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200731.12




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Hallo an Alle,

Ich suche Leute die wie ich das Medikament Citalopram nehmen.
Ich selbst nehme das jetzt schon seid 3 Jahren und es hilft mir eigentlich
sehr gut. Nur bin ich mir noch immer nicht sicher ob mich das Medikament
verändert hat.
Wenn ich mich mit früher vergleiche, hab ich neben dem positiven Effekt,
der unbestritten sehr gut bei mir ist, auch das Gefühl das mich das Medikament müde und mich auf einer Art gleichgültig macht. Früher habe ich sehr viel Sport getrieben, konnte mich für viele Dinge begeistern, fieberte begeistert mit wenn meine Lieblingsverein gespielt hat und war generell viel lebhafter als jetzt. Jetzt ist mir vieles einfach so gleichgültig. Das gegeisternde Gefühl ist nicht mehr vorhanden, ich schaffe es kaum mich aufzuraffen und zum Sport zu gehen und habe einfach zu nix mehr Lust.
Alle gesundheitlichen Untersuchungen habe nichts ergeben. Ich bin kerngesund. Mein Arzt meint das kann nicht vom Medikament kommen.
In einen idiotischen Selbstversuch habe ich einfach das Medikament abgesetzt für 14 Tage. Das hat keine Besserung gebracht und natürlich waren meine Ängste und Depressionen wieder da
Hat jemand ähnliche Probleme und Erfahrungen damit gemacht?
Ich bin dankbar das das Medikament mir hilft aber ich möchte nicht einfach so dahin leben sondern möchte wieder Spaß am Leben haben.

Würde mich freuen wenn sich jemand mit mir austauschen würde

Liebe Grüße an Alle

Auf das Thema antworten


  01.01.2008 20:05  
Hallo Leonardo,
bevor anfange von meinen Erfahrungen zu berichten, beschreibe ich noch warum ich Citalopram nehme: Ich ging im letzten Sommer das erste Mal in meinem Leben zu einem Psychiater (ich bin 28 jahre alt!) und erzählte von meinen Problemen: ich erzählte von meinen Schwierigkeiten im Ungang mit Menschen, meinen zwangsähnlichen Handlungen und Gedanken und wechselhaften Stimmungen: der Psych. war der Ansicht, dass ich an einer Sozialen Phobie leide und ich eine Pychotherapie machen solle und begleitend dazu jeden Tag 20 Mg Citalopram einnehmen solle.

Meine Erfahrungen:
Im Grunde positiv. In den ersten 10 Tagen starke bis sehr starke Nebenwirkungen, nach etwa 4 Wochen Stimmungsaufhellung und neuer Mut (in der Zeit begann ich meine Psychotherapie) und seitdem bin ich im Umgang mit anderen Menschen selbstbeswußter und weniger befangen. Ich habe einen Job als Schlafbereitschaft in einer Wohngemeinschaft angenommen und habe Freude am Umgang mit den Patienten.

Negativ finde ich, dass ich in den letzten Monaten ein starkes Bedürfnis nach Schlaf habe und mich oft zuhause zu nichts aufraffen kann. Ich liege seit einem Monat (ich bin Student) schon bis 10 , 11 Uhr morgens im Bett und lese nicht mehr und vernachlässige das Studium.

Ich weiss allerdings nicht, ob das Medikament die Ursache für die Müdigkeit ist. Möglich wäre es auch, dass die Arbeit in der Nacht mich so erschöpft. Ich weiss es nicht

Mit freundlichen Grüßen
Andreas



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NRW
  01.01.2008 20:09  
oh sorry,
ich habe vergessen mich anzumelden. der letzte Beitrag war von mir.





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  01.01.2008 23:03  
Hallo Andreas,

Danke für deine Antwort. Die gleichen Symtome habe ich auch. Könnte eigentlich immer schlafen und mir fehlt der Antrieb. Nehme 40 mg Citalopram was die Sache wohl noch erschwert. Leider kommt für mich kein Absetzen in Frage. Habe das einmal gemacht und sofort wieder Ängste und Depressionen erhalten Vielleicht muss ich es einfach akzeptieren. Oder versuchen die Dosis zu verringern und sehen ob sich was ändert. Habe jetzt erfahren das es eine Weiterentwicklung von Citalopram gibt. Das Escitalopram (Cipralex) Soll bei gleicher Wirkung weniger Nebenwirkung haben. Werde mal mit meinem Arzt darüber reden und dann berichten.

