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201607.07




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Hey:)zunächst mal ein liebes HALLO an Alle. Ich bin neu hier und freue mich über Austausch zu einem Problem,das mich seit 2 Jahren begleitet und nun aktuell zu übermannen droht: Ständig das Gefühl, auf Toilette zu müssen - Angst davor,mir in die Hose zu machen u. die Kontrolle über meinen Stuhlgang zu verlieren rahmen meinen Alltag und behindern mich in allen Lebensbereichen (Soziale Ereignisse/private Verpflichtungen/Studium...)

Rückblick : Anfangen hat alles mit somatischen Beschwerden.Ständige Durchfälle im Wechselspiel mit mehrtägigen Verstopfungen. Über diverse Allergietests, Stuhluntersuchungen und Magen-u.Darmspiegelung konnte Ernsteres ausgeschlossen werden und übrig blieb die Diagnose des Reizdarms.Ich trat auf der Stelle,versuchte mich aber dann irgendwie zu arrangieren.
Etwa 1,5 Jahre schleppte ich mich durch als man schließlich einen Darmprolaps (der Darm trat bei Stuhlgang ca.10 cm aus dem Körper) diagnostizierte. Ursächlich hierfür waren meine allmorgendlichen Klogänge. Zwanghaft/Prophylaktisch ging ich viele Male auf Klo, in der Hoffnung alles erledigen zu können.
In dieser Zeit begann sich die Angst wohl bereits einzunisten,durch die Klogänge wollte ich an Sicherheit gewinnen u. kassierte nach einiger Zeit eben diesen Vorfall.
Dieser wurde im März diesen Jahres operiert und eine Behandlung mit Mucofalk begonnen.
Ich dachte alles würde nun besser,stehe nun aber bei Null. Organisch sei mittlerweile alles wieder in Ordnung.Ich fühle mich jedoch so unsicher außer Haus,habe das Gefühl mein Schließmuskel könnte versagen.
Diese Angst wird noch dadurch genährt,dass es in den letzten Wochen viele Situationen gab,in denen ich das Klo in gefühlter allerletzter Sekunde erreichte.Die Angst vor der Angst wird zum Dämon,ich bin in ständiger Alarmbereitschaft.
Orte ohne WC eine unerträgliche Vorstellung,selbst im Supermarkt oder am See etc. verfalle ich immer öfter im Panik. Zugfahrten etc.schaffe ich auch nicht mehr. Schlimm wird es unter Termindruck,Uniseminare vermeide ich zunehmend:/
Eine Verhaltenstherapie bringt mich bisher nicht weiter.Ratschläge wie Atemübungen und in der Situation zu verharren, kann ich im Ernstfall nicht anwenden. Übungen mit dem Biofeedbackgerät ebenfalls noch erfolglos.
Danke,wer bis hierher gelesen hat.
Wer kennt diese Ängste,was hilft euch und gibt es jemanden,der dieses Problem bereits bekämpft hat?
Freue mich total über euer Feedback
Alles Liebe Ella

Auf das Thema antworten

70 Antworten ↓
Danke1xDanke



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  07.07.2016 15:22  
Hallo Ella,

es tut mir so leid, was Du da erleben und durchleiden musst.

Ich selbst leide an Enuresis und das tags und nachts.

Es betrifft zwar n u r die Blase, doch ist die psychische Belastung ebenfalls enorm.

Die Erkrankung ist ein Teufelskreis, denn die Probleme werden bei mir auch sehr durch Angst hervorgerufen aber, wenn es dann passiert ist, macht es wieder Angst und lässt mich einem Verdagensgefühl zurück. Und das alles leider sehr oft.

Vielleicht kommt ja nochmal ein Wundermittel auf den Markt, denn ich habe schon so viel ausprobiert.

Viele Grüße

Danke1xDanke




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  07.07.2016 15:37  
Danke für deine schnelle Antwort:)
Ja, wenn man doch nur diesen Kreislauf durchbrechen könnte :/ Kann mir gut vorstellen,wie es dir geht.
Das Gefühl, sich selbst nicht Herr zu sein ist sehr schlimm.
Da hoffe ich fest mit Dir!
Alles Liebe Ella

Danke1xDanke


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  07.07.2016 16:20  
Oh gerne,

Ich finde es total mutig von Dir über so ein sensibles Thema zu schreiben.

