✔ Bereits empfohlene Antwort
Ich glaube, der Weg weg vom Perfektionismus geht über große Selbstliebe.
Ich war auch immer ein Perfektionist, aber das setzt einen auch unter Druck. Kenne auch dein Problem, wollte immer Alles erledigen, am Besten sofort und gleich und stand deshalb ständig unter Strom.
Heute ist das nicht mehr so.
Als die Nachbarn neulich kamen und einen Brief ins Englische übersetzt haben wollten, hab ich den erstmal 2 Wochen lang in der Schublade liegen lassen. Seit 3 Tagen ist meine Glühbirne am Flur kaputt. Ne Neue hab ich noch nichtmal gekauft Wenn ich Licht am Flur brauch, mach ich einfach in einem angrenzenden Raum das Licht an, ansonsten isses ja eh bis 21:00 hell und ich seh im Dunkeln sowieso ganz ordentlich.
Ich hab gelernt, den Perfektionismus teilweise abzulegen und Arbeit auch mal liegen lassen zu können. Nicht jedes Problem kann man sofort lösen, und muss man auch nicht.
Am anfang hab ich mir dann, bei meiner Unruhe, einfach gedacht: "Was ist jetzt wichtiger? Du oder deine Glühbirne?"
Naja und natürlich bin ich wichtiger, also hab ich dann was gemacht, was mir spaß macht, und die Arbeit Arbeit sein lassen.
Inzwischen bin ich schon so weit -und das ist ein riesen Schritt für mich- dass mich auch Andere nicht mehr aus der ruhe bringen können. Als Craven mich gestern war das glaub ich hier als altklug bezeichnet hat -das war mir völlig egal Früher hätte ich getobt, den ganzen Tag versucht, das richtig zu stellen, mich mit ihm wieder gut zu stellen, seine Meinung zu ändern -heute schei. ich drauf.
Denn ich mag mich ganz, so wie ich bin, und da kann jeder daher kommen und mich finden wie er will, das ist mir egal, ich mag mich.
Und meine Meinung ändert sich nicht, und es stört mich nicht, wie andere zu mir stehen. Und auch die Arbeit ist mir egal, die Erwartungen Anderer sind mir egal. Wenn ich eben wichtigeres zu tun habe, dann müssen die Nachbarn halt auf ihren Brief warten und das Licht am Flur bleibt aus.
So ist das, und es stört mich nicht, denn ich bin wichtiger, und meine Zeit ist für solche Kleinigkeiten zu schade.
Ich glaub, den Blick auf das Wesentliche zu lenken und einfach zu lernen, ab und zu an sich zu denken als an den Haushalt oder so, das ist der Weg zum wahren Glück und zur Selbstliebe.
Alles Gute,
Pilongo