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Ja ich bin einsam

201806.03




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NRW
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1, 2, 3, 4, 5 ... 11  »
Alleine durch die Überschriften der einzelnen Beiträge ist mir bewusst das ich nicht erwähnen muss, dass es sich auch bei meiner Person um einen Hochbegabten handelt.
Dies zu erwähnen scheint für einige die Fahne im Winde zu seien die ihren Stolz aufrecht hält. Für mich ist es eine Bürde, ein Hindernis zum eintauchen in die Welt
der autonormal Bevölkerung. Was nützt mir riesiges Poten., wenn ich es nicht ausschöpfen kann? Was nützen mir Ideen wenn ich sie mit niemandem teilen kann?

Prolog;
Mein Leben geriet schon früh aus den Fugen, ab meinem 2ten Lebensjahr war ich in psychologischer Betreuung.
Hinzu kommt wie gewohnt "Mobbing", ab der 3ten Klasse war es kein Mobbing im eigentlichen Sinne mehr, es war eine
Isolation der Gesellschaft gegenüber meiner Person, ich war da, aber bin nie irgendwo angekommen, das wäre an sich
ertragbar gewesen, jedoch beginnen die Selbstzweifel wenn es an 9 unterschiedlichen Schulen immer gleich läuft.
Was ist es womit ich Menschen abstoße? Warum kann mich niemand leiden? Bis heute konnte mir auch im Nachhinein niemand
sagen worum es sich dabei handelt. Die einzige Information die mir gegeben würde, war das ich "blöde Sprüche" bringen würde
die mich unbeliebt machen. Von jenen habe ich aber bis zum heutigen Tage noch nichts mitbekommen. Bzw, heutzutage merke
ich bei den Leuten mit denen ich zocke das ich Impulsartig extrem unfreundlich werde, aber das bekomme ich auch nur in 1/10
Fällen mit da man mich darauf anspricht, in diesen 10-60 Sekunden bin ich selbst garnicht anwesend, und wenn ich nichtmehr
sauer bin, dann weiß ich auch nichtmehr was ich gesagt habe während ich sauer war.

ADHS - Oder auch wie man mich systematisch vergiftet hat.

Als Kind habe ich 5-10x die Diagnose ADHS bekommen, jene wurde auch genauso oft wiederrufen. Dennoch gab man mir
mehrere Jahre lang Ritalin, heutzutage beschreibe ich die Wirkung von Ritalin wie folgt;
"Es entzieht der Welt jegliche Farben, deine Welt ist nurnoch schwarz/weiß, Emotionen werden unterdrückt, Freude ausgeschaltet
Ritalin ist ein Mittel um Menschen die nicht dem Norm entsprechen gleichzuschalten"

War ich auch mal glücklich? War ich zufrieden?;

Oh ja, 2 Jahre lang war ich auf einem Internat für "Schwererziehbare" dort waren wir alle "besonders" das heißt man akzeptiert
die "Fehler" seines Gegenübers mehr da man selbst seine eigenen Markel hat. Hier hatte ich erste Freundschaften, aber auch hierdurch
weiß ich wie es ist Menschen um sich rum zu haben, seitdem ich dort war und nichtmehr bin weiß ich das mir etwas fehlt, es ist leichter
auf Dinge zu verzichten wenn man nicht weiß wie es ist jene zu haben.

Mein Matyrium;

Im Vorfeld, ja mir ist bewusst das ich dies im Internet äußere, und dennoch ist es mir egal, ich habe die Emotionen zu diesem Thema
begraben, und zu einem gewissen Teil auch bereits verarbeitet. Mir ist es passiert, als Junge. Opfer eines Übergriffs eines erwachsenen
männlichen Menschens zu werden. Was daraus resultierte waren jahrelange Schuldfragen, Zweifel an der eigenen S. und eine
Scham die wie eine riesige Wolke über meinem Haupt schwebt. Dies war so, und ist mittlerweile verarbeitet dennoch ist die Benennung dieses
Punktes wichtig für meinen nächsten Punkt, bzw ich empfinde es als nötig um jenem einem Ursprung zu geben, neben der Isolation durch
die Gesellschaft.

