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AngelBritney

AngelBritney
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Hatte mehrere Versuche (4 innerhalb der letzten 2+ Monate) und eine professionelle Fachkraft (Oberarzt einer Tagesklinik) sagte mir, ich darf nicht mehr 112 wählen bei Selbstverletzung mit Suizidintention oder starkem inneren Drang nach Suizid.

Den Notruf zu wählen war der letzte Schritt auf meinem Krisenplan.
Der erste ist Skills anzuwenden. Wenn das nicht hilft Telefonseelsorge oder Gespräch mit nahestehender Person.
(Erstes Gespräch mit Telefonseelsorge war übrigens eine unschöne Erfahrung)
Dann erst 112.

Mir wurde von diesem Oberarzt gesagt, dass durch meine Anrufe bei der 112 unnötige Ressourcen verbraucht werden, weil die 112 nur für Notfälle ist und die Einsatzkräfte immer am Limit arbeiten.

Ich rief die 112 an, wenn ich bereits mich selbst verletzt hatte oder kurz davor war (dann tat ich es nach dem Anruf, weil ich mich nicht mehr unter Kontrolle hatte).

Mit jedem Versuch versuche ich tiefer zu kommen, da es für mich als Versagen gilt, wenn das Blut ohne medizinische Hilfe gerinnt.

Meint ihr, der Oberarzt hat Recht und ich soll nicht mehr die 112 anrufen?

Ich rief die 112 immer ungern an, weil ich weiß, dass die Rettungskräfte es schwer haben und ich mir allgemein bereits unwichtig vorkomme bzw. wie eine Belastung für jeden, der mich kennt. Und wenn jemand an einem Herzinfarkt stirbt, weil der RTW/Notarzt mit mir beschäftigt war, das ist nicht gut.

Ich war immer außerhalb meiner Wohnung, weil ich wo sterben wollte, wo ich alleine war und niemand mich so schnell finden konnte.

Aber ich habe den Krisenplan mit der Psychologin von dem sozialpsychatrischen Dienst zusammengestellt, deswegen dachte ich immer, dass sie will, dass ich lebe und nicht tot bin durch meine eigene Hand.

Ich bin verwirrt und weiß nicht was richtig ist.

29.07.2025 x 2 #1


106 Antworten ↓
S

sial
Gast

Ich finde es erstaunlich in welchem Ton hier mit der TN geredet wird.
Da ist jemand anscheinend sehr in Not und in einem psychischen Ausnahmezustand oder nah dran.
Und ein großer Teil ( nein - nicht alle) der Antworten sind in einem " ich bin eigentlich ein verkappter Therapeut " Ton geschrieben , der m.E. hier niemanden zusteht.

Dann kommen noch die selbsternannten Retter des RTW´s.
Und DAS in einem Forum, in dem es von Leuten nur so wimmelt, die schon zig mal den RTW gerufen haben - ohne ein wirklich medizinschen Notfall zu sein.
(Da kann ich mich einreihen ! Very Happy )
Oder in der Notaufnahme ohne Not waren - oder die tausendeste Untersuchung ohne medizinische Notwendigkeit einfordern.

Und hier wird in einem garstigen z.T. sogar hämischen Ton die TN auf die Überlastung des RTW hingewiesen?
Könnte man in fast jedem Beitrag hier im Forum anmerken. Habe ich so nur noch nie gelesen.

Dann wird groß geschwafelt was den dir TN so bräuchte um wieder "Spaß" am Leben zu haben. Also nicht mehr suizidal zu sein.
Ist das nicht vermessen und ziemlich selbstverliebt?
Ich würde mich gar nicht trauen der TN einen Rat zu geben. Außer dem - sich !professionelle ! Hilfe zu suchen.

27.07.2025 16:03 • x 9 #31


Zum Beitrag im Thema ↓

A


Nicht mehr 112 anrufen bei Drang nach Suizid?

x 3


fourofour

fourofour
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Zitat von Darkshadow:
Wie gesagt, ich beschreibe hier nur, was passiert, ich möchte das nicht bewerten und schon gar nicht gutheißen. Ich kann sagen, dass die Therapieform als nachweislich sehr erfolgreich gilt. Als Patient fühlt es sich trotzdem furchtbar an.
Ich kann sagen, dass es mir und vielen Mitpatienten durchaus geholfen hat, aber ich musste mich erst an diese Therapieform gewöhnen. Gerade zu Beginn ist es wirklich hart.
Aber es geht ja auch um einiges, im Endeffekt geht es darum, den Patienten das Leben zu retten.