Davon sollte ich mir eine Scheibe abschneiden...

Dieses Versagensgefühl kommt wohl gerade da her, dass es irgendwie so eine Basiskompetenz -hat mir mal meine Therapeutin gesagt - ist, die man schon nach kurzer Zeit im Leben beherrschen soll und das ja auch fast alle können.

Und dann noch dieses Gedankenkarussel... Wenn andere das jetzt wüßten...

Die nehmen einen doch nicht ernst oder könnten sich lustig machen...


Fürchterlich!





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  07.07.2016 18:31  
Ja das ist einfach so beschämend,weil die Blasen-Darmkontrolle wie du sagtest irgendwie eine urmenschliche Fähigkeit ist, über die ja 99,9% der Leute auch verfügen.
Selbst vertrauten Menschen,die um mein Problem wissen,haben das denke ich auch so verinnerlicht. Es wird zwar Verständnis gezeigt ,aber wirklich nachvollziehen kann man es wohl nur,wenn man diesen Höllentrieb durchwandert.
Neulich sagte mir eine Studienfreundin, als ich erzählte dass ich wieder starke Bauchschmerzen habe ,ich solle mir keine Sorgen machen, ich könnte ja jeder Zeit zum Klo gehn. Dass die drei Stockwerke zwischen Seminarraum und den Toiletten da im Extremfall schon zu viel sein können,kann ein Gesunder eben nicht nachempfinden.

Wünsche Dir einen entspannten Abend ,
Alles Liebe Ella

Danke2xDanke


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  08.07.2016 07:31  
Hallo Ella,

genauso erlebe ich es auch. Es beruhigt schon, wenn ich zumindest das Gefühl von einem Mindestmaß an Verständnis wahrnehmen kann.

Doch es gibt auch die vielen komischen Blicke oder Bemerkungen. Auch wenn ich da sicherlich extrem dünnhäutig bin und manches vielleicht übertrieben erlebe.

Am Ende fühlt es sich für mich aber so an, eine ganz große Schwäche immer so gutes geht, verheimlichenzu müssen.

Die Angst dass andere es merken könnten, beunruhigt immer.

Es ist wie eine ständige Anspannung und die führt wahrscheinlich auch dazu, dass diese körperliche Schwäche nicht besser wird.

Trotzdem hoffe ich weiter auf ein Wunder.

Ich wünsche Dir einen schönen Tag.





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  08.07.2016 08:40  
Diese permanente Angespanntheit plagt mich auch.Als Stände man dauernd unter Strom.
Zuhause im Geschützten fällt sie dann langsam ab und man ist leer und erschöpft.

Danke!Dir auch

Danke1xDanke


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BaWü
9881
  08.07.2016 08:45  
Nur mal eine ganz dumme Frage. Ist das rein psychisch, körperlich alles ok? Wäre ein Antidepressivum da vielleicht eine Lösung?

Danke1xDanke




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  08.07.2016 11:35  
Scheint wohl mittlerweile reine Kopfsache zu sein,die über meinen Darm zum Vorschein kommt.
Da organisch alles wieder im Lot ist, wäre das vielleicht wirklich ein Ansatz.
Hatte das auch schonmal kurz angesprochen und mein Arzt meinte,ich soll erst die Verhaltenstherapie weiter versuchen und dann könne man sehen.Glaub die Dringlichkeit ist bei ihm nicht angekommen. Habe in 8 Tagen nochmal einen Termin wegen meiner Lithiummedikation (bipolar 1) und werde nochmal nachhaken.
Danke Icefalki, glaubst du das könnte gegen die Dauernspannung/Angst helfen?



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BaWü
9881
  08.07.2016 14:04  
Ich würd das mal deutlich artikulieren. Meine Angst und die depri waren weg durch das AD.

Wie das mit deinem Lithium zusammenpasst, da hab ich keine Ahnung.

Aber so kann das ja nicht mehr weitergehen. Naja, dein Therapeut wird das ja wissen.

