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 Betreff des Beitrags: Essen als Ersatz...?
BeitragVerfasst: 01.Aug.2011, 22:11 
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Registriert: 28.Jul.2011, 18:29
Beiträge: 43
Ob es der richtige Ort für dieses Thema ist, weiß ich nicht.....
Seit meiner frühesten Kindheit leide ich unter Ängsten. Seit nun ca. 30 Jahren lebe ich mit dieser Angststörung. Bin heute anfang 40. Natürlich gesellten sich in den letzten Jahren auch mal Depressionen dazu. Um aber zu meinem Thema zu kommen....
Seit ich denken kann habe ich "Probleme" mit dem Essen. Auf die unstillbahre Sehnsucht nach Liebe und Geborgenheit bzw. Sicherheit reagiere ich bis heute mit ständigem Essen.
Dank mehrer Therapien weiß ich , worum es bei mir geht, aber diese "Essstörung" bekomme ich nicht in den Griff. Ja natürlich habe ich "eigentlich" gelernt mich selbst zu lieben und auf mich zu achten. Aber es hapert mit der Umsetzung.
Ich bin eine alleinerziehende Mutter und gehe arbeiten. Freunde sind nach einer Trennung auf der Strecke geblieben und die Familie ist total überfordert mit mir.
Manchmal bin ich richtig wütend oder enttäuscht von mir, das ich so Disziplinlos bin und so oft regelrecht gelähmt da sitze.
Hat hier vieleicht jemand ein ähnliches Problem oder ein paar Ratschläge?
Allerleirauh


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 Betreff des Beitrags: Re: Essen als Ersatz...?
BeitragVerfasst: 01.Aug.2011, 22:26 
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Registriert: 25.Jan.2008, 21:22
Beiträge: 2670
Allerleirauh hat geschrieben:
Manchmal bin ich richtig wütend oder enttäuscht von mir, das ich so Disziplinlos bin und so oft regelrecht gelähmt da sitze.
Essstörungen und Depressionen haben doch nichts mit Disziplin(losigkeit) zu tun. Wenn du dich dieser "Selbstkritik" (besser: Selbstabwertung) hingibst, hapert es noch gewaltig mit der Selbstfürsorge. Es fehlt anscheinend etwas in deinem Leben und du gleichst die Lücke mit Essen aus. Du würdest es anders machen, wenn du es anders könntest. Besser wäre es, die Lücke zu schließen, als nur am Füllmaterial herumzudoktern. Hast du denn keine Möglichkeiten, Kontakte zu knüpfen, um dann Freundschaften aufzubauen? Isolation tut schließlich kaum jemandem gut.

Liebe Grüße
Christina

_________________
"Wer nichts weiß, muss alles glauben." (Marie von Ebner-Eschenbach)


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 Betreff des Beitrags: Re: Essen als Ersatz...?
BeitragVerfasst: 01.Aug.2011, 22:39 
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Registriert: 28.Jul.2011, 18:29
Beiträge: 43
Hallo Christina
Gebe zu, das mit der Selbstfürsorge klappt wirklich nicht sehr gut. Nur selten gelingt es mir mich um mich selbst zu kümmern. Dann lese ich gerne oder höre eine meiner Meditations CD`s. Und ganz selten mal male ich auch.
Ja diese Lücke zu schließen fällt mir unglaublich schwer. Dabei bin ich ein sehr geselliger Mensch, der immer einen großen Bekanntenkreis hatte und auch ein Paar Freunde gab es immer.
Kenne mich kaum wieder..... Hatte nie Probleme damit auf Menschen zu zu gehen.
Heute lebe ich mitlerweile ziehmlich zurückgezogen und habe große Bedenken noch zu vertrauen.
Ich verurteile meine Krankheit nicht. Im Gegenteil... Diese Probleme habe ich aus sehr guten Gründen und die Ängste und Depressionen gehören zu mir. Sie sind ein Teil von mir und machen mich auch ein wenig aus.
Es besser zu können..... das möchte ich schaffen....
liebe Grüße Allerleirauh


