App im Playstore
Pfeil rechts
×

Lieber Forenbesucher,

dieses Forum dient dazu, Menschen zu unterstützen und Austausch zu ermöglichen. Wer Hilfe braucht, findet sie hier, und wer helfen möchte, ist willkommen. Moderatoren achten darauf, dass der Umgang respektvoll bleibt. Für eine angenehme Atmosphäre sind verständnisvolle, ermutigende und einfühlsame Beiträge explizit erwünscht. Verletzende oder verurteilende Beiträge sind nicht erlaubt.

142

seelentraum

seelentraum
Mitglied

Beiträge:
72
Themen:
3
Danke erhalten:
59
Mitglied seit:
Man liest und hört immer so viel über das Loslassen bzw. Akzeptanz. Aber wie kann sowas wirklich gelingen? Kann man so was Lernen und wenn ja wie? Wie kann man alte Gewohnheiten, Muster und Ängste denn los lassen und Dinge, die man nicht will akzeptieren? Freue mich über Tipps und Austausch!

09.12.2025 x 2 #1


103 Antworten ↓
P

Pauline333
Mitglied

Beiträge:
6391
Themen:
18
Danke erhalten:
6097
Mitglied seit:
Loslassen/akzeptieren/sich distanzieren oder (endgültig) abwenden ist i.d.R. ein Prozess. Je mehr das betreffende Thema oder der betreffende Mensch mit dem eigenen Leben verwoben ist, desto länger dauert der Prozess.

Ich habe z.B. eine sehr wichtige Verwandten "losgelassen" und gleichzeitig akzeptiert, dass sie niemals die Person für mich war und auch nicht sein wird, wie ich für sie und wie ich es mir von ihr gewünscht hätte.

Der wichtigste Schritt war, das zu erkennen. Das hat extrem lange gedauert und war äußerst schmerzhaft. Ich hatte richtige Trauer- und Schockphasen. Immer wieder kamen über einen langen Zeitraum diese schmerzhaften Gefühle durch.
Irgendwann konnte ich den Entschluss, die Person nicht mehr in meinem Leben haben zu wollen, verinnerlichen. Ich hatte damit akzeptiert, dass nichts diese Beziehung retten kann.
Daraufhin wurde diese schmerzhaften Gefühle deutlich weniger. Sie kommen nun nur noch selten hoch, wenn ich an die Person erinnert werde und sind nur noch ganz schwach. Ich bin sicher, dass das immer besser werden wird.

Ich finde, das kann man mit Liebeskummer bzw dem Loslassen eines Expartners vergleichen. Wenn eine Liebesbeziehung einseitig beendet wird, verspürt man sehr starke seelische Schmerzen. Am Anfang dauerhaft und intensiv, dann in Wellen, die an Intensität und Frequenz abnehmen - und zwar analog zu den Akzeptanzwellen, dass es anscheinend wirklich für immer vorbei ist - bis sie irgendwann tatsächlich nicht mehr da sind. Irgendwann kann man dann das Gute an der Sache sehen oder sich gerne an die guten Dinge aus dieser Beziehung erinnern.

Also "Loslassen" ist kein Moment und dann ist man befreit. Sondern es ist eine Entscheidung und ein Weg der Verarbeitung, der Verinnerlichung, der Anpassung der eigenen Lebensstruktur.

18.11.2025 20:09 • x 6 #16


Zum Beitrag im Thema ↓

A


Loslassen - wie funktioniert das?

x 3


hereingeschneit

hereingeschneit
Mitglied

Beiträge:
10125
Themen:
18
Danke erhalten:
15736
Mitglied seit:
Akzeptanz ist nicht gleich zu setzen mit: Ich bin damit einverstanden, ich bin damit zufrieden. Akzeptanz bedeutet eigentlich nur, dass man den Ist-Zustand nicht bekämpft. Erst wenn man innerlich keine Abwehr mehr empfindet, dann kann man sich entscheiden, wie man sich selbst dazu positionieren möchte.

Wenn ich jetzt das Beispiel Motorrad hernehme. Der Partner entdeckt das als neues Hobby. Ich kann es nicht nachvollziehen und es passt mir nicht (bin damit nicht einverstanden), weil ich Angst um sein Leben habe oder weil er dann weniger Zeit für mich hat, oder weil es zuviel Geld kostet oder.....