Ich bin krank geworden;

Im Nachhinein gesehen muss es wohl so um meinem 16ten gewesen seien das meine Depressionen begonnen sind, in einem Strudel des
Selbsthasses und der Unzufriedenheit mit sich selbst. Mehrere Aufenthalte auf der Intensivestation des städtischen Krankenhauses ließen
sich leider nicht verhindern. Jetzt nach Jahren konnte ich mich endlich auf Tabletten einlassen, nach knapp einem
Jahr suche fand ich nun etwas was mir wirklich half (warum fing ich nicht früher an? Ich habe ein schlechtes Verhältnis zu Tabletten aufgrund
meiner Erfahrung mit Ritalin) nun würde ich sagen das es mir seit gut 3 Monaten endlich wieder gut geht.

Meine Zukunftspläne;

Mit neuer Gesundheit kommt nun auch die Hoffnung wieder, ich habe morgen ein "Vorstellungsgespräch" und werde nun langsam versuchen
meinen Weg in die Arbeitswelt und die Gesellschaft zu finden, ich hoffe das ich die Kontenance bewahren kann und dann langsam aber stetig
fähig seien werde meine wöchentlichen Stunden zu erhöhen bis ich mich fit fühle für den ersten Arbeitsmarkt.

Was möchte ich von euch/was suche/brauche ich?

Ich brauche Tipps, vielleicht auch nur gute Zusprache, auch wenn ich logisch alles analysieren kann so fehlt mir jedoch die Schnittstelle zur
Realität um mich wieder zu integrieren. Ich wünsche mir nicht alzu viel, lediglich einen Menschen den ich lieben kann, einen Menschen dem ich
meine Zeit und der mir seine Zeit schenken kann. Aber wo finde ich jemanden der genauso wie ich, speziell ist? Wie finde ich jemanden der so wie
ich eigentlich nur einen Menschen braucht (neben der Familie) der mit mir seinen Weg gehen will, der mir Kraft spendet, dem ich Kraft spenden kann?
Wo finde ich einen Menschen der die Einsamkeit schätzt, der ideale Mensch für mich ist niemand den ich in einer Disco kennenlernen kann, der Mensch
den ich suche und brauche versteckt sich irgendwo, in einer Festung der Einsamkeit. Aber wie erreiche ich sie, gibt es sie? Ist sie da draußen?
Ich möchte die Hoffnung nicht aufgeben jemanden zu finden, auch wenn das Licht sehr schwach ist, es brennt noch.

Tipps?

Auf das Thema antworten
Danke1xDanke




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NRW
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  07.03.2018 00:51  
Edit*

Mit meinen Weg in die Gesellschaft finden meine ich eher das ich selbstständig und unabhängig seien möchte
und nicht aufgrund von Erkrankung abhängig von Leistungen seien will. Autonormal-Menschen sind nichts
mit dem ich kompatible wäre.



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  07.03.2018 01:05  
Hallo DevillsAdvocate.
Einen schönen Namen hast du dir ausgesucht.
Danke für deinen Beitrag, sehr interessant. Ich habe noch nicht auf dein Profil geschaut. Denke du bist noch sehr jung. Als ich deine Zeilen las, dachte ich mir, so jemand könnte mein Schwiegersohn werdenAllerdings ist meine Tochter noch etwas jung für dich. Auch sie ist hochbegabt und hat mit ihren 13 Jahren schon die Schattenseiten der Gesellschaft kennen gelernt. Auch ich erkenne mich wieder in deinen Zeilen, und mein Mann würde es auch tun. Wir sind alle 3 anders als die "anderen". Du bist nicht allein, und du wirst bestimmt den Weg in deine Selbständigkeit schaffen. Man kann mut den Jahren besser damit leben. Wenn du etwas Zuspruch brauchst, kannst du dich gerne an mich wenden.



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  07.03.2018 01:16  
Habe deinen Beitrag gelesen und konnte mich mit einigen Zeilen, zwecks gleicher Erfahrung, auch identifizieren. Es ist immer grausam, wenn Menschen derart früh in ihrem Leben, schon am eigen Leib und Seele erfahren müssen, wie absolut grausam Menschen auch sein können. Das ist auch massiv prägend.

