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05.11.2012 09:18 • 24.02.2021 #1


129 Antworten ↓


Worrylein,
das hört sich nicht gut an, aber es ist zu ändern.
Ich selber sitze auch "gerne" im Haus.
Jeder Schritt nach draussen in die "böse" Welt ist wie ein Aufstieg auf den Himalaya .
Wenn ich deine Geschichte lese, kann ich mir denken, das du unter dem Verlust der Mutter arg leidest.
In unserem Leben müssen wir uns von Menschen verabschieden. Das ist nicht fair und dies tut immer weh. Gerade wenn es noch soviele unausgesprochene Dinge gibt oder wenn gar Fragen nicht beantwortet wurden.
Meine Mutti ist vor 2 Jahren gestorben.
Es war mir so, als wäre die Lehne vom Stuhl weggebrochen. Nun muß ich das Gleichgewicht halten und kann mich nicht mal eben zurücklehnen. Es ist nicht leicht, gerade wenn man sonst nur wenigen Menschen vertrauen möchte.
Deine Therapeutin versucht dein Vertrauen zu gewinnen und kann dir helfen. Wenn es dir so schwer fällt zu ihr zu gelangen, kann ich dir aus Erfahrung den Tipp geben, dann fahre mit dem Taxi. Sicher ist dies teuer, aber du hast eine Begleitung von Tür zu Tür. (Quittung für die Steuer aufheben= Krankenfahrt) So kommst du raus und du hast einen Ansprechpartner. Vielleicht ist es möglich "deinen" Taxifahrer zu finden, das gibt dann noch mehr Sicherheit und ist ein Schritt.
Therapien sind langwierig und kosten Kraft und bedeuten Arbeit. Wenn du dich darauf einlässt, wird es dir helfen eine neue Richtung zu finden.
Eine gewisse Ablenkung kannst du dir auch schaffen. Schrittweise, langsam..du brauchst einen Plan . Der ungeliebte Haushalt- z.B. Fenster putzen oder lecker kochen. Dein Liebchen geht bestimmt mit dir einkaufen oder besorgt alles für ein leckeres Menü. Den Tisch schön eindecken und jeden Tag zu etwas besonderem machen- mit deine Mitteln auf deine Art. Da gibt es eine Lücke wo du dich perfekt einbringen kannst.
Pflege deinen Körper ausgiebig. Verwöhne dich mit einer guten Körperlotion- Nägel lackieren und die Haare anhübschen, dann magst du dich auch wieder besser leiden und nimmst dich wahr.
Zeit für Zärtlichkeit- ja ich weiß die Kerle wollen ja nur das eine , aber ich stelle fest, das mir eine Kuscheleinheit manchmal sehr fehlt.
Du wirst einen Weg finden, obwohl es gerade mal nicht so schön ist. Gib dir Zeit und versuche jeden Tag eine halbe Stunde länger im Alltag zu bleiben..Schritt für Schritt in deinem Tempo...ES WIRD BESSER WERDEN
Alles Gute

05.11.2012 09:47 • #2



Kann nicht alleine zu Hause bleiben - Angst

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Liebe stomma,

dankeschön für Deine Antwort. Die erste Zeit hatte ich so oft Suizidgedanken, die kommen aber immer seltener, doch sie sind noch da.
Mein Problem ist einfach, daß ich keine Zeit mehr habe, mit meinem Lebensgefährten mitzufahren. Seine Geduld ist am Ende und ich kann einfach nervlich nicht mehr 11 Stunden da hocken.Es muß ab morgen! ein Ende haben, ich habe den Anlauf so oft verschoben...
Das Problem ist, daß meine Ärztin mich nicht weiterbehandelt, wenn ich nicht eine Weile zu Hause war, nicht, wie ich zu ihr komme, das mache ich mit meinem LG zusammen.
Liebe stomma, ich habe Pläne für zu Hause, wenn ich es nur schaffen könnte, da zu bleiben. Ich mag Hausarbeit, ich pflege mich, mein Tag wäre ausgefüllt, mit Dingen, die mir auch Spaß machen. Nur löst es mein Problem nicht..
Mein LG war bislang immer sehr lieb und verständnisvoll, aber er ist seit heute Morgen nur noch wütend auf mich, sicher mit Recht...

