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Pacinomino

Pacinomino
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Hey, Ich leide so sehr unter meiner schlafangst, es wird immer häufiger. Ich habe gerade dieses beklemmende Angst Gefühl und bin gar nicht mehr klar im Kopf. Ich spüre nur noch Panik und Angst.

Ich bin so müde und schon seit 4 Tagen wach, aber ich habe Angst mich fallen zu lassen. Angst vor dem Kontrollverlust, ich nehme doch jede Sekunde so bewusst wahr wie soll ich dann jetzt von gleich auf einmal "weg" sein. Dann noch die Angst das was mit mir passieren könnte wenn ich schlafe. Was könnt ihr mir da für Tipps gehen.

Gibt es jemand der andere Tipps hat außer nimm die oder die meisten oder geh zum Arzt oder in die Klinik?

Ich brauche gerade jemanden wo ich weiß, der versteht mich eins zu eins und kann mich beruhigen. Der mir sagt das alles wieder gut wird ich wieder schlafen kann oder wieder bessere Phasen kommen.

Ich glaube jeder der mich gerade fühlt, der kennt meine Hilflosigkeit und Verzweiflung gerade. Fühle mich so unecht und schlimm gerade.

Könnt ihr mich bitte bitte beruhigen. Bitte. Danke für alle die schreiben werden.

09.10.2023 x 1 #1


60 Antworten ↓
silverleaf

silverleaf
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Zitat von Pacinomino:
@silverleaf Danke dass du für mich da bist. Du hast so wunderbare Dinge geschrieben, ich bin dir unendlich dankbar, dass du dir die Mühe und Zeit genommen hast. Bist ein Engel

Sehr gerne, und ich danke Dir nochmal für Deine lieben Worte!

Zitat von Pacinomino:
Das schlimme ist, fast alles was du geschrieben hast ist mir sehr bewusst. Wieso klappt es nicht? Muss ich mehr Arbeit reinstecken? Mehr Vertrauen haben? Reicht das alleine sich dessen bewusst sein nicht?

Das ist eine gute Frage. Ich glaube, dass die Bewusstwerdung ein erster Schritt ist, dem dann konkrete Umsetzung und Übung folgen muss, damit sich etwas verändert.

Mir persönlich haben folgende Punkte geholfen (allgemein in der Therapie, aber auch bei der Schlafproblematik):

- die Erkenntnis, das gedankliche Handlungen (also: Gedanken) auch Handlungen sind, die im Gehirn etwas bewirken.
Gedanken, die ich denke, bilden im Gehirn Synapsen, genauso wie z.B. sportliche Betätigung Muskeln bildet.
Je öfter ich einen Gedanken denke oder zulasse, umso stärker ist die synaptische Verknüpfung im Gehirn, was dazu führt, dass das Gehirn mir diesen Gedanken schneller und öfter schickt als andere, alternative Gedanken.
Das Gehirn mag Effizienz, und neue gedankliche Pfade zu bilden ist darum erstmal anstrengend. Altbekannte Gedanken sind wie 4spurige Autobahnen, neue Gedanken wie verschlungene Urwald-Pfade, die erst ausgebaut werden müssen, damit sie besser begehbar werden.

- Ich kann zwar nicht direkt beeinflussen, welche Gedanken und Emotionen mir mein Gehirn schickt, aber ich habe Einfluss darauf, wie ich auf diese reagiere. Ob ich sie zulasse, verstärke oder abschwäche, ob ich ihnen Beachtung schenke und wie viel Beachtung, all das liegt durchaus in meinem Einflussbereich. Und hier kann ich Gewohnheiten durchbrechen und verändern.

- Auf diese Weise kann ich mit der Zeit meine Reaktionen auf meine Gedanken und Emotionen verändern und umstrukturieren.
Dafür muss ich es allerdings immer wieder tun, da sich sonst im Gehirn nichts verändert.
Darum ist die Erkenntnis um diese Prozesse nur ein erster Schritt, die konkrete Umsetzung ist es, die zu Veränderungen führt. Ebenso wie es auch nicht ausreicht, theoretisch zu wissen, dass Sport gesund ist, man muss konkret ins Handeln kommen, damit sich etwas verändert. So wie Sport am Körper etwas verändert, verändert unser Umgang mit unseren Gedanken und Gefühlen die synaptischen Verbindungen im Gehirn.

