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Thomas71

Thomas71
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Hallo,

Ich nehme seit 25 Jahren Tavor 2,5 mg pro Tag , war eine ganze weile Angstfrei aber seit Juni dieses Jahres ist es auf einmal schlimmer geworden. Ich will aber auch nicht mehr nehmen als nötig.,reicht mir schon das es vor 25 Jahren keine andere Altanative gab. Ich wurde so eingestellt das ich morgens 1mg nehme , mittags 1mg und abends 0.5 mg.
Auch wenn ich heftige Panikattacken bekomme nehme ich nicht mehr außer heute , und das ärgert mich so .Mußte um 18.30 eine 0,5 mg Tavor nehmen weil ich es nicht mehr ausgehalten habe,bis jetzt ist es nicht besser und ich frage mich soll ich nochmal 0,5 mg nehmen.

Hat da jemand von euch eine Lösung? ?

20.04.2024 x 1 #1


134 Antworten ↓
Oliver_45

Oliver_45
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Hallo,
ich habe mir gerade den gesamten Thread durchgelesen. Meine Mutter bekam in den 70er Jahren kurz nach meiner Geburt schwere Depressionen und Tavor verschrieben. Ich habe die gesamte Kindheit und Jugend mit ihren Krisen und Kuraufenthalten, Arztbesuchen (Beruhigungsspritzen nach Zusammenbrüchen), Alk. und Entzügen verbracht. Ich habe daher einen gesunden Respekt, bzw. eine Ablehnung gegen Benzos. Zusätzlich hatte ich mit Anfang 20 mal einen Dro. Trip probiert und der hat mich in einer 12-monatige Angstkrise katapultiert. Das war ein dummer Fehler, den ich nun aber nicht mehr ändern kann. Vielleicht wäre die Krankheit ja auch so ausgebrochen. Genetisch und von meiner Entwicklung her wundert es mich nach all den Jahren Therapie nicht, dass ich an Depressionen und Ängsten leide. Sad
Ich habe von 2004 bis 2017 Citalopram genommen und war in der Zeit zwar auch nicht das blühende Leben, aber es war deutlich leichter als nun ohne. Viele Versuche es abzusetzen haben zu Rückfällen geführt und dann habe ich einfach wieder hochdosiert. Mir war dan klar, dass es ohne Therapie nix wird. Im Laufe der Therapie die seit 1.2015 läuft, wurde mir dann klar, dass die Medizin mich an einer weiteren Entwicklung hindert. Mein Therapeut meinte, dass es mir doch nun schon eine Weile gut geht und er mich gerne unterstützen würde es mal ohne zu probieren. Wobei er ausdrücklich sagte er ginge auch den anderen Weg mit mir weiter. Wenn ich die Höhen und Tiefen nicht 100% spüren würde, könnte ich ab einem bestimmten Punkt nicht mehr weiter an mir arbeiten. Das leuchtet mir ein. Ich hatte seit dem Absetzen im März 2017 zwei sechsmonatige schwere Krisen und habe es ohne Citalopram und Tavor geschafft. Max. 1-2 Tavor im Monat wenn es sonst garnicht mehr ging.
Ich habe nun weit ausgeholt, aber so könnt ihr meine Gedanken besser nachvollziehen, denn es geht mir mal wieder schlecht und nun habe ich das Gefühl, dass ich mit der Therapie, meiner Selbsthilfegruppe, Freunden, Familie und allem was ich gelernt habe nicht weiter komme. Ich bin mal wieder an dem Punkt, wo ich einfach keinen Bock mehr habe auf den schei.. Ich denke nicht an Selbstmord, aber ch will am liebsten garnicht da sein. Am liebsten eine Narkose bekommen. Und das nach all dem was ich mühevoll gelernt habe. Es ist zum heulen. Manchmal denke ich in meinem Kopf wird ein Schalter umgelegt und dann ist dieser besch... Zustand einfach da. Dann suche ich nach Stressfaktoren usw. die dies begründen würden und manchmal finde ich was und manchmal gar nichts. Dann denke ich gestern war doch alles gut...
Wenn ich wie in letzter Zeit leider öfter morgens eine 0,5mg Tavor nehme, dann ist alles erträglich. ich fragte meine Ärztin, was denn passieren würde, wenn ich 0,5mg täglich über 2 Wochen nehmen würde und sie meinte, dass diese Dosis dann sicher schon nichts mehr bewirken würde. ich bräuchte mehr und würde sehr schnell in eine Abhängigkeit rutschen. kenne ich ja von meiner Mutter. Nun habe ich Angst vor Tavor und Angst vor einem Leben ohne. Manchmal denke ich es ist besser mich wissentlich kopfüber in die Abhängigkeit zu stürzen und statt so weiter zu leben. Jetzt lese ich hier manche nehmen das Tavor 20 Jahre in der gleichen Dosis und es wirkt immer noch. Der Entzug müsste die Hölle sein, aber wenn man es immer nimmt und so gut Leben kann... was solls. Dann stirbt man halt ein paar Jahre früher, hat aber gelebt. Ich weiss dass mir die Entscheidung keiner abnehmen kann, aber ich fühle mich mit der frage so alleine und die "gesunden" verstehen das nicht wirklich. Wenn ich nun wieder Tabletten nehme, dann ist es für mich wie eine Niederlage, aber ohne schaffe ich es ja scheinbar auch nicht so zu leben, dass es erträglich ist. stirnrunzeln