Ich weiß nicht weiter, dieses riesige Monster namens "Alleinbleiben" hat mich so im Griff, daß es mir die Luft abschnürt und mein Leben ruiniert.

05.11.2012 10:17 • #3


wieso ist Dein Lebensgefährte denn heute plötzlich sauer auf Dich ?

Hat es da einen bestimmten Auslöser gegeben? Du sagst ja, er war immer verständnisvoll ... das verschwindet nicht von einem Tag auf den anderen, auch wenn es sich gerade anders anfühlt. Wenn Du es schaffst, allein zu bleiben, ist er bestimmt sehr stolz auf dich.

Aber zur Sache ...

... Du sagst ja, DU hast schon Pläne, wie Du den Tag verbingen kannst mit Dingen, die Dir Spaß machen. Fang einfach damit an, egal, wie komisch oder unrichtig sich das am Anfang anfühlt. Und wenn die Panik kommt, denk ganz fest an etwas schönes, was Du mit Deinem Lebensgefährten erlebt hast ... einen ganz besonderen Moment.

Du schaffst das, ganz bestimmt

und dann hast Du wurklich was ganz großes geschafft.

05.11.2012 10:28 • #4


Versuche doch z.B. die Aufgabe:
wenn ich zur Toilette muß, werde ich die Betten machen und die Wohnung lüften...oder so ähnl.
Stell dir das Radio an oder lege dir eine CD rein und singe einfach mit..
Ich weiß wie schwer es ist.....
Wenn du magst kannst du auch anrufen. Schicke dir die Nummer, wenn du möchtest in einer PN
Quasseln lenkt ja auch ab.
Wenn ich in der "Tinte" sitze telefoniere ich und sage dann meist nur:....sprich mit mir....

ES WIRD BESSER WERDEN!

05.11.2012 10:42 • #5


Liebe Municat, liebe stomma,

er ist plötzlich so wütend, weil es schon zu lange geht. Ich habe mittlerweile drei Anläufe gehabt, zu Hause zu bleiben, und heute ist es wieder nichts geworden. Deshalb. Er hat keine Geduld mehr mit mir. Seit fünf Monaten hänge ich ihm nun "auf der Pelle", er will es nicht mehr. (Wenn ich hingegen lese, daß andere Männer ihre Frauen jahrelang begleiten, fange ich doch an, zu grübeln... egal, anderes Thema.. ) Ich weiß, daß er mich liebt, er ist nur sauer, daß es nicht funktioniert..
Ja, er wäre stolz auf mich, und er wäre mich "endlich los", ich kann mittlerweile nicht mehr unterscheiden, ob er für mich Heilung will, oder für sich selber will, daß ich in Ordnung komme, ich denke, eher das zweite. Aber das ist belanglos, es muß klappen.... Irgendwie...

Ich melde mich gleich privat mit der Nummecr, liebe stomma, ich muß nun eben meinen LG abholen, wir machen zusammen 25 Minuten Frühstück, es darf nur keiner von seinen Kollegen sehen, daß ich ihn abhole, er schämt sich, daß ich mit bin.. Es ist nur ein kleines Stück mit dem Auto, das kann ich fahren, weiter nicht...

05.11.2012 10:49 • #6


Hallo,

ich kenne das Gefühl, bin auch ungern allein zu Hause! MEin Mann geht arbeiten und ich kann nicht, weil wir ein kleines Kind haben.
Meine Eltern und Schwiegereltern wohnen nicht in unserer Nähe. Aber...ich habe zeitaufwändiges Hobby, was ich allerdings erst Nachmittags ausführen kann, wenn das Auto da ist. Vorher fällt mir oft die Decke auf den Kopf.

Ich hasse es allein zu sein, weil ich Angst habe, wieder eine Panikattacke zu bekommen und niemand ist da der mir helfen kann,w enn was ist. Oder ich stelle wieder symptome an meinem Körper fest, die mich so beunruhigen, dass ich am liebsten sofort zum Arzt fahren möchte.

Jetzt habe ich das Glück, dass ich mich mit einer Nachbarin angefreundet habe und wir, wenn unsere Kids in Schule und Kindergarten sind , in die Stadt gehen können. Aber das ist auch nciht jeden Tag, wäre auch irgendwann langweilig
Ich hasse Hausarbeit, das war noch nie mein Ding. Was gemacht werden muss, mach ich, aber ich brauche oft einen ganzen Vormittag dafür.