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 Betreff des Beitrags: Re: Essen als Ersatz...?
BeitragVerfasst: 02.Aug.2011, 12:13 
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Registriert: 28.Jul.2011, 18:29
Beiträge: 43
.... habe sehr lange über die "Selbstabwertung" bzw. die Selbstkritik nachgedacht.
Oh je........ was dabei raus gekommen ist.....
Mein leben lang habe ich gehört, das ich nicht genüge, so nicht richtig bin. Nur wenn ich immer parat stand und für jeden hilfsbereit in den Startlöchern stand... war es richtig.
Ist wohl kein Wunder, wenn diese lebenslangen Eindrücke heute für mich maßgeblich sind.
Anderen Menschen diese "Fürsorge" entgegen zu bringen ist für mich einfach normal.
Aber ... und jetzt schäme ich mich gerade sehr.... bin das wirklich ich oder ist es nur eine "antrainierte" Gabe mich so um meine Mitmenschen zu kümmern.
Und warum habe ich solche Schwierigkeiten mir nicht selbst diese Fürsorge zu geben.
Oder, und das ist auch kein sehr angenehmer Gedanke, gebe ich das nur anderen Menschen, damit ich dadurch etwas zurück bekomme....? Also aus Berechnung.....?
Kann man wirklich so "von der Rolle" sein, nur weil man sich nach Liebe,Geborgenheit usw. sehnt?
Dieses exessive Essen einfach austauschen oder ersetzen....?
Früher hat man immer zu mir gesagt.... du brauchst jemanden, der dir ständig in den A.... tritt. Das mag im übertragenen Sinne stimmen, nur hat dieser Satz mich bis heute zutiefst verletzt.
Denn niemand hat gesagt... heute helf ich mal dir, denn du brauchst es auch. Ist die gleiche Aussage, klingt aber wesentlich besser.

Bitte entschuldigt diese "wirren" Gedanken. Versuche nur gerade aus diesem Ersatzessen auszubrechen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Essen als Ersatz...?
BeitragVerfasst: 02.Aug.2011, 16:12 
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Registriert: 28.Jul.2011, 18:29
Beiträge: 43
...... wirklich gut !!!!!!!!!!!!
Habe gerade hier im Forum einen Satz gelesen, der mir in meiner Hinsicht richtig gut gefällt!

Meistens ist man dann gescheitert, wenn man nicht so ist, wie andere einen haben wollen!
Dann haben die Anderen eben Pech gehabt! .....


Sicher wurde der in einem anderen Zusammenhang gepostet, Aber mir gefällt er eben richtig gut!
Ein neuer Gedanke für mein Problem....


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 Betreff des Beitrags: Re: Essen als Ersatz...?
BeitragVerfasst: 03.Aug.2011, 10:35 
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Registriert: 28.Jul.2011, 18:29
Beiträge: 43
Gestern Abend war es wieder nicht so klasse....
Habe zwar mit meiner Tochter noch einen kurzen Spaziergang durch die Stadt gemacht, aber nur wenige Stunden danach ging es wieder los.
Ich fühlte mich mies und fing an zu essen. Eine Packung Schokokekse mußte dran glauben. Ok ich trinke nur Literweise Wasser und eine Tasse Kaffee am Tag aber dieses Essen und auch die ständige Suche danach ist ätzend. Irgendwann bin ich dann wie so oft frustriert zu Bett gegangen und natürlich steht man dann auch so auf......
Habe festgestellt, das es fast immer gleich beginnt. Erst das Gefühl wie gelähmt da zu sitzen und dann geht die Tigerei in der Küche los.
Auch meine Versuche bei meiner "alten" Freundin anzurufen schlugen fehl. Nöööö keine Zeit und auch keine lust...
Und die Familie..... ne, tut uns leid aber heute bitte nicht auf unserer Terasse....
Ich hasse es, wenn dann bei mir das Gefühl aufkommt, regelrecht zu betteln. Das ist "nur" mein Gefühl, aber es schleicht sich immer wieder ein.
Und jetzt ein richtig, voller Selbsmitleid, triefender Satz, der mich auch immer wieder einholt:
Warum ruft eigentlich hier niemand an und sagt, er oder sie hätte gerade an uns gedacht ....
Och menno... das wird ein wieder ein Tag, der mich vordert.
Wie geht ihr mit solchen Gedanken um?
liebe Grüße Allerleirauh