Danke1xDanke


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  08.07.2016 16:30  
Hallo icefalki,

ich werde mit Clomipramin behandelt. Es ist ein Antidepressivum und hat im Wirksprektum nicht nur die Stimmungsaufhellung und Angstlösung, sondern auch den Hinweis gegen Bettnässen zu wirken.

Daher wollte man bei mir damit alle drei Problemfelder gemeinsam behandeln.

Leider reagiere ich auf Dosiserhöhung mit verschwommenem Sehen.

Insofern wirkt es nur begrenzt bei mir, aber meine Therapeutin meint den größeren Erfolg würde ich ohnehin erzielen, wenn ich mich mehr nachdraußen trauen würde und mich mit den Störungen arrangieren würde.

Liebe Grüße

Danke1xDanke


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BaWü
9881
  08.07.2016 18:17  
Liebe @rasselwecker, natürlich, bloß wie arrangiert man sich damit. Wenn ich mir nur vorstelle, dass ich mich angestellt habe, draußen umzufallen. Und ok, das kann man sich ja mal irgendwann erlauben, so ganz vom Verstand her.

Wenn's aber um Blasen- und Stuhlprobleme handelt, da geht's wirklich ans Eingemachte.

Wie sieht das mit Einlagen aus? Das wär doch machbar.

Ich überlege mir eben immer, was man als Möglichkeiten haben könnte. Den Kleidungsstil ändern? Weite Röcke und lange Oberteile? Gummihosen ? Also dort, wo Toiletten schwierig zu erreichen sind.


Oder wird das therapeutisch abgelehnt?

Danke1xDanke


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  08.07.2016 19:55  
Hallo Icefalki,

ich glaube plötzlich umzukippen ist natürlich auch keine angenehme Vorstellung.

Mit dem Arrangieren triffst Du einen sehr wunden Punkt bei mir.

Ich müsste diese von Dir beschriebenen Sachen viel mehr als Unterstützung für mich annehmen und das wäre sogar ausdrücklich therapeutisch gewünscht, um wieder am alltäglichen Leben teilzunehmen.

Nur sind diese Sachen für mich mit viel Scham und Peinlichkeit behaftet. Da fühle ich mich in den eigenen vier Wänden eben besser, weil es keine Gefahr gibt, dass es auffallen könnte.

Meine Therapeutin sagt mir, ich muss aber einsehen, dass das eine Vermeidungsstrategie ist und ich so die Situation nicht verbessern würde.

Lieben Gruß





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  08.07.2016 23:39  
In der Öffentlichkeit umzukippen ist auch eine ganz fürchterliche Vorstellung ,lieber Icefalki.
Du scheinst das Ganze nun im Griff zu haben? Das freut mich sehr.Ja,wie du sagst,wäre der Worst Case letztlich gesellschaftlich toleriert. Statt Belächelungen,die in meinen Gedanken als Reaktion auf mein Horrorszenario des In-die-Hose-Machens aufflammen, würdest du im tatsächlichen Ohnmachtszustand vielleicht Hilfsbereitschaft und Verständnis erfahren..

Kleidungstechnisch habe ich mich etwas angepasst. Habe u.b.immer einen langen Cardigan mit,den ich im Notfall um die Hüfte schlagen würde..
Was andere Hilfsmittel betrifft,ergeht es mir wie Rasselwecker. Scham und Peinlichkeit überkommt mich,wenn ich dran denke,es könnte jmd. bemerken. Probiert habe ich es sogar schon mit diesen dünnen Windelunterhosen.Fühle mich darin aber sehr unwohl.

Alles Liebe Ella



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  09.07.2016 05:52  
Hallo Ella,

der Trick mit dem Cardigan ist echt super. Jede noch so kleine Idee denke ich wird mir helfen, besser mit dem Einnässen klarzukommen.

Dass man sich mit all diesen Artikeln zum Schutz unwohl fühlt, kann ich nur bestätigen.

Die Produkte, die uns immer in der Fernsehwerbung präsentiert werden stellen das immer so da als wäre alles diskret und unsichtbar.

