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Wow, hier ist ja ganz schön was los!
Also, ich muß auch noch was zu dem Thema beitragen.
Meine PA´s haben vor knapp 11 Jahren angefangen und waren damals sooooo schlimm, dass ich nach ca. 3 Wochen Dauerpanik in eine psychiatrische Klinik gekommen bin und auf Tabletten (damals Seroxat und Alprazolam) eingestellt worden bin.
Ich war damals extrem dünn, wog 55 Kilo bei 185cm und es ging nichts mehr. Ich konnte nicht mehr aufstehen, nicht mehr essen, mich nicht mehr um mein Kind kümmern, nicht mehr arbeiten, einfach nichts mehr. Ich bin mit knapp Mitte zwanzig bei meiner Mutter im Bett gelegen, habe den ganzen Tag nur geweint oder geschlafen. Mehr ging nicht.
Bis ich dann wie gesagt in die Klinik gekommen bin und dann auf Antidepressiva und Benzodiazepine eingestellt wurde.
Nach knapp 4 Wochen konnte ich wieder Auto fahren, wieder am Leben teilnehmen und nach einem halben Jahr habe ich sogar einen ganz neuen Job angenommen.
Ohne Medikamente hätte ich das alles nicht geschafft, da muß ich ganz ehrlich sein.
2009 habe ich dann zusammen mit meinem Arzt das erste Mal versucht die Antidepressiva abzusetzen, schön langsam ausschleichen über ca. 5 Monate, usw. Und die Moral von der Geschichte war, es ging mir genau 2 Monate super ohne Medikamente, und dann hat es mich plötzlich soooo umgehauen mit Depressionen und Ängsten, unglaublich. Es hat sich immer mehr gesteigert, ich wollte stark sein, war stolz ohne Medikamente zu sein, aber es hat nicht geklappt. Das Resultat war ein 3 monatiger (!!!) Klinikaufenthalt in einer psychosomatischen/psychiatrischen Klinik, also nochmal ne ganze Ecke schlimmer als 9 Jahre zuvor!
Also wurde ich wieder mit meinen Antidepressive eingestellt und nach ein par Monaten war alles "wieder gut".
Trotz allem bin ich gerade wieder dabei, mit meinem Arzt einen erneuten Absetzversuch zu starten, denn ich will endlich ein Leben OHNE Medis!! Auch weil ich mit den Medis über 30 Kilo zugenommen, dann abgenommen und dann wieder zugenommen habe. Das ist ein elendiger Teufelskreis und ich habe es satt!
So, nun habt Ihr mal ein Statement von jemandem der einerseits für Medikamente, andererseits auch gegen Medikamente ist! Auch nicht schlecht, oder?
Jeder muß aber für sich selber entscheiden, ob er Hilfe durch Medikamente möchte oder nicht, aber glaubt mir, wenn der Leidensdruck sooo groß ist, dann nimmt man was, weil man nach jedem Strohhalm greift!
Gute Nacht Ihr Lieben und bis bald,
LG Eure Belle
01.03.2011 01:49 •
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