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 Betreff des Beitrags: Re: Essen als Ersatz...?
BeitragVerfasst: 03.Aug.2011, 14:06 
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Registriert: 25.Jan.2008, 21:22
Beiträge: 2670
Allerleirauh hat geschrieben:
Ich fühlte mich mies und fing an zu essen. Eine Packung Schokokekse mußte dran glauben. Ok ich trinke nur Literweise Wasser und eine Tasse Kaffee am Tag aber dieses Essen und auch die ständige Suche danach ist ätzend. Irgendwann bin ich dann wie so oft frustriert zu Bett gegangen und natürlich steht man dann auch so auf......
Sag mal, isst du überhaupt exzessiv? Oder hungerst du tagsüber und kannst abends nicht mehr? Da wäre es nämlich egal, was psychisch abgeht, da meldet sich ganz einfach der Körper mit seinen grundlegenden Bedürfnissen. Erst kommt das Fressen, dann die Moral. Und 'ne Packung Schokokekse ist m.E. nicht exzessiv. Ein Schritt in Richtung Selbstfürsorge wären z.B. regelmäßige und ausreichende Hauptmahlzeiten - und zwar bestehend aus Nahrungsmitteln, die dir schmecken und auf die du Lust hast. Mengenmäßig so, dass du auf jeden Fall satt wirst und ein paar Stunden satt bleibst. Oder ginge das essstörungsbedingt nicht?

Allerleirauh hat geschrieben:
Und jetzt ein richtig, voller Selbsmitleid, triefender Satz, der mich auch immer wieder einholt:
Warum ruft eigentlich hier niemand an und sagt, er oder sie hätte gerade an uns gedacht ....
Och menno... das wird ein wieder ein Tag, der mich vordert.
Wie geht ihr mit solchen Gedanken um?
Hm, ich rufe eigentlich nie jemanden an, weil ich gerade an denjenigen gedacht habe, sondern weil ich was (wissen oder erzählen) will oder von demjenigen länger nichts gehört habe... Und ruft wirklich keiner an, niemals? Zu wie vielen Personen hast du näheren Kontakt, wie viele Anrufe (oder Kontaktaufnahmen) sind daher realistischerweise zu erwarten? Die Zurückhaltung der anderen ist außerdem i.d.R. nicht böse gemeint, sondern hat auch damit zu tun, dass die u.U. selbst einiges um die Ohren haben (und sich vielleicht nicht mal trauen, das zu erwähnen).