Hat deine Ärztin dir schonmal etwas von Antidepressivern erzählt? ICh nehme keine, da es bei mir nicht sooo schlimm ist...dank Therapie, aber ich stand mal kurz davor. Habe mich dann aber schnell wieder berappelt. Ohne Tabletten

Aber man sagte mir, dass es Tabletten gibt, die die Angst eindämmen und man dann befreiter leben kann. Vielleicht wäre das was für dich um erstmal wieder aus dem "Sumpf" rauszukommen.

Suizid: wovor hast du genau Angst wenn du allein zu Hause bist? welche Gedanken gehen dir durch den Kopf?
Hast du Angst umzufallen und niemand findet dich so schnell?
Dann sind deine suizidalen Gedanken unangebracht. Denn dann hast du Angst vorm sterben...also lösche diesen Gedanken ganz schnell

Mir hat ein Arzt öfter mal den Satz gesagt:" Sehen sie das Schöne im Leben!"-"Leben sie!" Und er hat Recht! Ich bin gesund und diese Angst ist oft auch selbstgemacht.
Wir können laufen, haben keine körperliche Behinderung, keine tötliche Krankheit! Danke dafür!

Alles wird gut!

Spreche mit deinem LG nocheinmal ausführlich und bitte ihn dir dabei zu helfen, wieder auf die "Bahn" zu kommen.

Mein Mann hat auch einen faden mit mir mitgemacht. Manchmal macht er das noch, aber das liegt an meinem schwierigen Charakter.

Ich wünsche dir alles Gute und drücke die daumen, dass du es schaffst und du schaffst es, wenn du nur willst!

Liebe Grüße

05.11.2012 10:56 • #7


Zitat von Worrylein:
Liebe Municat, liebe stomma,

er ist plötzlich so wütend, weil es schon zu lange geht. Ich habe mittlerweile drei Anläufe gehabt, zu Hause zu bleiben, und heute ist es wieder nichts geworden. Deshalb. Er hat keine Geduld mehr mit mir. Seit fünf Monaten hänge ich ihm nun "auf der Pelle", er will es nicht mehr. (Wenn ich hingegen lese, daß andere Männer ihre Frauen jahrelang begleiten, fange ich doch an, zu grübeln... egal, anderes Thema.. ) Ich weiß, daß er mich liebt, er ist nur sauer, daß es nicht funktioniert..
Ja, er wäre stolz auf mich, und er wäre mich "endlich los", ich kann mittlerweile nicht mehr unterscheiden, ob er für mich Heilung will, oder für sich selber will, daß ich in Ordnung komme, ich denke, eher das zweite. Aber das ist belanglos, es muß klappen.... Irgendwie...

Ich melde mich gleich privat mit der Nummecr, liebe stomma, ich muß nun eben meinen LG abholen, wir machen zusammen 25 Minuten Frühstück, es darf nur keiner von seinen Kollegen sehen, daß ich ihn abhole, er schämt sich, daß ich mit bin.. Es ist nur ein kleines Stück mit dem Auto, das kann ich fahren, weiter nicht...


Er ist sicher nicht wütend, er ist hilflos! Er äussert es dann nur in Wut!
wenn du ihn verlierst, bist du ganz allein. Das solltest du auch bedenken. Rede mit ihm in Ruhe und bleibe morgen mal zu Hause. Oder geh doch mal in die Stadt, kauf dir was schönes, lächle. Auch wenn dir dazu nicht zumute ist.
So signalisierst du deinem Gehirn Glück und es werden Glückshormone ausgeschüttet. Versuch das mal. Guck auf Youtube luste Videos an, lache! Das macht glücklich und hilft!

