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melancholy2

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Hallo liebe Leute,

ich habe bald eine neue Arbeit in der näheren Umgebung meines Wohnortes. Das ist eigentlich positiv, aber nicht in meiner Situation. Denn mein Wohnort ist mein Heimatort, in dem ich nie wieder leben wollte, es aber durch dumme Umstände, die mit meinem Freund zu tun haben, musste. Dieser Ort frisst meine Seele auf. Jetzt sitze ich in diesem Schlamassel und weiß nicht wohin. Denn es gibt kaum eine Immobilie außerhalb unseres Wohnortes, die uns beiden zusagt und die wir uns leisten können. Mein Freund ist Frührentner und kann nicht arbeiten. Wir sind beide vom Wesen her total unterschiedlich.
Es gibt keine Hoffnung mehr. Es sei denn ich stelle mein Leben total um. Das würde aber bedeuten meinen Freund zu verlassen, niemanden mehr, als meine Eltern und Familie zu haben, womit ich mich aber nicht wohlfühle. Ich wäre noch einsamer, als ich sowieso schon bin. Freundschaften zu pflegen fällt mir sehr schwer, ist eigentlich unmöglich. Ich kann meinen Freund auch nicht alleine und sich selbst überlassen. Wer weiß, was sonst aus ihm wird? Doch das Leben mit ihm ist nicht zu ertragen. Er ist langweilig, gebrechlich, ängstlich, übervorsichtig und krank. Ich habe auch große Fehler, die unser Zusammenleben erschweren.
Es gibt nichts Schönes mehr in unserem Leben. Aber ich kann auch nicht alleine bleiben. Ich brauche Unterstützung im Alltag, denn ich bin ein Versager. Doch es gibt niemanden im realen Leben für mich. Andererseits ist das auch kein Wunder, so wie ich bin und mit meinen Problemen. Welcher vernünftige Mensch, will jemanden der seelisch so angeknackst ist. Und zwei psychisch labile vertragen oder ertragen sich nicht. Also bleibe ich wohl einsam, ist wohl auch besser für die Menschheit. Ich möchte meinem Freund auch nicht länger weh tun, denn er ist eigentlich sehr lieb und ich verdiene seine Liebe nicht. Ich verdiene gar keine Liebe. Am Liebsten möchte ich verschwinden, noch besser nie geboren worden sein.

Ich weiß nicht, was ich mir von meinem Geschriebenen verspreche, aber wenn jemand antwortet wäre ich dankbar.

LG, melancholy2

16.07.2017 16:55 • 05.09.2019 #1


74 Antworten ↓


Icefalki

Icefalki


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Manno, da war das ja noch besser, deine Starverliebtheit zu lesen. Was ist denn los?

Kannst du nicht eines nach dem anderen machen? Neue Arbeit bedeutet doch auch, neue Menschen kennenlernen, Beschäftigung, eine Strukturierung, finanzielle Mittel.

Der Rest bleibt erst mal und gut ist. War doch auch vorher so. Also, jetzt konzentrierst du dich erstmals auf den Job. Mehr nicht.

Dein restliches Chaos kann auch noch warten. Neuer Job ist per se eh aufregend. Evtl. Ist das das Problem. Also, stell nicht alles in Frage, mach eines nach dem anderen.

16.07.2017 17:03 • x 1 #2


Flocke37


Die Überschrift passt irgendwie überhaupt nicht zum Inhalt deines Themas

16.07.2017 17:12 • #3


Hotin

Hotin


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Hallo melncholy2,

zunächst einmal freue ich mich, dass Du eine neue Arbeit haben wirst.
Hast Du das alles schon sicher? Wann wirst Du dort anfangen?
Und wie weit ist das von Deiner jetzigen Wohnung entfernt?
Zitat:
Es gibt keine Hoffnung mehr.


Im Grunde gibt es immer Möglichkeiten. Auch wenn Du sie im Moment nicht sehen kannst. Die Hoffnung darfst
Du nicht aufgeben.
Zitat:
Aber ich kann auch nicht alleine bleiben. Ich brauche Unterstützung im Alltag, denn ich bin ein Versager.


Ein Versager bist Du bestimmt nicht. Warum und seit wann siehst Du vieles so negativ?

Viele Grüße

Bernhard

16.07.2017 17:47 • #4


Freisein


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Ui, ist da gerade die Borderline Störung aktiv? Du siehst das alles sehr extrem gerade.