In Bezug rein auf SVV:

Also ich bin da ambivalent was diese Therapieform angeht. Wie bei jeder hat das zu dem Patienten zu passen.
Ja SVV kann abhängig machen, ebenso gibt es auch welche die das wegen der Aufmerksamkeit tun. Denke da kann es passen, bzw. ein wichtiger Weg sein. Daher klingt dieser Ansatz für mich gut und logisch.

Zu denen die das wegen dem inneren Stresspegel tun:
Es ist auch richtig, das man jemand das SVV nicht ohne Ersatz "streichen" darf. Weil es ist in dem Moment DAS Mittel zur Wahl um den inneren Stresspegel sehr schnell zu senken.
Die Einschätzung dartüber ob ein Patient die Einsicht und Motivation hat sich einen Ersatzskill zu suchen halte ich für herausfordernd.
Ein solcher Skill kann auch recht einfach sein. In einer Doku hat eine Betroffene was für sich gefunden. Sie malt sich mit einem dicken, roten Stift Linien auf den Unterarm.

Alles in allem willste SVV nicht haben und keinem wünschen.

Danke für das Teilen : )

29.07.2025 08:47 • x 5 #105


Zum Beitrag im Thema ↓


blue1979
Ganz ehrlich psychiatrische Notfälle sind medizinische Notfälle und der Disponent bei der 112 kann dann entscheiden ob er Arzt schickt oder nicht. Ausserdem wenn du oft angerufen hast, kennen sie deinen Namen und vielleicht reicht dann auch ein kurzes Gespräch am Telefon.

Wenn du alle paar Tage da anrufst dann würde ich den Krisenplan dringendst überarbeiten und morgen auch die Psychologin bitten mit dem Oberarzt Rücksprache zu halten.

Andere Lösung statt 112 :kannst du direkt psychiatrische Ambulanz anrufen ? Da gibt es immer einen diebsthabenddn Arzt und er kann weitere Entscheidungen treffen .

x 4 #2


AngelBritney
@blue1979 Bis jetzt hat der Disponent immer sofort jemanden losgeschickt ohne weiter zu hinterfragen (bis auf die Fragen wie schwer verletzt, was genau, ob man alleine ist etc.).

Ich weiß nicht ob sie meinen Namen kennen, er ist zwar nicht gewöhnlich, aber die Versuche waren mit gewissen Abständen, also nicht alle paar Tage.

Muss man für die psychiatrische Ambulanz selbst zahlen?

Wie können sie helfen, wenn man bereits es getan bzw. versucht hat? Würden sie einen am Telefon beruhigen oder wie läuft das ab?

#3


N
Zitat von AngelBritney:

Den Notruf zu wählen war der letzte Schritt auf meinem Krisenplan.

Zitat von AngelBritney:
ich darf nicht mehr 112 wählen bei Selbstverletzung mit Suizidintention oder starkem inneren Drang nach Suizid.


Es ist irgendwie unlogisch, die Rettung zu rufen (112) wenn man doch *eigentlich* sterben will.
Stimmt?
Entschuldige, wenn ich das so dreist sage.
Auf der einen Seiten erscheint einem alles auswegslos und hoffnungslos, man ist verzweifelt und am Ende.
Man möchte am liebsten sterben. ( aber eigentlich doch nicht )

Man möchte sich irgendwie von dem Leiden erlösen, aber nicht sterben.

Mit dem Schneiden und wenn das Blut fließt, fühlen sich viele erleichtert.... ein Ventil wurde geöffnet und der Druck lässt nach...die Anspannung kann entweichen.

Wenn Du dann 112 anrufst, weil du auch plötzlich Panik bekommst (vielleicht)
dann ist das ein Hilferuf (und kein Suizidversuch mehr)

Du brauchst psychologsiche Unterstützung (Therapie), damit Du gar nicht erst das Verlangen hast, dich zu schneiden.
Auch für dich gibt es Lösungen und Auswege.

x 4 #4


N
Natürlich rufst du weiterhin die 112 oder 110.

x 3 #5


Tinebiene
Aber warum ruft du überhaupt den Rettungsdienst an wenn du doch sterben willst? Ist das nicht eher ein Schrei nach Aufmerksamkeit? Lass dich doch besser in eine Klinik einweisen wo dir dementsprechend geholfen wird.
Lg

x 2 #6


fourofour
Zitat von AngelBritney:
Bis jetzt hat der Disponent immer sofort jemanden losgeschickt ohne weiter zu hinterfragen

Weil er derjenige ist der Fragen zu beantworten hat, wenn es zum Versuch deinerseits kommt.