Und aus diesem Grund oder diesen Gründen arbeite ich daran, dass er das Hobby wieder aufgibt. Er soll sich wieder ändern, damit es mir wieder besser geht.

Akzeptanz würde bedeuten dass ich ihm sein neues Hobby gönne, dass ich ihm diesbezüglich keine Vorschriften mache. Er darf sich daran freuen und es ausleben. Ich akzeptiere, dass er es will und braucht.

Aber, sein neues Hobby hat Auswirkungen auf mein Leben. Sei es finanziell oder wegen der gemeinsamen Zeit die fehlt, oder der Angst, die ich deshalb habe.... und deswegen darf ich auch etwas verändern. Ich kann auch neue Regeln aufstellen, so dass ich mit der Situation besser zurecht komme. Entweder man lebt sich so dann auseinander oder man findet Wege, dass jeder trotzdem zufrieden ist.

Meine Veränderungen mache ich aber nicht um ihn verändern zu wollen, oder zum umdenken zu bewegen, sondern damit ich mit der neuen Situation besser zurecht komme.
Ich hoffe man kann nachvollziehen, dass die Gefühle dabei unterschiedlich sind.

Das eine ist: Ich will das so aber nicht (das muss sich ändern), das andere ist: Wie gehe ich mit der Situation jetzt um (möchte ich deswegen jetzt was ändern?).

20.11.2025 00:16 • x 5 #84


Zum Beitrag im Thema ↓


Zwiebeltreter
Hier gibt es kein Patentrezept.
Manches Erlebte kann man verzeihen und oder vergessen.
Anderes muss man sich abschotten.

Mal ist Isolation richtig, anderes mal ist Konfrontation richtig.

x 1 #2


User_0815_4711
Zitat von seelentraum:
Freue mich über Tipps und Austausch!

Hast du eventuell das eine oder andere harmlose Beispiel?

x 1 #3


Sonja77
Es kommt immer darauf an um was es sich genau handelt
Sprich um welche Art von Ängsten oder um welche Arten von Dingen die man nicht mehr will oder um was man akzeptieren sollte
Aber vorallem geht es in erster Linie darum wie stark und groß der Leidensdruck ist

Manches muss man loslassen um nicht daran kaputt zu gehen
Anderes muss man aufarbeiten mit Hilfe von Therapie oder Skills oder sonstiges
Auch Konfrontation kann manchmal hilfreich sein Es kommt aber dabei immer darauf an um was genau es sich handelt

Also ein allgemeiner Ratschlag wird man dir hier nicht geben können den jeder von uns geht anders mit den Dingen um und jeder baut sich seine eigenen Strategien auf um weiter zu kommen

Es wäre auch hilfreich für uns etwas genauer über deine Gedanken Bescheid zu wissen damit es für uns einfacher ist dich zu unterstützen

x 1 #4


seelentraum
Zitat von User_0815_4711:
Hast du eventuell das eine oder andere harmlose Beispiel?

Hm....ich versuchs mal.... zum Beispiel meine Angst als solche einfach zu akzeptieren ohne jedes Mal in neue Gedankenschleifen und ungesunde Muster zu verfallen.....oder aber eine Krankheit z.b. einfach zu akzeptieren die man hat.... oder auch ganz banal z.b. etwas zu akzeptieren was jemand anders sagt/ denkt/ wünscht, also vor allem wenn jemand z.b. etwas anders sieht oder will als ich selbst.....da entsteht in mir dann immer ein Widerstand

x 2 #5


seelentraum
Zitat von Zwiebeltreter:
Hier gibt es kein Patentrezept. Manches Erlebte kann man verzeihen und oder vergessen. Anderes muss man sich abschotten. Mal ist Isolation richtig, ...

Ein Patentrezept hab ich nicht erwartet, schön wärs wenn es das gäbe.....

#6


Abendschein
Zitat von seelentraum:
Ein Patentrezept hab ich nicht erwartet, schön wärs wenn es das gäbe.....