LG



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NRW
  07.01.2008 23:54  
hallo leonardo,
weißt du ob citalopram abhängig macht? Du hast ja schon mal versucht von den Tabletten loszukommen...hattest du das Gefühl abhängig von dem Medikament zu sein? Und was sagen andere dazu...teilt mir doch eure Erfahrungen mit

Ja, ich denke jetzt daran das Medikament abzusetzen, weil es mich einfach zu müde macht. Ich habe in der letzten Woche (eigenmächtig) jeden zweiten Tag die Dosis halbiert und siehe... ich war weniger müde und nicht wesentlich gehemmter.

Mit freundlichen Grüßen
Andreas



  08.01.2008 15:36  
Hallo Andreas,

Abhängig macht mich das Medikament nicht. Abgesehen das mir die Hände ein wenig kribbeln. Ich denke auch das ich danach ein wenig antriebsvoller war. NUr das Problem bei mir ist das sämtliche Symtome vor allem aber die Depressionen zurückkam. Und die Depressionen kamen auch ziemlich stark zurück. Deswegen habe ich Angst die wieder
einfach abzusetzen. Habe Morgen einen Termin beim Doc und werde
das alles mal ansprechen. Vielleicht sollte ich vielleicht das Medikament wechseln. Anderseits komme ich super klar mit dem Citalopram. Habe bestimmt schon 4 oder 5 ausprobiert die nix gebracht haben. Daher bin ich ja schon froh das das Citalopram so gut hilft. Werde Morgen mal berichten was der Arzt gesagt hat.

Liebe Grüße

Leonardo



  13.01.2008 14:53  
Hallo an Alle,

So, war dann mal bei meinem Doc und habe ihm die Probleme mit der Müdigkeit und der Lustlosigkeit geschildert. War ein wenig enttäuscht wie wenig Zeit er sich genommen hat mir zuzuhören und seine einzige Aussage war „Nee, von dem Medikament kann das nicht kommen. Das wirkt antriebssteigernd.“ Ein Wechsel auf ein anderes Medikament wäre
nicht ratsam. Toll. Jetzt bin ich genauso schlau wie vorher. Habe seid Freitag die Dosis von 40mg auf 20mg reduziert und werde einfach mal beobachten wie ich mich in den nächsten Wochen fühle. Vielleicht ist das ja ein Kompromiss zwischen Angst und Antrieb 


Liebe Grüße Leonardo



  02.02.2008 12:50  
Leonardo
Es ist unprofessionell und falsch vom Arzt zu sagen, es koenne nicht vom Medikament kommen. Es ist sogar eine bekannte Nebenwirkung der SSRI (selective serotonin re-uptake inhibitors).
Viel besser in dieser Hinsicht sind die SSNRI wie venlafaxine oder duloxetine. Es kann problemlos gewechselt werden von SSRI auf SSNRI. Es ist haeufig so, dass man ein paar Medikamente ausprobieren muss, um fuer sich das passendste zu finden.
Ich wuerde den Arzt wechseln.



  02.02.2008 17:10  
Hallo Leonardo,

wie lange willst du noch das Citalopram nehmen? Ich habe es 1 Jahr und 3 Mon. eingenommen und bin am absetzen, von 20 mg auf 10 mg, nach 4 Wochen ist Schluß damit.
Ich denke, wir sollten uns nicht allzusehr auf die Medis verlassen, die Medis bekämpfen nur die Symptome. ... Uns bleibt nichts anderes übrig, als uns der Angst zu stellen, mit Unterstützung eines Psychologen. Das ist schwer, aber es funktioniert. Immer ein kleiner Schritt nach dem anderen ... es lohnt sich, daran zu arbeiten.
Eine Bekannte hat Höhenangst; sie hat sich eine Treppenleiter aufgestellt und zwei Stufen erklommen, nächsten Tag wieder, übernächsten Tag 3 Stufen ....
Auch kann es sein, dass ein Medikament gegen Angst und Depression schon mal die Depression verstärkt.
Hab Mut, geh die Sache an.

Herzliche Grüße
Michael



  02.02.2008 17:17  
Michael
Es ist nicht korrekt zu sagen, dass Medis nur die Symptome bekaempfen.
Wenn die Angst weg ist dank Medis kann man angstausloesende Situationen positiv erleben. Diese Erfahrungen veraendern die Persoenlichkeit in positiver Hinsicht, und helfen, die Angst abzubauen. Das ist sicher mehr als Symptonbekaempfung.

Danke3xDanke
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