile auch Dinge wie "Klopfen sie sich reich" anbietet. Da braucht es gar keine Studien mehr - sowas erklärt sich von selbst (leider werden die Leute mittlerweile im Vorabendprogramm mit dem Schwachsinn berieselt, so daß man meinen könnte, es würde sich um eine fundierte Methode handeln).
Zurück zum Beispiel (welches gar nicht so selten ist - muß ja nicht derselbe Therapeut sein):
Eine Frau mit Angst in Verhaltenstherapie stößt nebenbei auf EFT.
Sie stellt fest (wie übrigens viele, die EFT anwenden), daß die Angst nach EFT schlimmer wird und wundert sich, weil es ihr schon besser ging. Es wird ihr aber geraten weiterzumachen.
Warum ging es ihr schlechter ? Weil EFT nun mal null Wirkung hat und der einzige Effekt jener ist, daß sich die Leute mehrmals am Tag mit Angst beschäftigen und ständig "meine Angst, meine Angst" klopfen. Sich ständig auf Angst zu konzentrieren und sie dadurch zu beseitigen ist schlichtweg unmöglich.
Daß Meridiane nicht existent sind, brauche ich nicht extra zu erwähnen - EFT und Esoterik ist mit Wissenschaft sowieso auf Kriegsfuß und es gilt nur das, was den Machern in den Kram passt und ihnen möglichst viel Kohle einbringt. Die in der PT und der Esoterik oft strapazierte Aussage "was nichts nützt, kann nicht schaden" ist leider ein absoluter Irrtum. Schäden kommen nur deshalb kaum zu Sprache, weil sie offiziell nirgendes erfasst werden.
Oh, dass wir uns da nicht missverstehen: Ich halte rein gar nichts von EFT und stimme völlig mit Dir überein, dass solcher Unsinn auch Schaden anrichten kann. Ich meinte, dass es mit der VT als solcher nichts zu tun hat, wenn Leute, die eigentlich VT machen sollten, stattdessen etwas anderes anbieten. Für mich hätte sich ein Psychotherapeut, der mir mit EFT o.ä. kommt, sofort disqualifiziert und ich würde ihn wahrscheinlich bei der Psychotherapeutenkammer melden - selbst wenn nichts bei einer solchen Meldung rauskommt. Geht es dann noch um Kassenleistungen, ist es sowieso Betrug. Das hat mit den von Dir zu Recht beklagten fehlenden Kontrollen zu tun, nicht aber mit der Wirksamkeit von VT.

Zitat von winston:
Zitat von Christina:
Ja, leider. Es gibt immer Therapeuten, die sich und ihre Methode überschätzen und glauben, die Wahrheit gepachtet zu haben. Und das finde ich verwerflicher als die Hybris einer Marion Bohn oder Lucinda Bassett oder Shirley Trickett oder wie sie alle heißen.


Das liegt nicht nur an den Therapeuten, sondern an den Schulen. Es ist ja signifikant, daß sich die Schulen gegenseitig anfeinden (z.B. Psychoanalyse vs. VT), weil natürlich jeder für sich recht haben muß. Allein diese Rechthaberei impliziert schon, daß unter dem Strich nichts vernünftiges dabei herauskommen kann, weil lernen tut man bekanntlich nur aus Fehlern und nicht aus Dogmen.
Auch hier kommt es auf die Anwender und Vertreter der Schulen an. Viele sind schulenblind, andere nicht.

Zitat von winston:
Zitat von Christina:
Außer Bohn habe ich sie alle gelesen, und sie laufen alle auf eins hinaus: maßgeschneiderte, selbstgemachte kognitive VT nach der überaus trivialen Erkenntnis, dass nichts hilft, wenn man sich nicht selbst hilft.


Das mag stimmen - allerdings stellt sich die Frage: Wieso ist sie besser dazu in der Lage, auf entscheidende Punkte einzugehen als ein sogenannter Experte ?
Weil sie bei denjenigen Lesern, deren "entscheidende Punkte" einigermaßen mit ihren entscheidenden Punkten übereinstimmen, natürlich genau ins Schwarze trifft. Und sie bleibt konkret, leitet aus ihrem Einzelfall Empfehlungen ab, abstrahiert und aggregiert nicht. Dadurch fühlen sich einige optimal verstanden und angesprochen, andere - wie Keramikschnecke - eben nicht. Bücher von Experten basieren dagegen nicht auf Einzelfällen, sondern auf empirischen Ergebnissen (und sei es nur die Häufigkeit bestimmter Symptome), müssen daher zwangsläufig abstrahieren. Da kann sich das Gefühl "Ja, der schreibt genau von mir - als würde er mich kennen!" nicht einstellen.

Zitat von winston:
Was macht den Experten zum Experten ? Daß er möglichst viele Fremdwörter verwendet oder in der Lage ist, Leuten weiterzuhelfen ?
Dass er mehr über eine Sache weiß als der Durchschnitt.

Zitat von winston:
Insofern halte ich von den ganzen Atemtechniken, Entspannungstechniken und Muskelrelaxation rein gar nichts. Vielfach wird die Selbstbeobachtung, die ohnehin schon groß ist, noch weiter verstärkt. Und mancher, der sich auf die Atmung konzentriert, hyperventiliert dann erst recht, WEIL er es tut.
Darauf wollte ich eigentlich hinaus: Marion Bohn ist mit diesen Entspannungstechniken falsch beraten worden. In einer PA kann man die knicken, und es ist heute auch nicht mehr üblich, Patienten das so zu empfehlen. Nur ist das, was Frau Bohn damit als beispielhaft für die Untauglichkeit von Psychotherapie anführt, in dieser Form gar nicht Bestandteil einer vernünftigen Konfrontationstherapie. Daher schrieb ich von Missverständnissen...

Zitat von winston:
Herr Schneider trainiert schon 1 Jahr und die Ergebnisse sind geradezu überwältigend ...
Ja, wie ich schon schrieb, manche Diplom-Psychologen scheuen die lange Therapeutenausbildung und gehen nur mit Diplom als Heilpraktiker auf die Leute los. Der arme Mensch kann noch Jahrzehnte so fahren, ohne seine Angst vor einem solchen Kontrollverlust wie mit dem geplatzten Reifen jemals los zu werden. Diese Angst wird in dieser "Therapie" ja niemals angegangen, er wird lediglich dazu gebracht, sich dem Risiko immer wieder auszusetzen. Aber auch approbierte Verhaltenstherapeuten bauen Mist - leider sogar häufig. Meine Autobahnangst hätte sich ohne meine damalige Verhaltenstherapeutin wohl niemals entwickelt... Trotzdem ist es mehr ein Anwender- und/oder Systemproblem als ein Methodenproblem.

Liebe Grüße
Christina

06.07.2009 21:28 • #23


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M
Hallo Filia,
ich kenne das Buch von Marion Bohn und habe es selbst auch schon gelesen. Ich leide seit mehrern Jahren auch unter Angststörungen und durch dieses Buch wurde ich endlich wachgerüttelt, an mir und diesen Angststörungen zu arbeiten.
Mario Bohn erzählt ihre ganz persönliche Geschichte und mit welcher Hilfe sie es geschafft hat, die ANGST zu besiegen. Es spielt keine Rolle an welchen Angststörungen Du leidest. Dieses Buch gibt Dir die KRAFT und den MUT endlich der ANGST ins Auge zu sehen und sie zu bekämpfen. Endlich sich selbst mal genauer anzusehen und nachzudenken, warum man diese Angststörungen hat und sich dann mit kleinen Schritten auf den Weg zu einem angstfreien leben begibt.
Sie unterstützt einem durch ein 14-tägiges Online-Coaching mit Ratschlägen und Tipps. Auch anschließend wirst Du immer wieder Post von ihr bekommen, die Dir auf Deinem Weg helfen werden. Auch sonst beantwortet Sie Deine Emails auf Fragen die Du hast.
Seit ich dieses Buch gelesen habe, bin ich voller Kraft, Hoffnung und Mut endlich mein Leben in die Hand zu nehmen und mich gegen die Angst zu stellen. Du wirst sehen, auch Dir wird es hilfreich sein.
Ich kann nur jedem empfehlen, diese Buch zu lesen, denn das ist der erste Schritt zum Ziel. Es ist von einer ehemals Betroffenen, die genau versteht was es heisst ANGST zu haben und genau deshalb ist dieses Buch ein Schatz.
Falls Du noch Fragen hast, beantworte ich Sie Dir gerne, aber Du wirst es nicht bereuen, lächerliche 28€ zu investieren.

