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Ich, 43 Jahre alt, geschieden, alleinerziehende Mutter, leide stark unter Einsamkeit.
Durch die schlechten Erfahrungen während der letzten Ehejahren und der Trennungszeit, hatte ich mich total isoliert. Viele Bekanntschaften sind in die Brüche gegangen, bei vielen alten Freunden habe ich mich nicht mehr gemeldet. Einige Jahre genoss ich sogar das Alleinsein mit den Kindern, baute mir ein neues Leben auf.
Dann fing ich an so nach und nach wieder Kontakt zu meinen alten Freunden zu knüpfen. - bei neuen Kontakten tue ich mir noch sehr schwer.
Seit dem ich wieder mehr sozialen Kontakt habe, fühle ich jedoch eine starke Einsamkeit. All mein Interessen und Hobbys, denen ich die letzen Jahre nachgegangen bin, haben für mich keinen Sinn mehr.
Ich muss mich so zurückhalten, dass ich meine wenigen Freunde nicht ständig mit Telefonate, Mails etc. bombardiere. Ich kann kaum eine Nacht durchschlafen, bin unkonzentriert und dadurch passieren mir viele Fehler in der Arbeit. Wenn ich unterwegs bin, sehe ich über all Menschen, die mit einem Partner oder Freunden unterwegs sind, dadurch mag ich auch immer weniger allein oder mit den Kindern etwas unternehmen, bin fast nur noch zu Hause... Ich hoffe, hier Tipps und Anregungen zu finden, wie ich besser mit diesem Gefühl der Einsamkeit umgehen kann.

08.03.2014 21:51 • 08.04.2014 #1


101 Antworten ↓


denise81
Hallo Wüstenmeer,

manchmal ist Zeit etwas Neues auszuprobieren und neue Wege zu gehen. Du hast ja geschrieben dass du deine alten Hobbies nicht mehr magst, vielleicht kannst du ja ihr anfangen.

Mir hat damals sehr der Besuch einer Selbsthilfegruppe geholfen, denn dort triffst du auf gleich Gesinnte, bekommst Motivation und Freundschaft.
Vielleicht ist es auch Zeit eine neue Partnerschaft einzugehen, denn wie du schreibst siehst du andere Paare und fühlt sich danach schlecht, das heißt im innersten hättest du gerne wieder ein Partner, auch wenn der Kopf aufgrund der Enttäuschung nein sagt.

Hör auf dein Herz!

Wünschte alles alles Gute deine Denise

09.03.2014 18:32 • #2


Hallo Denise,
danke für Deine Tipps. Vielleicht hilft es, mich nach neuen Interessen/Hobbies umzusehen..
Mit der Partnersuche hatte ich bereits ausprobiert, das hat alles nur noch schlimmer gemacht. Es ist ja nicht so leicht jemanden in meinem Alter zu finden...

Wie könnte ich eine Selbsthilfegruppe finden?

Grüße

10.03.2014 19:12 • #3


Hallo Wüstenmeer,
mir geht es ähnlich wie Dir, ich stehe aber gerade erst am Anfang. Hast Du eine Selbsthilfegruppe gefunden? Ich bin seit meiner Trennung auch alleine und falle irgendwie immer tiefer. Ich habe zu immer weniger Lust und Angst vor der Zukunft. Ich war seit dem ich 22 Jahre war war nie alleine, doch jetzt bin ich es schon fast 1 Jahr. Ich habe wie Du 2 Kinder welche aber bei ihrer Mutter leben. So ist es immer still in meiner Wohnung...
Ich glaube auch dass ich eine Partnerin an meiner Seite bräuchte um nicht immer tiefer zu fallen. Aber wie Du schon sagst, das ist nicht so einfach, zumal ich noch etwas älter bin wie Du. Ich bin schon 47.

Liebe Grüße
Michi

19.03.2014 12:27 • #4


Hallo Michi47,

Schön das du zu uns gestossen bist...wir wünschen dir eine schöne Zeit hier mit uns
Und das du nette Kontakte findest und Rat erhälst.

VG bleeny

19.03.2014 12:50 • #5


Hallo bleeny,
danke. An mir soll es nicht liegen..

19.03.2014 16:05 • #6


SUpi

19.03.2014 16:24 • #7


Hallo Michi,
nein ich habe noch keine Selbsthilfegruppe gefunden. Hab aber auch noch nicht gesucht. Ich bin noch nicht so weit, mich einer Gruppe anzuschließen.

