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Markus01
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Betreff des Beitrags: ängstlich vermeidende/selbstunsichere Persönlichkeitsstörung Verfasst: 04.Apr.2011, 16:24 |
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Registriert: 07.Aug.2010, 12:32 Beiträge: 110
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Ich wollt mal fragen ob es hier Member mit einer ängstlich vermeidenden /selbstunsicheren Persönlichkeitsstörung gibt und wie sich das bei ihnen äussert/geäussert hat und was sie dagegen tun?!
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Phobos82
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Betreff des Beitrags: Re: ängstlich vermeidende/selbstunsichere Persönlichkeitsstörung Verfasst: 02.Dez.2011, 02:41 |
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Registriert: 02.Dez.2011, 02:15 Beiträge: 7
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Hallo, ich bin neu hier und habe diese Persönlichkeitsstörung aller Vermutung nach. Zumindest mein Arzt/Therapeut meint, dass es am ehesten passen würde.
Es äußert sich bei mir leider ziemlich stark. Fast völlige Vermeidung der meisten Dinge, die Menschen gewöhnlicher Weise machen. Das heißt: nicht (mehr) studieren bzw. arbeiten, keine Teilnahme an Freizeitdingen wie Kinobesuch, Verein, Cafe, Disco, Konzert etc. sondern im Haus aufenthalten und vorm PC sitzen. Übers Internet kann ich besser Distanz wahren gegenüber den mir meist unbewussten Gefahren des Alltagslebens. Das ist vielleicht eine Sache die bei mir anders ist, als sonst bei dieser P.-Störung, nämlich dass mir meine Ängste wenig bewusst sind. Ich also bereits vermeide, mir überhaupt erst bewusst zu machen, was und warum ich etwas vermeide. Dennoch, mein jetziger Arzt und auch einige andere Ärzte und Therapeuten, bei denen ich in den letzten Jahren war sind sich sicher, das der Grund für mein eingeschränktes Leben eine extrem tiefe (soziale) Angst ist. Und dagegen kann weder der Arzt noch ich viel tun. Weder die zahlreichen Medis, die ich ausprobiert habe, noch Therapien wie kognitive VT und tiefenpsychologisch fundierte Therapie habe meine Lage geändert. Hauptgrund: Meine Inaktivität. Da ich eigentlich gar keine sozialen Situationen aufsuchen will kann mir die Angst nicht genommen werden, denn dafür müsste ich erst mal eine Motivation und Ziele haben, was fehlt. Man könnte jetzt meinen: "Hm, das klingt eher nach schizoider PS, denn er will ja gar nichts mit Menschen zu tun haben." Nur bei schizoider PS besteht üblicherweise nicht so ein großer Leidensdruck mit Depressionen und totaler Lebensunzufriedenheit wie bei mir.
Wär schön, wenn noch jemand was dazu schreiben kann. Das Thema hatte ja erst einen Beitrag...
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Joaquim
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Betreff des Beitrags: Re: ängstlich vermeidende/selbstunsichere Persönlichkeitsstörung Verfasst: 02.Dez.2011, 03:27 |
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Registriert: 15.Sep.2011, 16:05 Beiträge: 533 Wohnort: EU
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Es ist so, daß man trotzdem alltagstauglich ist, aber die Angst keine wirkliche Freude am Leben zuläßt. Kommt drauf an, wie sich die Phobie entwickelt hat und ob von Geburt an eine Schüchternheit mit in die Wiege gelegt wurde.
Also ich bins schon seit der Kindheit - das zieht sich wie ein roter Faden durch mein Leben.
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Phobos82
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Betreff des Beitrags: Re: ängstlich vermeidende/selbstunsichere Persönlichkeitsstörung Verfasst: 02.Dez.2011, 04:09 |
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Registriert: 02.Dez.2011, 02:15 Beiträge: 7
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Hallo Joaquim,
vorsicht, es ist offiziell ja keine Phobie sondern eine Persönlichkeitsstörung.