Wünsche dir bei der Realisierung deiner Zukunftspläne viel Erfolg und dass es bald mal Berg auf geht.





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NRW
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  07.03.2018 18:10  
Danke euch für die Antworten.

Was tue ich hier?;

Ich hoffe mal man gewährt mir den Raum den ich mir nun beanspruche, um mich selbst zu verstehen
werde ich nun anfangen meine Worte niederzuschreiben um mir selbst eine Türe zu öffnen, eine Türe
zu mir selbst, und sollten all meine Hoffnungen und Träume zerplatzen, so kann diese Lektüre dem ein
oder anderen evtl doch noch Einsicht über mich geben, wir alle wollen nicht in Vergessenheit geraten.

Wenn Abspaltung zu weit geht;

Es gibt Dinge die man erlebt, die man nicht wahrhaben will, ein jeder mag sein eigenes kleines Geheimnis haben.
Wenn die Geschehnisse nun aber über dich herfallen dann suchst du nach Alternativen, was kannst du machen,
wie kannst du aggieren? Sich von seinem eigenen Ich abzuspalten kann hierbei helfen, was aber wenn die Abspaltung
zu extrem wird. Was wenn du deine eigenen Gedanken nichtmehr kennst, was ist wenn dein Unterbewusstsein die
Kontrolle über dein handeln übernimmt? Ich weiß nicht was ich denke, ich weiß nicht was ich will. Das geht soweit,
dass ich deshalb jeden Tag eine andere Meinung zu ein und dem selben Thema habe. Und jedesmal kann ich jene
Meinung auch mit voller Überzeugung vertreten. Wenn du mit dir selbst so sehr im unreinen bist, das du nichtmal
elementare Fragen an jedem Tag mit der gleichen Antwort belegen kannst, dann hast du definitiv
ein Problem. Willkommen in meiner Welt.

Dinge die ich nicht verstehe #00001;

Arbeit, diesem Wort kann man in diesem Leben nicht entgehen, aber was genau ist diese Arbeit?
Wieso bestimmt diese "Arbeit" in so vielen Kreisen wieviel du "Wert" bist, warum definieren wir uns an
Arbeit, wieso arbeiten wir soviel? Gehe ich mal logisch an die Sache dann arbeiten wir heutzutage in
jenem Rahmen weil die Kirche einst sagte das dies der Schlüssel zu einem erfolgreichen Leben sei.
Wir leben und arbeiten nach den Vorstellungen des 15 Jahrhunderts, immer dazu getrimmt produktiv
und leistungsstark zu seien. Aber warum? Es ist nicht so das unser Systeme zusammenbrechen würde wenn
wir den Menschen mehr Zeit geben, mehr Zeit für sich, mehr Zeit ihr Leben zu Leben. Oder wirst du später
wenn du alt bist mal sagen "Och Mensch hätte ich früher mal mehr gearbeitet" warum mutet sich der
Mensch diese Bürde zu?

Warum will ich arbeiten?;

Ja, warum eigentlich? Und dennoch kann ich mir selbst diese Frage beantworten, auch wenn es soviel gibt,
was ich nichtmehr sehen möchte, so will ich doch irgendwo eine Schnittstelle zur Gesellschaft. Desweiteren
ruht in mir weiterhin die Hoffnung jemanden zu finden und sollte dem der Fall sein dann will ich diesem Mensch
das bieten können was er verdient. Alles. Ich begebe mich gerne in diese Maschinerie wenn ich im Gegenzug dazu
einen Menschen der mir wirklich am Herzen liegt glücklich machen kann. Und es mag seien das Geld da nicht
unbedingt der größte Anteil ist, aber dennoch ist es etwas, das einem Freiräume verschafft und die Möglichkeit größere
Dinge zu erleben und miteinander zu teilen.

