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Darcyless
Hallo Leute,

ich möchte heute mal eine Frage in den Raum werfen die sich auf einen gewissen "Menschentyp" bezieht.
Und zwar geht es um die Menschen, die "ohne Punkt und Komma" reden und einen einfach nicht zu Wort kommen lassen.
Am schlimmsten daran ist nicht mal das viele Reden, sondern 1. das ständige Rückversichern, das einen zur Bestätigung zwingt ("Weißt du wie ich meine? Verstehst du? Ne? Weißt? etc") und 2. die Unfähigkeit, wenn man dann selbst mal versucht was zu sagen, zuzuhören (meistens wird man dann einfach übergangen und die Person redet einfach weiter als würde sie ein Programm abspielen).

Meine Schwiegermutter ist leider so ein Fall, jedoch kannte ich auch vor ihr schon einige Menschen die sich so verhalten - ich weiß nicht ob ich solche Menschen in mein Leben ziehe, oder ob es einfach so viele von der Sorte gibt, oder ob ich so ein Verhalten mit meinem Verhalten trigger. ? Keine Ahnung.
Auf jeden Fall ist es super belastend und anstrengend. Ich hätte so gern ein gutes Verhältnis zu meiner Schwiegermutter (vor allem weil sie die einzige Familie ist die ich noch habe); aber mit ihrem anstrengenden Kommunikationsverhalten macht sie es mir leider fast unmöglich. Mein Freund leidet übrigens auch sehr unter dieser Art seiner Mutter und versucht daher seit Jahren auf Abstand zu gehen und hat immer keine Lust mit ihr zu telefonieren etc.

Sie ist halt wirklich ein krasser Fall von "verbalem Durchfall". Wenn man mit ihr redet geht das ungefähr so:
Sie: "Blablablablabdasidnpsidn Weißte? Ne? daipsdnaspidnsapidn Weißte? pdisada Ne? adinapsdnaspdn Weißte? Ne? Ne?" und man muss alle paar Sekunden sagen "Ja"; "mhm", "klar"; etc. Irgendwann spielt man nur noch ein Programm ab und schaltet innerlich auf Durchzug, DENN; wenn man dann mal versucht was zu sagen hört sie überhaupt nicht hin, reagiert nicht darauf oder aber nutzt das was du gesagt hast aus, um erneut zur Attacke auszuholen und den nächsten halbstündigen Redeschwall einzuleiten.

Normale Konversation im Sinne von: Partei A sagt einen Satz oder ein paar Sätze - Partei B reagiert darauf - Partei A reagiert wieder darauf - etc., ist ihr völlig fremd, aber das Ding ist, sie VERSUCHT es noch nicht mal, ein normales Gespräch zu führen (denn sie könnte ja die Gelegenheiten, in denen mein Freund oder ich versuchen was ins Gespräch einzubringen, nutzen um ein gegenseitiges Gespräch anstelle eines nervigen Monologs draus zu machen - aber das tut sie nicht, sie hört ja nicht mal richtig hin!). Und es ist wirklich so, dass weder mein Freund noch ich auf den Mund gefallen sind, wir sind beide sehr gesprächig und können uns auch durchaus in Gesprächen mal "durchsetzen" und unsere Meinung sagen, sprich wir sind jetzt nicht mega introvertiert oder so. Aber seine Mutter lässt einem einfach keine Chance. Jeder Versuch, auch mal was zu sagen, wird eiskalt runter gebügelt mit einem "blablablablabla ne? weißte?" etc und es läuft einfach IMMER so ab.

Ich hab schon versucht, auf ihr "ne? Weißte?" einfach nicht einzugehen, aber das führt nur dazu dass sie immer häufiger und aggressiver fragt, bis man schließlich irgendeinen Laut der Bestätigung von sich gibt, damit sie wieder beruhigt weiter schwadronieren kann. Und ich hab auch schon versucht, wenn ich einen Redeversuch starte, die Stimme zu erheben und lauter zu reden, um sie so ein bisschen zu "zwingen" zuzuhören, doch auch das funktioniert nicht richtig. Man hat den Eindruck dass sie so in ihrem "Film" drin ist, dass man sagen und machen kann was man will, es ändert nichts.

