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alex-85
Gast

Hallo zusammen,
ich bin 33 Jahre alt und habe mit Anfang zwanzig eine Paniktstörung entwickelt. Nachdem ich wusste, woher die Symptome kommen, also Jahre später, konnte ich ab dem Zeitpunkt gut daran arbeiten. Ich habe NIE eine Situation gemieden und konnte daher weiter am "normalen" Leben teilnehmen, wenn auch unter größtem Stress. Ich bin froh, dass es sich mittlerweile ganz gut handlen lässt. In meinem Leben (innerlich wie aüßerlich)wüsste ich nicht woran es noch liegen könnte, dass die Symptome nicht ganz verschwinden? Mich würde da mal eure Meinung interessieren: Kann eine Panikstörung zu 100% verschwinden (komplett auch in den Gedanken) oder kann man nur so gut es geht lernen damit umzugehen (wie ein Diabetiker z.B.)? Letzteres scheint mir nach all den Jahren mittlerweile auch möglich...vielen Dank für eure Beiträge

30.07.2018 #1


127 Antworten ↓
Icefalki

Icefalki
Mitglied

Beiträge:
24219
Themen:
12
Danke erhalten:
31973
Mitglied seit:
Schreib euch mal kurz meine Geschichte und meine Gedanken zur Angst. Rückblickend wurde ich als Kind verschnurpselt. Ich hatte gelernt, 1. Ich bin an allem Schuld und 2. Man muss immer und überall Leistung bringen, dann wird man geliebt.

Bedeutet, unbewusst schleppt man diese Angst vor Ablehnung immer mit sich herum. Irgenwann bricht dieser Stress dann eben als Panikattacke aus, und man hat den Salat. Jetzt kommt es auf die Persönlichkeit an, wie man damit umgeht. Ich hab es 17 Jahre alleine versucht, weil es ja gerade das Gegenteil dessen war, was meiner Meinung mein ICH ausgemacht hatte.. naja, man muss eben funktionieren, dachte ich.

Dann kam es dann quasi zu einer Erschöpfungsdepression, ich konnte nicht mehr. Ging zum Psychiater und hatte ziemlich Glück. Der Mann war meine Rettung. Er ist spezialisiert auf Ängste. Bekam ein Antidepressivum und los ging es mit der Therapie.
AD konnte ich nach 4 Jahren ausschleichen.

Zwischenzeitlich sind gut 15 Jahre vergangen, in denen ich stabil bin. War harte Arbeit, mir hat es geholfen, die Zusammenhänge zwischen Erziehung und meiner falschen Sichtweise zu erkennen und zu verstehen. Ich bin jetzt in der Lage, meine Grenzen zu akzeptieren, brauche auch viel Ruhe und Lösungen, wie ich mit für mich belastenden Situationen umgehen kann und will.

Nein sagen, mich abgrenzen, schlechtere Tagen annehmen, kleiner Brötchen backen und Authentizität. Erwartungen an andere sind sehr gering, nicht mehr so wichtig. Wichtig ist mir meine psychische Gesundheit, die gehegt und gepflegt gehört. Drum bin auch in diesem Forum. Meine Ratschläge sind alles nur eigene Erkenntnisse. Und während ich die hier mitteile, bleib ich selbst am Ball.

Insofern helfe ich mir selbst, wenn ich anderen versuche zu helfen. Vielleicht gibt es die 100%ige Heilung, wenn man sich zeitnah helfen lässt.

Ich werde mich nie als geheilt ansehen, was mich aber nicht bekümmert. Zwischen vorher und jetzt liegen Welten. Und so blöd sich das auch anhört, ich mag mich mit meinen Macken eigentlich ganz gut leiden.

06.06.2018 13:00 • x 9 #43


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Können Panikattacken langfristig für 100% verschwinden?

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Peppolino
Gast

@Pogo

Mittlerweile bin ich in Rente und habe Zeit. Außerdem gibt es genügend Leute die noch mitten drinn stecken in der Angst vor der Angst.

Ich habe damals Höllenqualen durchlebt. 11 Jahre lang und hatte mich fast schon aufgegeben. Hinzu kam das mein Sohn, meine Mutter und meine damalige große Liebe verstorben ist sowie eine gute Freundin.