03.08.2019 12:55 • x 2 #73


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A


Wieviel Tavor darf man nehmen pro Tag?

x 3


Canary

Canary
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@petrus57 Ja, das glaube ich dir gerne! Ich war auch mal in so einer Situation, da war es auch Tavor was mich rettete, ich hatte einen Cold Turkey von den z-drugs und der war echt heftig, ich dachte ich werde sterben, dann gab mir ein Arzt Sertralin und ich entwickelte eine Akathisie oder Serotoninsyndrom und dann musste motfallmässig der Hausarzt kommen und der hat mir Was weiß ich wie viel Diazepam gespritzt, darauf hin entwickelte ich plötzliche Suizidgedanken, aber es fühlte sich an als kamen die nicht so wirklich von mir, sondern ich merkte die Medikamente vertrugen sich alle nicht = ich hatte schon eien wahren Cocktail intus... Dann kam ich in die Klinik, die konnten mir nix mehr geben an dem Tag, wegen dem Cocktail, ich haute da sofort ab, als ich merkte die können mir nicht helfen, nahm zu Hause massig z-drug eins nach dem anderen um mich über Wasser zu halten, die Beschwerden vom Entzug dann wie weggeblasen, aber das Sertralin hat mich -ohne z Drug intus- in den Wahnsinn getrieben -und dann bin ich am nächsten Tag wieder in die Klinik als ich keine z Dro. mehr hatte, waren alle... und dann kam Tavor -ich empfand es damals auch als echter Lebensretter, ich wollte meine Sucht dann aber auch wirklich loswerden und habs mit dem Ashton Manual auch gut geschafft! In der Akut Klinik hatten die echt keine Ahnung von Benzo und z-Drug Entzügen, die wollten mich echt kalt absetzen!

19.08.2022 16:25 • x 2 #129


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F
Zitat von Thomas71:
Hallo, Ich nehme seit 25 Jahren Tavor 2,5 mg pro Tag


25 Jahre schon und dann noch Fragen ?

x 1 #2


Thomas71
Super Antwort .. hättest Dir sparen können

x 2 #3


lotusmann
@Thomas71: nimm es einfach damit du deine Ruhe hast. Smile

x 1 #4


F
Zitat von Thomas71:
Hallo,

Ich nehme seit 25 Jahren Tavor 2,5 mg pro Tag , war eine ganze weile Angstfrei aber seit Juni dieses Jahres ist es auf einmal schlimmer geworden. Ich will aber auch nicht mehr nehmen als nötig.,reicht mir schon das es vor 25 Jahren keine andere Altanative gab. Ich wurde so eingestellt das ich morgens 1mg nehme , mittags 1mg und abends 0.5 mg.
Auch wenn ich heftige Panikattacken bekomme nehme ich nicht mehr außer heute , und das ärgert mich so .Mußte um 18.30 eine 0,5 mg Tavor nehmen weil ich es nicht mehr ausgehalten habe,bis jetzt ist es nicht besser und ich frage mich soll ich nochmal 0,5 mg nehmen.

Hat da jemand von euch eine Lösung? ?


Man kann bis max 7,5 mg/Tag eigentlich gefahrlos nehmen.
Als ich vor 3 Jahren in der Klinik war,gabs max 5 mal am Tag je 1 mg Ringel
Viele haben es genommen,aber mir war das ehrlich gesagt zu viel des guten.
Bei mehr als 7,5 mg / tag riskiert man auf jeden Fall eine evtl tödlich verlaufende Atemdepression.