Liebe Grüße
Christina

_________________
"Wer nichts weiß, muss alles glauben." (Marie von Ebner-Eschenbach)


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 Betreff des Beitrags: Re: Essen als Ersatz...?
BeitragVerfasst: 03.Aug.2011, 15:02 
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Registriert: 28.Jul.2011, 18:29
Beiträge: 43
Nein ich hungere nicht den ganzen Tag. Im Gegenteil, die Gedanken drehen sich den ganzen Tag um das Essen. Eigentlich esse ich neben den Hauptmalzeiten ständig. Und dann ist so eine Packung Schokokekse nur ein Teil des ganzen Tages. Ich koche leidenschaftlich gerne. Machnmal auch mit den Kindern zusammen.
Exessiv betrachte ich es, wenn ich gerade eine Tafel Schokolade gegessen habe und dann schon wieder losrenne und das Nächste suche.Und wenn ich nicht gerade Wasser trinke dann rauche ich oder schnappe mir die nächste Portion.Das findet immer statt, wenn ich eben wie gelähmt da sitze und mich nicht "aufraffen" kann in Aktion zu gehen.
Ein Therapeut hat mal was von oraler Befriedigung gesagt....
Hab es viele Jahre mit ständigem Kaugummi kauen ausprobiert. Habe dabei aber schon mal meine Kronen verloren und mußte mich in Zahnärztliche Behandlung begeben. Bei dieser Behandlung unter Vollnarkose vor 2 Jahren habe ich leider ein neues Trauma erlitten.
Für meine Essstörung wäre es sicher sehr gut einen normalen Umgang mit Nahrungsmitteln zu lernen.
Leider klingelt hier nur das Telefon, wenn es für die Kinder ist (Ihr Vater,Freunde,Großeltern usw.) Für mich klingelt es, wenn meine Mutter etwas von mir möchte oder sie sonst irgendwie Hilfe braucht. OK es klingt vermessen zu schreiben... warum denkt nicht gerade mal jemand an mich.
Ich habe eine Schwägerin, die ab und an anruft. Dann fragen wir uns gegenseitig wie es uns geht und sprechen über unsere Familien. Sie weiß, wie alle anderen auch von meiner Angststörung und sagt aber offen, das sie es nicht verstehen kann.

Ich stelle gerade fest, das es sich alles wie gejammer anhört, was ich so schreibe.
.... Keiner versteht mich oder ist für mich da....
Bitte entschuldige diese Litanei. Scheint so, als ob ich gerade mal wieder im Selbstmitleid versinke.
Es ist zum Ko...... !!!!!!!!!!! Ich schaffe es einfach nicht mir das zu geben, was ich mir von anderen so wünsche.
Und in solchen Momenten geht das Essen wieder los.....

Du hast gefragt, zu wievielen Personen ich Kontakt habe....
Näheren Kontakt habe ich zu meinen Kindern. Ich habe eine Mutter, einen Stiefvater, einen Bruder, einen Stiefbruder und meine Schwägerin. Eine Arbeitskollegin und eine "ehemalige" Freundin.
Eine Telefonfreundschaft gab es auch. Nur leider habe ich mich daraus erstmal zurückgezogen. Ich kann dieser Freundschaft nicht gerecht werden .

Deine Antwort bringt gerade so vieles in Gang.... Danke dafür!

liebe Grüße Allerleirauh

... wie kommt es, das du hier mit Rat und Tat so vielen zur Seite stehst? Und wie geht es dir?


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 Betreff des Beitrags: Re: Essen als Ersatz...?
BeitragVerfasst: 04.Aug.2011, 10:04 
Hallo,

Wenn du so sehr unter dem Ersatzessen leidest (es scheint ja wirklich eine Ersatzbefriedigung zu sein die du fast zwanghaft ausführst) wie wäre es dann dir eine professionelle Hilfe zu holen? Das könnte eine Ernährungsberaterin sein, könnte aber auch einfach sowas wie Weight Watchers werden. Mein Onkel war jahrelang unzufrieden mit seinem Job und hat auch aus Frust Ersatz-Gegessen. Er wurde immer dicker und wog irgendwann 130kg. Erstens litt sein Selbstbewusstsein immer mehr, Zweitens auch die Gesundheit. Wer so viel Ballast mit sich rum schleppt wird auch immer träger und unbeweglicher, bei vielen Ausflügen mit uns konnte er überhaupt nicht mehr mit den Anderen mithalten. Ist ein ewiger Teufelskreis. Ihm hat dieses Gemeinschaftsgefühl bei den Weight Watchern sehr geholfen. Da musste er sich wöchentlich aufraffen und hingehen, dann hat er dort auch Bekanntschaften getroffen und Freunde gefunden. Ihm tat das sehr gut, und inzwischen hat er die 100Kilo schon geknackt :wink: Inzwischen hat er auch seinen alten Job gekündigt. Man lernt bei den WW z.B. auch leichte Rezepte zuzubereiten, wär vielleicht für dich interessant wenn du sowieso schon gerne kochst. Dann kannst du kochen, aber gesund.

