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 Betreff des Beitrags: Re: Warum lebe ich?
BeitragVerfasst: 13.Aug.2010, 19:13 
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Registriert: 17.Apr.2009, 07:00
Beiträge: 2386
Wohnort: Bayern
Zitat:
Es wird immer so bleiben


Wenn du nichts daran änderst, dann leider ja :(
Ich verstehe dass du frustriert, traurig und vielleicht auch verzweifelt bist. Es ist hart, aber im Leben fällt keiner vom Himmel, reicht dir die Hand, richtet dich wieder auf und hilft dir glücklich zu werden. So funktioniert das echte Leben leider nicht.
Für dein eigenes Glück, deine Wochenendgestaltung, dein Leben und dich selbst bist ganz allein du selbst verantwortlich. Das musst du begreifen. Hinsetzen und auf bessere Zeiten hoffen funktioniert einfach nicht. DU musst aufstehen, aktiv werden und etwas an den Zuständen ändern die dich so traurig machen.
Sei es in Form von Vereinsaktivität, sei es in Form von ehrenamtlicher Arbeit, sei es in Form einer Therapie. Den Weg entscheidest ganz alleine du.
Man ist nicht allein im Leben, man kann sich Hilfe und Unterstützung holen.
Aber das Beschaffen der solchen erfordert wieder eine Aktivität, die von dir ausgehen muss.

_________________
Time spent wishing is time wasted.


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 Betreff des Beitrags: Re: Warum lebe ich?
BeitragVerfasst: 13.Aug.2010, 19:33 
Offline

Registriert: 12.Aug.2010, 23:05
Beiträge: 6
Hallo Erdnussflipp

Falls es Dich tröstet - Mit meinem Mann bin ich zusammengekommen, als er 28 war, und ich war seine erste Freundin. Mich hat das nicht gestört, bzw. habe ich außer einer winzigen anfänglichen Unsicherheit bei ihm keinen großen Unterschied zu anderen Männern bemerkt.

Wenn Du gern Fahrrad fährst und draussen aktiv bist - hast Du schon mal an einer Radfahr-Gruppe teilgenommen? Bei uns in der Gegend gibt es das häufiger. Da sind wechselnde Personen dabei. Dabei kann man ins Gespräch kommen, muss aber nicht. Und falls man das Gefühl hat, dass man etwas bei einer Person vermasselt hat, sieht man sie nicht unbedingt beim nächsten mal wieder.
Vielleicht hilft es Dir, wenn Du mal eine neue Sportart ausprobierst, wie z.B. klettern, und einen kleinen Kurs mit wenig Leuten belegst, wo etwas erklärt wird. Da hättest Du einen minimal erträglichen Kontakt mit anderen, die sich aufgrund der geringen Personenanzahl zwangsläufig etwas mit Dir beschäftigen müssen, wo aber auch viel Aktivität dabei ist, bei der man nicht die ganze Zeit reden muss und auf andere Art und Weise Kontakt miteinander aufnimmt. Dann wäre der Druck für Dich etwas raus.
Manchmal hilft auch eine Andere Umgebung, eine neue Wohnung, eine andere Stadt.
Grüße
Nachtgespenst


