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portugal
Du hast nicht auch noch asperger's, oder?

22.10.2019 20:06 • #161


Mittlerweile kann ich auch das nichtmehr ausschließen aber ohne jegliche Diagnostik oder Ähnliches.

22.10.2019 21:56 • #162



Ja ich bin einsam

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portugal
Koenntest das wg asperger's ja mal abklaeren ..... Kenn mich damit ganz gut aus, zwei freunde von mir haben das.

22.10.2019 23:05 • #163


Unfähig
Einsam
Verbittert
Verwirrt
Unnütz
Dumm

Jeden Tag werde ich dümmer, ich merke es wie ich dümmer werde.
Unfähig sich an die einfachsten elementaren Dinge zu halten,
zu einsam um sich zu öffnen, zu offen um nicht einsam zu sein.

Überall vertane Chancen, Ziele aber kein Weg der möglich scheint bestritten zu werden,
ich will doch etwas sein, ich will jemand sein verdammte kacke. Und trotzdem bin ich hier,
und bin niemand.

Unzufrieden alleine, aber zu ängstlich um auf andere zuzugehen. Das einzige was zu bleiben
scheint ist zu jammern, dauernd jammern aber nur auf der Stelle treten.

Manchmal kommt der Gedanke zur menschlichen Fackel zu werden, zumindest zum Ende hin
zu leuchten, zumindest einmal zu strahlen. Ich weiß nicht wer oder was es lustig fand etwas wie
mich zu kreieren, unfähig zu leben, zu feige um zu sterben.

Angst, überall umringt mich die Angst, und trotzdem eine Außenwirkung als würde ich nie an mir
zweifeln. Selbstbewusst, war selbstüberschätzend scheine ich zu wirken, oder tue ich das nicht,
ach was weiß ich. Letztendlich, was bleibt mir? Ja was zum Teufel bleibt mir eigentlich.

Feindbilder, überall Feindbilder. Und die wenigen die es nicht sind, die will ich gar nicht sehen,
ein Schleier umgibt mich. Wo ist der Weg, den ich gehen kann, am Ende trete ich doch sowieso auf
der Stelle. Ich tue Nichts, ich bin Nichts, ich werde Nichts.

Wo ist das Licht das mir zeigt wohin ich muss. Ich traue nicht mal mir selbst, Zweifel sie zerfressen mich
und mit ihnen einhergehend die Angst die Kontrolle zu verlieren. Es ist die Angst die mich lähmt, aber es ist
auch die Angst die mich hier bindet.

Was. Stimmt. Nicht. Mit. Mir.

17.06.2020 21:53 • #164


Ein neues Jahr, eine neue Diagnostik.
Diesmal habe ich also Borderline, die Frage die sich mir aber stellt ist,
habe ich wirklich Borderline oder wollte ich nur dass Borderline diagnostiziert wird.

Ich kenne so viele Krankheiten, ich habe mir so viel Wissen über dieses und jenes
einverleibt. Ich traue mir selbst nicht und vor allem traue ich meinen eigenen Aussagen nicht,
was ich aber weiß ist dass Antidepressiva alle samt ein Reinfall waren.

Jetzt nehme ich also ein neues Medikament, Quentiapin, vorher hatte ich keinen wirklich Zugang
zu meinen eigenen Gedanken, zumindest sah und sehe ich das so. Jetzt ist es seitdem ich dieses
Medikament nehme als würde ich wie andere Menschen neue Freunde kennenlernen und einzuschätzen
lernen, meine Emotionen kennenlernen und richtig beurteilen lernen müssen.

Ich habe auch wirre Gedanken, aber schönere und realere Träume. Eigentlich ging es mir die letzten 2-3 Wochen
doch vergleichsweise gut. Ich hatte sogar den Eindruck wirklich etwas gefunden zu haben was mir hilft, aber dann
ist da einfach noch der heutige Tag. Ich fühle mich müde, ausgelaugt, erschöpft. Ist das der Beginn eines neuen Lochs,
oder nur eine kurze Phase? Ich habe Angst, Angst vor meinen Gefühlen, Angst vor der Angst. Angst neue Menschen
kennenzulernen, Angst keine neuen Leute kennenzulernen.