Ich finde das einfach so schade, denn diese super unangenehme Art von ihr verbaut uns einfach ein gutes Familienverhältnis. Man fühlt sich natürlich so von ihr weder ernst, noch in seiner Persönlichkeit wahrgenommen und versucht nach einer gewissen Zeit einfach nur noch Abstand zu gewinnen. Wenn sie doch nur einfach mal zuhören und auch mal auf mich/uns eingehen könnte, könnten wir schon ein so viel näheres Verhältnis haben, das macht mich einfach nur traurig und ich finde es total schade. Aber wenn man halt nur behandelt wird wie ein gesichtsloser, anonymer und vor allem stimmloser Zuhörer, der alle paar Sekunden zur verbalen Bestätigung gezwungen wird, kann man keine Nähe und keine wirkliche Symptathie und Bindung aufbauen.

Ich wollte mir hier einfach mal den Frust von der Seele schreiben, aber auch fragen, ob jemand solche Menschentypen kennt und vielleicht eine Lösung gefunden hat, wie man mit so jemandem umgehen kann und ihn oder sie zum Zuhören und Entspannen bringen kann.

Ich freue mich sehr über eure Inputs!

12.04.2020 21:27 • 04.05.2020 #1


60 Antworten ↓


Meteora
Meine Mutter ist so jemand. Ich unterbreche sie halt immer, wenn ich was zu sagen habe, weil ich es sonst vergesse. Dann wird sie zwar wütend, aber anders kann man mit ihr kaum reden.

12.04.2020 22:12 • x 1 #2




cube_melon
Zitat von Darcyless:
Ich hätte so gern ein gutes Verhältnis zu meiner Schwiegermutter (vor allem weil sie die einzige Familie ist die ich noch habe)

Wenn dieser Satz nicht von dir wäre, würde ich raten dich dem zu entziehen. Aber das hättest Du vermutlich dann auch selbst getan.

Ich glaube nicht das sie von alleine auf den Trichter kommt und zudem denke ich das es keinen genug großen Zaunpfahl gibt um ihr das subtil mitzuteilen. Da ist guter Rat teuer. Mir stellt sich die Frage ob sie es Leute gibt mit denen es anders läuft, aber auch hier sehe ich kaum eine Chance.

Es gibt nicht viele Möglichkeiten damit umzugehen. Ausser es auszuhalten, sich dem (ganz oder teilweise) zu entziehen oder eine ausgeglichene Kommunikation in beide Richtungen zu erwirken.

Mir fallen da nur spontan zwei Dinge ein. Eine moderierte Unterhaltung zusammen mit einem Sozialarbeiter, Therapeuten und/oder ein Brief der in Funktion des Monologes, wo du deine Situation mit dem "Ich fühle" /intuitivem Schreibstil darlegen kannst/wo Du zu so einem Gespräch einlädst.

Eines solltes dir bewusst sein. Du holst sie damit aus ihrere Komfortzone. Keine Ahnung wie sie darauf reagiert. Aber dann liegt es an ihr damit umzugehen und Du bist dann auch diejenige welche versucht hat eine Lösung zu finden.

12.04.2020 22:32 • x 1 #3


Calima
Ich befürchte, es gibt nur entweder-oder. Entweder möchtest du dich gut mit ihr verstehen und den Familienfrieden wahren- dann musst du sie nehmen, wie sie ist.

Oder du forderst etwas von ihr, was sie möglicherweise gar nicht zu verstehen, geschweige denn zu geben in der Lage ist - mit dem Risiko, sie so zu überfordern, dass sie bissig wird.

Wärt ihr beide Kerls, würde ich vielleicht dazu raten, mal zusammen einen zu trinken. Vielleicht gibts aber ja eine Ebene/ Tätigkeit/ Sache... die ihr gemeinsam finden und euch darüber annähern könnt? Das eröffnet unter Umständen eine neue Richtung in der Kommunikation.

Wenn nicht, wirds wohl eng.

12.04.2020 23:01 • x 2 #4


kritisches_Auge
Heute ist es zu spät, aber ich möchte den Thread gerne verfolgen und mich beteiligen.

12.04.2020 23:50 • x 1 #5


Darcyless
Vielen lieben Dank für eure Antworten!

Zitat von cube_melon:
Wenn dieser Satz nicht von dir wäre, würde ich raten dich dem zu entziehen. Aber das hättest Du vermutlich dann auch selbst getan.

Genau das ist es, damit bringst du mein Dilemma gut auf den Punkt...

Zitat von cube_melon:
Mir fallen da nur spontan zwei Dinge ein. Eine moderierte Unterhaltung zusammen mit einem Sozialarbeiter, Therapeuten und/oder ein Brief der in Funktion des Monologes, wo du deine Situation mit dem "Ich fühle" /intuitivem Schreibstil darlegen kannst/wo Du zu so einem Gespräch einlädst.

