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Autor Nachricht
 Betreff des Beitrags: Sich selbst erfüllende Befürchtungen
BeitragVerfasst: 28.Nov.2011, 13:12 
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Registriert: 23.Apr.2010, 17:10
Beiträge: 4469
Wohnort: Im eigenen Käfig
Hallo

Ich habe seit einiger Zeit eine Aufgabe, an der ich in einem anderen Fall
(am Ende meiner Möglichkeiten und Kräfte) kläglich gescheitert bin.

Wir alle kennen Ängste, und einige von uns haben die Angst, unerwünscht,
permanent kritisiert oder gar permanent weggestossen zu werden/zu sein.

Diese Angst äussert sich durch ständige Vermutung oder Nachfrage, oder
auch Rückzug, bei nahezu jedem Gespräch oder jeder Interaktion.

Wenn einem dieser angstbesetzte Mensch nun wichtig und wertvoll ist,
dann befindet man sich bei Kontakt in einer ständigen erhöten Aufmerk-
samkeit und "Selbstkontrolle", oder im Nachhinein in einer eigentlich un-
nötigen Erklärungsnot um diese Ängste/Befürchtungen zu entkräften.

Was kann man nun als Betroffener (nicht als Befürchter, sondern als mit
der Befürchtung permanent Konfrontierter) tun, um zu verhindern, dass
letzendlich diese Dauerbefürchtung und die damit verbundene Hilflosig-
keit, nicht zu einer unnötigen "sich selbst erfüllenden Prophezeiung"
wird, und am Ende der Kontakt tatsächlich ein ebenso unnötiges Ende
finden muss?

Ich bin für jede Erfahrung/Antwort dankbar, liebe Grüsse, Der Beobachter

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 Betreff des Beitrags: Re: Sich selbst erfüllende Befürchtungen
BeitragVerfasst: 01.Dez.2011, 14:42 
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Registriert: 23.Apr.2010, 17:10
Beiträge: 4469
Wohnort: Im eigenen Käfig
Huhu

Das grosse Interesse und die vielen Antworten haben mich
nun dazu bewogen, selbst nach Lösungen zu suchen.

Dabei habe ich einen Spruch/Ratschlag gefunden:

Auch wenn der Hunger noch so gross ist, so ist es dennoch
manchmal besser, eine allzu heisse Kartoffel fallen zu lasssen.


Liebe Grüsse, Der Beobachter

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 Betreff des Beitrags: Re: Sich selbst erfüllende Befürchtungen
BeitragVerfasst: 25.Dez.2011, 20:14 
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Registriert: 25.Dez.2011, 09:29
Beiträge: 29
Lieber Beobachter,

darf es auch ein "Besser spät als nie"-Kommentar sein? Ich lese erst seit gestern und schreibe erst seit heute in diesem Forum, ist meine Entschuldigung für die Verspätung.

Wenn ich dein zweites Posting richtig interpretiere, hast du die Flinte schon ins Korn geworfen? Wie schade. Ich würde es zunächst mit dem versuchen, was du schon aufzählst: erhöhte Aufmerksamkeit und Selbstkontrolle, verbale Entkräftung der Befürchtungen, Kommunikation der eigenen Gefühle und Wahrnehmungen, häufiger als sonst erwähnen, dass das, was du sagst, nicht böse gemeint ist und dass du die betreffende Person sehr schätzt. Es aussprechen, wenn dir gefällt, was sie sagt oder tut. Die Person ermutigen, ruhig ehrlich zu dir zu sein und dir ihre Meinung zu sagen, die Zähne zusammenbeißen und nicht übel nehmen, wenn die Ehrlichkeit des anderen dann tatsächlich mal nicht schmeckt. (Manchmal haben Menschen mit solchen Ängsten gar nicht so Unrecht und ecken durchaus mal an, wenn sie tatsächlich sagen, was sie denken.)(Aber wer tut das nicht?) Auch ruhig der sein, der immer mal als erster den Kontakt wieder aufnimmt. Und hoffen, dass nach längerer geduldiger Behandlung der Damm gebrochen und das Vertrauen zu dir hergestellt ist, so dass sich die "Extra-Maßnahmen" dann erübrigen. Oder so liebe Kommunikationsgewohnheiten geworden sind, dass sie dir nicht mehr seltsam vorkommen.

Das kostet Kraft, das ist wohl wahr. Schlimmstenfalls könnte es auch dazu führen, dass du ein ganz neues Bild der Person erhältst, wenn sie deine Ermutigungen ernst nimmt, und sie tatsächlich nicht mehr magst. No risk, no fun...