Die Panik trieb mich so weit das ich keine Post mehr öffnete. Ich konnte nicht nach draußen und war Medikamentenabhängig von Tavor und Co.

Irgendwann lag ich sogar auf der Strasse mit den Panikattacken .
Kurzum ich lag mit der Schnauze im Dreck und hatte nur 2 Möglichkeiten. Leben oder Sterben.

Damals hätte ich keinen Pfennig mehr für eine eventuelle Genesung gegeben.

Doch ich dachte an die Worte meiner Mutter

Ich hab Dich nicht geboren damit Du aufgibst wenn es mal hart kommt. Ich will das Du lebst .

Diese Worte haben mir in Erinnerung an sie damals den Ar. gerettet.

Also ab ins KH von da in Langueitherapien .Von da in zwei therapeutische WGs. Von da wieder Arbeit, Wohnung Frau usw.

Keine Kleinigkeit. Ich weiss wieviel Kraft das kostet. Aber es lohnt sich . Smile

Nur mal ein kurzer Abriss meiner damaligen Angst und Panik Karriere.

In ultrakurz Format.

Deshalb möchte ich helfen.

30.05.2018 15:52 • x 6 #26


Zum Beitrag im Thema ↓


Perle
Hallo Alex,

ja, das geht! Es hat bei mir auch einige Jahre gedauert aber ich kann heute von mir sagen, dass ich panikfrei bin. Natürlich kann ich nicht hellsehen und von daher auch nicht ausschließen, dass sie durch bestimmte Lebensereignisse noch einmal auftreten wird. Aber wer weiß denn schon, was morgen ist.

Ich habe für mich erkannt, dass ich die Kontrolle aufgeben muss. Kontrolle bedeutet, immer die 100%ige Sicherheit im Leben haben zu müssen und das strengt wahnsinnig an, setzt unter Druck und führt zu nichts - außer vielleicht zu einer Panikattacke. Es gibt diese besagte Sicherheit einfach nicht, weil uns Dinge passieren, die in Sekundenschnelle immer wieder unser Leben auf den Kopf stellen und uns neu beginnen lassen müssen, verbunden mit Schmerz, Trauer und Wut. Aber auch mit Hoffnung, dass alles gut werden wird. Kontrollieren oder gar verhindern können wir gar nichts in unserem Leben.

LG Perle

x 6 #2


A
Hallo Perle, erst einmal vielen dank für deine mutmachende antwort! freut mich zu hören, dass du das heute von dir behaupten kannst. an dem punkt mit der kontrolle befinde ich mich auch gerade. mittlerweile habe ich gekündigt,mein haus verkauft, bin in einfachere verhältnisse gezogen und habe meine sicherheit nicht in materiellen dingen und bin sehr zufrieden...könnte im moment also nicht besser sein!von daher dachte ich es würde langsam mal zeit, dass es ganz verschwindet. ich habe wie gesagt im laufe der jahre auch große fortschritte gemacht, aber am bleibt immer eine latente "restangst" ...daher meine fragestellung. aber vllt muss ich einfach noch geduld haben...

#3


M
Zitat von alex-85:
Hallo Perle, erst einmal vielen dank für deine mutmachende antwort! freut mich zu hören, dass du das heute von dir behaupten kannst. an dem punkt mit der kontrolle befinde ich mich auch gerade. mittlerweile habe ich gekündigt,mein haus verkauft, bin in einfachere verhältnisse gezogen und habe meine sicherheit nicht in materiellen dingen und bin sehr zufrieden...könnte im moment also nicht besser sein!von daher dachte ich es würde langsam mal zeit, dass es ganz verschwindet. ich habe wie gesagt im laufe der jahre auch große fortschritte gemacht, aber am bleibt immer eine latente "restangst" ...daher meine fragestellung. aber vllt muss ich einfach noch geduld haben...


Oder mal Cbd Öl von Medihemp versuchen?

x 1 #4


kleiner
Hi Alex,
Ich schreib dir auch weil ich ähnliche Geschichte habe. Bin 35 und hab mit 19 die erste panikattacke gehabt.... Erlebt. Im Urlaub nachdem der Stress vorbei war.