Das sagt mein Freund auch - dass er sein halbes Leben lang versucht hat sie zu "zähmen" und es nicht hingekriegt hat und er mittlerweile denkt, es würde nur helfen es direkt anzusprechen und offensiv zu therapieren. Aber dazu fehlt uns irgendwie der Mut, denn:

Zitat von cube_melon:
Du holst sie damit aus ihrere Komfortzone.

... genau davor haben wir in dem Fall Angst. Dass sie nicht bereit zur Einsicht und zum Verlassen ihrer Komfortzone ist und wir dadurch nur das "letzte bisschen Familie" zerstören das wir noch haben.. Wir wollen sie halt echt nicht verlieren und ich könnte mir vorstellen dass sie sich der Macht, die sie über uns hat, durchaus irgendwo bewusst ist. Mir ist nämlich schon öfter aufgefallen, dass sie durchaus auch anders kann, wenn sie will (z.B. ist sie bei ihrem Ehemann irgendwie anders, was mich jedes Mal wundert). (Ich hab auch schon überlegt ihn zu fragen wie er das macht, aber er würde es ihr erzählen und dann würde sie denken wir reden hintenrum über sie...)

Zitat von Calima:
Wärt ihr beide Kerls, würde ich vielleicht dazu raten, mal zusammen einen zu trinken. Vielleicht gibts aber ja eine Ebene/ Tätigkeit/ Sache... die ihr gemeinsam finden und euch darüber annähern könnt? Das eröffnet unter Umständen eine neue Richtung in der Kommunikation.

An meinem Geburtstag waren wir zusammen frühstücken und im Ikea, das kommt wahrscheinlich am nächsten da ran und da war das Gespräch auch viel besser, also sie hat mich mehr zu Wort kommen lassen etc. Mein Freund sagt, das lag daran dass es "mein Tag" war. Das meinte ich oben, dass sie anders kann wenn sie will, das Problem ist dass sie meistens einfach nicht will (Komfortzone)... Sprich, sie WILL dieses Voll-Labern & Monologisieren so haben, obwohl sie vielleicht irgendwo merkt dass es ihr nicht gut tut, aber noch schlimmer wäre es für sie vermutlich ihre Komfortzone zu verlassen...

Meine Oma ist auch so ein Typ Mensch und bei ihr habe ich Jahre gebraucht, um mich durchzusetzen und ihr beizubringen dass ich mich nur noch auf ein gegenseitiges Gespräch einlasse. Und ich musste zu Mitteln greifen die ich selbst total schrecklich fand und kaum ausgehalten hab, z.B. sie wirklich eine halbe Stunde lang während sie schwadroniert komplett zu ignorieren, bis sie gemerkt hat dass sie so nicht weiterkommt, oder sie wirklich radikal und mit sehr lauter Stimme zu unterbrechen und auf sie eine ähnliche Art von Zwang auszuüben wie sie auf mich. Sprich, da hab ich irgendwann angefangen zurückzuschlagen. Und da war sie dann auch ziemlich oft merklich angepisst und ich hatte öfter Angst, sie zu verlieren. Im Endeffekt hat es über die Jahre ein wenig funktioniert und sie weiß mittlerweile dass sie mich auch zu Wort kommen lassen muss. Aber es war ein jahrelanger anstrengender Prozess und noch mehr Jahre hab ich gebraucht um mich überhaupt zu trauen, ihr Kontra zu geben..

13.04.2020 15:40 • #6


Calima
Zu einer meiner wesentlichen Erfahrungen im Leben gehört, dass es mir weder zusteht, noch in irgendeiner Weise funktioniert, andere Menschen umerziehen zu wollen.

Take it or leave it. Jeder Mensch hat seine Geschichte, seine Geister und seine Engel, die ihn zu dem machen, was er ist. Das, was wir wahrnehmen, ist immer nur ein Bruchteil dessen, was es eigentlich zu sehen gäbe. Ich behaupte, selbst wenn wir uns entscheiden könnten, ob wir alles über einen Menschen wissen wollten, bevor wir ein Urteil über ihn bilden, würden wir es kaum tun.

Reiz- Reaktions-Mechanismen sind so viel einfacher.

Auch die Gründe, warum uns die Kommunikationsweise anderer ärgert/ verletzt..., liegen letzten Endes ebenso in unserer eigenen Person, wie in der des Gegenübers.