Eigene Erfahrungen? O ja, die letzte vor zwei Jahren, und es ist tatsächlich ein Fall von "O mein Gott, hätte ich ihn doch nur nicht ermutigt!" daraus geworden, denn wenige Tage, nachdem wir drüber gesprochen hatten, dass er solche Ängste ruhig überwinden und frei von der Leber weg mit mir plaudern kann, weil ich ja gar kein übelnehmerischer Typ bin, gestand er mir seine plötzlich erwachte, von mir überhaupt nicht geahnte und völlig unerwiderte Liebe. Höm. Naja - ich hab den Korb, den er sich holte, so nett wie möglich gehalten, und vielleicht war es ja gut, dass wir mal drüber gesprochen haben. (Vielleicht auch nicht. Keine Ahnung.)

Aber: Ich habe auch schon liebe Freunde dadurch gewonnen, die durch häufige Ermutigung irgendwann Vertrauen fassten und wussten, dass ich sie mag und ihre Ansichten respektiere, auch wenn es nicht mehr in jedem Gespräch ausdrücklich erwähnt wird.

Liebe Grüße
cbra


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 Betreff des Beitrags: Re: Sich selbst erfüllende Befürchtungen
BeitragVerfasst: 26.Dez.2011, 11:51 
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Registriert: 23.Apr.2010, 17:10
Beiträge: 4469
Wohnort: Im eigenen Käfig
Hallo cbra

Erst einmal ganz herzliches Danke für deinen Beitrag.
Ich werde später noch etwas mehr dazu schreiben.

Vieles liegt wohl derzeit auch an/in mir selber.
Vor 3 Jahren wollte ich sterben, habe mich erst vor Kurzem
durch Medikamente und Denkveränderung (Meditation)
wieder etwas gefangen und Boden unter die Füse bekommen.

Es ist aber nun auch etwas ein innerer Konflikt geworden, ab
wann ich auf mich selber aufpassen (Kräfte) muss, und wie viel
Geduld und Kraft/Zeit (ganz egoistisch zum eigenen Überleben)
ich noch für andere Dinge (wozu auch Menschen gehören) auf-
bringen kann und darf. Denn genau in diesem Punkt habe ich
mich in der Vergangenheit verausgabt und mich selber zu sehr
dabei vergessen.

Liebe Grüsse, Der Beobachter

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 Betreff des Beitrags: Re: Sich selbst erfüllende Befürchtungen
BeitragVerfasst: 27.Dez.2011, 00:47 
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Registriert: 25.Dez.2011, 09:29
Beiträge: 29
Hallo lieber Beobachter,

ja, das kann ich verstehen. Ich habe inzwischen ein bisschen in deinen Threads gelesen, du hast es ja auch nicht ganz leicht.

Mit Schaudern und Bewunderung für Deine Geduld habe ich Deine Therapieerzählungen verfolgt - wie läuft es denn inzwischen? Mich haben Psychiaterängste immer davor bewahrt, in die Räder der psychiatrischen Bürokratenmühle zu geraten, und wenn ich auch zu manchen Zeiten eigentlich Hilfe gebraucht hätte, kann ich nicht umhin, ganz dankbar zu sein, dass mir das erspart blieb. Zumal ich für mich inzwischen andere Wege gefunden habe.

Nichtsdestotrotz, wenn Psychiater helfen können, ist das natürlich toll. Aber ich denke, dass die Psychiatrie im Großen und Ganzen noch in den Kinderschuhen steckt und das Unwissen noch viel größer ist als das Wissen. Dem entsprechend wird zwar viel behandelt, aber wenig geheilt.

Ansonsten - wolltest du ja noch was schreiben. Dann schau ich morgen nochmal rein.

Herzliche Grüße
cbra


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 Betreff des Beitrags: Re: Sich selbst erfüllende Befürchtungen
BeitragVerfasst: 27.Dez.2011, 12:12 
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Registriert: 25.Dez.2011, 09:29
Beiträge: 29
Hm, kann man Beiträge eigentlich auch wieder löschen? Das klingt ja wie "Liebe Kinder, geht bloß nicht zum Psychiater."

So ist es nicht gemeint. (Ich vergesse gelegentlich, dass in einem Forum jeder mitlesen kann.)

Liebe Kinder, natürlich müsst ihr zum Doktor gehen, wenn es euch schlecht geht. Es wird in jedem Fall geholfen. Man wird dort aufgefangen, ist mit seinen Problemen nicht mehr alleine, kann darüber sprechen und damit umgehen lernen. Es ist nur nicht so, dass der Doktor immer sagen kann: "Nimm dreimal am Tag diese Tablette, dann bist du in drei Wochen geheilt." - Das ist übrigens auch bei anderen Ärzten nicht immer so, manche Krankheiten werden geheilt, andere nicht. Trotzdem gehen die meisten von uns hin, wenn sie krank sind, und das ist auch gut so.

