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Hallo liebes Experten-Team!

Ich schreibe zum ersten Mal in ein solches Forum und hoffe, dass ich einige hilfreiche Antworten erhalten kann...
Vor einigen Monaten wollten mein Freund und ich uns verloben bzw.eine Verlobungsfeier feiern.Doch seine Mutter, meine zukünftige Schwiegermutter hat uns alles kaputt gemacht!
Mein Verlobter konnte nicht viel dagegen machen, da aus traditionellen Gründen bei uns die Eltern die Feiern organisieren.
Seit dem habe ich immer ein Angstgefühl in mir, obgleich welche Situation es betrifft!Abgesehen davon, dass ich Angst davor habe, das sie sich immer in unser Leben einmischen wird, nehme ich auch meine ganze restliche Umwelt anders dar.
Sobald ich aus dem Haus gehe, habe ich dieses Gefühl als ob jeder auf der Straße mich anblicken und schlecht über mich denken würde! Mir wird plötzlich ganz schwindelig und ich habe Herzrasen!Ich habe überhaupt keine Lust mehr raus zu gehen, etwas zu unternehmen! Sobald ein größeres Ereignis bevorsteht, wie auf eine Hochzeit zu gehen, kriege ich ein Beklemmungsgefühl und Atmungsschwierigkeiten. Es sind immer so kurzzeitige Schwindelanfälle und Kopfschmerzen, die ich in Stresssituationen habe!Besonders in Menschenmengen wird mir ständig schwindelig und fange an schwer zu atmen!
Ich kriege Panik, dass ich vor all den Leuten Ohnmächtig werde und gar sterbe! und dabei ganz allein bin! Deswegen vermeide ich es immer allein hinaus zu gehen...
Mein Hausarzt, unser Familienhausarzt, kennt die ganze Situation! Er hatte mir eine Verhaltenstherapie empfohlen, weil ich organisch gesund bin!

Vor einigen Monaten bin ich jeden zweiten Tag zum Arzt gerannt. Heute kommt es mir so vor, als müsse ich immer damit leben und werde nicht mehr gesund, egal wie oft ich zum Arzt laufe...

Heute ist es auch so, dass ich diese Panik und Angst nicht immer verspüre, wenn ich raus gehe. Aber trotzdem kann ich nie einschätzen oder es kontrollieren, wann diese Attacken kommen.
Oder sie kommen für ein paar Minuten und verschwinden wieder...

Ich habe erst in ein paar Monaten einen Termin für den Psychotherapeuten bekommen.
Meine Uni fängt bald an und ich muss immer hin und her pendeln. Ich weiß überhaupt nicht, wie ich das schaffen soll...
Ich weiß, dass ich bei vollkommenem Bewusstsein bin, ich bin mir auch bewusst, dass ich körperlich gesund bin und mir nichts passieren wird, aber trotzdem ergreift mich ständig diese Angst!

Ich glaube, es hängt alles mit meiner zuünftigen Schwiegermutter zusammen, da ich immer das Gefühl habe, nicht von ihr anerkannt zu werden, nicht respektiert zu werden, und dass sie sich immer in unser Leben einmischen und unsere Beziehung zerstören will! Ich habe einfach ständige Angst um meine Zukunft und denke die ganze Zeit nur daran...

Ich wäre erfreut, wenn Sie mir Ihre Meinung zu meinem Beitrag schreiben könnten.

Liebe Grüße,

Ninuk

04.09.2007 18:11 • 31.12.2017 #1


86 Antworten ↓


Hallo, liebe Ninuk,

ich darf Dich erst einmal im Forum begrüssen und Deinen Mut, hier zu schreiben, als etwas Mutiges wertschätzen.

Ich denke, dass Dein Erlebnis mit Deiner Schwiegermutter nur ein Auslöser war, der Dich in eine schwierige emotionale Situation gebracht hat, die besonders durch Gefühle der Hilflosigkeit, Machtlosigkeit und des Ausgeliefertseins gekennzeichnet war. Könnte das so gewesen sein? Dabei empfindet man auch immer, dass man die Kontrolle über das eigne Leben verlieren könnte. Und dies ist eine wichtige Grundlage dafür, dass Du Ängste entwickelt hast. Dass Du dies so verarbeitet hast, hat sicher mit Deiner Lerngeschichte ( Deinen bisherigen Erfahrungen und was Du daraus für Einstellungen, Bewertungen und Verhaltensmuster gelernt hast)zu tun. Denn Du fühltest Dich vielleicht schon vorher häufiger unsicher, konntest Dich vielleicht manchmal nicht so wehren, wie Du wolltest, hast vielleicht öfter Angst vor negativer Bewertung gehabt.

Deine Symptome weisen auf Ängste hin, die wir Agoraphobie nennen und die besonders durch die Angst gekennzeichnet sind, die Kontrolle zu verlieren. Aber keine Sorge, das wirst Du nicht ! Du denkst und entsprechend fühlst Du "nur" so.

