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Emma1969
Gast

Hallo,

habe vor 2 Monaten Tavor abgesetzt. Vorher hatte ich es jahrelang im Niedrigdosisbereich 0,5 Tavor am Tag genommen. Bin dann abhängig geworden. Jeden Morgen schlimme Zitterattaken, Schwindel, ganz schreckliche Unruhe. Habe es dann einfach abgesetzt und die nächsten 3 Wochen waren schlimm. Die ersten 2 ganz schlimm.

Meine Frage:
Bevor ich Tavor regelmäßig genommen habe, war es mein Notfallmedikament bei Angst und Panik.

Kann man Tavor nun nie wieder nehmen? Merkt sich das Suchtgedächnis das?

Hat hier wer Erfahrung?

Lieben Gruß

Emma

22.04.2025 x 1 #1


100 Antworten ↓
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Allessch
Gast

Vielleicht nochmal genauer. Ein Notfall ist ein Notfall, also ab und zu, wenn es Dir so richtig schlecht geht. Täglich nehmen ist Gewöhnung / Sucht.
Bei Panikattacken muss man daran arbeiten, die Ängste durchzustehen und sich dessen bewusst zu werden, dass nichts passiert und zu lernen, was man sonst noch tun kann außer Medikament zu nehmen.
Nimmst Du ständig Tavor, gewöhnt sich der Körper daran und will mehr davon. Dann reicht keine 0,5mg Tablette mehr aus. Es werden durch das Medikament bestimmte Rezeptoren im Gehirn blockiert. Immer mehr, bis alle "dicht" sind und nicht mehr alleine arbeiten können. (weiß nicht wie ich das besser ausdrücken soll)
Nimmst Du sie alle 2 Tage, passiert das leider auch, weil die Halbwertszeit des Medikaments eine entscheidende Rolle dabei spielt. Deshalb: Du brauchst also mindestens 3 Tage ohne die Tablette, damit Dein Körper sich nicht wieder daran gewöhnt und selbst dann hast Du jedes Mal einen kleinen Entzug.
Sowie Du in den echten Entzug gehst,(da bist Du ja gerade) kommen vermehrt wieder Panikattacken, weil Du die "Krücke" weglässt, Dein Körper rebelliert und das wiederum macht Angst. Ein Teufelskreis.

Könnte es sein, dass Deine Frage genau deshalb kommt? Du willst sie unbedingt nehmen, weil Dir dein Gehirn gerade einen Streich spielt. Die Rezeptoren arbeiten vielleicht noch nicht richtig und eine Panik jagt die nächste?
Gib deinem Gehirn viel mehr Zeit sich zu regenerieren, bevor Du wieder zugreifst.

Mein Notfall ist ein epileptischer Anfall. Dagegen habe ich die Tabletten bekommen und weil ich zusätzlich auch ständig Angst hatte, bin ich rein gerutscht. Nun aber schon seit mehreren Jahren raus aus dem Teufelskreis. Es gibt nur noch wenige Situationen wo ich die Tabletten nehmen muss.

Also überlege Dir bei jedem Mal sehr sehr gut, ob Du die Tablette unbedingt nehmen musst. Mach Atemübungen, lenk Dich ab und lass so eine Panikattacke auch mal über Dich rüberrollen.
Die hören nämlich von selbst wieder auf.

Bei einem epileptischen Anfall weiß der Betroffene vorher nicht, ob es wieder aufhört, weil er das Bewusstsein verliert und, schlimmer noch, einen sogenannten Status Epilepticus mit Todesfolge erleiden könnte.

Das ist bei Panikattacken anders.
Denk drüber nach und mach was draus.
Gute Besserung!

14.11.2023 21:55 • x 3 #25


Zum Beitrag im Thema ↓

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Nach Tavor Entzug, wann kann man wieder Tavor nehmen?

