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Joaquim
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Betreff des Beitrags: Re: ängstlich vermeidende/selbstunsichere Persönlichkeitsstörung Verfasst: 15.Dez.2011, 19:28 |
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Registriert: 15.Sep.2011, 16:05 Beiträge: 533 Wohnort: EU
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Finde ich nicht - gerade hier sticht das Thema wegen der  falschen Ablage heraus. Aber im Small Talk tummeln sich dann doch eher diejenigen, die nicht pausenlos über Krankheiten reden und lesen wollen. Die ängstlich vermeidende Persönlichkeitsstörung ist mit eine der häufigsten Angsterkrankungen neben den Panikattacken, da gebe ich Dir recht. Sie tritt auch oft begleitend zu anderen Phobien auf - im Grunde ist es ja purer Selbstzweifel oder destruktive Kritik. Ich habe mir zwei Bücher bestellt, um mich wieder eingehender damit zu beschäftigen, was im Gehirn vorgeht, wenn die Angst das Ruder übernimmt - ich versuch mich da mal neurologisch reinzuknien. Ich bin kein Freund von Psychopharmaka und glaube nicht an suggestive Heilmethoden. Selbstsuggestion - das ist doch eins der schwersten Dinge in einem Geist, der negativ gepolt ist. Ich will begreifen, was da im Gehirn falsch läuft und wie man es gezielt beeinflussen kann.
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Phobos82
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Betreff des Beitrags: Re: ängstlich vermeidende/selbstunsichere Persönlichkeitsstörung Verfasst: 15.Dez.2011, 21:02 |
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Registriert: 02.Dez.2011, 02:15 Beiträge: 7
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Nun ja, offenbar ist diese Art von Aufmerksamkeit (im falschen Bereich zu sein) wohl auch nötig. Panikattacken, soziale Phobie und die ÄVP sind alle recht häufig. Die ÄVP offenbar neben Borderline die häufigste Persönlichkeitsstörung überhaupt. Dennoch gibt es für die anderen reihenweise (spezielle) Foren, Bücher, Studien, Filme! was bei der ÄVP nicht der Fall ist... Wirkliche Gründe dafür konnte ich nicht finden, denn wie geschrieben: Häufigkeit, Leidensdruck und Lukrativität für Therapeuten sind ja gegeben. (gute Behandelbarkeit soll bei dieser PS drin sein und die Patienten gelten im Gegensatz zu Borderline als "pflegeleicht"  ) Also, vielleicht finden sich noch mehr Betroffene, damit man der Sache mal auf den Grund gehen kann.
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3wb2
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Betreff des Beitrags: Re: ängstlich vermeidende/selbstunsichere Persönlichkeitsstörung Verfasst: 28.Dez.2011, 15:37 |
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Registriert: 28.Dez.2011, 15:24 Beiträge: 1
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Ich bin gerade auf diesen Faden hier gestoßen, weil ich ebenfalls auf der Suche nach Informationen über diese Art von Persönlichkeitsstörung bin.
Bei mir wurde kürzlich eine ängstlich-vermeidende Persönlichkeitsstörung diagnostiziert. Damit einhergehend auch narzzischtische und zwanghafte Züge und obendrauf Depressionen. Ich habe fast zwei Jahre gebraucht, um überhaupt dahinter zu kommen, was mit mir los ist und dass ich nicht einfach nur schüchtern bin. Mittlerweile weiß ich, dass ich Angst vor Menschen und vielem anderen habe, und mir dies in meinem bisherigen Leben viele Schwierigkeiten bereitet und mich viel Energie gekostet hat. Mein Studium konnte ich nach einigen Zusatzsemestern mit vielen Tricks zur Vermeidung nicht auszuhaltender sozialer Situationen noch meistern, mein Berufseinstieg ist dagegen misslungen. Ich kann keine drei Monate arbeiten gehen, ohne erhebliche Schwierigkeiten mit meinen Ängsten zu bekommen. Dass ich es überhaupt immer wieder versuche, verdanke ich meinem Narzissmus und meiner Zwanghaftigkeit, die mir erlauben die wahren Gefühle wegzusperren und selbst zu disziplinieren. Dies hat in der Vergangenheit immer irgendwie funktioniert, im Berufsleben tut es das nicht. Momentan mache ich wieder eine depressive Episode durch und nehme zum ersten Mal in meinem Leben Antidepressiva. Ich habe eine Schematherapie begonnen und hoffe, dass ich Linderung von meinem Leiden erfahren kann.
Was mich dabei umtreibt sind Fragen, wie ich jemals etwas arbeiten und eigenes Geld verdienen soll, wenn ich so schlecht mit anderen Menschen zurecht komme. Hätte ich nicht noch Wünsche an das Leben und dabei sind auch materielle, ich würde mich in eine Blockhütte in Kanada zurückziehen. Aber das wäre wohl auch keine zufriedenstellende Lösung für mich, ein paar gute soziale Kontakte habe ich und brauche ich.
