Hallo,

ich hab da irgendwie auch eine Art soziale Phobie...Ich weiß jetzt gar nicht so recht, wo ich anfangen soll. Ich dachte eigentlich, dass ich ''nur'' eine Agoraphobie hätte aber mir ist immer mehr bewusst geworden, dass es nicht die Angst vorm Umkippen an sich ist, sondern die Angst davor, dass es Aufmerksamkeit erregt!

Ich telefoniere nicht gerne und gehe auch nicht gerne weg (früher, vor meinen Panikattacken war das anders). Ich hab halt totale Angst mich irgendwo zu blamieren, weil ich ja nun noch diese blöden Panikattacken habe. Und deshalb lehne ich auch Einladungen oft ab und verkrieche mich zu Hause. Ich hab halt auch so riesige Angst vor Ablehung, oder dass ich jemanden nerven könnte. Und ich traue mich auch nicht, mich mal mit meiner Schwester zu verabreden, weil wir uns grad erst gefunden haben und ich Angst habe, dass sie mich doof findet, wenn wir uns sehen.

Eigentlich bin ich total umgänglich und man mag mich auch aber ich bring es einfach nicht fertig, raus zu gehen und mich mit meinen alten Freunden und Bekannten zu treffen. Wenn ich in der Berufsschule bin ist das alles kein Problem. Da kann ich auch gut auf andere leute zugehen und gehe auch nach der Schule noch ein Stück mit meinem Grüppchen mit und unterhalte mich auch viel mit meiner Klasse. Aber diese Menschen sehe ich ja auch sehr oft....Nur weiß ich auch ganz genau, dass ich es nicht fertig bringen würde, mich am Abend nochmal mit jemandem zu verabreden, weil ich mich dann schon zu Hause verkrochen habe und ich mir wieder zurecht spinne, was ich da alles falsch machen könnte, wenn ich mit mit jemandem treffe.
Ich versuche jetzt schon, die Einladungen anzunehmen, die ich so bekomme aber ich hab auch oft das Gefühl, dass ich das nicht schaffe und ich zu müde bin und ich dann zusammenbrechen könnte und dann glotzen alle -.-

So ,nun hab ich mal wieder mein Herz ausgeschüttet.
Kennt ihr solche Probleme und Gedanken auch? Habt ihr Tipps, was ich dagegen tun kann?

04.02.2010 11:13 • 13.05.2010 #1


5 Antworten ↓


Hallo Caroline!
Du scheinst bei Deinen Freunden eigentlich ein sehr begehrtes Modell zu sein!
Das freut mich für Dich!
Wieviele Deiner Leute wissen denn eigentlich über Deine Agoraphobie Bescheid?
Ich kann Dein Problem ganz sicher verstehen, hab das in ähnlicher Form auch durch.
Ich bin damit aber immer offen umgegangen, deshalb war wegehen mit Freunden oder dem Partner oder Familie nie ein so großes Problem für mich.
Ich wußte, es ist immer jemand für mich da, wenn es mir nicht gut geht.
Jeder hat verstanden, wenn ich beim Restaurantbesuch mal kurz vor die Tür bin.
Noch eine Frage: Bist Du bei einer PA tatsächlich schonmal umgekippt??
Diese Frage hat mir mein Therapeut nämlich auch mal gestellt.
Meine Antwort war: NOCH NIE!!
Mein Therapeut meinte dann, es gäbe ziemlich viele Menschen mit Agoraphobie und wenn die alle umkippen würden, gäbe es massenhaft Bewußtlose auf der Straße.
Naja, bis jetzt habe ich noch nicht einen gesehen.
Und das habe ich mir täglich bewußt gemacht.
Liebe Grüße... Simmi

04.02.2010 12:24 • #2


Naja, während einem Angstanfall bin ich noch nie umgekippt aber dafür schon einfach so ein paar Mal, ohne dass ich Angst hatte, aber das war meistens sowieso zu Hause bzw im Krankenhaus. Ich hab halt einfach niedrigen Blutdruck *seuftz*

Von meiner Agoraphobie wissen nicht viele meiner Freunde. Eigentlich nur mein Freund und eine Freundin von mir. Ich will das auch keinem auf die Nase binden, weil ich Angst habe, dass man mich dann für bescheuert erklärt....Und dann nervt dieser Angstschwindel auch so sehr, dass ich mich deshalb auch nicht blamieren will. Ich kann auch nicht lange irgendwo rumstehen, wegen dem Schwindel. Da finde ich es halt leichter zu hause zu bleiben, anstatt mit Freunden weg zu gehen und mit dem Schwindel zurecht kommen zu müssen.

04.02.2010 12:37 • #3


Aber Du weißt sicher, das sich Deine Situation nicht wirklich bessern wird, wenn man solche unbequemen Situationen meidet.
Schau doch eínfach mal für Dich, welche Dinge Du tun könntest, die für Dich halbwegs erträglich wären.
Kleines Beispiel: Irgendeine nette Kneipe, wo nicht so viel Betrieb ist, geh mit Deiner Freundin doch einfach mal dorthin und besprecht Deine Problem-Situation ganz ausführlich.
Immer kleine Schritte!! Aber diese, bin ich der Meinung, sollten immer getan werden. Einen Versuch ist es sicher wert,Caroline!
Und ich kann Dir sagen: Man ist hinterher so unglaublich stolz auf sich.
Ich hatte es mir dann immer zur Gewohnheit gemacht, mich zu belohnen.
Einfach, ab in den nächsten Buchladen... Auch ein ganz kleiner Laden, der nie voll von Menschen war. Auch das war dann wieder ein Schritt ins normale Leben.
Eines führt zum anderen.
Du packst das. Das wäre doch einfach zu schade, wenn die liebe Caroline zu Hause versauert!

04.02.2010 13:00 • #4


Mir geht es gerade genauso wie dir. Ich habe auch gedacht ich hätte " nur" Angoraphobie aber ich hab da jemand nettes kennengelernt und er will sich mit mir treffen, doch ich schaffe es einfach nicht, da ich ihn ja noch nicht kenne. Ich kenne dein Problem sehr gut. Wenn du willst dann können wir ja auch mal privat schreiben?
Wo wohnst du denn?Und wie alt bist du? Ich werde in ein paar Monaten 19!!

Lg Nina

13.05.2010 09:37 • #5


Bei zu niedrigem Blutdruck: Etwas mehr Salz essen.

13.05.2010 09:41 • #6




Auch interessant

Hits

Antworten

Letzter Beitrag


Dr. Reinhard Pichler