Keinen Schritt kann ich selbstständig gehen, immer brauche ich jemanden der mir sagt dass das was ich plane oder möchte
auch okay ist, ich traue mir selbst nicht, brauche Bestätigung ehe ich doch etwas angehe. Ich habe aber auch Angst neues
zu versuchen, denn das heißt dass es auch die Möglichkeit gibt zu scheitern. Ich habe Angst vorm scheitern, Angst vor allem.
Ja ich glaube manchmal habe ich sogar Angst vor mir selbst. Ich möchte weinen, aber ich möchte auch nicht weinen. Ich habe
Angst Schwäche zu zeigen, Angst vorm Leben. Sind diese Gefühle immer in mir und Quentiapin macht sie mir nur bewusst,
oder löst das Quentiapin diese Gefühle nur aus. Klar ist aber auch ohne rutsche ich von einem Hoch in dem ich mich selbst maßlos
überschätze und denke ich brauche keine Hilfe ins nächste Tief wo ich mich wertlos und schwach finde.

Hoch, Runter, Hoch, Runter, Hoch, Runter. Ein ewiger Kreislauf der Verzweiflung, und ein Jammern über mein Jammern.
Ich schäme mich dafür ich zu sein, aber ich frage mich auch ob ich es hätte besser machen können, ob ich es besser machen kann. In dieser Gesellschaft sind Jobs so wichtig, für deinen sozialen Status, und ich füge mich diesem Bild bereitwillig, aber werde
ich je in der Lage sein zu arbeiten, und falls ja in welchem Rahmen?

Verdiene ich Liebe, Zuneigung und Aufmerksamkeit? Oder bin ich in Wahrheit ein selbstverliebtes A. was es sich zur
Aufgabe gemacht hat sich selbst im Weg zu stehen? Wer bin ich, was bin ich, wieso bin ich. Lasst mich doch gehen, lasst
mich doch endlich gehen. Oder lass mich vorrankommen, aber dieses ewige auf der Stelle getrete zerfrisst mich.

Die Dinge die ich will, will ich auch gleichzeitig nicht. Es ist und bleibt zermürbend.

17.06.2020 22:38 • #165


Ich verspüre Unruhe, massive innere Unruhe und ich weiß nicht wie ich sie loswerden soll,
es ist als würde sie in Wellen von der Mitte meiner Brust strömen, ich fühle mich als ob ich
zittere, aber ich zittere nicht.

Es zerreißt mir den Kopf, meine Arme fühlen sich kraftlos, meine Beine fühlen sich kraftlos,
und ich werde dieses Gefühl nicht los. Die Stunden ziehen immer weiter ins Land, kaum gucke
ich für 5 Minuten nicht auf die Uhr, schon ist wieder eine Stunde meines scheinbar wertlosen Lebens
vorbei.

So ziehen Stunden, Tage, Wochen, Monate sogar Jahre an mir vorbei. Es ist als blicke ich einmal zur
Seite und ein weiteres Jahr ist verloren, ein Jahr ohne etwas worauf ich Stolz sein kann. Ein Jahr voller
Schmerz, Angst und Scham.

Ich möchte dass nicht fühlen was ich gerade fühle, aber ich fühle mich auch so als ob mir niemand dabei
helfen kann mit diesem Befinden klar zu kommen. Meine Augen sind müde, alles zieht an mir vorbei wie ein
grauer Schleier. Ich möchte doch Leben, aber das Leben zieht an mir vorbei.

Ich habe Angst, Angst vor der Zukunft, meine Vergangenheit blende ich sowieso die meiste Zeit aus,
ich möchte meiner Familie nicht zur Last fallen, aber es fühlt sich an als würde ich dies allein durch meine
bloße Existens. Warum kann ich nicht der Sohn sein auf den man mit Stolz blickt, warum bin ich wie ich bin,
ich bin sowas von zerrissen. Vor dem was ich will habe ich gleichzeitig Angst.

