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Hallo,
ich würde hier gerne ein wenig begleitend zu meinem zweiten Absetzversuch von Citalopram schreiben.
Der erste Versuch verlief sehr gut. Ich hatte ein paar Probleme, aber jetzt nichts Gravierendes. Es lief einige Wochen gut - und dann kam Corona mit all seinen Beschränkungen 😐
Viel wurde von meiner Routine gehalten und die war nicht mehr möglich. Einige Monate habe ich versucht durchzuhalten und bin dann aber in der Hochzeit wieder zu Citalopram zurückgekehrt.
Nun ist Corona auch quasi "vorbei" und ich habe meine Routinen wieder. Mein Arzt machte daraufhin den Vorschlag, ob ich es nicht noch einmal ohne Versuchen möchte. Alles auch vor dem Hintergrund, dass in den nächsten Jahren vielleicht Nachwuchs einziehen soll. Da wäre Citalopram laut meinem Arzt zwar das Mittel der Wahl, aber ohne wäre natürlich noch besser.
Ich fand den Vorschlag gut es jetzt einfach zu probieren und wenn es nicht klappen sollte, dann würden wir die Citalopram wieder einschleichen. Zum dem Zeitpunkt kam ich auch schon mit einer sehr geringen Erhaltungsdosis gut klar.
Ich habe schrittweise über Monate abgesetzt. Seit Anfang April bin ich bei 0.
Das Absetzen selber hat mir keine Schwierigkeiten bereitet. Ich war hier und da Mal etwas gereizter, aber an und für sich war es keine Problem. Nachdem ich komplett bei 0 war, bekam ich die von vielen beschriebenen Brainzaps. Glücklicherweise waren diese innerhalb von einer Woche verschwunden. Was zurückblieb, war eine gewisse Weinerlichkeit. Seitdem ich bei 0 bin, bin ich sehr nah am Wasser gebaut. Etwas unangenehm (ich mag solche Emotionen nicht in der Öffentlichkeit zur schau stellen), aber ich komme klar.
Womit wir bei dem Punkt wären, warum ich dieses Tagebuch eröffne: Seit einigen Tagen habe ich wieder die altbekannten Symptome, die ich eigentlich schon gar nicht mehr auf dem Schirm hatte. Traurigkeit, Niedergeschlagenheit, Angst, Panik,. .da sind sie alle wieder.
Am liebsten würde ich wieder zu den Tabletten greifen und das Problem schnell lösen, aber ich habe mich in den letzten Tagen ein wenig in Rebound-Symptome eingelesen. Ich bin noch nicht richtig in der Thematik drin, aber ich verstehe es als vorübergehend Rückkehr der alten Symptome.
Ich finde das schwierig von meiner Seite einzuschätzen, ob das jetzt ein vorübergehendes aufflammen von Symptomen ist, oder ob es immer noch die Grunderkrankung ist. Auf jeden Fall macht es mir gerade das Leben schwer. .
Vielleicht hilft es ja, das ganze niederzuschreiben 🙃 hat jemand schon Erfahrung mit kurzfristig zurückkehrenden Symptomen? Lohnt es sich durchzuhalten?
04.05.2023 10:54 •
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