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Hallo ich bin seit vielen Jahren stille Mitleserin. Ich möchte mich heute vorstellen und habe zugleich die Hoffnung Ansichten von euch zu bekommen.

Ich bin kurz vor der zweiten Lebensdekade, na ja nicht ganz.... habe eine große Familie sprich mehrere Kinder und bin verheiratet mit einem Arzt. Ich habe Ängste seitdem ich denken und laufen kann. Meine erste Panikattacke hatte ich mit 18 Jahren die mich auf dem schnellsten Weg ins Krankenhaus brachte. dort angekommen wurde ich von einer sehr unfreundlichen Schwester empfangen die mich zur Vernunft bringen wollte, ich solle mich nicht so aufführen. In meinen Augen habe ich mich auch nicht aufgeführt, sondern ich war eben panisch und in Todesangst, da ich keine Luft mehr bekommen habe. Es kam dann sofort ein Arzt, der mich beruhigte und mir gut zu redete und sagte auch seine Freundin hätte diese Anfälle in denen sie keine Luft bekommt, aber da würde nichts passieren. Ich weiß noch wie ich antwortete: ja aber ihre Freundin hat ja sie! daraufhin bekam ich auch nur eine Spritze, ich denke damals war es Valium und das war's für mich die nächsten zwölf Stunden. Man konnte es mir nicht begreiflich machen dass dies eine Panikattacke war. Ich glaube ich habe sieben Jahre gebraucht um dies zu realisieren. Ich war dann in mehreren Beziehungen und unter anderem in einer Beziehung mit einem Mann, der mir alles geboten hat was ich mein Leben lang mir immer erwünschte, ein schönes Zuhause in einem Mehrfamilienhaus mit Oma und Opa und das erste Kind. Also mehr Wohlfühlfaktor war nicht mehr möglich. Natürlich waren meine Ängste immer vorhanden, wenn diese auch in den Hintergrund gerückt waren. so war ich immer interessiert an medizinischen Themen und habe daraufhin auch einen Beruf im medizinischen Bereich gesucht. Man könnte nun sagen ich bin einfach Patient mit medizinische Ausbildung dazu. Ich habe bei mir in der Arbeit im Krankenhaus einen Arzt kennengelernt während meiner damaligen Beziehung und habe diese Beziehung aufgrund des Kennenlernens mit dem Arzt umgehend beendet. Ich habe also eine völlig intakte Familie auseinandergerissen nur weil ich unbedingt zu diesem Arzt eine Beziehung wollte. Ich war der völlig irren Annahme das ein Arzt den ich zu Hause hätte mir die gewünschte Erlösung bringen würde. Und zwar die Sicherheit, dass immer ein Arzt da ist, wenn ich wieder das hyperventilieren anfangen würde oder wenn ich Herzrasen bekäme oder irgendetwas anderes eben, was sich meine Angstzustände einfallen lassen würden. Oder sei es auch nur, wenn man in den Urlaub fährt, ich habe immer meinen Leibarzt dabei. Im Großen und Ganzen ist das ja natürlich auch so, ich habe keinen Hausarzt mehr außer einen Kardiologen und Hypertensiologen. Mein Mann hat zwei Ausbildungen, zum einen hat er die Weiterbildung zum Psychotherapeut und zum zweiten und hauptberuflich ist er in der Chirurgie gewechselt. Was natürlich total krass ist und was aber der vollen Wahrheit entspricht, mein Mann hat nicht die leiseste Ahnung von meinen Ängsten. Er sagt zwar schon hin und wieder z.b. ich messe Blutdruck und dieser ist zu hoch dann sagt er er gib halt mal Ruhe dann kommt er wieder runter entspann dich mal du bist immer so auf Schützengrabenstellubg und dann tut mir das gut und dann weiß ich dass er recht hat, aber er würde nie darauf kommen dass ich ein Angstpatient bin. Man kann es glauben oder nicht aber ich kann das wirklich vor ihm verheimlichen. Ich schiebe mein Unwohlsein und mein Ausgelaugtheit eben oft auf den Stress mit den Kindern und der Arbeit im Krankenhaus und ergibt sich damit zufrieden. Ich kann ihm einfach keinen reinen Wein einschenken, erstens würde er merken dass ich ihn nicht liebe, sondern dass ich wirklich nur und ausschließlich wegen meiner Angst mit ihm zusammen gekommen bin und noch immer nur deswegen mit ihm zusammen bin. Meine große Liebe habe ich ja damals verlassen und es vergeht keinen Tag wo ich es nicht bereue und an meine meine große Liebe denke. Und momentan wird es eben wieder aktuell ich streite mit meinem jetzigen Partner immer öfters und mein Ex mit dem ich ja nach wie vor Kontakt habe wegen unserem Kind, wir verstehen uns eben sehr gut und ich mal mir schon wieder alles mögliche schöne aus. Was ich jetzt einfach in meinem geschriebenen Roman wiedergeben möchte ist, dass die Ängste nicht nur aktuell einem jeden Tag aufs Neue den letzten Nerv rauben oder das Leben zunichte machen tagein, tagaus, nein sie haben auch noch weitreichendere Konsequenzen wie eben bei mir, dass ich ein Jahrzehnt später wieder zeigt. Hätte ich nicht diese Ängste oder hätte ich einfach mehr Verstand im Kopf, hätte ich meinen Mann damals nicht verlassen. Aber nein ich habe mich nur von meinen Ängsten leiten lassen. Und zu meiner ganzen Angstsymptomatik sind ja die Ängste nicht kleiner geworden sondern ganz im Gegenteil ich habe noch mehr Angst! Jetzt habe ich so viel geschrieben, dass ich gar nicht mehr weiter schreiben möchte was ich mir jetzt eigentlich von meiner Anmeldung hier im Forum bzw was ich mir jetzt von meinem ersten Beitrag hier im Forum erwarte um den Rahmen nicht zu sprengen. ich bedanke mich jetzt mal bei euch fürs Lesen und ich hoffe dass ihr ein Wochenende habt ohne Hyperventilation, Herzrasen, Kopfdruck, Schwindel oder Schlafstörungen.
Sunny