#5


Vergissmeinicht
Hey Thomas,

Du hast Recht; vor über 20 Jahren ging man da noch anders mit um. So bekam ich damals bei Einlieferung in die Klinik 8,0 mg Taif (auch ein Benzo); mit 4 mg wurde ich seinerzeit entlassen und irgendwann war ich auf Null.

Normalerweise würde ich Dir anraten in der Klinik einen Entzug zu machen und dann mit professioneller Hilfe an Deinen Ängsten zu arbeiten.

Was genau für Symptome ängstigen Dich so sehr?

x 2 #6


Thomas71
Hey Vergissmeinnicht,
Bin seit Juli in Behandlung und habe ein für mich guten Therapeuten an der Hand, meine Symptome sind innerliche Unruhe,Zittern,falsches Atmen und Kopfkino.
Wenn ich Ablenkung habe alles in Ordnung, liege ich abends auf der Couch und höre in mir rein habe ich plötzlich alles, Herzstiche, Brustschmerzen usw. Hatte dieses Jahr auch wirklich viel zu verdauen,im Januar hatte unserr Firma Insolvenz im März ist mein Vater gestorben ,im Juli musste meine Frau Notoperriert werden und zum guten Schluss hab ich mir im Oktober das Sprunggelenk gebrochen. Liege auf der Couch und aus Langeweile grübelt man.

x 1 #7


igel
Nein ,Herr Faultier, Tavor hat wie alle Benzodiazepine den großen Vorteil, dass tödliche Vergiftungen, ob nun gewollt oder nicht, extrem unwahrscheinlich sind.

Selbst massive Überdosierungen sind nicht lebensgefährlich.

#8


evivanvalence
Blöde Frage.. Was ist eine "Atemdepression"? Bez wodurch kann man eine solche bekommen? habe eine Idee

#9


igel
Die Frage ist nicht blöd. Mr. Green

Eine Atemdepression liegt vor, wenn die Atmung schwächer wird. Unsere Atmung wird vom Zentralnervensystem gesteuert. Bestimmte Medikamente, z.b. Morphin, können dort eine Verlangsamung der Atemfunktion bewirken bis zum Atemstillstand.

x 2 #10


igel
Aber um auf die ursprüngliche Frage zurückzukommen : 2,5 mg Lorazepam über den Tag verteilt sind eine therapeutische Dosis, von der keine Gefahren ausgehen.

Aber ob Du sie im Bedarfsfall erhöhen kannst, ist Sache des Arztes. Denn in jeder Erhöhung der Dosis liegt ein Risiko.

x 1 #11


evivanvalence
Danke Igel Kuss

#12


igel
Gerne, Evi. Freunde

x 1 #13


Vergissmeinicht
HEy Thomas,

nun, Langeweile ist Nahrung für die Angst.

Dennoch sind bei Dir gravierende Dinge vorgefallen = Insolvenz, Todesfall, Not-OP und Deine eigene OP. Dies alles will jedes für sich erstmal verdaut werden.

Wenn Du Langeweile hast möchte ich Dir ein Buch ans Herz legen, was Du Dir unbedingt bestellen solltest:

Der kranke Gesunde aus dem TRIAS-Verlag.

Dieses Buch hat mir persönlich damals sehr geholfen.

x 2 #14


Thomas71
Vielen lieben Dank für eure Antworten , die ich beherzigen werde, das Buch werde ich mir morgen besorgen.

#15


igel
Thomas, Du kannst im Bedarfsfall sicher die Dosis erhöhen, aber ich würde es ärztlich klären lassen.

#16


Thomas71
Hatte heute Mittag angerufen beim Arzt, er sagte das es kein Problem wäre,soll aber nicht jeden Tag sein weil der Körper dann die Dosis immer will. Habe am Sonntag zum ersten mal seit 25 Jahren um 0.5 einmalig erhöht und als es besser war habe ich mich darüber geändert.

#17

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igel
Warum ärgern? Es ging Dir besser !

#18


E
Hallo Thomas, ich finde es schön sehr bedenklich das du 25 Jahre lang das nimmst. Mal abgesehen davon wundern brauchst du dich nicht bei denn ganzen Tiefschlägen in letzter Zeit

#19


P
Am besten gar keine. Das Zeug macht relativ schnell abhängig und der Entzug ist die Hölle.

#20


A


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Dr. med. Andreas Schöpf
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