Jeder von uns wehrt sich mit Recht, wenn andere an uns herumerziehen wollen. Geht es um die Verhaltensweisen anderer, sind wir aber gerne sehr schnell mit Forderungen bei der Hand. Kein Mensch ist dazu da, sich so zu verhalten, dass wir es mögen. Wenn wir damit nicht zurechtkommen, können wir aber immer nur unseren eigenen Anteil an dieser Beziehung verändern und beobachten, ob dies zu einer Verhaltensänderung des anderen führt, die uns besser gefällt.

Und wenn es nicht klappt, dann bleibt nur der Rückzug auf eine Ebene, die für uns funktioniert. Alles andere wäre in meinen Augen anmaßend.

13.04.2020 15:57 • x 2 #7


cube_melon
Zitat von Darcyless:
Und ich musste zu Mitteln greifen die ich selbst total schrecklich fand und kaum ausgehalten hab, z.B. sie wirklich eine halbe Stunde lang während sie schwadroniert komplett zu ignorieren, bis sie gemerkt hat dass sie so nicht weiterkommt, oder sie wirklich radikal und mit sehr lauter Stimme zu unterbrechen und auf sie eine ähnliche Art von Zwang auszuüben wie sie auf mich. Sprich, da hab ich irgendwann angefangen zurückzuschlagen. Und da war sie dann auch ziemlich oft merklich angepisst und ich hatte öfter Angst, sie zu verlieren.

So was würde ich aus meiner Sicht heraus eben nicht tun. Grundsätzlich kann man Menschen nicht wirklich verändern, es sei denn man übt Druck aus, sprich es findet eine Art Manipulation statt. Wenn es schief geht, kann ein Bruch entstehen der nicht mehr zu reparieren ist.

Persönlich würde ich meine Gefühle transportieren und wenn das nicht hilft mich schlicht weg so weit zurückziehen, bis sich die Beziehung entspannt anfühlt. Wenn dem anderen etwas an der Beziehung liegt, ist es an ihm zu reflektieren und/oder zu hinterfragen.
Nur "leider" reagieren aus meiner Erfahrung nach nur die wenigsten so. In der Folge hat man weniger Kontakte. Mir persönlich ist das zwar nicht unbedingt egal. Aber ich brauche keine anderen Leute damit es mir schlecht geht.

13.04.2020 15:57 • x 1 #8


cube_melon
Zitat von Calima:
Ich behaupte, selbst wenn wir uns entscheiden könnten, ob wir alles über einen Menschen wissen wollten, bevor wir ein Urteil über ihn bilden, würden wir es kaum tun.

Das ist wirklich eine interessante Frage, bzw. These.

13.04.2020 16:06 • x 1 #9


Kaffeehörnchen
Mein Vater ist auch so ein Mensch. Dazu kommt, dass er einen Pool von nur etwa 50 Geschichten/Erlebnissen/Begebenheiten hat, die er immer wieder abspult.
Auch er geht dann nicht auf meine Kommentare ein, sondern erzählt starr seine Geschichte ab.
Ich habe für mich folgende Lösung gefunden: Ich habe meinen Vater sehr lieb und akzeptiere, dass er nicht für mich, sondern nur ich für ihn da sein kann. In unserem speziellen Fall bedeutet Familie, dass ich mich als Zuhörer zur Verfügung stelle, aufmerksam zuhöre und ihn bestätige. Ich weiß nicht, warum er das braucht, aber er fühlt sich dann tatsächlich geliebt und angenommen. Das ist, was ich will. Dass unsere "Gespräche" keine Dialoge sind, ist zwar schade, aber anscheinend nicht möglich. Ich hole mir das woanders.

13.04.2020 16:18 • x 3 #10


florene
Ich kenne auch Dauerlaber-Leute.
Mittlerweile ergreife ich die Flucht, weil ich sonst aggressiv werde.
Manche würden Einen stundenlang zulabern, wenn man sie ließe.

Mein Tipp wäre selber anfangen zurückzulabern.
Zutexten und denen einen Hackbraten an Ohren reden. Ca. 20 Min. am Stück und danach nach Hause gehen.
Manche können den ganzen Tag reden, den nächsten Tag und den nächsten Tag und reden, reden, reden.
Es ist abartig.

13.04.2020 16:31 • x 1 #11


Wenn jemand solche Menschen anzieht, dann bin ich es. Nicht immer in der ganzen krassen Form wie es hier teils beschrieben wurde, aber doch oft annähernd. Mein Fazit dazu: Egoistische Menschen, denen es nur um sich selbst geht. Das Gegenüber interessiert sie wenig bis gar nicht.