Persönlich würde ich wie folgt priorisieren:

- Zuständige Psychiatrie / Diensthabender Arzt
- 112

Es ist eine neue Rufnummer geplant - die 113. Um eben die Dienste des 112 zu entlasten.

x 4 #7


N
Zitat von Nicky78:
Natürlich rufst du weiterhin die 112 oder 110.

Zitat von AngelBritney:

Mir wurde von diesem Oberarzt gesagt, dass durch meine Anrufe bei der 112 unnötige Ressourcen verbraucht werden, weil die 112 nur für Notfälle ist und die Einsatzkräfte immer am Limit arbeiten.

Zitat von AngelBritney:
eine professionelle Fachkraft (Oberarzt einer Tagesklinik) sagte mir, ich darf nicht mehr 112 wählen bei Selbstverletzung mit Suizidintention oder starkem inneren Drang nach Suizid.

Du brauchst Hilfe auf lange Sicht, längerfristige ambulante oder stationäre Hilfe, nicht erst im Notfall.
Der Notfall soll bitte gar nicht erst wieder eintreten.

Nur zur Info:
Die Notrufnummer 113 ist eine geplante bundesweite Krisennummer für psychische Notfälle in Deutschland. Sie soll eine zentrale Anlaufstelle für Menschen in psychischen Krisen sein und ist vergleichbar mit den bestehenden Notrufnummern 110 (Polizei) und 112 (Feuerwehr/Rettungsdienst)

Leider gibt es diesen Notruf noch nicht.

x 2 #8


N
Zitat von fourofour:
Weil er derjenige ist der Fragen zu beantworten hat, wenn es zum Versuch deinerseits kommt. Persönlich würde ich wie folgt priorisieren: - Zuständige Psychiatrie / Diensthabender Arzt - 112 Es ist eine neue Rufnummer geplant - die 113. Um eben die Dienste des 112 zu entlasten.

Wir waren zeitgleich mit unseren Beiträgen 😉

x 1 #9


Icefalki
Ist dir klar, was du eigentlich mit den Anrufen bei der Rettung bezweckst?

Dass es dir nicht gut geht, ist klar. Allerdings wäre es doch viel, viel klüger, stationär in die Psychiatrie zu gehen. Bei Suizid müssen die dich aufnehmen.

Und ich hab mal diese Nummern auf die Schnelle gefunden:

Telefonseelsorge:
0800 – 111 0 111
oder
0800 – 111 0 222
Rund um die Uhr erreichbar!

Notfallhotline Suizidalität:
069 – 630 13 113
Unter dieser Nummer
erreichen Sie in akuten Notfällen mit
Suizidalität rund um die Uhr
eine Ärztin oder einen Arzt der Klinik
für Psychiatrie des Universitätsklinikums
Frankfurt am Main

Psychosozialer Krisendienst:
069-611375
Mo – Fr 17.00 – 1.00 Uhr
Sa, So und an Feiertagen 9.00 - 1.00 Uhr

x 5 #10


fourofour
Zitat von NoNameUser:
Wir waren zeitgleich mit unseren Beiträgen

sync Mr. Green

Ich hoffe die bekommen die Nummer endlich mal auf die Kette.

x 1 #11


N
Selbst bei kirchlichen Telefonseelsorgen, Nummer gegen Kummer, krisenchat......überall glühen die Leitungen. Die Leute hängen selbst dort mitunter in der Warteschleife oder werden irgendwann zurückgerufen.
Insbesondere am Wochenende, in der Nacht von Freitag auf Samstag und dann auf Sonntag...überall Hilferufe und Suizidankündigungen.
Ich will aber nicht vom Thema ablenken...und das nur kurz mal anmerken.

x 1 #12


fourofour
Zitat von Tinebiene:
Aber warum ruft du überhaupt den Rettungsdienst an wenn du doch sterben willst?

Ich kann dir das ganz genau erklären. Sicher gibt es die, wo es ein Hilferuf ist.

Die Thematik SV ist sehr herausfordernd und Anspruchsvoll.