Ist es böse das zu behaupten?;

Wenn ich in die Welt schaue, und mutmaßen muss was die meisten Menschen bewegt dann komme ich wohl "vorschnell?"
zu dem Urteil das es die Gier ist. Es ist irrelevant wieviel man selbst hat, Hauptsache man hat mehr als sein Gegenüber,
zumindest erscheint mir dies so. Egal wieviel man hat, der Mensch möchte in der Regel mehr. Ich denke mir manchmal das
viele Menschen so sehr auf der Suche nach mehr sind, dass sie die schönen Dinge um sich herum vergessen und so in
ihrer eigenen Traumwelt gefangen sind, das sie vergessen haben das Leben zu lieben. Kein Geld der Welt kann für mich das
Gefühl aufwiegen, das ich bekomme wenn ich einen Menschen der es verdient zum Lächeln gebracht habe. Für viele ist
der Spruch "Geben ist schöner als nehmen" nur ein Spruch.

Bin ich etwa eingebildet?;

Das zu verneinen wäre eine Lüge ja ich bin eingebildet und auch hat die Zeit mir nie nehmen können worauf andere lange
hinarbeiten, ich liebe mich selbst. Wenn ich in den Spiegel schaue, dann bin ich zufrieden ja natürlich, man sollte einen
Menschen nicht nach seinem äußeren beurteilen. Bei anderen ist mir das auch egal ob sie dick, dünn oder sonstiges sind.
An mich selbst jedoch stelle ich hohe Erwartungen. Warum? Ich weiß es nicht, das kommt von innen heraus und es ist
ein schönes Gefühl auch Dinge zu haben bei denen man mit sich selbst im Reinen ist.

Du wiedersprichst dir selbst, ist dir das schon aufgefallen?;

Ehrlich gesagt zumindest beim schreiben der ersten 2 Texte noch nicht, aber natürlich führe ich diesen Reiter nicht umsonst
auf, es wird dutzende male passieren das ich mir selbst widerspreche, meine Aussagen als falsch hinstelle oder schlichtweg
garkeine Meinung mehr zu diesem Thema habe. Ich bin ein Mensch mit vielen Gesichtern, und eines bin ich mir, fremd.

Wie war mein Tag?;

Mein Tag war eigentlich ganz gut, das "Bewerbungsgespräch" verlief gut, wir konnte uns auf einen Rahmen einigen der
schaffbar seien sollte, lediglich die frühe Anfangszeit schlägt mir auf den Magen. 8:00. 8:00? Das ist doch nicht früh,
für viele nicht, für mich ist es das jedoch, seit Jahren verspüre ich eine tiefe Müdigkeit die meist bis zu 8 Stunden anhält
nach aufwachen, es ist als würde ich schlafen, irgendwie grau und emotionslos. Jedenfalls bin ich einwenig nervös wie es wohl
klappen wird, die ersten 2 Wochen sollten kein Problem sein, was mir zu schaffen machen könnte wird die Beständigkeit. Ansonsten
war ich bei meiner Psychologin, das Gespräch verlief gut nur hatte ich mich vertan, der Termin wäre Donnerstag und nicht heute
gewesen, hab gezittert ohne Ende weil mir die Situation so unangenehm war (Warum war sie mir unangenehm?) netterweise
konnte derjenige der eigentlich den Termin hatte für mich seine Sprechzeit abgeben da ich 1,5h Fahrt habe pro Weg. Hätte
ich nicht mit gerechnet das sowas möglich ist, kam mir sehr gewertschätzt vor, super Praxisteam. Es sind manchmal die
Kleinigkeiten die einem den Tag versüßen.

Danke1xDanke




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NRW
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  07.03.2018 20:50  
Kindheit...?

Kindergarten;

Über diese Zeit weiß ich selbst aus eigener Erfahrung natürlich nichts mehr, jedoch wurde mir natürlich
das ein oder andere erzählt. Sagen wir mal so, auch in frühem Alter schaffte ich es bereits mich selbst
auszugrenzen, ich war ein sehr aktives Kind. Eine Eigenschaft die ich damals hatte, war immer "wie bitte"
zu sagen, weil ich erst geantwortet habe und danach erst die Worte und deren Bedeutung in meinem Kopf
ankamen. Was macht man also wenn das Kind immer nochmal nachfragt? Richtig man geht zum Arzt,
der unterstellte mir ein schlechtes Gehör zu haben weshalb ich ein Hörgerät bekam. Das hatte ich bis zu
dem Moment als es einen großen Sitzkreis gab in dem dann herzlich geklatscht und getrampelt wurde.
Das war für mein kleines ich sowasvon zuviel da ich dies um einiges lauter hörte. Sodass ich aus jenem
Raum flüchtete. Nur so am Rande bemerkt, ich habe überdurchschnittlich gute Ohren.

