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201423.01




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Hey Leute,

ich nehme seit etwas über einem Jahr 30 mg Citalopram und bin damit super glücklich! Hätte wirklich schon viel früher eine medikamentöse Behandlung beginnen sollen aber, wie viele ja kennen, sind die Bedenken groß (Nebenwirkungen usw.).
Mein Leben hat sich durch das Medikament stark verändert und nicht nur meine generalisierte Angststörung und Zwangsstörungen auf ein erträglicheres Maß gedrosselt, sondern auch meine Stimmung enorm aufgehellt. Das einzige Problem was ich seitdem habe ist, dass mein gewohnter Alltag nicht mehr zu mir passt. Wer kennt das noch, dass er immer Lust hat etwas zu unternehmen, sich selber neu zu entdecken usw. Mein Antrieb ist nicht unbedingt gesteigert aber ich glaube, dass ich durch meine nun "fast" überwiegende gute Stimmungslage keine Langeweile bzw. nicht mehr diese Monotonie ertrage, die mein altes Leben besaß. Problematisch ist nur, dass ich da so schnell nicht rauskomme aber so allmählich kann man ja Neues ins Leben integrieren.
Mich würde interessieren, wem es ähnlich geht. Wer entdeckt sich ebenfalls neu? Bei mir ist so viel los in meinem Kopf, ich finde im Moment so viel Gefallen an Sachen, die mir vorher schnuppe waren, aber leider brauch ich meinen Kopf zum Lernen..das konkurriert die letzten Monate dermaßen..fühlt jemand auch so?

GLG
lillyfee

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  30.01.2014 21:34  
Hallo lillyfee!

Erst mal schön zu hören, dass es dir soweit gut geht und dein Leben neu entdeckst! darf ich dich fragen wie alt du bist?

ich möchte dir hier mit meiner antwort nicht deine stimmung verderben oder sonstiges, aber medikamente sind auf deiner keine lösung. dein körper wird sich mit der zeit daran gewöhnen, du brauchst eine höhere dosis, usw.

willst du echt dein leben lang abhängig sein von medikamenten? oder willst du deinen weg selbst bestimmen?

ich selbst bin kein fan der medikamente, weil sie unsere ängste nur unterdrücken, aber sie verschwinden dadurch nicht bzw kommst du dann ohne med. nicht mehr klar.
stell es dir so vor: deine angst ist wie ein feuer. es brennt in dir und es macht dir verrückt. jetzt nimmst du deine medikamente. du machst das feuer klein, sodass es nicht mehr brennt, aber eine glut wird immer da bleiben. jetzt passiert irgendetwas, was dir nicht passt, es kommt ein windstoß und entfacht die glut wieder zu einem feuer. dass ist das was die medikamente mit dir machen.

ich würde dir echt davon abraten, bzw die medikamente nur als stütze zu sehen, aber nicht als dauerhafte lösung. denn es bringt nichts!

Schönen Abend, Gruß

oscarCFC11





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  31.01.2014 17:59  
Hey,

Danke, für deine Antwort.
Keine Sorge, jeder hat seine Meinung und nur weil du meine nicht teilst, verdirbst du mir nicht meine Stimmung ;)
Ich weiß ja nicht, welche Laster du zu tragen hast aber wenn man sein Leben lang (ich bin Ende 20) "eingesperrt" ist, sind Medikamente sehr wohl eine Lösung. Ich habe mich auch lange mit dem Thema auseinandergesetzt, bis ich mich für eine medikamentöse Behandlung entschieden habe. Für mich war es absolut richtig, weil ich JETZT neue und sehr positive Erfahrungen machen kann, was zuvor undenkbar war. Als Angstpatient ist es wichtig das Gehirn "umzuprogrammieren" und das geht nur indem man gute Erfahrungen macht. Mir war es zuvor nie möglich und daher bin ich auch nicht der Ansicht, dass es mir irgendwann ohne Medikamente unheimlich schlecht gehen wird. Eine Dosiserhöhung benötige ich auch nicht, vielleicht gibt es Medikamente bei denen das der Fall ist aber nicht bei Citalopram. Der Körper verlangt nicht wie, beim Koffein, immer mehr Serotonin, nur weil ich das Medikament nehme. Zu viel davon würde mich auch irgendwann umbringen ;)
Ich fühle mich nicht abhängig von dem Medikament und es bestimmt auch nicht meinen Weg. Immerhin bin ich JETZT der Mensch, der ich immer sein wollte. Ich kann mich frei entfalten und habe wieder Spaß am Leben. Dafür bin ich gerne "abhängig" von meinem Medikament, denn niemand weiß, wie lange er lebt aber ich weiß, dass ich ein schönes und entspanntes Leben führen möchte. Um etwas zu erreichen muss man zwangsläufig ein Risiko eingehen. Krebspatienten müssen mit Zytostatika immerhin auch in Kauf nehmen, dass gerade durch diese Medikament eine neue Krebsform ausgelöst werden kann. Wenn man immer nur danach geht, was ist wenn.. macht das Leben doch keinen Spaß. Ich kann sagen, dass ich wirklich im HIER und JETZT lebe und hier und jetzt geht es mir wunderbar! Mehr zählt für mich nicht!