10.11.2018 13:56 • 16.11.2018 #1


72 Antworten ↓


Icefalki
Hallo Sunny, mal ganz das Thema , Liebe und Partnerschaft , ausklammernd, meinst du nicht, dass es an der Zeit ist, selbst aktiv deine Krankheit anzugehen?

10.11.2018 22:27 • x 3 #2



Dauerpanik und mit Arzt verheiratet

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Hallo Sunnyjune. Um ehrlich zu sein, habe ich deinen thread nur gelesen um mich gerade von meinem Schwindelproblem abzulenken. ABER, ich muss einfach etwas zu schreiben
Ich weiß nicht wie alt du bist aber findest du nicht es ist an der Zeit zum einen deinem jetzigen Mann die Wahrheit zu sagen? Und zum anderen den Rest deines Lebens mit dem Mann den du liebst zu verbringen?
In meiner momentanen Situation würde ich auch gerne rund um die Uhr einen Arzt an meiner Seite haben. Ja das gebe ich zu. Aber nichts, absolut nichts gibt mir mehr Ruhe und Halt als mein Mann. Wenn er in der Nähe ist wenn ich Panik bekomme oder Symptome kommen usw. ist meine Welt immer etwas mehr in Ordnung. Wenn er nicht da ist und ich einen angst Anfall bekomme wird es viel viel schlimmer.
Weiß dein ex denn über deine Probleme bescheid? Meinst du nicht du könntest mit ihm besser leben?
Liebe Grüße

10.11.2018 23:00 • x 4 #3


Oh Mann da habe ich mich ja mit meinem Eröffnungstreadh schon mal richtig disqualifiziert.