05.11.2012 11:00 • #8


Liebe Hope,

Tabletten nehme ich nicht, ich hatte ganz früher welche, so ziemlich alles durch, und es ist mir hundeelend davon gewesen, die Nebenwirkungen haben alles nur noch schlimmer gemacht, nun habe ich eine Medikamenten-Phobie und ich nehme nichts mehr, nicht bei MIgräne nichts, nicht mal mehr Nahrungsergänzungsmittel.
Zu meiner Angst, es ist widersprüchlich, aber mir geht es genau wie Dir, ich habe einfach nur Angst davor, Angst / Panik zu bekommen und ich bin damit ganz alleine. Die Symptome sind mir inzwischen egal, aber da sind diese blöden Gedanken, durchzudrehen vor Angst, und ich weiß, daß es nicht passiert. (Vor einer Ohnmacht hatte ich früher mal Angst, es ist dann zur Angst mutiert, keine Luft zu bekommen, später dann hatte ich eine schicke Herzneurose, dann in der Tat Angat zu sterben, aber das ist alles überwundenen) . Mittlerweile wäre ich beruhigter, wenn ich wüßte, daß ich bei einer Attacke tot umfalle und das nicht erleben muß, dann wäre es wenigstens vorbei und die Quälerei hätte ein Ende...

Ja, mei LG ist hilflos, und wir beide haben gegenseitig in uns die große Liebe gefunden, wir haben Wohneigentum zusammen gekauft, weil es für´s Leben sein sollte. Ich würde ihn nie verlassen, er mich auch nicht, nur diese Krise bringt wohl unsere schlechtesten Seiten hervor.... Wenn es vorüber wäre, würden wir wohl daran wachsen, aber ich sehe kein Ende im Moment...

Ich werde es morgen noch mal probieren, vielleicht. Ich lese schon sehr, sehr lange hier mit, und ich habe auch die Posts von eddie03 gelesen, er hat es geschafft. Vielleicht hilft tatsächlich die Einstellung: "egal, was passiert, dann haut es mich eben weg, alles ist besser, als so zu leben".. So in etwa hat er ja geschrieben...

05.11.2012 11:44 • #9


Hallo,

die Situation kenne ich, nicht allein bleiben zu können, aber es wurde mit der Zeit besser. Ich habe mich versucht, zu Hause abzulenken, durch Hausarbeit oder durch Handarbeiten, einfach kreativ zu bleiben. Dann dachte ich, frische Luft würde mir auch ganz gut tuen, also ging ich raus, auch wenn ich meine Angst überwinden musste, ich hatte es geschafft. Musikhören hilft mir auch oder danach tanzen. Probiere es einfach mal aus.

Alles Gute

05.11.2012 11:46 • #10


Liebe Finja,

hast Du es "einfach so" durch Gewöhnung geschafft? Ich werde morgen einen neuen Anlauf wagen, vielleicht klappt es ja. Es MUSS einfach gehen, so langsam kann ich nicht mehr weiter.. Immer wieder habe ich mich irgendwie wieder hochgerappelt, aber so langsam verläßt mich auch der Mut und die Kraft....

05.11.2012 12:06 • #11


Hallo Worrylein,

ich habe auch Therapie gemacht und das hatte mir dabei geholfen, mit meiner Angst umzugehen. Körperliche Aktivität, Entspannung und evtl. eine medikamentöse Behandlung sind zusätzlich hilfreich. Hast du schon mal an eine Therapie gedacht?

LG und viel Mut und Kraft.

05.11.2012 12:43 • #12


Hallo liebes Worrylein, möchte dir als erstes einen Satz schreiben der da lautet:
Don´t worry be happy , ich hasse diesen Satz auf der einen Seite auf der anderen stimmt er einfach, nur kann ich ihn nicht umsetzen.

Ich weiß genau wie es dir geht, bin in der gleichen Situation wie du. Schrecklich.
Das gemeine ist, dass wir beide ganz genau wissen wie das Alleinbleiben im Haus auszuhalten wäre, aber die Angst, dass die Angst kommt, wir aber alleine sind, ohne Ansprechpartner der uns Sicherheit gibt, ist einfach zu groß um das Grauen durchzustehen.

Ich bin in deinem Alter und seit über einem Jahr keine Sekunde mehr allein geblieben. Auch ich kann mit meinem Mann alles machen, aber nichts alleine.

Auch ich bin jahrelang! mit zu ihm in die Arbeit mitgefahren, saß teilweise bis zu 14 Std. bibbernd oder schwitzen im Auto, nur weil er für mich dann eher greifbar war. Unvorstellbar für jemanden der sowas noch nicht durchgemacht hat.

