neusser

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Hallo,

ich schreibe einfach mal frei von der Leber weg, denn ich denke ehrliche Worte kommen meist spontan.

Ich bin 39 und lebe zusammen mit meiner nun 10 Jährigen Tochter.
Vor ca 5 Jahren hatte ich so den privaten Mega Gau.
Job verloren, Frau haut mit einem Anderen ab und lies mich sitzen, Gesundheit zu der Zeit stark im Eimer, Mutter starb ... zur Krönung (schon fast zum lachen) starb auch noch die Katze.

So rutschte ich vom Status Familienvater Glücklich Verheiratet mit guten DV/Job, gutem Einkommen und alles was man sich wünscht zu einem nun
ALG 2 Empfänger der mehr schlecht als recht sich mit seiner Tochter durch schlägt.


Durch meinen sozialen und vor allem extremn schnellen Abstieg sind mir bis auf 2 gute Freunde keiner geblieben. Natürlich helfen diese Freunde mir wenn es hart auf hart kommt, aber sie haben Familie Job und so gut wie nie Zeit.

Also bringe ich jeden Tag die Zeit rum mit der Jobsuche, der Arge ab und an auf den Nerv gehen und Sport (ich laufe und werde dieses Jahr den ersten Maraton laufen).

Ab und an hab ich ein paar Monate nen Job aber höre immer sehr schnell ewig das selbe (tut uns leid, liegt nicht an ihnen , würden alles tun um sie behalten zu können, und bla bla). und bin dann halt wieder arbeitslos.

Habe weder Eltern, noch irgend jemanden mit dem ich reden kann. Derweil kommt es mir gar nicht auf das los werden von Sorgen an. Viel mehr ist es, das man rein gar nix hat das einen mal aus dem Trott holt.
Da ich nicht Trinke, weg gehen, ja mir selbst das Rauchen nicht mehr leisten kann, hab ich auch kaum die Möglichkeit Kontakte zu anderen zu knüpfen.

In Chats hab ich es versucht, aber was soll man machen ?
Spreche ich eine Frau an, meint sie nur ich sei wieder einer dieser vielen Irren aus dem Internet die nur pudern wollen. Spricht man einen Mann an, denkt er man hat nicht alle Äppel auf der Palme oder man sei gleichgeschlechtlich.

Mit 39 ist es halt nicht mehr so wie mit 10 als man auf dem Schulhof dem andern einfach die Hand gab und sagte "Hallo ich bin der ....".

So hocke ich ewig viele Abende alleine vor dem Tv oder spiel mit der Spielkonsole. Man was würd ich gebe mich mit anderen mal zu treffen. Einfach mal zusammen Spagetti machen, nen Film sehen und was Quatschen. Ja da würd ich mich freuen wenn es einfach nur um irgend etwas ginge, ich hab gar kein Interesse daran mich aus zu heulen, denn ich bin ein gewalltig Lebenslustiger Mensch.

Nur wie ich das Problem lösen soll einfach nur Freunde kennen zu lernen. Das weis ich nicht. Da muss ich zugeben, das ich schon ein paar Jahre daran knabber, das ich keine Idee mehr habe, wie ich einfach nur Freunde kennen lernen kann. Oder sagen wir Leidensgenossen oder Genossinen denen auch am Abend mal die Decke auf den Kopf fällt. ABER die genau wie ich auch nicht erpicht darauf sind durch Kneipen zu ziehen und viel Alk. zu trinken.

Ein wichtiger Punkt ist wohl auch, das man mit wenig Geld auch extrem wenig Möglichkeiten hat. Den viele Fereine oder Aktionen sind schlicht unmöglich so lange ich keinen neuen Job habe von dessen Lohn ich auch leben kann.

So hab ich sehr hart erfahren das es zum einen schwer ist Freunde zu finden und man zum anderen unsichtbar ausgegrenzt iust, wenn man "nicht" mal eben einen 10er ausgeben kann umd irgendwo hin zu gehen.

