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Serthralinn
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Da mein Doktor nicht ganz so happy ist über meine nicht ganz kleine Escita Dosis , werde ich jetzt noch mal das Medi wechseln. Als letztes der ssri fehlt noch fluvoxamin.

Eigentlich ein sehr gutes Medi. Sehr wenig stimulierend , sehr gut gegen Angst und zwangsstörung und auch bei Depressionen. Daher auch wenig schlafprobleme und sexueller Störungen sind am wenigsten unter der Gruppe der ssri. Keine Ahnung , warum es so unbekannt ist , zumal es auch wenig Gewichtszunahme macht. Ist halt schon alt und man kann damit kein Geld verdienen.

Nach der 1. Tablette fühle ich mich sehr ruhig und entspannt , allerdings bisschen müde. Manchmal kann es am Anfang zu vorübergehender Übelkeit kommen.

Jedenfalls scheint es bei angst aufgrund der fehlenden stimulierenden Wirkung sehr sinnvoll zu sein. Bin gespannt .

20.04.2021 #1


108 Antworten ↓
chrian

chrian
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Hallo zusammen, da dies mein erster »richtiger« Beitrag in diesem Forum ist, nochmal ein freundliches »Hallo« in die Runde! Smile

Ich dachte, dass es vielleicht ratsam ist, meine »Leidensgeschichte« einmal chronologisch runter zu schreiben, eventuell findet sich hierin ja jemand wieder und kann für sich zumindest eine art »Okay, anderen geht es auch so« herausziehen. Vielleicht habt ihr auch Tipps und Anregungen für mich, die mich weiterbringen.

Um nicht das Gefühl zu vermitteln ich wolle hier eine autobiografischen Roman verfassen, erscheinen ab jetzt mehr Haupt- denn Nebensätze. ;D

Anfang Dezember hatte ich im Zug (fuhr zu dem Zeitpunkt noch regelmäßig per Bahn ist einfach entspannter zu meiner damaligen Partnerin) eine satte Panikattacke. Das war mein »erstes Mal«. Plötzliche Angst, Herzklopfen, Übelkeit, Schwindel, wurde auch nach einer Zeit nicht besser, sodass ich schlussendlich den Zug verließ und mich abholen lassen musste. Die Rückfahrt ein paar Tage später habe ich durchgezogen, wenngleich unter extremer Anspannung, habe es auch Oh Wunder (Ironie) überlebt.

Bin danach zum Hausarzt, wollte mir direkt Venlafaxin verschreiben, habe ich erstmal dankend abgelehnt und mich die AU-Woche zu Sport und Spazieren gezwungen, inklusive diverser Panik-Anflüge, echt unangenehm. Blutwerte und EKG Topp.

In der Vorweihnachtszeit war ich dann auch wieder »normal« arbeiten, fiel mir nicht leicht, ich wusste aber aus der Theorie, dass man versuchen soll alles »wie immer« zu machen und nichts zu vermeiden. Die Weihnachtszeit habe ich dann halbwegs überstanden, immer mal wieder Anflüge mit Depersonalisierung und dem Gefühl »nicht ganz da« zu sein, Übelkeit, Schwindel, verschwand aber immer wieder nach einer halben Stunde bis Stunde. nichtsdestotrotz ziemlich kraftraubend. :/ Neurexan, Sedariston (Johanniskraut/Baldrian) und Lasea haben alles jedoch halbwegs in Zaum gehalten. Zumindest »gefühlt«.

Anfang Januar hatte ich dann zur Sicherheit einen Termin beim Kardiologen (Auch da wieder im Wartezimmer »Alarm«), alles prima, Ultraschall, EKG. Ich solle mal »locker bleiben« und nicht »so viel denken«. »Okay, bleibe ich und mache ich nicht mehr, vielen Dank  Sie haben mein Leben verändert hätte ich nur gewusst, dass es so einfach ist!« :p

Darauf Termin bei einer Neurologin/Psychaterin/Psychotherapeutin, bestätigte vollumfänglich meine bereits existierende Theorie zur »typischen« Panikattacke und ermutigte mich wie meine Hausärztin bereits im Dezember zu Venlafaxin. Damit fing der »Spaß« dann an.

Ab dem 11.01. Initial 37,5 mg, die erste Nacht Panik, Schweißausbrüche, diffuse Angst, danach soweit okay, nur total »matschig« und alles so »unwirklich« wie in einem Traum. Innere Unruhe war allerdings nach wenigen Tagen weg, dieses »unter Strom stehen«, Panikattacken/Angst hatte ich auch nicht mehr. Nachdem am 09.01. immer noch alles voller Nebenwirkungen war, schlug meine Fachärztin einen Wechsel zu Sertralin vor, nahm ich dankend an. Bei der Umstellung zwei Tage »eher so mittelgut« inklusive »diffuser« Panikattacke beim Spaziergang.