16.07.2017 17:49 • #5


melancholy2

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Zitat von Flocke37:
Die Überschrift passt irgendwie überhaupt nicht zum Inhalt deines Themas


Tut mir Leid, mir fiel keine Überschrift ein, da habe ich den ersten Satz des Textes genommen.

Hallo Icefalki,

ja eine neue Arbeit ist sehr aufregend. Da ich schon einige schlechte Arbeitsplätze hatte, graut mir immer davor, aber auch wegen sozialer Ängste allgemein. Außerdem habe ich immer Angst vor neuen Dingen. Doch das wäre halb so schlimm, wenn die Wohnsituation anders wäre. Aber ich muss wohl jetzt damit leben. An Depressionen kann man sich gewöhnen.
Die Starliebe ist auch noch da im Hintergrund.

LG, melancholy2

16.07.2017 18:09 • x 1 #6


melancholy2

melancholy2


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Danke Hotin und Freisein für Eure Antworten,

Ja, die Arbeit ist mir sicher, denn es ist eine Behindertenwerkstatt. Wann es los geht, weiß ich leider noch nicht. Ich muss dort 20 Minuten mit dem Zug hinfahren. Das bin ich allerdings gewohnt. Sie ist in einer Großstadt, wo man sich Häuser nicht leisten kann und die Mieten hoch sind. Außerdem kann ich nicht in einem Mehrfamilienhaus wohnen, wegen Angst und Wutausbrüche. Die Hoffnung geht bei mir so schnell verloren. Wenn ich mal Hoffnung habe, ist das etwas Besonderes. Dieses negative und extreme Denken/Fühlen kommt immer wieder bei mir vor und das schon immer. Der Grund muss in der Kindheit liegen.
Ja, die Borderlineseite ist wieder in der Aktivphase.

LG, melancholy2

16.07.2017 18:25 • x 2 #7


Icefalki

Icefalki


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Gut, dann lass deine Frust hier raus. Wenn ich kann, versuch ich dir vernünftige Antworten zu geben.

Jetzt sagt eben die Vernunft, nach A kommt B. Und wenn dein Borderlinermist wieder mal wieder die Oberhand hat, warten wir eben, bis das wieder etwas abflaut.

Was machst du eigentlich dort an Arbeit, wenn ich fragen darf?

16.07.2017 18:31 • #8


melancholy2

melancholy2


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Danke. Ja, gut, ich werde das hier zum Frust ablassen nutzen.

Es gibt da zwei Bereiche für mich, Mediengestaltung und Archivarbeit. Beides kann ich und gefällt mir.

16.07.2017 18:44 • #9


Icefalki

Icefalki


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Zitat von melancholy2:
Beides kann ich und gefällt mir.


Das liest du dir mal jetzt 10 mal durch. Oder 100 mal. Das ist nämlich sehr positiv. Etwas zu haben, das einem gefällt und das man kann, ist Gold wert.

16.07.2017 18:47 • x 6 #10


Freisein


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Zitat von Icefalki:
Und wenn dein Borderlinermist wieder mal wieder die Oberhand hat, warten wir eben, bis das wieder etwas abflaut.


Das würde ich auch sagen. Jetzt würde ich auf tiefgreifende Entscheidungen verzichten und abwarten, bis ich wieder "normaler" im Kopf wäre. Desweiteren würde ich dir zu einer Therapie raten, wo ihr die Geschichte mit der Abhängigkeit angehen könntet. Vielleicht kann man da was lösen und du könntest dann wegziehen oder dich aus anderen Abhängigkeiten lösen.

16.07.2017 19:19 • x 1 #11


Flo1890

Flo1890


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Wenn es nichts schönes mehr in eurem Leben gibt,dann muss sich da etwas ändern! So zu leben ist für euch beide ganz sicher nicht gesund,ich würde nicht so weiterleben,das führt zu nichts.

16.07.2017 19:26 • #12


melancholy2

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Zitat von Icefalki:
Das liest du dir mal jetzt 10 mal durch. Oder 100 mal. Das ist nämlich sehr positiv. Etwas zu haben, das einem gefällt und das man kann, ist Gold wert.


Stimmt, das ist schon viel Wert. Ich habe es mir auch oft hintereinander durchgelesen.