Grundschule;

Eingeschult als sogenanntes "Integrativ-Kind" habe ich hier meine Schublade schon vor dem ersten
Schultag bekommen, die Integrativ-Lehrerin nahm mich nach vorne auf die Bühne, anwesend alle 1
Klässler und deren Eltern. "Das ist der ... und er bedarf besonderer Förderung, deswegen werde ich
mich speziell um ihn kümmern". Manchmal frage ich mich, ob Menschen über ihr handeln überhaupt
richtig nachdenken. Nunja, ich hätte so oder so früher oder später die Außenseiterrolle bekommen,
aber das hat es natürlich von vorneherein schonmal einwenig erleichtert. Was soll man sagen, das
übliche "Mobbing". In der Hälfte des 3ten Schuljahres wechselte ich auf eine andere Schule da die
Zustände nichtmehr ertragbar waren. Neue Schule also, und was wäre da so richtig perfekt?
Genau ein Schüler der einen Schüler aus meiner alten Klasse kennt, der dann direkt alle anderen
über mich aufklärt. Danke. "Pädagogen" habe ich in dieser Zeit auch zu genüge kennengelernt,
der Knaller war die Dame aus der Beschäftigungstherapie die Mini Me sagte nachdem ich äußerte
das mir das keinen Spaß machen würde "Mir macht das mit dir auch keinen Spaß, ich mach das nur
weil ich Geld dafür bekomme."

Weiterführende Schulen;

Zu dieser Zeit wurde ich zumindest körperlich nicht angegangen, da sich dies niemand mehr zu wagen
erlaubte, dennoch war Isolation mein ständiger Begleiter. Kennt jemand von euch auch noch dieses
schöne Gefühl wenn im Sportunterricht Teams gewählt werden und wie gut es sich dann anfühlt immer
als Letzter gewählt zu werden? Ein wahrer Genuss deutscher Schulgeschichte. Meine Leistungen vielen
immer weiter ab, vom Gymnasium gings auf die Realschule etc bis ich mich in einem Internat einfand,
dort hatte mein Leben endlich mal Struktur, ich war glücklich.

Die letzten 3 Jahre;

Nachdem ich in einer Nacht und Nebelaktion die Massnahme aufkündigte weil ich absolut fertig war
und überreagiert habe und das am nächsten Tag schon versuchte zu anullieren wurde mir gesagt, dass
dies nicht möglich sei. Die 6900 Euro wollte sich das Jugendamt doch lieber monatlich sparen, ich weiß
eine Menge Geld, aber es ging doch um die Zukunft eines Menschen? Dementsprechend da ich nun wusste
wie es ist ein intaktes Umfeld zu haben, wusste ich nun auch was mir fehlte. Es folgten Jahre der Depressionen,
Borderline-Erkrankung und auch mehrere Intensivstationsaufenthalte ließen sich leider nicht vermeiden.
In dieser Zeit versuchte ich sogar noch mir das Fach-Abi zu holen an einer Schule für Gesundheit und Soziales,
dies scheiterte leider nicht an den Noten sondern daran das ich mich nichtmehr wohl gefühlt habe raus zu gehen,
es war mein Traum, er war geplatzt. Fehlzeiten überschritte. Nach langer Zeit begann ich nach Lösungen zu suchen
versuchte über 1 Jahr unterschiedliche Medikamente bis ich vor einigen Monaten das richtige fand, um wieder zu lernen
was es heißt Hoffnung und Zuversicht für die Zukunft zu haben.