Mittlerweile ist mein Mann arbeitslos, ich bekomme EU-Rente von der kein Mensch leben kann, und mein Mann wurde aufgrund der schrecklichen Situation depressiv. Aufgrund einer anderen zusätzlich körperlichen Erkrankung ist es mir jetzt nicht mehr möglich diese Tortour mit ihm mitzufahren, durchzustehen.

Mehrere Therapien brachten nix aber auch garnichts. Psychopillen sind für mich ausgeschlossen, aufgrund von heftigen Allergien, außerdem lehne ich Medikamente mit diesen teilweise extremen Nebenwirkungen vollkommen ab.
Auch wenn es irgendein Präparat gäbe, wogegen ich evtl. nicht allergisch reagieren würde, würde ich es ablehnen.

Ich brauche dir nicht zu erklären, wie lebenszerstörend für alle Beteiligten unser Verhalten auf Dauer ist.

Nimm die Wut deines Mannes nicht persönlich. Er ist nicht wütend auf dich als Person, sondern auf die schwierige Situation. Versuch ihn zu verstehen und zeige Mitgefühl für ihn und die Situation in der ER!! steckt, sie ist für ihn nicht leichter als unsere.

Auch mein Mann hat alles getan um mir zu helfen, ALLES, aber auch seine Kraft diesbezüglich ist nun erschöpft.

In meinem Fall war es auch so, dass ich immer bis vor ein paar Jahren in einem relativ gesunden sozialen Umfeld eingebunden war. In der Zeit, konnte ich mit Telefon, Ablenkung, Spaziergängen mit Nachbarn/Bekannten irgendwie den Tag aushalten. Stundenweise allein sein, klappte sogar mit der Zeit relativ gut. Mein Mann war damals auch 10 Stunden aus dem Haus, aber irgendwie mit Tricks haben ich es doch geschafft.
Er wurde dann arbeitslos und aus dieser Situation heraus, machten wir uns selbständig und ich konnte eben dadurch immer bei ihm sein.
War natürlich ein fataler Fehler nie mehr allein sein zu müssen. Ich habe mich daran gewöhnt, mein Mann und ich kommen gut miteinander aus, haben kein Problem damit , 24 Stunden zusammenzusein.

Nun aber, wird sich in naher Zukunft das alles ändern müssen und ich MUSS es schaffen allein zu bleiben.

Für mich ist Hausarbeit ein notwendiges Übel was ich auch bewältige, aber so viele Stunden leben zu müssen, ohne Ansprache ohne auch nur einen Menschen zu sehen, ohne Kommunikation mit Menschen ist für mich unerträglich, der reinste Horror.

Also du siehst, du bist mit dem Problem nicht allein, aber das hilft dir jetzt auch nicht wirklich in deiner schlimmen Situation.

Solltest du einen Weg finden, es wieder alleine zu schaffen, dann lass es mich bitte wissen. Meine Verzweiflung über meine Idiotie, und was anderes ist es letztendlich nicht, macht mich noch wahnsinnig, zumal ich ansich, auch mal selber sehr gerne für mich bin, am Computer sitze, lese, TV sehe mich mit meinen Tieren beschäftige. Das alles geht aber nur, wenn ich weiß, dass mein Mann irgendwo im Haus, also in der Nähe ist für den Fall eines Falles.

Deine Suizidgedanken teile ich auch leider mit dir. Manchmal denke ich es wäre das beste für alle Beteiligten, aber Gott sei Dank ist mein Überlebenswille stärker.

Ich drück dich mal ganz herzlich und habe vollstes Mitgefühl für dich.