- Manchmal dauert es, bis sich Resultate zeigen.

- die Unterscheidung zwischen "kurzfristig hilfreich - langfristig schädlich" und "kurzfristig unangenehm/schwierig - langfristig hilfreich":
Bestimmte Gedanken und Reaktionen helfen uns oftmals kurzfristig, ein unangenehmes Gefühl zu beseitigen, aber langfristig werden dadurch schädliche Muster gefestigt.
Zum Beispiel bei Zwangsgedanken: Einem Zwang nachzugeben erlöst uns kurzfristig von einem unangenehmen Gefühl, führt aber langfristig dazu, dass der Zwang bestehen bleibt. Dem Zwang nicht nachzugeben ist in der konkreten Situation sehr unangenehm, kann aber langfristig dazu führen, den Zwang zu überwinden.


Mit diesen Erkenntnissen ist es mir hier und da gelungen, schädliche Gedankenmuster und Routinen Schritt für Schritt durch funktionalere/ gesündere Muster zu ersetzen. Bei der Schlaf- Problematik z.B. keine Angst-und Panikgedanken zuzulassen, sondern durch ruhigere, akzeptierende/annehmende/verständnisvolle Gedanken zu ersetzen, die insgesamt dazu führen, die eh schon schwierige Situation nicht noch zusätzlich durch negativistische Gedanken weiter zu eskalieren, sondern stattdessen eher zu beruhigen, wodurch die Chance auf Schlaf deutlich steigt.

Ich hoffe, dass vielleicht der eine oder andere hilfreiche Gedanke darunter war, der Dir vielleicht weiterhelfen kann bzw. vielleicht ansatzweise eine Antwort auf Deine Frage geben konnte. Bei mir persönlich waren es im Wesentlichen diese Punkte, die bei mir zu therapeutischem Fortschritt geführt haben, vielleicht ist ja auch etwas Hilfreiches für Dich dabei.

Alles Gute und eine gute Nacht,

LG Silver

01.10.2023 05:31 • x 6 #45


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A


Hilfe wieder schlafen zu können / Schlafstörungen

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silverleaf

silverleaf
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Für den aktuellen, ganz konkreten Moment würde ich Dir Folgendes vorschlagen :

- den Computer ausmachen, Dich ins Bett legen und die Augen schließen.
- mit dem Gedanken: Ich ruhe mich jetzt etwas aus, gönne meinen Augen etwas Ruhe. Ich muss nicht unbedingt schlafen, ich möchte mich nur ausruhen, das langt völlig aus.
- Während Du Dich ausruhst, keine Stressgedanken an Schlaf o.ä. zulassen, stattdessen eine erste Übung machen, Gedanken, die kommen, einfach ziehen zu lassen, ohne sie zu bewerten und ohne sich näher auf sie einzulassen. Wie Wolken weiterziehen lassen.
- eine Imaginationsübung wie den "inneren sicheren Ort" machen, ein paar Atemübungen machen. Trainieren, dabei nicht ans Schlafen zu denken, sondern den Geist auf positive innere Bilder zu lenken
- alternativ vielleicht etwas progressive Muskelentspannung o.ä.

Das werde ich jetzt auch versuchen. Meine Gedanken sind heute unruhig, darum lasse ich ein Hörbuch laufen, um diese zur Ruhe zu bringen und auf etwas Unverfängliches zu fokussieren.

Ich drücke Dir die Daumen, dass du etwas Entspannung finden kannst!
Und für den Moment wäre das schon ein Erfolg, das könntest Du gleichzeitig mit einer Übung kombinieren, Deine Bewertung der Situation zu verändern, von "Warum kann ich nicht schlafen? Wie belastend" hin zu "Jetzt ruhe ich mich etwas aus, und das ist gerade hilfreich und ausreichend".

Alles Gute,
LG Silver

01.10.2023 06:05 • x 4 #49


Zum Beitrag im Thema ↓


J
Da les ich mit. Hab das letzte mal vorgestern geschlafen... Sad

#2


J
Bei mir fühlt es sich an als könnt mein Körper einfach nicht mehr einschlafen. Weiß nicht was ich noch machen soll.. Bin total übermüdet, hab herzrasen, heul nur noch usw

#3


Pacinomino
@jellibelli91 gut zu wissen, dass ich gerade nicht alleine bin. Ich hoffe so sehr das wir hilfreiche Tipps bekommen. Ich fühle mich so elendig Sad

#4


J
Ich mich auch Sad hab alles mögliche probiert.. Mein Freund lag stundenlang wach neben mir und hat probiert mich in den Schlaf zu knuddeln... hab n Glas rotwein getrunken, meine medis genommen ... nix hilft. Ich würd so gern schlafen aber es geht einfach nicht. Ich mach die Augen zu und lieg einfach rum und nix passiert...