Ich danke für Ihre Zeit und sollte jemand aus meiner Ecke kommen, kann er sich ja bei mir melden. Hab schon oft nach gedacht ob man nicht so eine Art Selbsthilfegruppe gründen sollte ?!?!?
Wer will kann mich auch anrufen (bindestriche sind zwischen den Ziffern um es den Automatischen Bot-Programmen etwas schwerer zu machen die Nummern sammeln) 0-1-5-2-0-1-3-4-2-4-6-4

Schönen Abend noch.
Hans

03.01.2009 20:00 • 08.01.2009 #1


5 Antworten ↓


MissErfolg


Hallo Hans,

Dich hat es ja ganz schön hart erwischt.
Und dennoch rappelst Du Dich auf und nimmst Dein Leben in die Hand.
Das ist doch großartig. Lob Dich mal dafür.':wink:'
Eine Selbsthilfegruppe gründen - die Idee ist gut. Mach es einfach, denn Worte verändern noch nicht, aber Taten und Du bist schon so nah dran.

Ich wünsch Dir ganz viel Mut

MissErfolg

04.01.2009 10:16 • #2


Eragon0705


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Hallo Hans idch hatt es wirklich verdammt hart erwischt und gehts mir mit 15 jahren so wie dir jetz...da sich die ganzen "cliquen" bereits etabliert haben ist es schwer da noch irgentwo rein zu kommmenich weis ja nicht ob du schon wach bist aber sobald ich das weis kann ich dich ja mal anrufen....

04.01.2009 10:34 • #3


wladimir


hi,
ich find gut das du auf alk. und kippen und sowas verzichtest.
auch joggen ist shr gut. ich geh normal auch so alle zwei tage /manchmal täglich für ne stunde joggen.....super gefühl das adrenalin abzubauen und dafür endorphin zu bekommen
ohne geld ist es aber wirklich extrem schlecht irgendwo leute kennen zu lernen und unsere unglaublich ungerechten hartzIV gesetze bauen das selbsbewustsein auch nicht gerade auf.
aber das wichtigste hast du ! die hofnung, und den willen estwas verändern zu wollen. das ist auch so weil du gerade kein alk. trinkst. bekanntschaften die ständig betrunken sind helfen einen nicht. im gegenteil. aber das weißt du ja......
evtl kannst du leute kennen lernen wenn du etwas ehrenamtliches oder mini-job-artiges machst. kirche,altkleider,...oder so....
oder du engagierst dich politisch.....
mal auf ne demo gehn. oder gruppen besuchen die die gleichen interessen haben ...z.b.:attac o.ä.
P.S.: ich hab auch bei spin.de gute erfahrungen gemacht.da ist es etwas lockerer.....
LG -wladimir-

04.01.2009 12:15 • #4


Gaby7


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Hallo Hans,

das Problem mit der Einsamkeit haben wohl mehr Menschen als ich dachte, lach. Mir gehts auch nicht anders. Das mit der Selbsthilfegruppe hatte ich auch schon überlegt, die Idee ist eigentlich so toll, daß ich mich wundere, dass nicht schon andere auf den Einfall gekommen sind. Es gibt doch sooo viele, die abends allein rumhängen und nicht wissen was sie machen sollen. Bei mir müßte es eine Gruppe in Hannover sein, Jahrgänge so 40 bis 60.......hm, ja, tolle Idee, vielleicht sollte man das wirklich mal auf die Beine stellen.

Nur wie?? und wo fängt man damit an??

04.01.2009 12:20 • #5


wasnun


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Hallo Hans,

ich habe fast das gleiche erlebt vor 5 Jahren (das war der Einstieg in den Abstieg):

Trennung (megahart und total unfair abgelaufen), gleichzeitig Hartz4 geworden, Freunde verloren, kein Geld mehr, enges Familienmitglied verstorben. Ich dachte auch, es kann nicht schlimmer kommen.

Das Problem mit dem Hartz4 neben dem Scham und der Isolation ist der Umstand, dass man kein Geld mehr hat, um mitzuhalten. Man ist aus dem System raus. Komplett! Freunde, die hier noch mitspielen, kann man lange suchen. Die meisten definieren sich über Geld.
Das (Isolationshaft) erleben zu müssen, war für mich härter als das wenige Geld. Die Kälte, die zu spüren ist.

Ich bin raus aus der Krise seit 2 Jahren, ich arbeite selbstständig, aber wirklch leben kann ich noch nicht davon, aber immerhin habe ich mehr Geld als vorher. Nur: Die Isolation ist nicht weg.
Damals als Arbeitslose habe ich Kontakte gesucht mit Beratungsstellen, Frühstückstreffen, Wandergruppen o.ä., auch Ehrenamt und politisches Engagement hat mir geholfen. Und das Tacheles-Forum natürlich, da sind echte Menschen, in gleicher Situation, man bekommt immer ein gutes Wort!

08.01.2009 19:10 • #6



Dr. Reinhard Pichler


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