Gerade wenn jemand einen SV überlebt hat, ist es wichtig die Mechanik dahinter zu verstehen.
Diese ist individuell zusammengesetzt.
Ganz grob gesagt kann man in einen Zustand von überflutung von Emotionen sich in eine Situation bringen wo man quasi nur noch einen Schritt gehen muss.
Wenn man nun völlig dissoziert / in einen psychotischen Schub kommt, ist evtl. jede Hilfe zu spät.

Es gibt noch eine ganze Reihe von Dingen die man VORHER tun kann (Notfallkoffer) um eben erst gar nicht dahin zu kommen.

Der Punkt wo man hilfe holen sollte und der wo man es nicht mehr schafft kann wirklich sehr schmal sein.

Menschen die noch nie einen SV hatten können das ohne Coaching noch weniger einschätzen. Weil die natürliche Angst vor dem Tod besteht.

x 5 #13


fourofour
Zitat von NoNameUser:
Selbst bei kirchlichen Telefonseelsorgen, Nummer gegen Kummer, krisenchat......überall glühen die Leitungen.

Das ist richtig.

Daher halte ich die Nummer der zuständigen Psychiatrie des Landkreises für effektiver.

x 1 #14


AngelBritney
Zitat von Icefalki:
Ist dir klar, was du eigentlich mit den Anrufen bei der Rettung bezweckst?

Anscheinend nur schlechtes... Sage ich doch, man ist nur eine Belastung. Ich bin ja auch so doof und rufe den Notruf. Die dachten bestimmt immer, dass man einen auf Drama macht und sie Besseres zu tun haben.

Ich rufe niemanden mehr, weder die 112 noch irgendeine Telefonseelsorge, ich habe mich selbst gehindert, nur weil einem alle immer ein schlechtes Gewissen einreden wollen, wenn man weg ist, wie traurig sie wären usw.

Von wegen, alle um einen herum wollen, dass man lebt, das ist nur, damit sie sich nicht schlecht fühlen.

x 2 #15


N
Wenn man in ein anderes Land fährt mit dem Auto....dann kommen kurz vor Grenze immer so Schilder:
letzte Ausfahrt vor der Grenze
letzte Tankstelle vor der Grenze
letzte Chance

So kann man es auch verstehen, wenn man bereits SuizidGedanken hat....es muss nicht erst zu SuizidPlänen kommen, geschweige denn zu SuizidVersuchen.
Das trennen zu können ist auch schwer. Wo stehe ich gerade?

x 1 #16


N
Zitat von fourofour:
Das ist richtig. Daher halte ich die Nummer der zuständigen Psychiatrie des Landkreises für effektiver.

Das sehe ich auch so...
aber jemand in NOT und aufgewühltem Zustand findet diese solche Nummer nicht und hat sie auch nicht grad zur Hand.
Weswegen eben viele dann doch 110 oder 112 anrufen....und die bringen dich dann dorthin.
Der RTW ist aber kein Taxi in die Psychiatrie. Sorry. Alles nicht so einfach.
Man muss alle Seiten verstehen. Den Betroffenen in Not genauso wie die Rettungskräfte.

x 1 #17

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fourofour
Zitat von NoNameUser:
Man muss alle Seiten verstehen. Den Betroffenen in Not genauso wie die Rettungskräfte.

Das ist absolut richtig.

Aber wo zieht der Betroffene die Linie. Das ist halt der Punkt. Hier ist gefühlt halt NULL Aufklärung und vor allen Dingen das Thema Prävention mit Hilfe des Notfallkoffers, innere Achtsamkeit, Skillstraining.

#18


N
Zitat von fourofour:
Das ist absolut richtig. Aber wo zieht der Betroffene die Linie. Das ist halt der Punkt. Hier ist gefühlt halt NULL Aufklärung und vor allen Dingen das Thema Prävention mit Hilfe des Notfallkoffers, innere Achtsamkeit, Skillstraining.

Ja...aber das ist wieder ein eigenes Thema. Machst du ein Thema dazu auf?

Lassen wir der TE ihren Thread für Ihre akute Situation.

x 2 #19


fourofour
Zitat von NoNameUser:
Lassen wir der TE ihren Thread für Ihre akute Situation.

Ja hast Recht.

N thread dazu mag ich nicht aufmachen. Weil das interessiert so gut wie keinen.

x 2 #20


A


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Prof. Dr. med. Ulrich Hegerl
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