Wie geht ihr mit eurer Störung um? Inwieweit behindert sie euch? Ich stelle mir auch die Frage inwieweit sie Behinderungswert hat.
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Joaquim
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Betreff des Beitrags: Re: ängstlich vermeidende/selbstunsichere Persönlichkeitsstörung Verfasst: 28.Dez.2011, 19:25 |
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Registriert: 15.Sep.2011, 16:05 Beiträge: 533 Wohnort: EU
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Hi, ich glaube, man muß den Begriff mal zerflücken. Persönlichkeitsstörung soll soviel heißen wie - wenn die innere und äußere Wahrnehmung an der Realität vorbei läuft. Das Adjektiv davor (gibt etwa 15 verschiedene Persönlichkeitsstörungen) bezeichnet die Art der Wahrnehmungsstörung oder halt den Charakter der Person - es muß ja nicht immer ne Persönlichkeitsstörung sein. Nur, wenn es selbst als belastend empfunden wird oder durch Dritte. Klassifizierung nach ICD-10 1 Paranoide Persönlichkeitsstörung 2 Schizoide Persönlichkeitsstörung 3 Dissoziale Persönlichkeitsstörung 4 Emotional instabile Persönlichkeitsstörung 5 Histrionische Persönlichkeitsstörung 6 Anankastische (zwanghafte) Persönlichkeitsstörung 7 Ängstliche Persönlichkeitsstörung 8 Abhängige (asthenische) bzw. dependente Persönlichkeitsstörung 9 Schizotypische Persönlichkeitsstörung 10 Narzisstische Persönlichkeitsstörung 11 Passiv-aggressive Persönlichkeitsstörung 12 Kombinierte Persönlichkeitsstörung 13 Persönlichkeitsentwicklungsstörungen bei Kindern und Jugendlichen Auch der Narzismus verkörpert eine eigenständige Persönlichkeitsstörung. Es treten aber häufig mehrere Charaktermuster auf. Von allem ein bißchen, kann man fast sagen. Den Behinderungswert würde ich so festlegen, in wie weit man berufliche Ziele und soziale Integration nicht verwirklichen kann. Gruß, Joe
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Joaquim
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Betreff des Beitrags: Re: ängstlich vermeidende/selbstunsichere Persönlichkeitsstörung Verfasst: 12.Jan.2012, 13:09 |
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Registriert: 15.Sep.2011, 16:05 Beiträge: 533 Wohnort: EU
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Zur Aufklärung, was die ängstlich vermeidende Persönlichkeitsstörung von einer Soziophobie unterscheidet, habe ich folgendes gefunden:
>> Sozialphobiker haben meist eng umschriebene Ängste (zum Beispiel vor Prüfungen, öffentliche Reden, etc.), während die von ängstlichen Persönlichkeiten auf unterschiedlichste Situationen weit ausgedehnt ist. Außerdem wird die ÄVPS im höheren Maße als ich-synton erlebt, das heißt, dass sie ihre ängstlichen Denkmuster bzw. ihr unsicheres Selbst trotzdem als integrativen Bestandteil ihrer Persönlichkeit betrachten. Wohingegen reine Sozialphobiker ihre Symptome eindeutig als ich-dyston, also klar als Störung, die nicht Teil der Persönlichkeit ist, identifizieren. <<
* Symptome lassen sich auch leichter kurrieren als Strukturen einer Persönlichkeit, womit wir die Arschkarte gezogen hätten.
Gruß, Joe
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Joaquim
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Betreff des Beitrags: Re: ängstlich vermeidende/selbstunsichere Persönlichkeitsstörung Verfasst: 13.Jan.2012, 14:13 |
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Registriert: 15.Sep.2011, 16:05 Beiträge: 533 Wohnort: EU
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Ich werde das Thema mal in der SP-Ecke öffnen mit einem Link zum einzig auffindlichen Manuskript, das die Sache sehr gut umschreibt. Ich selbst sehe mich anhand der Beschreibung als darunter leidend. Die SP scheidet wegen plausibler Gründe aus, die ich mir nun erklären kann.