Also du meinst, bei dieser Störung ist man noch alltagstauglich.
In meinem Fall zumindest sehe ich die Alltagstauglichkeit deutlich eingeschränkt.
Grüße, Phobos(m)
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Phobos82
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Betreff des Beitrags: Re: ängstlich vermeidende/selbstunsichere Persönlichkeitsstörung Verfasst: 03.Dez.2011, 22:37 |
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Registriert: 02.Dez.2011, 02:15 Beiträge: 7
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Schade, dass sonst niemand etwas zu dieser eigentlich doch recht häufigen "Störung" schreiben kann/will.  Mich wundert auch, dass hier auf der Seite fast jede häufige Art von Angst aufgeführt wird, aber die ängstlich-vermeidende PS ein Schattendasein fristet.
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Joaquim
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Betreff des Beitrags: Re: ängstlich vermeidende/selbstunsichere Persönlichkeitsstörung Verfasst: 04.Dez.2011, 02:05 |
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Registriert: 15.Sep.2011, 16:05 Beiträge: 533 Wohnort: EU
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Hallo! Bei starker Sozialer Phobie hast Du automatisch eine ängstlich vermeidende Persönlichkeitstörung, weil Dein Kopf nie von Angstgedanken und dem daraus resultierenden Weltbild frei wird. Ich bin auch eingeschränkt - jeder Soziophobiker ist mehr oder weniger eingeschränkt, weil er sein Leben nicht so gestalten kann wie jeder andere Mensch. Wenn Du nicht mehr aus dem Haus kannst oder zur Arbeit, dann gute Nacht. Die ängstlich vermeidende Persönlichkeitsstörung ist nichts weiter als eine stark ausgeprägte Soziophobie, denke ich. Es ist nur ein spezifischerer Begriff dafür. Durch ein defektes Selbstbewußtsein im Sinne der Soziophobie ist ganz klar die Persönlichkeit eines Menschen verzerrt - das Selbstbildnis gleicht oft immer noch dem eines Heranwachsenden, geprägt durch heftige Selbstzweifel und Identitätssuche. Im Grunde hat man keine Persönlichkeit - sie konnte sich nie entfalten. Naja, eigentlich schon, aber sie ist wie eine leeres Blatt Papier - so sehen es die anderen.
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Loneman73
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Betreff des Beitrags: Re: ängstlich vermeidende/selbstunsichere Persönlichkeitsstörung Verfasst: 04.Dez.2011, 19:05 |
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Registriert: 29.Aug.2008, 14:32 Beiträge: 275 Wohnort: NRW
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Joaquim hat geschrieben: Die ängstlich vermeidende Persönlichkeitsstörung ist nichts weiter als eine stark ausgeprägte Soziophobie, denke ich. Es ist nur ein spezifischerer Begriff dafür. Durch ein defektes Selbstbewußtsein im Sinne der Soziophobie ist ganz klar die Persönlichkeit eines Menschen verzerrt - das Selbstbildnis gleicht oft immer noch dem eines Heranwachsenden, geprägt durch heftige Selbstzweifel und Identitätssuche.
Im Grunde hat man keine Persönlichkeit - sie konnte sich nie entfalten. Naja, eigentlich schon, aber sie ist wie eine leeres Blatt Papier - so sehen es die anderen.