Mir lag es ist und liegt es jetzt auch gar nicht darum, dass das hier ein Post über Liebeskummer sein soll. Ich habe mir meinen Post noch mal durchgelesen und ja er ist etwas verwirrend geschrieben, was wahrscheinlich geschehen ist weil ich so aufgeregt war bezüglich der Vorstellung. Ich hoffe ich bin jetzt nicht total gescheitert daran.

Icefalki und Pusteblume, Danke für eure Antworten. es ist ja so wenn man sich hier auch anmeldet dann hat das ja meist doch einen handfesten Grund und man kommt natürlich gleich wieder ins Grübeln wenn man keine Antworten bekommt. Ich versuche das jetzt mal in einer Kurzfassung noch mal zu schildern und was es mir ging. Ich hätte an der Seite eines Mannes ein wunderbares Leben führen können und habe mich bewusst dagegen entschieden weil meine Ängste so überhand waren und auch noch sind, dass ich mir dachte, aha er ist ein Arzt wenn ich mit diesem eine Beziehung eingehe dann werde ich von meinen Ängsten erlöst. Das ist ungefähr so, als wenn ich die hundertste Rückversichern vom Hausarzt bekomme das alles o.k. ist. Nicht mehr nicht weniger. Ich habe also nicht nur Vermeidungsstrategien ins Leben gerufen, ich habe mich vollkommen von meinen Ängsten leiten lassen und es ist ja nicht so dass ich das jetzt so mir nichts dir nichts rückgängig machen kann oder es mal teste wie z.b. U-Bahn fahren, wenn ich mich trenne, der Schaden ist angerichtet wenn ich nicht ins Kaufhaus gehe oder U-Bahn fahre dann schade ich mir nur kurzfristig selbst. Auf das tägliche Zusammensein mit meinem Arzt hält mir dies ja stets die Angstproblematik vor Augen. Mittlerweile ist es auch so, dass ich es mir durchaus zutraue ohne diesen Arzt zu leben, nur die Umstände machen das nicht so einfach möglich also Kinder und Co. Meine Ängste führen dazu dass ich ein unglückliches Leben führen, aber auch ein unwürdiges. Meine Angst ist teilweise so überbordend, das ist mir nicht mehr in Worte fassend.

11.11.2018 09:45 • #4


Icefalki
Huhu Sunny, beruhige dich. Alles gut, was uns betrifft. Weisst du, Probleme werden geringer, wenn man sie mal aufdröselt.

Mir war schon klar, dass dein Leben um deine Ängste herumgebaut ist, eigentlich etwas, das wir alle tun. Angstpatienten sind eben nicht dumm, da kommt man schon auf die unmöglichsten Ideen.

Was noch so ein Problem ist, das ist diese Unwürdigkeit, einzugestehen, in dieser Psychoschiene gelandet zu sein, das einen davon abhält, mal mit professioneller Hilfe das Ganze anzugehen.

In deinem Fall würde ich, bevor du jetzt wieder im Aussen (Expartner) nach Veränderung oder Hilfe suchst, diese Richtung einschlagen. Denn eines ist absolut sicher, nur dadurch wirst du dann ein zufriedeneres Leben führen können, wenn du dir selbst helfen kannst.

Anstelle also passiv meinen, dein Leben steckt fest, such dir einen Therapeuten und bearbeite deine Hyperchondrie. Erst dann machen Veränderungen Sinn, sofern noch nötig.

Kein Partner dieser Welt wird im Stande sein, dir deine Ängste zu nehmen. Das gelingt nur mit viel Arbeit an sich selbst.

Verliebtheit ist natürlich ein grosses Gefühl, das andere, negative Gefühle schon mal übertünchen kann, allerdings, wenn der Alltag kommt, melden die sich leider auch wieder. Und dann fehlt der Arzt an deiner Seite. Also, auch wieder blöd.

Ergo, Pack das anders an. Sei mal ehrlich, sag deinem Mann, dass du nen Therapeuten brauchst, und geh in dieser Richtung weiter.