Ich dachte, ich hätte eine Freundin. Es ist 30 J. her, da starb ihr Vater. Unsere "Freundschaft" bestand zu der Zeit ca. 8 Jahre. Sie war mit einem netten und verständnisvollen Mann verheiratet, ich war alleine mit Kind. Sie rief mich an, und ich fuhr zu ihr. Ist mir wirklich schwer gefallen. Sie hat die ganze Zeit geweint und erzählt, was für mich völlig in Ordnung war. Als Freundin muss ich da durch, dachte ich. Wieder zu Hause, alleine, mußte ich das erst mal alles verarbeiten. War auch nicht einfach für mich.

Ein paar Jahre später starb mein Vater. Natürlich rief ich diese Freundin an. Ich war immer noch alleine. Mehr als:"Mein Vater ist gestorben" konnte ich nicht sagen, denn danach erzählte sie mir erneut, wie ihr Vater starb, wie es ihr ging etc. etc. Ich habe mir das 5 Min. angehört und dann gesagt, ich muss jetzt auflegen.

Das war für mich der Höhepunkt zu allem anderen was vorgefallen war, und habe den Kontakt abgebrochen.

20 - 25 Jahre später traf ich sie vor einem Geschäft wieder. Sie begrüßte mich herzlich, und erzählte von ihrer Krankheit, ihren Kindern und Enkelkindern...ohne Punkt und Komma. ICH interessierte sie nicht. Ich brach das Gespräch dann ab, mit der Erkenntnis: Die Menschen kapieren es nicht.

Dies ist nur ein Beispiel von sehr vielen, die ich erlebt habe, mit zig verschiedenen Frauen. Ich habe leider erst vor einigen Jahren gerafft, dass sich extrem Extrovertierte zu mir hingezogen fühlen, und leider auch umgekehrt. Obwohl ich nicht extrem introvertiert bin.

Manche können ihre Art auch gut "verschleiern", indem sie auch mal fragen, wie es mir geht. Aber wenn ich bei solchen Menschen mehr wie 5 Sätze hintereinander sage, merke ich mittlerweile, dass sie nur darauf warten, dass ich Lust hole, um dann selbst wieder zu reden. Oder sie fragen etwas, und geben dann selbst die Antwort.

In der Familie habe ich das zum Glück nicht erlebt (dafür andere unschöne Dinge). Freunde/Bekannte kann man eher in die Wüste schicken.

13.04.2020 16:51 • x 2 #12


florene
@Dore
Vorsichtig muss man auch sein, wenn jemand sehr nett ist. Einen quasi damit einfängt und dann volllabert.
Oder wenn sie diskutieren wollen, um was dazuzulernen, Einen dadurch aber vor Allem aushören.
Manche wechseln die Menschen wie sie es gerade brauchen.

13.04.2020 17:12 • x 1 #13


Darcyless
Zitat von Kaffeehörnchen:
Ich habe meinen Vater sehr lieb und akzeptiere, dass er nicht für mich, sondern nur ich für ihn da sein kann. In unserem speziellen Fall bedeutet Familie, dass ich mich als Zuhörer zur Verfügung stelle, aufmerksam zuhöre und ihn bestätige. Ich weiß nicht, warum er das braucht, aber er fühlt sich dann tatsächlich geliebt und angenommen. Das ist, was ich will. Dass unsere "Gespräche" keine Dialoge sind, ist zwar schade, aber anscheinend nicht möglich. Ich hole mir das woanders.

Das ist eine sehr reife Sichtweise!

Zitat von florene:
Mein Tipp wäre selber anfangen zurückzulabern.
Zutexten und denen einen Hackbraten an Ohren reden. Ca. 20 Min. am Stück und danach nach Hause gehen.
Manche können den ganzen Tag reden, den nächsten Tag und den nächsten Tag und reden, reden, reden.
Es ist abartig.

Da musste ich sehr schmunzeln genau das hab ich bei meiner Oma auch irgendwann gemacht und es hat tatsächlich irgendwann funktioniert, aber es hat eben sehr lang gedauert und war ein jahrelanger Prozess.
Ich finde das auch total verstörend warum Menschen so sind. Kann damit überhaupt nicht umgehen. Wenn man mal jemanden ne halbe Stunde lang voll labert ist das ja noch voll in Ordnung, wir alle haben manchmal Redebedarf, aber du wirst einfach stundenlang vollgelabert, ohne Hemmungen und dein Gegenüber merkt nicht dass du schon am Rande eines Nervenzusammenbruchs bist und macht immer weiter. Ich habe auch immer das Gefühl, ich kann das nicht einfach so geschehen lassen sondern muss mich irgendwie wehren und der Person kontra geben und ihr zeigen, dass sie so nicht mit ihren Mitmenschen umgehen kann....