Wichtig ist jetzt für Dich, möglichst wenig Situationen zu vermeiden. Versuche Deinen ganz normalen Alltag so weit es geht zu leben, auch wenn es Dir schwer fällt und Du Dich öfter zwingen musst. Vermeidung führt nur zur Stabilisierung von Angst und Du kannst Dir nicht zeigen, dass Deine Angst ganz unbegründet ist. Mache Dir immer wieder klar, was Du gerade denkst, wenn Du Angst empfindest. Und ob Deine Gedanken wirklich stimmen, ob Du auch anders denken könntest.

Es ist prima, dass Du eine Therapie machen willst.

In der Zwischenzeit informiere Dich: Schaue Dir die Informationen über die Links im Forum an. Vielleicht helfen Dir auch Bücher wie "Gefühle verstehen, Probleme bewältigen" und "Ängste verstehen und überwinden" aus dem PAL Verlag.

Zum Schluss: Deine Schwiegermutter kann Dir weder etwas kaputt machen, was sich lohnen würde, zu bewahren, noch hat sie Macht über Dich, wenn Du es nicht zulässt !!

Ich wünsche Dir viel Erfolg auf Deinem Weg, denn Deine Ängste haben auch etwas Positives, auch wenn Du es im Moment vielleicht nicht glauben kannst: Sie sind ein Signal für Dich, dass Du an Dir arbeiten kannst, um Dich weiter zu entwickeln und eine selbstbewusste junge und eigenständige Person zu werden. Und das ist doch die Mühe wert - oder? Ich auf jeden Fall weiß aus jahrelanger Erfahrung, dass Du es schaffen kannst.

Gruß

Bernd Remelius

06.09.2007 09:26 • #2


nadine185
Guten Morgen.

Heute ist es wieder ganz schlimm, es geht mir echt mies.

Wenn ich morgens noch im Bett liege geht es. Sobald ich aufstehe geht es los, Herzrasen, Gefühl gleich umzukippen, innerlich extrem aufgewühlt.
Geht es jemandem genauso?

Danke.

16.06.2017 06:20 • #3


koenig
Ja das kenne ich auch. Heute ist es nicht so. Es wird besser. Ich glaube das sind unsere Gedanken und Ängste vor dem Tag. Die laufen im Hintergrund los, besonders wenn man aus dem sicheren Bett steigt. Dazu kommt die enorme Selbstbeobachtung. Der Koerper wird sofort nach Symptomen gescannt.

Ich mache dann Selbstakzeptanzuebungen. Das hilft gut. Sich annehmen auch mit den scheinbaren Unzulaenglichkeiten.

16.06.2017 06:31 • x 1 #4


nadine185
Wie machst du das?

16.06.2017 06:33 • x 1 #5


---Jessy---
So ging es mir zu Beginn an meiner Krankheit auch. Schon der Gang zur Toilette war der Horror für mich.
Ich wollte aber nicht das es so ist, also habe ich angefangen zu kämpfen.
Ich bin aufgestanden habe mich bewegt, bin Stück für Stück wieder vor die Tür gegangen.
Glaube mir, es war schrecklich.

Aber nur so, habe ich es geschafft zu merken das mir gar nichts passiert. So habe ich es geschafft wieder einkaufen zu gehen oder zur Arbeit zu fahren.

Ich weiß, man möchte sich am liebsten den ganzen Tag im Bett verkriechen, aber damit macht man alles nur schlimmer.

Ich weiß wirklich ganz genau wie du dich fühlst. Und hier gibt es hunderte, die genau das gleiche Gefühl haben oder hatten.
Mach langsam, Stück für Stück und du wirst merken das es immer besser wird. Sei auf jeden kleinen Fortschritt stolz auf dich. Unser Hirn braucht das Lob, wenn wir etwas geschafft haben.

Solltest du beim aufstehen Kreislaufprobleme haben, brauchst du keine Bedenken haben. Das ist völlig normal, wenn man vor allem lange liegt. Steh einfach langsam auf. Streck dich vorher im sitzen bevor du dich richtig aufstellst.

Du schaffst das, da glaube ich ganz fest dran

16.06.2017 06:36 • x 3 #6


Angor
Zitat von nadine185:
Guten Morgen.

Heute ist es wieder ganz schlimm, es geht mir echt mies.

Wenn ich morgens noch im Bett liege geht es. Sobald ich aufstehe geht es los, Herzrasen, Gefühl gleich umzukippen, innerlich extrem aufgewühlt.
Geht es jemandem genauso?

Danke.


Hast Du vielleicht zu niedrigen Blutdruck? Das mit dem Herzrasen und Schwindel kenne ich noch von früher, wenn der Blutdruck noch im Keller war und ich schnell aufgestanden bin.
Das Herz versucht dann den Kreislauf anzuregen und pumpt schneller und das macht dann natürlich ein bischen ängstlich.