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Islandfan

Islandfan
Mitglied

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9
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Mitglied seit:
Zitat von Allessch:
wenn Du es jetzt täglich nimmst, statt wie bisher 3 x pro Woche, bist Du bereits in der Mindermengenabhängigkeit. Auch nicht gut. Irgendwann wirkt es eben nicht mehr, sonst wärst Du ja nicht von 3 x pro Woche auf tägliche Einnahme gehüpft? Behaupte ich einfach mal.

Nee, ich habe 1 mg etwa 3 mal wöchentlich genommen, aber immer mit Pausen von mehreren Wochen und bin dann im Mai auf 0,5 mg als momentane Dauereinnahme, ich muss es nicht steigern, die 0,5 reichen mir, ich nehme es nicht wegen der Ängste, sondern wegen meiner Agitiertheit und der dadurch resultierenden Zappeligkeit und Unruhe.
Ich habe halt so extrem viel Veränderungen gehabt in der Zeit, dass ich einfach am Limit gewesen bin.


Zitat von UlliOnline:
Verstehe ich, dass du nichts auf Tavor kommen lassen möchtest, da du es ja selber nimmst.
Wir haben da eben unterschiedliche Ansichten, andere Informationen und letztlich auch Erfahrungen

Das stimmt so nicht, habe ja geschrieben, dass es ein Teufelszeug ist. Dennoch hat es mir gut geholfen und es war auch stets mit Ärzten abgesprochen. Es ist das best wirksame Mittel bei Ängsten, das Problem ist die Abhängigkeit.
Die Alternative Quetiapin hält meine Ärztin für noch schlimmer, da es als Neuroleptikum gravierendere Schäden verursachen kann und ich fand es wie eine Dro ge horrorhaft, als ich es probierte.
Ich möchte langfristig alles absetzen, Tavor und auch das Mirtazapin, aber dadurch muss ich gefestigter sein. Ich muss beruflich funktionieren, wenn ich bald die neue Stelle antrete und habe noch den langwierigen Prozess der Scheidung vor mir, ohne ist mir das alles zu heikel, wenn ich es jetzt absetze.

14.11.2023 22:44 • x 2 #37


Zum Beitrag im Thema ↓


U
Hast du keine Alternative zu Tavor angeboten bekommen?
Evtl. eine Dauermedikation ( z.B. angstlösendes Antidepressivum) anstatt eines Notfallmedikamentes, dass man bei Bedarf nimmt.
Wer hat dir Tavor verschrieben...ein Hausarzt?
Lass lieber die Finger davon, wenn du bereits einmal abhängig gewesen bist.

x 2 #2


D
Vielleicht wäre es zweckmäßig, mal den Arzt zu fragen, der es dann verschreiben soll. Persönlich würde ich annehmen, dass ein Rückfall in die Sucht, sehr wahrscheinlich ist.

x 4 #3


A
@Emma1969 Wenn Du es nicht übertreibst und die nur in absoluten Notfällen nimmst, musst Du Dir keine Sorgen machen. Mindestens drei Tage ohne Tablette aushalten ist am sichersten, um nicht wieder in den Strudel zu kommen. Besser länger ohne Tablette

x 1 #4


E
Die Tavor wurden mir, schon vor Jahren, vom Psychater verschrieben. Bei ihm habe ich in einigen Wochen einen Termin.
Dauerhaft andere Tabletten einnehmen, möchte ich nicht. Es hat ja auch jahrelang als Notfallmedi gut funktioniert.
@Allessch, sind das deine Erfahrungen nach Abhängigkeit oder eine Vermutung?

#5


A
@Emma1969 Erfahrung. Aber jeder ist anders. Manche haben eine größere Veranlagung/Suchtpotential. Bei mir ist das nicht so. Im Gegenteil, ich mag keine Tabletten.
Versuche es, so lange wie möglich hinauszuzögern. Es sind ja "nur" Panikattacken. 😒

x 1 #6


U
Zitat von Emma1969:
Es hat ja auch jahrelang als Notfallmedi gut funktioniert.