Ich hab sie mit Antidepressiva in niedrigen Dosen im Griff gehalten. Auch hab ich mich ständig überwunden gewisse Dinge zu tun, die eigentlich Panik verursachen. Das kostet Kraft und hat mal geklappt und mal wieder nicht.

Meine Therapeutin hat dann gesagt ich solle nicht soviel erwarten, wenn es mal schlecht lief kann es das nächste mal wieder ganz anders aussehen.

Das Hauptproblem ist ja eigentlich die Angst vor der Angst. In den Situationen wo ich Panik hatte... Nur daran denken löst Ja schon fast ne Attacke aus fluechten

Es ist echt viel kopfsache.
Irgendwann kamen dann die Attacken auch einfach so.

Naja was mir gut geholfen hat ist die Angst zu akzeptieren und sie NUR als Angst anzusehen.
Aber eine grundsätzliche ängstlichkeit ist bei mir immer vorhanden.

Welche Art von Ängsten hattest du denn?

x 2 #5


Perle
Hallo Alex,

da bist Du aber sehr große Schritte gegangen. Hut ab vor so viel Konsequenz! Das waren nun die materielle und die berufliche Seite der Geschichte. Was ist mit der zwischenmenschlichen Seite? Du schreibst davon, dass Du immer am normalen Leben teil nimmst, auch wenn Dich das sehr stresst. Könnte es sein, dass Du da noch Druck raus nehmen solltest? Was ist denn überhaupt ein normales Leben? Ist es das, was alle tun und von dem Du nun meinst, es ebenfalls tun zu müssen? Du bist nicht alle - Du bist Du!


Bei allen mir bekannten Angstkranken habe ich eines wahr genommen: Sie benötigen viele Ruheinseln, auch wenn die Erkrankung längst überwunden ist. Sie sind sehr empfindsam und nehmen vieles auf, was andere nicht sehen. Darum nimm Dir immer wieder Zeit für Dich und hetze nicht durchs Leben, um auf Biegen und Brechen der Panik Herr zu werden, denn das wird so nicht funktionieren.


LG Perle

x 1 #6


A
das war natürlich alles ein prozess, da kam eins zum anderen. das waren sozusagen meine ersten schritte raus aus dem "normalen" leben. ein leben wie ich es früher geführt habe, kommt für mich nicht mehr in frage.

#7


A
cbd öl hab ich so direkt noch nicht probiert...warum genau dieses cbd öl?

#8


E
Hallo , meine erste Panikattacke bekam ich mit ca. Acht Jahre ,heute bin ich neunundvierzig . Vor fünf Jahren machte ich eine Verhaltenstherapie mit konfrontaionsubungen , heute geht es mir
Sehr viel entspannter es gab Zeiten da ging ich alleine nicht aus dem Haus und das waren uber dreißig Jahre. Ich denke ,dass die Einstellung zubsich selber also wenn man an sich wieder glaubt seine eigenen Kräfte glaubt und sie wahrnimmt das verliert sich die Panik. Die Kontrolle zu Dir selbst muss wieder hergestellt werden .Das schaffst du. Lg

x 1 #9


P
Funktioniert jetzt seit 26 Jahren Panikfrei nach 3 Therapien stationär zu je 6 Monaten.

Klares Ja. Man kann total Panikfrei leben. Smile

x 2 #10


A
danke!das macht mut und bestärkt mich umso mehr weiterzukämpfen

x 1 #11


A
peppolino danke. schön zu hören. freut mich für dich

#12


Schlaflose
Bei mir hat das funktioniert. Ich hatte vor 30 Jahren PAs, die mich täglich mehrmals heimsuchten. Nachdem ich die ersten zwei Wochen nur im Haus verbrachte und merkte, dass nie etwas passiert, ging ich dann ganz normal wieder zur Uni und ließ die Attacken über mich ergehen, wo immer sie mich überfielen. Nach ein paar Monaten wurden sie seltener und schwächer und verschwanden nach ca. 6 Monaten ganz. Nur der Tinnitus, den ich bei der ersten Attacke in beiden Ohren bekam, blieb mir bis heute erhalten.