Wo ist der Mensch der mir zuhört, gibt es diesen Menschen überhaupt. Ich weiß nicht mit wem ich sprechen soll,
ich weiß nicht mal ob ich noch ehrlich sein kann, denn ich weiß letztendlich auch so wenig. Ich wünschte mir Absolution
zu gehen, eine Legitimation. Andere Menschen leiden an anderen Krankheiten, ich glaube aber nicht dass ich krank bin,
ich glaube ich bin lediglich nicht in der Lage so zu denken und zu fühlen wie ihr es tut.

Ich habe Schmerzen, große Schmerzen, und ich weiß nicht wie ich das jeden Tag weitermache, ich weiß nicht mal mehr
warum ich noch weitermache. Ich will einfach nicht Ich sein, ich will es nicht. Ich fühle mich als würde ich bestraft werden,
und ich fühle mich unehrlich auch wenn ich schreibe was mir gerade in den Sinn kommt. Gibt es denn keinen Weg für mich
sich in die Gesellschaft zu intergrieren, gibt es niemanden der so ist wie ich. Ich fühle mich tatsächlich so als wäre ich alleine
mit meinen Problemen auf dieser Welt.

Ich bin müde, so müde.

18.06.2020 00:38 • #166


Und plötzlich fühlt sich alles wieder normal an,
ob es nun vom schreiben kam, oder ohne konkreten Grund aber es ist nunmal so.
Trotzdem habe ich Sorge davor was passieren kann wenn ich solche Einbrüche habe,
abseits von solchen massiven Stimmungseinbrüchen denke ich bin ich mittlerweile,
ein vollkommen gesellschaftsfähiger Mensch. Aber gut, die Emotionen scheinen mein
Herr und Meister zu sein. Bin froh es für dieses mal überwunden zu haben, aber bin schon
unschlüssig darüber wie ich es schaffen soll kontinuierlich zu arbeiten wenn jederzeit sowas
aus mir heraus brechen kann. Eigentlich sieht es momentan nämlich ziemlich gut aus, bin das erste
mal seit langem dabei mich auf eine ernsthafte Beschäftigung einzulassen, nur wird das sicherlich
schwer werden wegen bereits benanntem. Manchmal kommt es einfach so über mich, und genauso
plötzlich wie diese Emotionen kommen verschwinden sie auch wieder. Fühlt sich trotzdem relativ
fremdbestimmt an. Gute Nacht.

18.06.2020 01:04 • x 1 #167


Es muss jetzt zirka ein Jahr her sein, ich habe einen Termin bei der Job-Vermittlung.
Ich parke mein Fahrrad vor dem Gebäude, ich schließe mein Fahrrad nicht ab, warum sollte ich mein Fahrrad auch
abschließen denke ich mir irgendwie tief in mir. Die Fahrräder von anderen werden geklaut, aber meins doch nicht.
Ich gehe zu meinem Termin, der Termin geht zu Ende und ich verlasse das Gebäude wieder.

Und natürlich, natürlich musste das Karma mir das Gegenteil beweisen, ich frage eine Dame die nahezu neben dem Platz
sitzt wo mein Fahrrad stand "Haben sie gehen dass hier gerade jemand mit einem weißen Mountainbike davon gefahren ist?"
"Nein haben sie denn nicht abgeschlossen?" Geknickt sage ich "Nein". Die Dame entgegnet "Tja dann sind sie wohl selbst Schuld
wie kann man denn auch so dumm sein". Kurz keimt in mir Wut auf die ich runterschlucke.

Mit wenig Hoffnung beginne ich durch die Stadt zu joggen, in der Hoffnung es doch noch wieder zu finden, es ist Mittags, sicherlich
über 35°, ich schwitze bei diesem Wetter also massiv. In der Innenstadt sehe ich eine Polizeisteife stehen, ich frage sie dort was ich
nun zu tuen hätte. Der Polizist sagt mir ich möge doch nur Polizeizentrale gehen um dort eine Anzeige aufzugeben.