#5


Pacinomino
@jellibelli91 Das fühle ich. Was würdest du sagen welchen Grund hat es bei dir?

#6


J
Die Angst nicht mehr schlafen zu können und den Druck den ich mir selber mach dass ich schlafen muss. Uns bei dir?

#7


Pacinomino
@jellibelli91 ja auch diese Angst und die Angst vor dem Kontrollverlust und das was passieren könnte. Hast du das auch öfters?

#8


J
@Pacinomino ne das hab ich gar nicht. Also die Angst dass im schlaf was passiert. Ich hab eher Angst was passiert wenn ich noch ne weile nicht schlaf...

#9


Pacinomino
@jellibelli91 ja habe ich auch noch mal zusätzlich dazu deine Angst. Wie viel Stunden bist du wach?

#10


Psychic-Team

J
21

#12


J
Und du

#13


Pacinomino
@jellibelli91 meintest du nicht, dass du 2 tage wach bist? Seit 4 Tagen

#14


J
Ja heute beginnt der 2. Tag.

Ohje Und wieso gehst du nicht zum Arzt?

#15


Pacinomino
@jellibelli91 ich hoffe hier auf gute Tipps. Aber bis jetzt schreibt keiner außer wir rein Sad

#16


Perle
@Pacinomino Hallo,

ich könnte jetzt sagen, der Körper holt sich das, was er braucht. Das möchtest Du aber im Moment nicht hören, weil Du daran noch nicht glauben kannst. Dass Du vier Tage nicht geschlafen haben sollst, kann ich nicht glauben. Dein Körper hat Dich zwischendrin sicher in die Waagerechte gebracht, nur ist Dir das nicht bewusst.

Schlafstörungen habe ich schon seit einigen Jahren und na klar hat das was mit mir gemacht. Ich habe teilweise mit nur zwei Stunden Schlaf gearbeitet, manchmal habe ich mich auch krank melden müssen. Ich fühlte mich wie durch den Fleischwolf gedreht, hatte Angst vor der Nacht und dem permanenten Gedankenkreisen.

Du möchtest von uns nichts hören in Sachen Medis und Arzt? Was sollen Dir die User nun noch raten? Mein Psychiater hat mir gesagt, dass der Körper erstmal wieder lernen muss zu schlafen und man kann ihn dabei unterstützen. Bei guter Dosierung und ärztlicher Begleitung ist ein Schlafmittel durchaus mal für einige Zeit angesagt, um wieder in einen Schlaf-Wach-Rhythmus zu gelangen.

Daneben musst Du schauen, was Dich immer wach hält. Das ist nicht einfach, weil man seine Probleme zum Einen nicht immer sofort benennen und sie ja zum Anderen auch nicht immer sofort lösen kann.

Ich habe mir irgendwann gesagt, ok ich habe die und die Sorgen und ich lasse sie jetzt erstmal so stehen und wenn ich nicht so viel Schlaf bekomme, dann werde ich daran nicht sofort sterben. So wie es ist, so ist es jetzt gerade. Diese Einstellung hat meinen Schlaf insofern verändert, dass ich meistens recht zügig einschlafe aber früh wieder aufwache. Es gibt durchaus Nächte, wo ich um vier Uhr früh mit Kaffee und Zig. auf dem Balkon sitze und die Sterne betrachte. Und weißt Du was, das kann richtig schön sein.

Deine Gedanken kreisen permanent um das Thema Schlaf und davon musst Du wegkommen, indem Du Deine Einstellung zum Thema Schlaf veränderst und ggf. Medis für einen gewissen Zeitraum als Unterstützung nutzt. Dafür gibt es sie.

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Pacinomino
@Perle danke für deine Antwort, das weiß ich sehr zu schätzen. Habe wirklich nicht geschlafen. Das macht mich alles sehr fertig.

#18


Pacinomino

Pacinomino
Ich verzweifel

#20


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Mira Weyer
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