Und jetzt?;

Die Türe stehen mir nun wieder offen, was will ich werden?
Am liebsten etwas mit Menschen die benachteiligt sind, sei es Menschen mit Behinderungen, Menschen aus sozialschwachen
Strukturen oder sonstige Menschen deren Leben unverschuldet aus den Fugen geriet. Wie lange werde ich diesen Weg
alleine bestreiten? Ich weiß es nicht, aber ich will und werde die Hoffnung nicht aufgeben diesen einen Menschen zu finden
der mit mir durch dick und dünn geht. Für den es sich lohnt zu kämpfen, für eine gemeinsame Zukunft und ein Leben mit weniger
Schatten. Ich weiß sie ist irgendwo da draußen...ich hoffe ich werde dich finden...





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NRW
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  07.03.2018 22:39  
Was mache ich hier überhaupt?;

Grade kam mir der Gedanke, warum mach ich das überhaupt, warum schreibe ich das hier auf?
Will ich Aufmerksamkeit? Will ich Lob? Möglich, so im klaren bin ich mir dessen aber nicht,
als ich nun aber über den Sinn und Zweck dieses Geschreibsels philosophierte merkte ich, dass
ich mich schon seit lange Zeit nichtmehr so intensiv mit meinem Leben und mir selbst beschäftigt
habe. Irgendwie fühlt es sich sinniger an, wenn man weiß das es gelesen werden könnte und alleine
das es so seien könnte reicht mir aus den Antrieb dafür zu generieren den ich sonst nicht aufbringen
kann. Sich selbst verstehen - Möglich oder doch nur Träumerei?

Muss alles einen Sinn haben?;

Alles was ich tue,"denke" oder plane hinterfrage ich. Ich zerlege sämtliche Informationen in ihre Einzel-
teile. Irgendwie ist es für mich unendlich wichtig für das meiste einen Grund, bzw einen Sinn zu erkennen.
Dinge bei jenen ich dies nicht erfassen kann fallen mir dann jedoch um ein vielfaches schwerer. Ich denke,
dass ich einen Menschen bräuchte der mir hilft diesen Sumpf der Logik zu durchbrechen, ist das was ich
brauche evtl das Chaos?

Meine Art sich zu "erinnern";

Ich weiß nicht wie andere Menschen sich erinnern, ich jedoch kann mich nicht an Stimmen oder andere
akustische Dinge erinnern. Es sei denn es ist ein Lied was ich schon oft gehört habe. Denke ich zum Beispiel
daran wie die Stimmen meiner Eltern klingen, dann muss ich offen eingestehen, ich habe keine Ahnung.
Erinnerungen sind für mich Bilder, sich bewegende Bilder. Wenn ich an Urlaube zurückdenke kann ich Wege
die ich nur einmal gegangen bin relativ detailgetreu rekonstruieren, teilweise sehe ich wie die Blätter sich
im Wind bewegt haben, ich kann diese Orte in Prinzip in Gedanke noch einmal abgehen. Es ist schon komisch,
wie das eine so im Nichts verschwindet und anderes präsent ist als wäre es gerade erst passiert.

Meine Art zu "denken";

Ich unterscheide hierbei bewusst zwischen "aktivem" und "passivem" denken. Das passive denken bestimmt meinen
Alltag, es sorgt dafür wie ich mich fühle ohne mir jedoch genügend Informationen zu geben wieso ich mich gerade
so fühle wie ich es eben tue. Auch glaube ich, das es sehr belastet ist von diesem Schubladen-Denken was heutzu-
tage leider viel zu oft die Regel ist. Es klingt als wöllte ich Schuld von mir weisen, jedoch ist dieses Denken und die
dadurch entstandene "Abspaltung" von mir selbst wahrscheinlich das, was dafür gesorgt hat das ich heute noch
da bin. Es ist wie ein Schutzengel der über mir fliegt und jetzt ist es wie eine Nebelwand die nicht wieder verziehen
will, trotz der Tatsache das sich meine Augen wieder an das Licht gewöhnt haben. Aktives Denken verstehe ich als
aktiven Prozess meiner Person mich mit etwas außeinander zu setzen. Das mache ich relativ selten, einerseits liegt
für mich ein großes Interesse am Selbstfindungsprozess anderseits gebe ich mir selten den Raum um diese Aufgabe
auch wirklich anzugehen. Das schreiben hier, es hilft mir grade dabei auch wenn ich nicht weiß ob es mir hilft, oder
vielleicht in irgendeiner Weise einem anderen so ist es dennoch ein Weg den ich für richtig halte.