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  31.01.2014 18:12  
Hallo Lillifee,
ich habe mich heute hier angemeldet weil ich vor Angst manchmal meinen Job nicht richtig machen kann.
Besonders wenn ich vor der Gruppe frei sprechen muss hab ich riesige Angstattacken und es kann sein dass ich vor Aufregung die Hälfte vergesse. Obendrein zitter ich. Schwitze ich und meine dass ich auch erröte.
Nun hat mir die Ärztin 20 mg Citalopram verschrieben.
Wenn ich das bei dir lese habe ich Hoffnung geschöpft.





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  02.02.2014 12:37  
Hey Kubascha,

ich verstehe, was du meinst. Durch meine generalisierte Angststörung habe ich unheimlich lange gebraucht, um mir beruflich etwas aufzubauen. Ich habe viele Möglichkeiten abbrechen müssen, weil ich die einfachsten Sachen nicht bewältigen konnte. Musste meine beruflichen Vorstellungen meinen Ängsten anpassen z.B. nicht zu weit weg von Zuhause, bloß niemals in ein höheres Gebäude müssen usw.
Viel blieb nicht über und oft musste ich, wie schon geschrieben, sehr gute Angebote ablehnen oder nach ein paar Tagen abbrechen, weil die Angst nicht überwindbar war. Ich hätte mal fast mein Studium abgebrochen, weil ich für ein Praktikum in den 5. Stock musste aber glücklicherweise konnte ich das Praktikum um ein Jahr verschieben und da wurde, zu meinem Glück, der Standort dafür geändert! Das muss man sich mal geben..wegen solcher Sachen ein fast fertiges Studium hinwerfen zu müssen, nur wegen der sch*** Angststörung. Jetzt bin ich immer noch nicht glücklich, wenn ich weit oben in einem Gebäude sein muss aber immerhin bekomme ich keine Atembeklemmungen mehr und Schwindel usw.
Vor vielen Leuten reden mochte ich auch noch nie, habe bei Referaten häufig die Schulstunden geschwänzt und eine schlechte Note akzeptiert. Heute ist es einfacher geworden, ich kann auch ganz anders auf Menschen zugehen. Bin sehr positiv eingestellt und habe meine Scheu verloren. Allerdings fühlt es sich noch nicht "normal" für mich an, es ist schließlich eine Drehung um 180°. Wie in meinem Ausgangspost beschrieben, muss ich in das neue Leben noch reinwachsen. Aber das schöne ist, dass meine Umwelt auch bemerkt hat, dass es mir viel besser geht und das ich mich sehr zum positiven verändert habe.
Ich will mit meinem Post niemanden animieren Psychopharmaka zu nehmen aber ich möchte damit zeigen, dass die NW (ich bin z.B. viel müder als vorher) den positiven Effekten unterliegen können. Ich hatte auch große Angst vor den heftigen NW aber bis auf die Müdigkeit hat mir Citalopram nur gutes beschert!
Ich bin seit meinem 18. Lj in psychologischer Behandlung, wäre vielleicht auch noch wichtig zu erwähnen, denn es hat alles zu wenig gebracht als das ich ein "normales" Leben hätte führen können. Jetzt kann ich mein Leben endlich genießen!

LG lillyfee



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  22.02.2014 09:51  
@oscarCFC11

Medikamente ja oder nein muß jeder selbst entscheiden. So vielfältig die psychischen Probleme sind, so viele Wege gibt es auch damit umzugehen.

@Lillyfee

Schön, daß es Dir so gut geht. Und das Dir die Medis ermöglichen Dein Studium fortzusetzen ist toll. Schließlich willst Du auch ein "Leben nach der Angst" haben. Wenn die Medis Dir helfen, Dein Leben und Deine Ansichten auf manche Sachen zu ändern (falls die für Deine Angststörung verantwortlich sind), dann kann nach einem Ausschleichen die Angst weg sein.

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