Lieben Gruß

krok

05.11.2012 12:48 • #13


Liebe krok

nun muß ich doch weinen, ich habe mich so zusammengerissen... Ich kann Deinen Beitrag nur genau 100%ig unterschreiben, Dachte schon, ich wäre die Einzige, die solche Angst hat, die bei Ihrem Partner in der Nähe der Arbeit ist im Auto... Aber wie hast Du es jahrelang! durchgestanden? Ich mache es seit 10 Wochen und bin schon am Ende... Mit den Medis sehe ich es, wie Du. Am Ende machen sie alles noch schlimmer, als es schon ist.
Dann kennst du ja auch das schlechte Gewissen, wenn der Haushalt liegen bleibt, nichts gekocht ist. Ich habe unter Tränen dann versucht, am Wochenende alles nachzuholen, Wäsche etc. Das Ergebnis war ein vertanes Wochenende. Und ich habe seit fünf Monaten nur einen Hauptgedanken: Wie schaffe ich es, zu Hause zu bleiben. Durch diesen Gedanken wird alles "gefiltert", nichts anderes kommt mehr richtig an. Wir waren vor fünf Wochen zwei Wochen in einem Traumurlaub. Für andere. Nicht für mich. Ich sollte danach ja alleine bleiben. So war dann auch der Urlaub quasi hinüber für mich, obwohl ich nach außen brav gelächelt habe....
Eine Sache ist bei mir anders, im Prinzip bin ich gerne allein, ich dangle gerne allein vor mich hin, brauche nicht unbedingt Gesellschaft.

Im Moment mache ich ja eine Hypnosetherapie, ich werde morgen sehen, ob es soweit erstmal geholfen hat. Am Wochenende konnte ich jedenfalls schon Dinge tun, die 30 Jahre nicht möglich waren, auch am Ende nicht mit meinem LG, ich konnte durch eine Autowaschanlage fahren, eine volle Straßenbahn benutzen und war im Fußballstadion mit 39.000 Menschen. Ohne Angst.

Ja, noch! ist mein Überlebenswille stärker, das Leben "hinter der Angst" hätte für mich so viel Schönes noch zu bieten, dennoch - so langsam wird der Wille schwächer und ich fühle mich, als stehe ich mit dem Rücken endgültig zur Wand...

Ich melde mich auf jeden Fall morgen wieder hier. Wenn ich es geschafft habe, morgens gleich zu Hause zu bleiben, hat die Hypnose eindeutig gewirkt. Das war mein Ziel und es ist dann erreicht. Über den Tag werde ich kommen, aber was mir zu schaffen macht, ist eben den Absprung zu bekommen. Dann sind da Gedanken die mir helfen: Ich werde keinesfalls an der Angst sterben, falls ich doch vor Angst durchdrehe, sieht es wenigstens keiner. Und der "Finale-Gedanke" - Egal, was passiert, lieber sterben, als so weiterzuleben. Liest sich schlimm, ist aber wohl im Endeffekt das Einzige, was hilft. Diese Schei*egal-Einstellung..

Wenn Du möchtest, können wir Telefonnummern tauschen, wir sind uns so ähnlich!

05.11.2012 13:12 • #14


Liebes Worrylein, weine ruhig, ich tu es auch gerade. , mir nimmt das Weinen etwas von dem Druck der auf mir lastet. Ja, ich fühle mich schuldig, mein Leben und das meines Mannes ruiniert zu haben.
Klar ist, dass mein Mann jederzeit die Segel hätte streichen können, er ist erwachsen und für sich selbst verantwortlich, das habe ich schon kapiert. Trotzdem habe ich ihn in MEINE GESCHICHTE hineingezogen, unabsichtlich natürlich, und doch ist es passiert.

Ich stütze und unterstütze ihn trotz meines Schicksals so gut ich kann, das glaube ich spürt er.

Weil du schreibst, du bist gern allein und hast jetzt schon Dinge getan die eigentlich unmöglich sind/waren.

Worrylein, mir geht es genauso, vielleicht habe ich mich falsch ausgedrückt in meinem ersten posting.

Ich bin auch sehr gerne mit mir allein. Mir ist nie langweilig, irgendwas mache ich immer. Mein Mann und ich sitzen nicht den ganzen Tag aufeinander und halten Händchen, , im Gegenteil, jeder von uns kann sich sehr gut mit etwas beschäftigen, er hat auch sehr schöne Hobbys, die er zuhause auch sehr gut pflegen kann. Leider können wir von dem Verkauf seiner Kunstwerke nicht leben, das wäre ja schon mal die halbe Miete des Dilemmas.

Ich habe auch nie Angstzustände oder Panikattacken. Kann mich an die letzte grad nicht mal erinnern.

