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Liebes Worrylein, weine ruhig, ich tu es auch gerade. , mir nimmt das Weinen etwas von dem Druck der auf mir lastet. Ja, ich fühle mich schuldig, mein Leben und das meines Mannes ruiniert zu haben.
Klar ist, dass mein Mann jederzeit die Segel hätte streichen können, er ist erwachsen und für sich selbst verantwortlich, das habe ich schon kapiert. Trotzdem habe ich ihn in MEINE GESCHICHTE hineingezogen, unabsichtlich natürlich, und doch ist es passiert.
Ich stütze und unterstütze ihn trotz meines Schicksals so gut ich kann, das glaube ich spürt er.
Weil du schreibst, du bist gern allein und hast jetzt schon Dinge getan die eigentlich unmöglich sind/waren.
Worrylein, mir geht es genauso, vielleicht habe ich mich falsch ausgedrückt in meinem ersten posting.
Ich bin auch sehr gerne mit mir allein. Mir ist nie langweilig, irgendwas mache ich immer. Mein Mann und ich sitzen nicht den ganzen Tag aufeinander und halten Händchen, , im Gegenteil, jeder von uns kann sich sehr gut mit etwas beschäftigen, er hat auch sehr schöne Hobbys, die er zuhause auch sehr gut pflegen kann. Leider können wir von dem Verkauf seiner Kunstwerke nicht leben, das wäre ja schon mal die halbe Miete des Dilemmas.
Ich habe auch nie Angstzustände oder Panikattacken. Kann mich an die letzte grad nicht mal erinnern.
Aber, das ist nur so, weil er eben immer irgendwo greifbar für mich ist, im Fall eines Falles eben. Hätte ich jemanden der z.B. in der Nachbarschaft wohnen würde, einen Mensch dem ich vertraue, dann wäre es so wie früher.
Ich hätte ja dann im Hinterkopf, wenn alle Stricke reissen, mich die Todesangst überfällt, dann könnte jemand kommen oder ich könnte hingehen. Das allein gäbe mir schon Sicherheit.
Meine Diagnose lautet: posttraumatische Belastungstörung mit schwerer Retraumatisierung. Das ist der Knackpunkt bei mir.
"Mir passiert etwas, und keiner hilft". Das ist leider zweimal meine Erfahrung gewesen, näheres möchte ich hier nicht preisgeben, das wirst du sicherlich verstehen.
Diese Traumen haben mich scheinbar um den Verstand gebracht, der, wenn ich mich in Sicherheit wiege, absolut funktionstüchtig ist..
Ich habe mich selber jahrelang um Angstkranke in meinem Haus gekümmert. Habe eine Selbsthilfegruppe aufgezogen, wußte immer was wann zu raten oder zu tun ist, bei anderen Angsthasen, nur bei mir selber versage ich zu 100%.
Du wirst lachen worrylein, ich kann locker in einem gefüllten Fußballstadion sitzen, ich fahre mit dem Auto wohin du willst, ich streite mich mit jeder Behörde, mit jedem Arzt wenn es denn sein muß , ich bin stark, frech, humorvoll, an allem interessiert, gewitzt, durchsetzungsstark und kenne alle Tricks um das Leben zu Überleben, aber NUR wenn jemand, meines Vertrauens in meiner Nähe ist. Ist das nicht voll daneben?
Du ja, wir können sehr gerne die Telefonnummern austauschen per PN, fände ich super.
Für morgen halte ich dir natürlich sämtliche verfügbaren Daumen und ich werde so heftig an dich denken und dir Kraft und Mut schicken, dass dir die Ohren klingeln werden.
Eben hatte ich für den Bruchteile einer Sekunde die Idee, ob du nicht zufällig bei mir um die Kurve wohnst?
Was für ein erleichternder Gedanke für mich, puhhh, das wär die Rettung für vier Menschen, glaub mir, ich bin der Hammer, wenn ein anderer Mensch neben mir Angst hat. Ich habe dann nämlich überhaupt keine, weiß genau was zu tun ist und habe schon sehr oft genau solche Situationen erlebt.
Stell dir vor, ich habe mit Angstkranken Fahrstuhlfahren geübt, bis die Leute sich allein fahren trauten.
Stell mich ALLEIN in einen Fahrstuhl .
Und auf deine Frage, wie ich es jahrelang im Auto wartend ausgehalten habe? Lach nicht was jetzt kommt:
Durch Disziplin, Leidensfähigkeit, warme oder leichte Klamotten und mit dem Wissen, dass mein Mann ja nicht weit weg von mir ist.
Was meinst du liebes Worrylein, soll ich mich jetzt gleich erschießen wegen meiner Blödheit oder soll ich noch warten bis wir mal miteinander telefoniert haben?
OK, ich entscheide mich mal vorsichtshalber für B .
LG krok