Das mag auch sein, wenn man eben nur ein paar Tröpfchen verliert. Ich meine für Monatshygiene schämt man sich ja auch nicht.

Leider ist es eben nur so, dass bei der Belastung vollständiger Entleerung andere Produkte notwendig sind.

Da ist es dann mit der Diskretion vorbei zumal man ja als Kassenpatientin auch das verwenden muss, was vorgegeben wird.

Liebe Grüße




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  09.08.2016 17:26  
Hallo Ella,

erstmal Danke für deinen Mut über dieses Thema zu schreiben! =) Ich leide auch seit 8 Jahren darunter. Teilweise war es so schlimm, dass ich zu Hause noch nicht mal gerne ans Telefon gegangen bin weil ich Angst hatte während dessen auf Toilette zu müssen. Es fing bei mir mit einer Laktoseintoleranz an. Ich hatte oft Durchfall und einen gereizten Darm und fühlte mich wirklich schlecht. Parallel haben sich dann noch die Ängste entwickelt. Das Endprodukt war, dass ich kaum das Haus verlassen habe weil ich Panik hatte mich einzunässen oder einzukoten.
Also ich verstehe dich super gut! =)
Therapeutisch habe ich noch nicht erfahren warum wieso weshalb. Aber bei einer Verhaltenstherapie, die ich seit Jahren mache, wird das meistens auch nicht herausgefunden. Ich war eine Zeit lang Teilstationär in einer psychiatrischen Einrichtung. Deren Erklärung war, dass ich mich sozusagen streube mein Leben anzufangen und der Durchfall als Vermeidungsstrategie meinerseits anzusehen ist. Mit deren Gedankengang konnte ich mich aber nie so 100% identifizieren.
Was mir sehr geholfen hat waren generell eine Ernährungsumstellung: weniger bis keinen Industriezucker. Viele Ballaststoffe (am besten gegart) Auf Fertigprodukte eher verzichten. Ich mache manchmal auch Symbioflorkuren (gute Darmbakterien). Aber ich würde dir raten, was das betrifft, eine Heilpraktikerin aufzusuchen. Denn wenn du deinen Darm schon mal ein bisschen mit den "Giftstoffen" entlastet gehts im schon etwas besser
Was mir noch hilft. Ich trage oft (nicht immer) Damenbinden. Klar, es würde nicht viel aushalten. Aber ich verarsche mich einfach selber und sage mir ein Teil wirds auffangen und den Rest schaffst du´s zur Toilette. Ich habe mal gehört, dass es Analtampons gibt. Ich selber habe sie noch nicht ausprobiert. Aber es wäre vllt eine Idee. Alles was dir mehr Sicherheit gibt ist ok. Bzw mir Wer weiß vllt kaufe ich sie mir auch und probiere es.
Was mir auch sehr hilft, auch wenn es mir an manchen Tagen sehr schwer fällt, zusagen dass ich stark bin und das aushalten/schaffen werde bis zur Toilette. Denn physikalisch ist es das auch. Was aber am besten wäre es garnicht bis zu dem Moment kommen zulassen an dem die Angst so hoch wird. Da bin ich gerade dabei es zu lernen durch eine Hypnosetherapie. Hatte aber bis jetzt nur zwei von 8 Therapiesitzungen. Kann dich aber gerne auf dem laufenden halten, wenn du möchtest.

Auch wenn ich dich nicht persönlich kenne, kann ich trotzdem sagen, dass du ein starker Mensch bist! Das sieht man das du das Thema hier reinschreibst. Und du wirst es schaffen rechtzeitig auf Toilette zu kommen =)
Ich hoffe dir konnten meine Zeilen etwas helfen!

Liebe Grüße

Chrissi





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  09.08.2016 19:05  
Hey Chrissi,
danke für deine lieben Worte und den Einblick in deine Leidensgeschichte. Klingt jetzt zwar blöd,aber es hat doch etwas tröstliches zu hören,dass andere auch um dieses Problem kreisen.Tut mir sehr Leid,was du da schon alles durch hast.

