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es hat sich bisher nichts verändert und es wird sich auch weiter nichts ändern. ich habe vieles versucht, an mir gearbeitet, mich ohne Ende bemüht.
es gab zwar Fortschritte, aber im Vergleich ist das einfach nichts.
anderen fliegt alles in den Schoß, die haben beste Freunde, Spaß und irgendeinen Sinn.
ich hab nichts davon und auch nie wirklich gehabt.
ich steh vollkommen alleine da, manchmal, in meinen leicht größenwahnsinnigen Phasen komme ich mir vor wie eine Antiheldin und ich wünsche mir einen Comic mit mir als Hauptrolle.
es wäre gelogen zu sagen ich denke nicht an Selbstmord. aber ich habe, denke ich, nicht vor mich umzubringen.
ich werde bald 19, meine Jugend ist vorbei, vollkommen verschwendet.
eigentlich würde ich gerne Matura nachholen, nach Berlin ziehen und dort Soziologie studieren, aber dieses Ziel ist so unglaublich weit weg. alles ist so weit entfernt.
und ich kann mit niemanden über all das reden. ich habe mich zwar jemandem anvertraut, aber dieser Mensch hat mein "Stigma" vollkommen ausgenutzt.

mein Psychiater meinte er meldet sich anfang März da er keinen Platz hat, er hat sich nicht gemeldet. Zu einem anderen will ich nicht gehen. Ich hab auch nicht allzu viel Auswahl.

die Kleinstadt hier erdrückt mich, ich will einfach nur weg. wenn ich sehe wie junge Leute in meinem Alter soziale Kontakte haben mit denen sie ihren Interessen nachgehen, und ich weiß dass es bei mir nie so sein wird, würde ich mich am liebsten einfach erschießen. vor diesen schei. Optimisten.

11.03.2012 02:34 • 13.03.2012 #1


9 Antworten ↓


Hallo Waltz,

also erst einmal liegt viel von deinem Leben noch vor dir. Mit 19 hast du gute Möglichkeiten, deinem Leben eine andere Richtung zu geben.

Folgender Tipp: wenn du das Gefühl hast, in zwischenmenschlichen Kontakten zu kurz zu kommen, dann versuche doch, mit dir selbst ins Reine zu kommen. Werde dir deiner Situation, deiner Ängste, Wünsche und Sehnsüchte bewusst.

Was hindert dich daran, dass deine Sehnsüchte in Erfüllung gehen? Sind es wirklich die anderen, oder liegt das Problem in deinem Innern, in deiner Vergangenheit begründet?

Mit neuem Selbstvertrauen und neuer innerer Stärke wird sich deine Situation nach und nach bessern. Glaube mir, die Aufwärtsspirale ist definitiv möglich, man muss sie nur wollen und sie sich erzwingen.

Werde dir selber dein bester Freund. Es ist nicht alles schlecht!

11.03.2012 02:49 • #2



Absolut hoffnungslos

x 3


aber es ist so ungerecht, ständig soll ich an mir arbeiten.
ich arbeite schon seit Jahren, aber es ändert sich nichts an meinem Umfeld, ich bin zwar zeitweise zufriedener, aber wenn ich sehe das sich nur innerlich was geändert hat - und sonst alle gleich bleibt, ist das mehr als frustrierend.

und mit 19 hat man noch das ganze Leben vor sich, tja, mit 14 hab ich auch gedacht ich hab noch meine ganze Jugend vor mir........

11.03.2012 02:57 • #3


Warum bekommt der Mensch die Jugend in einem Alter, in dem er nichts davon hat? (George Bernard Shaw, falls man auf solche Weisheiten steht, hier sind noch mehr davon:

http://www.unmoralische.de/zitate2/Geor ... d_Shaw.htm )

Mit 19 würde ich nicht sagen, dass Du Deine Jugend vertan hast. Das Leben fängt eigentlich erst dann halbwegs an, wenn man sich vom Elternhaus abnabelt und eigentständig zu leben beginnt. Deswegen behaupten ja auch so furchtbar viele Leute, das Studium wäre die beste Zeit ihres Lebens gewesen. Nicht unbedingt, weil das vielleicht tatsächlich so war, sondern vor allem, weil der Kontrast zu dem, was davor war, so stark ist...