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 Betreff des Beitrags: Re: Warum lebe ich?
BeitragVerfasst: 13.Aug.2010, 19:49 
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Registriert: 12.Aug.2010, 23:05
Beiträge: 6
Apropos, ich fühle mich trotz Mann und ein paar Bekannten und Freunden, die weiter weg wohnen auch ab und zu schrecklich einsam und mir ist schon an sehr vielen Wochenenden sehr langweilig gewesen. Dann bin ich einfach alleine los zu Kulturveranstaltungen. Bei einem dieser Aktionen habe ich eine inzwischen gute Freundin kennengelernt. An diesem Abend sah ich total peinlich aus und habe mich grässlich gefühlt. Ich kam in den Veranstaltungsraum, und sie hat mich angelächelt - ich zurück und habe mich dann zu ihr gesetzt, weil ein Plätzchen frei war. Es wurden an dem Abend Gedichte vorgetragen, so kamen wir zwischen den Vorträgen ins Gespräch.
In meinem Ort kannte ich Jahrelang niemanden. Die Frau an der Kasse im Supermarkt, bei dem ich einkaufe, war ziemlich freundlich, und sah so aus, als ob sie in meinem Alter wäre. Bei einem Einkauf habe ich ihr anstatt Geld einen Zettel mit meiner Telefonnummer in die Hand gedrückt und ihr gesagt, dass ich sie nett finde, und gern mal mit ihr einen Kaffee trinken würde. Das hat sie dann tatsächlich auch gemacht. Auch wenn daraus keine Freundschaft geworden ist, hatte ich das Gefühl, dass ich etwas getan habe um meinen Zustand zu ändern und habe mir zumindest keine Vorwürfe über Selbstverschuldetes Leid machen müssen.
Als Mann würde ich Dir das mit einer Kassiererin nicht unbedingt empfehlen (zu eindeutig unverschämtes Angebot?), aber vielleicht gibt es Dir eine kleine Inspiration.
Ich habe mir auch schon überlegt, ob ich einfach im Ort ein paar Plakate aufhängen soll - Party bei mir und es darf jeder kommen, der eine bestimmte Musik-CD mitbringt und eine Flasche Bier, im Alter zwischen so - und so- ist, solange der Platz in unserer Wohnung reicht.
Wenn mich die Einsamkeit wieder einkreist, und ich es nicht mehr aushalten kann, dann werde ich das wohl auch noch machen.
Nachtgespenst


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 Betreff des Beitrags: Re: Warum lebe ich?
BeitragVerfasst: 13.Aug.2010, 19:53 
Ich bin 32 und werd so ein Glück sicher nie haben.

Verein, ehrenamtliche Tätigkeit, dafür muss man erstmal akzeptiert und aufgenommen werden. Ich bin gehandicapt. Mich will keiner haben.

Wenn ich in eine neue Gruppe stoße, muss ich erst mal reden, mich artikulieren. Das kann ich aber nicht. Ich kann auch nicht telefonieren. Könnte höchstens emails rumschreiben, aber da werden zum Großteil keine Antworten kommen. Und selbst wenn, muss ich dann hingehen und dann steh ich da und bekomme nichts raus. Ich habs doch schon versucht. Ich weiß, wie belämmert ich dann dastehe. Für euch ist das leicht. Ihr ruft einfach an und macht was aus, könnt smaltalken, weil es für euch das normalste der Welt ist.

Nur mir zu sagen, dass ich aktiv werden soll, ist halt schon sehr einfach. Aber schon klar, was sollt Ihr mir auch sonst raten :cry: .


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 Betreff des Beitrags: Re: Warum lebe ich?
BeitragVerfasst: 13.Aug.2010, 19:55 
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Registriert: 12.Aug.2010, 23:05
Beiträge: 6
Hast Du schon mal einen Small-Talk-Kurs besucht? Da könntest Du eventuell die ersten Momente eines Kontakts erleichtern, und nebenbei ein paar nette Menschen kennenlernen, denen es ähnlich geht wie Dir und sich vielleicht eher mit Dir einlassen wollen, weil Du sie nicht gleich verschmähst wenn sie nicht immer die richtigen Worte finden, da Du eventuell Verständnis für ihre Schwierigkeiten hast, weil es Dir genauso geht?


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 Betreff des Beitrags: Re: Warum lebe ich?
BeitragVerfasst: 13.Aug.2010, 20:03 
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Registriert: 12.Aug.2010, 23:05
Beiträge: 6
Ich kann überhaupt nicht small-Talken, es ist für mich der reine Horror und ich schwitze wortwörtlich Blut und Wasser dabei. Ich rede Schwachsinn, verhaspele mich, beim Gehen stolpere ich und mir fällt meistens bei so einem Anfangsgespräch irgendetwas runter. Das hasse ich. Aber die reine Masse der Versuche hat mir den ein oder anderen Kontakt beschert. Wenn ich merke, dass sich jemand für mich interessiert, oder mich ein bisschen mögen könnte, werde ich entspannter. Mein Leidensdruck ist größer als meine Angst und ich überwinde sie. Es funktioniert auch nicht immer. Im Moment schreibt mir seit Monaten keine E-Mail mehr, selbst Spam bekomme ich kaum noch - was mir unerklärlich ist?. Und ich frage mich auch, was ich falsch mache. Aber ich werde nicht aufgeben, weil ich diesen Zustand unerträglich finde, und habe mich gerade für einen Sportkurs in meinem Ort angemeldet ( was ich bisher nicht auf die Reihe gekriegt hatte), und freue mich auf wenigstens ein paar mal "hallo" und "tschüss" ;-)-