x 2 #13


E
Hallo Alex , Kämpfe bringen nur Leid und es kostet sehr viel Kraft. Nehme deinenAngst an egal wie intensiv du sie in jenen Augenblick deines Lebens erlebst . Diese Symptome sind Lebensretter in Situationen in der du dich ernsthaft in Lebensgefahr befindest. Irgendwann deines jungen Leben hast du sehr wahrscheinlich mit Panik reagiert weil du dich in Lebensgefahr befandest , zumindestens für dich war es so dieser Gedanke hat sich in deinem Denken eingebrannt weil du dich wirklich Hilflos Gefühl hast, meistens passieren solche Sachen wen wir eine nahestehenden Menschen verlieren oder durch Krankheiten und in den Kindestagen. Das Gefühl was sich mit deinen Gedanken eingebrannt hat war sehr intensiv so soll dass du diese Reaktion heute mit dir noch herum trägst , in einem Rücksack beladen auf deinen Rücken und Schultern. Ich habe gedacht das meine Handtasche die über Jahrzehnte mit diesen Gedanken Gefühle Reaktion beladen war zu mir gehören muss weil ich ja so bin ,halt schlechter als die anderen ,die haben sowas ja nicht ,durch dieses abwertend es Denken entstand eine weitere ,neue Begleitung meiner Krankheit , nämlich zeitweise starke leichte Despressionen ,diese vermischten sich dann mit dieser Panik . Heute weiß ich das ich in meinem Leben einige Spüren von den eingebrannt en Gedanken was übrig geblieben sind . Dieses ist mit Liebe zu beachten und nicht mit Kampf denn es gehört zu mir wie meine Nase oder meine Beine es ist ein Teil von mir . Wenn wir uns bekämpfen dann verlieren wir uns selber ,dass ist die Panik die Angst die wir dann Spüren . Wenn wir uns mit allen annehmen was wir haben auch mit unseren "negativen Bewertungen dann haben wir die Kontrolle über uns selber und die Angst ,die nicht unser Feind ist wird ein treuer Begleiter in deinem Rücksack in meiner Handtasche die uns vor Unheil schützen möchte wenn es wirklich brenzlig wird und es wird brenzlig wenn wir uns selber verlassen ,ablehnen.. lg

x 1 #14


petrus57
Ist wohl bei jedem anders.Ich hatte immer zwischenzeitlich ein paar Jahre Ruhe. Aber ganz weg gehen die bei mir nicht.

#15


M
Hallo, mich würde interessieren ob und was ihr für medikamente genommen habt damit die angst verschwindet? Meine therapeutin hat mir gesagt das die angst bei mir auch ohne medis verschwindet, es dauert halt nur sehr lange.

#16


P
Psychosomatische Therapie ist die beste und sinnvollste Möglichkeit. Je früher desto besser. Wenn ambulant zu wenig bringt stationär.

Medis bekämpfen nur die Symptome. Antidepressiva sind für Panikattacken nix und das was etwas taugt wie Diazepam, Bromazepam oder Tavor machen schnell abhängig. Smile

Dann hast Du 2 Probleme Medikamentenabhangigkeit und Deine Angsterkrankung.

lieber stationäre Therapie und dann weiter sehen.

#17

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Perle
Das sehe ich anders. Mir hat das Antidepressivum Fluoxetin sehr gut bei Angst und Panik geholfen. Es reagiert eben jeder unterschiedlich.

#18


E
Hey Petrus, wenn bwi dir die Panik immer wieder aufflammt dann hat oder du hast die Ursache noch nicht in dir gefunden was dich einengt was dir die Luft zum Atem nimmt oder die Energie. Sei ehrlich zu dir und horche immer wieder in dich hinein,was,du an deinem Leben ändern muss um endlich aus diesem Karussell heraus steigen zu können.Ändere entweder wenn du die Ursache gefunden hast die Umstände oder dich ,sprich stehe zu dir und lebe endlich dass Leben was du dir ertraumst. Du lebst nur einmal. Lg

x 2 #19


P
Und genau das kann man in einer Stationären Therapie hervorragend lernen:-)

#20


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Dr. Christina Wiesemann
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