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Ich leide ebenfalls mal mehr mal weniger unter Vergiftungsängsten, seit ich vor einigen Jahren einen schlimmeren Chemieunfall bei der Arbeit hatte. Davor habe ich ziemlich unbedarft (also nicht unvorsichtig, aber angstfrei) mit Chemikalien gearbeitet und hatte meine Ängste/Zwänge in anderen Bereichen.
Leider habe ich als Naturwissenschaftlerin im Chemiebereich auch noch viel zu viel Hintergrundwissen und den Zugang zu sämtlicher Fachliteratur, den ich, sobald ich "im Film" bin auch exzessiv nutze, um mich weiter rein zu steigern. Trotz jahrzehntelanger Therapie hilft leider dann auch nur abwarten, bis die Ängste wieder abklingen oder mein spinnderdes Hirn "die nächste Sau durchs Dorf treibt."
Unterm Strich ist es laut meiner Therapeutin fehlendes Vertrauen ins Leben, in Andere (dass nicht jeder nur böse ist oder anderen Schlechtes will) und auch in mich selbst (also dass (m)ein Körper durchaus in der Lage ist, mit gewissen Mengen an Ungesundem klar zu kommen, ohne dass ich gleich tot umfalle).
Mir hilft Sport (damit fühle ich mich stärker und widerstandsfähiger) und Ablenkung durch nette, mir zugewandte Menschen. Schwierig während der Pandemie aktuell.
Gänzlich kontraproduktiv ist zu den Themen zu recherchieren, auch, wenn mein Zwang mir sagt, ich solle das tun, um mich zu beruhigen und ich es nicht immer schaffe, die Finger von Google zu lassen.
Ist manchmal einfach nur traurig, dass es solche Krankheitsbilder gibt und es einem das Leben so schwer macht. Insofern tut es mir gut zu lesen, dass ich nicht alleine bin. Vielleicht ergibt sich ja der eine oder andere nette Austausch?
02.05.2021 14:39 •
#87
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