Abseits davon ist das menschliche Leben einfach insgesamt eher unfair und die Rahmenbedingungen sind schlecht organisiert. Da kann man drüber jammern, aber davon wirds nicht besser. Einmal kräftig drüber seufzen am Tag ist okay, aber mehr Zeit und gedankliche Arbeit würde ich darauf wirklich nicht aufwenden. Positives Denken kommt von innen und bewirkt auf Dauer positive Veränderungen. Es ist natürlich viel leichter, die Welt positiv zu sehen, wenn es tatsächlich gut läuft, klar. Aber das Ganze ist so ein bisschen eine Huhn-Ei-Problematik. Auf logische Art und Weise einen Anfang der Ursachenkette zu identifizieren ist da nicht möglich, die Frage, die sich beantworten lässt ist: Was kannst Du tun?

Ich kenne Deine Situation und Deine Voraussetzungen nicht, aber immerhin hast Du ja offenbar ein klares Ziel vor Augen. Wie wärs, wenn Du das konkret angehst? Du willst Deine Matura nachholen. Das alleine ist schonmal ein Brocken an Zeit, der es für den Anfang absolut überflüssig macht, über das Danach nachzudenken. Einfach anpacken und machen. Du hast sicher schon Infos darüber gesammelt, wann und wie das möglich ist. Stups es an, bring es vorwärts.

Und eines noch, ich weiß, das klingt erstmal bescheuert: hör mit dem Nachdenken auf. Es bringt Dich nirgendwohin. "Soziale Kompetenz" ist im Grunde ein irreführender Begriff, weil gerade die Leute, die angepasst sind und gut "funktionieren", oftmals gar nicht so richtig in der Lage sind zu benennen, warum das eigentlich so ist. Sie verbringen ihre Lebenszeit größtenteils damit, Dinge zu tun. Manche zielbewusst, andere eher zufällig gestreut, aber meistens sind die gut Integrierten aktiv und auf Achse. Der Trick ist, und daran kaue ich auch gerade, trotz aller klugen Erkenntnis, den Hintern hochzubekommen und auch einfach Dinge zu tun. Freunde zu finden hat was von Brown'scher Molekularbewegung: es braucht unter Standardbedingungen schon echt viele "Zusammenstöße" mit anderen, bis eventuell mal ein paar "wirksame" dabei sind, bei denen "Reaktion" erfolgt.

In diesem Sinne: Kopf hoch, und einfach mal machen

11.03.2012 08:31 • #4


Hi Waltz (netter Nick ) !
Zitat von Waltz No.2:
aber es ist so ungerecht, ständig soll ich an mir arbeiten.
Warum und wer sagt das?

11.03.2012 11:55 • #5


Hi,
Zitat:
eigentlich würde ich gerne Matura nachholen, nach Berlin ziehen und dort Soziologie studieren, aber dieses Ziel ist so unglaublich weit weg. alles ist so weit entfernt.


Du hast doch klare Ziele... wenn sich deine Einstellung zum Leben noch ein wenig ändert und du dich nimmst so wie du bist dann liegt dir die Welt vielleicht bald zu Füßen. Dein Leben liegt noch vor dir und es gibt vieles tolles zu entdecken. Gib dir einfach eine Chance !


Liebe Grüße

Bm

11.03.2012 13:51 • #6


Zitat von Waltz No.2:
anderen fliegt alles in den Schoß, die haben beste Freunde, Spaß und irgendeinen Sinn.



Hallo Waltz,
das sieht manchmal nur so aus und ist auch viel Getue.

Ich traf mich kürzlich mit jemanden, von dem ich nach dem 1. Gespräch dachte: der ist total ausgeglichen, hat alles im Leben, Freundin, Kind, einen großen Freundeskreis. NEID.
Einige Treffen später erzählte mir wie todunglücklich er mit seiner derzeitigen Situation ist.

Zitat von Waltz No.2:
eigentlich würde ich gerne Matura nachholen, nach Berlin ziehen und dort Soziologie studieren, aber dieses Ziel ist so unglaublich weit weg. alles ist so weit entfernt.


Dass Du so ein klares Ziel hast ist super. Viele "jungen Leute" wissen nämlich gar nicht was sie wollen oder traben den besten Freuden hinterher.
Du musst Dich da ja auch niemandem anvertrauen, versuche es die nächsten Schritte zu machen. zB das Abitur oder geh einfach mal zur Studienberatung. Und: in eine neue Stadt ziehen um ein Studium zu beginnen, eröffnet Dir gute Möglichkeiten neue Leute kennen zu lernen, mit ähnlichen Interessen. Viele sind dann neu in der Stadt und fangen bei Null an.