Alles Liebe,
Main Coon

#2


Christina
Hi Main Coon,

ich fänd's nett, wenn Du ein bisschen mehr erzählen würdest. Hat Deine nächste Panikattacke wirklich nur Sekunden gedauert, und danach hattest Du keine mehr? Was ist das Besondere an ihrer Methode - also wie funktioniert sie (in groben Zügen), außer dass sie anscheinend sehr motivierend wirkt?

Liebe Grüße
Christina

#3


N
ist schon seltsam, wenn zwei newbies hier ein buch promoten...
ich denke, dass ich keine urheberrechte verletze, die autorin hat es ja selbst ins netz gestellt. also schnell mal eben 28 eu gespart :

Viel Spaß nun beim Testen der Tipps:

Ganz wichtig und deshalb erwähne ich dies auch an erster Stelle, ist deine Grundkonstitution. Was genau meine ich damit?

Auf einem schlechten Fundament kann kein gutes Haus stehen. Gerade wir Betroffenen müssen darauf achten, uns körperlich fit zu halten und auf eine gesunde Lebensweise zu achten.
Warum?

Stell dir vor, du hast die Grippe mit allen Symptomen, wie Fieber, Schwindel und Übelkeit. Du fühlst dich matt, leer und hast das Gefühl alles um dich dreht sich. Für einen gesunden Menschen ist das eindeutig nicht weiter dramatisch, weil sie diese Symptome der Grippe zuordnen. Bei uns Betroffenen ist das anders. Ähnliche Symptome haben wir auch bei Panikattacken und Angstzustände. Man verlernt ja wirklich mit den Jahren zu unterscheiden, sind die Symptome, die ich gerade habe, eine Auswirkung einer harmlosen Grippe oder PANIK, sprich man interpretiert gleich eine schlimme Krankheit hinein.

Eine Grippe ist nun ein Beispiel, dass man noch nachvollziehen kann, aber wenn du dich z.B. ständig ungesund ernährst, wirst du unweigerlich auch körperliche Auswirkungen spüren, die du dann fälschlicherweise wieder mit dem Beginn einer Panikattacke interpretierst. Und schwupps sind wir wieder im Teufelskreis:"Gedanken-Panikattacke. Außerdem bist du viel leichter angreifbar. Deine Nerven sind ja eh schon ruiniert: Deshalb gehören die ersten Tipps für eine gute Konstitution für mich auch zu den Wichtigsten. Unterschätze nicht die Kraft, die du auch mental bekommst, wenn du deinen Körper trainierst und ihm guten Kraftstoff zuführst. Wie sagt man so schön bei alten Autos, die aufgemotzt werden: PIMP UP my car. Für dich heißt es ab heute: PIMP UP my body.
Also hier meine besten Tipps:

Jeden Tag 20 min. Sport.

Ein sehr wichtiger Tipp, den du auf jeden Fall beherzigen solltest. Es muss nicht gleich joggen oder sonstige anstrengenden Workouts sein. Darum geht es nicht. Ich habe zum Beispiel mit einem normalen Spaziergang täglich angefangen. Anfangs noch 10 mal um den Block, da ich mich viel weiter nicht von daheim weggetraut habe. Später wurde ich immer mutiger und mittlerweile mache ich täglich etwas Sport, mal gehe ich zügig laufen oder ich mache eine Radtour. Es ist völlig egal, was du tust, nur bewege dich. Werde aktiv. Du wirst dich wundern, wie fit und agil du dich nach ein paar Tagen fühlst und außerdem gehst du aus dem Haus und tust gleichzeitig etwas gegen deine Angst. Du löst damit innere Verspannungen, bist ruhiger und wirst stärker. Wichtig ist dabei, dass du an die frische Luft gehst und das du versuchst dich zu steigern. Mach dich fit für den Kampf gegen die Panik!


gute und ausgewogene Ernährung

Keine Angst ich bin kein Gesundheitsfanatiker. Aber es ist mittlerweile wissenschaftlich erwiesen, dass es einen Zusammenhang zwischen Ernährung und Panikattacken gibt. Manche Lebensmittelallergien zum Beispiel äußern sich in Form von Panikattacken. Dazu könnt ihr gerne mal im Internet recherchieren. Ich habe für mich nur gemerkt, dass gewisse Nahrungsmittel wie Ballaststoffe, Vollkorn und alle Vitamine der Gruppe B helfen, um das Nervenkostüm zu stärken und sich allgemein etwas belastbarer zu fühlen. Wenn ich morgens ein Müsli esse und einen Löffel Weizenkeime untermische, habe ich mich schon sehr gut mit allen notwendigen Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen versorgt, die der Körper benötigt, um mich mit Kraft und Energie zu versorgen. Und sind wir mal ehrlich, Kraft und Energie können wir doch alle gut gebrauchen, um gegen die Angst zu bestehen.


Mind. 2-3l täglich trinken

Am besten Wasser oder Fruchtsaftschorle. Das regt den gesamten Stoffwechsel an. Außerdem sind die Symptome einer geringen Flüssigkeitszufuhr zu vergleichen mit denen einer Panikattacke. Also nichts was wir gebrauchen können, stimmts?

Achte auf dein Äußeres

Den ganzen Tag nicht aus dem Haus zu können, ständig Ängste zu haben, all diese Dinge führen dazu, dass uns unser Aussehen nicht wirklich interessiert. "Sieht mich eh keiner, oder sogar: Kann ruhig jeder sehen, dass es mir nicht gut geht." Genau das ist aber falsch. Du siehst dich auch und denkst dann:" so wie ich aussehe, muss es mir richtig schlecht gehen". Mach dich morgens nett zurecht. Zieh dich richtig an (also kein Jogginganzug) und lächle dir zu, wenn du in den Spiegel schaust. Tricks dich selber aus. Um deiner Panik die Zähne zeigen zu können, musst du den Mund öffnen, am besten durch ein Lachen!

keine Medikamente

Solltest du bisher Medikamente genommen haben, so setze diese bitte nicht ohne Rücksprache mit deinem Arzt ab, da die Entzugserscheinungen auch Panikattacken auslösen können. Überlege gemeinsam mit deinem Arzt, wie man die Medikamente langsam absetzen kann.

Panikattacken und Angstzustände haben, wie wir ja wissen keinen körperlichen Ursprung. Auslöser sind meistens traumatische Erlebnisse in der Kindheit oder ein Todesfall oder sonstige Ereignisse, die in uns arbeiten, bzw. nicht verarbeitet wurden. Panikattacken zwingen dich dann irgendwann dazu, dich mit dem nicht verarbeiteten Teil in deinem Unterbewusstsein auseinander zu setzen. Wenn du allerdings Medikamente nimmst, setzt du dein Unterbewusstsein außer Gefecht. Somit kann die dringend benötigte Arbeit nicht getan werden und statt dich der Aufgabe zu stellen, ignorierst du sie! Im Grunde genommen tust du nichts anderes als dich in eine Art "Wachkoma" zu versetzen. Also stell dich deiner Aufgabe mit wachem Verstand, analysiere die Hintergründe und verdränge sie nicht. Mag sein, dass du dich nach Einnahme der Medikamente etwas besser fühlst, aber du machst keinen einzigen Schritt in eine angstfreie Zukunft. Das sollte dir klar sein!

Minimier deine Zeit im Internet auf ein Minimum

Wahrscheinlich mache ich mir mit diesem Tipp einige Feinde, aber ich bin trotzdem der Meinung, dass das Chatten in Foren mit anderen Betroffenen, dir nur eine Illusion vorgaukelt. Man vergisst mal kurzfristig seine Probleme, da man sich mit anderen Betroffenen austauschen kann. Erschreckend finde ich vor allem, wie unverantwortlich hier Tipps über Medikamente bzw. die Einnahme dieser gegeben wird. Sätze wie "ich nehme 2mg x. und dann noch 3mg x.. Hat mir geholfen. Solltest du mal ausprobieren" etc. machen mich echt sauer. Fakt ist, dass du die Verantwortung für dein Leben hast und das kein anderer Betroffener dein Leben lebt. Verständnis hilft vielleicht kurzfristig, aber sei ehrlich, bist du dadurch schon ein Stück näher in Richtung angstfreie Zukunft gekommen. Der einzige Weg raus aus der Angst ist "RAUS AUS DEM HAUS". Vor dem Computer lernst du nicht, dich mit Angst auseinanderzusetzen. Es ist das Gleiche, wie die Medikamente, du willst dich Ablenken, gibst dich der Illusion hin, dass du auch Kontakte nach außen hast und Einsamkeit nicht kennst. Ich habe wirklich Verständnis dafür, dass man sich mit anderen Betroffenen austauschen will. Ist auch okay, aber manche machen den ganzen Tag und teilweise auch nachts nichts anderes mehr. Nutze den Tag für deinen eigenen Kampf. Geh raus, stell dich der Angst, arbeite an dir. Mach etwas Sport, analysiere mit einem Psychologen die Hintergründe deiner Angst und geh sie aktiv an. Dann wirst du Erfolg haben und dann kannst du allen Anderen in den Foren auch wirklich, durch dein Mut und deine Tatkraft eine Motivation sein. Jeder muss seinen Kampf alleine kämpfen, da wir alle unterschiedliche Gegner haben.