Jahrelange Notfälle würde ich aber trotzdem mal hinterfragen.
Dann ist ja schon etwas im Argen bei dir. Vielleicht mal nach der Ursache graben und nicht die Symptome ausschalten.

x 2 #7


U
@UlliOnline als Ergänzung....ich habe auch schon einen Tavorentzug gemacht, allerdings stationär.

x 2 #8


Icefalki
Zitat von Emma1969:
Es hat ja auch jahrelang als Notfallmedi gut funktioniert.


Hat es doch gar nicht, da du ja abhängig geworden bist.

Bei Ängsten ist es wirklich wichtig, dass man mit ihnen auf irgendeine Art umzugehen lernt. Und das funktioniert weder mit den Benzos, noch mit Antidepressiva.

Allerdings, um therapeutisch arbeiten zu können, braucht es eine gewisse "Ruhe", und hier sind Medis dann natürlich ein Segen.

Und würdest du einem trockenen Alk. auch raten, ab und an mal ein Gläschen Alk. zu konsumieren?

Unterm Strich wird dir hier jeder raten, Probleme therapeutisch aufzuarbeiten.

x 10 #9


E
@UlliOnline und nach dem Entzug niemals mehr Tavor genommen?

#10


U
Nie wieder. Meine letzte Tavor war 2014. Habe aber ein angstlösendes AD als Dauermedikation.
Und sicher auch eine andere Diagnose als du.

x 1 #11


SweetButPsycho1
Zitat von Emma1969:
Es hat ja auch jahrelang als Notfallmedi gut funktioniert.

Ja bei täglicher Einnahme von der du dann süchtig wurdest. Das konntest du täglich nehmen, ein Benzo, aber normale Antidepressiva lehnst du ab?

Warum?

x 3 #12


E
Vorher hatte ich max. 0,5 pro Woche genommen. In diesem Jahr dann halt leider täglich. War aber auch viel im Krankenhaus und die Situation war für mich, unerträglich.
Nun geht es wieder und ich möchte gerne Tavor weiter als Notfallmedi nutzen und nicht täglich Medis dafür einnehmen.

#13


E
Also, das tägliche nehmen, war erst in diesem Jahr ab März ungefähr

#14


SweetButPsycho1
Zitat von Emma1969:
Nun geht es wieder und ich möchte gerne Tavor weiter als Notfallmedi nutzen und nicht täglich Medis dafür einnehmen.

Dann wünsche ich dir alles gute

x 1 #15


U
Zitat von Emma1969:
War aber auch viel im Krankenhaus

Psychiatrie?

#16


U
Zitat von Emma1969:
Also, das tägliche nehmen, war erst in diesem Jahr ab März ungefähr

Das sind 8 Monate. Wer hat dir bloß die Rezepte dafür ausgestellt.
Manchmal geht es nicht ohne Tavor....aber man sollte versuchen, es nicht dauerhaft zu nehmen.

Meine Psychiaterin hat damals gesagt: Tavor macht auf Dauer dumm. Wortwörtlich. Es ver-nebelt, be-nebelt die Sinne.
Die kognitiven Fähigkeiten leiden (irreparabel)

Zu den kognitiven Fähigkeiten zählen unter anderem Aufmerksamkeit, Erinnerung, Lernen, Kreativität, Planen, Orientierung, Vorstellungskraft oder Wille.

x 3 #17

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Islandfan
Zitat von UlliOnline:
Die kognitiven Fähigkeiten leiden (irreparabel

Doch, das ist reversibel. Besonders im Niedrigbereich kommt es selten zu kognitiven Einschränkungen ( im Tierversuch) dazu und eher bei älteren Leuten.

x 1 #18


Moelli80
Ist das nicht wie mit Alk. und anderen Dro.gen, dass man wieder Süchtig wird, nach einmal nehmen?

x 1 #19


E
Ja, die Frage stelle ich mir ja auch...

#20


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Dr. med. Andreas Schöpf
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