An der Zentrale angekommen sehe ich wie mich der Polizist angewidert anguckt, ich sage ehrlich dass ich nicht abgeschlossen habe, in dem Wissen dass ich dadurch meinen Versicherungsanspruch verliere, aber lügen war keine Option für mich. Er sagt mir einen Raum zu dem ich mich begeben müsse. An dieser Stelle sei einmal erwähnt dass ich zu diesem Zeitpunkt und auch sicherlich heute noch große Angst vor Personen in Machtpositionen habe.

Ich betrete den mir benannten Raum, direkt sagt der Beamte "Sie stinken massiv, dass sie sich trauen hier aufzutauchen ohne vorher zu duschen ist eine Frechheit" er rennt zum Fenster, reißt es auf. Ich werde emotional weil mir das zu viel ist da ich eh
immer Sorge habe unangenehm zu riechen auch wenn es dafür in der Regel keinen Grund gibt, an manchen Tagen dusche ich
bis zu 10x nur um mich dementsprechend wohl zu fühlen. Ich fange an zu weinen, sage ihm dass ich emotional momentan nicht sehr stabil bin und ich dementsprechende Diagnostiken habe und er entgegnet "Das glaube ich Ihnen nicht, nehmen sie Dro.? Sie nehmen doch bestimmt Dro.!" ich verneine dies, er beharrt weiterhin darauf obwohl ich nur eine Anzeige wegen meines Fahrrads aufgeben möchte. Ich sage dass ich gehen möchte, er verweigert mir dies, sagt ich müsse die Anzeige jetzt fertig aufgeben.

Dies ist nur eine kleine, vielleicht für andere vollkommen nichtige Situation, aber mir bedeutet sie eine Menge, sie zeigt mir dass
ich nicht ernst genommen werde, das andere Menschen selbst in Positionen in denen sie "helfen" sollen kein Verständnis zeigen,
dass sie denken ich kann nur so sein wie ich bin weil ich Dro. nehmen würde. Das fühlt sich für mich schrecklich an, es macht
mich verbittert. Ich bin jemand der leider sehr schnell verallgemeinert, und jetzt kann ich eben jene Berufsgruppe nicht als einen
Unterstützer ansehen, eher als ein Feind der mir in den Rücken sticht sobald sich die Gelegenheit bietet.

Ich fühlte mich erniedrigt, gedemütigt und abgewertet.

18.06.2020 11:36 • #168


Calima
Zitat von DevillsAdvocate:
Ich fühlte mich erniedrigt, gedemütigt und abgewertet.


Das sind keine Gefühle. Es sind Bewertungen. Kannst du die echten Gefühle dahinter erkennen?

18.06.2020 15:25 • #169


Zitat von Calima:
Das sind keine Gefühle. Es sind Bewertungen. Kannst du die echten Gefühle dahinter erkennen?


Ich weiß es nicht. Wahrscheinlich nicht.
Was sagt dir das?

18.06.2020 15:55 • #170


Calima
Zitat von DevillsAdvocate:
Was sagt dir das?


Ich stelle Fragen, keine Diagnosen

Die Idee hinter der Frage ist, dass man seine Bedürfnisse - also das, was man braucht, um sich wohl und sicher zu fühlen - am ehesten erkennen kann, wenn man sich zuvor seiner Gefühle bewusst ist.

Was du beschrieben hast, sind Bewertungen, also Schein-Gefühle. Man erkennt sie meist daran, dass sie mit "Ich fühle mich.." anfangen. Ein echtes Gefühl wäre zum Beispiel "traurig sein". Wenn du dich als traurig beschreibst, würdest du vermutlich nicht sagen "Ich fühle mich traurig", sondern "Ich bin traurig".

Wenn du dich also gedemütigt oder erniedrigt "fühlst": Welche Gefühle löst das in dir aus, wenn dich jemand erniedrigt oder demütigt?