Nicht entmutigen lassen, wenn mal jemand auf die Herren Doktoren schimpft! Jeder macht seine eigenen Erfahrungen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Sich selbst erfüllende Befürchtungen
BeitragVerfasst: 27.Dez.2011, 19:30 
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Registriert: 23.Apr.2010, 17:10
Beiträge: 4469
Wohnort: Im eigenen Käfig
Hallo cbra

Nöö, dein Beitrag wäre viel zu gut zum löschen. :lol:

Was die Hilfsmöglichkeiten von Psychiatern, Psychologen und Therapeuten
betrifft, so denke ich, es ist immer Einzelfallabhängig.
So wie in der körperlichen Medizin helfen können sie auf keinen Fall.
Sie können maximal neue Denkwege (Verarbeitung etc.) aufzeigen, und da-
mit eine Neubewertung/Akzeptanz/Verarbeitung der "Dinge" bei ihren Pat-
ienten bewirken.

Ich selber mache keine Therapie mehr, teills weil diese Standarttherapien bei
mir keine Wirkung mehr haben (ich kenne die ganzen Standartsprüche nach
all den Versuchen auswendig, habe sie auch selber im Verlauf einer Erzieher-
ausbildung einmal gelernt), und teils weil ich heute weiss, dass viele meiner
Probleme auf eine authistische Persönlichkeitsstruktur zurückgehen, diese ist
nicht veränderbar (heilbar).
Seit etwa 3 Jahren versuche ich daher den Weg der Akzeptanz (Annahme) zu
gehen, also nicht mehr das Ziel einer Veränderung (Heilung) anzustreben.
Dieser Weg hat mir zumindest sehr dabei geholfen Ängste abzubauen, und
Frustrationen/Depressionen in engen Grenzen zu halten.
In wie weit sich das für "alle Zukunft" so aufrecht erhalten lässt, kann ich im
Moment natürlich nicht sagen.

Ja, und dieses Threadthema "Mir nicht mehr belastende Dinge aufladen, auf
die ich keinen Einfluss habe", ist auch ein Teil meiner Selbsttherapie. Teilweise
sagt mir in solchen Dingen immer noch mein Gewissen: "Du musst dich für alle
und alles bis zur letzten Kraft einsetzen, so wie du es immer getan hast, dazu
bist du auf der Welt und für sonst nichts".

Ganz liebe Grüsse, Der Beobachter

_________________
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 Betreff des Beitrags: Re: Sich selbst erfüllende Befürchtungen
BeitragVerfasst: 27.Dez.2011, 20:15 
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Registriert: 26.Dez.2010, 13:31
Beiträge: 551
Wohnort: Bayern
@Beobachter:

Deine Bemerkung über deine „autistische Persönlichkeitsstruktur“ hat mir einen Filmbericht über Autismus in Erinnerung gerufen, den ich vor Jahren gesehen habe. Eine Autistin (Nicole Schuster; Asperger Syndrom) trifft darin eine Aussage, die mich tief beeindruckt hat und in mir ein regelrechtes Aha-Erlebnis auslöste:

„Ein Leben ohne Autismus, ist das wünschenswert? - Diese Frage kann ich für mich mit einem eindeutigen „Nein“ beantworten. Für mich ist mein Autismus keine Krankheit die es zu heilen gilt. Mein Autismus ist für mich eine besondere Weise zu leben, zu denken, zu fühlen und zu handeln!“

Mir vermittelt diese Aussage, dass man wohl besser aufhören sollte, Autisten zwangsläufig zu pathologisieren. Und deiner Bemerkung, keine Heilung mehr anzustreben, würde diese Aussage ja auch irgendwie entsprechen, denk ich.

Vielleicht kennst du die Film-Doku (“37° - Meine Welt hat 1000 Rätsel“) ja schon. Falls nicht, und für andere Interessierte, hier der Link dazu:

http://video.google.com/videoplay?docid ... 3685806541

Ein Buch dazu hat die Frau Schuster übrigens auch geschrieben mit dem Titel „Ein guter Tag ist ein Tag mit Wirsing“.

LG + alles Gute für deinen Weg,
Capri

_________________
Auch wenn 50 Millionen etwas Dummes sagen,
bleibt es trotzdem eine Dummheit

(A.France)


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 Betreff des Beitrags: Re: Sich selbst erfüllende Befürchtungen
BeitragVerfasst: 27.Dez.2011, 23:50 
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Registriert: 25.Dez.2011, 09:29
Beiträge: 29
Und ich las bei Wikipedia, dass Wissenschaft und Ärzte auch nicht einig darüber sind, ob Autismus als Krankheit oder als "Normvariante der menschlichen Informationsverarbeitung" betrachtet werden sollte. Was meinst du, lieber Beobachter?