Ich meine ja immer das "Loslassen" nicht geht. Wie soll ich einen Menschen "Loslassen" den ich liebe?
Ich finde dieses Wort "Loslassen" paßt nicht. Vielleicht gibt es ein anderes Wort dafür. Ich möchte keinen
Menschen "Loslassen".

x 2 #7


Zwiebeltreter
Zitat von seelentraum:
Ein Patentrezept hab ich nicht erwartet, schön wärs wenn es das gäbe.....

Dann wäre das Leben langweilig.
Wir sind in Mustern gefangen, um uns aus Mustern zu befreien.

Was ist jenseits der Alpen und was ist jenseits vom Ozean ?
Es gehört nun mal zum Leben den Menschen, neue Muster (neue Welten) zu erforschen.

x 2 #8


Zwiebeltreter
Zitat von Abendschein:
Ich meine ja immer das "Loslassen" nicht geht. Wie soll ich einen Menschen "Loslassen" den ich liebe? Ich finde dieses Wort "Loslassen" paßt nicht. Vielleicht gibt es ein anderes Wort dafür. Ich möchte keinen Menschen "Loslassen".

Vielleicht alte Ziele und Wünsche loslassen ?

x 1 #9


Schlaflose
Zitat von seelentraum:
Hm....ich versuchs mal.... zum Beispiel meine Angst als solche einfach zu akzeptieren ohne jedes Mal in neue Gedankenschleifen und ungesunde Muster zu verfallen.....oder aber eine Krankheit z.b. einfach zu akzeptieren die man hat.... oder auch ganz banal z.b. etwas zu akzeptieren was jemand anders sagt/ denkt/ ...

Unter Loslassen verstehe ich etwas ganz anderes. Nämlich sich von etwas distanzieren, woran man hängt

#10


Abendschein
Zitat von Schlaflose:
Nämlich sich von etwas distanzieren, woran man hängt

Ja toll, ich hänge an meine Mama, hänge an meinen Mann und soll mich davon distanzieren? Warum?

#11


seelentraum
Zitat von Abendschein:
Ich meine ja immer das "Loslassen" nicht geht. Wie soll ich einen Menschen "Loslassen" den ich liebe? Ich finde dieses Wort ...

Ist mit Loslassen nicht Akzeptanz gemeint?

#12


seelentraum
Zitat von Zwiebeltreter:
Dann wäre das Leben langweilig. Wir sind in Mustern gefangen, um uns aus Mustern zu befreien. Was ist jenseits der Alpen und was ist jenseits vom ...

Und wie befreit man sich aus alten Mustern?

x 1 #13


seelentraum
Zitat von Schlaflose:
Unter Loslassen verstehe ich etwas ganz anderes. Nämlich sich von etwas distanzieren, woran man hängt

Aber an negativen Dingen , wie z.b. Ängsten oder destruktiven Mustern hängt man ja auch.....

#14


Zwiebeltreter
Zitat von seelentraum:
Und wie befreit man sich aus alten Mustern?

Das ist ähnlich wie in der Schule, jede Klasse hat sein eigenes Muster. Muster auflösen bzw in Mustern leben hört nie auf. Happy End ist nicht, das Leben ist ein Kampf, der aber Spaß machen kann.

Um ein Muster aufzulösen bzw es anzugehen muss ich es erst mal erkennen.

Immer wenn ich eine Sandburg baue kommt so ein Flegel und macht mir die Burg kaputt.
Immer wenn ich mich in einen Jungen verliebe, entpuppt er sich als Vollpfosten.

x 2 #15


P
Loslassen/akzeptieren/sich distanzieren oder (endgültig) abwenden ist i.d.R. ein Prozess. Je mehr das betreffende Thema oder der betreffende Mensch mit dem eigenen Leben verwoben ist, desto länger dauert der Prozess.

Ich habe z.B. eine sehr wichtige Verwandten "losgelassen" und gleichzeitig akzeptiert, dass sie niemals die Person für mich war und auch nicht sein wird, wie ich für sie und wie ich es mir von ihr gewünscht hätte.