Und das denke ich manchmal auch:
Zitat von Waltz No.2:
schei. Optimisten.


Ich wünsche Dir alles Gute!
Sonnenschein

11.03.2012 17:56 • #7


Ich lebe auch ganz alleine in einer Kleinstadt. Manchmal ist es schön so einsam und unabhängig zu sein. Als ich so alt war wie du hatte ich noch ein paar Freunde. Und die haben mich oft so sehr genervt, dass ich Sie nurnoch loswerden wollte. Hat aber nicht geklappt. Erst als ich mit 23 in meine eigende Wohnung ziehen konnte, habe ich es geschafft.
Was ich nicht berücksichtigt hatte, war das Freunde wichtig sind ( naja jetzt weiß ich es). Nun bin 25, bin einsam, und sehe nicht was sich daran ändern könnte. Selbstmord kann ich mir auch vorstellen, denke aber auch dass ich es eher lasse. Dafür geht es mir noch zu gut.
Ich würde gerne in eine Klinik, damit die mich da irgenntwie umkrempeln, aber kann ich nicht, weil es wichtig ist das ich die Ausbildung zu Ende mache. Im Studium hätte ich noch gekonnt, habe sogar ein paar empfohlen bekommen, da wollte ich aber nicht. Jetzt ist es zu spät, ich kann "nur" eine Therapie machen, fange aber nicht an weil ich glaube das es nicht reicht. nunja ich schätze du möchtest meine Probleme gar nicht hören.

11.03.2012 21:29 • #8


Zitat von Waltz No.2:
ich werde bald 19, meine Jugend ist vorbei, vollkommen verschwendet.
eigentlich würde ich gerne Matura nachholen, nach Berlin ziehen und dort Soziologie studieren, aber dieses Ziel ist so unglaublich weit weg.


Das Gesamtziel ist weit entfernt, aber der erste Schritt wäre doch naheliegend, oder nicht? Wenn du dein Matura nachholen willst, dann müsstest du ja jetzt schon anfangen dich um einen Platz zu kümmern, oder wie läuft das in Österreich?
Denk nicht immer an das große Ziel und wie lang es dauert das zu erreichen, sondern immer nur an den ersten Schritt in diese Richtung. Also welche Möglichkeiten gäbe es aus dieser Kleinstadt abzuhauen, der du so gar nichts mehr abgewinnen kannst? Ist es möglich das Matura in einer Großstadt nachzuholen (also eigene Wohnung, wo die Frage der Finanzierung geklärt werden muss)?

Manchmal ist es auch ein Luxus keine besonderen sozialen Bindungen mehr in einer Region zu haben. Viele trauen sich nämlich gar nicht weit aus ihrem Dunstkreis raus, eben weil sie Angst haben ihre Freunde zu verlieren.

Wenn du schon viel an dir gearbeitet hast und eigentlich mit dir selbst im Reinen bist, dann änder was an deinem äußeren Umfeld. Das kann manchmal nämlich wirklich einfach schei. und unpassend sein, es ist blödsinn immer nur bei sich selbst die Schuld zu suchen.

12.03.2012 01:11 • #9


Servus, ich habe ein ähnliches Problem. ich bin ein Paar Jahre älter und ich kann dir nur empfehlen das mit dem Psychater nicht auf die lange Bank zu schieben.

Zitat:
mein Psychiater meinte er meldet sich anfang März da er keinen Platz hat, er hat sich nicht gemeldet. Zu einem anderen will ich nicht gehen.
wieso? Auch wenn die Auswahl nicht groß ist versuch es auch bei anderen. Bei uns in Deutschland sind die jedenfalls auch alle lange "ausgebucht". Mit 19 ist nix zu spät. Aber in harten Fällen helfen diese Selbsthilfebücher nun mal nicht. Überlege dir aber was du in Sachen Selbstmordgedanken bei ihm äußerst, denn sonst MUSST du eingewiesen werden (ist zumindest in Deutschland so). Und das passt ja nicht unbedingt zu deinen Zielen.

13.03.2012 00:57 • #10



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