Ziele setzen

Wie sieht deine Zukunft aus? Hast du noch Ziele, die du erreichen möchtest? Du weißt ja, wenn man das Ziel nicht kennt, findet man auch nicht den Weg. Seltsamerweise haben ganz wenig Menschen echte Ziele vor Augen, die sie auch konkret benennen können. Meistens schwimmt man so im Leben mit und lässt sich treiben. Damit gibt man aber die Verantwortung ab und wird oft, wie ein Stück Treibgut irgendwo angespült, wo man eigentlich nicht hin wollte. Die meisten Menschen können sehr viel schneller benennen, wo sie nicht hin wollen, als ihre genauen Ziele. Setz dich hin und werde dir bewusst, wie ein Ziel aussehen könnte. Gute Techniken, wie man seine Ziele findet, gibst im Internet oder in meinem Buch. Danach ist es ganz wichtig, dass du dir auch einen genauen Zeitraum setzt, bis wann du das Ziel erreicht haben willst.

Solltest du immer eine gewisse Unzufriedenheit in dir spüren, dann ist genau dieser Tipp hier ganz wichtig für dich. Panikattacken sind auch oft eine Flucht, weil man Angst hat, seinen eigenen Weg zum Glück zu gehen. Deine Ziele können auch erstmal ganz klein sein, das spielt keine Rolle. Probiers aus, du wirst erstaunt sein, wie gut man sich fühlt, wenn man ein konkretes Ziel vor Augen hat, das man in einem gewissen Zeitraum erreichen will.

Aggressionen abbauen

Leider ist es in unserer Gesellschaft verpönt Aggressionen zu haben. Wir alle haben sie, aber als zivilisierter Mensch lernt man schon als Kind, diese zu unterdrücken. Ein Fehler! Alles im Leben besteht immer aus einem Pol und einem Gegenpol. Wichtig ist dabei die Balance zwischen beiden Polen zu halten. Natürlich rate ich hier niemand, auf jeden einzuschlagen, der ihn nervt. Aber du musst ein Ventil suchen, auch deine Aggressionen herauszulassen. Schrei so laut du kannst, ist eine Möglichkeit, die sich sehr gut alleine im Auto umsetzen lässt. Das kostet anfangs Überwindung, ist aber ein tolles Gefühl, wenn man es öfters macht. Eine weitere Möglichkeit ist das Einschlagen auf ein Kissen, das Bett oder sonstige weiche Gegenstände. Auch das ist anfangs gewöhnungsbedürftig, aber versuch es mal. Schlag ein paar Minuten so kräftig du, kannst jeden Tag mindestens einmal einfach auf das Kissen. Du wirst die innerliche Kraft fast sofort spüren. Die Befreiung von Wut, Zorn und Ärger ist teilweise so gut, dass man fast ein Glücksgefühl bekommt. Kleine Kinder haben oft solche Zornausbrüche, da sie noch nicht gelernt haben, Gefühle zu unterdrücken. Leider zerstören wir Erwachsene das von der Natur geforderte Recht auf Aggressionen. Ich habe meiner Tochter, z.B. schon als kleines Kind einen Mond aus Schaumstoff geschenkt und ihr beigebracht, wenn sie zornig ist (was sie ruhig sein darf, weil es natürlich ist)darauf einzuschlagen. Heute ist sie 15 Jahre alt und macht das immer noch. Sie ist so ein ausgeglichener und zufriedener Mensch. Sie hat keine pubertierenden Launen und strahlt wirklich eine innere Ruhe aus, wie ich sie bis heute noch nicht gefunden habe.

Keine Vermeidung von angstbesetzten Situationen

Ich glaube damit sage ich Dir nichts Neues! Aber das ist wirklich der allerwichtigste Tipp überhaupt. Je mehr du Situationen vermeidest, desto mehr Angst baust du auf. Probier es immer und immer wieder. Nimm es gelassen, wenn es mal nicht funktioniert, aber bleib dran. Wenn man am Boden liegt, hilft nur aufstehen, um weiterzukommen. Wenn du liegen bleibst, wird sich nichts ändern. Ich weiß man steigert sich, vor jeder neuen Situation schon gedanklich in die Angst hinein und meistens ist die Angst vor der Angst weit schlimmer. Aber glaub mir, es gibt keinen anderen Weg, als sich der Angst zu stellen, um jedes Mal wieder zu spüren, dass Angst nur ein Blender ist. Es passiert dir nichts. Irgendwann verliert sich die Angst. Nach 20 Jahren kann ich wirklich sagen, es gibt nur diesen Weg im Kampf gegen die Angst. ABER es gibt eine Waffe, die du auf deinem Weg mitnehmen kannst und das ist die Methode, die mir und auch schon vielen anderen gezeigt hat, dass wenn man den Mut hat, sich der Angst zu stellen, man mit meiner Methode locker überlegen ist. Die Angst verliert in Sekunden ihren Schrecken und du gehst gestärkt und selbstbewusst aus diesem Kampf hervor. Die ganze Methode, die Umsetzung und meine online Unterstützung für deinen Kampf findest du unter www.ohne-angst-leben.de

Gib deiner Angst ein Gesicht

Angst erscheint immer als etwas Unheimliches, Bedrohliches und irgendwas das im Dunkeln ist. Man weiß nicht wo sie herkommt und kann sie nicht sehen. Hol sie aus dem Dunkeln, indem du ihr einen Namen gibst. Vielleicht einen Namen einer Comicfigur oder ein Phantasiename. Wie du willst, aber indem du der Angst einen Namen gibst und eventuell dazu noch eine Gestalt vor Augen hast, verliert sie schon etwas von ihrem Schrecken. Aber das Beste daran ist, das du mit ihr reden kannst. Klingt vielleicht jetzt erstmal seltsam, aber man fühlt sich besser, wenn man vielleicht morgens schon sagen kann: "Na Speedy, auch schon wieder da. Kannst du nicht heute mal etwas ohne mich unternehmen?" Man nimmt der Angst ein Stück weit das Bedrohliche, indem man Sie teilweise auch ins Lächerliche zieht. Im Grunde genommen ist es ja auch so, als wenn da in einem drin, so ein kleines Männchen sitzt, das einem immer wieder Steine in den Weg legt. Also reden wir doch mit ihm. Vielleicht geht es dir irgendwann genau wie mir und du bemerkst, dass dieses kleine Männchen nicht dein Feind, sondern ein guter Freund ist, der dir ehrlich und schonungslos zeigt, dass du so nicht weitermachen kannst. Da du nicht zu hören willst, musst du es eben fühlen!

Ich wünsche dir bei deinem Kampf alle Kraft der Welt. Du besitzt die Waffe gegen deine Angst schon immer in dir. Du hast nur die Tür verschlossen und findest den Schlüssel nicht. Ich hab den Schlüssel gefunden, beim Aufsperren helfe ich dir gerne. Die Waffe benutzen kannst nur du allein. .

#4


Christina
Zitat von no fear:
ist schon seltsam, wenn zwei newbies hier ein buch promoten...
Sag mal, musst Du mir den Spaß verderben? Hättest sie wenigstens antworten lassen können...

#5


S
so was dachte ich mir schon, christina. das posting von main coon hat sich wirklich durch und durch nach werbe-texten angehört.

danke no fear, dass du das für uns herausgesucht hast. mal ehrlich, nichts, was uns gedanklich neu wäre oder umhauen würde.

#6


N
Zitat von Christina:
Sag mal, musst Du mir den Spaß verderben?


ich tu es nie wieder, grosses ehrenwort...

#7


J
hi,

ich empfehle dir das buch von Dr. Doris Wolf und Dr. Merkle "gefühle verstehen, probleme bewältigen" für nur 12,80 euro bei amazon

gruß jes_s

#8


F
huhu,

jaaa, ich bin neu hier, aber mein Interesse an dem Buch ist wirklich ernst gemeint. Also, wollte das klar stellen, dass meine Frage, ob jemand das Buch kenn, keine Werbestrategie ist. Was da main coon angeht, davon hab ich keine ahnung. Die Tipps die no fear gepostet hat, habe ich auch schon bekommen, per Mail und finde sie an sich recht nachvollziebar.