Ich selbst bin unentschieden und könnte es aus beiden Blickwinkeln sehen. Ich denke, es kommt auf die subjektive Einschätzung des Betroffenen an. Kein Grund, es als Krankheit zu betrachten, wenn der Betroffene sich in seiner Andersartigkeit wohl und zu Hause fühlt, so wie es Nicole Schuster im Film darstellt (danke für den Videotip, Capricorn). Aber ich würde es auch nicht als wunderbare Einzigartigkeit romantisieren wollen, wenn der Betroffene unter den Einschränkungen, die die Andersartigkeit mit sich bringt, deutlich leidet. Ich denke, wo Leiden ist, stellt sich auch die Frage nach Heilung.

Da du, lieber Beobachter, weiter oben davon gesprochen hast, dass du vor drei Jahren sterben wolltest, darf daraus wohl geschlossen werden, dass dein Leidensdruck ganz erheblich war. Wenn du es schaffst, das Leiden durch Akzeptanz und Selbsttherapie zu überwinden, dann finde ich das durchaus eine Form von Heilung.

Wie diagnostiziert man denn übrigens eine autistische Persönlichkeitsstruktur? Zählt man die Symptome zusammen und sagt "Das passt!", oder gibt es Möglichkeiten, es zu messen? Besonders beschaffene Gehirnbereiche, die man im CT erkennt, oder das Funken auf bestimmten Wellenlängen, die von einer Gehirnstrommessung erfasst werden?

Herzliche Grüße
cbra


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 Betreff des Beitrags: Re: Sich selbst erfüllende Befürchtungen
BeitragVerfasst: 28.Dez.2011, 11:50 
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Registriert: 23.Apr.2010, 17:10
Beiträge: 4469
Wohnort: Im eigenen Käfig
Hallo und auch ein ganz liebes Danke für euer Interesse

Capri auch ein Extradanke für den Videolink. Ich kannte Nicole Schuster zwar
schon aus einer anderen Interviewdokumentation, aber diese Doku war mir
noch unbekannt.

Die Informationen/Selbsterfahrungen/Alltag etc. von Nicole Schuster kann ich
absolut teilen und ihnen nur wenig hinzufügen.
Andersartige (sensibelere) Wahrnehmung, absolute Planung/Ordnung (Zwänge),
das völlige Unvermögen emotionale/körperliche Nahkontakte zulassen zu können.

Bei mir wurde diese Symptomatik aber erstmals vor 10 Jahren in einer psycho-
somatischen Klinik diagnostiziert, also erst im Alter von über 40 Jahren.

Ich selber sehe heute (seit erst etwa 3 Jahren) diese besondere Persönlichkeits-
struktur auch nicht mehr als Krankheit.
Was aber in der Vergangenheit zur Krankheit/Leiden geführt hat, war das "nicht
verstehen der Andersartigkeit", der Druck der Umwelt, und daraus resultierend
der Druck den ich mir selber gemacht habe, "normal" zu sein/zu werden.
Heute weiss ich, dass eigentlich nur diese jahrzehntelange Gegenwehr zu all den
negativen Begleiterscheinungen meines Lebens geführt hat. Ich habe, anders als
Nicole Schuster, die positiven Möglichkeiten dieser Persönlichkeitsstruktur nicht er-
kannt, sie nicht genutzt (mir verboten), und dafür bis vor 3 Jahren Frustration und
am Ende nur noch Depression (plus zunehmende Ängste) erlebt/empfunden.

Die möglichen Ursachen sind auch bei mir unklar und/oder multibel:
Erbliche Veranlagung (vom Vater) ist nicht ausgeschlossen.
Habe meine ersten 4 Lebensmonate wegen einer Magenkrankheit isoliert in einer
Art Brutkasten im Krankenhaus verbracht.
Wurde später von meiner Mutter (nach Ehescheidung) menschlich abgelehnt und
emotional über viele Jahre hinweg missbraucht.

Mein Lebensstatus heute:
Akzeptanz meiner eigenen besonderen Persönlichkeit, das "Beste" daraus machen.
Beruflich frei (EU-Rente) und keine Zwänge mehr.
Privat alleine und zurückgezogen, aber keineswegs ohne Interesse an der Welt und
den Menschen.
Fange nun, mit 52 Jahren, auch (ohne inneres Verbot) an, "Musik" zu machen.

Trotz eigentlich "verschenkter" vier Lebensjahrzehnte kann ich die Frage, ob ich die
Zeit zurückdrehen wollte, ein Leben ohne Asperger ("gesund") haben wollte, heute
auch klar mit einem eindeutigen Nein beantworten.

(Sorry, könnte nun noch ein ganzes Buch dazu schreiben)

Ganz liebe Grüsse, Der Beobachter

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