@Freisein Ja, zu tiefgreifenden Entscheidungen kann ich mich sowieso nicht durchringen. Ich mache schon eine Therapie. Morgen ist wieder ein Termin.


@Flo1890 Das stimmt schon. Es ist schwer herauszufinden, was man ändern muss oder ob man Dinge akzeptieren muss. Vielleicht ergibt sich das von selbst.

16.07.2017 22:05 • x 1 #13


melancholy2

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Liebe Leute,

heute wollten wir bei meinem anderen Kaninchen Jody die Krallen schneiden und haben festgestellt, dass sein Hintern dreckig ist. Er verhält sich sonst ganz normal und frisst auch gut. Wir haben heute um 16.00 Uhr einen Termin beim Tierarzt. Ich habe aber solche Angst, dass er auch noch stirbt oder eingeschläfert werden muss. Ich komme mir vor wie eine Tierquälerin, da ich auch schon viele Fehler mit Tieren gemacht habe. Kaninchen sind glaube ich auch nicht die richtigen Haustiere für mich. Wahrscheinlich ist es besser, wenn ich kein Haustier habe, da ich schon genug Schwierigkeiten mit mir selbst habe.
Jetzt geht es mir wieder schlecht, obwohl mir die Therapie am Montag gut getan hat und ich gestern einen schönen Tag hatte. Mein Freund macht jetzt auch eine Therapie, am Montag fing sie an. An dem Tag ging es ihm auch schlecht, es gab einen großen Knall und er ist abends planlos durch die Gegend gefahren, um sich abzureagieren. Ich habe mir Sorgen um ihn gemacht, aber er kam nach zwei Stunden wieder und ihm ging es wieder besser.
Meine Arbeit wird wahrscheinlich im Herbst (September) anfangen.

LG, melancholy2

19.07.2017 12:32 • #14


melancholy2

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Hallo Ihr Lieben,

ich bin erleichtert, mein Jody ist soweit gesund. Er hat in letzter Zeit nur etwas zu viel Löwenzahn bekommen, was ihm auf den Magen schlug. Da haben wir es wohl etwas zu lieb gemeint.
Das wird also wieder und sauber ist er jetzt auch. Er war ganz aufgeweckt und zutraulich beim Arzt. Ein richtiger kleiner Charmeur
Es gibt auch einmal gute Nachrichten.

LG, melancholy2

19.07.2017 17:00 • x 2 #15


Icefalki

Icefalki


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Soll ich dir was tolles sagen? Viele bemerken den Durchfall ihrer Kaninchen nicht und dann kommt es zum Madenfrass, weil Fliegen ihre Eier dort ablegen. Weiter schreibe ich nicht.

Insgesamt bedeut es aber, dass du sehr aufmerksam warst, und daher doch eine tolle Ninchenmama bist.

19.07.2017 18:09 • x 1 #16


melancholy2

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Danke Icefalki, das hast Du sehr lieb geschrieben. Darüber habe ich mich gefreut.

LG, melancholy2

19.07.2017 20:37 • x 1 #17


Schwarzes-Leben.


Zitat von melancholy2:
Hallo liebe Leute,

ich habe bald eine neue Arbeit in der näheren Umgebung meines Wohnortes. Das ist eigentlich positiv, aber nicht in meiner Situation. Denn mein Wohnort ist mein Heimatort, in dem ich nie wieder leben wollte, es aber durch dumme Umstände, die mit meinem Freund zu tun haben, musste. Dieser Ort frisst meine Seele auf. Jetzt sitze ich in diesem Schlamassel und weiß nicht wohin. Denn es gibt kaum eine Immobilie außerhalb unseres Wohnortes, die uns beiden zusagt und die wir uns leisten können. Mein Freund ist Frührentner und kann nicht arbeiten. Wir sind beide vom Wesen her total unterschiedlich.
Es gibt keine Hoffnung mehr. Es sei denn ich stelle mein Leben total um. Das würde aber bedeuten meinen Freund zu verlassen, niemanden mehr, als meine Eltern und Familie zu haben, womit ich mich aber nicht wohlfühle. Ich wäre noch einsamer, als ich sowieso schon bin. Freundschaften zu pflegen fällt mir sehr schwer, ist eigentlich unmöglich. Ich kann meinen Freund auch nicht alleine und sich selbst überlassen. Wer weiß, was sonst aus ihm wird? Doch das Leben mit ihm ist nicht zu ertragen. Er ist langweilig, gebrechlich, ängstlich, übervorsichtig und krank. Ich habe auch große Fehler, die unser Zusammenleben erschweren.
Es gibt nichts Schönes mehr in unserem Leben. Aber ich kann auch nicht alleine bleiben. Ich brauche Unterstützung im Alltag, denn ich bin ein Versager. Doch es gibt niemanden im realen Leben für mich. Andererseits ist das auch kein Wunder, so wie ich bin und mit meinen Problemen. Welcher vernünftige Mensch, will jemanden der seelisch so angeknackst ist. Und zwei psychisch labile vertragen oder ertragen sich nicht. Also bleibe ich wohl einsam, ist wohl auch besser für die Menschheit. Ich möchte meinem Freund auch nicht länger weh tun, denn er ist eigentlich sehr lieb und ich verdiene seine Liebe nicht. Ich verdiene gar keine Liebe. Am Liebsten möchte ich verschwinden, noch besser nie geboren worden sein.