Deine Erfahrungen mit der Verhaltenstherapie kann ich unterschreiben.Bisher kein Stück voran gekommen.
Man hat teils eher das Gefühl,Erklärungsansätze gewissermaßen aufgedrückt zu bekommen. Dass der Durchfall und die darausresultierenden sozialen Ängste doch in irgendwas wurzeln müssen ist einleuchtend, aber man tritt auf der Stelle. Vermeidung hin oder her,der Wille zur Veränderung- das unterstell ich mal - ist doch bei Dir wie bei mir mehr als präsent.

Ernährungsmäßig ist wirklich einiges möglich.Die Ängste weichen jedoch nie..

Was du über Hypnose erzählst interessiert mich sehr. Man greift ja nach jedem Strohhalm.Über ein Update bezüglich deiner weiteren Sitzungen freu ich mich total!

Derzeit probier ich den Darm mit Heilerde etwas zu stärken, probiotische Drinks u.Kulturen zum Anrühren waren bei mir leider nicht hilfreich. Bekam totale Blähungen davon.

Da ich aber überzeugt bin,dass das Ganze nicht vom Bauch ausgeht,sondern ein nicht näher bestimmbares Problem sich über den Bauch seinen Weg nach außen sucht, können Faktoren wie Ernährung etc. nur unterstützend wirken.
Ich muss im "Kopf" ansetzen.
Ich hinterfrage vieles, schaue was mir wirklich gut tut und wo Belastungen liegen.Aber weiter komme ich nicht...

Mein Psychiater hat mir nun Escitalopram, ein angstlösendes Antidepressivum ,verschrieben. Einen Versuch ist es wert.
Werde nächste Woche damit beginnen und gerne berichten.

Würdest du sagen ,dass es dir mit den Jahren leichter wurde,damit umzugehen? Oder ist dieses Belastungsgefühl immer konstant stark in 8 Jahren?

Ganz herzliche Grüße
Ella



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  09.08.2016 19:45  
Hallo =)

Cool, dass du so schnell antwortest. Ich kann dich gut verstehen. Fand es auch sehr erleichternd zu wissen das andere fast die selben Probleme haben. Man ist nicht die einzige "Verrückte"
Danke für dein Mitgefühl. Es ist halt schon für mich normal geworden. Was es irgendwie noch schlimmer macht. Was immer gut ist und mir hilft, sind die Gefühle wenn man früher, z.B. mit seinen Freunden unterwegs war oder andere Unternehmungen gemacht hat, aus seinen Innern heraus zu suchen. Denn wenn es früher geklappt hat wieso soll es nicht jetzt auch so sein?!
Ganz ehrlich wenn ich keinen Willen zur Veränderung gehabt hätte, wäre ich jetzt bestimmt nicht mehr am leben. Aber aus deinem Text entnehme ich auch, dass man immer das Gefühl hat Vorwürfe von den Therapeuten zu bekommen und das geht echt nicht und nervt mich. Meine Verhaltenstherapeutin hat mir soweit geholfen, dass sie mir Wege gezeigt hat wie man ziele (Führerschein) schaffen kann ohne den normalen Weg zu gehen. Aber so richtig mit meinen Ängsten an sich hat es bis jetzt nicht sooo wirklich geholfen. Seit wann machst du schon die Verhaltenstherapie (falls du das schon in deinen vorherigen Text geschrieben hast, weiß ich es nicht mehr)?
ich bin bei einen super guten Hypnotherapeuten in Niederkassel. Er ist zwar sehr teuer. Aber ich bin davon überzeugt dass er mir einen großen Schritt weiter helfen wird. Werde dir berichten. Wenn du möchtest kann ich dir auch die Kontaktdaten geben.
Die Ernährungsumstellung hilft ja nicht nur gesünder zu werden, sondern sich auch gesünder zu fühlen. Das wirkt sich auch auf den Geist und Psyche aus =) Ja bei Milchprodukten sollte man eh aufpassen. Die verträgt nicht jeder so gut. Das Problem ist einfach durch den Durchfall kommt die ganze Darmflora durcheinander. Dann wird die Darmwand angegriffen und dann kann leichter Durchfall entstehen. Deshalb würde ich das mit einer leichten Dosierung Kulturen (also z.B. Symbioflor oder Kijimea ) deinen Körper daran gewöhnen. Die Blähungen gehen dann nach einer Zeit weg
Aber du hast da schon Recht der Kopf löst den Durchfall aus. Es gibt das sogenannte Darmhirn. Also es gibt eine direkte Verbindung vom Hirn zum Darm. Hört sich irgendwie gruselig an Aber vielleicht hilft es dir das von der medizinischen Seite zu betrachten um sich das bewusst zu machen, dass es nur eine Biochemische Reaktion im Körper ist.
Mir geht es auch so. Theoretisch weiß ich viel. Aber sobald ich in der "gefährlichen" Situation bin, ist alles weg und ich will einfach nur fliehen!
Mit den Medikamenten ist eine gute Idee. Ich habe mich die ganzen Jahre gesträubt welche zu nehmen und wollte es immer von alleine schaffen. Jetzt nehme ich seit paar Monaten Citalopram (auch ein Antidepressiver) und es hilft wirklich gut dass die Ängste nicht so extrem hochschlagen. Ja klar, berichte mir gerne darüber. Wir sind jetzt Leidensschwestern!
Es ist viel viel besser geworden. Als die Krankheit anfing ging bei mir garnichts mehr. Ich hatte selbst zu Hause Angstzustände und war nur noch ein Wrack. Und davor war ich immer super glücklich. Ich habe mich jeden morgen auf die Schule gefreut. Hatte einen sehr großen Freundekreis. War feiern und habe wirklich alles gemacht. Wie war das denn bei dir? Ist es auch aus heiterem Himmel gekommen?
Woher kommst du eigentlich? (wenn du das nicht hier reinschreiben willst kannst du mir ja ne private Nachricht schicken)