Wenn Du sagst, es ist immer still in Deiner Wohnung, versuch es doch vielleicht mit Musik oder lass den Fernseher im Hintergrund laufen. Mir hilft das manchmal sehr. Ich versuch gerade mir andere Interessen zu suchen, mehr Sport zu machen..
Sicher kann es einen aus der Einsamkeit helfen, wenn man einen Partner hätte, allerdings sollte das nicht der einzige Beweggrund sein. Man kann den Partner leicht überfordern. Und eine Partnerschaft schützt nicht unbedingt vor Einsamkeit.
In meiner Ehe hatte ich mich teilweise sehr einsam gefühlt..

LG
Wüstenmeer

20.03.2014 07:40 • #8


Hallo Wüstenmeer,
Du bist noch nicht soweit Dich einer Gruppe anzuschließen? Was genau macht Dir dabei Probleme? Ich habe Musik oder auch den Fernseher in der Wohnung an, es geht aber schon los wenn ich nach Hause komme. Früher war immer Action, heute ist es still. Es lenkt einen zwar ab, löst aber das eigentliche Problem nicht. Du willst Sport machen? Das finde ich gut. Ich mache nordic walking wenn es möglich ist 4-5 x in der Woche. Es lenkt mich immer ab und tut mir gut. Irgendwann aber kommt dann wieder das Gefühl der Einsamkeit.
Und klar, ein Partner kann nicht der Beweggrund sein nicht mehr alleine zu sein. Bei mir ist es aber eben so dass ich das einfach nicht gewöhnt bin und mein Frust mit jeden Tag weiter steigt.
Du hattest Dich selbst in Deiner Ehe teilweise sehr einsam gefühlt? Das kann ich bei mir nicht sagen. Magst Du mir etwas über Dich und Deine Situation erzählen? Wenn Du magst erzähle ich Dir auch über mich, dann kann man die Gedanken und Gefühle des Anderen besser einordnen...
LG Michi

20.03.2014 09:25 • #9


Hallo Michi,
vielen Dank für Deine Antwort.
Weshalb ich noch nicht in der Lage bin, mich einer Gruppe anzuschließen, liegt an den schlechten Erfahrungen mit Menschen in der Vergangenheit. Während der Trennungszeit bis die Scheidung endlich durch war (dauerte 3 Jahre) wurde der Ex verbal immer aggressiver es ging bis zu Drohungen, dass er mich umbringen möchte. Er machte mich beim gemeinsamen Freundeskreis und in der Nachbarschaft schlecht. Menschen, denen ich vertraut hatte, feindeten mich plötzlich an. Während der Ehe gab es schon viele Probleme, da ging der Kontakt zu den meisten meiner alten Freunde verloren. Wollte sie auch nicht in all die Probleme reinziehen, weil sie das überfordert hätte. Ich nahm lieber professionelle Hilfe in Anspruch: Beratungsstellen, Jugendamt, Therapeuten, Anwalt etc. Ohne diese Menschen hätte ich es nicht durchstehen können. Ich war 2 Jahre in Therapie um die traumatischen Vorfälle verarbeiten zu können, was im Großen und Ganzen erfolgreich war. Womit die Therapeutin nicht umgehen konnte, war meine entstandene Unfähigkeit mit Menschen einen tieferen sozialen Kontakt aufbauen zu können.
In der Ehe habe ich mich einsam gefühlt, weil sich der Ex mit den Jahren sehr verändert hatte und ich keine tiefer gehenden Gespräche mehr mit ihm führen konnte und er alles schlecht machte, was mir wichtig war. Es zählte nur noch, was er wollte und ihm wichtig war, und das war überwiegend das Geld.

Vielleicht entstehen bei dir Frust und Einsamkeit, weil Du die Trennung noch nicht verarbeitet hast? Ein Jahr ist noch keine lange Zeit. Versuch doch die freie Zeit zu genießen, du musst auf niemanden mehr Rücksicht nehmen, besuch VHS Kurse, geh mit Kumpels aus etc. Ich weiß es ist leicht gesagt…
Mir hilft Sport etwas, aber durch die Kinder kann ich auch nicht ständig etwas machen, um mich abzulenken und dadurch habe ich viele Momente, wo ich diese Einsamkeit sehr stark spüre auch wenn ich mit den Kindern zusammensitze..