Was ich mir nebenbei erhoffe durch meine berufliche Rehabilitation;

In den letzten Jahren habe ich körperlich schon relativ abgebaut, das kommt nunmal davon wenn man jahrelang
95% des Tages auf ein und der selben Stelle sitzt, sich nicht vom Fleck bewegt. Vielleicht motiviert mich das ganze
ja etwas für meine Fitness zutun, Sport wäre sicher etwas was mir gefallen würde. Der Weg dort hin und die
Überwindung damit anzufangen ist aber ein steiniger. Sport heißt meist auch neue Kontakte, neue Kontakte heißt
auch Poten. wieder am Außenrand zu stehen. Wobei wenn ich ehrlich bin so viele Kontakte will ich auch garnicht,
vielleicht 1-2 Leute mit denen man mal was unternehmen kann mehr braucht es für mich nicht. Manchmal bin ich auch
gerne alleine, Leute um mich rum sind für mich nicht zwingend notwendig. Die eine Person, das wäre etwas anderes,
ich bin auch nicht verkrampft darauf wie diese Person seien muss natürlich habe ich Vorstellungen, aber an denen
halte ich nicht krampfhaft fest. Das einzige was mir wirklich wichtig ist, ist das diese Person unabhängig von mir ist,
andere Fälle hatte ich schon zu genüge ich bin wohl ein sehr einnehmender Mensch.



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Niedersachsen
10
  08.03.2018 00:33  
Hi DevillsAdvocate,

im Prinzip hast du viele Fragen beantwortet, die ich mir schon lange gestellt habe. Ich zum Beispiel kann mich nur über meine Arbeit definieren. Ansonsten hätte ich nichts parat von dem ich sagen könnte, das macht mich aus. Trotz meines erweiterten Sekundarabschlusses I habe ich es geschafft in eine gute berufliche Position zu kommen. Obwohl ich immer noch das Gefühl habe, da gehöre ich doch eigentlich nicht hin, ohne Abi, mache ich meine Arbeit, so hoffe ich, ganz gut. Mein Chef und meine Kollegen wissen allerdings nicht, dass ich ziemlich zurückgezogen lebe. Von meinem Privatleben erzähle ich dort eigentlich nichts. Ich wollte immer einen Kumpel haben, der eher zu den intellektuelleren Menschen gehört, hatte dann aber wieder die Sorge, dass ich zu langweilig wäre und nicht auf einem annähernd hohen Level kommunizieren kann wie er.

Gruß
jh1d92



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Niedersachsen
27
  08.03.2018 00:35  
Ich springe jetzt mal irgendwie hier rein. In einigen Stellen deiner Texte erkenne ich mich ebenfalls wieder ("Ich zerlege sämtliche Informationen in ihre Einzelteile. Irgendwie ist es für mich unendlich wichtig für das meiste einen Grund, bzw einen Sinn zu erkennen." (das würde ich noch erweitern, dass ich gerne dann nach Mustern suche)), nur was mir gerade nicht klar wird, ob Du nun überhaupt von Usern Rückmeldung erwartest oder ob das eher ein Tagebuch / Blog wird... Wenn Du Rückmeldungen erwartest, dann könnte es sein, dass sich andere User "etwas" erschlagen fühlen von den Texten. Für mich ist das kein Problem, da ich gerne selbst so ausführlich tiefgehend antworte.





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NRW
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  08.03.2018 01:43  
jh1d92 hat geschrieben:
Hi DevillsAdvocate,

im Prinzip hast du viele Fragen beantwortet, die ich mir schon lange gestellt habe. Ich zum Beispiel kann mich nur über meine Arbeit definieren. Ansonsten hätte ich nichts parat von dem ich sagen könnte, das macht mich aus. Trotz meines erweiterten Sekundarabschlusses I habe ich es geschafft in eine gute berufliche Position zu kommen. Obwohl ich immer noch das Gefühl habe, da gehöre ich doch eigentlich nicht hin, ohne Abi, mache ich meine Arbeit, so hoffe ich, ganz gut. Mein Chef und meine Kollegen wissen allerdings nicht, dass ich ziemlich zurückgezogen lebe. Von meinem Privatleben erzähle ich dort eigentlich nichts. Ich wollte immer einen Kumpel haben, der eher zu den intellektuelleren Menschen gehört, hatte dann aber wieder die Sorge, dass ich zu langweilig wäre und nicht auf einem annähernd hohen Level kommunizieren kann wie er.