Liebe Grüße



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  19.08.2016 06:39  
Hallo zusammen,
ich klinke mich hier auch mal ein. Ich hab mir alle Beiträge durchgelesen und freue mich Leidensgenossen gefunden zu haben.
Bei mir ist vor 24 Jahren eine "mastozytose" festgestellt worden. Das ist eine unheilbare Krankheit bei der der Körper ständig zuviele Mastzellen produziert, die sich überall im Körper festsetzen können. Bei mir fing es auf der Haut an, was sich in rotbraunen Flecken darstellt. Das ist allerdings nicht das Hauptproblem, das krieg ich mittlerweile mit Antihistaminikum und Vermeidung bestimmter Faktoren hin. (Keine direkte Sonne, keine heissen Dusch- oder Wannenbäder, Vermeidung von Hitze- Kältewechsel usw.)
Mittlerweile haben sich die Mastzellen aber auch im Dickdarm festgesetzt was zu Durchfällen führt.
Ich weiss das bestimmte Lebensmittel daran mitschuld sind und die vermeide ich auch so gut es geht. Aber das geht sehr gut zu hause. Was mach ich aber ausser haus wenn ich nicht weiss was da alles drin ist was da zusammengekocht wurde und manchmal weiss ich ja selber nicht mehr worauf ich reagiere. Ich nehme vor den Mahlzeiten Chromoglyzinsäure, die kleidet den Magen aus und kann zumindest die schlimmsten TRigger abschwächen, also die allergenen Stoffe können nicht an die Mastzellen andocken und lösen also weniger Durchfall aus. Das funktioniert aber nur bei schwachen Triggern. z. B. bei Natriumglutamat (Geschmacksverstärkern) funktioniert das überhaupt nicht.
Ich bin beruflich gezwungen oft ausser haus zu essen, bei kunden etc. da kanns dann sein dass ich mich nach 2 stunden verabschieden muss weil ich es nicht mehr aushalte vor Darmkrämpfen und Blähungen, ich kriege schweissausbrüche, angstzustände und schlimmstenfalls einen Flush. Dann sind sämtlziche Mastzellen in meinem Körper in Aufruhr.
Darmkortison hab ich schon ausprobiert. Die Durchfälle wurden weniger, aber die Blähungen sind massiv geworden und ich hatte phasenweise das Gefühl mein Bauch/Darm würde platzen. Ich kann dann auch nicht jederzeit auf Toilette, es ist die Hölle.
Die Nebenwirkungen vom Cortison sind auch nicht ohne. Ich hatte schreckliche Träume und morgens oft Schwindel und Übelkeit und Mundtrockenheit. Im Hinterkopf dann noch die Angst vor Folgeerkrankungen wie Osteoporose.
Ich hab wieder aufgehört damit. Ich fühle mich wie ein hochgradiger Allergiker, dem aber keiner helfen kann. Ursächlich Schuld an der Erkrankung ist ein Gendefekt, der nicht wirklich behoben werden kann.
Es ist wirklich eine massive Einschränkung der Lebensqualität und ich suche schon verzweifelt nach einem anderen Job bei dem ich weniger in Kundenkontakt treten muss und nichts essen muss. Alk. vertrage ich auch überhaupt nicht, nicht mal ein nippen. Meine Kunden meinen es gut und stellen mir sekt o. ä. hin, es ist zum wahnsinnig werden. Ich will das nicht mehr. Ich kann das auch nicht mehr, aber meine Stellensuche gestaltet sich äusserst schwierig weil ich schon über 50 Jahre alt bin.
Inzwischen nagen auch die Selbstzweifel massiv an mir weil ich nur Absagen bekomme.
Manchmal will ich einfach nichts mehr als meine Ruhe und ich beneide alle Menschen die keine chronische Krankheit haben. Die Angst im Alter dann mit den Durchfällen auch noch auf Hilfe angewiesen zu sein macht mir auch sehr zu schaffen.
Ich fühl mich hier verstanden und gut aufgehoben auch wenn eine Heilung nicht möglich ist.
Ich drück euch mal virtuell.



