Hallo Liesjen,
Vielen dank für deine Antwort, ich habe mit sehr gefreut dass jemand mich da hört
Ich muss sagen, emotionaler Missbrauch ist ein grosses Wort, aber es stimmt was du sagst.
Ich weiss dass meine Mutter in Unrecht war, mir das anzutun. Ich war ein Kind das den Vater sehr geliebt, geschätzt, bewundert hat. Damit hat meine Mutter natürlich sein Bild zerstört.
Nicht nur das, sie hat mein Leben damals sehr sehr schwer gemacht. Ich habe Angst, Wut, Hilflosigkeit gespürt. Meine Welt ist zusammen gebrochen.
Ich habe IHRE Unsicherheit und all diese Gefühlen sozusagen ÜBERNOMMEN.
Die Folge von diesen Trauma waren lange Jahre aus Depressionen, Minderwertigkeitsgefühle, und......krankhafte Eifersucht.
Ich dachte (und manchmal immer noch) meine Freunde könnten mich betrügen, andere Frauen besser finden als ich. Meine Angst war nicht so sehr bezogen auf das "verlassen zu sein" sondern auf das Betrügen an sich (mein Vater hat meine Mutter nicht verlassen). Aber manchmal reicht es einfach das mein Freund eine andere Frau schön findet, auch wenn ich weiss es besteht keine Gefahr, dass er mich betrügt.
In allen diesen Jahren habe ich mit Männer zu tun gehabt die viel älter waren als ich. Mein erster Freund war 36 und ich 19.
Es ist schwierig für mich zu denken, dass meine Mutter das absichtlich gemacht hat, um mich zu distanzieren von meinem Vater. Es könnte natürlich sein, aber ich denke sie war mit der Situation sehr überfordet, ausserdem war sie schon immer psychisch unstabil.
Ich habe mich oft hin und hergerrisen gefühlt darüber, warum meine Mutter das gemacht hat. Auf einer Seite stand meine Mutter da, hilflos. Ohne Absicht mich zu zerstören. Auf der andere Seite, ich war ja das Kind, wie sie sagen, die Rückendeckung brauchte.
Ich habe gestern mit meinem Vater zum ersten Mal darüber gesprochen in meinem Leben
Er fühlt sich sehr schuldig. Er gibt zu, dass er Schuld daran hat - er ist ja derjenige der Fremd gegangen ist jahrelang- aber auch weil er damals an mich auch nicht gedacht hat (das letzte ist meine Vermutung). Ich erinnere mich dass er kaum zu Hause war, und wenn das der Fall war, war er unerträglich, genervt, auch uns Kindern gegenüber.
Aber er ist auch wütend auf meine Mutter, die mir das Leben schwer gemacht hat.
Ja, es ist sehr schwer
Ich denke über deinen Vorschlag, mit meiner Mutter zu reden. Ich habe den halben Schritt gemacht, indem ich meinen Vater ansprach. Das ist mir nicht leicht gefallen...
Aber ich habe das Gefühl, wie ich meine Mutter kenne, dass wenn ich darüber rede mit ihr, sie wieder die Opfer spielen wird- "aber es ging mir so schlecht" wird die Rede sein.
Du hast mir schon sehr viel geholfen, mich aufmerksam zu machen auf emotionaler Missbrauch. Und dafür bin ich dir erstmal an dieser Stelle sehr dankbar!
Ich hoffe ich kann dieses Problem alleine lösen...
Ich habe letztes Mal geschrieben, ich kenne mich mit Psychologie aus- vielleicht soll ich das kurz besser erklären...meine Mutter ist selber Psychologin, und zwar eine PhD. Ich bin mit der Wissenschaft vertraut.
Aber daher auch habe ich wenig Vertrauen an Psychologen: wenn eine PhD in Psychologie mir das antun könnte... !!
Deswegen scheue ich die.
Ich habe das Gefühl ich therapiere mich selber gerade.
Kann man das überhaupt? Ist das sinnvoll was ich mache?
Bin dankbar über jede Antwort und Nachricht!
LG
helen81