20.03.2014 21:31 • #10


Hallo Wüatenmeer,
das was Du da schreibst klingt wie in einen schlechten Film. Ich frage mich immer wieder wie Menschen so sein können. Ihr habt euch doch einmal geliebt, habt sogar zwei Kinder zusammen. So viel Mühe ich mir gebe, ich kann so etwas einfach nicht nachvollziehen. Mir tut das wirklich sehr leid für Dich. Niemand hat es verdient so behandelt zu werden. Und die Freunde, die lieben Freunde. Man erkennt sie immer erst wenn man sie braucht. Und was sieht man dann? Dass es gar keine Freunde sind! Denn sonst wären sie für einen da. Ich habe diese Erfahrung auch gemacht...
Ich bin vor knapp einem Jahr bei ihr ausgezogen, dann gab es ewig ein hin und her. So richtig offiziell Schluss ist es erst seit Anfang Dezember. Von der Seite her kann es durchaus sein dass ich die Trennung noch gar nicht richtig verarbeitet habe, es fühlt sich aber schon viel länger an weil wir das letzte halbe Jahr eine Fernbeziehung geführt hatten und uns nur noch sehr wenig gesehen hatten.
Du, ich habe mich in VHS Kursen angemeldet, die meisten sind aber ausgefallen. Ich nehme das mittlerweile schon persönlich. Blöd oder? Bei mir kommt erschwerend dazu dass ich seit Juli hier her gezogen bin und niemanden hier kenne. Und meine alten Freunde haben auch fast nie Zeit. Da sind sie wieder die lieben Freunde..
Hey, ich wäre froh meine Kinder wären öfters bei mir, dann wäre ich nicht so einsam. Wie alt sind Deine Kinder? Haben Sie das mir Deinem Ex sehr mitbekommen? Mir tun die Kinder immer so leid, sie können doch nichts dafür
LG
Michi

20.03.2014 22:33 • #11


Ja ich habe mich mitten in einem Film gefühlt, der aber nicht einfach nach einer Stunde zu Ende geht oder den man ausschalten kann... Aber gut, inzwischen ist es vorbei und ich habe es für mich abgeschlossen – wobei es natürlich viele Narben hinterlassen hat.
Ja mit den Freunden ist es so eine Sache. Ich will sie da nicht verurteilen, manche haben wirklich versucht mir irgendwie zu helfen, bei manchen hatte ich vorher den Kontakt abgebrochen, da wollte ich nicht daherkommen, bloß weil es mir nun schlecht geht. Ich habe auch schnell gemerkt, dass die Freunde damals komplett überfordert waren, deshalb habe ich auch nichts verurteilt. Außerdem bin ich froh, dass mir die alten Freunde geblieben sind, und auch die, die ich durch den ganzen Mist über 8 Jahre nicht mehr gesehen habe, mich nun mit offenen Armen empfangen haben, nachdem ich den Kontakt wieder zu ihnen gesucht habe.
Leider ist es derzeit so, dass die meisten Freunde irgendwie in einer Midlife Crisis stecken, die eine hat mit Depressionen, die andere mit Panikattacken zu kämpfen. Andere machen ohne ihren Partner gar nichts oder haben Eheprobleme. Jetzt stehe ich da, mir geht es eigentlich relativ gut, möchte gerne das Leben genießen und nun haben die anderen Probleme. Ich helfe natürlich so gut ich kann, aber viele ziehen sich mit ihren Problemen zurück und wollen lieber alleine sein. Es hat mich schon viel Energie gekostet, auf meine Freunde zuzugehen, aber nun bin ich eigentlich immer noch alleine. Ich kann nun noch nicht die Balance finden zwischen Kontaktbedürfnis und Alleinsein. Wenn ich ein paar Tage keinen Kontakt habe, kann ich wieder gut allein sein, aber sobald ich wieder mit einen meiner Freunde Kontakt habe, würde ich am liebsten stundenlang mit derjenigen reden wollen und fall dann in ein Loch, sobald diejenige etwas anderes zu tun hat...

21.03.2014 20:26 • #12


Hey, es ist doch schön dass es Dir mittlerweile wieder besser geht. Und Freunde sind auch dazu da einem zu helfen. Und dass Deine Freude mittlerweile Probleme haben tut mir leid, aber schau erst einmal auf Dich. Vielleicht solltest Du auch versuchen ganz neue Freunde zu finden, die Dich nicht kennen und völlig unbedarft an die Sache rangehen.
Es ist bestimmt schwer den Mittelweg zu finden zwischen alleine sein und mit anderen zusammen zu sein. Hier hast Du uns bzw. zur Zeit mich, da bist Du auf Distanz und kannst alles raus lassen was Du willst, einfach alles was Dir gut tut. Wenn Du in dieses Loch fällst, dauert es dann lange bis Du da wieder raus kommst?
LG
Michi

22.03.2014 21:10 • #13


Das mit dem neue Freunde finden, fällt mir ja noch schwer. Ich blocke innerlich ab, da ich Angst vor Verletzungen habe. Außerdem fehlt mir die Unbeschwertheit, die die meisten, denen ich begegne, haben oder bei manchen fühle ich mich fehl am Platz, weil sie sich so über Kleinigkeiten (zumindest empfinde ich es als Kleinigkeiten) aufregen und aus Kleinigkeiten ein riesiges Problem machen. Ich habe einfach zu viel Balast von der Vergangenheit, ich habe dadurch fast 10 Jahre aus meinem Leben gestrichen, dazu gehört auch, dass ich in dieser stressigen Zeit fast nicht mitbekommen habe, was quasi in der Welt geschehen ist..da findet man nicht mehr so leicht Zugang zu Menschen, die einen noch nicht kennen...