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  16.11.2018 10:03  
Hallo,
ich bin relativ neu hier.
Und auch wenn dein Beitrag schon 2 Jahre her ist, hoffe ich doch das du noch aktiv im Forum bist. Ich habe seit August 2018 ein ähliches Problem. Eines Tages bin ich wie gewohnt auf den Weg in die Arbeit gewesen und musste nach einer Station die ich mit der U Bahn gefahren bin schon aussteigen und mich nach Hause beeilen, ich hatte einen sehr starken Stuhldrang ujd hatte Angst es nicht nach Hause zu schaffen. Zuhause dann schnell aufs Wc und danach war alles plötzlich wieder nirmal.Angangs dachte ich vielleicht habe ich am Vorabend etwas gegessen das ich nicht gut vertrage oder der gleichen aber da ich das Problem 2 Tage später immer nich hatte und 2 mal umdrehen musste vin meinem Arbeitsweg fand ich es sehr komisch. Bin dann zu meinem Hausarzt und der überwies mich zu einer Darmspiegelung.Indirekt hoffte ich ja das der Arzt etwas findet, damit es medikamentös behandelt werden kann, aber dies war nicht der Fall. Also gesundheitlich ist alles in Ordnung. Ich habe nach ca 10 Tagen Krankenstand es wieder gewagt arbeiten zu gehen da mich dieses zu Hause sitzen noch mehr runtergezogen hat. Habe für mich selber dann eine Lösung gesucht und hab mir Windeln für Erwachsene besorgt, richtig peinlich und unangenehm aber mir hat es geholfen den Weg in die Arbeit zu überstehen. Das komische ist auch das ich es nur beim hinfahren habe, der Heimweg funktioniert meist problemlos. Auch wenn ich in der Freizeit wohin fahre funktioniert es oft gut ohne Windeln aber es gibt immer wieder Rückschläge und im Moment bin ich echt am verzweifeln, denn ich möchte so auf keinen Fall für immer leben müssen.
Passedan Beruhigunstropfen nehme ich hon und wieder und es hilft ein wenig aber an manchen tagen leider so überhaupt nicht. Ich vermute auch wenn ich ehrlich bin das meine Ernährung Mitschuld hat.
Die Frage ist halt, ist so ein Problem denn überhaupt heilbar?
Denn dieser ständige Stuhldrang und die Angst das etwas in die Hose gehen kann ist nicht zum aushalten ((



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