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 Betreff des Beitrags: Re: Warum lebe ich?
BeitragVerfasst: 13.Aug.2010, 20:06 
Die, die sowas machen (Smaltalk-Kurs), können wenigstens sprechen. Stell dir mich einfach wie einen Teilstummen vor. Übliche Kommentare, die ich einfahre sind "der dreijährige Nachbarsbub kann besser reden" und "der kann ja nicht mal richtig deutsch". Oder das ich breitgrinsend ausgelacht werde oder die Augenbrauen nach oben gezogen werden. Oder die Leute sind zu entnervt, weil ich einfach zu anstrengend bin und halten sich auf Abstand.


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 Betreff des Beitrags: Re: Warum lebe ich?
BeitragVerfasst: 13.Aug.2010, 20:10 
Offline

Registriert: 12.Aug.2010, 23:05
Beiträge: 6
Es gibt übrigens auch andere Aktivitäten als Vereine. Zu den Fahrradgruppen, die es bei uns gibt, muss man sich nicht anmelden. Man geht einfach zu dem angekündigten Ort.
Ich weiss ja nicht wo Du wohnst. Aber es gibt ja z. B. auch Stadtführungen, die einmal in der Woche an einem bestimmten Treffpunkt stattfinden, ohne Anmeldung. Man kann einfach mal in eine fremde Stadt fahren, wo man nicht Gefahr läuft, jemandem wiederzu begegnen und kann sich einfach ausprobieren. Reden muss man ja auch nicht. Man kann es einfach genießen im Kreis von wild durcheinander gewürfelten Leuten zu sein, und darf mitlachen, wenn Jemand einen Witz macht, ohne dabei ein Wort zu sagen. Lachen verbindet, und es nimmt einem keiner übel, wenn man dazu nicht seinen Senf gibt.


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 Betreff des Beitrags: Re: Warum lebe ich?
BeitragVerfasst: 13.Aug.2010, 20:12 
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Registriert: 12.Aug.2010, 23:05
Beiträge: 6
Hm, wenn Du so eine totale Sprechhemmung hast, dann würde ich mir nochmal überlegen, ob eine Therapie sinnvoll ist. Vielleicht mit einem Therapeuten, mit dem Du Dich wohl fühlst. Habe ich mich verlesen, oder hattest Du schonmal so etwas ähnliches gemacht? Manchmal erwischt man nämlich den falschen Therapeuten. Dann muss man sich einen anderen suchen.
Jedenfalls ist das doch kein Zustand so


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 Betreff des Beitrags: Re: Warum lebe ich?
BeitragVerfasst: 13.Aug.2010, 20:29 
Hab in den letzten 7-8 Jahren schon mehrere Therapieanläufe hinter mir. Die meisten nur wenige Sitzungen. Entweder hab ich oder sie abgebrochen (meistens ich), weil die Welle nicht gestimmt hat. Auch bei den Anläufen, die ich ein halbes Jahr und einmal auch ein Jahr durchgezogen habe, war der Erfolg praktisch null. Mir ist halt nicht zu helfen. In die Klappse wollte ich nicht, weil ich dann endgültig vom Schuss weg bin und weil das sowieso ein Witz ist. Ich brauch doch "nur" Leute, schon gehts mir gut. Merk ich ja, wenn ich in der Arbeit bin. Von der Depri keine Spur. Komm ich nach Hause ist alles scheiße, weil niemand da ist. Medikamente hab ich mir auch mal verschreiben lassen, aber ich hab davon Kopfschmerzen bekommen und ich hab mich dadurch ernsthaft dümmer gefühlt. Hab keine Lust als torkelnder Zombie zu enden. Momentan bin ich auch am überlegen, noch mal einen Anlauf zu starten. Aber ich hab nicht wirklich mehr einen Antrieb dafür. Das muss doch auch anders gehen. Und würde es auch, wenn das Umfeld passen würde...

P.S. Nicht das es verkehrt rüberkommt. Ich kann eigentlich schon sehr gut mit mir alleine gut klarkommen. Nur als Dauerzustand ist es nicht erträglich...


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