Ich hab das Problem mit der Angst noch seit 7 Jahren, hat bei mir mit 17 richtig angefangen (auch zuvor schon einige Male), bin damals sofort zur Psychologin, als ich mich nicht mehr in die Schule gewagt hatte. Diese hat mir in drei Sitzungen erklärt, was bei so einem Angstanfall passiert und wie es sich bis zur Panik steigern kann und was man auch dagegen tun kann. Von da an ging ich an sich relativ unbeschwert durchs Leben, Bus- und Zug/S-Bahnfahren war zwar nach wie vor eine Zitterpartie, hab mich dabei nie richtig wohl gefühlt, auch Kino, Konzerte, längere Veranstaltungen waren manchmal etwas schwierig und starteten mit einer kleinen Attacke, die aber nach einigen Sekunden wieder verschwand.

Nun hab ich vor einem halben Jahr mein Studium begonnen und in den letzten zwei - drei Monaten wurden diese Ängste immer wieder schlimmer und tauchten häufiger auf. Vor zwei Monaten bekam ich dann nach vielen Monaten eine Panikattacke in der S-Bahn und seitdem ging es stetig bergab. Ich fahre seitdem nicht mehr mit der S-Bahn, bin also sofort in das alte Vermeidungsverhalten verfallen, ein Versuch ein paar Tage später mit meinem Freund die Strecke zu fahren verlief zwar relativ gut, aber alleine trau ich mich nach wie vor nicht. So gings dann eben weiter, wenn ich zwingend an die FH musste (gerade sind Semesterferien), lieh ich mir von meinem Freund das Auto, meist fuhr auch eine Kommilitonin mit. Doch nach und nach wurde ich auch mit dem Autofahren immer unsicherer, fühlte mich an der FH nicht mehr wohl, war sehr unkonzentriert, ständig nervös etc.
Vor einem Monat bin ich dann das letzte Mal eine längere Strecke von 20 Minuten, auch über die Autobahn, gefahren. Seither versuche ich kleine Strecken in der Stadt, doch auch die kleinen Strecken mit 5-7 Minuten kosten mich wahnsinnig viel Überwindung, vor allem, wenn Ampeln auf der Strecke sind, an denen ich anhalten müsste. Der letzte Versuch war nun vor einer Woche, als Beifahrer zum Einkaufen bei Real. Ich bin zuletzt nur noch in die kleinen Supermärkte gegangen, da ich mich auch nicht in die großen reintraue, auch nicht in Einkaufszentren etc. Das Ende vom Lied war, dass ich wie wir dort ankamen und "nur" die Pfandflaschen abgeben wollte, ich mich schon total unwohl fühlte, mir natürlich wieder schlecht wurde und ich so schnell wie möglich nach Hause wollte. Seitdem sitze ich wieder zuhause und frage mich, wo mein Mut und meine Entschlossenheit geblieben ist.

Das also im "kurzen" zu mir. Natürlich macht man sich bei den Problemen Gedanken, wie man wieder rauskommt, bin zwar seit über zwei Monaten wieder in Therapie bei einem Psychologen, aber im Moment eher etwas enttäuscht (wohl auch von mir selbst). Darum hab ich mich auch im Internet immer wieder etwas schlauer gemacht und auch nach Büchern geschaut. Und da fiel mir das oben beschriebene eben auch ins Auge und ich wollt einfach mal wissen, ob es jemand kennt und es wirklich so toll ist, wie ich bisher in Feedbacks gelesen habe

So, nun habt ihr mich auch ein bisschen kennen gelernt

#9


S
hallo filiaumbrae

und gleichzeit herzlich willkommen in diesem forum.

ich würde dir gerne diese seite empfehlen:

https://www.psychic.de/panikattacken-behandlung.php

dort kannst du viele anhaltspunkte kostenlos einholen, und es werden dir auch ein paar wirklich nützliche und (im verhältnis zu obenerwähntem) günstige vorgeschlagen.

liebe grüsse

saorsa

#10


M
Hallo zusammen, da hier über mein Buch gesprochen wird, möchte ich ein paar Worte dazu sagen: Mein Name ist Marion Bohn. Ich litt 20 Jahre lang unter extremen Angststörungen. Heute bin ich angstfrei!

Wieviele Bücher von Psychologen und Experten gibt es auf dem Markt?
Unzählige und es werden immer mehr.
Komischerweise wird auch die Zahl der an Angsterkrankten immer höher!
Wieviel Bücher von Betroffenen kennt ihr, die es geschafft haben?
Die kann man glaub ich an einer Hand abzählen.

Warum ist das so?

Ich habe meine Geschichte für andere Betroffene nieder geschrieben. Anfangs war ich echt erstaunt, wieviel positives Feedback ich täglich von Lesern erhalten habe. Das hat mich dazu bewogen, mein ebook als Buch veröffentlichen zu lassen. Dieses Buch wurde von einer Psychologin lektoriert, die mich auch darin bestärkt hat, meine Geschichte anderen Betroffenen zugänglich zu machen, da ich sicher damit helfen könnte.

Sind wir doch mal ehrlich: Jeder der schon einige Jahre mit Angst zu tun hat, kennt doch alle Infos darüber. Man hat doch schon alles gelesen und trotzdem hat man Angstattacken??
Warum?
Weil man darauf wartet, dass jemand eine Pille erfindet, die uns die ANgst sofort nimmt, ohne dass wir aktiv etwas tun müssen.
DAS FUNKTIONIERT ABER NCHT!!

Ich erhalte täglich viele mails mit Schicksalen, die auch mich emotional belasten. Wenn man sieht wieviele Menschen da draußen täglich gegen Angst kämpfen, sich nicht mehr aus dem Haus trauen und leiden, dann motiviert mich das weiter gegen die ANgst zu kämpfen. Ich werde auch weiterhin nicht aufgeben, euch zu motivieren dran zu bleiben. Meine Methode hilft im Falle einer Panikattacke, aber das ändert nichts daran, dass man sich auch mit der Ursache befassen muss. Deshalb ist für mich nicht nach dem Kauf meines Buches Schluss. Ich unterstütze meine Leser auch noch 3 WOchen lang täglich und dann sporadisch mit weiteren Tipps und Hilfen. Die Tipps die hier veröffentlicht wurden sind nur unterstützend gedacht. Wir alle wissen, dass man mit Sport, Ernährung oder positiven Affirmationen alleine nicht gesund wird. Es kann aber im Paket mit der Arbeit an der Ursache helfen.
Manche fragen sich vielleicht warum ich nicht in solchen Foren schreibe?
Ganz einfach, die Fragen meiner Leser sind teilweise sehr persönlich und manchmal erfahre ich Dinge, die die Betroffenen noch nicht mal ihrem Psychologen erzählen. Meine ANtworten sind auch sehr persönlich mit Dingen aus meinem Leben, die ich nicht jedem zugänglich machen will. Ich bin keine Tante-Marion-Ruprik, die pauschale Antworten gibt. Ich versuche jedem persönlich und individuell zu helfen.

Noch ein kurzes Wort zur Werbung: Ich schreibe NICHT unter falschen Namen meine eigene Werbung. Natürlich freue ich mich, wenn mein Buch weiterempfohlen wird, weil mir der Verkauf auch ermöglicht, weiterhin meine Zeit für andere Betroffene zu investieren.

ICH habe der Angst den Kampf angesagt und wenn es mir gelingt, dass EINER der Betroffenen keine 20 Jahre benötigt, wie ich, dann habe ich mehr geschafft, als all diejenigen die Dinge kritisieren, die sie nicht kennen.
Eure Gedanken lassen eine Panikattacke entstehen. Also könnt nur IHR etwas daran ändern.
Wer noch Fragen hat, kann sich gerne an mich wenden.

Liebe Grüße
Marion

#11


M
Hallo zusammen,

ich bin doch ziemlich schockiert wie es hier abgeht...sorry, aber das ist alles sehr oberflächlich.
Ich schreibe bestimmt keine Werbetexte für irgendwelche Bücher oder sowas...ich habe das Buch gelesen und mir hat es die Augen geöffnet.
Ich bin dran mein Leben zu veränderen und Mithilfe dieses Buches von Marion Bohn hab ich den ersten Schritt geschafft. Was ihr nun macht, ist mir egal. Ich habe eine Frage beantwortet, aber bei solchen Einträgen habe ich echt keine Lust mehr mitzudiskutieren.

Ich hoffe, ihr findet auch bald Euren Weg.

Main Coon

#12


N
der umgang mit diesem thema macht eben sehr sensibel; jedenfalls kenne ich ausser ma(r)i(o)n und main coon niemand sonst auf diesem board, der/die einzelne worte mit versalien hervorhebt. wird wohl zufall sein.....

persönlich habe ich eine abneigung gegen leute, die die floskel "sind wir doch mal ehrlich"benutzen - da funktionieren auf einmal die noch immer nicht weggemendelten vorsichtsmechanismen......