18.06.2020 16:23 • #171


Astreia
Zitat von DevillsAdvocate:
ch betrete den mir benannten Raum, direkt sagt der Beamte "Sie stinken massiv, dass sie sich trauen hier aufzutauchen ohne vorher zu duschen ist eine Frechheit" er rennt zum Fenster, reißt es auf.


Hat der das wirklich so gesagt? Das finde ich sehr, sehr unhöflich.
Warum hast du ihm nicht einfach gesagt das du gerade bei 35 Grad quer durch die Stadt gejoggt bist? Da würde doch jeder schwitzen und nicht mehr so gut riechen.
Alles andere geht den nichts an, dann bietest du auch keine Angriffsfläche...
Tut mir leid für dich, kann verstehen das dir sowas zu schaffen macht

19.06.2020 11:08 • #172


Zum ersten Beitrag, ich weiß gerade nicht wie ich darauf antworten kann.

Zitat von Astreia:
Hat der das wirklich so gesagt? Das finde ich sehr, sehr unhöflich.Warum hast du ihm nicht einfach gesagt das du gerade bei 35 Grad quer durch die Stadt gejoggt bist? Da würde doch jeder schwitzen und nicht mehr so gut riechen.Alles andere geht den nichts an, dann bietest du auch keine Angriffsfläche...Tut mir leid für dich, kann verstehen das dir sowas zu schaffen macht


Ja das hat er gesagt, daraufhin wurde ich emotional und sagte ich wöllte gehen...woraufhin er mich wie beschrieben dort gehalten hat und das ganze auf vermeintlichen Dro. zurückführte.

Ich bin nicht wirklich in der Lage mich zu wehren wenn ich der Aussage einen Funken von Wahrheit abgewinnen kann, da ich in dem Fall ja wirklich unangenehm gerochen habe aus den auch von dir benannten Gründen. Wenn ich einmal emotional ausbreche werde ich wehrlos, normalerweise passiert mir sowas nur bei Leuten die mich gut kennen. Aber die offensichtliche Macht die Polizisten über einen haben können macht mir schlicht weg Angst. Ich habe große Angst vor Willkür und Machtmissbrauch.

Danke für dein Verständnis.

Nebenbei habe ich gemerkt dass, wenn ich emotional werde und ich Quentiapin nehme ich in der Lage bin die emotionale Kurve deutlich abzuflachen, dadurch habe ich zum aktuellen Zeitpunkt wieder etwas mehr Hoffnung auch weil mein Vater mir zugesichert hat mir bei meiner Job-Suche Unterstützung zu leisten. Auch wenn es mir peinlich ist diese Hilfe zu brauchen und anzunehmen so muss ich mir eingestehen dass ich sie nun mal brauche.

19.06.2020 20:27 • #173


Nachdem nun einige Jahre ins Lang gezogen sind,
Jahre voller Tiefen, scheint die Aussicht auf einen guten und neuen Start aktuell,
so gut wie nie zuvor.

Nach meiner Borderline-Diagnostik und der damit einhergehenden Medikation mit Quentiapin
bin ich nun endlich wieder in der Lage zu Dingen die mir vorher unheimlich schwer fielen,
unabhängig davon ob ich diese Dinge mir gefielen, auszuüben.

Das fängt schon bei solchen Dingen an, wie dem Umstand auch nur 1 Stunde ohne Bewegung
irgendwo zu verbringen. Und endet irgendwann damit allgemein eine geregelte Struktur in meinen
Tagesablauf zu bekommen.

Seit wenigen Wochen sammle ich derzeit Erfahrungen in der realen Arbeitswelt, von jahrelange nichts tuen,
weil es schlicht weg nicht möglich war zu einer 37,5h Woche, in einem Bereich der wirklich mein Interesse vom
ersten Tag an geweckt hat (Was ich so nie erwartet hätte).

Langsam könnte also die Zeit beginnen, in der ich wieder froh und mit Mut auf die Zukunft schauen,
statt mich in Grund und Boden zu schämen, weil ich mich nicht eigenständig versorgen kann.

Ich bin gespannt auf die nächsten Monate,
und ich kann behaupten, dass ich endlich mal im hier und jetzt, glücklich bin.

