Kenne das nur zu gut.
Ich habe seit ca. 10 Jahren PA. Habe dann einen Job gefunden der mir Spaß gemacht und es ging mir wieder gut. Hatte alles ziemlich gut im Griff. War in einem Privat geführten Rewe Markt mit etwa gleich großem Bio-Supermarkt. Gehört aber beides Zusammen und da ich Bio gelernt habe und da auch weiter arbeiten wollte, passte das einfach super. Bin der Zeit sogar so weit gekommen, das ich neben meiner Abteilung auch die Marktleiter unterstützt habe und selber zwischendurch für alles verantwortlich war.
Ca. Mitte 2015 hat der Chef/Besitzer einen Nachfolger gesucht und da fing es so langsam an.
Neuer Chef = neue Ideen. Erstmal eine gut Sache, da ich Neuerungen/Verbesserungen sehr gut und interessant finde.
Irgendwann wollte er das ich nicht nur meine Abteilung, sondern auch das Gegenstück im REWE Bereich leite bzw. mit der Kollegin da zusammen arbeite.
Erstmal eine gute Idee. Leider war die Kollegin seit 25 Jahren schon da und konnte da machen was sie wollte. Was ich im übrigen auch durfte, in meiner Abteilung. Da ich 6 Tage die Woche, jeden morgen um 5-6 Uhr anfangen musste und Mo und DI sogar Abends nochmal arbeiten musste, konnte ich so meine Arbeit morgens manchmal so legen das ich doch irgendwie "fast" frei hatte.
Leider hat die Kollegin aber jeden Morgen um 3 Uhr angefangen und ist um 7 Uhr nach Hause, dazu noch Mo ab 10 und Mi Abends.
Wie man sieht, sind die Zeiten mit meiner Arbeit nicht wirklich zu vereinbaren und ganz davon abgesehen, schaffe ich es nicht jede Nacht um 2 Uhr aufzustehen. ist mir einfach zu früh.
So haben wir zuerst sie bei mir eingearbeitet, indem sie um 9 Uhr nochmal wieder gekommen ist und ich mit den wichtigen Dingen gewartet habe. Als das soweit klappte, sollte ich bei ihr lernen. Leider war sie nicht so kompromissbereit und ich MUSSTE um 3 Uhr anfangen, um bei ihr was mitzubekommen und selbst das nur unter extremen Zeitdruck, da sie ja um 7 Uhr gehen musste.
Danach musste ich dann wieder in meine Abteilung und da weiter machen und die Schichten Abends noch.
Mittlerweile sehe ich selber ein, das kein Mensch sowas über längerem Zeitraum mit macht. Da fingen die Panikattacken schon so leicht wieder an. Weil ich ständig gehört habe das es so nicht geht und wie uns da was einfallen lassen müssen. Da er fast nur mir das gesagt hat, die Kollegin war ja schon zuhause, habe ich mir immer wieder einen Plan ausgedacht wie es klappen könnte, ohne das die Kollegin länger machen muss. Hatte aber alles nicht funktioniert.
Irgendwann hat mir der Chef dann die Schlüssel für den Laden weggenommen und meinte ich soll das andere erstmal hin bekommen. Das war wie ein schlag ins Gesicht, obwohl er meinte wenn das läuft bekomme ich die Verantwortung der Leitung zurück.
Da die Panikattacken irgendwann noch schlimmer wurden, war ich irgendwann ziemlich angeschlagen und habe mit ner Grippe flach gelegen. Das muss ca Feb. 2016 gewesen sein. Das hat die Kollegin genutzt um mich komplett da raus zu bekommen. Als ich nach 1ner Woche wieder da war, habe ich nur noch in der Kasse gesessen und eine andere Kollegin hat in meiner Abteilung gearbeitet. Unter der Anleitung der anderen. Ab und zu durfte ich mal einspringen wenn einer frei hatte/brauchte oder Hilfe brauche in den beiden Abteilungen.
Das ganze habe ich dann noch bis April 2016 durchgehalten und dann ging nix mehr. An dem Morgen musste meine Freundin sogar auf der Arbeit anrufen, weil ich nicht konnte.
Das ist meine Geschichte wie ich vom Marktleiter zum Kassierer wurde, aber wo ich eigentlich drauf hinaus wollte kommt jetzt erst.

Sorry für den langen Text vorab, war grade so in der Geschichte drin.

Seit April bin ich jetzt krankgeschrieben, allerdings mit einer kurzen Unterbrechung im Juli, als ich versucht habe neu anzufangen im einem neuen Job. Hat genau 1nen Tag geklappt.
Als ich im Juni gekündigt wurde, war ich total erleichtert und es ging mir ziemlich gut. (Den Arbeitsversuch lasse ich jetzt mal raus)
Leider ist das Zuhause sein kein Freund der Psyche. Ich habe mich selber immer weiter in PA rein befördert und irgendwann in einer Mittelschwere Depression. Höhepunkt war ein 3 tägiger Aufenthalt im Krankenhaus wegen viel zu hohem Blutdruck, ausgelöst durch PAs und einem kaputten Messgerät.
Nach diesen 3 Tagen konnte ich durch Zufall direkt in die Tagesklinik und das war eine tolle Sache. Nach den 9 Wochen ging es mir sehr gut. Das ging bis Nov. 2016.
Da hat mir dann leider die Unterstützung einer ambulanten Therapie gefehlt und ich habe es wieder geschafft in die Depression.
Eine Therapie habe ich erst im Feb 2017 gefunden und seit dem versuchen wir mich überhaupt wieder in einen normalen Alltag zu bekommen. Das klappt soweit ganz gut, aber ans Arbeiten mag ich noch gereicht denken.
Ich habe noch so mit Kleinigkeiten zu kämpfen, das mich leichte Unregelmäßigkeiten oder Stress total aus der Bahn wirft.
Kernpunkt meiner Geschichte soll hier eigentlich sein das je länger ihr zuhause bleibt, desto schlimmer und schwerer wird es wieder Fuß zu fassen.
Mittlerweile habe ich verstanden wie es soweit kommen konnte, aber das macht es mir nicht leichte da wieder raus zu kommen.
Manche Tage sind schon sehr schwer und dabei mache ich nur 1-2 Stunden am Tag wirklich was. Spazieren gehen, minimal Sport, früh aufstehen, ab und an mal Termine, zu geregelten Zeiten essen usw. und für alles muss ich mich erstmal motivieren.
Vielleicht hilft es ja einem, zu lesen wie weit das zuhause sein führen kann.