4 Tage 25mg Sertranin (Winthrop), dann bis zum 09.02. 50mg vertrug ich gut, keine PA, Angst oder Niedergeschlagenheit, die Nächte waren oder sind seitdem jedoch leider eher mau, schlafe nicht durch und bin morgens irgendwie nicht fit. Sollte sich aber wohl legen, bekam dann nochmal 100x 50mg Sertralin verschrieben. (Die vorherigen von Winthrop waren nur wenige zum »testen«.

Ich also los, Sertralin besorgen, bekam dann welche von »Aurobindo« lief gar nicht, plötzlich ähnliche Nebenwirkungen wie beim Venlafaxin, nach einigen Tagen also wieder zur Ärztin und dank »aut idem«-Kreuzchen wieder welche von Winthrop bekommen, die Nebenwirkungen wurden etwas besser, blieben jedoch. Weiterhin habe ich seitdem immer wieder mal so ein »grieseln« wie Filmkorn in der visuellen Wahrnehmung, bin aber ehrlicherweise nicht sicher, ob ich nicht derzeit einfach extrem sensibilisiert auf alles bin. Very Happy

Da die Nebenwirkungen nicht wirklich weniger wurden, nach Absprache runter auf 25mg, das half nach wenigen Tage und alles war erstmal bis zum 01.03. soweit prima, dann bekam ich es mit einem Infekt zu tun, darauf folgte wieder eine Angst-Attacke und das letzte Wochenende diffus ängstlich und niedergeschlagen ich vermute der Virusinfekt hat den Wirkstoffspiegel durcheinandergebracht?!

Bin dann sicherheitshalber nochmal hin und die Ärztin meinte, dass der Spiegel vermutlich genau auf »Kante« ist (frei wiedergegeben) und nun nehme ich seit Montag wieder 50mg. Mit den Nebenwirkungen Schwummerigkeit, irgendwie nicht ganz in der Welt, Schwindel, Ohrensausen, Abgeschlagenheit, Schlafstörungen (häufig aufwachen und sich nicht »fit« fühlen, wenig Schlaf an sich).

Ich werde das jetzt mal bis zum Wochenende bzw. zur nächsten Woche testen, wenn es nicht besser wird, ist mein Plan erstmal wieder auf 25mg runter, da hatte ich vor dem Infekt gefühlt meinen persönlichen »Sweet Spot« gefunden. Eventuell teste ich bei der niedrigen Dosis auch zusätzlich etwas niedrig dosiertes 5-HTP oder L-Tryptophan. Laut Fachärztin ist das bei den Dosierungen problemlos und führt nicht zu einem Serotonin.-Syndrom. Halt nur wenn eins oder beides sehr hoch dosiert genommen wird.

Ich nehme derzeit Abends noch eine Kapsel Lasea, das unterstützt die »Ruhe« zumindest etwas.

Privat und beruflich ist alles soweit gut, mache weiterhin Sport (Schwimmtraining, Laufen, wenn es trocken wird wieder Rennrad) hatte bereits damals wegen Depressionen mehrere Jahre ambulante Psychotherapie und in den letzten Monaten wegen der Symptomatik auch ein paar Stunden. War auch alles soweit gut, bis eben die Umstellung der Hersteller beim Sertralin alles wieder durcheinander gewirbelt hat. Yay. XD

Lange Rede, kurzer Sinn  der Text wurde nun doch wesentlich umfangreicher als er werden sollte über Tipps, Anregungen, Erfahrungen oder Fragen freue ich mich!

Viele Grüße,
Chrian

06.03.2019 21:07 • #92


Zum Beitrag im Thema ↓

A


SSNRI / SSRI Erfahrungen für Angststörung - was am besten?

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S
Jedenfalls hab ich überhaupt keine unruhe oder hypomanie oder wahnhaft angehauchte Komponenten wie ich es normalerweise am Anfang mit ssri immer habe.

Stimmt auch mit dem überein was ich darüber gelesen hab in der Fachliteratur und in Internet Foren

#2


K
Ich denke, dass du früher oder später ein Neuroleptikum probieren wirst.

#3


S
Ich kann nicht in die Zukunft sehen , aber wenn das fluvoxamin weiterhin diese Wirkung behält , werde ich nix Anderes mehr nehmen. So was von gut das Medi

#4


S
Ach ja , für wahnhafte Depression und zwangsstörung / Angststörungen wird es explizit empfohlen.

#5


Schlaflose
Nach ein paar Tagen kannst du das doch noch gar nicht beurteilen. Vom Sertralin und dann Escitalopram warst du zuerst auch so begeistert.

x 1 #6


S
Das stimmt . Allerdings hatte ich bis jetzt mit allen ssri exakt die für jedes Medi typischen Wirkungen. Und bei fluvoxamin scheint es auch so zu sein. Naja , die Manie unter sertralin ist auch nicht gerade untypisch. Dopamin inhibitor halt.