Aber, das ist nur so, weil er eben immer irgendwo greifbar für mich ist, im Fall eines Falles eben. Hätte ich jemanden der z.B. in der Nachbarschaft wohnen würde, einen Mensch dem ich vertraue, dann wäre es so wie früher.
Ich hätte ja dann im Hinterkopf, wenn alle Stricke reissen, mich die Todesangst überfällt, dann könnte jemand kommen oder ich könnte hingehen. Das allein gäbe mir schon Sicherheit.

Meine Diagnose lautet: posttraumatische Belastungstörung mit schwerer Retraumatisierung. Das ist der Knackpunkt bei mir.
"Mir passiert etwas, und keiner hilft". Das ist leider zweimal meine Erfahrung gewesen, näheres möchte ich hier nicht preisgeben, das wirst du sicherlich verstehen.

Diese Traumen haben mich scheinbar um den Verstand gebracht, der, wenn ich mich in Sicherheit wiege, absolut funktionstüchtig ist..
Ich habe mich selber jahrelang um Angstkranke in meinem Haus gekümmert. Habe eine Selbsthilfegruppe aufgezogen, wußte immer was wann zu raten oder zu tun ist, bei anderen Angsthasen, nur bei mir selber versage ich zu 100%.

Du wirst lachen worrylein, ich kann locker in einem gefüllten Fußballstadion sitzen, ich fahre mit dem Auto wohin du willst, ich streite mich mit jeder Behörde, mit jedem Arzt wenn es denn sein muß , ich bin stark, frech, humorvoll, an allem interessiert, gewitzt, durchsetzungsstark und kenne alle Tricks um das Leben zu Überleben, aber NUR wenn jemand, meines Vertrauens in meiner Nähe ist. Ist das nicht voll daneben?

Du ja, wir können sehr gerne die Telefonnummern austauschen per PN, fände ich super.

Für morgen halte ich dir natürlich sämtliche verfügbaren Daumen und ich werde so heftig an dich denken und dir Kraft und Mut schicken, dass dir die Ohren klingeln werden.

Eben hatte ich für den Bruchteile einer Sekunde die Idee, ob du nicht zufällig bei mir um die Kurve wohnst?
Was für ein erleichternder Gedanke für mich, puhhh, das wär die Rettung für vier Menschen, glaub mir, ich bin der Hammer, wenn ein anderer Mensch neben mir Angst hat. Ich habe dann nämlich überhaupt keine, weiß genau was zu tun ist und habe schon sehr oft genau solche Situationen erlebt.
Stell dir vor, ich habe mit Angstkranken Fahrstuhlfahren geübt, bis die Leute sich allein fahren trauten.

Stell mich ALLEIN in einen Fahrstuhl .

Und auf deine Frage, wie ich es jahrelang im Auto wartend ausgehalten habe? Lach nicht was jetzt kommt:
Durch Disziplin, Leidensfähigkeit, warme oder leichte Klamotten und mit dem Wissen, dass mein Mann ja nicht weit weg von mir ist.

Was meinst du liebes Worrylein, soll ich mich jetzt gleich erschießen wegen meiner Blödheit oder soll ich noch warten bis wir mal miteinander telefoniert haben?
OK, ich entscheide mich mal vorsichtshalber für B .

LG krok

05.11.2012 14:03 • #15


Liebe krok,

ich habe Dir eine PN geschrieben, mein Akku ist gleich platt und vor heute Abend kann ich nicht richtig antworten...
Du bist nicht blöd, ich hatte auch eine Weile einen Angsthasen, (Schwiegermutter) bei mir, als es ihr so ging. Ich kann das auch alles. Solange eine Vertrauensperson, mein LG greifbar ist.. Mehr dazu heute Abend, spätestens morgen.
Du bist nicht blöd, oder ich bin es ebenfalls...
Zitat:
Aber, das ist nur so, weil er eben immer irgendwo greifbar für mich ist, im Fall eines Falles eben. Hätte ich jemanden der z.B. in der Nachbarschaft wohnen würde, einen Mensch dem ich vertraue, dann wäre es so wie früher.
Ich hätte ja dann im Hinterkopf, wenn alle Stricke reissen, mich die Todesangst überfällt, dann könnte jemand kommen oder ich könnte hingehen. Das allein gäbe mir schon Sicherheit.
.. das ist GENAU mein Punkt. Ich bin noch NIE zu jemandem hingegangen, die Panik kam erst gar nicht, und wenn, bin ich damit alleine fertig geworden...