11.11.2018 10:38 • x 3 #5


Das was du mir schreibst Icefalji hört sich sehr sehr einleuchtend an. Mir ist das auch zum größten Teil bewusst. Komischerweise immer dann wenn man sich für einen Vorsatz fest entschieden hat, bekommt man von psychischer Seite wieder so eine Klatsche dass man alles in Frage stellt, alles was man eigentlich weiß... ich sowieso mit meinem medizinischen Background. Du kannst dir gar nicht vorstellen wie professionell ich sein kann, aber bei mir selbst bin ich der größte Trottel auf Gottes Erden. Seltsamerweise wenn jemand in meiner Nähe ist mit Panikattacken oder z.b. im Flugzeug, ich drehe fast durch vor Angst,, ein Mitreisender hat auch Flugangst zeigt das auch und lässt sich helfen, dann bin ich so der Oberwichtige der alles weiß, die Situation in den Griff zu bekommen versucjtobwohl ich tief im Inneren selbst vor Angst fast verrecke.

11.11.2018 10:57 • x 1 #6


Robert1984
Ich habe Ihre Geschichte gelesen und habe das Gefühl ich muss auch darauf antworten, auch wenn ich ehrlich gestehen muss, ich weiß nicht wirklich was. Als außenstehender ist es immer schwierig Ihre persönliche Situation zu beurteilen und somit Maße ich mir gar nicht an Ihnen Lebenstipps geben zu wollen, aber vielleicht versuchen Sie es einfach mit professioneller Hilfe und schauen dann wie Sie sich fühlen und wie Sie Ihr weiteres Leben verbringen wollen.

11.11.2018 11:11 • x 1 #7


sag mal, wie viele Kinder hast du von bzw mit deinem 2ten Mann?

11.11.2018 11:11 • #8


Hallo Robert, auch dir danke für die Antwort die sehr viel Wahres wieder enthält.

Es ist nicht so, dass ich Therapie Neuling wäre, es ist eher so, dass ich anscheinend therapieresistent bin ein hoffnungsloser Fall vielleicht es ist auch so dass ich schon von einer Klinik abgewiegelt wurde, der Oberarzt meinte man soll nicht alles hochkochen man soll auch mal etwas in Ruhe lassen nicht alle Leichen wecken und er würde mir überhaupt keine Therapie empfehlen, da ich ja eine geordnete Alltagssituation habe, allenfalls Antidepressiva.

Und auf die letzte Frage zurückzukommen, ich habe drei Söhne, einer von meinem Ex und zwei vom Arzt.

Und dann ist mir wieder was aufgefallen: wieder eine Parallele. Meinen Beruf im Gesundheitswesen habe ich nur wegen meinen Ängsten gewählt weil Ängste zu haben und Krankenhaus bedeutet ja Sicherheit. Zumindest für mich Angstpatient. .....

11.11.2018 11:18 • x 1 #9


Icefalki
Zitat von SunnyJune:
Das was du mir schreibst Icefalji hört sich sehr sehr einleuchtend an. Mir ist das auch zum größten Teil bewusst. Komischerweise immer dann wenn man sich für einen Vorsatz fest entschieden hat, bekommt man von psychischer Seite wieder so eine Klatsche dass man alles in Frage stellt, alles was man eigentlich weiß... ich sowieso mit meinem medizinischen Background. Du kannst dir gar nicht vorstellen wie professionell ich sein kann, aber bei mir selbst bin ich der größte Trottel auf Gottes Erden. Seltsamerweise wenn jemand in meiner Nähe ist mit Panikattacken oder z.b. im Flugzeug, ich drehe fast durch vor Angst,, ein Mitreisender hat auch Flugangst zeigt das auch und lässt sich helfen, dann bin ich so der Oberwichtige der alles weiß, die Situation in den Griff zu bekommen versucjtobwohl ich tief im Inneren selbst vor Angst fast verrecke.


Kenn ich auch. Bin da genauso. Ist aber alles nur diese Diskrepanz in uns, die auf Leistung getrimmt ist. Und da wir ziemlich gut sind, haben wir damit auch Erfolge. Drum auch diese Geheimhaltung um unsere wirklichen inneren Abgründe, die mit diesem Erfolgsmodell so gar nicht harmonieren.