Ich hab übrigens selber nachdem mein Vater gestorben war 15 Kilo zugenommen, auch weil ich versucht hab den seelischen Frust und Stress durch Essen zu betäuben. Im ersten Moment hilft das Essen aber dann kommt das schlechte Gewissen, irgendwann konnte ich mich selbst nicht mehr leiden. Ich hab zusammen mit ner Freundin abgenommen, ich finde im Alleinkampf schafft man das kaum. Man braucht immer Verbündete die einen Aufbauen oder auch mal Anmeckern wenn man sich gehen lässt :wink:

Im Fitness-Studio gibt's auch Coaches die stellen je nach Belastbarkeit und Ausdauer ein Training zusammen. Am Anfang ganz klein anfangen, dann langsam steigern. Auch dort ist man nicht allein sondern unter Anderen und lernt Leute kennen denen es Ähnlich ergeht. Für mich ist das aber nichts, ich mach Sport lieber allein und nur für mich. Deswegen hab ich mit auf youtube Cardio-Workpouts rausgesucht und in meiner Favoriten-Liste gespeichert, und wenn ich mal Lust hab mich Auszupowern dann lass ich so ein Video laufen und zieh das durch. Das tut mir dann richtig gut. Vielleicht wär das ne Lösung für dich, es gibt auch Fatburner-Workouts wo man z.B. gar keine Geräte oder Utensilien braucht. Ich kenne auch eine Hausfrau der macht Sport und Workout gar keinen Spaß, die hat sich einfach Gewichte für Handgelenke und Fußgelenke gekauft und wenn sie Hausputz macht macht sie den mit den Gewichten an Armen und Beinen. Das klingt vielleicht komisch, aber durch das Mehrgewicht kommt man ordentlich ins Schwitzen dabei und verbrennt dann Kalorien bei einer Tätigkeit die man sowieso ausführen muss. Gar nicht dumm.

Inzwischen hab ich (bin ja jetzt meine Frust-Kilos los) ein Bild von mir mit fast 80 Kilo an die Kühlschranktür gehängt, quasi als Abschreckung falls ich doch mal bedenkenlos was in mich rein stopfen will. Ich wieg mich jede Woche und trag das in eine Tabelle ein. So entsteht ein Graph wo ich genau sehe ob ich mein Gewicht halte, zunehme, oder abnehme. Sobald ich nicht mehr kontrolliere fang ich nämlich auch wieder mit bedenkenlosem Essen an, das ist leider so. (Und durch hormonelle Verhütung setzt das dann leider auch sofort an.)

Freilich soll sich Jeder selbst lieben lernen, das ist wichtig. Ich bin auch gegen dieses Bild von Hungermodelfrauen das uns die Gesellschaft suggerieren will. Fakt ist aber auch dass Übergewicht und Trägheit sich negativ auf die Gesundheit auswirken. Und man soll sich im eignen Körper wohl fühlen.
Ich denke wenn du etwas verändern willst gibt es zahlreiche Möglichkeiten einen ersten Schritt zu tun. Du bist nicht, es gibt viele Anlaufstellen wo du Hilfe bekommst. Und es ist möglich etwas zu verändern wenn man mit sich selbst unzufrieden ist. :)
Ich hoffe ich konnte dir etwas Mut machen.