16.06.2017 06:36 • #7


nadine185
@angor: Blutdruck ist ok

@jessy: es war mal viel schlimmer. Da hab ich nichts mehr gemacht nur noch im Bett gelegen. Jetzt koche ich essen, halt alles was im Haushalt so anfällt. Aber dann gibt es wieder Tage wo es so schlimm ist. Ich mach trotzdem alles, geh mit der kleinen raus, und und und. Es ist einfach nur belastend.

16.06.2017 06:42 • x 1 #8


Morgen Nadine, und dafür hilft entspnnungsübungen, siehe You Tube entspannunsmusik und das was dir gefällt um zu entspannen. alles was dir gut tut:)

16.06.2017 06:45 • #9


nadine185
Entspannen wäre mal super, ist nur etwas schlecht mit der kleinen.

16.06.2017 06:47 • #10


Angor
Nimmst Du irgendwelche Medis? Wenn nicht, bzw. Du keine möchtest, kannst Du es mal mit etwas pflanzlichem versuchen wie Lasea
https://www.lasea.de/

16.06.2017 06:50 • #11


nadine185
Ich nehme nichts da ich mir Tabletten schlucken Probleme habe. Die sind noch nicht mal richtig unten bekomme ich Herzrasen und mir wird schwindelig. Auch bei pflanzlichen Sachen.

16.06.2017 06:52 • #12


Angor
Hast Du Angst wegen Nebenwirkungen? Hast Du auch Panikattacken?

16.06.2017 06:57 • #13


nadine185
Ich habe Angst allergisch darauf zu reagieren, keine Ahnung warum. Panikattacken habe ich auch.

16.06.2017 06:58 • #14


Angor
Vielleicht hilft es Dir, Dich mit den Panikattacken, wie sie entstehen und wie man entgegenwirkt, auseinanderzusetzen.
Auch dass Dir körperlich nichts passieren kann, wenn Du unter starken Ängsten und PA leidest.
Ich fand und finde diese Seite sehr hilfreich
http://www.panikattacken.at/panikstoeru ... oerung.htm

16.06.2017 07:03 • x 1 #15


nadine185
Danke, werde ich gleich mal lesen.

16.06.2017 07:05 • #16


---Jessy---
Das ist echt super, das Du alles soweit machst.
Und es freut mich, das es Dir auch schon besser geht als vorher.

Ich weiß, das ganze ist in der tat der belastend.
Der Vorschlag mit der Entspannung ist sehr gut.
Du hast ein kleines Kind zu Hause und das raubt dir wahrscheinlich oft die nerven, was auch normal ist.
Umso wichtiger ist es, das Du dich regelmäßig entspannst.

Der Artikel der @Angor geschickt hat ist wirklich super.
Habe den auch schon Mal gelesen.

Lasse sich regelmäßig verwöhnen. Geh Dich massieren oder ne schöne Gesichtsmaske machen. Das wirkt wahre wunder.
Natürlich nur, wenn es Finanziell geht. Ansonsten nehme Dir Regelmäßig zu Hause eine Auszeit. Das ist wirklich soooo wichtig, damit Du dich entspannst und Dein Körper die Anspannung etwas verliert.

16.06.2017 07:56 • #17


nadine185
Ich habe auch noch einen Sohn (9), er ist meistens sehr schlimm. Finanziell gesehen ist das kein Problem, ich habe keinen für die kleine und mitnehmen ist schlecht. Wenn ich mal entspannen will ist es nicht möglich weil ich da ständig gestört werde. Wenn ich was sage höre ich immer das ich schlechte Laune habe und genug Zeit hatte.

16.06.2017 08:01 • #18


---Jessy---
Das heißt Du bist alleinerziehende Mutter von 2 Kindern.
Es tut mir sehr leid, das Du nicht die Möglichkeit hast, die kleine abzugeben. Ich gehe davon aus, das dein großer Vormittags in der Schule ist.

Durch dieser Situation, kann ich voll und ganz nachvollziehen, das Du einfach körperlich fertig bist momentan.
Leg darauf kein Wert was Leute darüber sagen.
Jeder Mensch ist anders und kann anders mit stress umgehen, Und für dich ist es eben so, das Du auch einfach mal eine Auszeit brauchst.
Und weißt Du was, das ist auch ne völlig gesunde Einstellung.
Immer nur zu funktionieren geht einfach nicht.

Hast Du denn eine Freundin, die mal 2 Stunden sich um die kleine kümmern könnte, so das Du auch ein gutes Gefühl dabei hast?
Damit Du einfach mal abschalten kannst.

16.06.2017 08:06 • #19


koenig
Die Selbstakzeptanzübungen habe ich von meiner Thera. Dabei reibe ich unter dem linken Schlüsselbein eine Stelle und sage mir z. B. "Auch wenn ich gerade nicht gut fühle, liebe und akzeptiere ich mich wie ich bin". Das sagt man sich zweimal und atmet durch. Das kannst du mit allen möglichen beliebigen Sätzen machen. Am Ende muss aber kommen "liebe und akzeptiere ich mich wie ich bin". So oft wie man mag, morgens, abends, im Bett. Es hilft zu stärken und Mut zu machen.

16.06.2017 08:08 • x 1 #20




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