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Ein sehr sensibles Thema, über das man viel reden sollte, auch wenn es diejenigen mehr bewegt, deren Wünsche sich nicht erfüllen lassen oder werden. Und es gibt so viele gedankenlose Menschen, die sich nicht hineinversetzen können, wenn einem anderen bewusst ist, dass es bestimmte Dinge im Leben gibt, die anderen scheinbar zufallen, für einen selber nicht zutreffen.
Viele hoffen jahrelang auf ein kleines Wunder, es gibt ja auch medizinisch riesige Fortschritte ... und dennoch.
Es ist unendlich schwer, wenn einem bewusst wird, dass man Träume begraben muss ... Wobei es auch andere Optionen gibt, die aber nicht für jeden machbar sind ... damit meine ich auch Adoption oder Pflegekinder.
Dieser Wunsch kann das gesamte Leben beeinflussen. Jeder geht damit anders um. Aber die Sehnsucht bleibt wohl immer ... Ist wie in allen Bereichen des Lebens, wenn man sich einen Partner wünscht ... oder wenn man sich wünscht, einmal ohne Schmerzen zu sein ... wieder gesund zu werden.
Wenn man jahrelang auf etwas hofft, das nicht da ist, vergisst man auch manchmal, was man hat, man vergisst zu leben. Das sagt und schreibt sich leichter, als es ist, das ist mir auch bewusst. Nicht zuletzt ist es auch die Umwelt, die es den Frauen und Männern nicht leicht macht, trotzdem zuversichtlich zu bleiben. Wie hier schon jemand schrieb, es gibt Reaktionen, da fragt man sich, überlegen solche Leute, bevor sie reden? Um den Kinderwunsch haben viele jahrelang gekämpft, kaum einer, der diesen Wunsch ad acta legen kann ... die Hoffnung stirbt halt zuletzt. Doch diese dummen Weisheiten aus der Küchenpsychologie helfen Kinderlosen nicht weiter. Viel zu oft verschweigen sie deshalb ihre eigene Geschichte. Wer will denn zu allem Leid dann auch noch Spott und Besserwisserei hören? Sicher, ich muss kein Huhn sein, um zu wissen, wie ein Ei schmeckt. Aber solche Plattitüden wie ... es lebt sich stressfreier ohne Kind ... sieh mal, wie unabhängig Du leben kannst ... wie wäre es denn mit einem Hund ... helfen tatsächlich nicht, sie setzen eher noch eins drauf aufs Leid der Kinderlosigkeit. Dieser Gedanke, dass man sich einen "normalen" wunsch nicht erfüllen kann, lässt einen oft das Leben sinnlos erscheinen ... Und jeder einzelne geht anders damit um. Das können aber viele nicht verstehen. Dieses Loslassen dann von der Unerfüllbarkeit des Traumes ist nochmal ein riesiger Akt im Leben. Für die Frau und den Mann. Ich denke, es ist auch doppelt schwierig, weil man sich verabschieden muss von irgendwas, was man ja eigentlich noch nie erlebt und gekannt hat ... Und es tut jedem anders weh ... Auch wenn mich selbst dieses Thema nicht persönlich betrifft, so kann ich doch verstehen, wie andere Menschen sich fühlen können ...
16.12.2019 17:21 •
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