Liebe Grüße,
Bianca


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 Betreff des Beitrags: Re: Essen als Ersatz...?
BeitragVerfasst: 04.Aug.2011, 11:12 
Offline

Registriert: 28.Jul.2011, 18:29
Beiträge: 43
Hallo Bianca,
vielen Dank für deine lieben Tipps und Gedanken.
Professionelle Hilfe hatte ich im letzten Jahr ..... Durch einen totalen Zusammenbruch war ich 8 Wochen in einer Tagesklinik. Dort gab es auch eine Ernährungsberaterin.
Da ich selbst beruflich aus dem medizinischen Bereich komme, war ihr Gesprächsstoff über die richtigen Lebensmittel schnell erschöpft. :wink: Sie schickte mich wieder auf die Station, mit den Worten, das ich zwar unbedingt in die Bewegung kommen müßte aber ohne die Aufarbeitung meiner Traumata keine Besserung zu erwarten wäre. Hey, ich hab sie gefragt, ob sie mittags mit mir laufen würde, dann könnten wir weiter an der Ernährung "arbeiten". Sie lehnte ab und sagte, das sie mir über die "Wertigkeit" der Nahrungsmittel nichts mehr beibringen könnte. ...........
Zu deinen Tipps mit den WW oder einem Fitnessstudio kann ich nur sagen, das diese Dinge sehr teuer sind. Ich bin Alleinverdienend und wir leben an der unteren Grenze zum Harz 4. Aber voller Stolz eben selbst verdient und nicht abhängig vom Staat. Deinen Tipp mit Workout Clips aus dem Internet finde ich interessant. Da sieht mir wenigstens niemand zu , wenn ich meine "Massen" ins Schaukeln bringe. :stirn

Ich esse, weil ich die Leere in mir nicht ausfüllen kann. Mein Leben lang bekam ich so etwas "Ähnliches" wie Zuneigung, wenn ich den sogenannten Anforderungen der Menschen entsprach. Und wenn ich dann Hilfe brauchte, war da nichts mehr.......

Zur zeit versuche ich einen neuen ambulanten Therapieplatz zu finden.......
Ich schaffe es einfach nicht mehr nähere Kontakte zu anderen Menschen aufzubauen.
Nein ich sitze nicht den ganzen Tag im dunklen Kämmerlein. Ich gehe arbeiten,einkaufen,treffe dabei auf Menschen und zeige ihnen immer ein fröhliches Gesicht.
Plaudere ein wenig oder biete meine Hilfe an. Wenn ich zu meiner Familie fahre, zeige ich auch ihnen ein fröhliches Gesicht und plaudere mit ihnen. Höre mir ihre Geschichten und Kummer an, rede mit ihnen darüber und fahre wieder zurück in unsere Wohnung. Von mir erzähl ich nichts mehr. In ihre leeren Augen zu sehen und den Satz zu hören.... Du bist auch selber schuld oder du stellst dich immer so an..... ertrag ich nicht mehr.

Deine Antwort hat mir Mut gemacht Bianca. Allein die Tatsache, das du dir die Mühe gemacht hast alles zu lesen und mir so ausführlich zu antworten, tut gut!
In ca 10 Wochen werden wir umziehen. Von der Stadt wieder aufs Land. Dort wohnt mein Stiefbruder und seine Familie in der Nähe und ich hoffe dort wieder etwas mehr Anschluß zu bekommen. Dort gibt es die Landfrauen..... die veranstalten viele Ausflüge und Informationsabende. Die Gebühren sind nicht so hoch. Vieleicht kann ich mir da ab und an mal einen Ausflug gönnen.

Ach übrigends.... seit Beginn meiner Essstörung ( begann im Teenageralter) belaste ich meinen Körper mit ca 35Kilo Übergewicht. Letzte Woche wurde mal wieder Blut abgenommmen und auch ein EKG gemacht. Aller Werte sind in Ordnung und mein Herz arbeitet zuverläßlich.

Mein erster Schritt war hier darüber zu schreiben. Das bringt schon ne Menge in Gang.
Würde mich freuen, wenn ich mich her mit euch weiter darüber austauschen könnte.

liebe Grüße Allerleirauh


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