Bis später und liebe Grüße

05.11.2012 14:45 • #16


sag nicht vielleicht ... sag, Du machst das morgen!

Und DU wirst sehen, es klappt.

05.11.2012 14:56 • #17


Hach, Municat,
wäre das schön! Die Lösung aller Probleme und ein Beweis, daß Hypnose tatsächlich hilft....

So, Akku tatsächlich platt..

Liebe Grüße bis morgen..

Worrylein..

05.11.2012 15:02 • #18


Ich hoffe, ich darf dazu auch noch was schreiben. Ich bin völlig schockiert, wenn ich lese, wie es euch beiden geht. Das tut mir so leid. Ich habe auch Angst, wenn ich allein mit den Kindern bin. Aber ich bleibe dann lieber drinnen und traue mich eher gar nicht raus, wenn es nicht zwingend nötig ist. Man kann sich da ja ganz gut arrangieren...
Was ich so erschreckend finde ist, dass eure Männer das "billigen". Mein Mann hätte mir Autoschlüssel und Auto weg genommen und mich wahrscheinlich zu Hause eingeschlossen. Für euch klingt das nun bestimmt sadistisch. Aber könntet ihr das nicht mal probieren? Quasi als "Konfrontation"? Dass eure Männer, natürlich nicht an einem langen Arbeitstag, einfach gehen, Auto und Schlüssel mitnehme und abschließen? Dann würdet ihr sehen, dass ihr nicht verrückt werdet daheim. Naja. Aber da ich ja auch diese Gedanken kenne, denkt ihr dann sicher: Diesmal ist nichts passiert. Aber wenn er das nächste Mal geht, DANN passiert mir was. Ein Teufelskreis.
Dennoch bin ich total entsetzt über das, was ihr schreibt. Wie habt ihr das denn gemacht? Ward ihr nie krank? Habt ihr nie Termine gehabt?
Und vor allem...Die Frage aller Fragen (nicht böse gemeint): Was bringt es euch, wenn ihr dort im Auto hockt? Wenn euch was passiert, passiert es auch im Auto und dann könnt ihr auch keinen mehr um Hilfe rufen und bis mal ein Passant in ein Auto richtig REIN glotzt, kann auch eine Menge Zeit vergehen. Ich denke, das wisst ihr auch, oder?
Ich will es nun auch mit Hypnose probieren, denn ich habe eine Phobie vor Ohnmacht. Aber ich schaffe es noch, mein Leben, wenn auch oft mit großer Angst, zu bewältigen und Dinge wahrzunehmen.
Ich wünsche euch so sehr, dass ihr einen Weg raus aus eurer Angst findet und mit dieser Auto-Aktion aufhört.
Ich halte mir seit Kurzem immer den Gedanken vor Augen, dass ich im Alter nicht sagen will, dass ich mein Leben vergeudet habe.
Jeder Tag ist doch ein neuer Anfang. Bleibt zu Hause, lasst die Haustür offen stehen, nehmt euch Handy und Telefon für den Notfall mit bzw. vereinbart mit euren Männern "Kontrollanrufe" in der ersten Zeit. Und das sage ich euch als Angsthase! Wenn ihr hier wohnen würdet, könntet ihr gern vorbei kommen.

05.11.2012 15:30 • #19


Und hör auf mit "MORGEN fange ich an". HEUTE musst du anfangen. Schade, dass dein Akku leer ist. Ich hätte dir geschrieben, dass du nun umdrehen und heim fahren sollst!
Ich probiere es auch morgen mit Hypnose. Vielleicht berichtest du uns auch mal, wie es bei dir war und wie es gewirkt hat. Wenn du magst, kannst du mich auch gerne anschreiben.
Ich denke, dass der Tod deiner Mutter bei dir einen schweren Schock ausgelöst hat. So wie bei mir der Tod meiner Großeltern. Und sowas lässt sich meines Wissens nach gut mit Hypnose behandeln!
Ich hatte vor 10 Jahren schon einmal schlimme Attacken und Ängste. Es war die gleiche Phobie wie jetzt. Und ich bin wieder da heraus gekommen. Hab also Mut, dass du das auch schaffst.Irgendwann wirst du darüber lachen!

05.11.2012 15:41 • #20



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