#13


Frank-007
no fear, ich stimme dir voll zu. Zufälle gibts, die gibts gar nicht.
Und jetzt sollten wir das Thema schön weiter nach unten durchrutschen lassen...

" Und Petrus schrieb den Irokesen,
Euch schreib ich nix- lernt erstmal lesen!"

Frank

#14


Christina
Zitat von Marion:
Wieviel Bücher von Betroffenen kennt ihr, die es geschafft haben?
Die kann man glaub ich an einer Hand abzählen.

Warum ist das so?
Für meinen Geschmack gibt's da immer noch zu viele - Bücher meine ich, nicht Menschen, die es geschafft haben. Einzelerfahrungen sind nun mal schlecht übertragbar, und die wenigsten Ex-Betroffenen verfügen über ausreichend psychologische und psychotherapeutische Kenntnisse, um auf der Basis ihrer Erfahrungen wenigstens ansatzweise sinnvoll verallgemeinern zu können. M.E. läuft es immer auf ein "Wenn ich es schaffe, schafft es jeder" hinaus...

Zitat von Marion:
Sind wir doch mal ehrlich: Jeder der schon einige Jahre mit Angst zu tun hat, kennt doch alle Infos darüber. Man hat doch schon alles gelesen und trotzdem hat man Angstattacken??
Warum?
Weil man darauf wartet, dass jemand eine Pille erfindet, die uns die ANgst sofort nimmt, ohne dass wir aktiv etwas tun müssen.
DAS FUNKTIONIERT ABER NCHT!!
Dann braucht's ja wohl nicht noch ein Buch, da hätte ein Plakat mit "Reißt Euch zusammen und kriegt endlich den A**** hoch!" völlig gereicht. Verbilligt und vereinfacht übrigens auch den Altruismus, der ja sicherlich hinter dem Kampf gegen die Angst steht - oder?

Zitat von Marion:
Manche fragen sich vielleicht warum ich nicht in solchen Foren schreibe?
Weil Du (hier) gelöscht wurdest, als Du für Dein Buch geworben hast... Ansonsten bestünde ja immer die Möglichkeit, vertrauliche Dinge per E-Mail oder Telefon zu klären. Aber in einem solchen Forum üblicherweise ehrenamtlich.

Liebe Grüße
Christina


P.S.:
Zitat von Marion:
Dieses Buch wurde von einer Psychologin lektoriert, die mich auch darin bestärkt hat, meine Geschichte anderen Betroffenen zugänglich zu machen, da ich sicher damit helfen könnte.
Schönen Gruß an die Psychologin: Der Fachbegriff lautet das Unbewusste, nicht Unterbewusstsein. Ferner gehen Panikstörungen statistisch selten auf Traumata zurück, und Medikamente wirken keineswegs in der von Dir beschriebenen Weise auf das Gehirn.

#15


W
Ich habe es zwar (noch) nicht geschafft, aber nach all den Erfahrungen, die ich selbst bisher gemacht habe, muß ich Marion vollinhaltlich zustimmen.
Marion schafft es einfach auf den Punkt zu bringen, was Psychologen oft in Jahren nicht schaffen - was noch den Nebeneffekt mit sich bringt, daß die Leute als psychische Wracks Therapien verlassen, weil krampfhaft nach etwas gesucht wird, was es nicht gibt und sie sich immer mehr in ihre Angst verirren, anstatt rauszufinden. Mir hat auch noch kein Therapeut erklären können, wie man Angst damit therapieren kann, indem man sich permanent und zwanghaft damit beschäftigt - nichts anderes IST nämlich Therapie, und gleichzeitig ist es eine der Ursachen der Angst. Anders gesagt: Man versucht Beschäftigung mit Angst durch Beschäftigung mit Angst zu beseitigen, was sich unter dem Strich irgendwie nicht ausgehen kann.

@Christina
Offensichtlich vertraust Du der Psychologie blind.
Dabei ist bis heute nicht einmal im Ansatz klar, wieviel Leuten die sogenannten Experten überhaupt geholfen haben - für die meisten Verfahren gibt es nicht einmal den Hauch eines wissenschaftlichen Nachweises.

Da ist die Frage von Marion mehr als legitim:
Tonnenweise werden Bücher veröffentlicht, die in meinen Augen nur den einzigen Sinn haben, daß der selbe Mist, der keinem hilft, immer wieder neu aufbereitet wird - schlicht und einfach, um damit Geld zu machen.
Es gibt immer mehr Bücher und gleichzeitig immer mehr "Angstkranke". Wäre in einem der Bücher auch nur der Ansatz einer Pauschallösung, die hier immer präsentiert und gesucht wird, dann wären alle längst angstfrei.
Hier im Forum gibt es praktisch keine Angst, die es nicht gibt und ich habe das Gefühl, hier werden Ängste nur gehegt und gepflegt, aber nicht beseitigt.

Da investiere ich ehrlich gesagt lieber blind 28 Euro in ein Buch, in dem mir EINMAL jemand die Wahrheit sagt - seitens der Psychologie gab es in meinem Fall nur jede Menge Blabla, jede Menge Versprechungen, jede Menge pseudowissenschaftlicher Quacksalberei, jede Menge Kosten und genau null Wirkung.
Allein zu meinen, daß eine 0815-Methode auf JEDEN Menschen anzuwenden ist, ist eine komplette Illusion - die aber von der Psychologie gerne so verkauft wird.

#16


Christina
Zitat von winston:
Ich habe es zwar (noch) nicht geschafft, aber nach all den Erfahrungen, die ich selbst bisher gemacht habe, muß ich Marion vollinhaltlich zustimmen.
Marion schafft es einfach auf den Punkt zu bringen, was Psychologen oft in Jahren nicht schaffen - was noch den Nebeneffekt mit sich bringt, daß die Leute als psychische Wracks Therapien verlassen, weil krampfhaft nach etwas gesucht wird, was es nicht gibt und sie sich immer mehr in ihre Angst verirren, anstatt rauszufinden. Mir hat auch noch kein Therapeut erklären können, wie man Angst damit therapieren kann, indem man sich permanent und zwanghaft damit beschäftigt - nichts anderes IST nämlich Therapie, und gleichzeitig ist es eine der Ursachen der Angst. Anders gesagt: Man versucht Beschäftigung mit Angst durch Beschäftigung mit Angst zu beseitigen, was sich unter dem Strich irgendwie nicht ausgehen kann.
Du weißt aber schon, dass es die Therapie nicht gibt, sondern unterschiedliche Verfahren, von denen zwei grundsätzliche Richtungen als wissenschaftlich legitimiert von den Krankenkassen finanziert werden? Und dass Psychologen nicht notwendigerweise Therapeuten und Psychotherapeuten nicht immer Psychologen sind?

Zitat von winston:
@Christina
Offensichtlich vertraust Du der Psychologie blind.
Psychologie ist eine empirische Wissenschaft. Da ist bllindes Vertrauen nicht nötig.

Zitat von winston:
Dabei ist bis heute nicht einmal im Ansatz klar, wieviel Leuten die sogenannten Experten überhaupt geholfen haben - für die meisten Verfahren gibt es nicht einmal den Hauch eines wissenschaftlichen Nachweises.
Die Erfolgsquoten von VT liegen z.B. weit über 80 %. Aber was sog. alternative Verfahren angeht oder Methoden wie die von Frau Bohn, da gebe ich Dir Recht: nicht der Hauch eines wissenschaftlichen Nachweises. Bei Interesse kannst Du ja beim Wissenschaftlichen Beirat Psychotherapie nachlesen, die sind für die Anerkennung von Psychotherapieverfahren zuständig.

Zitat von winston:
Allein zu meinen, daß eine 0815-Methode auf JEDEN Menschen anzuwenden ist, ist eine komplette Illusion - die aber von der Psychologie gerne so verkauft wird.
Ich habe den Eindruck, dass Du wenig von Psychologie oder von Psychotherapie weißt. Und BTW: Was ist das Buch von Frau Bohn denn anderes als die Illusion der todsicheren 08/15-Methode, die nun jedem helfen soll, der nur blind 28 Euro raustut?

Liebe Grüße
Christina

#17

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W
Zitat von Christina:
Du weißt aber schon, dass es die Therapie nicht gibt, sondern unterschiedliche Verfahren, von denen zwei grundsätzliche Richtungen als wissenschaftlich legitimiert von den Krankenkassen finanziert werden? Und dass Psychologen nicht notwendigerweise Therapeuten und Psychotherapeuten nicht immer Psychologen sind ?