06.10.2020 17:49 • #174


So nun habe ich schon eine ganze Weile gearbeitet, und es sieht nicht unwahrscheinlich aus, dass ich
dort auch meine Ausbildung beginnend nächstes Jahr starten kann.

Folgende "Probleme" sind dennoch aufgetreten und ich möchte das gerne einmal aufschlüsseln.

- Ein dort arbeitender Mensch hat mich ganz arg angestarrt, und stand danach mit seinem Kollegen am
Fenster und hat mich auch da ganz offen angeglotzt.

Reaktion, ich habe direkt gedacht da ist jemand der möchte mir etwas böses,
hab mir schon ausgemalt wie schlecht Dinge über mich verbreitet werden,
und allgemein meine Person abgewertet werden würde.

Mit diesem Gedankengang verschwendete Lebenszeit ca 5 Stunden

Situation 2.

- Mir ging es einmal nicht gut, mein Chef hat das ganz gut realisiert und mir Freiraum gewährt.
ich hatte den Eindruck, dass wenn jemand mich angesprochen hätte ich "komisch" oder "seltsam"
gewirkt hätte. Ich habe den Eindruck gehabt man sieht es mir genau an wie ich mich gerade fühle.
Ich habe die nächsten Tage damit verbracht diese Situation mit Angst und Skepsis zu meiner Leistungsfähigkeit
zu betrachten.

Verschwendete Lebenszeit: ca 20h.

Situation 3.

Ich war sichtbar krank, also so dass man es nicht leugnen könnte.
Bin erst trotzdem zu Arbeit gefahren und wurde direkt wieder zurückgeschickt.
Ich war den Folgetag dann auch noch krank. Den darauf dann jedoch wieder da.

Gedankengang: "Wieso bist du jetzt schon direkt wieder krank?"
"Du bist doch nur nicht da weil du faul bist und keine Lust hast."
"Was werden die Leute über dich denken wenn du jetzt so früh schon krank feierst?"
"Du bist doch gar nicht krank."

Verschwendete Lebenszeit: Mehrere Tage,
Anspannung im gesamten Körper,
das Gefühl sich nicht ausruhen zu können

Einmal hab ich einen "bösen Blick" wobei man gerne anzweifeln kann ob es überhaupt sowas war,
von einem Arbeitskollegen bekommen und der Tag war danach innerlich für mich absolut gelaufen.

Das war aber auch schon alles und für den Zeitraum echt nicht zuviel für mich.
Ich konnte es immer vermeiden, dass man von außen etwas bemerken konnte,
auch wenn ich mich manchmal so gefühlt habe als wäre dem so.
Dies kann ich aber verneinen da ich einen guten und offenen Gesprächspartner
dort habe der mir Rückmeldungen gibt, durch die ich eine menge Sicherheit gewinne.

Ich hab in den letzten 2 Tagen auch eine massive Menge an Videos über Persönlichkeitsstörungen
geschaut und mir die unterschiedlichen Krankheitsbilder und Verläufe angeschaut, erschreckend fand
ich dabei dass mir dadurch einpaar Dinge aufgefallen sind die ich zwar tat aber nie wirklich hinterfragt habe,
zum Beispiel bringe ich meinen Müll nur raus wenn es dunkel ist und kann es auch nicht ertragen dabei
gesehen zu werden. Oder Klopapier kaufen was mir auch unglaublich schwer fällt, ich hab dahinter nur
nie irgendwas gesehen weil ich das auch gar nicht wahrhaben wollte dass mir solche Banalitäten so schwer
fallen.

Ich habe überlegt dass ich auch so gerne mal offen sprechen würde, und werde mich wohl dementsprechend
mal über Selbsthilfe-Angebote schlau machen. Mal gucken was man dabei Gewinnen kann.

Was ich noch nachfügen wollte ist,
dass auch wenn die Situationen die oben sind eigentlich total banal sein sollten,
so war ich emotional bei jeder der genannten Situation in einem absoluten
Ausnahmezustand.

25.10.2020 19:53 • #175



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