Zitat von Bienchen10:Hallo Nicki, ich habe auch Angst davor das es passieren könnte...also ich denke drüber nach dann kommen glatt die Symptome und ich bekomm Panik...und wenn sie da ist dann bin ich überzeugt das es irgendwas schlimmes ist und bekomm noch mehr Angst. Schäme mich schon zum Doktor zu gehen......der schickt mich eh nur noch heim und empfiehlt mir Psychopharmaka...
Wenn ich irgedwo von einer krankheit höre oder etwas lese bekomm ich das glatt auch gleich und wieder geht der Teufelskreis los....dann denke ich den ganzen Tag drüber nach was es sein könnte und zu welchen Ärzten ich mal gehen muss....eine ganz genaue Diagnose habe ich bis heute nicht weil ich zuviel Angst habe wirklich was untersuchen zu lassen.......aber ich habe diese Probleme seit zehn Jahren also wenn es was ernstes wäre hätte ich es bestimmt schon gemerkt!
Liebe Grüße
Also ich kriege keine Krankheiten automatisch, nur weil ich davon lese
Schämen braucht Ihr Euch überhaupt nicht - ganz im Gegenteil.
Im Grunde seid Ihr Menschen, die eine sehr ausgeprägte Phantasie haben und die sehr viel (zu viel) nachdenken. Nicht mehr und nicht weniger.
Ich denke, praktisch jede Eigenschaft hat bei einem Menschen etwas positives und etwas negatives. Ihr beschäftigt Euch fast ausschließlich mit der negativen, obwohl ihr mit Eurer Phantasie weiß Gott tolle Dinge anfangen könntet. Überlegt Euch das mal. Es gibt soviele kühle und einfallslose Menschen, daß man auf Euren Input schon sehnsüchtig warten würde. Aber ich sage jetzt mal ganz provokant, Ihr habt dafür keine Zeit. Eure Angst wird Euch jedenfalls nicht daran hindern. Vielleicht will sie Euch nur darauf aufmerksam machen, daß ihr etwas ändern solltet.
Daß mit dem Nachdenken kenne ich auch, aber man kann lernen, das ein wenig einzudämmen. Indem man sich erstens für diese Situationen bewußt macht, wo man dazu neigt, wieder ins grübeln zu verfallen und zweitens dann bewußt "STOP" sagt. Niemand soll mir sagen, daß das nicht funktioniert, denn es funktioniert ja auch mit dem eigenen Willen, sich bewußt permanent mit denselben Dingen zu beschäftigen. Daher kann man es mit dem Willen auch beeinflussen, sich bewußt nicht mehr zu beschäftigen. Braucht halt etwas Übung.
Ihr gebt Eurer Angst viel zu viel Raum - um es in einem Gleichnis zu schildern: Die Angst hat es sich ohne Einladung in Eurem Wohnzimmer bequem gemacht - und wie sieht Eure Reaktion darauf aus ? Ihr beschäftigut Euch den ganzen Tag mit diesem ungebeteten Gast, sodaß er regelrecht aufblüht, weil er so umsorgt wird. Ihr regt Euch quasi hinter vorgehaltener Hand über den ungebetenen Gast auf, aber ihr sagt ihm nicht klipp und klar, was Sache ist. Darüber amüsiert sich die Angst köstlich, weil sie soviel Aufmerksamkeit kriegt und macht es sich richtig gemütlich.
Überlegt Euch mal, was mit dem ungebetenen Gast passieren würde, wenn ihr ihm klipp und klar sagt, daß er unerwünscht ist und ihr ihn ab jetzt ignoriert. Da wird ihm das ganze nur noch halb soviel Spaß machen und irgendwann wird er sich überhaupt verabschieden, weil ihm überhaupt keine Aufmerksamkeit mehr zukommt. Da sagt sie dann "das ist mir zu langweilig, ich gehe".
Angst funktioniert GENAUSO. Sie lebt nur davon, daß ihr Euch mit ihr beschäftigt. Tut Ihr doch den Gefallen nicht immer wieder.
Ihr könnt Euch ruhig mal mental gegen die Angst auflehnen. Sie ist kein außerirdisches Monster, sondern sie hat jeder von uns serienmäßig mitbekommen. Und manchmal übertreibt sie halt maßlos oder gerät etwas aus den Fugen.
Wenn Ihr Euch hier gegenseitig bis ins Detail beschreibt, wie furchtbar alles ist, wird Euch das bei allem Respekt beiden nicht viel weiterhelfen, sondern nur Eure Angst nähren.
Inwiefern Ihr etwas ändern wollt, ist rein Eure eigene Entscheidung - die kann Euch niemand abnehmen.