Ich weiß nicht, was ich mir von meinem Geschriebenen verspreche, aber wenn jemand antwortet wäre ich dankbar.

LG, melancholy2





Das war bestimmt, aus der Wut, und aus der Frustation heraus, in die Tastatur geschrieben.
Du bist im Borderline gefangen, und das drückt sich leider in dieser Form, eben halt aus.
Wir stehen zu Dir, und Du bist keine schlechte Person, Du hast es doch wieder bewiesen, das Du eine sehr führsorgliche, und Liebe Frau bist.
Dein Kanichen, hat Deine Führsorge Heute erfahren, Du bist eine gute melancholy2.
Nun wird erst einmal der Löwenzahnverzehr, bei Deinem Kanichen eingestellt.







LG Schwarzes-Leben02

19.07.2017 20:55 • x 1 #18


melancholy2

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Danke Schwarzes Leben, auch Deine Worte bauen mich auf.
Ja, so wird es gemacht. Der Kleine bekommt jetzt ein paar Tage nur Stroh, Heu und eine spezielle Paste zu fressen.

LG, mel

19.07.2017 22:26 • #19


melancholy2

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Guten Tag Ihr Lieben,

es hat sich etwas verändert. Ich habe mich dazu entschlossen von der Arbeit bei der Werkstatt Abstand zu nehmen und habe mich dort abgemeldet.
Lange habe ich darüber nachgedacht und versucht mich damit zu arrangieren aber es fühlte sich einfach schlecht an. Auch habe ich viel mit meinem Freund gesprochen, was er am Liebsten will und was sein Wunsch für die Zukunft ist. Wir möchten beide zur Ostsee ziehen und wir sind davon überzeugt, dass einige Dinge dort besser werden. Auch unsere Beziehung, die sehr von seinem Gesundheitszustand abhängt, der dort auch positiv beeinflusst werden würde. Vielleicht geht es ihm dort sogar so gut, dass er eine kleine Tätigkeit ausüben kann.
Wir werden uns auch Hilfe suchen, damit wir unseren Plan verwirklichen können, z.B. beim Sozialpsychiatrischen Dienst.

Bei uns, vor allem bei mir ist es ein andauerndes hin und her, aber vielleicht wird das weniger, wenn ich an einem Ort lebe den ich liebe. Auch habe ich das Gefühl einen großen Schritt von meiner Familie weg machen zu müssen. Und große Schritte brauchen viel Anlauf.

Im Moment beziehe ich Krankengeld und hoffe, dass man mir/uns Zeit lässt, dass wir in Ruhe unser Leben dort anfangen können. Wir brauchen diese Zeit einfach und werden uns diese nehmen. Mein Freund und ich wurden genug gehetzt und unter Stress gesetzt in den letzten Jahren. In unser Leben ist noch nie wirklich Ruhe eingekehrt, ich finde es wird Zeit.

Trotzdem habe ich Angst vor diesem Schritt, dass wieder irgendetwas schief gehen könnte. Aber was haben wir noch zu verlieren? Ich denke wir verlieren eher, wenn wir diesen Schritt nicht machen. Vor allem wäre unsere Beziehung in Gefahr.
Das wollte ich Euch mitteilen.

Liebe Grüße, melancholy2

03.09.2017 10:10 • x 1 #20




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