Der wichtigste Schritt war, das zu erkennen. Das hat extrem lange gedauert und war äußerst schmerzhaft. Ich hatte richtige Trauer- und Schockphasen. Immer wieder kamen über einen langen Zeitraum diese schmerzhaften Gefühle durch.
Irgendwann konnte ich den Entschluss, die Person nicht mehr in meinem Leben haben zu wollen, verinnerlichen. Ich hatte damit akzeptiert, dass nichts diese Beziehung retten kann.
Daraufhin wurde diese schmerzhaften Gefühle deutlich weniger. Sie kommen nun nur noch selten hoch, wenn ich an die Person erinnert werde und sind nur noch ganz schwach. Ich bin sicher, dass das immer besser werden wird.

Ich finde, das kann man mit Liebeskummer bzw dem Loslassen eines Expartners vergleichen. Wenn eine Liebesbeziehung einseitig beendet wird, verspürt man sehr starke seelische Schmerzen. Am Anfang dauerhaft und intensiv, dann in Wellen, die an Intensität und Frequenz abnehmen - und zwar analog zu den Akzeptanzwellen, dass es anscheinend wirklich für immer vorbei ist - bis sie irgendwann tatsächlich nicht mehr da sind. Irgendwann kann man dann das Gute an der Sache sehen oder sich gerne an die guten Dinge aus dieser Beziehung erinnern.

Also "Loslassen" ist kein Moment und dann ist man befreit. Sondern es ist eine Entscheidung und ein Weg der Verarbeitung, der Verinnerlichung, der Anpassung der eigenen Lebensstruktur.

x 6 #16


seelentraum
Zitat von Sonja77:
Es kommt immer darauf an um was es sich genau handelt Sprich um welche Art von Ängsten oder um welche Arten von Dingen die man nicht mehr will oder ...

Ein paar Beispiele hatte ich ja bereits genannt. Bei vielen Dingen im Leben die einem nicht gut tun oder gefallen entsteht einfach ein innerer Widerstand.... und ich glaube den müsste man lernen los zu lassen...

#17

Mitglied werden - kostenlos & anonym

hereingeschneit
„Der Schüler ging zum Meister und fragte ihn: „Wie kann ich mich von dem, was mich an die Vergangenheit heftet, lösen?“
Da stand der Meister auf, ging zu einem Baumstumpf und umklammerte ihn und jammerte:
„Was kann ich tun, damit dieser Baum mich loslässt?“


( Aus dem Zen-Buddhismus )

x 6 #18


User_0815_4711
Zitat von seelentraum:
Hm....ich versuchs mal.... zum Beispiel meine Angst als solche einfach zu akzeptieren ohne jedes Mal in neue Gedankenschleifen und ungesunde Muster zu verfallen.....oder aber eine Krankheit z.b. einfach zu akzeptieren die man hat.... oder auch ganz banal z.b. etwas zu akzeptieren was jemand anders sagt/ denkt/ wünscht, also vor allem wenn jemand z.b. etwas anders sieht oder will als ich selbst.....da entsteht in mir dann immer ein Widerstand

Danke!
Also das erste ist wohl sehr schwer, so weit ich es von dem Forum hier weiß. Ängste sozusagen aus einer Metaebene zu betrachten, dürfte eine hohe Kunst sein.
Das zweite, da kommt es drauf, welche Krankheit das ist. Stabil oder nicht, behindernd oder nicht, und so weiter. Bei manchen ist eine Akzeptanz sicher sinnvoll, bei anderen wohl eher nicht.
Das dritte ist die Akzeptanz anderer Meinungen und da hilft es dem Seelenfrieden ungemein, diese Meinungen einfach durchziehen zu lassen. So lange sie dich nicht ganz konkret in deinem Leben beeinflussen.

x 1 #19


seelentraum
Zitat von Zwiebeltreter:
Das ist ähnlich wie in der Schule, jede Klasse hat sein eigenes Muster. Muster auflösen bzw in Mustern leben hört nie auf. Happy End ist nicht, das Leben ist ein Kampf, der aber Spaß machen kann. Um ein Muster aufzulösen bzw es anzugehen muss ich es erst mal erkennen. Immer wenn ich eine Sandburg baue kommt so ...

Ja , ich glaube das ist auch schwer sich sowas erst mal bewusst zu machen bzw. es zu erkennen...

#20


A


x 4


Pfeil rechts



App im Playstore