Gute Nachricht für dich, es besteht Hoffnung. Sehr gute Hoffnung. Allerdings sollte man da mal über seinen Schatten springen und sich Hilfe holen. Ich bekam ein Antidepressive, wurde angstfrei, konnte deshalb das Warum und wieso sehr strukturiert überdenken und Veränderungen vornehmen.

Weisst du, funktionieren müssen ist Stress pur und Angst ist ein prima Faktor, dass man masslos übertreibt.

Insofern wird's langsam mal Zeit, dass auch du das Recht hast, dir helfen zu lassen und zwar richtig und nicht um 10 Ecken, so dass ja niemand merkt, wie beschissen es dir es wirklich geht.

Hab es gerade gelesen. Warst ja schon in Behandlung. Allerdings bin ich eher ein Befürworter zur Vergangenheit erkennen und Zukunft gestalten.

11.11.2018 11:31 • #10


Icefalki, Du bringst es ziemlich auf den Punkt. Und es gibt mir Hausaufgabe nachzudenken! Antidepressiva wurden mir ja schon zig mal nage gelegt. Ich habe nur solche Angst wegen der berühmt berüchtigten PQ Zeit Verlängerung obwohl ich mein gesamtes autonomes Nervensystem wohl hundert mal mehr schädige, als ein Antidepressivum jemals anrichten würde da ich ja im absoluten Dauerbrand Zustand bin.
Ich habe ja auch einen Stress Bluthochdruck entwickelt. Bei mir wurde auch die Gefäßlast gemessen, den intrathoraktalen Druck, meine gefäßelastizität ist so knallhart, dass ich ein Gefäßalter von einem 80 jährigen habe. Und das nur durch diese überbordende Angst die mich nicht runterkommen lässt. Escitalopram hätte das nicht veranstaltet! Aber warum kann ich diese Hürde nicht nehmen ein SSRI zu nehmen? Vielleicht trifft es dumm, dümmer, nicht mehr zu helfen am Besten

11.11.2018 12:23 • x 1 #11


Icefalki
Zitat von SunnyJune:
Aber warum kann ich diese Hürde nicht nehmen ein SSRI zu nehmen?


Weil du nicht traust. Weil Angst impliziert, dass überall Gefahr droht. Und solange du meinst, handlungsfähig zu sein, hälst du sie aus. Wenn du ne Tablette nimmst, ist die drin und entfaltet ihre Wirkung, die du nicht kontrollieren kannst.

Damit sind wir beim Thema Kontrolle. Dein Hauptthema, wenn man sich sogar einen Arzt an seine Seite binden kann.

Was ich nicht verstehe, dass Therapieen nicht geholfen haben, du bist so wunderbar durchschaubar. Grins.

Noch was zum Nachdenken. Kontrolle braucht man nur, wenn man sehr unsicher ist. Wobei Unsicherheit auch nur ein Aspekt ist, den man sich durchaus mal zugestehen kann. Ist halt so. Loslassen und Vertrauen sind leider Fremdwörter für uns.

Aber auch das kann man mal angehen. Trau dich mal, viel schlimmer kanns doch eh nicht werden.

11.11.2018 12:40 • x 1 #12


guteFee
Oh Gott, wenn Du Dich zu einer Therapie entscheidest, Finger weg vom Therapeuten... Spaß!

Nein, ich fühle richtig mit.
Wie stark die Ängste unser Leben beeinflussen können, macht dein Fall besonders deutlich.

Wie weit Du gegangen bist um
diese Hirngespinste los zu werden.

Bei mir ist es ähnliches, nur anders rum...

Ich habe mich von Allem getrennt, weil es mir besser geht wenn ich mich nicht verstellen muss.

Wenn ich hier einen Arzt sitzen hätte, müsste er mich wohl von morgens bis abends beruhigen! (das hält kein Mann aus, deswegen würde ich mich wahrscheinlich verstellen)

Was ich aber sagen wollte..
Dass Du dich als oberwichtig empfindest wenn Du anderen helfen kannst kenne ich auch nur zu gut!