Du weißt aber schon, daß genau DAS von der Psychologie/Psychotherapie vermittelt wird (Du tust es ja selbst weiter unten mit der Verhaltenstherapie), nämlich, daß es DIE Therapie gibt.
Dazu nehme ich alleine diverse Buchtitel her: "Erfolgsprogramm gegen Angst", "So werden sie ihre Angst los" etc. etc. - das impliziert natürlich alles überhaupt nicht, daß es DIE Lösung nicht gäbe.
Wissenschaftlich legitimiert ist in der Psychotherapie genau gar nichts - selbst der Psychotherapiebeirat ist im Vergleich zur Überprüfung von Arzneimitteln z.B. eine absolute Farce. Da wird so gut wie alles wissenschaftlich anerkannt, für das es auf deutsch gesagt irgendeinen Fetzen Papier existiert. Man ist ja förmlich für alles dankbar, was irgendwie nach Studie aussieht und drückt schon mal gerne 1,5 Augen zu, wenn sie methodisch mangelhaft sind. Studien gegen Placebo gibt es ja z.B. fast gar keine und die wären aber in Wahrheit unabdingbar.
Würde die KK z.B. eine fundierte Erfolgskontrolle machen, dann würde die PT genauso schnell verschwinden, wie sie erfunden wurde.

Hier mal ein Zitat aus dem Ärzteblatt von 07/2008:

Wie keine andere Berufsgruppe stehen Psychotherapeuten unter Beobachtung. Vor wenigen Monaten titelte die Gmünder Ersatzkasse, dass die ambulante Psychotherapie den Gesundheitszustand der Patienten nicht oder nur kaum verbessert. In Auftrag gegeben hatte die Kasse ein Gutachten beim Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitssystemforschung in Hannover.

Das Urteil der Gutachter war ernüchternd: "Nach den Auswertungen zeigen sich gegebenenfalls nur eher leichte und nicht durchgängig beobachtete Effekte auf die Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen." Dass dieses Gutachten unter dem Vorsitz von Professor Friedrich-W. Schwartz erarbeitet wurde, der noch im Jahr 2000 die Psychotherapie zusammen mit Lifestyle-Arzneien aus der GKV verbannen wollte, ist nur ein pikanter Nebeneffekt. Fakt ist, dass aufgrund der schwachen Datenlage die Therapeutenverbänden bislang nur aus der Defensive argumentieren konnten.


Zitat von Christina:
Psychologie ist eine empirische Wissenschaft. Da ist bllindes Vertrauen nicht nötig.


Psychologie ist eine Pseudowissenschaft. Zur Empirie würde ich Dir empfehlen, ein paar Bücher zu lesen, da würdest Du Dich wundern, was in der Psychologie alles als lege artis gilt, wofür empirisch oft sogar genau das Gegenteil bewiesen wurde. Das schlimme daran ist aber, daß Schaaren von Leuten damit in die Irre geführt werden, ihnen etwas ohne jede Grundlage eingeredet wird usw. usw.
Wenn ich alleine daran denke, welcher Unfug in der Traumabehandlung betrieben wird, wird mir schlecht. Es ist längst durch mehrere Studien belegt, daß für eine Vielzahl von Menschen Traumabehandlung kontraproduktiv ist. Schlag nach bei 09/11 - da haben alle erwartet, daß die Leute in Schaaren in eine Therapie pilgern werden und selbst als es im psychologisiertem Amerika aggressiv beworben wurde, ist kaum jemand hingegangen.
Es gibt Untersuchungen zu Flugzeugabstürzen, wo genau jene Menschen psychisch am wenigsten stabil waren, die in Folge eine PT machten usw. usw.
Man wird Menschen mit Sicherheit nicht helfen können, wenn man diese Fakten stur ignoriert und meint man könne jedem mit 0815-Methodik und pseudowissenschaftlichen, Theoriegebäuden weiterhelfen.

Zitat von Christina:
Die Erfolgsquoten von VT liegen z.B. weit über 80 %.


Super, das ist genau so eine Aussage, die wiederum durch genau gar nichts belegt ist. Für welche Indikation gilt diese Aussage überhaupt ? Und was heißt bitte "ca. 80%" genau ?
Also bitte fundierte Studien für diese Aussagen angeben, weil andernfalls ist es nämlich nichtssagendes blabla, welches in die Irre führt.
Faktum ist (und dazu braucht man doch bitte nur dieses oder ähnliche Foren studieren): VT ist bei vielen eben nicht wirksam. Vielfach ist sie für mich auch vom gesunden Menschenverstand völlig unschlüssig:
Streß beseitigen, indem man sich immer wieder Streß aussetzt (=Konfrontation) - das soll DEsensibilisieren ? Damit kann man vielleicht eine Spinnenphobie verbessern, aber sicher keine ausgewachsene Angststörung, wo ein Klient schon auf dem Zahnfleisch nagt, weil es sehr wohl auch schon ein körperliches Problem ist oder wird.
Gedanken logisch umprogrammieren, obwohl jedes Kind weiß, daß Angst eben nicht vom Verstand gesteuert wird, funktioniert auch ganz sicher, weil man sich ja auch logisch überlegt hat, daß man Angst bekommt.
Genauso (wie ich schon sagte) die zwanghafte Analyse der Angst, weil es ist ja nicht etwa so, daß die Klienten das nicht schon selbst bis zum Abwinken tun. Deshalb übt man das mindestens 1x pro Woche, schreibt Angsttagebücher und macht die Angst zum Zentrum des Lebens.
Ohne aber jemals die wahren Probleme im Leben anzugehen - und die lassen sich nicht mit 0815-Methodik beheben, das sind auch nicht nur 2 oder 3 und die kennt in Wahrheit auch nur jeder selbst, wenn er eine Sekunde ehrlich ist.

Zitat von Christina:
Aber was sog. alternative Verfahren angeht oder Methoden wie die von Frau Bohn, da gebe ich Dir Recht: nicht der Hauch eines wissenschaftlichen Nachweises. Bei Interesse kannst Du ja beim Wissenschaftlichen Beirat Psychotherapie nachlesen, die sind für die Anerkennung von Psychotherapieverfahren zuständig.


Hättest Du das Buch von Fr. Bohn gelesen, dann wüßtest Du, daß sie weder einen wissenschaftlichen Anspruch erhebt, noch für ein alternatives Verfahren wirbt - das ist wenigstens eine klare Aussage und nicht so eine Irreführung wie in der PT. Sie sagt einfach die Wahrheit und ist nicht auf irgendwelche pseudowirksame Methoden festgefahren. Sie beschreibt ihren Weg und sie sieht einiges viel gesamtheitlicher, was ich aus eigener Erfahrung auch wichtig finde. Und so ganz nebenbei rät sie auch niemand, eine Therapie abzubrechen und sie sagt auch niemand, ihr Buch als Evangelium statt einer Therapie anzuwenden.
Gut, daß Du den PT-Beirat erwähnst, der akzeptiert nämlich auch Studien, die mangelhaft sind und zudem überprüft auch kein Mensch, welche Methode ein Therapeut überhaupt anwendet. Was bringt mir also der PT-Beirat, wenn jeder im Nirvana herumtherapieren kann ? Therapien werden nicht kontrolliert, NWs nicht evaluiert (weil es ja eh keine geben kann, nicht wahr - im Zweifelsfall ist halt der Klient schuld).
Du kannst heute zu einem anerkanntem Systemtherapeuten gehen, der Dich ohne Probleme mit irgendeiner esoterischen Quacksalberei volllabert. Und es gibt auch genügend systemische Therapeuten, die mit dieser Methode Angst behandeln, obwohl dem PT-Beirat nicht eine einzige Studie hierzu vorgelegt wurde.
Desweiteren gibt es in der PT null Qualititätssicherung, null Qualitätskontrolle, null Therapeutenüberprüfung und null Erfolgskontrolle.
Das tolle Ergebnis von soviel "fundierter" Wissenschaftlichkeit kann man dann unter anderem hier im Forum "bewundern", wo sich schaarenweise Leute sammeln, die sich teils seit Jahren oder Jahrzehnten in Therapien herumtummeln und sich ganz offensichtlich im Kreis drehen oder gedreht werden.
Zwischen Esoterik und dem, was Du als wissenschaftlich fundierte Therapie bezeichnest, ist in meinen Augen vom Stand der Wissenschaft null Unterschied. Vielmehr ist es keine Wissenschaft, sondern eine Religion und an die kann man glauben oder eben auch nicht. Es wäre nur fein, wenn man nicht immer Gegenteiliges behaupten würde und so tun würde, als wäre alles wunderbar fundiert.
Gäbe es eine einzige Therapiemethode, für die es einen einzigen wissenschaftlichen fundierten Erfolgsnachweis gäbe (die Frage ist ja auch, ob es sowas überhaupt geben KANN), wäre ich der erste, der hingeht. Auf heiße Luft kann ich allerdings verzichten, da kann ich mir bei weitem selbst besser helfen.