Gruß
jh1d92


Guten Abend,

schön das du dich meldest, ich fasse das mal als positiv auf das ich Fragen beantwortet habe? Du legst augenscheinlich sehr viel Wert auf Abschlüsse, aber was sagt das schon aus ob man nun ein Abi hat, einen Realschulabschluss, einen Hauptschulabschluss oder was auch immer. Wichtig ist das du das erreicht hast was in deinen Möglichkeiten liegt und das du mit deiner Leistung im Reinen bist. Das Schulsysteme ist in meinen Augen eh nicht das was wir brauchen. Es gibt da ein Bild was mir dazu im Kopf geblieben ist, auf jenem waren unterschiedliche Tiere abgebildet, ein Fisch, ein Affe, ein Elephant etc. Und nun kommt die Aufgabenstellung ins Spiel. "Klettere diesen Baum hinauf". Ich denke du weißt was ich damit meine, unser Systeme ist gleichgeschaltet. Auf die Bedürfnisse des einzelnen wird kein Wert gelegt. Warum also, sich runterziehen lassen von etwas, das eigentlich mit logischer Betrachtung nur wenig Wert haben kann. Jeder Mensch ist wertvoll, auch du lass dich von Oberflächlichkeiten nicht von deinem Weg bringen, es ist egal als was du arbeitest, es ist egal wieviel du verdienst. Hauptsache du kannst Abends nach Hause kommen und zu dir selbst sagen, dass das was du tust sinnvoll ist. Zu dem Part mit dem "intellektuellen" Freund. Wenn dich ein Mensch nicht so akzeptiert wie du bist, dann hat er in deinem Leben einfach keinen Stellenwert zu spielen, jeder Mensch ist auf seine eigene Art perfekt. Ich glaube nicht das Menschen böse geboren werden, es gibt Menschen die vom rechten Weg abkommen, natürlich aber in seinen Grundfesten, ist zumindest meiner Meinung nach jeder Mensch gut. Ich kann dir nicht versprechen das ich "intellektuell" bin, aber wenn du jemanden zum reden haben möchtest, ich bin gerne da für den beidseitigen Austausch. Verkauf dich nicht unterm Wert, du bist wertvoll.

wagenburg hat geschrieben:
Ich springe jetzt mal irgendwie hier rein. In einigen Stellen deiner Texte erkenne ich mich ebenfalls wieder ("Ich zerlege sämtliche Informationen in ihre Einzelteile. Irgendwie ist es für mich unendlich wichtig für das meiste einen Grund, bzw einen Sinn zu erkennen." (das würde ich noch erweitern, dass ich gerne dann nach Mustern suche)), nur was mir gerade nicht klar wird, ob Du nun überhaupt von Usern Rückmeldung erwartest oder ob das eher ein Tagebuch / Blog wird... Wenn Du Rückmeldungen erwartest, dann könnte es sein, dass sich andere User "etwas" erschlagen fühlen von den Texten. Für mich ist das kein Problem, da ich gerne selbst so ausführlich tiefgehend antworte.


Salve te amici,

um deine Frage zu beantworten, ich freue mich über jeden der seinen Beitrag leisten will und bereit ist für einen offenen Austausch.
Mir ist bewusst das meine Texte nicht für jeden ansprechend seien werden, ich erwarte von niemandem das er seine Worte mit mir
teilt, freue mich aber über jeden der mal reinschaut und seine Meinung/Ansicht oder was auch immer kundtut.
Ich werde mir für jeden einzelnen hier Zeit nehmen, sobald sie sich findet. Für mich selbst werde ich zwischendrin aber immer wieder
Texte verfassen wie jene die ich bereits schrieb. Ich freue mich auf regen Austausch und bin sehr positiv angetan davon das ihr 2
euch unter meinen Beiträgen gemeldet habt.

Danke2xDanke

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