Erst letzte Woche habe ich einer Frau geholfen, die heulend auf einer Treppe saß (ich will jetzt nicht ins Detail gehen)..

Nur, ich habe mich dabei und danach echt gut gefühlt.

Ablenkung?
Oder eine Art ( siehst Du, anderen geht es auch schlecht) Verbundenheit?!

11.11.2018 12:43 • x 5 #13


Icefalki und gute Fee, Danke

Ja Icefalki, ich konnte noch nie gut Tabletten nehmen wegen dem Kontrollverlust. Wie konntest du das aus ein paar Zeilen jetzt alles so raus lesen? ich bin wirklich verblüfft! Dein letzter Satz schlimmer kann es eh nicht mehr werden bringt es auch so ziemlich auf den Punkt. Grrrrr, jetzt muss ich doch wirklich mit mir feste schimpfen. Es ist ja nicht so, dass ich es nicht wüsste, aber ich beachte es einfach nicht.

@gute Fee: das mit dem Therapeut hört sich gar nicht so schlecht an..... ich sehe grundsätzlich in jedem Mann der aus dem weißen Bereich kommt ein potenzielles Opfer für mich das genau ist ja das Problem! die und nur die geben mir Sicherheit! Wahrscheinlich wäre ich mit einem Maler, Klempner, Hausmeister, Lehrer, Tierpfleger sonst irgendwas glücklicher.

.... das weiß ich ja auch das habe ich mir ja schon mal gründlich vermasselt

11.11.2018 13:44 • #14


Ich kann dich verstehen teilweise, wirklich! Auch ich meinte erst letzte Woche zu meinem Mann, dass ich vielleicht mich in einem Büro im Krankenhaus bewerben sollte um wenigstens den halben Tag sicher zu sein. Aber mal ehrlich... Bringt es das? Bin ich woanders nicht genauso sicher? Es gibt Rettungsdienst etc. Wie haben die Leute früher überlebt?!

Ich denke auch, wenn du schon so lange mit Ängsten lebst musst du etwas dagegen tun. Ich tue es seit ein paar Wochen und bin langsam Anrede. Aber dafür schon mal... Hut ab das man es so lange durchsteht, lach.

11.11.2018 15:05 • x 1 #15


Ja bei mir ist es Dauerpanik und die Arbeit im Krankenhaus gibt mir die Dauersicherheit genauso das Zuhause der Arzt ist rund um die Uhr zumindest manchmal..... abgesehen von diesen schrecklichen Diensten. Ja einfach völlig irre und für einen normalen Menschen mit Sicherheit nicht nachvollziehbar. Ich habe mich da völlig in etwas verrannt und finde den Ausgang nicht.

11.11.2018 15:28 • #16


Icefalki
Zitat von SunnyJune:
Ja Icefalki, ich konnte noch nie gut Tabletten nehmen wegen dem Kontrollverlust. Wie konntest du das aus ein paar Zeilen jetzt alles so raus lesen? ich bin wirklich verblüfft! Dein letzter Satz schlimmer kann es eh nicht mehr werden bringt es auch so ziemlich auf den Punkt. Grrrrr, jetzt muss ich doch wirklich mit mir feste schimpfen. Es ist ja nicht so, dass ich es nicht wüsste, aber ich beachte es einfach nicht.



Nee, du kannst nicht loslassen. Deine Mauern hast du extremst gut um dich rumgebaut, und an denen zu rütteln, ist ein Unding. Lieber leiden als ein Wagniss in irgendeiner Form einzugehen.
Warum ich dich so gut gut lesen kann? Weil ich 1. auch im Med. Bereich unterwegs bin, 2. Genau wie du getickt habe. Nur keine Blösse zugeben.

Ich muss immer noch schmunzeln, wie genial der Gedanke ist, sich einen Leibarzt zuzulegen. Könnte mich wegschmeissen vor Lachen. Angehörige dieser Spezies werden aber am schlechtesten versorgt. Haha.