Zitat von Christina:
Ich habe den Eindruck, dass Du wenig von Psychologie oder von Psychotherapie weißt. Und BTW: Was ist das Buch von Frau Bohn denn anderes als die Illusion der todsicheren 08/15-Methode, die nun jedem helfen soll, der nur blind 28 Euro raustut?


Zu Fr.Bohn: Wie gesagt, ich gebe lieber 28 Euro aus, damit mir einmal die Wahrheit gesagt wird, als jahrelang in eine Therapie zu gehen, die null Nutzen hat.
Nichts anderes tut sie - sie schreibt ausdrücklich, daß ihre "Methode" eine Hilfe ist, aber nicht DIE Lösung.
Ich habe ja schon mehrere Bücher von Ex-Betroffenen gelesen und die schreiben seltsamerweise alle daselbe: Jahrelange nutzlose Therapien durch die sogenannten Experten, jahrelanges Hoffnung machen durch scheinbare 0815-Lösungen, ehe sie dann auf ganz individuelle Weise ihren Weg fanden und beschwerdefrei wurden.
Und um DAS geht es: Den Leuten klar machen, daß es DIE Lösung eben NICHT gibt und es auch nichts bringt, stur auf irgendeiner Methode zu beharren, weil es angeblich 80% der Menschen hilft (dafür aber in Wahrheit ohnehin kein fundierter Beweis vorliegt).
Alleine dieses sture Beharren bei gleichzeitiger Unwirksamkeit ist einfach fatal.

Ich war zumindest mehrere Jahre in Therapie mit verschiedensten Ansätzen - insofern soll sich jeder selbst ein Bild darüber machen, wieviel ich davon weiß. Und ich habe mich aufgrund meines wissenschaftlichen Berufes auch dafür interessiert, wie wissenschaftlich Psychologie/Psychotherapie eigentlich betrieben wird, weil ich auch ein Interesse daran hatte zu erfahren, wieso es bei mir möglicherweise nicht gewirkt hat. Mit dem allgemeinen blabla der Therapeuten habe ich mich jedenfalls nicht zufrieden gegeben, die haben ja teilweise Realitätsverweigerung pur betrieben und waren unfähig wahrzunehmen, wie es dem Klienten eigentlich geht, obwohl man kein Geheimnis daraus gemacht hat.
Das Ergebnis ist erschreckend. Kurz zusammengefasst könnte man sagen: Man weiß nur, daß man in Wahrheit nichts weiß - vermittelt wird aber genau das Gegenteil, denn heute muß sich jeder ja quasi schon rechtfertigen, wenn er in keine Therapie pilgert, die pseudowissenschaftlichen Ratgeber wachsen wie Unkraut aus der Erde und wenn eine Katastrophe passiert, sind die Psychologen noch vor der Feuerwehr und der Rettung vor Ort, um den Leuten zu sagen, was gut oder schlecht für sie ist.

#18


K
Ich empfehle , sich die ACT Methode einmal genau anzusehen.
Ich habe das Buch von M.Bohn gelesen , incl Onlinecoatching und bin null überzeugt, im Gegenteil, ich fand es sogar " nicht gut".

Wen es interessiert:

http://209.85.135.132/search?q=cache:f9xqYpYJg4sJ:de.wikipedia.org/wiki/Akzeptanz-_und_Commitmenttherapie+Akzeptanz-+und+Commitmenttherapie&cd=1&hl=de&ct=clnk&gl=de&client=firefox-a

Nummer 11. "Das Leben annehmen"

Ich empfinde es als gute Möglichkeit, wenn Gesprächs- Verhaltens- Kognitive Verhaltenstherapie , Klinikbesuche ........und Medikamente erfolglos waren.

#19


Christina

Du weißt aber schon, dass es die Therapie nicht gibt, sondern unterschiedliche Verfahren, von denen zwei grundsätzliche Richtungen als wissenschaftlich legitimiert von den Krankenkassen finanziert werden? Und dass Psychologen nicht notwendigerweise Therapeuten und Psychotherapeuten nicht immer Psychologen sind ?


Du weißt aber schon, daß genau DAS von der Psychologie/Psychotherapie vermittelt wird (Du tust es ja selbst weiter unten mit der Verhaltenstherapie), nämlich, daß es DIE Therapie gibt.
Dazu nehme ich alleine diverse Buchtitel her: "Erfolgsprogramm gegen Angst", "So werden sie ihre Angst los" etc. etc. - das impliziert natürlich alles überhaupt nicht, daß es DIE Lösung nicht gäbe.Aus gutem Grund habe ich die VT ausdrücklich als beispielhaft genannt. Tiefenpsychologischen Verfahren hätte ich solchen Erfolg nicht attestiert. Und wiederum vermischst Du Psychologie mit Psychotherapie und dann noch mit Ratgeberbüchern. Das sind nicht nur Äpfel und Birnen, da sind auch noch ein paar Tomaten dabei...

Wissenschaftlich legitimiert ist in der Psychotherapie genau gar nichts - selbst der Psychotherapiebeirat ist im Vergleich zur Überprüfung von Arzneimitteln z.B. eine absolute Farce. Da wird so gut wie alles wissenschaftlich anerkannt, für das es auf deutsch gesagt irgendeinen Fetzen Papier existiert.Da wären die Rogers-Anhänger dankbar, wenn es so wäre, ebenso die NLPler, die MEGler, die Neuropsychologen u.v.a.m. Aber dass die so wenige Bereiche zur Zulassung ausreichen, finde ich auch nicht okay.

Hier mal ein Zitat aus dem Ärzteblatt von 07/2008:

Wie keine andere Berufsgruppe stehen Psychotherapeuten unter Beobachtung. Vor wenigen Monaten titelte die Gmünder Ersatzkasse, dass die ambulante Psychotherapie den Gesundheitszustand der Patienten nicht oder nur kaum verbessert. In Auftrag gegeben hatte die Kasse ein Gutachten beim Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitssystemforschung in Hannover.

Das Urteil der Gutachter war ernüchternd: "Nach den Auswertungen zeigen sich gegebenenfalls nur eher leichte und nicht durchgängig beobachtete Effekte auf die Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen." Dass dieses Gutachten unter dem Vorsitz von Professor Friedrich-W. Schwartz erarbeitet wurde, der noch im Jahr 2000 die Psychotherapie zusammen mit Lifestyle-Arzneien aus der GKV verbannen wollte, ist nur ein pikanter Nebeneffekt.

Der GEK-Report zieht allerdings Schlüsse, die nicht nachvollziehbar sind. Das Fazit, ambulante Psychotherapie wirke sich nicht nennenswert auf den Gesundheitszustand der Behandelten aus, steht im Widerspruch zu den von der GEK selbst erhobenen Daten. Untersucht hat die GEK zum einen, wie oft ambulante Psychotherapie in Anspruch genommen wird und wie sie sich auf die Häufigkeit von Arztbesuchen, Medikamentenverschreibungen und Krankenhausverweiltagen auswirkt.
Der GEK ging es jedoch hauptsächlich um die Frage, ob sich Psychotherapie „positiv auf den Gesundheitszustand“ der Patienten auswirkt.
Nicht untersucht wurde die Wirkung von Psychotherapie auf den psychischen Gesundheitszustand der Patienten – eigentlich die wichtigste Frage.
(Quelle)

Psychologie ist eine Pseudowissenschaft. Zur Empirie würde ich Dir empfehlen, ein paar Bücher zu lesen, da würdest Du Dich wundern, was in der Psychologie alles als lege artis gilt, wofür empirisch oft sogar genau das Gegenteil bewiesen wurde.Dass man mit Statistik lügen kann, ist doch wohl nicht neu. Und ist es nicht ein Zirkelschluss, einer empirischen Wissenschaft eben wegen der Empirie die Wissenschaftlichkeit abzusprechen und dies mit empirischen Beweisen zu begründen?

Wenn ich alleine daran denke, welcher Unfug in der Traumabehandlung betrieben wird, wird mir schlecht. Es ist längst durch mehrere Studien belegt, daß für eine Vielzahl von Menschen Traumabehandlung kontraproduktiv ist. Schlag nach bei 09/11 - da haben alle erwartet, daß die Leute in Schaaren in eine Therapie pilgern werden und selbst als es im psychologisiertem Amerika aggressiv beworben wurde, ist kaum jemand hingegangen.
Es gibt Untersuchungen zu Flugzeugabstürzen, wo genau jene Menschen psychisch am wenigsten stabil waren, die in Folge eine PT machten usw. usw.Das stimmt. Hat aber erstens mit Angststörungen nicht viel zu tun und geht zweitens auf die Missachtung des Grundsatzes "Therapiere nie einen Gesunden" zurück. Schließlich entwickelt nur ein Teil der Betroffenen eine PTBS, und das ist zum Zeitpunkt des Geschehens nicht absehbar.