Dieses "Akzeptieren und die Person so sein lassen" ist etwas das ich persönlich nicht hinkriege, weil ich es einfach nicht schaffe mich zu einem "zuhörenden und bestätigenden Ja-Mhm-sage-Zombie" über STUNDEN degradieren zu lassen. An alle, die das schaffen und der Beziehung trotzdem etwas abgewinnen und in ihrer Rolle ruhig und entspannt bleiben können, sage ich Respekt. Ich hab das schon aufgegeben. Entweder schaffe ich es, ihr zu zeigen dass sie ihr Kommunikationsverhalten verändern muss, oder ich ziehe mich zurück.
Zitat von Dore:
Wenn jemand solche Menschen anzieht, dann bin ich es.

Willkommen im Club, geau so fühle ich mich auch immer!
Zitat von Dore:
Aber wenn ich bei solchen Menschen mehr wie 5 Sätze hintereinander sage, merke ich mittlerweile, dass sie nur darauf warten, dass ich Lust hole, um dann selbst wieder zu reden

Genau das ist es leider. Du kannst nichts tun. Egal wie sehr man sich mühe gibt selbst zu reden, es wird nur ausgenutzt und man wird runter gebügelt / übergangen / teilweise sogar unterbrochen, damit die Person wieder über sich selbst und ihren Sh*t reden kann. Irgendwann bleibt nur die Resignation.

Wäre sie für mich nicht Familie, hätte ich schon längst den Kontakt abgebrochen, so ist es leider. Sie ist eine Person die man wirklich nur extrem schwer ertragen kann. Nur irgendwie hab ich es halt noch nicht so ganz aufgegeben dass es nicht doch einen Weg gibt, dass sie ihr Kommunikationsverhalten ändert. Aber vermutlich ist das unveränderbar und ich muss einfach auf Abstand gehen.. Oder echt mal nen Satz raushauen wie: "Darf ich auch mal was sagen?"

13.04.2020 17:20 • x 1 #14


Zitat von florene:
Zutexten und denen einen Hackbraten an Ohren reden. Ca. 20 Min. am Stück und danach nach Hause gehen.


Deine Beitrag hatte ich gar nicht gelesen, weil ich in der Zeit selbst am Schreiben war. Echt lustig, aber ich kann das nicht. Bin vermutlich zu taktvoll.

Die extrem Extrovertierten sind nach meiner Erfahrung alle total nett @florene

13.04.2020 17:24 • x 1 #15


Calima
Zitat von Darcyless:
Oder echt mal nen Satz raushauen wie: "Darf ich auch mal was sagen?"


Wenn du sehr mutig bist, könntest du auch wahnsinnig interessiert zuhören, dabei nicht nur "Hm" und "Ja" sagen, sondern "Wahnsinn" oder "Wow!" und danach darum bitten, dass sie es noch mal erzählt. Und nochmal. Und...

Vorher kannst du mit dir wetten, wie lange es dauert, bis sie was merkt .

13.04.2020 17:26 • x 1 #16


cube_melon
Zitat von Calima:
Vorher kannst du mit dir wetten, wie lange es dauert, bis sie was merkt .

13.04.2020 17:29 • x 1 #17


Versuch dein Glück @Darcyless , ist schließlich Familie.

Meine Erfahrungen sind allerdings, dass ich den verschiedenen Frauen es öfters gesagt habe. Manche haben es eingesehen, aber geändert wurde nichts. Über kurz oder lang (früher eher über lang) habe ich "tschüss" gesagt. Aber vielleicht machst du bessere Erfahrungen.

13.04.2020 17:33 • x 1 #18


Schlaflose
Da ich selbst nicht gern rede, bin ich froh, wenn mich jemand zulabert, weil ich dann selbst nichts sagen muss und keine peinlichen Pausen entstehen.

13.04.2020 20:16 • x 1 #19


Acipulbiber
Zitat von Schlaflose:
Da ich selbst nicht gern rede, bin ich froh, wenn mich jemand zulabert, weil ich dann selbst nichts sagen muss und keine peinlichen Pausen entstehen.

Du meintest wohl
"Wenn dich niemand zulabert".
Geht mir oft auch so

13.04.2020 20:41 • #20



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