Da du ja nicht dumm bist, setzt doch mal deine Fähigkeiten dafür ein, Mittel und Wege raus aus dieser Angst zu suchen. Wenn mal ein Antidrepessivum angebracht wäre, probiere es doch aus. Manchmal wird man erst therapiefähig, wenn mal Ruhe eingekehrt ist, wenn mal keine Symtome dominieren. Versuch macht klug.

11.11.2018 15:40 • x 2 #17

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Ten Points. Ja, auch das trifft 1 zu 1 zu. Puh, du gehörst ja in den therapeutischen Bereich auf die andere Seite. Wie Du es betrachtest ist es.
Na ja, ein Antidepressivum wäre wohl schon angebracht. Ich glaube sogar es wäre ziemlich notwendig. Ich werde heute und auch morgen noch mal deine Beiträge lesen und versuchen es auch zu verinnerlichen.
Ja, ich muss Mauern einreißen, so habe ich es noch nicht betrachtet, aber ich lebe tatsächlich wie im Hochsicherheitstrakt.

.....grins, genau du weißt ja, der perfekteste Handwerker rührt Zuhause keinen Finger, beim Leibarzt ist es auch so.

11.11.2018 16:31 • x 1 #18


Icefalki
Sunny, weisst du was ich denke? Im Prinzip hast du extrem gute Voraussetzungen, dass das funktioniert. Alles was noch nötig ist, wäre mal ein Zustand von Ausgeglichenheit. Dann kannst du nämlich wirklich mal an dir arbeiten.

Man kann unter Angst nichts lernen. Ist unmöglich. Die Symtome müssen stiller werden, damit du dich auf die Hintergrundsproblematik konzentrieren kannst. Solange alles unter Beschuss steht, wirst du keine Mauern einreissen, wäre ja gefühlter Selbstmord.

Mein Psychiater hat es mir sehr gut erklärt, wie mein AD wirken soll. Gut, mir ging es so schlecht, dass ich auf Nebenwirkungen überhaupt nicht geachtet habe. War eh alles zum kotzen. War die coolste Zeit meines Lebens. Endlich mal Ruhe. Und diese Zeit konnte ich dann nutzen, um zu verstehen, warum ich Angstpatient bin und dass man Angst auch nutzen kann, um sich seiner selbst bewusst zu werden.

Weisst du, man muss schon sehr viel Kraft in sich haben, wenn man so lange nach aussen hin immer noch funktioniert. Die Kraft kannst du jetzt dazu nutzen, dich selbst zu finden.

11.11.2018 17:00 • x 1 #19


Ja, die Angst blockiert jegliches weiterkommen. Ob im Kopf bei der Konzentration, oder in der Arbeit oder eben auch sonst.

Ich denke mir auch oft dass mir eigentlich keine Antidepressiva helfen oder Gesprächstherapien oder sonst irgendwas, ich bräuchte Abstand von mir selbst. mal richtig Urlaub nehmen von sich selber, den Panikattacken, den Grübeleien....
das wäre das beste Rezept! Und dann wenn man Abstand hat und ist sichtlich erholt und beruhigt dann könnte man beginnen.

Icefalki, du machst mir auf alle Fälle viel Mut! Es tut sehr gut es mal so klar zu lesen. Bis heute hat es eigentlich keiner meiner Therapeutin zu mir so exakt gesagt, oder ich hab es nicht kapiert. Ich weiß ja durchaus die ganze Dynamik, aber deine Beiträge die entfachen jetzt trotzdem etwas in mir dass ich jetzt auch nicht einfach so stehen lassen kann und will. Ich Danke Dir sehr dafür!

Du schreibst, dass auch Du ein Angstpatient bist. Magst du ins Detail gehen? Auf jeden Fall wirkst Du sehr erfahren und auf gar keinen Fall hysterisch. Fest mit beiden Beinen auf dem Boden!

Liebe Grüße

11.11.2018 17:35 • x 1 #20



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