Liebe Grüße, Joe
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foreignsoul
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Betreff des Beitrags: Re: ängstlich vermeidende/selbstunsichere Persönlichkeitsstörung Verfasst: 03.Feb.2012, 20:55 |
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Registriert: 03.Feb.2012, 18:22 Beiträge: 2 Wohnort: Berlin
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Hallo, wenn es das Internet nicht gäbe und die tollen Beiträge hier, würde ich sehr wahrscheinlich auch noch den Rest meines Lebens auf Depressionen hin behandelt werden Diese ävsP-Störung (ich wusst natürlich nicht, dass es das gibt) verfolgt mich seit ich denken kann....so mit ca. 3 Jahren hatte ich das erste Mal dieses Gefühl, dass mich bis heute unverändert begleitet...in der Familie, Cousin-s,-en, Spielkameraden, im Kindergarten....ich fühlte mich nie *richtig* und habe schon da jede Situation vermieden, die Zurückweisung oder Desinteresse hätte bedeuten können. Das geht mir bis heute so....ich kann auch jetzt niemanden nach einer Verabredung fragen...mehr als einmal anrufen....mich ungezwungen verhalten....immer in der Angst, das Gegenüber könnte nein sagen oder mir allgemein das Gefühl vermitteln ich wäre "aufdringlich/lästig" Da meine Fassade und mein Äusseres mein Innenleben nicht unbedingt wiederspiegeln, gelte ich wohl als arrogant und eher unsympathisch...und wenn ich versuche freundlich rüberzukommen, passt das wohl auch alles nicht so richtig....bzw. kommt nicht so an... Ich gehe Beziehungen oder Aktivitäten, die sich auf mein Privatleben beziehen im Moment fast völlig aus dem Weg...beruflich ist das allerdings nicht machbar....ich habe mir komischerweise einen Beruf ausgesucht, bei dem ich ständig mit Menschen zu tun habe....sogar mit Gruppen(dynamiken) vor denen ich am meisten Angst habe. Die Tagesverfassung spielt da eine ganz grosse Rolle. Ich lebe übrigens rel. neu in Berlin und würde mich über Austausch und auch über reale Kontakte sehr freuen. LG Theresa
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Nostromo80
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Betreff des Beitrags: Re: ängstlich vermeidende/selbstunsichere Persönlichkeitsstörung Verfasst: 02.Mär.2012, 21:24 |
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Registriert: 02.Mär.2012, 20:54 Beiträge: 4
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Hallo, hab mich gerade hier im Forum angemeldet! Ich hab schon paar mal hier über ävP gelesen, leider bin ich auch davon betroffen! Genauso wie bei foreignsoul verfolgt mich diese Störung schon mein ganzes Leben! Allerdings habe ich es erst vor ein paar Jahren rausgefunden. Ich hab mehrere Ausbildungen abgebrochen, da ich immer wieder depressive Episoden hatte. Woher diese kamen konnte ich nie sagen. Nach der dritten abgebrochenen Ausbildung konnte ich einfach nicht mehr so weiter machen und machte auf Rat meines Psychologen einen stat. Aufenthalt in der Psychatrie (mit der Diagnose äv?)! Anschließend machte ich eine Verhaltenstherapie. So blauäugig wie man ja manchmal ist, dachte ich, so jetzt bin ich (geheilt). Ich fand eine Stelle als Versorgungsassistent in der Chirurgie, wo ich 2 Jahre arbeitete. In dieser Zeit hatte ich eigentlich bis auf ein paar Kleinigkeiten keine Probleme. Da mir das Arbeiten im Krankenhaus sehr viel Spaß machte, entschloss ich mich, eine Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger zu machen. Im Oktober bin ich ins 3. Jahr gekommen. Meine Noten bis jetzt sind immer gut bis sehr gut. Auch die Rückmeldungen von Lehrern und Patienten wahren fast immer positiv, wobei ich immer gemerkt habe, dass ich dies für mich nicht so ganz annehmen kann. Nun im dritten Jahr fängt es wieder an, dass sich die ävP wieder meldet. Wieso auch immer, ich hab so das Gefühl, dass ich für eine gewisse Zeit Gedanken und Überzeugungen unterdrücken oder wegschieben kann. Aber nach einer gewissen Zeit fehlt die Kraft dazu und die ävP ist wieder da. Zur Zeit bin ich wieder in psychologischer Behandlung  und musste eine Pause in der Ausbildung einlegen. Ich will die Ausbildung aber unbedingt fertig machen. Kennt ihr das auch, dass die ävP so schubweise auftritt? LG Markus
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Joaquim
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Betreff des Beitrags: Re: ängstlich vermeidende/selbstunsichere Persönlichkeitsstörung Verfasst: 03.Mär.2012, 02:51 |
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Registriert: 15.Sep.2011, 16:05 Beiträge: 533 Wohnort: EU
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Bei mir sind es immer Zeiten der Veränderung, wo Eigeninitiative gefragt ist. Wenn der Ball denn mal rollt und man sich eingelebt hat, kehrt Ruhe ein.
Man ist irgendwo nicht fähig, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen. Das löst bei mir innere Konflikte aus und zieht mich voll nach unten. Selbstvorwürfe und Zweifel sind dann an der Tagesordnung, stellt eigene positive Eigenschaften total in den Schatten.
Bisher bin ich ohne Therapien ausgekommen, weil mein Leben noch ein paar Stützpfleiler besitzt, an denen ich sehr hänge.
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