Hallo Joaquim, ich habe schon einige Beiträge von dir gelesen und kann mich in einigen Teilen davon wiederfinden. Z. B. hast du geschrieben: Zitat: Ach ja, und deswegen ist man dann wieder geknickt, weil man wie ein kleiner Junge reagiert und sich hilflos in die Ecke setzt. Boah, wie ich das hasse. Diese Hilflosigkeit ist ja absolut typisch bei der ängstlich-vermeidenden bzw. selbstunsicheren Persönlichkeitsstörung. Ich kann mich erinnern, wie mich ein Psychiater (!) quasi angebrüllt hat, weil er meinte, ich wollte ihn verarschen, als ich ihn bat, mich krankzuschreiben, als ich mich in einer Maßnahme "für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen" befand, in der dann später Rollenspiele gemacht werden sollten. Anlass dafür war meine Antwort, dass ich mich zur Zeit nicht in Behandlung bei einem Psychiater befände - wobei ich es nicht als Behandlung betrachtete, mir hin und wieder bei meiner bisherigen Psychiaterin ein Rezept für ein Antidepressivum abzuholen. Also bezichtigte mich jener Psychiater der Lüge und wurde sehr unfreundlich. Möglicherweise sah ich ihm auch nicht krank genug aus - wer weiß. Viele Grüße Loneman73
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Capybara
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Betreff des Beitrags: Re: ängstlich vermeidende/selbstunsichere Persönlichkeitsstörung Verfasst: 04.Dez.2011, 22:34 |
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bei mir treten diese ängste auch vermehrt auf wenn ich ohnehin schon einen depressiven schub habe. es gibt wochen wo mich nix schocken kann, und dann gibt es wieder wochen wo ich nicht aus dem haus gehen kann ohne weinkrämpfe zu haben aus lauter angst vor dem raus gehen. ob ich alltagstauglich bin kann ich selber nicht einschätzen. es ist furchtbar , und ich hör immer nur "stell dich nich so an" oder "du hast im leben doch eh noch gar nix auf die reihe bekommen". das hilft dann natürlich total  und ich stell mich noch weniger meiner angst sondern zieh mich komplett aus dem leben raus.
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Joaquim
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Betreff des Beitrags: Re: ängstlich vermeidende/selbstunsichere Persönlichkeitsstörung Verfasst: 06.Dez.2011, 00:39 |
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Registriert: 15.Sep.2011, 16:05 Beiträge: 533 Wohnort: EU
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@Loneman73: Angst vorm Psychiater oder Therapeuten, weil sein Urteil schwerer wiegt als das eines Normalsterblichen -  das wäre die nächste Stufe, die wir erklimmen. Na, da hast Du ihn aber kalt erwischt. Konnte er nicht in Dich hineinsehen und wissen, worum es Dir geht. Ich glaube, die Typen sind oft überlastet mit Hilfesuchenden - sind vieleicht doch nur Menschen. @Capybare: Eine heile Welt mit gesicherten Verhältnissen oder eben das Umfeld nimmt großen Einfluß auf die Befindlichkeit einer im Wind schwankenden Persönlichkeit. Wenn es nichts gibt, aus dem wir Kraft schöpfen können und was wir ein Zuhause nennen, dann ist ein Soziophobiker sehr arm dran. Ausserdem ist der Mensch auf die Gemeinschaft angewiesen und nur durch sie wirklich stark. Ein Soziophobiker tut sich in diesen Dingen extrem schwer und ringt mit Zukunftsängsten, wie er seinen Weg alleine fortsetzen soll als Außenseiter. Man fühlt sich verdammt, alleine zu kämpfen, alleine zu leben, alleine zu sterben. --------------------------------------------------------------------------------------------- Wenn man ein sicheren Job hat und ein kleinen Bekanntenkreis, der einem Halt gibt, dann ist das Leben für einen Soziophobiker erträglich. Es ist Spielraum da für Gedanken, die nicht auf Angst gründen. Man hat Zeit für sich selbst, anstatt sie mit Sorgen zu füllen. Aber das ist bei jedem Menschen so.
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Phobos82
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Betreff des Beitrags: Re: ängstlich vermeidende/selbstunsichere Persönlichkeitsstörung Verfasst: 14.Dez.2011, 21:52 |
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Registriert: 02.Dez.2011, 02:15 Beiträge: 7
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Schade, dass das Thema wieder eingeschlafen ist. Leider wird es der Häufigkeit dieser Erkrankung in der Gesellschaft nicht gerecht. Auch der Threadstarter scheint kein Interesse mehr zu haben.
@Mods Im Small-Talk Bereich ist es eigentlich nicht richtig aufgehoben...
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