#7


Schlaflose
Ich wünsche dir trotzdem, dass es diesmal wirklich das Richtige ist Daumen hoch

#8


G
Serthralinn, du solltest nicht jahrelange das beste Medi suchen, du solltest endlich mal den Weg aus deinem unendlichen Kreislauf suchen. Wenn du den Ausgang aus deiner Spiralle so angestrengt suchen würdest, wie du deine Medikationen verfolgst würdest du sicher ebenfalls Erfolg haben und ohne Medikamente (Gifte) leben können. Pack es doch an, ist nicht leicht aber arbeite daran.

x 2 #9


S
Seltsam ist auch, dass man fluvoxamin kaum verdchreibt:

1. Nahezu null sexuelle Nebenwirkungen
2. Kaum Gewichtszunahme
3. Keine agitation und AngstVerstärkung
4. Keine Auslösung von Manie

Nachteile :

1. Kurze Halbwertszeit von 16 Stunden
2. Anfangs öfter Magen Darm Probleme
3. Verlängert die Wirkung von koffein deutlich . Aber ist das ein Nachteil?
4. Wechselwirkungen mit medis , daher eventuell Dosierungen anpassen

Für mich keine wirklichen Nachteile, dafür viele Vorteile.

Vermutlich will die Pharmaindustrie das nicht , dass das verschrieben wird , damit sie Neuroleptika los werden und dir Menschen krank bleiben und noch mehr Medis brauchen Wink

#10


S
Lieber Gerd , bevor ich mit der Medi Suche begann , hab ich das getan . Effekt recht begrenzt

#11


G
Zitat:
Vermutlich will die Pharmaindustrie das nicht , dass das verschrieben wird , damit sie Neuroleptika los werden und dir Menschen krank bleiben und noch mehr Medis brauchen Wink


...auch mit den SSRI bleibst du krank, wenn du dich nur auf die verlässt und nichts anderes machst stirnrunzeln

#12


G
Sicher Sert, du hast aber aufgegeben, aufgeben tut man einen Brief und nicht sich selbst und seine Gesundheit, versuche es doch nocheinmal Freunde

#13


S
Ich werde noch ein bisschen warten , ob ich jetzt so stabil bleibe und dann kann ich vielleicht endlich mal das tun , was ich schon lange tun will

#14


G
OK, wünsche dir das Beste für deinen Versuch Trost

#15


S
Lieber Gerd , vielen Dank dir. Das Problem War einfach, dass ich vieles davon schon lebenslang habe und ich jede Sekunde mich zusammen reißen muss , was ich nicht dauernd schaffe , erst recht nicht mit meiner Antriebslosigkeit.

Es ist wirklich sehr ungewohnt , sich weder müde noch unruhig , noch ängstlich , noch wahnhaft zu fühlen. Das kenne ich eigentlich gar nicht. Ich Kenn nur Müdigkeit oder unruhe

#16


rainbow2
Zitat von Serthralinn:
Lieber Gerd , vielen Dank dir. Das Problem War einfach, dass ich vieles davon schon lebenslang habe und ich jede Sekunde mich zusammen reißen muss , was ich nicht dauernd schaffe , erst recht nicht mit meiner Antriebslosigkeit.

Es ist wirklich sehr ungewohnt , sich weder müde noch unruhig , noch ängstlich , noch wahnhaft zu fühlen. Das kenne ich eigentlich gar nicht. Ich Kenn nur Müdigkeit oder unruhe

Die positive Wirkung nach so kurzer Zeit kann ich mir nicht vorstellen, aber wenn. Du dich gut fühlst ist es ja super.

#17

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S
Keine Ahnung. Bei mir wirken die ssri eigentlich immer sofort nach Einnahme. Liegt vermutlich daran , dass ich immer nur Wechsel und nie absetze . Hab mal gelesen , dass die Hemmung sofort einsetzt , aber das Gehirn erst neue GehirnZellen bilden muss , damit man es richtig merkt , wenn man zum 1. mal ssri nimmt.

x 1 #18


G
na sicher, ich denke mir, dass das vermehrte Serotonin dann ja im Körper ist und bei einem Wechsel ja nie so abfällt, dass es zu NW kommt.
Ich denke gravierende NW bekommst du nur, wenn du eben einen Wirkstoff beim Wechsel überhaupt nicht verträgst

#19


S
Oh je. Fluvoxamin gibt es nur noch von neuraxpharm und als original von Abott. Was mach ich wenn neuraxpharm jetzt auch die Produktion einstellen sollte ?

#20


A


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Dr. med. Andreas Schöpf
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