Tja das mit dem ins Loch fallen, dauert manchmal ziemlich lang. Es nervt mich auch einfach, weil ich mich so abhängig von anderen fühle... und ich hasse inzwischen jegliche Abhängigkeit.

22.03.2014 21:46 • #14


Vor was für eine Art von Verletzungen hast Du denn Angst? Wenn Du der Meinung bist dass andere sich über Kleinigkeiten aufregen dann spreche sie doch direkt darauf an. Nur so weißt Du ob sie es wirklich tun oder ob es Dir nur so vorkommt. Vielleicht siehst Du manches auch zu negativ? Du, egal welchen oder wie viel Balast Du hast, ein echter Freund oder gar Partner wird damit umgehen können. Er wird einen Weg mit Dir zusammen finden. Und ein bisschen was wirst Du auch mitbekommen haben, oder? Natürlich ist es schön mit jemanden zu reden der nicht irgendwo stehen geblieben ist, aber ganz ehrlich, für mich zählt erst einmal der Mensch. Und bist Du deshalb ein schlechter Mensch? Nein, das bist Du ganz bestimmt nicht. Und wenn Dein Gegenüber Dich mag dann erzählt er Dir eben was Du nicht weißt. Und dann fällst Du auch in kein Loch. Und wenn doch, dann zieht er Dich da wieder raus.

22.03.2014 22:03 • #15


Das mit den Verletzungen kann ich schwer sagen. Ich denke jeder hat einen Schutzmechanismus, sein kleines verwundbares Ich zu schützen. Bei mir wird diese Barriere wohl sehr früh aufgestellt - das läuft unbewußt ab. Meistens merke ich es erst im nachhinein.
Ich würde die anderen nie darauf ansprechen, dass sie sich über Kleinigkeiten aufregen, denn für sie sind es eben keine Kleinigkeiten. Sie würden mich gar nicht verstehen. Ich denke, sie würden sich angegriffen fühlen oder mich als arrogant einstufen. Und eigentlich sehe ich vieles gar nicht so negativ. Ich gehe eben in Situationen, wo sich andere sehr aufregen (für sie ist es keine Kleinigkeit), recht gelassen um (für mich ist es eine Kleinigkeit), da ich in mir die Erfahrung habe, dass ich schon viel schlimmeres erlebt habe. Damit kommen dann oft die anderen nicht zurecht. Das ist manchmal ziemlich perplex.
Aber Du hast mich auf einen guten Gedanken gebracht. Das Problem, das ich manchmal habe, wenn die Freunde sich nicht melden oder nur kurz Zeit haben etc. und ich dadurch manchmal in ein Loch falle, dieses Problem habe ich eigentlich noch gar nicht mit meinen Freunden so direkt angesprochen. Ich werde mal versuchen mit ihnen darüber zu sprechen.

22.03.2014 22:29 • #16


Dubist
Wenn es zu weh tut, einfach nicht rausgehen und sich ohne schlechtes Gewissen daheim gemütlich machen. manchmal tut es zu weh nach draussen zu gehen.

22.03.2014 22:46 • #17


Also ich versuche immer wenn es irgendwie möglich ist Dinge die mich belasten anzusprechen. Man kann dadurch sehr oft Dinge aus der Welt schaffen die sonst eine riesen Hürde hätten werden können. Weißt Du, manchmal macht man sich seine Probleme auch selber. Ich meine das jetzt nicht negativ. Ich habe das auch schon erlebt dass ich Dinge ganz anders gesehen habe als sie tatsächlich waren. Und wie soll man das sonst erfahren?

22.03.2014 22:51 • #18


@Dubist: Ja, das mache ich inzwischen. Lieber gemütlich zu Hause sein.
Aber es kommen immer wieder Augenblicke, wo ich denke, wie viel ich vom Leben verpasse, weil ich nicht rauskomme.
Durch die Kinder gibt es immer wieder Situationen, wo ich mich mit anderen Eltern unterhalte (sind immer nur oberflächliche Bekanntschaften). Dabei merke ich oft, wie viel Dinge im Leben ich nicht erlebe, weil ich viel zu Hause bin.

22.03.2014 23:03 • #19


@Michi47
Das mit Dingen ansprechen schaffe ich nur bei den engsten Freunden. Bei allen anderen geht das nicht, da habe ich angst, dass jemand das in den falschen Hals bekommt. Ich bin ich eben in der Vergangheit zu viel angegriffen worden. Und wenn ich wieder in eine Situation komme, dass mich jemand verbal angreift, kommt das ganze Trauma wieder hoch...

22.03.2014 23:10 • #20




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