Die Erfolgsquoten von VT liegen z.B. weit über 80 %.


Super, das ist genau so eine Aussage, die wiederum durch genau gar nichts belegt ist. Für welche Indikation gilt diese Aussage überhaupt ? Und was heißt bitte "ca. 80%" genau ?Sie gilt für Angststörungen und bedeutet, dass 80 - 90 % der mit kognitiver VT behandelten Betroffenen eine deutliche Besserung ihrer Beschwerden erfahren, die auch noch mindestens fünf Jahre nach der Behandlung anhält.
Faktum ist (und dazu braucht man doch bitte nur dieses oder ähnliche Foren studieren): VT ist bei vielen eben nicht wirksam.Du hälst Internetforen für repräsentativ und "viele" für aussagekräftig? Wie war das nochmal mit der Empirie?

Vielfach ist sie für mich auch vom gesunden Menschenverstand völlig unschlüssig:
Streß beseitigen, indem man sich immer wieder Streß aussetzt (=Konfrontation) - das soll DEsensibilisieren ? Damit kann man vielleicht eine Spinnenphobie verbessern, aber sicher keine ausgewachsene Angststörung, wo ein Klient schon auf dem Zahnfleisch nagt, weil es sehr wohl auch schon ein körperliches Problem ist oder wird.
Gedanken logisch umprogrammieren, obwohl jedes Kind weiß, daß Angst eben nicht vom Verstand gesteuert wird, funktioniert auch ganz sicher, weil man sich ja auch logisch überlegt hat, daß man Angst bekommt.Vielleicht hattest Du grottenschlechte Therapeuten, jedenfalls zeigst Du hier, dass Du VT anders verstanden hast, als sie gedacht ist und von fähigen Therapeuten praktiziert wird. Es geht eben nicht darum, einfach nur rein in die Angst, was uns nicht umbringt, macht uns härter. Und es geht nicht ums Umprogrammieren, das machen die NLPler.

Ohne aber jemals die wahren Probleme im Leben anzugehen - und die lassen sich nicht mit 0815-Methodik beheben, das sind auch nicht nur 2 oder 3 und die kennt in Wahrheit auch nur jeder selbst, wenn er eine Sekunde ehrlich ist.Natürlich ist das Bestandteil einer VT, das wäre übrigens auch Bestandteil einer bei Angststörungen eher nicht so nützlichen tiefenpsychologisch fundierten Therapie. Nur Bücher stoßen da naturgemäß an ihre Grenzen.


Aber was sog. alternative Verfahren angeht oder Methoden wie die von Frau Bohn, da gebe ich Dir Recht: nicht der Hauch eines wissenschaftlichen Nachweises. Bei Interesse kannst Du ja beim Wissenschaftlichen Beirat Psychotherapie nachlesen, die sind für die Anerkennung von Psychotherapieverfahren zuständig.


Hättest Du das Buch von Fr. Bohn gelesen, dann wüßtest Du, daß sie weder einen wissenschaftlichen Anspruch erhebt, noch für ein alternatives Verfahren wirbt - das ist wenigstens eine klare Aussage und nicht so eine Irreführung wie in der PT. Sie sagt einfach die Wahrheit und ist nicht auf irgendwelche pseudowirksame Methoden festgefahren.Oh, das ist ein Missverständnis: von einem wissenschaftlichen Anspruch bin ich nicht ausgegangen. Das ist ja - neben der m.E. unseriösen Präsentation hier im Forum (sie war vor diesem Thread hier schon mal mit Werbung vertreten) - genau mein Kritikpunkt: Sie verallgemeinert von ihren ureigenen Erfahrungen und verbreitet ihre Wahrheit als die Wahrheit:
ES GIBT NUR EINEN WEG AUS DER ANGST!
...
Diesen Weg möchte ich mit Ihnen gemeinsam gehen, da es eigentlich ganz einfach ist, wenn man weiß wie!
...
Den Erfolg spüren Sie sofort.
(Marion Bohn)Welcher verzweifelte Betroffene kann es sich da leisten, das Geld für das Buch nicht auszugeben?

Was bringt mir also der PT-Beirat, wenn jeder im Nirvana herumtherapieren kann ? Therapien werden nicht kontrolliert, NWs nicht evaluiert (weil es ja eh keine geben kann, nicht wahr - im Zweifelsfall ist halt der Klient schuld).Das ist leider wahr. Aber es mindert die Effektivität von VT nicht, wenn ein Verhaltenstherapeut statt VT EFT-Beklopfen oder NLP-Umprogrammieren anwendet und sich damit nebenbei auch noch des Betrugs schuldig macht. Und es steigert nicht die Übertragbarkeit von Einzelfällen auf die Gesamtheit.

Du kannst heute zu einem anerkanntem Systemtherapeuten gehen, der Dich ohne Probleme mit irgendeiner esoterischen Quacksalberei volllabert. Und es gibt auch genügend systemische Therapeuten, die mit dieser Methode Angst behandeln, obwohl dem PT-Beirat nicht eine einzige Studie hierzu vorgelegt wurde.Ja, leider. Es gibt immer Therapeuten, die sich und ihre Methode überschätzen und glauben, die Wahrheit gepachtet zu haben. Und das finde ich verwerflicher als die Hybris einer Marion Bohn oder Lucinda Bassett oder Shirley Trickett oder wie sie alle heißen.

Desweiteren gibt es in der PT null Qualititätssicherung, null Qualitätskontrolle, null Therapeutenüberprüfung und null Erfolgskontrolle.Das ist so pauschal schlicht nicht wahr. Wobei ein niedergelassener ambulanter Therapeut tatsächlich keinen Kontrollen mehr ausgesetzt ist, sofern er sich nicht selbst darum bemüht. Solche Therapeuten hatte ich auch schon - sehr zu meinem Schaden. Trotzdem würde ich mir aufgrund der Tatsache, dass es schlechte und schlampige Chirurgen gibt, den Blinddarm nicht ersatzweise vom Friseur rausnehmen lassen. Ich weiß, der Vergleich hinkt, aber die Schwächen des einen sind nunmal kein Beleg für die Stärken des anderen.

Zwischen Esoterik und dem, was Du als wissenschaftlich fundierte Therapie bezeichnest, ist in meinen Augen vom Stand der Wissenschaft null Unterschied. Vielmehr ist es keine Wissenschaft, sondern eine Religion und an die kann man glauben oder eben auch nicht. Es wäre nur fein, wenn man nicht immer Gegenteiliges behaupten würde und so tun würde, als wäre alles wunderbar fundiert.
Gäbe es eine einzige Therapiemethode, für die es einen einzigen wissenschaftlichen fundierten Erfolgsnachweis gäbe (die Frage ist ja auch, ob es sowas überhaupt geben KANN), wäre ich der erste, der hingeht.Na, ein paar Neurologen arbeiten gerade daran, das adaptive Unbewusste experimentell nachzuweisen - sehr vielversprechend. Leider kann es in der Psychotherapie keine Belege geben, die doppelblinden Medikamententests entsprechen. Die Nachweislage ist schlecht und sogar schlechter als sie sein müsste. Das ist schade, aber kein Grund, ständig das Rad neu erfinden zu wollen. Nichts anderes tun die ehemals betroffenen Selbsthilfeautoren von Linden bis Bohn nämlich. Außer Bohn habe ich sie alle gelesen, und sie laufen alle auf eins hinaus: maßgeschneiderte, selbstgemachte kognitive VT nach der überaus trivialen Erkenntnis, dass nichts hilft, wenn man sich nicht selbst hilft. Meist garniert mit den jeweiligen Therapiemissverständnissen oder erlittenen Therapeutenfehlern der Autoren. Bei Frau Bohn z.B. das hier:Nun, ich habe mich immer an die Anweisungen der Psychologen gehalten und Entspannungstechniken angewandt. Sie kennen das sicher auch, man hat eine heftige Panikattacke und möchte nur noch schreien und dann soll man seine Atemzüge zählen und passiv dabei zusehen, wie man immer schlimmer leidet.Entspannungstechniken kann man bei aufkommender Angst anwenden, um evtl. die PA zu verhindern. Atemzüge zu zählen, ist keine Entspannungstechnik, sondern dient lediglich der Ablenkung, und das Aushalten von Angst muss und sollte keineswegs passiv erfolgen. Es gibt zu viele schlechte Therapeuten - unterstelle ich zu Frau Bohns Gunsten. Das verhilft ihr aber in meinen Augen auch nicht zu mehr Seriosität (siehe oben).

Liebe Grüße
Christina

#20


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Dr. Hans Morschitzky
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